"Lebendfangfalle" bedroht Eisvogel?

Diskutiere "Lebendfangfalle" bedroht Eisvogel? im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo, ich habe in Wäldern in unserer Nähe 2 Fallen gefunden, die lt. Aussage der Jäger Lebendfallen sein sollen (ca. 1 m lange Holzkästen mit...

  1. #1 Dieter1952, 12. März 2008
    Dieter1952

    Dieter1952 Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe in Wäldern in unserer Nähe 2 Fallen gefunden, die lt. Aussage der Jäger Lebendfallen sein sollen (ca. 1 m lange Holzkästen mit 2 Brettern, die wohl herunterklappen, wenn sich ein Tier darin befindet). Im oberen Bereich befindet sich allerdings jeweils eine Ratten-Schlagfalle (s.Abb.).
    Mir wurde von anderer Seite mitgeteilt, dass dort Einsvögel hineingehen und dann in der Falle zu Tode kommen.
    Heute wurde mir gesagt (wieder von anderer Seite), dass die Rattenfalle nur zum Auslösen der Lebendfalle verwendet wird und dann geschlossen (also ungefährlich) sei. Die Aussage, dass aber Eisvögel darin verletzt/getötet werden, stammt von einer Person, die ich als sehr zuverlässig und in keiner Weise hetzend kenne. Kann mir irgend jemand sagen, ob es irgendwo eine Beschreibung zu solchen Fallen und deren Funktion gibt. Vielen vielen Dank für Eure Mühe!

    Gruß
    Dieter
     

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  3. buteo

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    diese Konstruktion ist tatsächlich zum Auslösen der Lebendfalle gedacht....
    zumindest, soweit ich das auf dem Bild erkennen kann.
    Ich finde das allerding etwas bedenklich, das Teil ist ganz und gar nicht ungefährlich, weder für kleine Tiere, noch für spielende Kinder oder eben Jagdgegner, die das unschädlich machen wollen.
    Also in Hessen entspräche diese Falle auf keinen Fall den Vorschriften.
    liebe Grüße,buteo
     
  4. DaSi

    DaSi Hobbyorni

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    Bei solchen Fallen können viele verschiedene Tiere verletzt werden. Wenn die Falle keinen bestimmten Zweck hat (also das ein bestimmtes Tier gefangen werden muss) finde ich sowas sinnlos.
     
  5. DanielG

    DanielG Foren-Guru

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    Nun ja,

    in diesem Fall, wie abgebildet, dient die Rattenfalle als Fangschloß. Das heißt, die Bewegung des Schlagbügels wird dazu benutzt, über Seilzüge die Falltüren der großen (eigentlichen) Falle zu betätigen. Deshalb müsste auch in der Auslösezunge der Rattenfalle ein kleines Loch sein, durch das ein Draht oder eine dünne Schnur führt hin zur Auslösewippe innerhalb der großen Kastenfalle.

    Das ganze funktioniert dann so: das Tier, das gefangen werden soll (der Grösse nach Fuchs oder Waschbär) betritt die Falle und berührt die Auslösewippe. Dazu wird in der Regel ein Köder o.ä. auf der Auslösewippe befestigt. Durch die Bewegung der Auslösewippe wird der Draht oder die Schnur zur Rattenfalle hin gespannt, die Rattenfalle klappt zu und zieht die daran befestigten Seilzüge. Die Seilzüge betätigen die Falltüren der Falle.

    In der Rattenfalle, die lediglich als mechanisches Element dient, würde sich nur dann etwas fangen (wie z.B. der vermutmasste Eisvogel), wenn sich ein Köder in der Rattenfalle befinden würde. Das Gegenteil wird aber der Fall sein- man will ja nicht die Falltüren betätigen, wenn sich ein Tier nicht IN- sondern AUF der Falle befindet.

    Wenn man mit dieser Konstruktion einen Eisvogel versehentlich fangen wollte, müssten folgende Voraussetzungen vorliegen:

    Ein Eisvogel sitzt rein zufällig und ohne besonderen Grund (weil ja kein Köder da vorhanden...) auf der Kastenfalle herum, rein zufällig in der Reichweite des Schlagbügels der Rattenfalle. Justament zu diesem Zeitpunkt begibt sich ein Fuchs oder ein Waschbär in die Kastenfalle (ohne sich für den Eisvogel zu interessieren, der da geradezu vor der Nase sitzt und nicht flüchtet...) und macht sich an dem Köder zu schaffen, der da für ihn bereitliegt. Das natürlich ohne jedes Geräusch und ohne jede Erschütterung, um den obendrauf sitzenden Eisvogel nicht zur Flucht zu veranlassen. Der Fuchs löst die Wippe aus, die Wippe die Rattenfalle- und der Eisvogel, der zufällig immer noch da sitzt, ist hin.

    Ein solches Szenario scheint mir ziemlich unwahrscheinlich. Deshalb ist meiner Meinung nach die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Rattenfalle etwas fängt, gleich null. Und ein Eisvogel (wieso eigentlich Eisvogel und nicht Sperling oder Amsel???) sowieso nicht.

    idS Daniel
     
  6. buteo

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    das ist im Prinzip richtig, aber wie gesagt: Kinder oder sonstige Personen können sich da richtig dran verletzen.
     
  7. DanielG

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    Am Schlagbügel der Rattenfalle hängen zwei Seilzüge, und an diesen das Gewicht der Falltüren. Ich glaube kaum, dass dieser Schlagbügel noch genug Schmackes hat, um jemanden zu verletzen.

    Ausserdem wissen wir nicht, ob die Falle so offen herumstehen, wie auf dem Foto dargestellt. Ich hätte da auf jeden Fall eine Abdeckung darüber angebracht, schon damit herabfallendes Laub, Zweige oder Schnee o.ä. den Mechanismus nicht blockieren können.

    idS Daniel
     
  8. buteo

    buteo Foren-Guru

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    hätte ist gut, hier in Hessen ist das Vorschrift.
     
  9. #8 tellingstedt, 12. März 2008
    tellingstedt

    tellingstedt Stammmitglied

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    In Niedersachsen ist das auch Vorschrift-Fallen so aufzubauen das Dritte nicht verletzt usw werden können. Also abgedeckt oder verschlossen oder verbaut.
     
  10. #9 die Mösch, 12. März 2008
    die Mösch

    die Mösch Guest

    Vielleicht war die Falle auch richtig getarnt und wurde "freigemacht", um sie besser fotografieren zu können?
     
  11. eric

    eric Guest

    Was mich ein bischen irritiert, Die Mäuse/ Rattenfalle ist ja auf dem Bild gespannt. Dann müsten ja auch die Schnüre zu den Klappen gespannt sein, sonst passiert ja gar nichts wenn sie ausgelöst wird.

    Kapier das System noch nicht so ganz.

    Zum Risiko: Die Chance , dass da etwas versehentlich in die Mäusefalle tappt, ist schon seeehr bescheiden. Solche Schlagfallen standen schon in meiner Kindheit überall rum ohne dass es ein Problem gegeben hätte.( Ok für Mäuse wars schon ein Problem :D) Da haben wir als Kinder auch damit gespielt :D.
    Hab nur vor 30 Jahren mal erlebt, dass jemand einen Vogel gebracht hat, der den Köder aus einer solchen, aber bestückten, Mausefalle holen wollte.

    Den Zusammenhang mit Eisvögeln kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Ganz aus praktischen Gründen würd ich die Mausefalle, wie sie auf dem Foto benutzt wird, aber auch abdecken.
     
  12. #11 Dieter1952, 16. März 2008
    Dieter1952

    Dieter1952 Neues Mitglied

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    oh, oh, oh - da habe ich doch gar nicht so richtig mitgekriegt, dass schon so viele Antworten geschrieben wurden. Danke für Eure Hilfe! Ich selber habe aber folgende Bedenken gegen die Falle: Ich denke, dass Eisvögel ja nicht nur über einen Köder hier hereingelockt würde - bei deren Nahrungssuche sowieso sehr unwahrscheinlich, sondern ich könnte mir vorstellen, da es in der Nähe keine Steilwände gibt, dass der Eisvogel hier eher eine Brutröhre sucht und damit natürlich gefährdet wäre. Trotzdem noch einmal danke für Eure Beiträge.

    Gruß
    Dieter
     
  13. tun.

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    Fallen dieser Art, die im Wald aufgebaut sind, sind Folter- und Mordinstrumente und gehören entfernt.
    Auch wenn hier von einer Lebendfalle gesprochen wird, so wird das gefangene
    Tier auf jeden Fall getötet - so oder so.
    Es gibt keinen Jäger, der einen Fuchs leben läßt...

    Ich finde es furchtbar, Tieren mit Fallen nachzustellen und dazu noch andere
    Tiere in Gefahr zu bringen.
    Wie groß ist die Panik eines gefangenen Tieres?
    Wie schlimm der Hunger und der Durst, weil die Fallen manchmal erst nach langer Zeit kontrolliert werden?
    Wie viele Tiere werden tot aus den Fallen genommen?

    Ich bin überzeugt, daß die Geschichte mit dem Eisvogel stimmt, denn bei
    nicht korrekter Handhabung besteht die Möglichkeit, daß er sich im oberen
    Bereich verfängt...

    tun.
     
  14. DanielG

    DanielG Foren-Guru

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    Was ist denn das? Aufruf zu Straftaten?

    Gestern hat bei uns ein Pferd vor die Apotheke gekotzt.

    idS Daniel
     
  15. südwind

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    hallo,

    das ist schon ungeheuerlich. nur weil ein user seine Meinung widergibt, die niemanden persönlich angreift oder verwerflich erscheint, wird er sofort persönlich angegriffen und verdächtigt, zu einer straftat aufzurufen?

    ich sehe es auch so, dass fallen, die dazu dienen, mensch und tier, in gefahr zu bringen, überhaupt nicht benutzt werden sollten in einem wald, oder auf einer fläche, wo alle sich frei bewegen können.
     
  16. buteo

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    Liebe Südwind,
    nein es war keine Verdächtigung, sondern eine Frage: "Was ist das denn? Aufruf zur Straftat?"
    und die Frage ist einigermaßen berechtigt, da es nicht erlaubt ist, Fallen zu entfernen.
    Eine Straftat wäre es im Übrigen nicht, sondern eine Ordnungswidrigkeit.

    Ich finde es immer erstaunlich, wie emotional dieses Thema geführt wird.
    liebe Grüße,buteo
     
  17. südwind

    südwind Foren-Guru

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    eine verdächtigung bewegt sich immer im bereich von fragen. die frage scheint nicht berechtigt, denn es handelt sich um keine straftat, wie du ja schreibst, liebe buteo.

    danielg dürfte oder müsste als versierter jäger m.e. wissen, dass es sich um keine straftat handelt und so sollte mit derart emotionalen fragen nicht leichtfertig umgegangen werden.

    ausserdem hat tun mit keinem wort auch nur annähernd angedeutet, dass die fallen unrechtmässig entfernt werden sollten. dazu gäbe es sicher aureichend möglichkeiten, ganz legal von entsprechender seite, fallen, entfernen zu lassen.

    na ja, erstaunlich finde ich es nicht, eher menschlich.
     
  18. DanielG

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    Hallo buteo,

    Diebstahl ist gem. § 242 StGB sehr wohl eine Straftat.

    Ansonsten bewundere ich Menschen, die angesichts geballter Ignoranz und ....heit völlig emotionslos bleiben können.

    Da wird ein halber Thread lang sachkundig erklärt, wie und warum die abgebildete Fallenkonstruktion weder einem Eisvogel, noch einem Sperling oder einer Amsel gefährlich werden kann- und dann taucht doch wieder jemand auf, der sehr wohl glauben will (glauben heißt: nicht wissen...) dass da ein Eisvogel....

    Also ich kann da nicht mehr drüber hinweg. Mich regt so viel ....heit auf einmal schon auf.

    idS Daniel
     
  19. #18 Paloma negra, 20. März 2008
    Paloma negra

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    Mich regt eigentlich nur Ignoranz von Tierausbeutern, aus "Eigennutz" auf, die sich dann auch noch als "NATUR- und ARTENSCHÜTZER" bezeichnen. Man fragt sich immer, ob die die "Natur und Arten vor sich selbst schützen" wollen ... 8(

    Gerade gelesen: http://www.lr-online.de/regionen/sachsen/art1047,1973252

    "Noch nie so viele Jäger in Sachsen
    Pirna. In Sachsen gehen immer mehr Menschen auf die Jagd. 10 000 Männer und 500 Frauen haben derzeit im Freistaat einen Jagdschein, so viele wie noch nie. ..." !!!

    Auf wen werden die denn alle losgelassen :?:?:?

    DIE ARMEN TIIIEERRRREEE
     
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  21. DanielG

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    Nicht nötig. Wir sind selbst Bestandteil der Natur- der Mensch ist nicht als Alien vom Himmel gefallen (auch wenn diverse Religionen andere Thesen vertreten...).

    Unsereiner nutzt, was nachwächst. Wenn Tiere sowieso nicht ewig leben, dann kann man sie auch auf dem Zenit ihrer Lebenserwartung als Nahrung nutzen. Die Natur zumindest hat uns dafür konstruiert. Wären wir im Laufe der Evolution Grasfresser geblieben, hätte sich unser Gehirn nicht zur heutigen Leistungsfähigkeit entwickeln können (wozu auch- Gras rennt nicht weg...). Ausserdem wäre dann unser Darm 15 Meter lang und die Augen säßen wohl aussen am Kopf usw.usf.-

    aber das ist alles schon lang und breit in diversen Veganer.- Tierrechtler.- und Fundamentalisten- Foren diskutiert worden. Muss man nicht wiederholen.

    Wer seinen eigenen Verstand benutzen kann, der lässt sich nicht von Pseudo -Philosophen vollmüllen.

    idS Daniel
     
  22. südwind

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    elefanten sind auch leistungsfähig. wenn du schon von höckchen auf stöckchen kommst, danielg. oder meinst du, die menschlichen leistungen sind in der bewertung zur natur höher angesiedelt?
     
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