Hilfe! PBFD!!!!!

Diskutiere Hilfe! PBFD!!!!! im Für Vögel mit Krankheiten wie PBFD und Polyoma Forum im Bereich Vogelkrankheiten; Hallo zusammen, eigentlich schreibe ich ja bei den Graupapageien, weil wir einen kleinen Grauen haben. Seit einiger Zeit habe ich Kontakt zu...

  1. Julius01

    Julius01 Foren-Guru

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    Hallo zusammen,
    eigentlich schreibe ich ja bei den Graupapageien, weil wir einen kleinen Grauen haben. Seit einiger Zeit habe ich Kontakt zu einer Amazonenbesitzerin mit der ich mich häufig austausche, da sie momentan auch sozusagen für ihren Vogel auf Brautschau ist. Letzte Woche erzählte sie mir, dass sie mit ihrer Amazone in einer Tierhandlung (im bayrischen Raum) war und ihre Amazone dort für ca. 2 Stunden mit einer anderen im Käfig gesessen hätte. Beide Tiere hatten aber wenig Interesse aneinander! Jetzt hat sie am Wochenende von einem anderen Züchter gehört, dass in dieser Tierhandlung vor einigen Monaten ein Nymphensittich verkauft wurde, der positiv auf PBFD getestet wurde. Jetzt ist sie natürlich in völliger Sorge, dass ihre Amazone sich vielleicht auch angesteckt haben könnte. Sie hat dort wohl weder gefressen noch getrunken und hatte auch keinen Kontakt zu dem anderen Vogel. Da der Virus allerdings durch Staub übertragen wird, könnte ihre Amazone sich trotzdem angesteckt haben, oder was meint Ihr?
    Kann sie jetzt schon einen Test machen lassen, der Kontakt ist jetzt 8 Tage her?
    Ich bin dankbar für jede Antwort, die ich an sie weiterleiten kann. Sie verfügt leider nicht über Internet.
    Liebe Grüße
    Kati
     
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  3. Anja12

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    Hallo,

    die Inkubationszeit bei PBFD ist glaub ich 2-3 Wochen.
    Ich drücke feste die Daumen, dass die Ama sich nicht angesteckt hat... :s :nene:
     
  4. #3 Alfred Klein, 5. Oktober 2004
    Alfred Klein

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    Hallo Kati

    Ich halte die Gefahr nicht für übermäßig groß.
    Selbst wenn das Virus in diesem Laden bei einem Vogel festgestellt wurde so ist nicht gesagt daß alle Vögel nun verseucht sind.
    Zudem hat ein Vogel ja auch ein Immunsystem welches mit geringen Virenzahlen fertig werden kann.
    Eine Erkrankung ist deshalb nicht sehr wahrscheinlich. Trotzdem würde ich empfehlen nach einer gewissen Zeit mal einen Test machen zu lassen. Sicher ist sicher.
     
  5. #4 DieJasminII, 6. Oktober 2004
    DieJasminII

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    Hier ein kleiner Text, welchen ich für das VWFD-Forum geschrieben habe:

    PBFD (Psittacine Beak and Feather Disease)


    PBFD, hinter diesen vier harmlos klingenden Buchstaben verbirgt sich eine schlimme, oftmals tödlich endende Virusinfektion. Bislang kannte man diese Krankheit eher bei Großsittichen + Papageien und es gab wenig Informationen darüber, dass von dieser Virusinfektion auch Kleinsittiche, wie zum Beispiel Wellensittiche, betroffen sein können.

    In letzter Zeit jedoch häufen sich die Meldungen über PBFD-infizierte Wellensittichbestände. Ein Grund mehr, diese durch einen Circovirus hervorgerufene Krankheit ernst zu nehmen, und Sittich- sowie Papageienhalter über diese Krankheit aufzuklären.

    Virusinfektion PBFD – Symptome und Verlauf

    Es gibt keine PBFD-typischen Symptome, jedoch liegt in den meisten Fällen eine Störung des Feder-, Krallen und Schnabelwachstums vor.

    Man unterscheidet zwischen einem chronischen und einem akuten Verlauf. Der akute Verlauf bricht meist bei Jungvögeln aus und führt relativ rasch zum Tod. Gut zu erkennen ist diese Krankheit bei Nestlingen, durch das heranwachsende Federkleid und weiteren Symptomen wie Abgeschlagenheit, Durchfall, Fressunlust und Erbrechen.

    Der chronische Verlauf tritt bei Altvögeln auf. Hier verschlechtert sich von Mauser zu Mauser das Federkleid des betroffenen Vogels. Meist ist auch der Verlust des Kopfgefieders ein Anzeichen von PBFD. Die PBFD-typischen Krallen und Schnabelveränderungen treten oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium dieser Krankheit auf. Zum Tode führen meistens die sogenannte Sekundärinfektionen, welche auf Grund einer durch die Krankheit erfolgte Immunschwäche hervorgehen.

    Übertragungswege: Das Ausscheiden des Virus erfolgt über den Kot, des Gefiederstaubes und durch den Kropfinhalt.

    Inkubationszeit: Zwischen drei bis vier Wochen

    Nachweis der Krankheit: Vorab muss ausgeschlossen werden, dass der Vogel an parasitär, bakteriell und pilzbedingten Krankheiten leidet. Ebenso sollte eine Polyomavirus-bedingte Federveränderung ausgeschlossen werden.

    Mittels einer frischgezogenen Feder, selbstverständlich nur durch einen vogelkundigen Tierarzt, kann der Virus nachgewiesen werden. Der Tierarzt schickt hierzu die Feder an ein Labor weiter, wo der Virus mittels PCR-Virusantigen nachgewiesen werden kann.

    Behandlung: Leider ist die Krankheit PBFD bislang nicht heilbar. Der betroffenen Vogel sollte ausgewogen ernährt werden und Sekundärinfektionen müssen vorgebeugt werden. Weiterhin ist auf eine hohe Vitamin-A-Vergabe zu achten. Alle Maßnahmen und Therapien sollten unbedingt mit einem vogelkundigen Tierarzt vorab abgesprochen werden. Von Behandlungen auf eigene Faust ist dringend abzuraten.
     
  6. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Pbfd

    Hallo Julius,

    bitte keine Panik! PBFD ist nach wie vor eine ernstzunehmende Erkrankung, hat aber viel von ihrem alten Schrecken verloren. Das Immunsystem der meisten Psittaciden hat sich in den letzten 10 Jahren zunehmend gut auf diese Erreger eingestellt, und die klinische Efahrung zeigt immer mildere Verlaufsformen und immer mehr "positive" Vögel, die nicht klinisch erkranken.
    Besonders schrecklich verläuft sie eigentlich nur noch bei Kakadus sowie bei Jungvögeln, deren Immunsystem noch nicht so gut funktioniert.
    Agapornidenbestände sind oft hochgradig durchseucht, ebenso andere Psittaciden werden oft positiv getestet, ohne daß das klinische Bild sich jemals voll zeigt. Ein positiver Test ist deshalb kein Grund zur Panik.
    Das Immunsystem sollte angeregt werden durch folgende Maßnahmen:
    - Abwechslungsreiches, frisches, vitaminreiches Futter
    - Viel Freiflug und mittels Außenvoliere möglichst Gelegenheit, draußen Regen, Sonne und Wind zu erleben
    - Streßvermeidung (Ausstellungen, unnötige Transporte, zu hoher Besatz, streßbelastete Partnerbeziehungen etc.)
    - Stimulierung des Immunsystems durch Echinacea und Propolis, entweder einige Tropfen der Urtinkturen ins Trinkwasser oder in homöopathisierter Form als Globuli in der Potenz D 8 oder C 6 (Propolis) und D 3 oder D 4 (Echinacea)
    geben. Aber nicht permanent, sondern kurmäßig über 6 Wochen, dann wieder mindestens 6 Wochen Pause. Auch kann die Wiederstandskraft schulmedizinisch durch Spritzen von Baypamun (Paramunitätsinducer) und durch eine homöopathische Konstitutionsbehandlung verbessert werden.

    P.S.: Beweisend sind nur positive Tests, nicht negative, da auch falsch-negtive Ergebnisse vorkommen können. Negative Tests sollten daher, um sicherzugehen, 2-3 Mal wiederholt werden.

    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  7. Chrissie

    Chrissie für länger abwesend

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    Rein Interesse halber: wie testet ihr? Ist ein Bluttest oder eine Federanalyse verlässlicher? Und wenn ja zu einem Test, warum gerade dieser?
     
  8. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Hallo Chrissie,

    Es gibt verschiedene Testmethoden:

    1. Man kann Hautbiopsieproben entnehmen und diese untersuchen. Weil das Virusmaterial aber nich in allen Hautzellen vorhanden ist, sondern oft nur im Fettgewebe oder in den Makrophagen, istz diese Testmethode sehr unsicher und erbringt viele falsch-negative Ergebnisse, obwohl der Nachweis an sich relativ einfach funktioniert: Es müssen basophile, Feulgen-positive cytoplasmatische Einschlußkörperchen in Federpulpamakrophagen und in den Epithelzellen der Federfollikel gefunden werden. Dazu ist eine elektronenmikroskopische Untersuchung möglichst mehrerer Hautbiopsieproben erforderlich.

    2. Blutproben oder seit einiger Zeit auch Federproben können auch mittels PCR (Polymerasekettenreaktion) auf das Vorhandensein von Virus-DNA untersucht werden. Das ist die modernere und sicherere Methode; gleichwohl gibt es auch hier immer noch zuweilen falsch-negative Ergebnisse.
    Die Qualität des Befundes hängt weniger von Ausgangsmaterial (Blut oder Feder) als vielmehr von der Sorgfalt und qualitativen Arbeit des Labors ab.

    Übrigens: Differenzialdingostisch muß PBFD insbesondere bei Wellensitichen, Nymphensittichen, anderen Sittichen und Agaporniden von anderen Krankheiten mit einem ähnlichen klinischen Bild, der sog. "Französischen Mauser" oder "Rennerkrankheit" klar abgegrenzt werden.

    LG
    Thomas
     
  9. Chrissie

    Chrissie für länger abwesend

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    Hm,
    ich fragte deshalb, weil ich letztes Jahr ganz schön Streß deswegen hatte. Da ich mein Männchen nicht alleine lassen wollte, ließ ich ihn zur Sicherheit mittels Feder auf PBFD testen, Ergebnis: Positiv :traurig: Das schockte mich schon, da er gar nicht die Anzeichen dafür zeigt (Topgefieder und gute Kondition, auch jetzt noch). Dann habe ich bei einer renommierten TA einen Bluttest machen lassen: Ergebnis: Negativ. Und er hatte nie zu anderen Vögeln Kontakt.
    Deswegen intessierte es mich, was nun verlässlicher sein könnte.
     
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  11. Meike

    Meike Foren-Guru

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    Soweit ich weiss ist Blut verlässlicher. :? Ich schicke beides ein und lasse auch immer zweimal testen. Übrigens soll ein Labor in Leipzig sich wohl u.a. darauf spezialisiert haben, die Proben werde ich also nächstesmal (morgen) dorthin schicken. Und auf PBFD/Polyomaviren zusammen testen lassen. In Deinem Fall würde ich entweder nochmal testen lassen, wenn Du sichergehen willst, oder es einfach mal glauben, denn ändern kann man ja eh nichts. :(

    LG
    Meike
     
  12. Chrissie

    Chrissie für länger abwesend

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    Hallo,
    wenn du magst, kannst mir mal die Adresse von dem Leipziger Institut mitteilen, danke.
    Danke auch für dein echt nettes Verständnis :0-
    Noch einen Bluttest lasse ich erstmal nicht mehr machen, da es auch ganz schön Streß für meinen "Kleinen" war. Ich glaube, ich habe mich fast elender wie der Vogel gefühlt. Wenn man sein über alles geliebtes Tier in den Händen des TA sieht, kommt man sich vor wie ein Verräter. TA-Besuche sind mir immer ein echtes Greuel :traurig: Obwohl die TA wirklich eine der besten ist.
    Ich habe mittlerweile ein "Geschwisterpärchen, dh ein Weibchen von demselben Paar, aber ein Jahr später geschlüpft. Da sie im Falle von PBFD es nur "in die Wiege" gelegt bekommen haben können, war ich froh, so einen Partnervogel zu bekommen, da dann keiner den anderen anstecken kann.
    Komischerweise ist PBFD auch nie bei dem Züchter aufgetreten und sämtliche seiner Abgabetiere sind wohl sehr alt geworden.
    Wo soll sich sonst ein ehemals einzeln gehaltener Vogel sich so etwas holen?
    Da glaube ich auch lieber dem Bluttest :bier:
     
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