Hugo und Erna - zwei ziemlich unterschiedliche Amazonen...

Diskutiere Hugo und Erna - zwei ziemlich unterschiedliche Amazonen... im Forum Amazonen im Bereich Papageien - Liebe Amazonenfreundinnen und -freunde, ja, ich weiß: ich bin Euch noch was schuldig. Ihr hattet so rührend Anteil genommen am Tod von meinem...
Ja genau, so sehe ich das eigentlich auch.
Die Attacken sind vermutlich auf die akute Balzphase zurückzuführen - mehr Gründe wüsste ich jetzt nicht.
Dauerstress ist natürlich auch nicht gut. Aber ich sehe diesen bei uns zu Hause zumindest nicht.
 
Die Attacken sind vermutlich auf die akute Balzphase zurückzuführen
Und da diese Phase gerade bei Amazonen recht heftig ausfallen kann oder meist ausfällt, wäre dies doch schon ein Grund. Wären sie in dieser Zeit in ihrer gewohnten Umgebung gewesen, wäre das attakieren vielleicht gar nichts passiert. Im nächsten Urlaub kann das zwischen den beiden schon wieder ganz anders laufen oder man bucht eventuell zur Sicherheit gleich zwei separate Volieren (wenn möglich) nebeneinander. :)
 
Danke Dir für Dein gutes Mitdenken. Genau so habe ich das jetzt auch für den nächsten Urlaub gebucht trotz der damit leider erhöhten Kosten. Aber der Urlaub ist das eine, das andere ist die Hinterfragung, ob unsere Haltungsmethode die beste ist unter diesen etwas komplizierten Umständen...
Diese Urlaubsgeschichte führte bei uns zu heftigen Diskussionen... aaah....
Einzelhaltung, neuer Paarungsversuch mit anderen Amazonen oder einfach alles so lassen . .. ja, ich kenne alle Optionen. Alles nicht optimal.
 
Wenn man es sich so überlegt, gibt es eigentlich viele, sehr sehr viele Haltungen, die nicht optimal sind. Vielleicht muss es auch gar nicht optimal sein? Vielleicht ist ein "genügend" ja völlig in Ordnung. Solange die Vögel nicht unter Stress stehen, ist alles im Lot. Das ist wohl der Knackpunkt.

Unsere nicht optimale Haltung hat durchaus nicht nur Nachteile für die Vögel und für uns. Es gibt auch Vorteile: Wir müssen uns nicht sorgen wegen krankhaftem Eierlegen oder Legenot oder wohin mit dem süßen Nachwuchs. Die Vögel haben nicht den Stress, ihren Partner unter Einsatz ihres Lebens schützen und verteidigen zu müssen.
Ich denke, es gibt auch bei Menschen viele solche Partnerschaften - die nicht auf heißer Liebe beruhen, sondern eher auf Zweckgemeinschaft, nicht alleine zu sein oder gemeinsam das Leben besser gestalten zu können oder zu wuppen.

Ich kenne ein Graupapageienpärchen, das sich zwar mag, aber ambivalent - sie rupfen sich gegenseitig.
Ein anderes Pärchen, Mohrenkopfpapageien, war nur vermeintlich ein Pärchen - so lange, bis nach Jahren der eine den anderen angriff und körperlich schwer verletzte.
Richtig schöne, innige Beziehungen habe ich selten erlebt. Auf Anhieb fallen mir nur zwei Amazonenpärchen ein, die sich wirklich ganz arg mochten.

Wenn unsere beiden sich unbeobachtet wähnen, dann sieht man, dass sie sich gegenüber sitzen und chillen. Wenn geschrien und getöst wird, macht der andere irgendwann mit. Ist Partystimmung angesagt, lässt sich einer vom anderen anstecken. Passiert einem ein Missgeschick, lacht der andere gehässig (Chico macht das wirklich). Also sie interagieren miteinander. Das ist doch klasse, auch ohne Liebe. Wenn wir weg sind oder keine Zeit für sie haben, sitzen sie nicht stier auf einer Stange, sondern wissen "ich bin nicht allein" und können gucken, was der andere macht. Ist das nicht schön? Vielleicht machen wir uns manchmal viel zu viel Gedanken :bier:
 
Ich kann euch beide gut verstehen.......Also noch einen neuen Verpaarungsversuch würde ich wahrscheinlich nicht mehr machen.Klar,mann will immer das beste für das Tier,aber bei älteren Amas sind die Chancen nach langer Fehlprägung sehr schlecht.Unser Rico vergöttert mich und das finde ich schade,da er ja so ein tolles Mädel da sitzen hat.
Ich seh das auch so,da Sveja aus dem Tierschutz zu uns kam,hat sie jetzt ein viel schöneres Leben wie vorher nur im Käfig.
Jeder hat ausreichend Platz mit Aussenvoliere.
Sie beobachtet und reagiert sehr viel auf Rico.Und Rico ist auch sehr quasselig und neugierig.
Zumal er auch seine 25j lange tiefe Beziehung zu seiner Lola hatte,die er bestimmt vermisst.
Die waren ein Herz und eine Seele........traurig,das es so enden musste...
Hätte ich eine junge kräftige Amazone würde ich sie auf jedenfall verpaaren wollen.Aber so sind beide zumindestenz sehen wir das so glücklich.Keiner von beiden ist allein.Sie können sich sehen,riechen,sprechen und balzen...
Deine erna würde ich jetzt auch nicht mehr verpaaren wollen.Ihr habt sie auch solange und das würde nur funktionieren,wenn der LIeblingsmensch nicht mehr da wäre.Also ein Abschied für immer......
 
Jetzt muss ich Euch von einer interessanten Entdeckung erzählen:

Also, Ihr kennt ja die Schnabelgeschichte von Erna: Ihr Kiefer ist locker und etwas schief. Und auf einer Seite wuchs der Schnabel mal heftig hoch, so dass ich ihn von meiner Tierärztin habe abschleifen lassen. Das war kurz vor unserem Urlaub. Hier ein Foto, hatte ich ein paar Beiträge weiter oben damals reingestellt:


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In den letzten Wochen wuchs der Schnabel wieder hoch.
Aah, ich fing an mir Sorgen zu machen, weil dies Erna sichtbar störte. Sie fraß langsamer, aber noch relativ normal. Naja, ich dachte, ok, muss bald wieder zum Tierarzt. Um die Zeit zu "strecken": evtl. noch ein oder zwei Wochen warten... hm, ist immer etwas aufwändig mit längerer Anfahrt etc.
Ok, ich beobachtete sie weiterhin und war jetzt kurz davor, Termin zu machen. Der Schnabel sah vorgestern etwa wieder so aus wie auf diesem Foto.

Und was sehe ich gestern?
Einen vollkommen glatt geschliffenen Schnabel ohne Überstände. Ich habe jetzt leider kein Foto davon.
Aber sie muss einen Weg gefunden haben, ihn selbst zu schleifen. Ich weiß es nicht, wie sie das geschafft hat.
Sie knabbert eher wenig an den Ästen und Korkstücken rum, die ihr ständig zur Verfügung stehen. Vielleicht am Käfiggitter geschrubbelt...? Keine Ahnung. Jedenfalls bin ich echt erstaunt, dass sie sich selbst zu helfen wusste.

Manchmal wissen sie sich doch selbst zu helfen - das fand ich wirklich beeindruckend!
 
Sei froh,das sie den Überstand wegbekommen hat:-)
Dann hast duu kein Stress, weil du zum Tierarzt muss. War mit Svejs auch schon wieder beim Tierarzt...wegen ihrer Krallen. Der Schnabelüberwuchs von Erna kam aber echt schnell wieder?? Das musst du im Auge behalten.
 
Klar, natürlich behalte ich das im Auge. Ich fahre mit ihr auch irgendwann wieder zum Tierarzt. Die ganze Sache machte mir ja Angst, weil es so schnell ging. Dennoch: Jetzt hat sie sich so erstaunlich geschickt selbst geholfen, und ich bin erst mal erleichtert.
 
Könnte es auch sein, dass dieser "Zinken" (nenne es mal so) beim knabbern einfach abgebrochen ist?
Elly hat neben ihrem nach einer Seite herausragenden Unterschnabel, oft so einen großen spitzen "Zinken" am Ende des Oberschnabels, den reibt sie dann an einem Ast und schwupps bricht er ab.....wächst aber leider immer wieder nach, wie beim Unterschnabel auch.
 
Klar, könnte sein. Aber das sah nicht abgebrochen aus, sondern wie abgeschliffen. Also nicht scharfkantig, sondern abgerundet. Ich fand es erstaunlich "gut" gemacht.
Jedenfalls beobachte ich das natürlich weiterhin.
 
Chico hat ja auch immer wieder abstehende Hornteile am Schnabel. Ich hab die schon selber versucht, beim Streicheln mit einem Hölzchen sanft abzustreifen, aber es nie geschafft. Das saß fest und er duldete mein Generve am Schnabel irgendwann nicht mehr. Er braucht mich dafür auch gar nicht :zwinker:

Chico erledigt so etwas selber. Selbst ist der Mann :D
(bzw. mit Erna auch die Frau :beifall:)
Er schrubbt mit seinem Schnabel so lange an seinen Sitzästen herum, bis alles weg ist, was ihn stört. Essensreste, Schnabelstücke... lange stört es ihn nicht, aber wenn, ist es urplötzlich weg und mit Glück finde ich dann das Schnabelstückchen am Boden :zustimm:
 
Das machen meine beiden auch so.Sie schruppen so lange an den Holzstangen bis das störenende Stück weg ist.
Bei uns sind mehr die Krallen das Problem.Das war früher überhaupt kein Thema.......Das alter halt.....
 
Ja, ob das Alter immer die Ursache ist.. ich weiß es nicht. Die Krallen wachsen bei meinen Vögeln auch heftig. Naja,
aber was ich noch erzählen wollte:
Das habe ich jetzt mehrfach beobachtet, dass meine beiden sich "anbalzen".
Also nur wenn sie in der Voliere sitzen, die ja durch ein Gitter mit Plexiglasscheibe getrennt ist. Sie setzen sich gezielt vor dieser Scheibe gegenüber und toben sexuell erregt herum.
Ja, ein Video wäre jetzt super, habe ich nicht gemacht.

Aber schon verrückt: Sie mögen sich weiterhin gar nicht, wenn sie sich den Flugraum teilen. Hugo wird von Erna verscheucht oder ignoriert. Aber im Käfig balzen sie sich an?! Ich weiß gar nicht, wie ich das deuten soll.

Hugo versucht es ja öfter mit mir, was ich natürlich nicht zulasse. Das versucht er weiterhin. Also, er ist immer noch verschossen in mich. Da hat sich nichts geändert. Aber macht er das jetzt mit Erna (aus sicherer Distanz) vielleicht so wie Menschen Pornos anschauen als Ersatzbefriedigung? Erna geht auch darauf ein.... echt verrückt. Oder wird das doch noch was zwischen den beiden? Ich kann es mir immer noch nicht vorstellen.
 
Das ist ja echt schräg. Versteh einer die Geierleins. Aber das mit der Pornogeschichte könnte ich mir schon vorstellen bei den beiden... sie törnen sich gegenseitig an, würden sich aber nie berühren wollen. Sie machen sich eine eigene Peep-Show sozusagen :zwinker:

Chico reagiert auch manchmal auf Ginnys Geschrubbe bzw. sie macht das ja nur, wenn sie draußen ist. Dann ist er drinnen und kann sie nicht sehen. Aber hören... doch, ja, manchmal steckt ihn das schon auch an, wenn auch nicht ganz so offensichtlich wie bei Erna und Hugo. Hauptsache, sie haben alle Spaß :)
 
Tja, ich finde diese Aktionen zwar merkwürdig, aber denke auch, dass diese mich darin bestätigen, dass die beide doch etwas voneinander haben - trotz der Spannungen zwischen den beiden ist diese Haltung immer noch besser als Einzelhaltung.

Gestern habe ich beobachten können, wie Erna ihren Schnabel in Form hält. Der fing inzwischen wieder an, bedenklich an einer Seite hochzuwachsen. Sie schleift ihn an einer rauen Sitzstange ab. Ihr kennt ja auch bestimmt diese rauen Stangen, die man kaufen kann, vermutlich eher dafür gedacht, dass die Krallen sich besser abnutzen. Jedenfalls habe ich ein paar davon neben den sonst überwiegend vorhandenen Naturästen auch in der Voliere platziert. Das war wohl keine schlechte Idee:
Fünf Minuten rubbeln - und der Schnabel sah wieder glatt und fein aus. Sehr gut so. Selbst ist die Henne.
Aber mir ist klar, dass der Kiefer schief ist, und das tut mir echt leid für die arme Maus.
 
Ich denke auch,das alles besser ist als Einzelhaltung..Bei uns ist das ja dieselbe Situation.
Es wird morgens zusamen gesabbelt und gepfiffen.....Sie reagieren schon stark aufeinander und das ist doch etwas schönes.Bei Erna und Hugo sehe ich das genauso:-) Wer kann der Erna schon widerstehen................
 
Ich finde alle unsere Geierleins unwiderstehlich, jeder auf seine Art :)
Die Erna ist so eine zarte, liebenswürdige, der Hugo ein richtiger Kerl, die Sveja auch so zart und dennoch mutig, der Rico und der Chico sind die Schönheiten und Ginny... naja... manchmal unglaublich süß, aber genauso auch unausstehlich. Sie ist Dr. Jekyll und Mr. Hide von unseren Amazonen, ein psycho chicken und ein Brathähnchen gleichzeitig. Eine typische Handaufzucht mit allen Psychosen, die man sich denken kann.

Neulich kam wieder ihre liebenswerte Seite zum Ausdruck, als sie Kontakt aufnehmen wollte zu Chico. Der ist gleich losgerannt ans Gitter, um sie zu verjagen. Das hat mir echt leid- und wehgetan. Dann widerum ein anderes Mal sind sie sich plötzlich sehr einig, wenn es darum geht, uns in Grund und Boden zu schreien :D
 
Das hast du sehr schön beschrieben:-) Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
Hoffentlich klappt mal ein Treffen.Wir hätten uns soviel zurzählen.Ich hab das Gefühl durch das Forum und eure Geschichten euch schon lange zukennen....verrückt oder??
 
Ja, das sind schon alles einzigartige Unikate!
Und der ganze Himmel ist voll davon. Alles Individuen. Darüber denke ich öfter nach, wenn ich im Garten die Vögel beobachte. Die fliegen nicht nur zwitschernd herum, um sich fortzupflanzen, sondern jedes Tier hat eine eigene Lebensgeschichte mit eigenen Ideen und Schicksalsschlägen - genau wie unsere Zöglinge im Haus. Das ist echt unglaublich.
 
Unglaublich auch, dass manche unserer eigenen Spezies immer noch glauben, Tiere könnten nicht denken und fühlen und sie selbst seien die Krone der Schöpfung. Ich glaube, die Tiere lachen sich sehr oft über uns ins Fäustchen :D Sowieso die Vögel. Für mich sind sie göttliche Wesen und die wahrhaft klugen Erdbewohner :)
 
Thema: Hugo und Erna - zwei ziemlich unterschiedliche Amazonen...
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