Luftsackmilben?

Diskutiere Luftsackmilben? im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hört sich wirklich gut an... heute morgen lag nämlich leider schon wieder einer der Vögel tot in der Voliere - um ihn herum eine Blutlache. Ich...

  1. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Hört sich wirklich gut an... heute morgen lag nämlich leider schon wieder einer der Vögel tot in der Voliere - um ihn herum eine Blutlache. Ich fürchte, dass ich die Vögel nur eine reelle Überlebenschance haben, wenn die Behandlung ohne jeglichen Stress erfolgt.
    Was mich jedoch immer noch ziemlich verwirrt ist, dass die Vögel anscheinend schon sehr stark von den Milben befallen sind, aber bisher keinerlei Anzeichen dafür gab. Okay, dass LSM sich oft erst nach Monaten bemerkbar machen ist schon klar, aber bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass es selbst dann noch nicht "sooo schlimm" ist und gut behandelt werden kann. Evtl. ist ausser den LSM ja noch etwas anderes im Spiel - habe die beiden verstorbenen Vögel vorsichtshalber mal zur Untersuchung weggeschickt.
    Ob man die Trinkwasser-Zugabe wohl auch mit Dectomax praktizieren kann? Ich weiss, dass Dectomax als Entwurmungsmittel für Meerschweinchen oral übers Trinkwasser zugeführt werden kann - aber kann ich das wohl auch bei den Kanarienvögeln, wenn ich das Verhältnis entsprechen abändere?
    Weiss einer wie Dectomax genau wirkt - ich werde aus dem medizinischen Kauderwelsch des Herstellers nicht richtig schlau... :traurig:
    Ansonsten probiere ich es wohl mal mit Ivermectin, vorausgesetzt ich bekomme es irgendwo. Die Injektionlösung von Ivomec kann ich ja wohl nicht nehmen? Einen Versuch ist es wert, die Vögel scheinen ohnehin schon "Todeskandidaten" zu sein (klingt hart, ich weiss - aber ich versuche es realistisch zu sehen, auch wenn's mir schwerfällt :( ). Aber erst mal warte ich jetzt auf den Laborbefund.
     
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  3. #22 Rucola, 3. September 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. September 2005
    Rucola

    Rucola Guest

    Hm, was mich etwas wundert, ist die Blutlache und auch bei dem anderen Vogel, der Dir ins Netz flog, das Blut, was sofort aus dem Schnabel floß.

    Ich weiß nicht, hat das schon mal jmd. im Zusammenhang mit Luftsackmilben gehabt/gehört/gelesen?


    Kannst Du schon, bzw. müßtest Du für die Trinkwassermethode. Leider ist es hier in Deutschland nicht erhältlich.

    Bei dem hier erhältlichen Spot-On- Ivomec ist jedoch Propylenglykol das Lösungsmittel, welches nicht oral aufgenommen werden darf (vgl. den von Hilli angebenen Link).

    Ich würde aber auf jeden Fall auf den Laborbefund warten, sofern Dir die Zeit nicht davon rennt.
     
  4. #23 Rucola, 3. September 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. September 2005
    Rucola

    Rucola Guest

    Ich würde von solchen Versuchen die Finger lassen!

    Es bewirkt an den Nervenzellen von Nematoden, Arachniden und Insekten eine Zunahme der Membranpermeabilität (= Erhöhung der Zellmembrandurchlässigkeit) für Chloridionen und dadurch eine Störung der Erregungsleitung, was zum Tod des Parasiten führt.

    Sprich: = Nervengift
     
  5. Alexandros

    Alexandros Foren-Guru

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    Hallo GipsyAs,

    ich würde Rucola zustimmen, das mit dem Blut ist merkwürdig. Normalerweise leidet ein Vogel der von LSM befallen ist eher unter Blutarmut. Speziell wenn die Vögel schon längere Zeit befallen sind. Denn die Milben saugen dem Vogel ja das Blut aus.
    Ich würde tatsächlich an deiner Stelle jetzt erst mal den Befund des Labors abwarten, bevor ich weitere Schritte einleite.
    Darf man fragen wieviele Vögel du hältst bzw eventuell betroffen wären ?


    Gruss Alexandros
     
  6. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Ja, das mit dem Blut kam mir ja auch von Anfang komisch vor - deswegen hatte ich den Thread ursprünglich auch eröffnet... Aber die mögliche Erklärung eines befreundeten Züchters mit dem Lungenbefall und evtl. Gewebezerstörung wäre u. U. einleuchtend. Aber ich werde jetzt wohl auch erst mal den Laborbericht abwarten. Die Vögel zeigen momentan keine bis wenige Symptome (aber so war's ja vorher auch).
    In der betreffenden Voliere befinden sich 18 Vögel - die meisten davon Jungvögel von diesem Jahr.
    Meine anderen Ziervögel (Pennantsittiche und weitere 50 Kanarienvögel) sind in weiter entfernten Aussenvolieren untergebracht und hatten keinen Kontakt.
     
  7. #26 Alfred Klein, 4. September 2005
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Also, Ivermectin ist die Wirksubstanz von Ivomec. Da gibts keinen Unterschied. Außerdem ist Ivomec keine Injektionslösung sondern eigentlich für Spot-on konzipiert.
    Im Gegensatz dazu ist Dectomax (Wirkstoff Doramectin) tatsächlich eine Injektionslösung. Du bist also gewaltig auf dem Holzweg mit Deinen Annahmen.
    Außerdem gehört Dectomax genau so wie Ivomec zur Gruppe der Avermectine. Der Unterschied ist also nicht allzu groß.
     
  8. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Hallo, Alfred.

    Ich weiss schon, dass Ivermectin der Wirkstoff von Ivomec ist - bin ja nicht blond ;) . Allerdings gibt es Ivomec in verschiedenen Darreichungsformen, auch erhältlich in Deutschland (über eine in Holland ansässige Firma) - als Pour-on, als Paste (Entwurmung von Pferden) und eben Ivomec Inject 1%.
    Allerdings enthält auch diese Injektionslösung Propylenglycol; deshalb bin ich etwas verwirrt...
    Auch ist mir bekannt, dass Dectomax als Injektionslösung erhältlich ist und eben bei Meerschweinchen oral verabreicht werden kann. Da beide Stoffe(Ivermectin und Doramectin) eine fast identische Wirkungsweise haben, bin ich ja überhaupt erst auf die Fragestellung gekommen, ob das ganze wohl auch mit Dectomax praktiziert werden könnte...
    Irgendwie weiss ich jetzt gar nicht, warum ich auf dem Holzweg sein sollte... :idee:
    Aber ich möchte meine Vögel ohnehin nicht als Versuchstiere gebrauchen - die Trinkwasser-Zugabe von Ivomec würde ich allerdings nicht als Versuch ansehen, da sie sich schon bewährt hat. Aber wie bereits gepostet, ich warte ohnehin erstmal den Laborbefund ab, bevor ich die Vögel in welcher Form auch immer weiterbehandel.
     
  9. #28 Rucola, 4. September 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. September 2005
    Rucola

    Rucola Guest

    Hallo Gipsy,

    Du bist nicht auf dem Holzweg. Wie ja schon zigmal erwähnt gibt es hier in Deutschland für Vögel Ivomec (Lösungsmittel: Propylenglycol) zur topischen Anwendung (Spot-on) und im europäischen Ausland und in Amerika auch das Ivermectin als Injektionslsg. (wird zur oralen Gabe mit Wasser verdünnt).

    Vgl. hier (unter Dosierungen, vorletzte Tabelle):

    Aber davon mal ab, irgendwie glaub ich nicht so recht an LSM in Deinem Fall.
    Gib doch dann bitte mal den Befund kund, das würde mich jetzt interessieren, was sie nun haben.
     
  10. Alexandros

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    Hallo GipsyAs,

    Rucola kam mir jetzt zuvor und hat es sicherlich besser erklärt als ich.

    Bei allen Berichten und Auswertungen, die ich gefunden hab, wird bei Doramectin immer wieder darauf hingewiesen, das es sich um ein Mittel zur WURMBEKÄPFUNG handelt. Während das Ivermectin eben zur Milben und Zeckenbekämpfung verwendet wird.


    Gruss Alexandros
     
  11. Hilli

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    hallo

    ich habe in einem anderen Forum gelesen das ein Zeichen von Luftsackmilbenbefall auch das nicht mehr singen gehört. Die Hähne würden Tonlos singen, also man sieht das sie singen , hört sie aber nicht. Stimmt das ? Habt ihr auch so schon Luftsackmilben bemerkt? Können dann, egal welches Geschlecht , die Kanarien keinen Ton mehr abgeben?
     
  12. Polo

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    Ja, das kann ich bestätigen.
    Wir hatten diesen Fall bei Tweety, er hat versucht zu singen aber es kam kein einziger Ton heraus. Anfangs wurde er immer leiser bis hin zum völligen Stimmverlust.
     
  13. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Ja - gerade der zuerst verstorbene Kanarienvogel hat keinen Pieps von sich gegeben.
    Da aber auch meine anderen Hähne (in der anderen Voliere) wegen der Mauser zur Zeit nicht singen, teilweise gar keinen Laut von sich geben, habe ich mir da gar nichts bei gedacht... :(
    Erst als jetzt einige wieder mit dem singen anfingen, habe ich beobachtet, dass dieser Vogel ebenfalls singen wollte, also die Bewegung, das Rollen der Kehle, war da; aber es kam kein Ton raus... Am selben Tag sind mir dann die vereinzelten Hustengeräusche und ein leichtes Schwanzwippen einiger Vögel aufgefallen - daraufhin hatte ich ja den Verdacht auf LSM und bin sofort zum TA.
     
  14. Hilli

    Hilli Foren-Guru

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    aha und wie war das mit den Hennen? Quaseln sie noch? oder ist da auch völlige Stille?
     
  15. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Also meine Hennen quassel wie die Weltmeister ;)
    Ich nehme das jetzt als gutes Zeichen... vielleicht sind sie wenig oder gar nicht von LSM befallen.
     
  16. Hilli

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    das wünsche ich dir , das sie alle ok sind. :trost: Es tut mir leid das du wieder einen Kanarie verloren hast.
    Meine sind heute schon fast am singen , sie sitzen gemütlich rum und zwitschern.
     
  17. Alexandros

    Alexandros Foren-Guru

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    Hallo GipsyAs,

    hast du deine Vögel inzwischen 1mal oder 2mal gegen Luftsackmilben behandelt. Denn wie ich deinem 1.Beitrag entnehme wurden alle betroffenen Vögel bereits vor ca. 8 Tagen das erste Mal mit Spot-on Methode behandelt. Leider ging nun, im Stress um die verstorbenen Vögel, unter ob du auch die zweite Behandlung durchgeführt hast. Ich denke du solltest dies nicht aus den Augen verlieren. Keine Kritik nur ein Hinweis. ;-)

    Gruss Alexandros
     
  18. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Hab die zweite Behandlung natürlich zu Ende geführt :zwinker: - deshalb werde ich jetzt auch die letzte noch mit Dectomax machen. Aber das mit dem Ivomec behalte ich mir auf alle Fälle mal im Hinterkopf... Man kann ja nie wissen.
     
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  20. GipsyAS

    GipsyAS Guest

    Hallo,
    für die, die es interessiert - ich habe heute die Ergebnisse der Sectio bekommen: beide Vögel waren sehr stark von LSM befallen (allerdings weniger im Kropf, auffallend stark aber in der Lunge), desweiteren wurden Tuberkulose-Erreger in den Lungen festgestellt, eine vergrösserte Milz (Ursache aber unbekannt) und erhöhte Blei- und Zink-Werte im Blut, die jedoch noch im "grünen Bereich" lagen. Todesursache war auf jeden Fall eine innere Blutung, welche auf die Zerstörung des Lungengewebes infolge der Tuberkulose und des LSM-Befalls zurückzuführen war...
    Gleich heute morgen ist der TA zu mir rausgekommen und hat sich den Befund und die restlichen Vögel angeschaut. Er kann es gar nicht glauben, dass die Kleinen alle recht fit wirken - lediglich leichte Atemprobleme sind optisch festzustellen. Eigentlich müssten sie sich die Lunge aus dem Hals husten, denn das alle Vögel betroffen sind, steht ausser Frage. Hab da wahrscheinlich ein paar aussergewöhnliche Kämpfernaturen erstanden!
    Mogen werde ich die 3. LSM-Behandlung durchführung, dann werden die Kanarienvögel ein paar Tage mit Vitamintropfen und Aufbaunahrung gestärkt. Mitte nächster Woche müssen wir dann eine Antibiotika-Behandlung in Angriff nehmen - eine mind. 1wöchige Kur! Ich hoffe, dass ich die Kleinen alle durchbringe... Der sog. "Züchter" von dem ich sie erstanden habe (ich hatte ja schon gepostet, dass ich sie aus unmöglichen Haltungsbedingungen herausgeholt habe) ist übrigens zwischenzeitlich aus allen Zuchtverbänden ausgeschlossen worden und der Tierschutz ist informiert worden - die haben bei ihm noch weitere verwahrloste Tiere gefunden (Kaninchen und Ziergeflügel).
     
  21. Rucola

    Rucola Guest

    Hallo Gipsy,

    vielen Dank für Deine ausführliche Berichterstattung. Sowas ist immer sehr wertvoll hier im Krankheitenforum!

    Nun ist ja auch das mit den Blutlachen klar.
    Tut mir wirklich leid für Deine Vögel und für Dich.
    Ich finde es wirklich sehr bewundernswert, dass Du die Vögel dort weggeholt hast.
    Das der Züchter aus dem Verkehr gezogen wurde ist sehr gut, ich hoffe sehr, dass er nie wieder Tiere halten darf. Ätzend diese schwarzen Schafe :k !
    Gott sei Dank gibt es auch verantwortungsvolle Züchter!

    Viel Erfolg für die Behandlung und alles Gute!
     
Thema: Luftsackmilben?
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