"Mäusekiste"

Diskutiere "Mäusekiste" im sonstige Vogelarten Forum im Bereich Wildvögel; Hi! In einem Buch habe ich gelesen, dass man im Winter für Greifvögel eine Mäusekiste machen kann. Ihr wollt sicher wissen, was das ist. Nun das...

  1. hanni195

    hanni195 Guest

    Hi!
    In einem Buch habe ich gelesen, dass man im Winter für Greifvögel eine Mäusekiste machen kann. Ihr wollt sicher wissen, was das ist.
    Nun das ist eine Kiste die ca. 1m*1m*1m groß ist. Man legt sie mit Laub, Stroh und Erde aus und siedelt Mäuse ein. Bevor man die Mäuse einsiedelt sollte man die Kiste an einen ungestörten Ort stellen, der vom Menschen fast nie aufgesucht wird.
    Wenn sich dann Greifvögel auf die Lauer legen und dann eine Maus herauskommt wird sie zur Beute.
    Ich werds heuer im Winter ausprobieren.
    Ich hoffe, dass ich den Bericht nicht um sonst geschrieben habe, sondern dass jetzt auch andere das ausprobieren.
    MfG
    Johannes
     
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  3. Anke

    Anke Guest

    Hmm, irgendwie tun mir die Mäuse leid...

    Anke
     
  4. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Johannes, moin Anke!

    Mir tun die Mäuse auch leid, aber das ist auch eine Frage des Abwägens von Prioritäten:
    vor einigen Jahren hatten wir hier in Nordeutschland und in Skandinavien einen außergewöhnlich strengen Winter. In diesem Jahr kamen sehr viele Waldohreulen aus Skandinavien zum Überwintern nach Schleswig-Holstein, fanden hier aber kaum bessere Bedingungen als weiter im Norden vor. Eine große Anzahl der Eulen hatte sich bei uns auf einem Friedhof eingerichtet. Da sie auch dort nicht genügend nahrung fanden, wurden sie mit Zuchtmäusen in etwa in der von Johannes beschriebenen Weise gefüttert.
    Natürlich ist auch bei Waldohreulen zu fragen, ob deren Bestand nicht ausreichend groß genug war, um einen natürliche Auslese der Tiere zuzulassen: zur damaligen Zeit hat sich der (damals noch) DBV allerdings für eine Fütterung entschieden.


    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  5. Toby

    Toby Foren-Guru

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    Hallo Rüdiger, Hallo Anke !!!

    Ich will ja keine kritik ausüben aber das muss ich mal loswerden: In einem Forum (weiß nicht mehr welches) habe ich mal einige Artikel über die Vernhaltung von Katzen geschrieben, da kamen von allen Seiten Äuserungen: die armen Katzen, nun gibt mal jemand einen Tipp wie man unseren Greifvögeln in einer von Herbiziden und Pestiziden beherschten Kulturlandschaft helfen kann (im Winter), da tun einem die "Futtertiere" leid. Also irgendwie versteh ich das nicht ganz. Leute, das ist ein VOGELFORUM, wo man Tipps, Ratschläge und Fragen erstellen kann um den Vögeln zu helfen (Zier- wie Wildvögel).
    Es tuen ja auch niemanden unsere "Futtertiere" leid (Rinder, Schweine u.ä.) oder mir als Gärtner tuen die Pflanzen, die den Nutztieren als Nahrung gegeben werden auch nicht leid, soll ich deswegen auf die Barikarden gehen und dagegen demonstrieren das seit Jahrhunderten Gras gefüttert wird ???

    Als Mäuse werden ja wohl kaum extra irgendwelche Mäuse gefangen, sondern von einem Züchter oder sonst woher dunkle Farbmäuse genommen, die zum Teil als Futter gezogen werden.

    Die soll keine Kritik sein, aber ich verstehe es echt nicht.

    Johannes: Also ich werde es mal ausprobieren, allerdings muss es meiner Meinung nach doch ein recht harter Winter sein, um der natürlichen Auslese nicht in die Quere zu kommen.

    Bye Tobi

    [Diese Nachricht wurde von Tobias Wittke am 07. April 2000 editiert.]
     
  6. hanni195

    hanni195 Guest

    Hallo Anke!
    Es ist schön, dass so viele den Bericht gelesen haben.
    Nur im vorhinein: Ich wohne in Österreich, in Niederösterreich. Da muss man schon wirklich glück haben, wenn man eine Schleiereule zu gesicht bekommt(ich hab noch nie eine in freier Natur gesehen). Und die Kiste ist ja nicht nur für Eulen, sondern auch für Falken und Bussarde, die bei uns eher selten sind.

    Johannes
     
  7. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Tobi!

    >>Ich will ja keine Kritik ausüben aber das muss ich mal loswerden<<
    Das ist auch gut so, sonst wäre es schnell sehr langweilig hier! [​IMG]

    Ich kann von meiner Seiter nur sagen: auch wenn ich die Notwendigkeit bspw. der Fütterung von Mäusen in bestimmten Fällen einsehe und es dann auch selbst tun würde, tun mir die kleinen Nager dennoch leid, das kannst Du als Widerspruch sehen, für mich ist es keiner.
    Es ist eben ein Abwägen der Prioritäten, in manchen Fällen zu ungunsten der Mäuse, auch wenn sie, wie Du richtig bemerkst, extra zu Labor- oder Fütterungszwecken gezüchtet wurden.
    Selbst wenn ich sie dann an Eulen verfüttere: sie tun mir trotzdem leid.

    Den für mich aber wirklich entscheidenden Punkt sprichst Du aber auch an: ähnlich wie die Winterfütterung von Singvögeln ist eine Fütterung Ich will ja keine kritik ausüben aber das muss ich mal loswerdenon Greifvögeln dann falsch, wenn damit der natürliche Selektionsprozess ohne Notwendigkeit außer Kraft gesetzt wird, wie dies ja leider auch oft aus verständlicher Tierliebe in unseren Volieren der Fall ist (angesprochen wurde diese Problematik kurz im Welli-Forum unter dem Thema "verwaiste Wellis").
    Eine Notwendigkeit besteht für mich dann, wenn aufgrund der Eingriffe des Menschen der Bestand einer Tierart soweit gefährdet ist, das auch die natürliche Selektion zu einer weiteren Reduzierung oder sogar zu dem Aussterben der Art führt.
    Wenn aber eine Vogelart nicht gefährdet ist, dient auch der Verlust in einem sehr strengen Winter aufgrund von Nahrungsmangel der natürlichen Auslese und rechtfertigt daher keine Zufütterung - egal ob bei Greifvögeln von Mäusen oder bei Singvögeln von Körner und Fettfutter. Im Gegenteil:
    8und das sollte man sich so bewußt wie möglich machen, denn aus Tierliebe möchte man natürlich gerne helfen): langfristig kann solch eine Unterstützung für die Art swehr schädlich sein, kommen dadurch doch auch Tiere zur Fortpflanzung und zur Weitergabe ihrer Gene, die eigentlich nicht ausreichend lebensfähig sind: sowie dann die Hilfe des Menschen ausbleibt, ist die Art zum Ausssterben berurteilt. Sicher, das ist jetzt auf ie Spitze getrieben.
    Ganz ehrlich: wenn mir jemand Amseljunge bringt, überlege ich auch manchmal, ob es richtig ist, die Tiere aufzuziehen oder ob man dadurch nicht der Natur in unverantwortlicher Weise ins Handwerk pfuscht (keine Angst, ich habe bislang alle Amseln aufgezogen!).
    Aber es ist ein schwieriges Problem, bei dem ich auch oft zwischen rationaler Einsicht und gefühlsmäßigen Entscheiden hin- und hergerissen bin.

    P.S. Mir tun viele Nutztiere übrigens auch leid, dennoch esse ich sie - villeicht inkonsequent.


    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  8. Anke

    Anke Guest

    Hallo Rüdiger, hallo Tobias,

    ich wollte mit meiner "unqualifizierten" Antwort jetzt nicht den Sinn der Mäusekiste in Frage stellen, es war einfach eine ganz spontane Empfindung, als ich das gelesen hatte.
    Im Prinzip ist die Mäusekiste ja auch relativ fair, da die Mäuse eine reelle Chance haben, sich zu verstecken und nur dann herauszukommen, wenn die Luft rein ist. Insofern haben die Vorsichtigen unter den Beutetieren gute Überlebenschancen, denn die Feinde werden ja nicht rund um die Uhr auf der Lauer liegen. Wenn allerdings z.B. Mäuse in einem Eimer, wo sie nicht heraus könnten, den Greifvögeln ausgesetzt würden, wäre das aus meiner Sicht nicht so wahre.
    Was in diesem Zusammenhang auch wichtig wäre, ist den Greifvögeln geeignete Brutplätze zur Verfügung zu stellen. So werden ja Bauern immer wieder gebeten, ihre Scheunen nicht hermetisch zu verschließen, damit dort Schleiereulen brüten und auch auf Mäusejagd gehen können.
    Das Überleben von Greifvogelarten hängt letztendlich nicht allein vom Nahrungsangebot im Winter ab, sondern hauptsächlich vom Vorfinden noch intakter Lebensräume.

    viele Grüße,

    Anke

    [Diese Nachricht wurde von Anke am 08. April 2000 editiert.]
     
  9. Toby

    Toby Foren-Guru

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    Hallo ihr drei !!!

    Rüdiger: Ich stimme Dir voll und ganz zu mit der natürlichen Selektion und so.
    Bei den Singvögeln gibt es ja auch mehr oder weniger ein Problem und zwar gibt es ja immer wieder Leute, die das ganze Jahr über das Futterhäuschen mit Futter stehen haben und sich dann freuen, wenn beispielsweise ein Meisenpaar mit seinen Jungen kommt zum fressen. Meiner Meinung nach ist es doch dann so, das die Jungen fast gar keine andere Nahrungsquelle kennenlernen und es dann hart auf hart kommt wenn die Futterquelle erlöscht. Deshalb sollte man nur dann füttern wenn es wirklich mal einen strengen Winter gibt.

    Anke: Eine gute Nisthilfe für Greife ist auch ein Weidenkorb, den man unten mit groberen Zweigen ausfüllt und oben dann trockenes Gras reinlegt und hoch auf einem Baum befestigt. Ich habe so einen Korb vor 7 Jahren von meinem (damls geringen) Taschengeld gekauft und aufgehangen, das erste Jahr war er noch unbewohnt, doch schon im nächsten Jahr wurde er von Waldohreulen als kinderstube benutzt. Da die Baumreihe gefällt werden sollte wo der Korb hing musste ich mir einen neuen Standort suchen und seit 5 Jahren wird er von einem Turmfalkenpärchen bewohnt. Die auch in diesem jahr schon wieder um ihn rumturnen.

    Bei uns in der Firma, steht in einem von uns gepachteten Quartier eine alte Scheune. Der Besitzer der Fläche untersagte es die alte brüchige Scheune abzureisen. Nun hat unser Chef die Fläche gekauft und wollte die alte Scheune abreissen, da sie nutzlos und im weg war. Doch da dort jedes Jahr Hausrotschwanz und Haussperlinge drin gebrütet haben, haben eineige Kollegen und ich mit Chef gesprochen ob man die Scheune nicht restaurieren könnte (also standhafter machen) und man dann im unteren teil Geräte lagern könnte und auf dem Heuboden dann immer noch die Vögel brüten können. Chef willigte ein (das war vor 2 Jahren) was auch gut war, denn im letzten jahr brüteten dort Schleiereulen und zogen 6 (!) Junge groß. Sie halten sich seit dem jeden Tag in der Scheune auf und Nachts gehen sie im Baumschulquartier auf Mäusejagd. Ein gutes hatte dieses auch noch, denn seit die Schleiereulen dort sind, hält sich der Wühlmausbestand in grenzen, was unser Chef natürlich sehr gerne sieht.

    Johannes: Ich habe mal eine Frage an dich: Ich kenne mich zwar in Österreich nicht so gut aus, aber wir waren letztes Jahr an der deutsch - österreichischen Grenze im Urlaub und auf unseren Bergtouren habe ich oft Steinadler gesehen.
    Gibt´s davon viele in Österreich ????

    ------------------
    MfG Tobias
     
  10. hanni195

    hanni195 Guest

    Hallo Tobias!
    Ich kann dir Sagen, dass es in Österreich sicher nicht mehr viele Steinadler gibt. Es werden zwar welche ausgesetzt, aber trozdem sind nicht mehr so viele wie vor Jahrzehnten. Es kommt ganz darauf an, wo ihr gewesen seid. Aber in Niederösterreich gibt es warscheinlich keine. Es wurden zwar in letzter Zeit zwei durch giftköder umgekommene Fischadler entdeckt, aber ich glaube nicht, dass es in Niederösterreich noch Steinadler gibt.
    Mfg
    Johannes
     
  11. Anke

    Anke Guest

    Hallo Tobias,

    ich wünschte, es gäbe mehr naturbewußte Menschen wie Dich!

    Die Idee mit dem simplen Weidenkorb als Nistplatz finde ich genial und offenbar auch erfolgreich.
    Leider sieht man momentan überall die fleißigen Hobbygärtner beim Heckestutzen und Bäumefällen, ohne Rücksicht auf Verluste. Allein letzte Woche bekam ich zwei junge Türkentauben, deren Nest einer Baumfällaktion zum Opfer fiel, sowie fünf junge Eichhörnchen, deren Nest sich ebenfalls "dummerweise" auf einem Baum befand, der gefällt wurde. Daß die Jungtiere, die nach solchen Aktionen dann überhaupt ins Tierheim gebracht werden, nur die Spitze des Eisberges sind, ist wohl jedem klar.
    Letztes Jahr stellte ich einen Familienvater mal zur Rede, der mir ein Nest mit drei frisch geschlüpften Heckenbraunellen brachte, nachdem er an seinem Haus den Efeu entfernt hatte, warum er denn nicht solange warten konnte, bis die Vögel ausgeflogen seien? Als Antwort bekam ich nur, er hätte halt gerade Zeit gehabt [​IMG]
    Wie sollen Kinder Naturschutz begreifen, wenn ihre Eltern ihnen so etwas vormachen?

    Über die sechs jungen Schleiereulen habe ich mich mächtig gefreut [​IMG]
    Wenn nur mehr Leute diesem Beispiel folgen würden...

    viele Grüße,
    Anke
     
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  13. hanni195

    hanni195 Guest

    Hallo Anke!
    Ich habe einmal meine Hecke geschnitten, und als ich fertig war sah ich eine Raupe von einem Tagpfauenauge. Als dann ein Kind daher kahm und mich fragte, ob er die Raupe haben durfte fragte ich es warum. Als antwort gab es mir, dass es die Raupe zerschneiden wollte und einer Venus Fliegenfalle verfüttern wollte. Als ich das hörte hielt ich den Kind einen kleinen Vortrag über Naturschutz.
    Einen Tag danach sah ich es, als es gerade seine Fliegenfalle fütterte. Mit was weiß ich nicht genau. Ich glaube, dass es eine Raupe war. Und dann fragt man sich noch warum manche Tiere aussterben!
    MfG
    Johannes
     
  14. Toby

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    Hallo Anke !

    Danke !!!! :-)
    Hat auch einige Gespräche mit unserem Chef gefordert.
    Naja, die Schleiereulen danken es uns scheinbar, denn sie sind überhaupt nicht scheu und bei schlechtem Wetter, machen wir in der Scheune Frühstück, und die Eulen gucken uns neugierig zu.

    Für den Weidenkorb muß ich im herbst auf die suche nach einem neuen gehen, denn der alte ist nicht gerade mehr der stabilste und es wäre ja doof wenn er runter fällt, wenn gerade Eier oder junge im Nest sind.

    ------------------
    MfG Tobias
     
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