"Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread)

Diskutiere "Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread) im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Zitat von Aday: verstehe ich das richtig, es gibt auch "nicht Fleischfresser", die bemerkt haben wie wichtig es ist, der ständig ansteigenden...

Status des Themas:
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  1. gina4

    gina4 Guest

    Zitat von Aday:
    Das musst du z.B.: Ann fragen , sie ist ein "Nicht - Fleischfresser". :D
    Ob Vegetarier unter Vitaminmangelbeschwerden leiden weiss ich auch nicht :D
     
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  3. #142 Ann Castro, 26. Juni 2005
    Ann Castro

    Ann Castro Guest


    Gell, Andreas,

    jetzt habe ich Dich völlig beeindruckt :D :D :D

    LG,

    Ann.
     
  4. Motte

    Motte Guest

    Ich bin in erster Linie eine Userin und nicht "die Moderatoren", nur so nebenbei.

    Und mir fällt bei diesem "sich gegenseitig ans Bein pullern" wirklich nichts geistreicheres mehr ein, Du mußt schon entschuldigen.

    Ich habe langsam den Eindruck das hier einige garnicht bemerken, was sie selbst aus ihrem Thread gemacht haben. Ich weiß nicht was ich hier als schlimmer empfinde: Das man dies hier dazu missbraucht sich gegenseitig anzusaugen, oder das dies ein glänzendes Beispiel dafür ist wie "Tierschützer" sich alles so hinbiegen wie sie es brauchen, egal ob es in irgendeinem Verhältniss zur Realität steht oder nicht. Was andere machen ist bäh, aber was man selbst tut darf keinesfalls in Frage gestellt werden?

    ich werde diesen Thread in Zukunft besser wieder meiden.
     
  5. domino

    domino Stammmitglied

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    Sorry, aber den letzten Absatz hättest Du Dir wirklich sparen können, bemerkst ja oben schon daß Dir nicht geistreiches mehr einfällt. Was soll den der letzte Absatz darstellen o. mir sagen?
    Die Tierschützer hier "biegen" sich hier gar nichts hin, sie stellen die Realität nur so dar, wie sie nun mal für die Rabenvögel ist, nämlich grausam u. absolut unmenschlich. Was ihnen angetan wird, ist eines Menschen absolut nicht würdig.
    In einem der letzten Beiträge las ich sogar was von den "schwarzen Biestern". Ist wohl dem Mittelalter mit der Hexenverfolgung entsprungen.
     
  6. Motte

    Motte Guest

    Was wir als Realität empfinden entspricht nicht selten der subjectiven Sichtweise.


    >>Was ihnen angetan wird, ist eines Menschen absolut nicht würdig.<<

    Das gilt für viele Lebewesen. Insbesondere für jene die zu unserem Nutzen gehalten und gezüchtet werden
     
  7. südwind

    südwind Foren-Guru

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    zu deinem nutzen vielleicht, zu meinem sicher nicht. man kann nämlich beides. grillen, ohne fleisch, und gegen rabenvogelmassaker demonstrieren.
     
  8. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Du bist ein echtes Multitalent und so weitsichtig! :beifall:
     
  9. südwind

    südwind Foren-Guru

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    An der Schwelle zum nächsten Jahrtausend feiert in Deutschland die Hexenjagd auf „Räuber und Schädlinge" wieder fröhliche Urstände. Die Begründungen für die "Naturschutzpolitik mit der Flinte" sind die gleichen wie vor hundert Jahren. Sobald nur die geringsten ökonomischen oder Hobbyisten-Belange geltend gemacht werden, geben die Behörden "Feuer frei!". Naturschützer, die dagegen halten, bewegen sich auf dünnem Eis. Wissenschaftliche Unterstützung ist zwar zu haben, juristische jedoch kaum. Abgesehen davon sind in den nach „Hausmacherart" geführten Auseinandersetzungen ökologische Fakten als Argumentationshilfe kaum etwas wert und das Beharren auf artenschutzrechtlichen Paragraphen wirkt allenfalls Konflikt verschärfend..........
    http://www.nabu-akademie.de/berichte/99manage.htm
     
  10. #149 mäusemädchen, 27. Juni 2005
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Und was soll diese geistreiche Schlußfolgerung nun den Lesenden vermitteln? So lange die quälerische Nutztierhaltung existiert, so lange es Pelztierfarmen gibt, so lange der Walfang nicht unterbunden ist, so lange die Robben erschlagen werden, so lange sollen und dürfen auch ruhig die Rabenvögel in Fallen gefangen und erschlagen werden - oder WAS ist aus dieser geistreichen Schlußfolgerung abzuleiten? Eines dürfte doch wohl klar sein: EIN einzelner Mensch kann nicht in der Lage sein, sich für das vielfältige Elend auf dieser Welt einzusetzen. Dafür brauchte er einen 48-Stunden-Tag und wenn er damit nicht auskommt, müßte er noch die Nacht hinzu nehmen. Ergo gibt es für jedes Elend auf dieser Welt unterschiedliche Menschen, die sich für eine jeweilige Verbesserung einsetzen. Und WER sich für WAS einsetzt, das solltest Du jedem einzelnen Individuum überlassen. Nur DAS sich ein Mensch für etwas einsetzt und nicht nur dumme Sprüche abläßt, DAS zählt und ist wichtig.

    Doch so lange noch die quälerische Nutztierhaltung existiert, so lange es noch Pelztierfarmen gibt, so lange der Walfang noch nicht unterbunden ist, so lange noch Schlangen in unseren Wohnstuben gehalten werden, so lange noch die Robben und die Rabenvögel erschlagen werden und und und, so lange kann und darf auch ruhig die tierquälerische Handaufzucht von Papageien praktiziert werden. Oder erkläre mir bitte den Unterschied zwischen Papageien (die aus Deiner/Euerer Sicht NICHT leiden sollen) und den anderen tierischen Erdenbewohnern. Erkläre ihn!
     
  11. #150 mäusemädchen, 27. Juni 2005
    mäusemädchen

    mäusemädchen -

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    Frage: :hahaha: Führst Du hier Selbstgespräche oder willst Du nur die Zahl Deiner (oft nichtssagenden) Beiträge in die Höhe schießen (gilt für manch anderen, sich angesprochen fühlenden User/Moderator (= Raven-Clan) auch) ? Merke: Nicht die Quantität sondern die Qualität des Geschriebenen zählt :jaaa: ! Letzteres läßt zu wünschen übrig - siehe zur Zeit parallel laufenden Thread unter Ernährung :zustimm: .
     
  12. #151 aday, 27. Juni 2005
    Zuletzt bearbeitet: 27. Juni 2005
    aday

    aday Foren-Guru

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    Welche Mehrheit? Unterscheiden auch Gegner der hier besagten Fallenjagd darin, ob es Sie direkt betrifft oder weil es weit weg ist nicht direkt Stört. Die Problematik sehen einzelne ja sowieso nicht, die wenn Sie aus ihrem Wohnzimmerfenster in der Großstadt schauen nicht erkennen was in der "großen weiten Welt" vorgeht, sich aber agresiv, vielleicht aus langeweile (gesellschaftliche Verarmung in der Großstadt) oder ihrer nahrungstechnischen Überzeugung gegen jede Tiertötung aussprechen und hier etwas sehen, wo sie sich mit "ihrem Vermeintlichen Sachverstand" einbringen können.



    Zum Glück nimmt man hier weningstens mal eine Gegend, für die der Kormoran typisch ist. Wie sieht es aber aus mit den Gegenden, wo sich aufgrund der Zuwanderung von Kormoranen (bestimmt nich weil sie sich nur einfach mal in der Welt umsehen wollen, sondern weil auch hier eine Überpopulation an einem anderen Ort vorhanden ist und das trotz des erhöhten Nahrungsangebotes durch den Menschen die Nahrungsmenge nicht mehr ausreicht) in andere für diese Vögel ursprünglich nicht Interessanten Gegenden, bzw. in Gegenden wo geschichtlich nie Brutpaare von Kormoranen gesiedelt haben?
     
  13. #152 Vogel-Mami, 1. Juli 2005
    Vogel-Mami

    Vogel-Mami Papageien(be)schützerin

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    Quelle: http://www.tierrechte.de/p77001007x1193.html

    30. Juni 2005


    Massenvernichtung von Rabenvögeln im niedersächsischen Landkreis Leer

    Strafanzeige gegen Landwirtschaftsminister Ehlen



    Die Auseinandersetzung um die Massenvernichtung von Rabenvögeln im Landkreis Leer verschärft sich: Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat seine Anzeigenerstattung erweitert und jetzt bei der Staatsanwaltschaft Aurich gegen Landwirtschafts-minister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) und gegen die Verantwortlichen der Genehmigungsbehörde in Leer Strafanzeige wegen massenhafter Vergehen der Tiertötung und der Tierquälerei erstattet.


    Der Verbandsvorsitzende und Tierschutzanwalt Dr. Eisenhart von Loeper wirft den verantwortlichen Vertretern des Landkreises Leer vor, sie hätten dem Institut für Wildtierforschung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover die Ausnahmegenehmigung für Fang, Fangmethode und Tötung Tausender Rabenvögel »in schwerwiegender Weise rechtsmissbräuchlich« erteilt. Zum einen habe die flächendeckende Massentötung der Vögel keinen Ausnahmecharakter, zum anderen sei sie strafrechtlich relevant und darüber hinaus ethisch nicht zu rechtfertigen. Sie verletze aber auch das Staatsziel Tierschutz und die EU-Vogelschutzrichtlinie, die den eingesetzten Fallentyp »Norwegischer Krähenfang« gar nicht zulasse.

    Rechtsanwalt von Loeper beschuldigt Landwirtschaftsminister Ehlen, er sei für das schwere Unrecht an der Qual und Tötung der Rabenvögel strafrechtlich mitverantwortlich: Als oberster Behördenchef kenne und billige er seit langem das ihm bekannte rechtswidrige und strafbare Handeln der ihm nachgeordneten Genehmigungsbehörde und könne daher »seine Hände nicht in Unschuld waschen«.

    Die Tötung der Rabenvögel findet im Rahmen eines Projektes der Tierärztlichen Hochschule Hannover statt, das vom Land Niedersachsen inhaltliche und finanzielle Unterstützung erfährt. Ein auf drei Jahre angelegter Feldversuch will herausfinden, ob sich die Bestände von Wiesenvögeln und Feldbrütern durch weniger Rabenvögel erholen. Etwa 12.000 Krähen und Elstern sind bereits umgebracht worden. Die Tiere werden dabei in der Regel in spezielle, EU-weit verbotene Fallen gelockt und danach gezielt erschlagen. Seit Beginn des Projektes im Januar 2004 protestieren dagegen namhafte Tier- und Naturschutzverbände sowie weitere anerkannte Experten.

    Kontakt:
    Dr. jur. Eisenhart von Loeper,
    Tel.: 07452 - 4995
     
  14. #153 Vogel-Mami, 1. Juli 2005
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juli 2005
    Vogel-Mami

    Vogel-Mami Papageien(be)schützerin

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    Quelle: http://www.adikom.ch/rabenkraehe/svs_raben_in_der_landwirtschaft.pdf

    RABENVÖGEL IN LANDWIRTSCHAFTLICHEN KULTUREN



    Rabenvögel sind intelligente und anpassungsfähige Vögel, die ihre Nahrung gerne im offenen Kulturland, auf Feldern, Wiesen und Weiden suchen. So wird in der Landwirtschaft immer wieder über Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen geklagt, die von Rabenvögeln verursacht werden. Ausserdem befürchten Jäger einen negativen Einfluss auf die Hasenbestände. Die Bejagung der Rabenvögel sei deshalb zur Bestandsregulierung und Schadensbegrenzung in den Kulturen nötig und als Hegemassnahme für das Niederwild anzusehen, argumentieren Landwirtschafts- und Jagdvertreter. So werden in der Schweiz jährlich über 15000 Rabenkrähen, 10000 Eichelhäher, 4000 Elstern und 500 Kolkraben erlegt.
    Ungeachtet der fraglichen Wirkung solcher Massnahmen müssen wir uns drei Fragen stellen:
    • Erreichen die Schäden durch Vögel ein Ausmass, dass sich Abwehrmassnahmen überhaupt wirtschaftlich rechtfertigen lassen?
    • Sind Abwehrmassnahmen gegen Vögel rechtlich zulässig?
    • Kann mit den getätigten Massnahmen das Ziel überhaupt erreicht werden?

    Rufen Rabenvögel messbare Schäden in der Landwirtschaft hervor?

    Rabenvögel ernähren sich von pflanzlicher und tierischer Nahrung. Frisch gesätes Sommergetreide und Maiskörner, auflaufende Keimlinge und frische Salatsetzlinge stehen gerne auf dem Speiseplan von Raben- und Saatkrähe. Eine Umfrage bei den landwirtschaftlichen Beratungsstellen und bei Bauern hat aber ergeben, dass wirtschaftliche Schäden, die durch Krähen hervorgerufen werden, lokal begrenzt und in ihrer Gesamtheit gering sind. So belaufen sich zum Beispiel Verluste im Ackerbau auf weniger als 1 Prozent des ausgebrachten Saatguts. Im Falle von Eichelhäher, Elster und Dohle ist der Einfluss gering und nur in den seltensten Fällen messbar.
    Aus dem Reb- und Obstbau ist bekannt, dass Rabenvögel und andere schwarmbildende Singvögel wie Stare und Wacholderdrosseln im Herbst lokal für Einbussen sorgen können, die sich finanziell bemerkbar machen.

    Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Rabenvögel auch oft als biologische Nützlinge agieren und von Landwirten sogar geschätzt werden. So übernehmen zum Beispiel Rabenkrähen undKolkraben eine wichtige ökologische Funktion als Aasfresser und Vertilger von Schnecken und Mäusen. Und der Eichelhäher ist im Volksmund auch als Eichelsäer bekannt. Er sorgt so für die natürliche Verbreitung der Eiche, indem er im Boden Eicheln als Nahrungsvorräte versteckt.

    Rabenkrähe

    Untersuchungen in der Schweiz haben gezeigt, dass die Nahrungszusammensetzung der Rabenkrähe mit der Art der Bewirtschaftung zusammenhängt: pflanzliche Nahrung dominiert in Gebieten mit intensiv betriebener Landwirtschaft, hohe Anteile tierischer Nahrung sind hingegen bei traditionell bewirtschafteten Gebieten zu finden. Rückfragen bei Bauern haben ergeben, dass messbare Schäden selten sind und im Durchschnitt ein- bis zweimal jährlich vorkommen. Sie treten nur dann auf, wenn verschiedene nachteilige Faktoren wie späte Aussaat und schlechte Witterung oder die Nähe zu einer Deponie zusammenwirken. Betroffen sind vor allem Mais-, Gemüse- und Getreidefelder. Die Schadenhöhe hängt mit der Zeit zusammen, die das Saatgut und die Schösslinge benötigen, um zu keimen und über eine kritische Höhe von 10 bis 15 cm hinauszuwachsen. Generell bleiben die Verluste weit unter 5 Prozent des Gesamtertrags.
    Die finanziellen Schäden können etwas höher ausfallen, falls sich Rabenvögel an reifendem Kernobst verköstigen.
    Die Brutvögel richten zur Brutzeit kaum Schäden an, da sie sich dann hauptsächlich von tierischer Nahrung ernähren. Die geringen Schäden sind dem Nutzen der Rabenkrähen in den landwirtschaftlichen Kulturen gegenüberzustellen. Dieser ist nicht ohne Bedeutung, da v.a. durch die Brutvögel beträchtliche Mengen von Mäusen und Insekten gefressen werden.

    Saatkrähe

    Mit einem landesweiten Bestand von rund 600 Brutpaaren gehört die Saatkrähe zu den gefährdeten Vogelarten unseres Landes. Sie steht unter Schutz. Unterscheiden kann man Saat- und Rabenkrähe vor allem am Kopf.
    Bei der in Kolonien brütenden Saatkrähe muss zwischen Brutvögeln und Wintergästen unterschieden werden. Die Schweiz liegt am Südrand des Verbreitungsgebiets. Das Brutvorkommen der Saatkrähe beschränkt sich auf wenige Gebiete um die Städte Basel und Bern und die Region des Bieler- und Neuenburgersees sowie der Ajoie. Das wichtigste Überwinterungsgebiet in der Schweiz für Vögel aus Nordosteuropa ist die Umgebung von Basel mit einem Winterbestand von gegen 10000 Saatkrähen.
    Aus Deutschland ist bekannt, dass solche Ansammlungen von Wintergästen in Wintergetreidefeldern Ertragseinbussen bewirken können. Bei der pflanzlichen Nahrung nimmt die Vorliebe von Mais und Soja, Weizen und Roggen zu Hafer/Gerste ab (regionale Verschiebungen möglich). Mais ist vor allem gefährdet, weil die Saatmenge mit 10 Körner/m2 klein ist.

    Eichelhäher, Dohle und Elster

    Der in den letzten Jahren intensivierte Maisanbau dient dem Eichelhäher als zusätzliche Nahrungsquelle. Vereinzelt wurden an Maiskulturen, die in Waldrandnähe liegen, Schäden festgestellt.
    Der Eichelhäher ist in der Forstwirtschaftals Eichelsäer äusserst beliebt. Um Vorräte anzulegen, vergräbt er Eicheln. Aus vergessenen Eicheln keimen Jungpflanzen.
    Massnahmen gegen den Eichelhäher sind aufgrund der sehr vereinzelt und nur örtlich auftretenden Schäden nicht zu rechtfertigen.
    Die in der Schweiz geschützte Dohle steht auf der Roten Liste der stark gefährdeten Vogelarten. Von der Dohle wie auch der Elster sind in der Landwirtschaft keine Schäden bekannt.
    Hier soll auch darauf hingewiesen werden, dass es Rabenkrähe und Elster sind, die durch ihren Nestbau den Mäusevertilgern Waldohreule und Turmfalke, die selber keine Nester anlegen, ein Brüten im Kulturland ermöglichen.

    Rechtliche Situation und Bejagung

    Zu der Gruppe der Rabenvögel zählt man in der Schweiz 9 Arten. Davon sind Tannenhäher, Alpendohle, Alpenkrähe, Dohle und Saatkrähe geschützt. Eichelhäher, Elster, Raben- und Nebelkrähe sowie Kolkrabe sind jagdbar.
    Obwohl Abschüsse als bestandsregulierende Massnahme nicht greifen, wird heute immer noch oft zur Flinte gegriffen. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass damit das Ziel der Bestandsregulierung verfehlt wird. Die Ursache ist im Sozialsystem der Arten begründet. Bei Rabenkrähe, Elster und Eichelhäher trägt die Revierbildung zur innerartlichen Selbstregulierung bei. Im Frühling besetzen brutfähige Paare Reviere, die sie gegen andere Artgenossen verteidigen. Da Reviere mit geeigneten Strukturen und genügend Nahrung limitiert sind, beschränkt sich der Nachwuchs auf Reviervögel. Der Rest der Population ist von der Fortpflanzung ausgeschlossen. Ausserdem sinkt bei vielen Vogelarten, u.a. bei der Rabenkrähe, bei hoher Siedlungsdichte der Bruterfolg. Werden nun Rabenvögel aus ihren Revieren weggeschossen, so wird das frei gewordene Brutrevier durch wartende Schwarmvögel ersetzt. Mit anderen Worten hält sich also die Population in einer Grösse, die dem umweltbedingten Angebot an Nahrung und Nistplätzen entspricht. In diesem Sinne sind Abschussprämien mit dem Ziel der Bestandsregulierung nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich verfehlt, da sie den erklärten Zweck nicht erfüllen und nur für einen finanziellen Zustupf bei der Jägerschaft sorgen, was sicher nicht die Absicht der zuständigen Ämter sein kann.
    Ein umfangreicher Abschuss von Rabenkrähen kann zudem Auswirkungen auf die Bestände von Waldohreule, Turm- und Baumfalke haben. Diese drei Arten sind nämlich für die Fortpflanzung auf verlassene Nester der Rabenkrähe angewiesen. Auf das Ausschiessen von Nestlingen ist aus dem gleichen Grund unbedingt zu verzichten!
    Nach dem Jagdgesetz ist der Abschuss von Falken und Eulen ohnehin strafbar.

    Vertreiben ist schwierig, vorbeugen ist besser

    Allgemein gilt, dass das Ausmass von Schäden an einem Feld mit dem Angebot an alternativen Nahrungsplätzen in der Umgebung abnimmt. Lokale Schäden können durch verschiedene Vorbeugemassnahmen verringert werden:
    • Strukturreichtum fördern: Rabenvögel bevorzugen ein übersichtliches Gelände, wo sie sich sicher fühlen. Feldgehölze und Hecken am Rande von Ackerflächen bieten den natürlichen Feinden der Vögel Deckungsmöglichkeiten. Dadurch kann sich die Aufenthaltszeit der Vögel auf den Feldern verringern.
    • Aussaatzeitpunkt: Den besten Schutz erreicht man durch einen gut gewählten Aussaatzeitpunkt, bei dem die gefährdeten Kulturen möglichst kurze Zeit zum Keimen und Auflaufen brauchen. Bei ungünstiger Witterung dauert es lange, bis die Schösslinge eine kritische Grösse von 10-15 cm erreichen, bei der sie nicht mehr gefressen werden.
    • Exakte Einsaat: Es sollten möglichst wenig Körner oder Samen an der Oberfläche liegen, da sie die Krähen auf die Nahrung aufmerksam machen. Beim Mais ist eine tiefe Saat anzustreben (ev. walzen), damit das Korn möglichst gut im Boden verankert ist.
    • Pause zwischen Vorbereitungsarbeiten und Aussaat: Die menschliche Tätigkeit und das erhöhte Nahrungsangebot beim Pflügen und beim Eggen locken die Krähen an. Darum sollte zwischen Bodenbearbeitung und Aussaat ein Zeitraum von 1-2 Tagen liegen.
    • Staunässe: Staunasse Felder sind besonders gefährdet. Dies liegt am erhöhten Nahrungsangebot, da unter diesen Bedingungen wesentlich mehr Bodentiere an die Oberfläche kommen. Daher sollte in überschwemmungsgefährdeten Feldern kein Mais angebaut werden.
    • Saatgut vergällen: In der Maisproduktion wird praktisch das ganze Saatgut vor der Aussaat durch Vergällen mit Morkit oder Beizen mit Mesurol (beide Bayer) standardmässig geschützt. Aus Gründen des Vogel- und Umweltschutzes ist Morkit klar zu bevorzugen. Mesurol ist regenwurmtoxisch und kann zu Vergiftungen von Vögeln führen! Eine Behandlung des Saatgutes ist aber nur für stark gefährdete Felder notwendig. Da die frassvergällende Wirkung mit der Keimung stark abnimmt, sollten Aktivitäten vermieden werden, die die Krähen nach dem Auflaufen der Kultur auf die gefährdeten Felder locken könnten (Düngen der Äcker mit Mist, Mähen oder Umbrechen benachbarter Wiesen u.ä.).
      In der Schweiz setzt sich das Saatgut aus drei Vierteln Importen und einem Viertel Eigenproduktion zusammen. Ersteres ist standardmässig mit einem Insektizid gebeizt und vergällt, letzteres nur gebeizt.
    • Mülldeponien: Messbare Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen treten vorwiegend in der Nähe von Mülldeponien auf. Solche sind bei uns heute zum Glück selten geworden.
    • Partielle Abwehrmethoden: Rabenvögel sind äusserst intelligente und anpassungsfähige Vögel. Deshalb sind für wirksame Vertreibungen Phantasie und Abwechslung gefragt. Ansonsten verlieren die Massnahmen innert Tagen ihre Wirkung, da die Vögel den Bluff durchschauen. Vertreibungsmassnahmen nach der Aussaat sind: Gasballone, Plastikbänder, parkierte Autos, Vogelscheuchen, Attrappen, Knallapparate, Imitationen und innerartliche Angstschreie. In Testversuchen waren an 30 m langen Leinen befestigte Gasballone (ø: 0,3-1,0 m) wirksam. Sie hielten die Vögel bis zu zwei Wochen von den Feldern fern. Auch mit von Band abgespielten Angstschreien wurden vereinzelt schon ähnliche Resultate erzielt. Plastikbänder wirken in der Regel 1-3 Tage, parkierte Autos und Knallpatronen rund einen Tag. Vogelscheuchen und tote, aufgehängte Krähen zeigen hingegen keine messbare Wirkung. Am besten ist die Kombination mehrerer Methoden (Abwechslung!).
    • Knallpetarden und Netze bieten im Obst- und Rebbau einen effektiven Schutz. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Netze fachmännisch(d.h. satt, keine am Boden liegenden Netzteile) gespannt und regelmässig kontrolliert werden. Auf die Verwendung von Einwegnetzen ist zu verzichten, da diese oft tödliche Fallen für Vögel und Igel darstellen.

    Weiterführende Literatur:
    AICHMÜLLER, R. (1987): Eichelhäher Eichel-säer. Der Vogel, der Wälder pflanzt. Vogelschutz 2/1987: 8-10.
    BAAS-FRANCKE, E. (1993): Rabenvögel: Ein krächzendes Ärgernis? NABU-Sonderdruck. Naturschutzbund Deutschland,Stuttgart.
    EPPLE, W. (1996): Rabenvögel: Göttervögel Galgenvögel; ein Plädoyer im "Rabenvogelstreit". Karlsruhe.
    GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. N. & K.M. BAUER (1993): Handbuch der Vögel Mitteleuropas. Band 13. AULA-Verlag, Wiesbaden.
    HÖLZINGER, J. (1987): Die Vögel Baden-Württembergs, Band 1. Ulmer, Stuttgart.
    JUILLARD, M. (1990): Evolution des colonies de Corbeaux freux, Corvus frugilegus, en Suisse. Nos Oiseaux 40: 407-422.
    KELLER, V. (1998): Hans Huckebein & Co. die Familie der Rabenvögel. Bericht zuhanden der Gemeinschaft der Freunde der Vogelwarte. Sempach.
    NAEF-DAENZER, L. (1984): Versuch zum Verjagen von Rabenkrähen (Corvus coronecorone) von spriessenden Maisfeldern. Z.Jagdwiss. 30: 184-192.
    RAHMANN, H. et al. (1988): Rabenvögel: Öko-logie und Schadwirkung von Eichelhäher, Elster und Rabenkrähe. Josef Margraf, Weikersheim.
    STUDER-THIERSCH, A. (1984): Zur Ernährung der Rabenkrähe Corvus corone in der Schweiz. Orn. Beob. 81: 29-44.
    TOMPA, F. S. (1976): Zum Rabenkrähen-Problem in der Schweiz. Teil II: Rabenkrähe und Landwirtschaft: Schäden und Abwehrmassnahmen. Orn. Beob. 73:195-208.
    WITTENBERG, J. (1988): Langfristige Entwicklung einer Population der Rabenkrähe (Corvus c. corone) bei Braunschweig, ihre Zusammensetzung und ihr Einfluss auf andere Arten. Beih. Veröff. Natursch. Landschaftspfl. Baden-Württemberg 53:211-223.

    Weitere Merkblätter zu verwandtemThema:
    ElsternlSaatkrähen Merkblätter für die Vogelschutzpraxis.SVS / Vogelwarte, (gratis, bitte frankiertes Rückantwortcouvert beilegen).​

    Dank:
    Wir danken Gabriel Popow, Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau (LBL), für die kritische Durchsicht dieses Merkblattes und die wertvollen Kommentare.

    Impressum:
    Autor: Kurt Bollmann 1998
    © SVS & Schweiz. Vogelwarte.
    Das Kopieren mitQuellenangabe ist erwünscht.

    SCHWEIZERISCHEVOGELWARTE
    6204 Sempach
    TEL 041 462 97 00FAX 041 462 97 10

    (Hervorhebungen von "Vogel-Mami")
     
  15. #154 Vogel-Mami, 4. Juli 2005
    Vogel-Mami

    Vogel-Mami Papageien(be)schützerin

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    Papageien-Gnadenhof
    Quelle: http://www.fellbeisser.info/content/view/858/

    Feldversuch: 16.000 Rabenvögel erschlagen
    Geschrieben von Administrator

    Mittwoch, 22 Juni 2005

    Hannover - Im niedersächsischen Landkreis Leer sind binnen 16 Monaten 16.000 Rabenkrähen und Elstern gefangen und erschlagen worden. Das ist die Hälfte des Bestandes. Ein Treffen von Fachleuten gestern in Hannover hat die Diskussion zwischen Tierschützern und Jägerschaft darüber nicht entschärfen können, ob das ein notwendiger wissenschaftlicher Versuch oder ein sinnloses Abschlachten ist.

    Letzteres behaupten Tierschützer und haben ihre Experten gar nicht erst zu dem Treffen geschickt, das vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium organisiert worden war.

    Staatssekretär Gert Lindemann bestritt nicht, daß selbst ohne kritische Tierschutzexperten die Meinungen der Fachleute darüber weit auseinandergingen, ob die Tötung mit dem Knüppel in Lebendfallen das richtige Mittel ist. Schon in der Frage, wie sehr Rabenvögel kleine und im Bestand gefährdete Wiesenbrüter wie Austernfischer, Kiebitz und Rotschenkel, aber auch den Nachwuchs von Feldhasen und Rebhühnern dezimieren, gingen die Meinungen auseinander.

    Prof. Klaus Pohlmeyer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover pocht auf das dreijährige Projekt, um diesen Fragen nachzugehen. Er verteidigt auch die Jagdmethode mit Fallen, in die die Vögel geködert werden. Darin werden sie erschlagen. Ein Abschuß der Vögel wäre schwer und reichte nicht aus, ein weiteres Wachstum der Kolonien zu verhindern.

    Bis August will das Landwirtschaftsministerium zwischen drei Möglichkeiten entscheiden: Der Versuch geht weiter wie bisher, wird wissenschaftlich erweitert oder abgebrochen. fert

    erschienen am 21. Juni 2005

    http://www.abendblatt.de/daten/2005/06/21/450083.html

    Copyright © 2005 Hamburger Abendblatt

    Hamburger Abendblatt (21.06.2005; 08:05 Uhr)


    Gegenvorschlag
    Geschrieben von admin am 2005-06-22 03:01:57

    Aus "wissenschaftlicher Sicht" sollte (mindestens) die Hälfte des "Jägerbestandes" erschlagen werden, um deren Auswirkung auf das Ökosystem im Landkreis Leer hinreichend überprüfen zu können...


    Stand der Dinge
    Geschrieben von ilse am 2005-07-03 18:12:16

    Es hat schon eine Weile gedauert, jedoch jetzt kommt Druck von allen Seiten:
    Juristische Ermittlungen laufen
    Bei der Staatsanwaltschaft Aurich läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes der Tiertötung ohne vernünftigen Grund in Verbindung mit Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz, die Bundesartenschutzverordnung und die EU-Vogelschutzrichtlinie gegen Prof. Pohlmeyer und andere. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich diesem Verfahren angeschlossen. Parallel dazu prüft er, ob erneut Beschwerde bei EU-Kommission eingelegt werden kann.

    Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat eine Strafanzeige gegen den Landwirtschaftsminister
    Hans-Heinrich Ehlen (CDU) und gegen die Verantwortlichen der Genehmigungsbehoerde in Leer Strafanzeige wegen massenhafter Vergehen der Tiertoetung und der Tierquaelerei erstattet.

    Ilselore

    Es gibt Augenblicke, in denen Nichtstun zur Schuld
    und Handeln zur Notwendigkeit wird.
     
  16. aday

    aday Foren-Guru

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    Was man hier alles findet!

    Ich kann es leider nicht lassen VogelMami,

    Hinweis: schon wieder Kommentare, weil Sie gerade dazu passen in deinen Augen?
    Den Vorschlag Jäger (also Menschen) zu erschlagen zeigt schon viel von der Gewaltbereitschaft unter den sogenannten Tierschützer.
    Es wäre ja auch kein einzelfall wenn ein krankes Tierschützer und Vogelfreundgehirn einen anderen Menschen umbringt, weil er Angst um so irgendeinen Federträger hat.

    Am besten gefällt mir das:
    Warum muß den schon wieder erneut Beschwerde eingelegt werden in Brüssel????????
    Ist schon komisch, wenn das Recht nicht auf der eigenen Seite steht, versucht man Zeit zu schinden und andere mit Arbeit zu überhäufen und zu beschäftigen.
    Bin ja mal gespannt wie oft dann noch erneut Beschwerde eingelegt werden soll.
     
  17. #156 Vogel-Mami, 5. Juli 2005
    Vogel-Mami

    Vogel-Mami Papageien(be)schützerin

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    Sarkasmus

    Nungut, aday,


    so will ich Dein post nun doch nicht stehenlassen... :~

    Nein, weil sie meiner Ansicht nach irgendwie mit zu dem Bericht gehören.
    Aber a bißl ;) muß ich Dir schon wieder recht geben: man kann das zumindest unterschiedlich sehen...
    Sag mal, was interpretierst denn Du da Krankes rein?! :nene:
    Schau`s Dir nochmal genau an!
    Schon mal was von "Sarkasmus" gehört?! :+schimpf

    Dennoch: es wär schon intressant, die Entwicklungen in der Natur mal ohne dauernde Eingriffe duch Jäger über längere Zeit zu beobachten! :dance:
    Das kann ich Dir ganz genau sagen: solange es notwendig ist! 8(
     
  18. südwind

    südwind Foren-Guru

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    Gleichgewicht in der Natur ohne Jagd ?

    INTERVIEW MIT BRUNO BASSANO, GRAN PARADISO


    In den weiträumigen italienischen Nationalparks wird seit Jahrzehnten nicht mehr gejagt. Gran Paradiso ist der bekannteste und zugleich der größte italienische Nationalpark. Seit 1922 ist in dem 72.000 Hektar großen Waldgebiet die Jagd abgeschafft. Hier ein Interview mit dem Tierarzt Bruno Bassano, der für die gesundheitlichen Belange der Tiere im Nationalpark Gran Paradiso verantwortlich ist.
    http://www.alpa.lu/modules.php?name=Sections&op=viewarticle&artid=48
     
  19. aday

    aday Foren-Guru

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    Die Erblast des Steinbocks

    http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md/content/buwalcontent/umwelt/2005-2/de/d-44-47-steinbock.pdf
    Was passiert wohl, wenn der Bergwald erst mal verschwunden ist / wäre???????

    http://www.bergwaldprojekt.ch/
     
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  21. südwind

    südwind Foren-Guru

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    Denkstück
    Den Bock zum Gärtner machen?
    Erst machen sie alles kaputt, dann spielen sie sich als Retter auf

    So könnte man das Verhalten der meisten Menschen, die in diesem Lande den Naturschutz auf ihre Fahnen schreiben, charakterisieren. Schon die Zerstörung der Natur gleicht einem strategischen Feldzug, nur sind diesmal nicht (bzw nicht nur) Menschen die Gegner, sondern die Natur, ihre Regelkreisläufe und vor allem das undurchschaubare Landschaftsgefüge, das mit Katastrophen auf den Krieg gegen sie reagiert. Es tut das nicht aus Bösartigkeit, sondern als logische Konsequenz der Wirkungsketten, die der Mensch nicht kennt, nicht sehen will oder einfach übergeht. Derselbe Mensch, der diese Zerstörungen auf dem Gewissen hat, greift nur zur zweiten strategischen Tat, der Rettung der Natur. Ob es Jäger, behördliche oder VereinsnaturschützerInnen, Garten- und Häuslebauer oder was auch immer sind, sie alle gleicht eine Grundregel: Die Rettung bzw Heilung der Natur muß durch denjenigen geschehen, der sie vorher zerstört hat. Die Natur selbst ist dafür selbstverständlich zu blöd. Also muß wieder der Mensch ran.
    Wir basteln uns die Natur zurück!

    Der Mensch, oberster Feind der Natur, arbeitet mit umfassenden Konzepten und viel Geld bzw Arbeitskraft an der Heilung. Genauso, wie in der modernen Medizin nicht die Selbstheilungskräfte des durch Umweltgifte, Rauchen, Nahrungsgifte und vielem mehr geschundenen Körpers geweckt werden, sondern der kranke Mensch an hochtechnische Apparaturen angeschlossen bzw mit künstlichen Produkten vollgeschüttet wird, geht es der Natur. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles wird genau geplant. (Woran natürlich viele PlanerInnen und MöchtegernplanerInnen Geld verdienen.) Dann rücken Horden von BiotopgestalterInnen, PflegerInnen und BiotopmanagerInnen aus, um die Natur in das neue Korsett zu zwingen, das sich der schlaue Mensch für sie ausgedacht hat. "Der Bock wird z um Gärtner" heißt, daß der Mensch, Schinder der Natur, nun selbst meint, alles wieder richten zu müssen, und das nach seinen Vorstellungen. Und, noch schlimmer: Während er die Natur wieder "heilbasteln" will, macht er andersorts bzw global (durch Gifte in Luft und Wasser) immer mehr kaputt, um schließlich wieder als Retter und Wunderheiler mit neuen Gesetzen, Richtlinien und Biotopmanagementkonzepten aufzutreten.

    Warum das? Ganz einfach, weil daran viele Leute ihr Geld verdienen, wieder andere ihr Gewissen beruhigen und noch andere einfach ihre Langeweile totschlagen, dh die Freizeit in ihren Pflegeflächen verbringen wie andere kegeln gehen.
    Beispiel: Bäche

    Niemand wird bestreiten, daß es Menschen waren, die den Bächen jene grausame Gewalt angetan haben, die sie in die heutige Form gebracht hat: verrohrt oder begradigt fristen sie ihr Dasein. Nun kommen die Menschen wieder daher und basteln ihre Heilungskonzepte. Und nicht zuletzt tun das die Wasserwirtschaftsämter selbst, die um ihre Arbeitsplätze bangen, weil es nichts mehr zu begradigen gibt. Jetzt wird dem Bach eine neue Form gegeben: In schönen, natürlich regelmäßigen Kurven (man will ja was für's Auge und für die einfache Nutzbarkeit der angrenzenden Flächen haben), oft mit einem Wanderweg dabei. Und ganz nebenbei auch noch tiefer als vorher, denn die anliegenden Landwirte wollen ihr Wasser bei der Gelegenheit auch noch schneller loswerden. Letzteres wird aber nicht so deutlich gesagt. Warum auch? In bunten Broschüren, Zeitungsartikeln usw ist das geschwungene Bachbett für eine positive Berichterstattung gut genug. Der Planer verdient gut, die örtliche Baufirma auch und der Politiker sackt ein paar Wählerstimmen ein.
    Beispiel: Jagd

    Unablässig fordern die Jäger Abschußgenehmigungen, verweisen andere Menschen aus den Wäldern und Feldern (um selbst dann mit Jeep, Hund und Flinte in selbigen rumzubrettern) und glauben sich als Regelgrößen in den Ökosystemen. Dabei hat die Jagd ihren Anteil daran, daß alles aus den Fugen geraten ist: Fütterungen verändern die Populationsdynamik und -größe erheblich. Anpflanzungen ausgewählter, oft gezüchteter oder fremdländischer Schutzgehölze fördern nur einige Arten, aber das auf Kosten der anderen. Abschuß und Störungen durch Jäger sind ebenfalls willkürzliche Regelgrößen ohne Rücksicht auf ökologische Prinzipien. Nachdem nun Jagd und (teilweise wesentlich schwerwiegender) andere menschliche Eingriffe die Natur zer- oder gestört haben, wollen die jagenden Menschen nun der Ersatz für die zerstörten Regelkreise sein. Und das heißt: Abknallen, was zuviel wird (weil Freßfeinde fehlen oder, meist der Hauptgrund, Biotopbedingungen verändert wurden). Füttern, was zu wenig ist. Natur wird zum Zoo, der Jäger zum Zoodirektor. Wichtig ist allein: Nur nicht die Natur machen lassen. Am Ende könnte sich noch herausstellen, daß Jagd Unsinn ist und sich die Natur viel besser selbst hilft.
    Fazit

    Naturschutz muß sich mehr an der Natur selbst orientieren. Lösungen, die das Herumbasteln des Menschen zwingend vorsehen, sind Unsinn und führen zu unvorhersehbaren Nebenwirkungen. Für Hirne mit linearen Denkstrukturen (1 Rabenkrähe abknallen = 1 Rabenkrähe weniger) ist die Natur zu komplex. NaturschützerInnen sollten mehr Mut haben, der Natur zur Selbstheilung zu verhelfen. PlanerInnen, PolitikerInnen und NaturschützerInnen sind nötig, um der Natur den Platz dafür zu geben, (ein Nebeneinander von Flächen, wo die Natur selbst wirkt, und solchen, wo der Mensch nutzt) naturverträglich, versteht sich. Eine dritte Kategorie, wo der Mensch in der Natur bastelt, braucht niemand. Außer vielleicht die Bastler zur Selbstbefriedigung selbst!

    http://www.projektwerkstatt.de/biotopschutz/kom_jagd.html
     
  22. südwind

    südwind Foren-Guru

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    Drei als Nesträuber bekannte Arten der Rabenvögel treten also gehäuft in der Stadt auf. Zwei haben rückläufige bis stark rückläufige Bestände, und eine Art berührt die Stadt erst am Rande. Vom Nestraub besonders betroffene Kleinvögel sind Amsel und Grünfink. Doch stellen wir mit Erstaunen fest, sie kommen in jedem Frühjahr ziemlich konstant wieder, haben in der Stadt neben Eichelhäher, Elster und Nebelkrähe gute Bestände. Sie puffern ihre Nestverluste vollständig durch spätere Bruten. Im zeitigen Frühjahr sind die Büsche schlecht belaubt. Die Amsel baut ihr Nest sichtbar vor unseren und natürlich den Augen der Elster. Die hat aber genauso Appetit auf Eier wie wir zu Ostern. Also baut die Amsel weiter Nester und legt weiter Eier. Wie unsere Hühner. Einmal im Jahr hat sie eine gute Chance, ihre Jungen hoch zu bringen, wenn wir z. B. Urlaub machen, die Elster mausert und nicht mehr neugierig nach jedem Nest Ausschau hält. In dieser Zeit merken wir das kaum. Nach dem Urlaub können wir wieder flügge junge Amseln entdecken. Wir sehen, dass Eichelhäher, Elster und Nebelkrähe nicht „tabula rasa“ gemacht haben und für Amsel und Grünfink genug Nachwuchs geblieben ist, der ihren Fortbestand in der Stadt sichert.
    Dr. Klaus Witt

    http://www.naturschutzstation-malchow.de/archiv/blick45rabenvogel.htm
     
Thema: "Massentötung von Rabenvögeln" (unkommentierter Info-Thread)
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