Kurzer Erfahrungsbericht zur hormonellen Störung bei einem weiblichen Rosenköpfchen

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Quiko

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Quiko ist ein weibliches Rosenköpfchen, das als gerade futterfester Vogel (Fehler, würde ich nie wieder so tun....) 2004 zu mir kam und im stolzen Alter von fast 18 Jahren verstarb.

Quiko war meine Schwarmchefin und fest verpaart. Als der erste Partner 2010 (Fundvogel) verstarb, war sie danach mit Apollo verpaart, der heute noch hier lebt.
Sie vertraute mir, flog mir auf die Schulter, krabbelte in meine Ärmel, aber sie war auch voll und ganz Agapornide. Dazu gehörte auch, dass sie dann und wann ein Gelege hatte. Ich tauschte die Eier aus und sie gab das Gelege nach angemessener Zeit auf.

Eine Woche vor Weihnachten 2012 hatte sie geschwollene Ständer, zuppelte seitlich am Schwanz und eine Wunde entstand unterhalb der Kloake. Das Röntgenbild war unauffällig, es ergab sich auch kein Hinweis auf Gicht.
Ihr Zustand eskalierte und sie riss sich haufenweise Federn aus, Brust und Bauch waren kahl. Sie wurde stationär aufgenommen, es gab keinen Ansatzpunkt. In Erwägung stand, ihr ein Opiat zu spritzen um das Ausreißen der Federn zu beenden.

Direkt nach Weihnachten habe ich einen anderen vogelkundigen Tierarzt bemüht. Er erkannte im Röntgenbild Hinweise auf eine hormonelle Aktivität. Am 27.12.2012 wurde Quiko mit Ovogest behandelt, einem Hormon. Sie bekam zusätzlich ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel.
Am 3.1.2013 erfolgte wiederum eine Behandlung mit Ovogest, ihre Ständer waren farblich wieder verbessert, das Rupfen war beendet, die Wunde war abgeheilt.

Ich hätte damals nie vermutet, dass eine hormonelle Entgleisung diesem Symptombild zugrunde liegen könnte. Aber der vogelkundige Tierarzt, selbst Vogelbesitzer und Vogelzüchter, hatte die Eingebung, die Quiko damals geholfen hat.

Dieser Erfahrungsbericht ist kein Plädoyer für einen unbedachten Einsatz von Hormonen! Auf gar keinen Fall! Das muss wirklich gut geprüft sein. Aber in dem Fall hat es uns geholfen.

Quiko bekam später Hormonimplantate. Ich glaube, ich würde heute andere Strategien nutzen, weil ich die Einflussfaktoren auf hormonelles Geschehen besser kenne und verstehe: Licht / Tagesdauer, Ernährung (vor allem Eiweiß), frische Äste, Gegenstände im Vogelzimmer, die Agas als Nistmöglichkeiten deuten usw.


Die schlimmen Fotos veröffentliche ich hier nicht....

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Vielleicht habt ihr ähnliches schon erlebt? :0-
 
Danke für diesen wertvollen Bericht!
Wir machen ja gerade ähnliches durch und es ist noch kein Land in Sicht.
Magst noch ein bisschen mehr erzählen? Über Eiweiß z. B.?
 
(Tierisches) Eiweiß spielt in der Zucht und Zuchtvorbereitung eine große Rolle. Da wohl häufig in Form von Eifutter.
Da können uns wahrscheinlich die Züchter gut aufklären. :0-

So vermute ich fast, dass das Angebot von Jogurt ebenfalls triebfördernd ist.

Ich weiß, dass alle der o.g. Faktoren zusammenspielen. Irgendwann in der Vergangenheit hatte ich viele Weidenzweige im Herbst angeboten. Wirklich viele! Ich fand das toll. Meine Agas auch. Wenn ich es recht in Erinnerung habe, waren gleich mehrere Hennen brutig. Seitdem gibt es auch frische Weide portioniert.

Oder die Tagesdauer. In Afrika haben die Agas etwa einen 12-Stunden-Tag. Eine regelmäßige Überschreitung fördert die Brutlust maßgeblich! Eine Vogelfreundin hatte das Problem mit ihren Agas. Es gab Zickereien ohne Ende. Nach Festlegung eines 12-Stunden-Tages legte sich der Stress und die Hennen konnten sich wieder entspannen.
Nymphensittiche sind ja auch sehr „familienfreundlich“ , das heißt brutlustig. Sie lassen sich sehr gut über die Tagesdauer korrigieren.

Oder nehmen wir das Thema Berührungen bei zahmen Vögeln. Auf gar keinen Fall darf der Vogel durch Berührungen an den Tretakt erinnert werden! Also sind Berührungen auf dem Rücken tabu.

Die sogenannten „Spielzeuge“ für Vögel, bei denen nestähnliche Bauten entstehen, können brutfördernd sein. Einige sind da unempfindlicher, andere geraten damit deutlich schneller in Brutlust.

Vielleicht fällt euch noch mehr dazu ein?
 
Zu Deinen Ausführungen kann ich nicht viel ergänzen.

Allerdings denke ich nicht nur die Tageslänge, auch die Helligkeit / Sonnenscheindauer spielen eine Rolle. Meine Rosenköpfchen stehen unter Tageslichteinfluss. Trotz ähnlichem Sonnenstand wie im November und Dezember scheint die hormonelle Lage bei dem idR offeneren Wetter im Januar und Februar bereits ganz ordentlich Fahrt aufzunehmen.

Bei mir gibt es ganzjährig nur entlaubte Zweige zum Nagen. Auch wenn bei Deinen Erfahrungen, liebe @Quiko, das Holz im Herbst eine große Rolle spielt, denke ich, dass auch das frische Gehölz in dem im Frühjahr der Saft aufsteigt und das dicke Blattknospen bietet für unsere Krummschnäbel ein zusätzlicher Trigger sein könnte.

Ob es Untersuchungen zu Verschiebungen von unsere Vögel 'anturnenden' Inhaltsstoffen im Holz im Laufe der Jahreszeiten gibt, ist mir unbekannt. Wie aber sieht es aus mit Gemüse? Eine gelagerte Möhre ist mit Sicherheit ernährungsphysiologisch anders aufgestellt als eine frisch geerntete aus dem Freiland.

Ja, an den 'Stellschrauben' von Ernährung und Tageslänge können wir ebenso etwas ausrichten, wie an Einladungen zur Familienplanung (Nistgelegenheit).
Das Genießen der morgendlichen und/oder abendlichen Sonnenstrahlen oder auch die Freude zwischendurch auf dem Balkon die Reize aus der Umgebung ganz anders wahrzunehmen und die volle UV-Breite abzubekommen, würde ich meinen Agaporniden nicht wirklich nehmen wollen.

Liebe Grüße :0-
 
Gerade die jungen Knospen nach der Winterruhe sind wichtig.
Sie enthalten alles an wertvollen Inhaltsstoffen was die Pflanze ausmacht.
Sollte man seinen Vögeln nicht vorenthalten.
Auch Sonne und Tageslicht ist wichtig und auch Äste mit Blättern.
Meine Vögel genießen die frische Luft und Sonne in vollen Zügen.
Ein Mangel macht die Tiere auf Dauer krank.
Blos weil mal ein Tier hormonell aus der Reihe tanzt wofür es sicher auch Gründe gab muß man noch lange nicht über reagieren.
 
Blos weil mal ein Tier hormonell aus der Reihe tanzt wofür es sicher auch Gründe gab muß man noch lange nicht über reagieren.
Überreagieren???

Ich hab auch so einen Fall hier sitzen, seit "schlappen" drei Jahren mache ich das nun mit meiner Henne durch...Tageslichtreduzierung, Reduzierung bis auf völlige Entfernung jegliches Schreddermaterial, Spielzeug, bei frischen Ästen werden abgeknabberte Rinde und Blätter in die Ecken des Vogelzimmers zum Nestbau geschafft u.s.w. u.s.w......alles versucht, alles erfolglos...eine frustrierende Situation für mich, für jeden Halter, der das ebenfalls erleben und durchmachen muss. Das ist Tag für Tag eine Herausforderung, die oft an den Nerven zerrt und hilflos macht........hat mit übertrieben absolut nichts zu tun!

Sowas unüberlegtes, unsachliches können nur Leute von sich geben, die nie in dieser Situation waren. :roll: Mensch, habt ihr ein Glück! :zustimm:
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe @Charlette,
selbstverständlich bekommen meine Rosenköpfchen im Frühjahr die dicken Knospen, ganzjährig frisches Holz, Tageslicht und Sonnenschein (auch draußen), Gemüse wird knackig vom Wochenmarkt geholt und nicht schlapp aus dem Discounter.

Leider kann ich meine Zwerge nicht für Grünzeug-Abenteuer begeistern wie Du Deine Erdbeerköpfchen. Meine schauen kurz, ob das fremde Zeug angreift, und da es das nicht tut, gehen sie hin um kurz zu testen, ob sich ein Fummel-, Nage- oder Spielspaß eröffnet und sind fertig mit dem Angebot. Bei den nächsten Kontakten erinnern sie sich scheinbar und zeigen sofort die kalte Schulter. Sehr schade!

ABER: ich bin in der glücklichen Lage, dass hormonell alles im Rahmen bleibt und es nicht zur Eiablage oder gar Schlimmerem kommt.
So lange alles in diesem händelbaren Bereich bleibt, mögen meine Hähne füttern, die Hennen nagen, alle ihr Revierverhalten ausleben und... - ja klar, das auch :zwinker:.
 
@Quiko ja hab ich gelesen. Ich hatte ja jetzt Ernalotte angesprochen weil ich den Eindruck hatte sie scheut sich wegen solcher Vorfälle Grünzeug anzubieten.
 
Charlette hat einfach das Glück zweier harmonierender, zufriedener Vögel. Ich beneide jeden darum.
Nur wer wirklich Probleme mit der Hormonentgleisung selber an seinen Tieren erfahren hat, kann den Ernst einer solchen Lage beurteilen. Wenn es bei Ginny die Hormone sind - was noch nicht gesichert ist - dann kann so etwas sogar lebensbedrohliche Ausmaße annehmen :traurig:
 
Bei hormonellen Störungen ist auch das Immunsystem mit betroffen und die Tiere werden anfälliger für Krankheiten. Wenn Tiere unter Testosteron stehen steigt das Stresshormon Kortikosteron. Das kann je nachdem wie hoch der Testosteronspiegel ist, Organschäden zur folge haben. Meine Pauline war vor 14 Jahren ein Opfer ihrer aus den Fugen geratenen Hormonproduktion. Ich würde so etwas nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen.
 
Meine Pauline war vor 14 Jahren ein Opfer ihrer aus den Fugen geratenen Hormonproduktion.
Opfer, ja, das ist die richtige Bezeichnung.
Elly, meine Henne, hat vor wenigen Tagen ihre Gelege verlassen, um nach einer winzigen Hoffnung nach Normalität, seit gestern wieder auf`s Neue mit dem Nestbau zu beginnen, ein ewiger "Teufelskreis" . Ich bin mehr als verweifelt, von den Sorgen und Ängsten um sie ganz abgesehen.

Entschuldigt, ich weiß es gehört nicht zum Thema, aber ich weiß nicht, wo sonst und mit wem ich mich sonst austauschem soll....könnt grad mal so richtig losheulen. :traurig:
 
Hallo Corinna,

das tut mir sehr leid! Das ist eine Belastung! :traurig:

Entfernst du das Gelege, wenn die Henne das verlässt?
 
Ja, mache ich. Elly hat die Angewohnheit, die Eier durchs Vogelzimmer zu katapultieren, dann weiß ich, dass ich die Eier entfernen kann. Ich muss den richtigen Zeitpunkt abwarten, sonst schafft sie die Eier wieder bei und setzt sich wieder drauf.....irgendwie alles so unnormal, wie ich finde.
 
Eine Freundin hat eine Rosenkopfhenne, die wochenlang auf den Eiern sitzt, viel länger als üblich.
Nach Absprache mit dem vk TA entfernt sie das Gelege nicht, weil die Henne zu dem alten Gelege keine neuen Eier hinzulegt.

Wenn ich das allerdings bei meiner Quiko so gemacht hätte, hätte sie neues Nistmaterial über das Gelege gelegt und ein neues Gelege darauf. Es funktioniert also wenn, dann vermutlich nur im Einzelfall.
 
Hallo liebe Corinna, ich weiß, wie verzweifelt du bist, ich habe einiges durchgemacht im Hinblick auf diese Situation. Du kannst dich erinnern, dass wir über Hormonbehandlung schon sprachen.
Ich kann gut nachvollziehen, dass deine Nerven blank liegen und man ist hilflos. Ich hatte gehofft, dass Elli sich irgendwie normalisiert aber es scheint ja wieder hoch zu zugehen bei dir. Tut mir unglaublich leid.
 
entfernt sie das Gelege nicht, weil die Henne zu dem alten Gelege keine neuen Eier hinzulegt.
Das wäre dann noch die allerletzte Maßnahme, die ich versuchen könnte.

Möchte jetzt Deinen Thread, liebe Elsbeth, nicht weiter mit meinen Problemen füllen. Nach einigen erfolglosen Gesprächen mit den Tä in Gießen, bezüglich verschiedener Hormontherapien, starte ich nun noch einmal einen neuen Versuch mit Ta Dr. Müller in Waldbreitbach, vielleicht hat dieser durch seine jahrelange Praxiserfahrung eine andere, bessere Idee bzw. Lösung für Elly und natürlich auch für uns.
Danke für eure lieben Worte und euer Verständnis.
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Corinna,

„mein“ Thread entstand unter Bezug auf aktuelle Themen. Ich hatte damals Glück, dass der zweite vk TA einen Weg gefunden hat.

Damals gab es noch nicht die Option, Schilddrüsenwerte bestimmen zu lassen. Beim Menschen hat die Schilddrüse großen Einfluss auf die Hormone, dazu kann die liebe @Ernalotte uns bestimmt mehr erklären.

Gestern las ich an anderer Stelle, dass Schilddrüsenwerte bei einem Nymphensittich bestimmt wurden und eine Behandlung erfolgte. Das war aber nicht im Kontext einer Bruttätigkeit.
Aber es wäre für mich heute eine Spur, die ich mit einem vk TÄ erörtern würde. Man kann ja nur versuchen in möglichst viele Richtungen zu denken….
 
Thema: Kurzer Erfahrungsbericht zur hormonellen Störung bei einem weiblichen Rosenköpfchen
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