Lungenmykose (Aspergillose) in Verbindung mit Hepatitis

Diskutiere Lungenmykose (Aspergillose) in Verbindung mit Hepatitis im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo und guten Tag zusammen, jetzt lese ich schon längere Zeit in diverseb Foren "leise" mit, vor allem bei den Wellis und Kathis. Ich, besser...

  1. #1 Michael_Rink, 11. Januar 2003
    Michael_Rink

    Michael_Rink Guest

    Hallo und guten Tag zusammen,

    jetzt lese ich schon längere Zeit in diverseb Foren "leise" mit, vor allem bei den Wellis und Kathis. Ich, besser wir, haben zur Zeit 8 Kathis und 7 Wellis in einer Gemeinschaftsvoliere. Der Grund warum ich aus dem "Schatten" trete ist leider sehr traurig: Bis vor 8 Tagen hatten wir noch 9 Kathis. Leider ist unsere kleine "Spanierin" Daisy (kam über Kölle vom Loro Parque) am 2. Januar gestorben. Innerhalb von nur zwei Tagen nach den ersten Symptomen: Schwanzwippen und nahezu Verlust der Stimme. Unser Tierarzt diagnostizierte auf Verdacht einen Lungeninfekt und wollte noch mit Antibiotika behandeln. In dieser Nacht verstarb Daisy. Sie war noch nicht einmal ein Jahr alt und bis zur Silvesternacht putzmunter.
    Da wir wegen unseren anderen Vögeln sehr besorgt waren (sind), haben wir uns zur Obduktion in einem Fellbacher Institut entschlossen. Heute kam das Ergebnis: Lungenmykose in Verbindung mit Hepatitis. Wie ich mittlerweile weiss kann ich Lungenmykose mit Aspergillose quasi gleichsetzen. Wir fragen uns nun aber auch was es mit der Hepatitis auf sich hat. Ist dies eine Begleitung der Aspergillose oder hat gar die vorhandene Hepatitis die Aspergillose, durch herabsetzung des Immunsystems erst möglich gemacht?. Falls ja: Wie kann ein Vogel Hepatitis bekommen?
    Bezüglich der Aspergillose wissen wir nicht wie diese zustande kam, können nur vermuten in Richtung verpilztes Futter und Obst, wobei Gottseidank offenbar nur Daisy erkrankte, denn alle anderen Vögel zeigen bislang keine Symptome. Macht es trotzdem Sinn die anderen vorsorglich irgendwie zu behandeln? Wenn ja: Wie und Womit? Natürlich werde ich am Montag auch unseren Tierarzt mit den Fragen löchern, ABER der ist leider kein Spezialist bei Vögeln. Im übrigen wäre die vorgeschlagene Antibiotikabehandlung in diesem Fall ja auch wohl völlig verkehrt gewesen, hätte das pilzwachstum womöglich noch verstärkt, aber dies hat ja nun leider keine Rolle mehr gespielt.

    Danke vor ab zu euren Meinungsäußerungen und Grüße

    Michael
     
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  3. piaf

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    Hallo Michael,

    das ist ja eine traurige Sache!

    Die Hepatitis ist hier eindeutig als Folge der Aspergillose anzusehen.
    Diese im Luftwegsbereiche angesiedelte Art des Pilzes Aspergillus produziert als Stoffwechselgift Aflatoxin, das im Falle von Daisy zunächst einen Entzündung des Lebergewebes (Hepatitis ) verursachte mit der Folge einer Nekrose (lokal zerstörtes Gewebe) und letztlich einem Versagen der Leberfunktion.

    Soweit mir bekannt ist das Schwanzwippen eine typisches Symptom für diese Krankheitsfolge. Dass nicht alle Vögel betroffen sind, hängt von dem Zustand des Immunsystemes des Einzeltieres ab, also sind sehr junge/sehr alte/kranke Tiere auch von einem schwereren Krankheitsverlauf betroffen.
    Untereinander ansteckend ist die Aspergillose nicht. Wenn der Streuherd des Aspergillus sich aber in Eurer Wohnung befindet , ist ein Pilzbefall, wenn auch vielleicht nicht so heftig , bei allen Tieren wahrscheinlich.
    Futtermittel/Blumen sind da Suchbereich 1. Wahl.

    wirklich traurig, Du solltest die anderen Tiere sofort untersuchen lassen, bis dahin in jedem Fall ihr Immunsystem mit Vitaminen stützen.

    Ein Antibiotikum wäre bei der Diagnose mit Schwung nach hinten losgegangen, da es dem Pilz erst richtig die Basis zur Ausbreitung gegeschaffen hätte

    take care

    gruß piaf
     
  4. #3 Michael_Rink, 12. Januar 2003
    Michael_Rink

    Michael_Rink Guest

    Hallo Piaf,

    Ich bin nicht so sicher, ob ich mit den anderen wirklih zum Tierarzt soll, denn es sind 15 Volierenvögel und die sind nicht zahm. Also das würde für die Vögel einen großer Stressfaktor sein. Leider habe ich wohl keine Chance, dass der Tierarzt hier bei uns einen Hausbesuch in Erwägung ziehen wird.

    Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich erst beim allerersten ANzeichen einer weiteren Erkrankung gehen sollte.

    Natürlich habe cihd as Futter zunäcsht einmal weggeworfen und die Voliere gründlich gereinigt. Im übrigen beziehe ich das futter über futterkonzept und auch nicht in allzu grossen Mengen, so dass es eigentlich keine Lagerprobleme geben dürfte. Ich bin ziemlich sicher, dass das Körnerfutter o.k. war.

    Ich habe da schon eher mittlerweile die Vogelmiere in Verdacht. Obwohl auch hier zumindest kein sichtbarer Schimmelbefall festzustellen war. Wenn es die Vogelmiere war, ist das megaschade, denn da sind alle wild drauf, aber nochmal will ich es natürlich auf nichts mehr ankommen lassen.

    Nun habe ich mir auch schon einen Luftwäscher mit Hepa-Filter speziell für Allergiker besorgt.

    Gruss Michael
     
  5. piaf

    piaf Foren-Guru

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    Hallo Michael,

    verständlich, dass Du mit Deiner Mannschaft schwerlich zum TA kommst, ganz abgesehen von dem Stress für alle Beteiligten. Nein, das meinte ich auch nicht, mir ging es eher um etwas schwächere Tiere, sofern vorhanden.
    Rechtzeitig zum TA zu kommen, falls ein Tier Symptome zeigt, ist nämlich zeitlich knapp, zügig wie der Krankheitsverlauf ist.
    Aber es ist auch nicht sinnvoll, vorbeugend Nystatin oder ähnliches zu geben, also würde ich an Deiner Stelle die Abwehrkräfte aller mit Nahrungsergänzungsmitteln stärken, die Luftfeuchtigkeit unbedingt hoch genug halten und nochmals auf Verursachersuche gehen. Schimmelsporen können überall in den Futtermitteln sein, gerade im Körnerfutter, das bleibt dem Auge erstmal verborgen.
    Hilft nur den Volierenbereich(Boden etc.) so trocken wie möglich zu halten bei gleichzeitiger hoher-->arttypischer Luftfeuchtigkeit. Zu trocknen Luft läßt die Schleimhäute trocken-rissig werden, was einen Pilzbefall erleichtert, feuchter Volierenboden hingegen läßt Schimmel in warmer Umgebung so richtig spriessen. Am besten wäre auch Zimmerpflanzen, sofern vorhanden, mit neuer Erde zu versehen bzw. auf Abstand zu den Vögeln zu stellen.

    Langfristig gesehen, wirkt jedenfalls nur die Stabilität des Immunsystems der Tiere gegen Pilzattacken, auch nach einer eventuellen Behandlung beim TA.

    In den anderen Forenecken hast Du bestimmt auch schon viele SittichInsiderTipps bekommen, hoffentlich hilft alles zusammen ein wenig.
    Ach ja, betreff Vogelmiere glaube ich, Du hättest da die größte Chance gehabt den Schimmel zu erkennen, wenn er sich auf dem feuchten Grün ausbreitet. Sehe ich also weniger als "Täter" an

    Viel Glück Piaf

    ach eines noch, das "Schwanzwippen" und "Stimmlosigkeit" sind die deutlichsten Anzeichen für eine Aspergillus-bedingte Atemnot
     
  6. #5 Michael_Rink, 14. Januar 2003
    Michael_Rink

    Michael_Rink Guest

    Hallo Piaf,

    leider habe ich das mit den zwei eindeutigen Symptomen genau einen Tag zu spät in einem Buch über Naturheilmittel für Vögel gelesen. Wir haben hier zuerst unsere Bücher und Literatur zu Katharinasittichen und Grossittichen allgemein und natürlich im Internet durchforstet, aber nirgendwo stand dass die zwei Symptome ganz klar auf eine Pilzerkrankung hindeuten. Die vorhandene Literaur über Kathis ist sowieso im Grossen und Ganzen zum Wegwerfen, aber dass haben andere hier bzw. im entsprechenden Forum auch schon festgestellt.

    Tja bis eben auf dieses eine Buch. Ich frage mich, ob eine schnelle behandlung mit einem "Pilzmittel" noch geholfen hätte. Allerdings ging alles einfach rasend schnell. Ich komme nicht von dem Bild weg, wie ich sie morgens aufgefunden habe. Gegen 4 Uhr früh wurde ich wach, schaute nach ihr und es ging ihr sehr schlecht, bin dann ca. 2 h bei ihr gewesen bevor ich nochmal ins Schlafzimmer ging und um 8 Uhr schließlich fand ich sie tot und es war ziemlich schlimm, denn unverkennbar war sie erstickt. So ein Bild wünsch ich keinem.

    Als wäre der Tod allein noch nicht perfide genug...Ich hatte ja glaub schon angedeutet, dass Daisy aus der Zuchtstation des Loro Parque stammte. Da bekommt man/frau in der Regel eine Art Geburtsurkunde beim Erwerb und bei uns war aus irgendeinen Grund die Urkunde beim Kauf im letzten Frühjahr nicht da...Jedenfalls bekamen wir sie kurz vor Weihnachten zugeschickt. Wir haben uns sehr gefreut und ich weiss noch wie meine Freundin gleich damit zur Voliere ist und das Papier Daisy "gezeigt" hat... Weil wir zunächst an unsere anderen Vögel denken mussten und eben alles so rasch ging, kommt die Trauer jetzt erst richtig... Tage später.

    Gott sei Dank zeigen sich nach wie vor keinerlei Symptome bei den anderen. Jetzt müssen wir uns konkret Gedanken machen, wie es mit dem Partner von Daisy weitergehen kann. Er soll ja nicht allzu lange alleine bleiben.

    Gruss Michael
     
  7. piaf

    piaf Foren-Guru

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    Hallo Michael,

    ich weiß wie sich solch ein Bild im Kopf verankert, es taucht immer wieder auf, egal woran Du sonst denkst.
    Aber zum Glück gewinnt dann irgendwann wieder die schöne Erinnerung die Oberhand und genau so solls auch sein.

    Du /Ihr konntet doch wirklich nicht mehr tun als Ihr schon getan habt. Vielleicht war sie auch schon krank, ein wenig ziehst Du das ja in Erwägung.
    Aber egal, Daisy hatte eine schöne Zeit bei Euch und Ihr werdet in ihrem Sinne auch wieder Freude an einer kleinen anderen Sittichdame habe.

    Ich habe oft Tiere, die schon krank oder kränkelnd sind, aber jeder Tag war/ist es wert, jeder einzelne


    Gruß piaf
     
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