"Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread)

Diskutiere "Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread) im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/11235380.html Nordwest__________________________________________________...

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  1. #121 Vogel-Mami, 22. Juni 2005
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    Quelle: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/11235380.html

    Nordwest__________________________________________________ ___________________21.06.2005

    12000 Krähen bereits getötet

    Hannover (jd-Eb.)


    Vor der Tür des Umweltministeriums protestierten Vogelschützer: Das "sinnlose Abschlachten von Rabenvögeln" in Ostfriesland müsse endlich beendet werden, forderten sie am Montag, während drinnen Wissenschaftler Für und Wider des umstrittenen Projekts im Landkreis Leer diskutierten.

    Das Institut für Wildtierforschung an der Tiermedizinischen Universität Hannover (TiHo) will herausfinden, ob sich die gefährdeten Bestände von Wiesenvögeln und Feldbrütern wie Kiebitzen und Uferschnepfen erholen, wenn es weniger Rabenvögel gibt. Bis zu 12000 Rabenkrähen und Elstern sind nach Angaben der Projektleiter in zehn Monaten getötet worden - rund die Hälfte der Population im Landkreis Leer, zählt man die in diesem Zeitraum neu geborenen Tiere nicht mit.

    Kritiker wie der Naturschutzbund NABU und der Tierschutzbund blieben der Anhörung fern. Das Landwirtschaftsministerium sei an einem ergebnisoffenen Diskurs nicht interessiert, sagen sie. Staatssekretär Gerd Lindemann betonte hingegen, es werde erst im Juli entschieden, ob die Versuche wie geplant oder mit einem "neuen Untersuchungsansatz" fortgeführt oder sogar ganz eingestellt werden. Umstritten blieb, ob es vor allem die Raben sind, die den Bestand der Wiesenvögel verringern. Franz Bairlein vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven bezweifelte dies; auch der Verlust von Lebensraum etwa durch Straßenbau und Landwirtschaft sei dafür verantwortlich.

    Projektleiter Professor Klaus Pohlmeyer verteidigte die Massentötungen, die mit einem "Abschlachten" nichts zu tun hätten. In speziellen Fallen würden die Tiere mit starkem Licht geblendet und dann mit einem "Rundholz" durch gezielte Schläge auf den Kopf getötet; diese an sich verbotene, für das Projekt aber genehmigte Tötungsart berücksichtige den Tierschutz.
     
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  3. #122 Vogel-Mami, 22. Juni 2005
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    Quelle: http://www.haz.de/niedersachsen/280004.html

    [​IMG]


    10.000 Krähen und Elstern für die Wissenschaft getötet



    Rund 10.000 Rabenkrähen und Elstern sind im niedersächsischen Kreis Leer für ein Forschungsprojekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover gefangen und erschlagen worden. Im Rahmen des Projektes, das den Einfluss der Krähen auf die auf Wiesen brütenden Vögel untersucht, habe man bislang 10 Monate lang Rabenkrähen gefangen und getötet, sagte am Montag Projektleiter Andreas Grauer. In den ersten fünf Monaten habe man 5.057 Rabenkrähen und 526 Elstern gefangen. In den zweiten fünf Monaten, die man noch genauer ausgewerten müsse, seien es nicht wesentlich weniger gewesen.

    Der Leiter des Instituts für Wildtierforschung der Hochschule, Professor Klaus Pohlmeyer, betonte nach einem wissenschaftlichen Symposium zu dem umstrittenen Projekt, dass den Vögeln ein tierschutzgerechtes Ende bereitet werde. Die mit speziellen Fallen gefangenen Tiere würden nachts mit einer Lampe geblendet, ergriffen umd „mit einem Rundholz durch Zerschmettern der Hirnkalotte“ getötet, sagte Pohlmeyer.

    Umstritten war auf dem Symposium, zu dem das niedersächsische Landwirtschaftministeriums eingeladen hatte, ob eine Reduzierung der Bestände an Krähen und Elstern tatsächlich zum Schutz auf Wiesen brütender Vögel wie Kiebitz, Uferschnepfe oder Austernfischer beiträgt. Fachleute des niedersächsischen Umweltministeriums und Wildbiologen der Tierärztlichen Hochschule gingen von einen Zusammenhang zwischen Vermehrung der Krähen und Abnahme der Wiesenbrüterbestände aus. Dem widersprach der Leiter des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“, Franz Bairlein.

    Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, das die Forschungen aus Mitteln einer Jagdabgabe finanziert, ist die Zukunft des Projektes offen. Über Fortsetzung, Modifizierung oder Stopp werde man nach Auswertung des Symposiums entscheiden, sagte Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann. Bislang ist vorgesehen, insgesamt drei Jahre lang Krähen im Kreis Leer zu töten.

    Der Deutsche Tierschutzbund und der Naturschutzbund, die ebenfalls eingeladen waren, blieben dem Symposium fern.

    Am Rande der Veranstaltung demonstrierten Vertreter eines Vogelschutz-Komitees gegen das „Abschlachten von Rabenvögeln in Ostfriesland“.
     
  4. #123 Vogel-Mami, 23. Juni 2005
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    Intressante Statistiken

    (Auszüge)

    1. Lt. Jagdbericht Niedersachsen für das Jahr 2003 war in den vier Regierungsbezirken eine Gesamtstrecke von 85.736 Rabenkrähen gemeldet. Um die Fallwildzahlen (633) bereinigt ergibt sich daraus eine Zahl von 85.103 Abschüssen. Die Gesamtfläche des Bundeslandes Niedersachsen beträgt 47.616 qkm (= 4.760.000 ha).

    [​IMG]

    Der RBZ Weser-Ems verfügt über eine Fläche von 14.965 qkm (= 1.496 500 ha)

    Die flächenbezogene Abschusszahl für beispielsweise den RBZ Weser-Ems betrug also im Jahr 2003 = 3,09 Rabenkrähen / 100 ha.


    2. Entwicklung der Brutpaardichte (Bp-Dichte) von Rabenkrähen in Niedersachsen von 2000-2004:

    [​IMG]


    3. Durchschnittliche BP-Dichte von Rabenkrähen in Niedersachsen von 2000-2004:

    [​IMG]
     
  5. #124 Vogel-Mami, 25. Juni 2005
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    Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2005/06/21/450083.html

    Feldversuch: 16 000 Rabenvögel erschlagen


    Hannover -
    Im niedersächsischen Landkreis Leer sind binnen 16 Monaten 16 000 Rabenkrähen und Elstern gefangen und erschlagen worden. Das ist die Hälfte des Bestandes. Ein Treffen von Fachleuten gestern in Hannover hat die Diskussion zwischen Tierschützern und Jägerschaft darüber nicht entschärfen können, ob das ein notwendiger wissenschaftlicher Versuch oder ein sinnloses Abschlachten ist.

    Letzteres behaupten Tierschützer und haben ihre Experten gar nicht erst zu dem Treffen geschickt, das vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium organisiert worden war.

    Staatssekretär Gert Lindemann bestritt nicht, daß selbst ohne kritische Tierschutzexperten die Meinungen der Fachleute darüber weit auseinandergingen, ob die Tötung mit dem Knüppel in Lebendfallen das richtige Mittel ist. Schon in der Frage, wie sehr Rabenvögel kleine und im Bestand gefährdete Wiesenbrüter wie Austernfischer, Kiebitz und Rotschenkel, aber auch den Nachwuchs von Feldhasen und Rebhühnern dezimieren, gingen die Meinungen auseinander.

    Prof. Klaus Pohlmeyer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover pocht auf das dreijährige Projekt, um diesen Fragen nachzugehen. Er verteidigt auch die Jagdmethode mit Fallen, in die die Vögel geködert werden. Darin werden sie erschlagen. Ein Abschuß der Vögel wäre schwer und reichte nicht aus, ein weiteres Wachstum der Kolonien zu verhindern.

    Bis August will das Landwirtschaftsministerium zwischen drei Möglichkeiten entscheiden: Der Versuch geht weiter wie bisher, wird wissenschaftlich erweitert oder abgebrochen.

    fert

    erschienen am 21. Juni 2005
     
  6. #125 Vogel-Mami, 25. Juni 2005
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    Quelle: http://www.ostfriesische-nachrichten.de/neu/index_volltext.asp?ID=13963

    Leer/Hannover: Hälfte der Leeraner Raben getötet

    Etwa 12000 der Vögel mit dem Knüppel erschlagen



    dpa Leer/Hannover. Seit Beginn der umstrittenen Krähentötungen im Landkreis Leer 2004 sind dort mehr als die Hälfte aller Rabenvögel umgebracht worden. „Nach bisherigen Schätzungen sind das rund 12 000 Vögel“, sagte Projektleiter Andreas Grauer. Im Umweltministerium berieten am Montag Wissenschaftler und Tierschützer über das Forschungsprojekt des Instituts für Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover. Man will herausfinden, ob sich die Bestände etwa von Kiebitzen, Rebhühnern sowie Uferschnepfen erholen, wenn es weniger Raben gibt. Viele Kritiker blieben der Diskussion fern. Umstritten ist vor allem die Methode: Die Vögel werden erst in Fallen gefangen, dann erschlagen.

    Mehr dazu lesen Sie auf Seite 9 der gedruckten Ausgabe der Ostfriesischen Nachrichten vom Dienstag, 21. Juni 2005.
     
  7. #126 Vogel-Mami, 25. Juni 2005
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    Quelle: http://www.landtag-niedersachsen.de/infothek/steno/steno_15_WP/endber060.pdf

    Niedersächsischer Landtag

    Hannover, den 22. April 2005

    (Auszug)


    Massentötung von Rabenvögeln im Landkreis Leer - eine „wissenschaftlich begleitete Feldstudie“?


    Meta Janssen-Kucz (GRÜNE):
    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
    Massentötung von Rabenvögeln im Landkreis Leer -eine „wissenschaftlich begleitete Feldstudie“?
    Schon im zweiten Jahr werden im Landkreis Leer im Rahmen einer von der Tierärztlichen Hochschule - Institut für Wildtierforschung - wissenschaftlich begleiteten und gemeinsam mit der Jägerschaft Leer durchgeführten so genannten Feldstudie Rabenvögel in Käfigfallen gefangen und dann erschlagen. Die auf drei Jahre angelegte Studie „Krähen- und Elsternfang im Landkreis Leer“ und dieses Vorgehen stoßen in der Bevölkerung und bundesweit in Presse und Fachwelt auch in diesem Jahr wieder auf Proteste und Unverständnis.
    Ein monokausaler Zusammenhang zwischen Rabenvogelbeständen und dem Rückgang der Bestandsdichte wiesenbrütender Vogelarten, wie er als Annahme dieser „Feldstudie“ zugrunde liegt, wurde bereits durch Erkenntnisse aus anderen Studien ausgeschlossen. Trotz anhaltender, ernst zu nehmender, fachlich begründeter Kritik an Methodik und Zielsetzung der Studie unterstützt die Landesregierung offensichtlich weiter die nicht zu rechtfertigende Tötung von Rabenvögeln im Landkreis Leer.

    Ich frage die Landesregierung:
    1. Welche Zwischenergebnisse des Projektes „Krähen- und Elsternfang im Landkreis Leer“ in Hinsicht auf die Anzahl der gefangenen bzw. getöteten Rabenvögel einschließlich „Beifang“ wie Raubvögel und andere geschützte Vogelarten liegen ihr vor?
    2. Welche Stellungnahmen mit welchem Inhalt haben Behörden des Landes, wie etwa das inzwischen aufgelöste NLÖ, der Projektträger Tierärztliche Hochschule Hannover und die Kreisjägerschaft Leer bzw. der Landkreis Leer im Rahmen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Aurich gegen Verantwortliche dieses Projektes abgegeben?
    3. Welche Gründe kann die Landesregierung dafür anführen, dass sie trotz der zahlreichen kritischen Einwände gegen diese Feldstudie im Landkreis Leer an ihrer Unterstützung und Finanzierung dieser wissenschaftlich zweifelhaften Arbeit festhält?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    In welchem Umfang Rabenkrähe und Elster als Beutegreifer - für Nichtjäger: Prädatoren - Einfluss auf die seit Jahren rückläufigen Populationen von Wiesenbrütern, wie Rebhühnern, sowie Hasen haben, ist umstritten und wird äußerst kontrovers diskutiert. Der Anteil von Rabenkrähen und Elstern an den Prädationsverlusten wird in vorliegenden Untersuchungen als erheblich eingestuft. Nachtaktive Prädatoren und durch die Landwirtschaft veränderte Lebensbedingungen sind weitere Einflussfaktoren.
    Im Landkreis Leer findet seit Februar 2004 ein vom Landkreis genehmigtes Forschungsprogramm statt, mittels dessen wissenschaftlich analysiert und dokumentiert werden soll, ob mit dem „Norwegischen Krähenfang“ eine deutliche Bestandsreduzierung von Rabenkrähen und Elstern großflächig zu erzielen ist.
    Das Projekt ist eine Kooperation des Instituts für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Jägerschaft Leer und findet im Einvernehmen mit dem Niedersächsischen Umweltministerium die Zustimmung des Niedersächsischen Ministeriums für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
    Die vorgesehene Laufzeit beträgt drei Jahre, ein erster Zwischenbericht liegt seit März 2005 vor, der Schlussbericht ist für das Frühjahr 2007 vorgesehen. Die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten.

    Parallel zu der Fangaktion erfolgt seit 2000 eine Horst- und Brutkartierung, um die Dichte der Rabenkrähenpopulation möglichst umfassend über einen längeren Zeitraum zu ermitteln.
    Da sich Gegner und Befürworter des Projekts mit Unterstützung der Medien heftige Diskussionen liefern, die zum Teil sehr emotional geführt werden, beabsichtigt das Niedersächsische Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Umweltministerium, noch vor der Sommerpause zu einem wissenschaftlichen Diskurs einzuladen, an dem Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen, u. a. auch auf Vorschlag von Tierschutz- und Umweltverbänden, teilnehmen. Ziel ist eine sachliche und ergebnisoffene Diskussion des Projekts, aus der gegebenenfalls auch Anregungen für das weitere Vorgehen gewonnen werden können.

    Dies vorausgeschickt beantworte ich die Fragen für die Landesregierung wie folgt:

    Zu Frage 1:
    Der bislang erfasste Fangzeitraum endet mit dem Monat Oktober 2004. Die Summe der Fangergebnisse beläuft sich auf 5 057 Rabenkrähen und 526 Elstern. Als Beifang waren vorhanden: 101 Saatkrähen, 113 Dohlen, 19 Eichelhäher, 18 Mäusebussarde, 7 Habichte, 2 Sperber, 2 Turmfalken, 5 Eulen. Das entspricht einem Anteil von 4,8 % des Gesamtfangs. Der Beifang ist in gesundem Zustand wieder freigelassen worden, die Greife und Eulen wurden zuvor noch beringt.

    Zur Frage 2:
    Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Aurich wurde die Bezirksregierung Weser-Ems zu einer Stellungnahme aufgefordert. Diese wurde aber wegen der Behördenauflösung nicht mehr erstellt.
    Im Nachgang ist das LAVES - Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit - zu einer Stellungnahme gebeten worden.
    Die Staatsanwaltschaft Aurich verzichtet auf Stellungnahmen von den Projektbeteiligten Tierärztliche Hochschule, Landkreis Leer und Jägerschaft Leer. Es liegt jedoch eine Stellungnahme der JägerschaftLeer vor. Außerdem hat das inzwischen aufgelöste NLÖ eine weitere Stellungnahme auf Anforderung der Staatsanwaltschaft Hannover abgegeben. Die darin geäußerte Auffassung wird vom Umweltministerium nicht geteilt. Das NLÖ war weder für Tierschutzfragen zuständig, noch gehörte es zu seinen Aufgaben, Ermessensentscheidungen anderer Behörden im Rahmen von Genehmigungsverfahren einer rechtlichen Bewertung zu unterziehen.

    Zur Frage 3:
    Es muss richtig gestellt werden, dass diese Feldstudie nicht mit Steuermitteln finanziert wird. Das Projekt wird gefördert mit einer zweckgebundenen Zuwendung aus den Jagdscheingebühren.
    In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Höhe der Prädationsverluste bei Wiesenvögeln durch Rabenkrähe und Elster Literaturangaben zufolge 10 % bis 70 % betragen. Niemand beabsichtigt im Übrigen, die Rabenvögel auszurotten. Das wäre nach dem Jagdrecht auch strafbar. Die Fluchtdistanz dieser Vögel ist aber so hoch, dass der Bestand in diesen Gebieten nicht entscheidend mit der Waffe reduziert werden kann. Bei einer weiteren Abnahme der Wiesenbrüter steht trotz Biotop verbessernder Maßnahmen und gezielter Bejagung des Raubwildes deren Existenz auf dem Spiel.
    Ohne Vorliegen überzeugender, anders lautender wissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem oben genannten Diskurs beabsichtigt die Landesregierung, dem Projekt nicht vorzeitig die finanzielle Förderung zu entziehen, zumal der wissenschaftliche Beirat der Tierärztlichen Hochschule auch nach intensiver Befassung keinerlei Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der Untersuchung geäußert hat.


    Hans-Jürgen Klein (GRÜNE):
    Die verwendeten Fallentypen sind europaweit aus Tierschutzgründen verboten, in Deutschland meines Wissens seit 30 Jahren. Meine Frage ist: Warum ist das so? Oder anders ausgedrückt: Wie funktionieren diese Fallen, und auf welche Art und Weise werden die Krähen dann ins Jenseits geschickt?

    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Klein, es ist sicherlich schwierig, in Worte zu kleiden, wie so ein Ding funktioniert. Für Laien: Es ist eigentlich eine große Voliere mit einem Eingang, durch den die Krähen hineinsteigen, aber nicht wieder hinausfinden. Ich weiß das nicht anders darzustellen. Es ist ein großer Drahtkasten, einfach gesagt.


    Ursula Helmhold (GRÜNE):
    Ich nehme nicht an, dass in den Volieren darauf gewartet wird, dass die Krähen verhungern. Insofern bitte ich darum, dass der zweite Teil der Frage meines Kollegen beantwortet wird: Wie werden die Krähen dort ins Jenseits befördert?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Helmhold, die Tiere werden mit einem Stockschlag getötet, wobei die Schädeldecke zertrümmert wird.


    Meta Janssen-Kucz (GRÜNE):
    Herr Minister, ich möchte noch einmal auf die Zahlen zurückkommen. Sie sprachen von 5 850 gefangenen Vögeln. Das haben Sie hier eben dargetan. Sie haben auch sehr detailliert dargestellt, wie der Beifang aussieht. Ich möchte dazu aus einem Interview mit Herrn Grauer von der Tierärztlichen Hochschule in der Ostfriesen-Zeitung vom 9. April zitieren. Dort steht: „Dass bis jetzt keine genaueren Zahlen vorliegen, begründet Grauer mit dem langsamen Rücklauf der Meldebögen. Er will aber nicht ausschließen, dass es bis Ende März an die 10 000 Rabenkrähen und Elstern gewesen sind, die getötet wurden.“ Können Sie die Zahlen von Herrn Grauer bestätigen?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Kollegin Janssen-Kucz, nach dem Programm gibt es zwei Abgabetermine für die Meldebögen. Der eine Termin ist Ende Oktober, der andere Ende März. Die von Ihnen eben genannten Zahlen, die natürlich noch nicht bestätigt sind, könnten richtig sein. Aber das sind jetzt Spekulationen, die ich nicht so genau nachvollziehen kann. Der offizielle Bericht, den wir vorliegen haben, endet mit der Meldung Oktober 2004. Der nächste Bericht für Ende März 2005 wird dann sicher die Zahlen umfassen.


    Hans-Joachim Janßen (GRÜNE):
    Eine der zentralen Fragen des Projekts ist die Frage nach der tatsächlichen Wissenschaftlichkeit dieses Projekts. Sie sprachen gerade davon, dass bis zu 70 % der Prädationsverluste auf Rabenkrähen und Elstern zurückzuführen seien. Aus dem nicht ganz weit entfernten Landkreis Wesermarsch werden z. B. seit vielen Jahren Untersuchungen auch mit Thermologgern durchgeführt. Diese sind zum Ergebnis gekommen, dass die Gelegeverluste durch Rabenkrähen bei 7 % bis 10 % liegen.
    Vor dem Hintergrund frage ich die Landesregierung, ob im Zusammenhang mit diesem Projekt untersucht wurde, wie das Prädationsverhalten bei den Wiesenbrütern im Landkreis Leer bzw. in den betroffenen Projektgebieten ist und welchen Anteil die landwirtschaftliche Nutzung an den Gelegeverlusten in den Bereichen hat.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Ich fange mit der Antwort auf die zweite Frage an. Es ist eigentlicher Sinn dieser wissenschaftlichen Studie festzustellen, welche Prädatoren die größten Anteile haben. Dazu gehört neben diesem Fang natürlich auch die Feststellung auf anderen Wegen. Von der Landesjägerschaft werden die Wildtiere erfasst, in der auch Wiesenbrüter mit aufgeführt worden sind.
    Zu Ihrer ersten Frage. Das gibt uns natürlich zu denken. Das ist auch Anlass dafür, dass diese Forschungen weitergeführt werden müssen. Das weite Spektrum von 10 % bis 70 % zeigt uns, dass man sehr wenig über die Geschehnisse in der Natur weiß, was Rabenvögel und Wiesenbrüter anbelangt. Aus diesem Grunde sind letztendlich diese wissenschaftlichen Forschungen angeschoben worden, um mehr Klarheit zu bekommen.


    Ulf Thiele (CDU):
    Frau Präsidentin! Verehrte Damen und Herren!
    Ich stelle meine Frage vor dem Hintergrund einer Aussage des früheren Ministers für Landwirtschaft, Bartels, vom 14. März 2001. Im Zusammenhang mit der Aufnahme der Rabenkrähen und Elstern in den Katalog der in Niedersachsen jagdbaren Vogelarten hat er die Jäger in seiner Rede verpflichtet, zum Schutz der bedrohten Tierarten, insbesondere bedrohter Vogelarten, die Bestände der Rabenkrähen zu regulieren. Ich frage hier in Erinnerung an unsere ehemalige Kollegin Hedwig Pruin - das will ich an dieser Stelle betonen -die Landesregierung und insbesondere, wenn erlaubt, den Umweltminister, ob die Landesregierung die Position teilt, die der damalige Minister geäußert hat, und ob es seit 2001 weitere Erkenntnisse in der Frage der Notwendigkeit der Regulierung der Rabenvögelbestände aus Gründen des Artenschutzes gibt.


    Hans-Heinrich Sander, Umweltminister:
    Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
    Ich kann bestätigen, dass die damalige Landesregierung - bis auf die Grünen wird das hier im Hause ja auch einheitlich vertreten - eine gute und kluge Entscheidung damit getroffen hat, die Rabenkrähen wieder bejagen zu lassen. Meine Damen und Herren, damit hat die Landesregierung im Grunde genommen eine Entscheidung korrigiert. Sie hat jetzt ein Vorsorgeprinzip eingeführt. Meine Damen und Herren von den Grünen, Sie sind sonst doch immer so für Vorsorge. Die Entscheidung von damals, als man glaubte, durch ein Feuchtgrünlandprogramm die Population der Wiesenvögel verbessern zu können, hat man zurücknehmen müssen. Sie war einfach falsch. Man hat sehr schnell herausgefunden, dass nicht nur Säugetiere, also z. B. der Fuchs, erheblich dazu beitragen, dass die Population der Wiesenvögel zurückging, sondern insbesondere auch die Beutegreifer. Daher hat man, obwohl man viel Geld in das Feuchtgrünlandprogramm gesteckt hat, diesen Versuch mit unterstützt. Ich meine, wir müssen ihn auch zu Ende führen, um gerade diese bedrohten Wiesenvogelarten, die auf der Roten Liste stehen, in ganz Niedersachsen wieder zu stärken. Es betrifft ja nicht nur die Feuchtgrünlandgebiete an der Küste, sondern im ganzen Land.


    Andreas Meihsies (GRÜNE):
    Frau Präsidentin!
    Vor dem Hintergrund, dass der Naturschutzbund Niedersachsen im Februar eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim MWK eingereicht hat, frage ich die Landesregierung, wie dort der Stand der Bearbeitung ist und wie die Landesregierung diese Dienstaufsichtsbeschwerde beurteilt.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Meihsies, wir haben ein Schreiben eines Mitglieds des NABU erhalten, in dem steht, dass wir diese Forschung unbedingt fortsetzen sollten. Außerdem ist im Landkreis Coesfeld im Nachbarland Nordrhein-Westfalen dieser „Norwegische Krähenfang“ für ähnliche Erhebungen unter der Führung der Grünen-Ministerin Höhn selbst eingesetzt worden.


    Ina Korter (GRÜNE):
    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
    Der Landkreis Leer hat zur Auflage gemacht, dass die dort aufgestellten Fallen zweimal am Tag kontrolliert werden, und zwar mittags und abends vor Einbruch der Dunkelheit. Bei mehr als 200 aufgestellten Fallen ist das ein enormer Aufwand für die Jagdpächter. Ich frage die Landesregierung: Wie wurden diese Auflagen kontrolliert?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Kollegin Korter, die Fangbögen werden mit Uhrzeiten versehen. Sie müssen beim Landkreis Leer gemeldet werden.


    Filiz Polat (GRÜNE):
    Frau Präsidentin!
    Herr Minister, Sie rechtfertigen das Projekt in Leer zum Erhalt der Wiesenbrüter damit, dass dort staatliche Mittel nicht sinnvoll eingesetzt sind, wenn nicht parallel dazu Prädatorenmanagement durchgeführt wird. Ich frage die Landesregierung bzw. speziell Sie, Herr Minister: Mit welchen Mitteln sind welche Projekte im Landkreis Leer zum Erhalt der Wiesenbrüter durchgeführt worden?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Wir haben seit 2002 allein für ein Programm für Wiesenbrüter im Landkreis Leer 325 000 Euro aufgewendet.


    Dorothea Steiner (GRÜNE):
    Frau Präsidentin!
    Ich möchte noch einmal etwas zu der Auseinandersetzung um die Wiesenbrüter fragen. Herr Minister Ehlen selbst sagte ja, „um die nahe liegende These zu beleuchten, dass die Rabenkrähen mit für das Verschwinden der heimischen bodenbrütenden Vögel verantwortlich seien,“ müsse man das mit diesem Versuch jetzt wissenschaftlich untersuchen. Angesichts dessen frage ich Sie: Welche längerfristigen schon vorher vorliegenden Bestandserfassungen mit welchen Ergebnissen zu Wiesenbrütern, Hasen und Rabenvögeln liegen für den Landkreis Leer vor und stehen als Vergleichsdaten zur Verfügung, um das laufende Rabenvögeltötungsprojekt tatsächlich wissenschaftlich evaluieren zu können?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Steiner, als Grundlage gelten für uns die seit 15 Jahren von der Landesjägerschaft durchgeführten Zählungen. Das Problem, das hier gelöst werden soll, ist, die Population der Rabenkrähen in nennenswerten Größenordnungen einfacher und - ich sage jetzt einmal - tierschutzgerechter zu minimieren. Das ist der oberste Grundsatz, nach dem das erforscht werden soll. Wir müssen feststellen, dass wir das allein durch die Bejagung mit der Flinte nicht schaffen. Anhand von Zahlen aus den vergangenen Jahren haben wir einen Faktor der Vermehrung von 2,3 festgestellt. Mit dem alten jagdlichen Mittel, nämlich der Flinte, kann dieser Faktor letztendlich nur auf 1,8 reduziert werden. Das bedeutet, dass wir vom Faktor 1,8 bis zum Faktor 2,3 eine jährliche Erhöhung des Rabenkrähenbestandes feststellen müssen. Von daher sagen wir ganz klar: Wir kommen mit der einfachen Bejagung mit der Flinte nicht aus.
    Zudem - auch das wurde festgestellt - hat z. B. der Goldregenpfeifer die Region, in der dieses Befangen jetzt stattfindet, seit Jahren verlassen. Dort gibt es nur noch sehr wenige. Sie haben sich aus dieser Region bereits zurückgezogen, weil die Rabenkrähenpopulation so hoch war.


    Professor Dr. Hans-Albert Lennartz (GRÜNE):
    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich vermute, dass ich jetzt eine Frage stelle, die auch die CDU-Fraktion schon immer gerne stellen wollte.

    (Lachen bei der CDU)

    - Das werden wir ja gleich sehen. - Der Landkreis Leer hat im Rahmen seiner Genehmigung für den Einsatz dieser Fallen u. a. die Auflage erteilt, dass die Jagdrevierinhaber gegenüber der Öffentlichkeit keine Aussagen zum Projekt und zum Fangvolumen machen dürfen. Ich frage die Landesregierung, ob sie es für gerechtfertigt hält, dass eine Behörde, in diesem Fall der Landkreis Leer, ein solches Sprachverbot für ca. 200 Personen in diesem konkreten Fall erteilt hat.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Lennartz, es gibt eine interne Absprache innerhalb der Jägerschaft, dass keine Einzelzahlen herausgegeben werden. Der Landkreis Leer hat letztendlich verfügt, dass diese Zahlen gebündelt und dann auch gebündelt veröffentlicht werden.


    Enno Hagenah (GRÜNE):
    Ich frage die Landesregierung, welche Gründe seinerzeit dazu geführt haben, dass das hier angewendete Fangverfahren nach dem Tierschutzgesetz verboten wurde, was diesem Fall, der Wissenschaftlichkeit wegen, aber offensichtlich nicht gilt, was wiederum dazu geführt hat, dass es genehmigt werden konnte.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Hagenah, es ist in der Tat so, dass dieser „Norwegische Krähenfang“ für den normalen Einsatz verboten ist, zu wissenschaftlichen Zwecken diese Methode aber ausdrücklich genehmigt wird.

    (Ursula Helmhold [GRÜNE]: Das kennen wir ja vom Walfang!)


    Ulrike Schröder (CDU):
    Frau Präsidentin!
    Ich frage die Landesregierung: Wurden wissenschaftliche Begleituntersuchungen zum Einfluss von Beutegreifern auf Wiesenvogelbestände von der Naturschutzverwaltung in Auftrag gegeben?


    Hans-Heinrich Sander, Umweltminister:
    Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
    Die Frage kann ich mit Ja beantworten. Die Vorgängerregierung hat in der Stollhammer Wisch eine wissenschaftliche Begleituntersuchung mit in Auftrag gegeben. Diese Untersuchung hat zu dem Ergebnis geführt, dass die Annahme falsch war, durch Programme, späteres Mähen usw. könne man die Population wieder vergrößern. Daraufhin hat man den Sachverstand der örtlichen Jäger und Naturschützer wieder mehr genutzt. Es ist ganz interessant, dass man seitens der Wissenschaft da etwas zurückgenommen hat.
    Man hat erkannt, dass große Summen für Subventionen ausgegeben und fehlgeleitet wurden. Nachdem alle an dem Projekt beteiligt wurden, hat man festgestellt, dass durch eine gezielte Bejagung eine Reduzierung möglich ist und dadurch auch die Wiesenbrüter wieder eine Chance haben und die Niedersachsen sich wieder an ihnen erfreuen können.


    Ralf Briese (GRÜNE):
    Die Landesregierung rechtfertigt diesen angeblichen wissenschaftlichen Versuch mit dem Schutz des Singvogelbestandes in der Region. Nun möchte ich gerne wissen: Wie kommt es, dass gerade die Verbände, die sich seit Jahren für einen anwachsenden Bestand oder für den Schutz der Singvogelpopulation in diesen Regionen stark machen, nämlich der NABU, der BUND, die Deutsche Ornithologische Gesellschaft und die Ostfriesische Ornithologische Vereinigung, nun vehement Stellung dagegen beziehen? Gerade diejenigen Gruppen, die sich immer für den Bestand der Singvögel in dieser Region stark gemacht haben, ziehen gegen Sie zu Felde. Warum machen die das?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Briese, was Sie vorgetragen haben, ist sehr unlogisch.
    Ich weiß auch nicht, welche Emotionen Einzelne dazu veranlassen, jetzt gegen mich oder gegen diese Studie zu Felde ziehen. Letztendlich ist es eine wissenschaftliche Studie, die die Jägerschaft gemeinsam mit der TiHo durchführt. Wenn ich die Zuschriften, die ich als Minister erhalte, betrachte, kann ich sagen, dass sich schätzungsweise 30 bis 40 Zuschriften - ich habe sie nicht genau gezählt - gegen die Studie aussprechen, während über 1 000 fordern, die Studie zu Ende zu führen, damit wir endlich einmal wissenschaftlich fundierte Zahlen bekommen.


    Andreas Meihsies (GRÜNE):
    Frau Präsidentin!
    Meine Frage ist nicht beantwortet worden. Ich wiederhole sie, weil der Briefverkehr des Herrn Ehlen mit irgendwelchen Privatpersonen nicht das Thema meiner Frage war. Ich frage noch einmal konkret: Dem MWK liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Landesverbandes Niedersachsen des Naturschutzbundes vor. Wie ist der Stand der Bearbeitung? Welchen Inhalt hat diese Dienstaufsichtsbeschwerde? Ich bitte um Beantwortung dieser Fragen.


    Lutz Stratmann, Minister für Wissenschaft und Kultur:
    Es ist in der Tat richtig, dass eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei uns eingegangen ist. Damit ich jetzt aber nichts sage, was mit dem Sachstand nicht übereinstimmt, bitte ich um Verständnis dafür, dass ich Ihnen den derzeitigen Sachstand schriftlich mitteile. Ich kann Ihre Frage so aus dem Stegreif nicht beantworten.


    Meta Janssen-Kucz (GRÜNE):
    Ich frage die Landesregierung, ob sie der Meinung ist, dass die Bedingungen für die wissenschaftliche Durchführung noch gegeben sind. In der Genehmigung der TiHo war ursprünglich von 200 Fallen die Rede; mittlerweile sind aber nur noch 120 Fallen in Betrieb, also 80 Fallen weniger. Nach den Gründen für die Reduzierung der Fallen will ich nicht fragen. Ich weiß, dass einigen Jägern die Erlaubnis entzogen worden ist, weil sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkamen.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Kollegin Janssen-Kucz, bei Ihrer Frage müssen Sie auch berücksichtigen, inwieweit die Jägerschaft Leer überhaupt in der Lage ist, diesen Versuch so zu begleiten, wie es vorgeschrieben ist. Es ist schwierig, für 200 Fallen die notwendige Manpower, so möchte ich es einmal sagen, zur Verfügung zu stellen. Auch angesichts der vorher gestellten Fragen glaube ich, dass es wichtig und richtig ist, eine kleinere Zahl von Fallen aufzustellen und diese zweimal am Tag zu kontrollieren, als wenn man die Kontrollen wegen Personalmangel nicht leisten kann und dann Dinge geschehen, die nicht geschehen sollen. Die Reduzierung der Zahl der Fallen hat etwas mit der Zahl der Personen zu tun, die in dieses Projekt eingebunden sind.


    Dorothea Steiner (GRÜNE):
    Herr Minister Ehlen, alle geben an, das eigentliche Ziel der Studie sei die Erforschung der Rahmenbedingungen zum besseren Schutz von Wiesenbrütern. Ich frage die Landesregierung: Wie beurteilen Sie die Befürchtung, dass das eigentliche Projektziel dieser Studie auch sein kann, diese europaweit verbotenen Fallentypen in Deutschland rechtsverbindlich zu legalisieren?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Frau Steiner, diese Überlegung gibt es bei uns nicht. Wir müssen jetzt erst einmal das Ergebnis der Studie abwarten. Ich will noch einmal betonen - ich habe es vorhin schon einmal gesagt -, dass diese Fangmethode des „Norwegischen Krähenfangs“ auch in anderen Bundesländern zu wissenschaftlichen Zwecken eingesetzt wird. Ziel all dieser Studien ist die Beantwortung der Frage: Gibt es Möglichkeiten, mit anderen Methoden als mit der Schrotflinte die Zahl der Rabenkrähen zu dezimieren?
    Ihre Frage könnte irgendwann einmal relevant werden; eine entsprechende Regelung müsste dann aber mit Sicherheit auf Bundesebene umgesetzt werden. Von daher gehe ich im Moment nicht davon aus, dass die von Ihnen angedeutete Denkrichtung bei der Studie zum „Norwegischen Krähenfang“ verfolgt wird.


    Hans-Jürgen Klein (GRÜNE):
    Unter Hinweis auf den Umstand, dass der Leiter des durchführenden Institutes identisch ist mit dem Vorsitzenden der Landesjägerschaft, gibt es den Vorwurf, dass es hier gar nicht um Artenschutz für Wiesenbrüter, sondern um die uralte Konkurrenz zwischen Jägern und Beutegreifern um das Niederwild geht. Wie will die Landesregierung diesem Vorwurf, jagdpolitische Zielsetzungen zu verfolgen, entgegentreten?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Klein, wir sehen nirgendwo Querbindungen, denn dieses Projekt wurde vor der Amtszeit des jetzigen Jägerschaftspräsidenten genehmigt.

    (Hans-Jürgen Klein [GRÜNE]: Da war er Stellvertreter!)


    Filiz Polat (GRÜNE):
    Frau Präsidentin!
    Herr Minister, bis zu 100 % der Gelege werden durch landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere durch Schleppen und Walzen, zerstört. Herr Sander, Sie haben gerade in Ihren Äußerungen deutlich gemacht, dass das Feuchtwiesenprogramm falsch bzw. überflüssig war. Heißt das, dass dieses Programm eingestellt wird?


    Hans-Heinrich Sander, Umweltminister:
    Frau Präsidentin!
    Sehr geehrte Frau Polat, das Feuchtgrünlandprogramm war nicht falsch. Wir führen es ja auch fort. Es musste nur ergänzt werden. Man hatte ja geglaubt, dass man das allein mit einem solchen Programm regeln könnte. Das war aber falsch. Denn es ist festzustellen, dass hauptsächlich die Beutegreifer dafür verantwortlich sind. Ihre Aussage, dass diese Gelege bis zu 100 % durch Walzen, Schleppen oder Striegeln zerstört werden, ist absolut nicht richtig.


    Annette Schwarz (CDU):
    Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren!
    Angesichts der hier laufenden Diskussion frage ich die Landesregierung: Wie bewertet sie generell die Aufforderung von Bündnis 90/Die Grünen, nur aufgrund der öffentlich laufenden Kampagne, aufgrund von Annahmen und Vermutungen ein wissenschaftlich fundiertes Forschungsprojekt einzustellen?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Die Landesregierung nimmt Forschung und Lehre in Niedersachsen sehr ernst. Ich glaube, dass wir uns hier nicht so sehr den emotionalen Dingen zuwenden sollten. Wir brauchen diese wissenschaftlichen Untersuchungen, um Tierschutz und auch Wiesenbrüterschutz durchführen zu können. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sollte sich einmal überlegen, ob sie sich damit letztendlich nicht selber disqualifiziert.


    Ina Korter (GRÜNE):
    Am 30. Mai soll ein Experten- und Expertinnengespräch zum Krähenprojekt stattfinden. Ich frage die Landesregierung: Herr Minister Ehlen, Herr Minister Sander, wer wird zu diesem Expertengespräch eingeladen?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Es ist ein wissenschaftlicher Diskurs geplant, zu dem alle eingeladen sind, die sich bislang von der wissenschaftlichen Seite zu diesem Thema geäußert haben: aus den Reihen des Naturschutzes, des Tierschutzes, aber auch aus der Tierärztlichen Hochschule und anderen - ich sage mal - Instituten, die mit der Materie umgehen und etwas dazu zu sagen haben.


    Ulf Thiele (CDU):
    Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
    Ich frage die Landesregierung, insbesondere den Umweltminister: Wie ewertet die Landesregierung die Tatsache, dass beispielsweise der NABU Nordrhein-Westfalen, aber auch Herr Dr. Helb, der Rabenkrähengutachter des Landes Rheinland-Pfalz, der als ausgewiesener Gegner des Forschungsprojektes im Landkreis Leer gilt, die ja so verteufelte „Norwegische Krähenfalle“ in der Vergangenheit selbst für eigene Projekte eingesetzt haben?


    Hans-Heinrich Sander, Umweltminister:
    Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren!
    Herr Kollege Thiele, es ist richtig, Herr Dr. Helb hat diese Falle eingesetzt.

    (Zuruf von den GRÜNEN: In welchem Umfang?)

    Mir ist nicht erklärlich, warum es bei ihm jetzt zu einem Sinneswandel gekommen ist. Aber vielleicht darf ich noch ergänzen - wir haben in der Stollhammer Wisch schließlich schon Zwischenergebnisse -: Alleine in 2004 kamen 54 von 87 besenderten Kiebitzküken durch natürliche Feinde ums Leben. Das ist eine Verlustrate von 62 %. Wollen Sie, dass diese Küken weiterhin in diesem Ausmaß durch Beutegreifer vernichtet werden? - Wir nicht!

    (Beifall bei der FDP und bei der CDU - Hans-Jürgen Klein [GRÜNE]: Wie kann man sich nur so disqualifizieren! - Weitere Zurufe von den GRÜNEN)


    Stefan Wenzel (GRÜNE):
    Herr Minister Ehlen, Sie haben eben abgestritten, dass es bei den Vorgängen in Leer auch um die Legalisierung eines Fallentyps geht, der nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie verboten ist. Wie können Sie es sich erklären, dass in den Projektzielen ausdrücklich die rechtsverbindliche Legalisierung der beiden Fallentypen in Niedersachsen, und zwar des „Norwegischen Krähenfangs“ und der „Larsen-Falle“, genannt ist?


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Herr Kollege Wenzel, ich habe in einer vorherigen Antwort dargestellt, wie die Gesetzeslage momentan ist. Daran haben wir uns zu halten. Das europäische Recht sieht vor, dass Fallen für Vögel zur Abwendung von Schäden eingesetzt werden dürfen. Im Moment ist es aber nicht angestrebt, in Deutschland etwas zu verändern.


    Dr. Gabriele Heinen-Kljajić (GRÜNE):
    Herr Minister Ehlen hat hier eben vorgetragen, man wolle im Sommer einen Diskurs darüber führen, inwieweit dieses Projekt tatsächlich wissenschaftlich sei. Dieses Vorgehen ist im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt an einer Hochschule eher untypisch. Ich frage daher die Landesregierung, warum man sich diese Frage nicht vor Beginn des Projektes gestellt hat.


    Hans-Heinrich Ehlen, Minister für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:
    Ich weiß nicht, ob Sie das vorhin nicht richtig mitbekommen haben. Der wissenschaftliche Beirat hat dieses Projekt im Vorfeld als ein wissenschaftliches Projekt anerkannt. Da gibt es überhaupt kein Vertun. Was hier jetzt abläuft, ist eine Reaktion auf die Diskussionen in den Medien und auch hier im Hause. Ich bin sehr gespannt, was letztendlich dabei herauskommt. Vielleicht führt der wissenschaftliche Diskurs zu neuen Anregungen, die diese Forschungen dann eventuell befruchten oder begleiten. Darüber würde ich mich sehr freuen.
     
  8. südwind

    südwind Foren-Guru

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    Gemeinsam Grillen und Rabenvögel leben lassen!
    Als Antwort auf den NOZ - Bericht über die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft und NABU in Vechta merkt der NABU Osnabrück an, dass natürlich auch in Osnabrück eine Zusammenarbeit mit der Jägerschaft möglich wäre. Sicherlich sei ein gemeinsamen Grillabend, wie es der Vechtaraner NABU-Vorsitzende Ulrich Heitmann vorschlägt, denkbar, allerdings sei der NABU Osnabrück nicht bereit, auf seine gut begründeten naturschutzfachlichen Äußerungen z.B. zur Jagd auf Rabenvögel zu verzichten. „Wenn die Jägerschaft zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem NABU bereit ist, werden wir auch gerne mit ihr gemeinsam Grillen oder Nistkästen aufhängen“, äußert sich Andreas Eickhorst, Vorsitzender des NABU Osnabrück. Deutliche Kritik übt der NABU an dem Abschuß von über 1000 Rabenkrähen und Elstern in Osnabrück im letzten Jahr. Das Töten dieser klügsten unserer Singvögel sei gegen jede ökologische Vernunft. „Wir fordern die Abschaffung der Freizeitjägerei, um dass sinnlose Töten von hochintelligenten Singvögeln und Rote-Liste-Arten (u.a. Waldschnepfe und Rebhuhn) endlich zu beenden“, sagt Dr. Gerhard Kooiker, Ornithologe im NABU Osnabrück. Der NABU Osnabrück weist darüberhinaus darauf hin, dass die Natur keinen menschlichen Regulator brauche: Die Bejagung von Rabenvögeln und anderen Beutegreifern ändere gar nichts an der Situation der dringend Schutz und Hege bedürfenden aussterbenden Arten Brachvogel, Birkwild, Feldhase, Feldlerche, Kiebitz, Rebhuhn, Uferschnepfe usw. „Es ist also völlig verfehlt, in der Dezimierung jener die Lösung der Probleme zu sehen, die überwiegend durch die intensive Landwirtschaft verursacht werden. Eine tote Krähe hilft den Wiesenvögeln nicht!“, so Kooiker. Leider hätten große Teile der Jäger auch heute noch der komplizierten Räuber-Beute-Beziehung nichts anderes entgegenzusetzen als Fallen und Gewehre. Das ökologische Gefüge der heimischen Wildbahn funktioniere ohne Fallen und Schießgewehre wesentlich besser und effektiver. Das Töten von Tieren in der Freien Natur sei von der Gesellschaft ohnehin nicht mehr gefragt. Gefragt seien vielmehr das Erlernen ökologischer Zusammenhänge und die Einsicht in die Notwendigkeit der Abstinenz von jagdlichen Eingriffen in das Gefüge unserer Wildarten. Wenn sich Jäger als Heger und Pfleger begriffen, müssten sie sich die Frage gefallen lassen, welchem Ziel die Hege eigentlich diene. Es könne nicht Zweck des Tötens von Beutegreifern sein, die Zahl der Fleischfresser zu reduzieren, um möglichst viele Pflanzenfresser schießen zu können. „Wir möchten wissen: Sind Jäger Naturschützer oder nur Naturnutzer?“, so Eickhorst abschließend.
    Quelle: Andreas Eickhorst, Vorsitzender







    http://www.nabu-os.de/presse.php?id=65
     
  9. südwind

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    Nicht von schlechten Elstern
    Der Ruf der Elster könnte schlimmer nicht sein: ein Singvogel, der stiehlt, hässlich kreischt und zudem Eier von kleineren Vögeln frisst. Tatsächlich sind Elstern friedlich, geschickt und höchst intelligent. Ein Plädoyer gegen die Ökonomisierung der Natur

    VON CORD RIECHELMANN

    "Glauben bedeutet, von einem Teil der Natur einen anderen Teil, der nicht gegeben ist, abzuleiten." Gilles Deleuze in "David Hume"

    Die geschätzte Redakteurin hatte sich hinter ihrem Flachbildschirm von ihrem Schreibtischstuhl erhoben, war einen Schritt zur Seite gegangen und skandierte: "Über Elstern lasse ich mir gar nichts mehr erzählen. Selbst von Ihnen nicht. Ich habe in meinen Hof gesehen, was die tun!" Die nickende Bewegung des Kopfes, die mit den letzten Worten einherging, manifestierte sozusagen das aus der Beobachtung geronnene Kausalitätsverhältnis zum Gesetz.

    Was sie gesehen hatte, haben viele schon beobachtet, wahrscheinlich sogar Schlimmeres. Elstern stillen manchmal ihren Hunger dadurch, dass sie im Frühjahr brütenden, kleineren Vögeln - mit Vorliebe Amseln - die Eier oder die schon geschlüpften Nestlinge rauben und sie auffressen. Die Meinung, Elstern seien böse Vögel und bedrohten durch ihre Nesträubereien den Fortbestand anderer Vogelarten, ist ein weit verbreiteter Allgemeinplatz. Über Elstern ist vermutlich noch mehr Unfug in der Menschenwelt als über Drogen unter Drogenbenutzern oder über die so genannte Wirtschaft nach dem Ende des New Economy Booms unter Journalisten.

    Aber in der Häufung nervt das Vorurteil dann doch. Zumal wenn ein paar Tage später dann noch ein Hundebesitzer seinen Hund ins Gebüsch hetzt, um eine gerade flügge gewordene, noch unerfahrene Elster zu jagen. Und darauf aufmerksam gemacht, dass das erstens verboten und zweitens eine Gemeinheit sei, mit Hund nur zurückkeift, die Biester richteten sowieso nur Schaden an - und so weiter. Zum Glück war der Hund so dämlich wie die Elster schlau.

    Dass Elstern intelligent sind und neben einer herausragenden Beobachtungsgabe auch über technisches Geschick verfügen, wird auch von ihren menschlichen Feinden anerkannt. Sie sind zum Beispiel in der Lage, Dachziegeln anzuheben, um darunter portionierte Nahrung zu verstecken und bei Bedarf wieder hervorzuholen. Zum Vorteil haben das die Feinde dem schwarz-weißen Vogel mit dem metallic-schwarzblau glänzenden, langen Schwanz aber nie angerechnet. Im Gegenteil. Die Geschichte ihrer Bestandsentwicklung im 20. Jahrhundert in Deutschland spiegelt auf merkwürdige Art die politische Kultur des Landes.

    Von 1900 bis 1920 waren die zuvor überall auf dem Land vorkommenden Vögel durch massive Verfolgung und Bejagung soweit dezimiert, dass die meisten Ornithologen mit ihrem baldigen Aussterben rechneten. Gegen Ende der 20er-Jahre erholten sich die Elsterpopulationen langsam wieder und kehrten in früher verlassenen Gebiete zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichten sie in den waffenlosen Jahren bis 1950 wieder Siedlungszahlen, wie man sie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts kannte. Um nach 1950 mit der wieder einsetzenden Jagd und der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft abermals unter massiven Druck zu geraten. Dass sie in der Folge ihre Populationsgrößen trotzdem konstant halten konnten, hatte einfach damit zu tun, dass sie die Stadt als Lebensraum entdeckten.

    Während sie in ländlichen Gebieten teilweise bis heute immer seltener werden, nimmt ihre Zahl in Städten immer mehr zu. Für die Elstern ist das insofern ein Vorteil, weil ihnen die Jäger dorthin nicht nachkommen können. Bis in die Siebzigerjahre verfolgten sie die Vögel teilweise mit so widerlichen Methoden wie der, mit Schrot oder Kleinkalibergewehren von unten während der Brut- und Aufzuchtzeit in ihre Nester zu schießen.

    Die Urteile über ihr angeblich böses Tun, sind ihr trotzdem auch in die Stadt hinterhergeflogen. Das ist wirklich widersinnig. Es gibt nämlich tatsächlich einen wissenschaftlich stichhaltigen Zusammenhang zwischen der Population von Elstern, die wie alle Rabenvögel zu den Singvögeln gehören, und der kleinerer, vermeintlich seltener und bedrohterer Singvögel. Elstern sind immer da besonders häufig, wo auch Amseln, Buchfinken, Grünlinge, Meisen, Zaunkönige oder Nachtigallen besonders zahlreich sind. Es ist ja auch wirklich nicht ganz leicht zu verstehen, dass Elstern in manchen Gegenden tatsächlich einen Großteil der Erstbruten von Amseln fressen und sich trotzdem kein nachweisbarer Einfluss dieser Tatsache auf den Bestand der Amseln finden lässt. Um das aufzuklären, muss man das Spektakel von Fressen und Gefressenwerden auch genau betrachten.

    Amseln bringen es in Städten mitunter auf bis zu drei Bruten in einem Jahr und offensichtlich können sie sich den Verlust des ersten Geleges "leisten". Dass Elstern die Zweitbruten wesentlich weniger bis gar nicht angreifen, erklärt sich aus ihren Fressgewohnheiten. Magen-, Kot- und Speiballenanalysen von Elstern ergeben überall - ob in Manchester, Poznan oder Erfurt - ein ähnliches Bild. Sie ernähren sich in der Hauptsache von Samen, Früchten, Insekten und deren Larven, Regenwürmern, Knospen und Haushaltsabfällen aller Art, von Fischschuppen bis Hühnerknochen. Kleinvogelküken- oder Eierreste lagen bei allen Untersuchungen etwa bei drei Prozent.

    Das Gezeter um diesen verschwindend geringen Anteil ihrer Nahrung könnte auch mit der Dauerpräsenz der Tiere zusammenhängen, ihrer Größe und Farbe. Elstern sind Standvögel, sie bleiben das ganze Jahr in ihren Revieren, halten sich gern an exponierten Stellen auf und bauen ihre großen Nester unübersehbar in hohe lichte Stellen der Bäume. Wenn sie die Nester, was nicht alle tun, auch noch mit einem Dach versehen, fallen die Kugeln buchstäblich ins Auge. Zudem sind Elstern selten still. Ihr Geschacker und "Tschark"-Geschirk kann sich von Herbst bis in den beginnenden Frühling, wenn sie sich in Städten zu Versammlungen von bis zu vierhundert Tieren treffen, zu Kreischkonzerten ausweiten, deren melodischer Anteil gering ist.

    Außerdem spielen sie gern mit glänzenden Gegenständen wie Plastiktüten oder Silberschokoladenpapier. Was ihnen den Ruf des Diebes eingebracht hat. Sie stehlen die glänzenden Gegenstände jedoch nicht, was man auch daran sehen kann, dass sie die Sachen nicht verstecken. Während sie Pflanzenzwiebeln, Käse oder Eicheln so speichern, dass sie kein anderer finden kann, lagern sie Plastiktüten oder Messingdrähte ganz offen für jeden sichtbar am, neben oder auf dem Nest.

    Bleibt allerdings die Frage, woher sie dann ihren Ruf haben. Die Ökonomisierung der Natur könnte dabei eine Rolle spielen, die nicht erst im 19. Jahrhundert beginnt, sondern bereits bei Francis Bacon formuliert ist. Jene Sicht, die meint, nur den starken Baum, der auch Früchte trägt, jedes Jahr mehr, und dabei kerngesund ist, gießen zu müssen, und den Strauch der keine schönen Blüten trägt, als Unkraut auszureißen und zu vernichten. Ein Blick in andere Kulturen bestätigt das. In der Mongolei etwa sind Elstern fast heilige Vögel, und an jeder Jurte gibt es auch ein Paar, dessen Flug man aufmerksam verfolgt.

    Oder wie in Bombay, einer Stadt, die beispiellos zahlreich von Krähen besiedelt wurde, jeder eine Krähengeschichte kennt und erzählt, die alten und schwach gewordenen sogar im Altersheim versorgt. Es scheint angesichts der Elster fast so, als sei hierzulande selbst der Glaube dabei, im Kalkül von Nützlichkeit zu verbiestern. Den Elstern aber wirds egal sein, in Städten sind sie sicher.

    taz Nr. 7418 vom 26.7.2004, Seite 13, 291 Zeilen (TAZ-Bericht), CORD RIECHELMANN - http://www.taz.de/pt/2004/07/26/a0147.nf/text.ges,1

    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Der sinnlose Tod der Galgenvögel

    Vogelkundler kämpfen gegen Vorurteile und Rabenjagd



    Angriffs- und sogar mordlustig, verschlagen und bösartig - so lauten die Vorurteile gegenüber den Rabenvögeln. Eine Projektgruppe der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft versucht bei ihrem Treffen in Stuttgart ein ganz anderes Bild ihrer Schützlinge zu zeichnen.

    Von Tine Steinlein

    Für Hans-Dieter Wallschläger, Sprecher der Projektgruppe Rabenvögel der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, sind die meisten Berichte über Raben im Fernsehen oder in Zeitungen ein Albtraum. "Es gibt Landwirte und Jäger, die nutzen die Vorurteile der Leute maßlos aus und machen der Presse gegenüber falsche Aussagen. Denen ist es gerade recht, wenn sie irgendwelche Schäden auf die bösen schwarzen Raben schieben können." Wie vor kurzem in Lörrach: Wanderer hatten bei einer unbeaufsichtigten Herde tote Lämmer entdeckt, denen angeblich Raben die Augen ausgehackt haben. "Da gehen dann blutige Bilder durch Fernsehen und Presse, und alle sehen sich darin bestätigt, dass man Raben erschießen muss, damit sie nicht wieder Herden überfallen und Tiere töten." Dabei hat es sich in Lörrach nicht um Raben gehandelt, sondern um Krähen. Und Krähen, beteuert Wallschlägers Kollege Hans Bergmann, können keine Lämmer umbringen. Nicht einmal kranke.

    Kolkraben, mit einer Spannweite von 95 Zentimetern und einer Körpermasse von 1,5 Kilo sind nicht nur die größten, sondern auch die intelligentesten heimischen Singvögel. Ein krankes Lamm können sie - wenn es von der Mutter im Stich gelassen wird - tatsächlich töten. "Aber das ist ja auch ihre Aufgabe. Sie sind so eine Art Gesundheitspolizei, ähnlich den Geiern in Afrika", sagt Bergmann. Selten räubern Raben Nester anderer Singvögel, aber in der Natur sei das einkalkuliert. Deshalb sterbe noch keine Vogelart aus. Normalerweise töten Rabenvögel aber keine Tiere: Weit häufiger fressen sie Aas. Zu den Rabenvögeln gehören neben den Kolkraben und den Raben- und Saatkrähen auch Elstern, Dohlen und Eichelhäher.

    "Die Argumente der Landwirte und der Jäger sind nicht haltbar", sagt Wallschläger. "Die Natur ist viel raffinierter, als die Menschen denken. Wenn Rabenvögel erschossen werden, sorgen die übrigen Tiere für mehr Nachwuchs. So bleibt ihre Zahl immer annähernd gleich." Wallschläger glaubt, dass die Jäger und Landwirte das auch wissen. "Aber die schießen einfach gerne. Viele sehen das unter dem jagdsportlichen Aspekt. Es gibt genug Politiker, die auch jagen, deshalb können die das immer durchdrücken. In Niedersachsen werden jedes Jahr hunderttausende Rabenvögel abgeschossen."

    Wie viele Tiere es in Baden-Württemberg sind, wissen die Ornithologen nicht. Genehmigungen sind hier nicht so leicht zu bekommen wie in anderen Bundesländern, aber dass Rabenvögel erschossen werden, dessen sind die Vogelkundler sich sicher. "Das widerspricht dem Tierschutzgesetz. Tiere darf man nur töten, wenn es irgendeinen Sinn macht. Und nachdem die Rabenvögel immer für genug Nachwuchs sorgen, kann man ihre Zahl nicht dezimieren. Zu viele wird es auch nicht geben, es gibt so etwas wie einen natürlichen Vermehrungsstopp. Also ist die Jagd auf sie sinnlos", sagt Wallschläger. Bei der Jagd auf die Rabenvögel sind ihre Gegner kreativ. "Es gibt verschiedene Arten von Fallen, in denen die Tiere nicht einmal sofort tot sind, sondern langsam verenden. Außerdem werden vergiftete Köder ausgelegt."

    Den Vogelkundlern ist das Image ihrer Schützlinge in der Öffentlichkeit ganz besonders wichtig. "Wenn die Menschen wüssten, was für intelligente und soziale Wesen die Raben sind, dann könnte sie niemand mehr aus reiner Jagdlust töten", sagt Wallschläger.

    Aktualisiert: 25.02.2003, 05:33 Uhr

    © 2003 Stuttgarter Zeitung online, Stuttgart Internet Regional GmbH | Leserbrief schreiben


    http://www.menschen-tiere-werte.de/pages/tiere/raben.htm
     
  10. #129 Ann Castro, 25. Juni 2005
    Ann Castro

    Ann Castro Guest

    Ja, man muss eben Proritäten setzen.

    Wen juckt es da, dass die Tiere die das Grillfleisch liefern ihr ganzes Leben nur gequält wurden.

    0l 0l 0l

    Ann.
     
  11. gina4

    gina4 Guest

    Klar , jeder Fleischesser ist ein Mörder , ein unsoziales Wesen , ein Egoist und er zieht immer und in jedem Fall Fleisch aus Massentierhaltung vor. :zwinker:

    (Aber Hauptsache die "korrekte", vegane Lebensweise konnte auf diese Weise mal wieder ins Feld geführt werden :+schimpf )
     
  12. Flocke

    Flocke Stammmitglied

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    Verstehe ich nicht, stehe total auf dem Schlauch.

    Gruß Flocke
     
  13. Motte

    Motte Guest

    Autsch! Das hat gesessen. ;)
     
  14. domino

    domino Stammmitglied

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    Wie man sich angesichts solchen Tierelends auch noch lustig machen kann.
    Als Moderatoren seid ihr schon ein tolles Beispiel!

    Was können die Rabenkrähen dafür, daß sich der eine o. andere nicht riechen können?
     
  15. südwind

    südwind Foren-Guru

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    Re: Rabenvögel: Die vorsätzliche Irreführung der Öffentlichkeit geht massiv weiter
    von am Mittwoch, 22 Mai 2002
    Sehr geehrte Damen und Herren !
    Zum Thema Rabenvögel allgemein und Eichelhäher im Besonderen möchte ich folgendes bemerken.
    Vorweg, das Problem wurde und wird von der konservativen Jagdlobby verursacht, weil die natürlichen Prädatoren dieser Arten und hier im Besonderen der Habicht, auch heute noch durch großzügige Genehmigungen oder illegal bekämpft wird, um das Niederwild zu schützen.
    Häher (C)Bajohr Seit 1975 wird eine Langzeitstudie zum Thema Mäusebussard und Habicht auf den Messtischblättern (MTB TK 25) 3715 Bissendorf und 3816 Spenge, seit 1989 auch das MTB 3916 Halle/W und Randgebiete mitbetreut, so dass eine Untersuchungsfläche von ca. 430 qkm entstanden ist. Zur Zeit laufen Projekte der Universitäten Bielefeld und Cambridge zum Thema Mäusebussard und Habicht mit Dr. Oliver Krüger, Cambridge. Verhaltensforschung, Brutbiologie, Reviergrößen, Nahrungsanalysen und Bruterfolge sind die wichtigsten Themen.

    Ich selbst habe das Gebiet der MTB Bissendorf und Spenge (250 qkm) 1980 von M.Ostermüller übernommen, der das Gebiet von 1975-1979 untersucht hat und darüber eine Diplomarbeit geschrieben hat. Mein Schwerpunktthema war und ist die Frage, den von der Jagdlobby behaupteten Einfluss des Habichts auf das Niederwild zu untersuchen, da ich selbst seit 1972 Jäger bin und immer wieder höre, das die Greifvögel einen erheblichen Einfluss auf das Niederwild hätten. Leider konnte ich das bis heute nach über zwanzig Jahren noch nicht bestätigen, weil dies auch nicht geht, weil der Einfluss, den der Habicht auf das Niederwild hat, hier so gering ist, das die Behauptungen als völliger Unfug abgetan werden kann. Wer den Vortrag von Prof. Dr. Dr. K. Pohlmeyer „Die Prädatorenfalle" gelesen oder gehört hat, fragt sich, wie der Herr Professor auf die von ihm verbreiteten Thesen kommt? Dazu fällt mir nur ein Zitat von Albert Einstein ein, Zitat: - Vorurteile sind schwerer zu zertrümmern, als ein Atom -.
    Die von Dr. 0. Krüger und mir inzwischen gesammelten Beutereste, Gewölle und Rupfungen die jährlich analysiert werden, widerlegen die Behauptungen eindrucksvoll. Inzwischen wurden über 8.000 Beutetiere in 66 Arten nachgewiesen und selbstverständlich sind auch die Niederwildarten darin enthalten, jedoch in einer Größenordnung, die z.B. die Forderung der Jagd auf Greifvögel völlig absurd erscheinen lässt.
    Die starke Verfolgung der Habichte in den 80er Jahren auf unserem Untersuchungsgebiet, hat dazu geführt, das wir u.A. auch ein Rabenvogelproblem bekamen. Bei der Auswertung der Beutelisten und anderer Beutelisten von 16 Autoren stellt man fest, das fast alle Rabenvogelarten von denen immer die Rede ist, in den Listen unter den ersten zehn Beutetieren sind.
    Auf der aktuellen Beuteliste von 2001 kamen Eichelhäher mit 10-14 Individuen/Jahr auf Platz 4, Rabenkrähe mit 3-4 I/J auf Platz 6 und Elster mit 2 I/J auf Platz 11 vor. Die bevorzugten Niederwildarten kamen mit 2-3 Fasanen auf Platz 8, 2 Hasen auf Platz 12 und 0,34 Rebhühner auf Platz 30 vor, wenn man die landschaftsbiologischen Ordnungszahlen (H.Brüll) mit diesen Werten in Relation setzt, kommt man zu der Erkenntnis, das man den Einfluss des Habichts auf diese Niederwildarten vernachlässigen kann, der Einfluss der traditionellen Jagd ist hier um das mehrfache höher.
    Aber was hat die Verfolgung der Habichte mit den Rabenvögeln zu tun ? Ganz einfach Nach meinen Untersuchungen hatte ich auf der Fläche zwischen 17 (1982) und 64 (1977) Habichte (ad.Juv), die im Durchschnitt 12,065 Eichelhäher, 3,45 Rabenkrähen und 2,015 Elstern schlugen. In den Jahren 1975-1979 (5 Jahre) waren es durchschnittlich 579,2 Eichelhäher, 165,6 Rabenkrähen und 97 Elstern, ab 1979/80 setzte eine Verfolgung der Habichte ein, die dazu führte, das im Schnitt der 80er Jahre nur noch 225,5 Eichelhäher, 64,6 Rabenkrähen und 37,4 Elstern geschlagen wurden.
    Was passierte mit den Rabenvögeln, die durch den Mangel an Habichten überlebt haben ? Wenn diese nicht auf andere Weise ums Leben gekommen sind, dann haben sich diese so vermehrt, das es zu den Überpopulationen kommen kann oder sogar zwangsläufig kommt, die man heute fast überall sehen kann.
    Eine Bemerkung zum Schluss. Ich sehe jedes Jahr, das dort, wo eine Habichtbrut ungestört verläuft, Rabenkrähe, Elster und Eichelhäher fast nur noch auf Rupfplätzen vorkommen, Fakt ist, das dort die Rabenvögel kaum eine Rolle spielen. Die Autoren Busse und Looft haben bei ihren Untersuchungen einen Radius von etwa 1500 m um jeden besetzten Habichthorst errechnet.
    Übrigens, nach der langsamen Erholung der Habichtbestände in den 90 er Jahren, bessert sich das Bild schon wieder und das Rabenvogelproblem würde sich von selbst lösen, ohne Jagd auf Singvögel und Greifvögel.

    Ulrich Stefener, Melle
    http://www.oejv.org/modules.php?name=News&file=comments&sid=150&tid=99&mode=&order=&thold=
     
  16. #135 Ann Castro, 26. Juni 2005
    Ann Castro

    Ann Castro Guest

    Lustig machen? LUSTIG MACHEN???

    Lustig ist ganz und gar nichts daran. Ich finde diese gesamte Veranstaltung so was von hypokritisch, dass ich nicht weiss ob ich erst kotzen oder erst weinen soll.

    Wie kann man so einen Wirbel um 12000 Krähen machen, aber von dem Elend der Massentierhaltung nicht nur kalt gelassen werden, sondern auch noch dazu beitragen?

    Das werde ich wohl nie verstehen.

    Ann.
     
  17. gina4

    gina4 Guest

    Damit auch Flocke nicht mehr auf dem Schlauch rumstehen muss ;) ;

    Hier ein weiteres Beispiel für unzulässige Verallgemeinerung:

    Zitat von Ann:
    Heisst auf deutsch: Jeder Fleischfresser unterstützt Massentierhaltung und hat daher kein Recht sich über den Krähenfang aufzuregen.

    Nicht - Fleischfresser sind da natürlich besser dran - denn nur sie haben die moralische Legitimation sich über den Krähenfang zu äussern .
    (Selbst wenn sie diesen dann befürworten :k )
     
  18. domino

    domino Stammmitglied

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    Hallo Ann, du bist schon sehr selbstgerecht. Wem möchtest du unterstellen daß er zur Massentierhaltung beiträgt u. dem das nicht kalt lässt? Ich kenne hier niemanden der sich für die Rabenkrähen engagiert u. wiederrum zum Elend in der Massentierhaltung beiträgt.

    Und hab' ich das richtig verstanden, du meinst das ist nur ein Wirbel um 12 000 getötete Krähen? Ich fände es ganz gut wenn auch du es mal mit ein wenig Clickertraining versuchen würdest. Vielleicht lernst du dann besseres Benehmen anderen Mitmenschen gegenüber. Warum sollte man nur die Vögel dressieren?
    Für alle gilt die Nettiquette, man kann darin aber nicht lesen daß Moderatoren davon ausgenommen sind.
     
  19. #138 mäusemädchen, 26. Juni 2005
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Wie kann man so einen Wirbel um Handaufzuchten machen aber von dem Elend der Rabenvögel nicht nur kalt gelassen werden sondern dieses Abschlachten sogar noch tolerieren?

    Das werde ich wohl nie verstehen :nene:

    Ich finde diese gesamte Einstellung so was von hypokritisch, daß ich nicht weiß, ob ich erst kotzen :+kotz: oder erst weinen :heul: soll.
     
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  21. #139 mäusemädchen, 26. Juni 2005
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Habe ich von Dir auch nicht anders erwartet s-lol !
     
  22. aday

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    Das ist sicherlich deine persönliche freie Interpretation, nur um mal wieder gegen Ann zu schießen, oder?
    ?????
    verstehe ich das richtig, es gibt auch "nicht Fleischfresser", die bemerkt haben wie wichtig es ist, der ständig ansteigenden Pobulation der "schwarzen Biester" zum Schutz unserer Artenvielfalt entgegenzutreten? Das hätte ich jetzt beim besten willen nicht gedacht, das jemand mit Vitaminmangelbeschwerden dazu in der Lage ist, so einen geistigen Akt zu vollziehehen.
     
Thema: "Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread)
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