Macrorhabdiose bei Kakadu?

Diskutiere Macrorhabdiose bei Kakadu? im Kakadus Forum im Bereich Papageien; Hallo Ihr, hat jemand von Euch schon einmal etwas von einem mit Macrorhabdiose (früher auch Megabakteriose oder going-light-syndrome)...

  1. Brigitta

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    Hallo Ihr,

    hat jemand von Euch schon einmal etwas von einem mit Macrorhabdiose (früher auch Megabakteriose oder going-light-syndrome) infizierten Kakadu gehört?

    Ich dachte bis dato, dass diese Krankheit nur Wellensittiche, Unzertrennliche u.ä. befällt.

    Nun ist eine solche Diagnose im Bekanntenkreis aufgetreten. Der Kakadu hat vor einem Jahr seine Partnerin verloren -> Todesursache der Partnerin angeblich PDD.

    Nun ist bei dem jetzt wegen der PDD Diagnose bei der Partnerin einzeln gehaltenen Triton der Hefepilz Macorhabdus ornithogaster festgestellt worden. Eine Untersuchung im letzten Jahr nach dem Tod der Partnerin auf PDD war damals ohne Befund -> Röntgenbild unauffällig.

    Nun magert der Vogel bei gutem Appetit ab, jedoch bisher kein Erbrechen oder Ausscheiden von unverdauten Körnern. Nur der Kot ist auffällig, er ist immer mit der Ausscheidung von sehr viel klarem "Wasser" verbunden, obwohl das gesetzte Häufchen dann nach dem Verschwinden dieses klaren "Wassers" ganz normal aussieht. Der Kakadu trinkt auch viel.

    Blutuntersuchung und Kotuntersuchung ergaben keine weiteren auffälligen Befunde, nur eben diesen Macrorhabdus ornithogaster.

    HHat jemand von Euch Erfahrung, wie man jetzt damit umgeht? Umstellung auf Weichfutter? Kochfutter?

    Neue Verpartnerung möglich? Wie sieht es mit Ansteckung bei Kakadus bei diesem Pilz aus aus?

    Gruß
    Britta
     
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  3. Jots

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    Der Erreger der Erkrankung ist ein stäbchenförmiger Pilz und wird nicht durch Bakterien verursacht.

    Hauptsächliche Übertragungswege: Schnäbeln und Füttern des Partners, Aufnahme von infizierten Trinkwassers und Kotes.

    Besonders empfänglich sind Tiere, die unter Stress: Futterumstellung, Verlust des Partners, Hinzusetzen eines neuen Partners usw., leiden.
    Ich kenne dies nur bei Wellis und hab keine Erfahrung im Bereich Papageien sammeln können. Die Gabe von Apfelessig (1 Tropfen ins Trinkwasser) wirkt pilzhemmend, aber ACHTUNG: nicht über einen längeren Zeitraum geben (höchstens 14 Tage).

    Leider kann ich auch nicht mehr Info geben, würde dies aber mit einem TA besprechen.

    LG
     
  4. Pico

    Pico Chefin einer Chaotenbande

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    Mehr dazu >>>HIER und >>HIER

    Vor einigen Jahren hieß es auch das hauptsächlich Kakadus an PBFD erkranken würden..heute weiß man mehr.

    Wieso angeblich?

    Siehe den eingefügten links

    Denke, die Frage beantwortet sich von selbst bei einer ansteckenden Krankheit.
     
  5. Brigitta

    Brigitta Stammmitglied

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    Hallo Ihr,

    die genannten links kannte ich schon, jedoch wird in ihnen - wie fast überall - auch immer von Wellis, Nymphis und Unzertrennlichen gesprochen.

    Ich möchte gerne Kontakt zu jemandem, der Erfahrung mit dieser Krankheit bei KAKADUS hat und und mit dem man sich tatsächlich über die Krankheitsschübe, den täglichen Umgang damit u.ä. austauschen kann. Die TA-Infos liegen ja vor, bleiben aber doch eben "theoretisch".

    Wieso "angeblich" PDD?:

    Hatte vor 30 Jahren ein Papagei Verdauungsprobleme, so hatte er lt. den TA's Kropfentzüdung. Das war damals die Standdarddiagnose!

    Hat ein Papagei heute Verdauungsprobleme, hat er oft PDD! Ist wohl heute die Standarddiagnose - zumindest wenn das Röntgenbild die entsprechende Möglichkeit zu dieser Diagnose hergibt.

    Habe selbst einen Vogel, der lt. Röntgenbild von vor 2 Jahren PDD hatte, das letzte Röntgenbild von diesen Jahr mit nachfolgender Kontrastmitteluntersuchung und drei Aufnahmen im Abstand von jeweils einer Stunde zeigt, dass hier eine Art "spontane Selbstheilung" stattgefunden haben muss. PDD ist jetzt nämlich weg!

    Gruß
    Britta
     
  6. Pico

    Pico Chefin einer Chaotenbande

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    Hallo Brigitta,

    :~

    PDD vor 30 Jahren...vor 30 Jahren gab es auch noch kein Aids bzw. so gut wie nix darüber bekannt.

    Inzwischen ist die Medizin auch in Sachen PDD weiter.

    Das PDD heute nicht mehr nur anhand eines Röntgenbildes und Kontrastmittel 100%ig diagnostiziert werden kann und es anhand von Röntgenbilder die einen erweiterten Drüsenmagen vorweisen können noch lange nicht aussagt das es sich wirklich um PDD handelt, ist eigentlich inzwischen allgemein bekannt. ;)

    PDD kann inzwischen zu 80% durch eine Kropfbiopsie festgestellt werden.

    Hierzu gibt es auch Berichte

    >>mehr zu PDD

    Und meine Aussage zu "angeblich an PDD verstorben" sollte eigentlich hinterfragen wieso es nur angeblich war.

    Eine Obduktion des Tieres hätte hierzu Aufschluß geben können.
    Wenn mir ein TA so eine Diagnose an den Kopf knallt und die Diagnose zu Lebzeiten am Vogel nicht wenigstens diese 80 % Gewissheit untermauert hätten, wäre für mich eine Obduktion erste Priorität.

    Fakt ist: Nur weil eine Krankheit bei bestimmten Vogelarten häufiger bzw. vorangig auftritt, heißt das noch lange nicht, das andere Vogelarten davon ausgeschlossen sind.

    Fakt ist auch: Halte ich einen Vogel mit einer ansteckenden und ausgebrochenen und auch tödlich verlaufenden Krankheit so sollte man von einer Verpaarung Abstand nehmen, es sei denn man findet einen Vogel, der gleichen Symptome und Verlauf aufweist.
     
  7. lady-li

    lady-li Banned

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    Ich habe zwar keine Kakadus, aber ich habe mich gerade mit dem Thema befasst, weil ich nach Erkrankungen gesucht habe, die eventuell vom Menschen auf den Vogel übertragen werden.
    Einige Halter lassen noch immer Papageien aus ihrem Mund fressen, wobei Krankheiten übertragen werden können.

    Macorhabdus ornithogaster ist ein Pilz, der normalerweise durch körpereigene Bakterien in Schach gehalten wird.
    Deshalb wäre es sinnvoll, die Darmflora Deines Kakadus mit PT12 oder Bird Bene bac zu stärken.

    Hier noch zwei interessante Links :

    http://www.birds-online.de/gesundheit/gesinfektion/gls.htm

    http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=993335365&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=993335365.pdf
     
  8. Pico

    Pico Chefin einer Chaotenbande

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    Da ich eigentlich recht belesen bin und ich schon von Berufswegen großes Interesse an unerforschten bzw. unheilbaren Krankheiten habe, habe ich mich diesbzgl. mit Dr. Britsch aus Karlsruhe in Verbindung gesetzt.

    Wie oben erwähnt....die beiden Ärzte haben sich viel mit diesen Krankheiten auseinander gesetzt-zwangsläufig auch durch ihre Arbeit in ihrer Praxis.

    Dr. Britsch hat mir gestattet seine Stellungnahme zu veröffentlichen.

    Hallo Frau Haller,



    Megabakterien kann bei vielen Vögeln finden, vom Vogelstrauß , über den Graupapageien bis hin zum Wellensittich und zu den Finken. Gesundheitliche Probleme haben wir jedoch bei Sittichen und Finkenvögeln, nicht bei Großpapageien!!! Ein typisches Beispiel dafür dass ein und derselbe Erreger bei unterschiedlichen Wirtstieren andere Folgen hat. Das ein Graupapagei oder ein Kakadu an Megabakterien erkrankt halte ich für so abwegig, dass ich das nicht glauben kann. Es bedeutet nicht dass der Erreger dort nicht vorkommt, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass dieser Erreger beim Kakadu keine gesundheitliche Schäden verursacht. Das wäre jedenfalls der erste Fall der bekannt würde und bei den vielen pathologischen Untersuchungen die täglich gemacht werden, währen vergleichbare Fälle auch schon aufgefallen und publiziert worden. Ich halte PDD für wahrscheinlicher. Übrigens: Ein Papagei mit PDD wird leider, soweit wir das bislang sagen können, nicht mehr geheilt. Er kann sich erholen, wir haben auch viele dieser Fälle schon erfolgreich behandelt. Leider bleibt er aber immer Rückfallgefährdet und leider auch eine potentielle Gefahr für Kontaktvögel. Ich kenne Fälle von PDD diagnostizierten Tieren, die nachweislich seit über 20 Jahren schon keinen Kontakt mit anderen Vögeln haben. Das bedeutet, dass die Erkrankung seit über 20 Jahren vorliegt, aber sich nicht weiterentwickelt. Stress, in welcher Form auch immer, ist evtl. der entscheidende Faktor, der die Erkrankung zum Ausbruch bringt. Ich hoffe, ich konnte helfen.



    Mit freundlichen Grüßen

    Gerd Britsch
     
  9. Tiffani

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    Das ist ein weit verbreiteter Irrtum :D
    Dieser Pilz kann und befällt praktisch jeden Vogel, bleibt aber oft unerkannt und breitet sich so daher immer weiter aus.
    Er wird bei PF nicht erkannt, da den meisten Haltern eine Untersuchung zu teuer ist, steht nicht im Verhältnis 8o Man behandelt meist den optischen Durchfall...8( Wenn er überhaupt auffällt.
    Viele streiten sein "Vorhandensein" sogar ab siehe gewisse Dauerkommentare in einschlägigen Threads bei den PF.
    Nach meiner Erfahrung zeigt er sich bei optisch gesunden Vögeln am Anfang durch wässrigen Kot, wie Du ja auch beschrieben hast, der übrigens auch oft ein Anzeichen für Albicans ist.
    Die Vögel können durchaus fit sein und gut im Futter stehen, scheiden den Erreger aber trotzdem aus. Logisch, oder Gott sei Dank.
    Wenn die Vögel Unwohlsein zeigen und zu dem auch schon abgemagert sind, ist der Befall um eine vielfaches gestiegen...8(
    Momentan werden "Megas", das ist nun mal das eingefleischte Synonym, mit Amphomoronal behandelt. Das Problem, es gibt es nur als fertige Suspension die den Vögel täglich oral verabreicht werden muß (Humanmedizin).

    Festzuhalten ist, das Megas oft mit einer bakteriellen Infektion einhergehen und mit einem Befall von Albicans. Die Behandlung ist dadurch sehr erschwert. Das Mittel gegen Albicans hilft nicht gegen Megas und Ampho nicht gegen Albicans. Auch stellt sich die Frage was behandle ich zuerst? Bakterien? Pilze?
    Nach meinen Erfahrungen gehen die meisten bakteriellen Infektion zurück sobald man die Pilze im Griff hat. Also behandle ich immer zuerst die Pilze, vornehmlich Albicans, da Megas bei mir eine Ausnahme bilden, noch.

    Nach Gesprächen mit meiner VÄ und was man so ließt und hört, ist Mega nicht unbedingt ein Todesurteil, es läßt sich recht gut behandeln, wenn man rechtzeitig ansetzt und das Gewebe sich regeneriert... aber es sind Pilze.
    Pilze hat man immer, auch als gesunder Mensch, es ist eine Frage der Konstitution und äußeren Faktoren.
    Werden Menschen oder Tiere mit AB behandelt, tritt oft eine übermäßige Pilzbelastung zu Tage. Dies ist insofern krankmachen da sie bei Massenbefall das Gewebe und auch die Organe schädigt. Gerne die Leber.
    Das heißt jetzt im Klartex, das man eine ausreichend lange Pilzsanierung vornimmt. Mit mehrmaligen Kotproben, möglichst frisch abgesetzt, und gleich vom TA unters Mikro gelegt.
    Sollte der Vogel dann "frei" sein, treten Megas nur noch zu Tage bei AB-Gaben, Streß, evtl. Brut (ist auch Streß), unsauberen Haltungbedingungen incl. Futter und Wassergeschirr und Badehäuser, schlechter Futterqualität, zu trockener oder zu feuchter Luft, überhaupt schlechte Luftqualität.
    Megas sind weit aus besser zu behandeln als Aspergillose :zustimm:
    Momentan bin ich einem Hinweis auf der Spur wonach es möglich ist Ampho auch über das Trinkwasser zu verabreichen, also nicht mehr oral. Dafür benötigt es aber eine spezielle Anmischung...
    Wenn ich fündig geworden bin, ob das in Deutschland machbar ist... Oder zu beziehen ist und auch erschwinglich 8(
    Werde ich mich ungefragt melden...:+klugsche
     
  10. Brigitta

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    Hallo lady-li,

    danke für die beiden links, den letzten kannte ich noch nicht. Und die Frage, die Du aufwirfst beschäftigt mich nämlich auch: Der Besitzer des Vogel (das Tier gehört nicht mir) hatte im letzten Jahr Stress mit Hefepilzen in seinem Rachenraum. Er hat mir gegenüber eingeräumt, dass er den Vogel aus seinem Mund fressen ließ - er hat mir jetzt zugesichert, das zu unterbinden.

    Hallo Heike,

    danke für die Anmerkungen zum Thema PDD -> sie gehen jedoch an dem mich jetzt interessierenden Thema vorbei. Die Partnerin des Vogels ist seit 13 Monaten tot, eine Obduktion hat der Besitzer nicht veranlasst, da er der Diagnose seines TA, den ich nicht kenne, vertraut hat. Eine Kropfbiopsie wurde eben nicht gemacht. Der TA (der in keiner ranking-list bzgl. Vogelheilkunde auftaucht, was aber nichts heißen muss) empfahl dem Besitzer des noch lebenden Vogels eben Einzelhaltung auf Grund seiner Diagnose.

    Die Stellungnahme von Dr. Britsch ist da schon sehr viel interessanter, geht sie doch in meine Richtung, denn auch ich habe noch niemals von einem an
    Macrorhabdiose erkrankten Großpapagei gehört und zweifle so ein bisschen an der Diagnose. Zumal ein von mir veranlasster Färbetest am Kot im Labor nichts erbracht hat.

    Bekanntermaßen sollen erkrankte Vögel - sei es nun PDD oder aber Macrorhabdiose - ja vor Stress geschützt werden. Ein Besuch bei dem nächsten, wirklich vogelkundigen TA ist wohl aber unvermeidlich.

    Die Symptome sind bei dem Triton aber wirklich unspezifisch.

    Er wirkt lebhaft und gesund, ist agil und aktiv. Das muss aber nicht heißen, alle Kakadus siind Schauspieler! Prachtvolles Gefieder, jedoch:

    Die Verdauung des Vogels ist extrem laut zu hören. Es hört sich an, wie Blähungen, es rumort ständig laut in seinem Darm, wenn er gefressen hat.

    Er setzt schon länger ständig "Stresshäufchen" ab, so alle 15 Minuten ein Miniaturhäufchen, eben verbunden mit sehr viel "Wasser", wobei nach "Ablauf" der klaren Flüssigkeit das Häufchen selbst völlig normal und fest aussieht. Eine bakteriologische Untersuchung im Labor hat nichts ergeben.
    Auch nachts setzt das Tier diese Stresshäufchen ab.

    Das Verhalten des Vogels ist normal, er soll eben vor Beginn dieser jetzigen "Krankheit" nur dicker gewesen sein. Der Vogel wiegt zur Zeit um die 480 gr. und wirkt auf mich beim Anfassen recht "schlank" - jedoch noch nicht wirklich abgemagert.

    Aufgetreten sind die Symptome vor ca. 4 Monaten, vor 3 Monaten dann der TA-Besuch mit Diagnose "Macrorhabdiose".

    In Umgebung und Haltung des Tieres wurde angeblich nichts geändert, der Besitzer hat sehr viel Zeit für den Triton, der sehr auf ihn fixiert ist. Das Tier ist 20 Jahre alt hat regelmäßig viel Freiflug, auch draußen im Garten. Mit der verstorbenen Partnerin war er nicht so sehr glücklich, man akzeptierte sich, schritt aber nie zur Brut, auch Geschlechtsverkehr wurde nicht beobachtet.
    Nach dem Tode der Partnerin hielt sich die Trauer scheinbar sehr in Grenzen, es gab viel Eifersucht zwischen den beiden Vögeln, da sie beide sehr auf den Besitzer fixiert waren und sich wohl als Rivalen um seine Gunst betrachteten.

    Könnnen diese Hefepilze des Besitzers auf den Vogel übertragen worden sein? Leider weiß ich nicht genau, an welchem Pilz der Besitzer erkrankt war. Es gibt das wohl verschiedene.

    Und könnte das vermehrte Trinken mit möglichen Pilzen zu tun haben?
    Habt Ihr Vögel, die außergewöhnlich viel trinken und wenn ja, wisst Ihr, warum sie das tun?

    Gruß
    Britta
     
  11. Tiffani

    Tiffani Vögel ohne Lobby

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  12. lady-li

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    Hier mal die in der Doktorarbeit erwähnten Behandlungsmethoden :

    CORNELISSEN (1993) berichtete von Erfolgen mit unterstützenden Therapiemaßnahmen, wie dem Ansäuern des Trinkwassers, um den physiologischen pH-Wert des Drüsenmagens zu erhalten beziehungsweise wieder herzustellen,
    dem Verfüttern von leicht verdaulicher Kost, wie zum Beispiel Eifutter, um dem erkrankten Vogel die Nährstoffaufnahme zu erleichtern und der zusätzlichen Gabe von Vitaminen und Aminosäuren, um eine möglichst gute Abwehrlage des Vogels herzustellen.
    Auch MUTLU et al. (1997) und Brehm (2007) schrieben, dass die Gaben von Probiotika und Roboranzien den Zustand der erkrankten Vögel positiv beeinflussen.
    TONELLI (1993) betrachtete Amphotericin B als Therapeutikum der Wahl, wies aber darauf hin, dass es durchaus Resistenzen geben kann. Diese Fälle behandelte er erfolgreich mit Ketokonazol.
    Diverse Antibiotika und auch der Einsatz von Nystatin zeigten in seinen
    Untersuchungen keine therapeutischen Erfolge.
    ANDERSON(1993), die einen erkrankten Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea GMELIN, 1788) behandelte, kam zum gleichen Ergebnis.
    Sie erreichte eine ungestörte Futteraufnahme und eine Besserung des Zustandes des Patienten unter einer Therapie mit Ketokonazol und Lactobazillen.
    Außerdem schlug auch sie ein mildes Ansäuern des Trinkwassers vor.
    LUBLIN et al. (1998) konnten mit dieser Therapie keine Erfolge erzielen.
    LOZANOALARCON et al. (1994) dagegen gaben Lactobazillen in Kombination mit Vitamin B,
    Elektrolyten und einem Cephalosporin als geignete Therapeutika an.
     
  13. Brigitta

    Brigitta Stammmitglied

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    Hallo Tiffi, hallo Liane,

    danke für Eure beiden postings, die sehr aufschlussreich aber für einen medizinischen Laien wie mich nicht einfach zu verstehen sind.

    Hier mal ein paar mehr Details, die vielleicht helfen können, dem Mann zu raten, was er nun mit seinem Vogel tun soll:

    Nach dem Tod der Partnerin an (vermeintlichem) PDD wurde auch der überlebende Triton untersucht. Kropfabstrich, Kotabstrich, Röntgenbild, Blutuntersuchung (Leber- u. Nierenwerte, Leukoziten, Aspergillose, Schwermetalle etc.) -> alles ohne Befund. Dem Vogel ging es damals gut.

    Dann vor 4 Monaten erster Auftritt der jetzigen Symptome, vor ca. 3 Monaten erneuter TA-Besuch = Megastress. Der Vogel (es war sein zweiter TA-Besuch in seinem Leben, der gleiche TA wie vor) hat gleich nach Betreten der Praxis ohne Unterlaß so geschrien und sich total hysterisch verhalten. Diverse Besitzer von Patienten haben wegen der Kreischerei fluchtartig den Wartesaal verlassen. Der Triton wurde dann nebst Besitzer in ein leer stehendes Behandlungszimmer verwiesen, wo der Besitzer ihn aus dem Transportkäfig lassen konnte, was allerdings das Dauerkreischen und die Angst nur unwesentlich verringerte.

    Wartezeit mit anschließender Untersuchung (wieder Kropfabstrich, Blutentnahme, Kloakenabstrich und Röntgenbild) ca. 2 Stunden, der Vogel war am Ende wohl so fertig, dass der Besitzer glaubte, er würde ihm auf dem Heimweg sterben. Röntgenbild, Kropfabstrich und Blutentnahme wieder ohne Befund, Kotprobe nunmehr Macrorhabdiose.

    Eine von mir vor sechs Wochen eingeschickte Probe zum Färbetest war wieder ohne Befund (obwohl die Symptome da sind), was ja allerdings nicht unbedingt etwas bedeuten muss, weil der Färbetest nicht immer sicher ist (oder?).

    Auf Grund der beim TA gemachten Erfahrungen möchte der Besitzer dem Vogel eben keinen Stress machen, der zweite TA-Besuch von vor 3 Monaten muss ein ziemlich erschütterndes Erlebnis für Mensch und Tier gewesen sein.

    Mein Plan ist nun, zu versuchen über Laboruntersuchungen von Kot- oder sonstigen Proben soviel als möglich von zuhause aus abklären zu lassen und dann, wenn man eine gewisse Eingrenzung hat, einen vogelkundigen TA der eine "mobile" Praxis hat, zu einem Hausbesuch zu bewegen. Das wird teuer und macht nur Sinn, wenn man schon ungefähr weiss, wo die Reise hingehen soll.

    Was kann man denn jetzt von zuhause aus tun, um vieles schon abzuklären? Das Labor, welches ich nutze ist LABOKLIN. Gibt es bessere?

    Und zu dem Thema "schlechte Luft": Der Mann raucht - allerdings nicht sehr viel. Ich habe ihm schon gesagt, dass er im Zimmer, wo der Vogel hauptsächlich steht, keinesfalls rauchen soll und auch im Wohnzimmer, wenn er dort mit ihm spielt, vorher gründlich lüften und beim Spielen nicht rauchen soll. Das hat er zugesagt und ich glaube, er macht das. Er liebt das Tier.
    Wie wirkt sich Nikotin überhaupt auf Vögel aus? Können die Symptome auch damit etwas zu tun haben? Wie kann man das feststellen?

    Wie stellt man einen Körnerfresser auf Weich-/Kochfutter um? In einem Rutsch (so nach dem Motto "da muss er durch") oder besser eine Zeitlang beides anbieten?

    Und Liane: Gerne auch Bezugsquelle von Ampho für das Trinkwasser. Der Vogel ist zwar zahm aber mit Futterspritze etc. kann/will der Mann nicht umgehen.

    Danke für die Mühe!

    Gruß
    Britta
     
  14. Pico

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    Moment Mal

    Im ersten posting schreibst Du davon, das der Vogel abmagert.
    Jetzt heißt es aber...


    Hierzu würde mich -per Foto- das Aussehen interessieren.
    Denn bei geschilderten Symptomen bezweifel ich das "gute" Aussehen des Gefieders.


    Wo läuft die Flüssigkeit hin?
    Das ist doch Blödsinn....wenn Kothaufen mit extrem viel Flüssigkeit abgesetzt werden und das regelmäßig, dann trocknet da nix ein...es sei denn die Reinigung der Unterbringung erfolgt in riesigen Zeitabständen, was ich mal nicht annehme.

    Naja...wenn man davon ausgeht das das Normalgewicht eines GH-Kakadus bei 550 Gr. bis 650 Gr. liegt und es sich um einen Triton-Hahn handeln soll, dann kann der Vogel nicht "nur" schlank wirken.:nene:

    Was nicht zwangsläufig auf diese Diagnose hinweisen muß. Probleme mit der Niere verändern auch das Trinkverhalten.
     
  15. lady-li

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    So, wie ich gelesen habe, ist das Amphotericin B nicht wasserlöslich.
    Der Mann sollte sich mal mit dem TA beraten, wie er es dem Vogel verabreichen kann (eventuell in zerquetschter Banane vom Löffel).
    Über das Trinkwasser kann man niemals genau dosieren.

    Futterumstellungen sollten generell nicht abrupt erfolgen.
    Das neue Futter allmählich unter das bekannte Futter mischen.

    Tabakqualm schädigt die Atmungsorgane.
    Bei Papageien kommt noch hinzu, daß sich der Qualm als dünner Film im Gefieder absetzt.
    Das führt bei vielen Vögeln zum übermäßigen Putzen und sogar Ausrupfen der belasteten Federn.
     
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  17. Brigitta

    Brigitta Stammmitglied

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    Hallo Liane,

    Tiffy hatte in ihrem vorletzten posting em Ende geschrieben, dass sie ggf. einen Hinweis hätte, dass Ampho auch über das Trinkwasser zu verabreichen wäre -> deswegen meine Bitte. Natürlich hast Du Recht, die Dosierung ist so immer sehr schwierig, aber vielleicht besser so als gar nicht.

    Jetzt wird nichts gemacht, der Mann hat nach den letzten Erfahrungen Angst vor einem erneuten TA-Besuch in dessen Praxis. Nachdem ich die Reaktion des Triton auf den früher so geliebten Transportkäfig gesehen und vor allem gehört habe (er wurde früher mit dem Teil nach draußen gebracht und liebte den Käfig) verstehe ich den Besitzer. Der Triton reagiert jetzt total panisch, wenn er das Teil nur sieht und schreit extrem. Ich kenne einige Kakadus, auch große, aber ich wusste nicht, dass sie derartig schreien können - und das dauerhaft (so lange er den Transportkäfig sieht).

    Sollte das Kochfutter dann mit dem bisher verabreichten Körnerfütter wirklich vermischt werden? Ist Koch-/Weichfutter bei Zimmertemperatur nicht leicht verderblich? Und wenn vermischen, morgens und abends wechseln? Oder ist die Mischung 24 Stunden verfütterbar? Und Aufzuchtfutter? Ist im Napf angerührt wie lange verfütterbar?

    Banane frisst der Vogel gerne, aber die steht doch bei Macrorhabdiose auf der "schwarzen Liste", weil sie so zuckerhaltig ist. Oder wiegt da der Nutzen der Medikamente den Nachteil des hohen Zuckeranteils auf?

    Lieben Dank für Deine Mühe!

    Hallo Pico,

    danke für Dein Interesse von Fotos. Wie mir aus einigen threads auch aus diesem Forum bekannt, nimmt es manchmal ein komisches Ende, wenn man zu viele Fotos einstellt -> ich erinnere mich da so an "Söckchen". Insbesondere dann, wenn die Besitzer der Vögel "Unsicherheiten" zeigen -> sei es nun in Bezug auf die Gesundheit oder aber die notwendigen Dokumente für ihre Tiere. Also: Fotos nein danke!

    Deswegen wirst Du Dich auf meine Aussage verlassen müssen - oder aber es eben lassen - der Vogel hat ein sehr schönes Gefieder.

    Was nun das Gewicht betrifft: Das ist wohl abhängig von der Größe, die nicht nur zwischen Dir und mir, sondern auch zwischen Tritons recht variabel ist. Ich stelle mir nur mal Deine kleine Person mit meinem Körpergewicht von 69 kg bei meinen 1,80 m Körpergröße vor - und trotzdem sind wir beide weibliche Menschen, die schlank aussehen. Zumindest war das so, als wir uns das letzte Mal trafen! :zwinker:

    Ich kenne den Vogel jetzt 7 Wochen und habe ihn in dieser Zeit regelmäßig gewogen und er hat in dieser Zeit Gewichtschwankungen von max. 20 gr. gehabt, wobei das unterste Gewicht 465 gr und das oberste 488 gr betrug. Dies bei einer Körperlänge von 42 cm. Der Besitzer hat den Vogel früher nicht gewogen, beim 1. TA-Besuch von 12 Monaten wog das Tier 529 gr. Also hat er ca. 10 % seines Körpergewichts in einem Jahr verloren.

    Was nun die Kothaufen betrifft: Der Besitzer lässte seinen Vogel auch mal frei fliegen, er muss nicht immer im Käfig sitzen - wie vielleicht bei anderen Haltern. Und er "lebt" mit dem Vogel in seinem Haus. Da passiert es schon mal, dass der Kakadu auf den Teppich schei....! Und Teppiche sind saugfähig und saugen "klares Wasser" auf, vor allem solche aus echter Wolle. Was bei solchen Unfällen dann nach zwei Minuten zurück bleibt, ist eben ein perfekter Haufen Schei......., so wie er bei einem gesunden Vogel auch aussieht.
    Und im Garten auf dem Rasen, da ist das auch so, weil Erde auch Flüssigkeit aufsaugt. So ist das, wenn man mit einem Vogel lebt und ihn nicht nur im Käfig "hält".

    Und zum Schluß: Wer sich die Mühe macht, postings gründlich zu lesen und zu verarbeiten, kann hier erfahren, dass die Nierenwerte des Vogels mittels Blutuntersuchung 2 x im Abstand von 9 Monaten überpüft wurden - das letzte Mal vor 3 Monaten - und unauffällig waren. Danke für Deine konstruktiven Anmerkungen. Ich würde mich über weitere sachdienliche Informationen sehr freuen - vor allem von Dir als Fachfrau!

    Gruß
    Britta
     
  18. Brigitta

    Brigitta Stammmitglied

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    Ort:
    Schleswig Holstein meerumschlungen!
    Hallo Ihr,

    :traurig: dies war mal ein gut besuchtes Unterforum, in dem viel gefachsimpelt wurde. Schade, dass hier jetzt so gar nichts mehr los ist!

    Gruß
    Britta
     
Thema:

Macrorhabdiose bei Kakadu?

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