Muss Vögelfütterung einstellen

Diskutiere Muss Vögelfütterung einstellen im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo zusammen, bin neu hier und schreibe im Grunde nur aus einem aktuellen Anlass. Seit Jahren füttere ich Vögel auf einem Gelände, das an das...

  1. #1 Kiska1979, 06.06.2019
    Kiska1979

    Kiska1979 Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    bin neu hier und schreibe im Grunde nur aus einem aktuellen Anlass.

    Seit Jahren füttere ich Vögel auf einem Gelände, das an das Gelände meiner Arbeitsstelle grenzt.
    Bisher gab es keine Probleme.
    Aber seit ca. zwei Wochen wurden vermehrt Ratten rund ums Vogelfutter gesehen.

    Nicht nur eine oder zwei, sondern oft ein kleiner Trupp von 6 bis 10 Tieren.
    Sie haben das Futter gefressen, das zu Boden fällt.
    Die Aufregung war groß.
    Nicht bei allen Kollegen, aber bei manchen und vor allem beim Chef.

    Er ordnete gleich an, dass das Futter komplett weg muss.
    Für immer.

    Ich wäre auch bereit gewesen, die Fütterung "abgesichert" zu gestalten, also so, dass nichts mehr runter fallen kann und die Ratten nicht dran kommen.
    Aber das brachte auch nichts mehr.

    Es ist so, dass auf dem Nachbargrundstück (Industriegelände, dennoch eher im Grünen gelegen) immer schon mal Ratten waren.
    Schon Jahre bevor ich mit der Fütterung begann.

    Nur trauen sie sich aus irgendwelchen Gründen seit besagten zwei Wochen immer weiter vor.
    Auch wenn Menschen in ihre Nähe kommen, flüchten sie nur widerwillig.
    Sie flüchten, ja, aber eben nur unter Protest.

    Natürlich sind sie danach schnell wieder da.

    Mir ist es im Grunde egal, ob da Ratten sind. Ich weiss auch, dass sie nicht wegen dem Futter da sind, weil sie eben schon vorher immer da waren.
    Nur vielleicht weniger und weniger sichtbar.

    Jetzt wird erstmal ein Kammerjäger kommen um sich um das "Problem" zu kümmern.
    Ich will ihn auch fragen, ob er in der Fütterung der Vögel Problem oder gar Ursache für die Ratten sieht.
    Ich denke aber, dass er da nicht eindeutig Stellung beziehen wird.

    Es ist nur so, dass mir das Füttern so zur Passion geworden ist und mir die Vögel ans Herz gewachen sind.

    Das Futter heute komplett wegzunehmen....es fühlte sich nicht gerade gut an...

    Habt ihr vielleicht ein paar Tipps darüber hinaus?
    Vielleicht hattet ihr auch schonmal Ratten in Verbindung mit der Fütterung von Wildvögeln gebracht.

    Was habt ihr getan?
     
  2. #2 esth3009, 06.06.2019
    esth3009

    esth3009 Piratenbändiger

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    Meine Schwester wohnt in einer Reihenhaussiedlung und der Nachbar fütterte auch. Mindestens 6 Ratten dann durch den Garten. Fallen aber Schlagtotfallen nur als er im Herbst wieder anfing waren die Ratten schon wieder da.

    Auf keine Fälle Rattengift nehmen, da gehen die Vögel auch dran. Auch diese Giftfallen die erst später wirken sind Gift für den Naturschutz wenn diese Tiere dann von Jägern gefressen werden.

    Ich füttere ja auf dem Balkon so das nichts runter fällte und außerdem in einem selbstgebauten Futterhaus, aber der Nachbar der schräg unter mir wohnt hat die Fütterung auch deswegen eingestellt.

    Ich hatte im Frühjahr "Blumentopfmäuse " die ich aber alle lebend fangen konnte und die Blumentöpfe wurden mit 10 mm Kaninchendraht abgesichert. Aber so einfach ist das im Freigelände nicht.

    Hier hilft nur penible Sauberkeit und ich hole das Futter Abends rein. Da haben sie sich inzwischen dran gewöhnt und warten morgens schon. Aber das ist in Deiner Situation nicht möglich.
     
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  3. Evy

    Evy Foren-Guru

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    Auf gar keinen Fall Gift! Ratten gehen zum Sterben irgendwohin, wo sie dann von anderen Tieren gefressen werden, die dann auch sterben - wie Esther schon schreibt.
    Meines Dafürhaltens muss es auch keine Toschlagfalle sein, wieso müssen die Menschen immer gleich alles umbringen...?!
    Man könnte sie sicher auch mit einer Lebendfalle fangen und wo aussetzen. Vielleicht gelingt es Dir, die Panikmacher dafür zu erwärmen.

    Bei uns hab ich zwar noch keine Ratte gesehen, aber es kommen sicher während der Vogelfütterung auch welche vorbei, genau so wie Mäuse, Igel und Marder. Allzu sehr vermehren können sich hier Mäuse und Ratten nicht... es gibt mörderische Nachbarskatzen, auch Marder, Fuchs und Waschbär spazieren mal vorbei und halten alles in Grenzen.

    Wenn ich eine Maus sehe, freu ich mich. Genauso wäre es bei einer Ratte, die gehören auch in die Natur. Ist mir aber schon klar, dass es bei Dir eine andere Situation ist und bei einem großen Trupp Ratten würde ich vermutlich auch erstmal schlucken...

    LG Evy
     
  4. #4 esth3009, 06.06.2019
    esth3009

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    Ich fand meine Blumentopfmäuse auch niedlich, vor allem die Kleinen. Aber unter Berücksichtigung der Vermehrungsrate und das Raubtiere wie Katzen nicht auf den Balkon kommen (es verirrt sich schon mal ein Eichhörnchen aber das hat auch Höchstleistungen vollbringen müssen), hätte ich schnell ein großes Problem. Auch Greifvögel und Eulen verirren sich hier nicht.
    Außerdem so wie der Topfballen mit den ganzen vergammelten Vorräte duftete hätte sie nicht lange überleben können. Aber sicherer als im Wald (waren Waldmäuse) waren sie da schon. Jetzt bewohnen sie die Wurzel eines umgestürzten Baumes.
     
  5. #5 Robin-Redbreast, 07.06.2019
    Robin-Redbreast

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    Ich muß beim Füttern auch sehr aufpassen (wohne im Erdgeschoss), auch wenn es bei mir zwar keine Ratten sondern ebenfalls Waldmäuse sind. Ich finde sie ja auch echt niedlich, aber wenn es zu viele werden (und die vermehren sich schneller wie man schauen kann) richten die schon ganz schön was an, z.B. leergebuddelte Kübel (Blumentopfmäuse trifft es wirklich gut), unterhöhlte Wurzeln oder auch komplett aufgefressene Pflanzen und Blüten. Ich habe inzwischen teilweise auch schon Kaninchendraht in die Kübel eingearbeitet, aber so wirklich praktisch ist das nicht.

    Das Futter hängt bei mir inzwischen an der Decke, da kommt nun keine Maus mehr hin, dadurch ist es besonders im Sommer schon sehr viel besser geworden. Ich würde auch nie eine Maus oder Ratte umbringen, wenn es mal wieder zu viele sind wie nach diesem milden Winter (ca. 30 Stück auf 15 qm....) werden sie einfach umgesiedelt, ich habe zwei sehr gute Lebendfallen und damit geht das sehr gut und schonend. Bitte auf gar keinen Fall Gift verwenden!

    Was die Mäuse hier besonders im Herbst anlockt ist aber eigentlich gar nicht das Vogelfutter (habe früher wirklich erst gefüttert wenn es richtig kalt wurde) sondern die Hagebutten der riesigen Wildrose, da sind sie ganz scharf drauf.. So leid es mir auch immer tut, wenn ich die Hagebutten rechtzeitig wegschneide bleibt auch trotz Vogelfutter die Anzahl der Mäuse überschaubar, im letzten Herbst habe ich es krankheitsbedingt leider nicht mehr geschafft, was sich gerächt hat;-)

    Wenn die Ratten also schon vor der Vogelfütterung da waren gibt es auf besagtem Grundstück oder in der Nähe ja womöglich noch etwas ganz anderes was die Ratten attraktiv finden (wie bei mir z.B. die Hagebutten), ich würde da einfach mal suchen, möglicherweise liegt die Hauptursache ja ganz wo anders?
     
  6. Inez

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    Hallo Kiska,
    Ratten, so hübsch und klug sie auch sein mögen - sie sind nicht lustig, wenn sie gehäuft auftreten.
    Was sind es? Hausratten oder Wanderratten?
    Deinen Chef kann ich verstehen, und Du wirst Dich daran halten müssen.
    Wie schon von anderen geschrieben - kein Gift. Auf gar keinen Fall! Dass Gift immer noch im Einsatz ist, wird mir ohnehin ein ewiges Rätsel bleiben.
    Vielleicht kannst Du mit dem Kammerjäger sprechen. Besser noch mit Deinem Chef.
    Als Argument: die Giftköder auf Gerinnungshemmerbasis töten nicht nur Ratten - die töten ALLES. Igel, Marder, Katzen, Hunde, Rabenvögel. Nicht umsonst müssen solche Ausbringstellen gekennzeichnet werden. Blöderweise können die Wildtiere aber nicht lesen, wenn sie so eine tote Ratte fressen oder an den Köder selbst gehen.
    Selbiges gilt für Giftweizen (Der mit Zinkphosphid. anderes Prinzip, beim Verdauungsprozeß wird ein Gift freigesetzt). Die Ausbringung auf Freiflächen ist verboten und wäre in Deinem Fall besonders schlimm, denn die Vögel bei dir sind ja auf Fütterung konditioniert. Alle Körnerfresser würden elende verrecken!
    Mein Tipp:
    Fütterung erst mal einstellen, inzwischen kannst Du ja eine nichtkleckernde Futterstelle basteln. Wenn Ratten nix finden, ziehn sie vielleicht weiter oder kommen wenigstens nicht mehr gucken.
    Kontrollieren, ob in der Umgebung gegarte Essensreste entsorgt werden. Auch die angebissene und weggeworfene Stulle gehört dazu! Wenn Deine Kollegen lecker duftendes Brotpapier liegen lassen oder Pizzakartons mit dem letzten Stück oder Krümeln - ihre Schuld.
    Wie sehen die Abfallcontainer in der Gegend aus? Bei Euch auf dem Hof?
    Die Vogelfütterung ist vielleicht eine der Ursachen, als primäre Ursache sehe ich sie allerdings nicht, denn eine Rattenkolonie kann sich nicht von Vogelfutterresten ernähren, wenn Du das nicht täglich kiloweise ausstreust.
    LG
    Inez
     
  7. #7 -AH-, 07.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 07.06.2019
    -AH-

    -AH- Weichfresser & Exoten

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    Hallo!
    Ich finde, Dein Chef verhält sich Dir gegenüber mehr wie ok. Sei froh, daß er Dir nur untersagt das Füttern einzustellen. M. E. solltest Du auch den Kammerjäger zahlen. Unkontrollierte Fütterung schadet mehr als sie nützt. Die Ratten verlieren tagsüber bereits ihre Scheu vor Menschen. Das verheißt Ratten in Massen und beginnende Fehlprägung. Ratten sind normalerweise nachtaktiv, eher heimlich. Ich bin davon überzeugt, daß der Kammerjäger Dich aufklärt, was Dir evtl. selbst gar nicht soooo bewußt war. Er wird Giftköder und -boxen richtig einsetzen.

    Ich frage mich, was Du auf diesem Grundstück zu suchen hast und treibst, was Dir nicht gehört. Sorry, aber das geht zu weit.
    P. S. Schon wieder ein neues Forenmitglied, welches von mir in die Schranken gewiesen wird.
     
  8. #8 Kiska1979, 07.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 07.06.2019
    Kiska1979

    Kiska1979 Neues Mitglied

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    Danke für die Antworten, und die unterschiedlichen Sichtweisen.

    Vielleicht noch ein paar Anmerkungen:

    Ich füttere keineswes unkontrolliert und streue auch nichts auf den Boden.
    Dennoch fallen immer wieder mal Körner runter.

    Da es hier eine eher ländliche Gegend ist, komme ich allerdings auch nicht mit einem kleinen Futterspender aus.
    Monatlich (egal ob Winter oder Sommer) gehen hier etwa 15 KG Futter weg, plus Meisenknödel.

    Und nein, das ging auch schon weg, bevor die Ratten mitgefuttert haben.
    Vor allem klettern die Ratten nicht hoch zum Futter.
    Ja, dass kann ich sagen, weil ich den Futterbestand sehe. Wenn ich nach em Wochenede wieder zur Arbeit gehe, sind die Futterbehälter teils noch halb voll.

    Das wäre kaum so, wenn sich eine Kompanie Ratten darüber hermachen würde.

    Ich habe im Laufe der Jahre die Futtermenge der Nachfrage durch die Vögel angepasst.

    Ich sehe die Reaktion durch Kollegen und Chef also nur sehr eingeschränkt als richtig oder gar wohlwollend an.

    Für mich bedeutet dies nur, dass im Laufe der nächsten Monate hunderte Tiere (Ratten, Vögel und co.) durch Gift und vor allem die Einstellung der Fütterungt zugrunde gehen werden.

    Manche werden auf keine angenehme Weise durch Gift sterben, andere werden verhungern.
    Ein paar andere werden sicher auch neue Quellen erschließen.

    Der Kammerjäger sagte übrigens, dass es ziemlich normal ist, dass in der Nähe von Bahnhöfen oder Gleisen Ratten leben.
    Ist eben so.

    Er wird dennoch Gift benutzen.
    Dagegen kann ich nichts tun.
    Da der Bau der Ratten nicht auf unserem Grundstück liegt, habe ich da auch kein Mitspracherecht, was die "Beseitigung" angeht.

    Wäre es mein Grundstück, wäre mir die Rattenpräsenz ziemlich egal.
    Ich hätte nur Futtersäulen mit Auffangschalen genutzt, damit kein Futter mehr auf den Boden fällt.

    Mir tut es sowohl um die Ratten, als auch um die Vögel leid.
    Um die Vögel aber deutlich mehr, da der Bestand der Singvögel in ganz Mitteleuropa massiv zurück geht und sie definitiv auf eine Ganzjahresfütterung angewiesen sind.

    Ratten sind nun nicht direkt in ihrer Population gefährdet, dennoch empfinde ich den Umgang mit Ihnen als tragisch.

    P.S. Es scheint sich um Wanderraten zu handeln und seit gestern ist kein Vogelfutter mehr da. Ich sehe jetzt nur dutzende Vögel die verzweifelt nach Nahrung suchen...


    P.P.S Die Abfallcontainer sind ziemlich groß ;) Aber da haben wir noch nie Ratten gesehen.
     
  9. Inez

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    Liebe Kiska,
    die *verzweifelt nach Nahrung suchenden Vögel* werden sich in einer ländlichen Gegend andere Futterquellen erschließen. Es ist Sommer!
    Da verhungert kein Vogel. Bei den Temperaturen derzeit in Deutschland werden die Vögel eher verdursten.
    Wenn Du also gerne Wildvögel beobachtest - stelle Badestellen auf. (Hehe, da wird auch Dein Chef nix gegen sagen, allerdings musst Du die sauber halten)

    Die Ganzjahresfütterung ist umstritten, ich tue es bei mir allerdings auch. So alle paar Tage, wenn die Rasenmähersaison bei den Nachbarn am Laufen ist, nehme ich eine Handvoll Sittichfutter - eine!!! - und verstreue sie großflächig (auf mehr als eintausend Quadratmeter) nach dem Hänsel-und Gretel-Prinzip. Hier ein Körnchen, da ein Körnchen. Die anderen tausend qm Land sind eh wild. Ich muss auch nicht sehen, welcher Vogel da welches Körnchen findet.
    Die sehe ich alle, wirklich alle, an der Tränke/Vogelbad. Die steht in Sichtweite, bietet aber durch danebengelegenes Gebüsch Versteckmöglichkeiten.
    Vom Spatz über alle Sorten Meisen, Amseln, Drosseln, Zilpzalp, Rotkehlchen, Finken von grün über buch bis distel, Ammern (kann ich nicht auseinanderhalten), Mönchsgrasmücken, Zaunkönig, Goldhähnchen, Ringels und Türken und und und - selbst den Steinkauz habe ich in der Morgendämmmerung schon gesehn.
    Die kommen dahin, wo es sauberes Wasser an einer halbwegs geschützen Stelle gibt.

    Willst Du also den Vögeln im Sommer was Gutes tun ---> Wasserstelle. Die ist auch für die Gefiederpflege wichtig.
    Für die Ratten kannst Du nix mehr tun, außer Dich daran erinnern, dass sie jetzt vielleicht auch durch Deine Tierliebe sterben müssen. Klingt hart, ist aber so.
    Hoffentlich macht der Kammerjäger seinen Job verantwortungsbewußt in Bezug auf die anderen Tiere.
    LG
    Inez
     
  10. #10 Kiska1979, 07.06.2019
    Kiska1979

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    Die Einstellung "die Vögel finden schon genug, gerade im Sommer" hat leider dazu geführt, dass der Singvogelbestand in Mitteleuropa in den letzten 200 Jahren um 80% zurückgegangen ist.
    Über 30% davon allein in den letzten ca. 40 Jahren.
    Und es werden immer weniger.

    Sicher ist die Sommerfütterung umstritten (es gibt nichts in der Welt, was unumstritten ist), allerdings ist das auch mehr ein deutsches Problem.

    Selbst die größeren Naturschutzverbände wie der Nabu befürworten mittlerweile teils die Ganzjahresfütterung.
    In Ländern wie England und den USA ist man da wesentlich moderner eingestellt.

    Deine handvoll Futter reicht leider kaum um auch nur eine Meise für einen Tag am Leben zu halten.
    Die kannst du dann auch ganz weglassen ;)

    Nebenbei:
    Vogeltränken habe ich natürlich auch.
    Die brauchen die Tiere übrigens bei weitem nicht nur im Sommer, sondern ebenfalls zu jeder Jahreszeit.

    Ich sehe mich ebenso in keiner Verantwortung für den Tod der Tiere.
    Im Gegenteil. Ich habe über Jahre hinweg dabei geholfen sie am Leben zu halten.

    Die Ratten dann natürlich nicht, die sind ja erst seit kurzem da ;)

    Es trifft mich nur, wie radikal und brutal manche Menschen bereit sind gegen freilebende Tiere vorzugehen.
    Und mit welcher Willkür wir das Leben eines Tieres als wertvoller im Vergleich zu anderen Tieren darstellen...
     
  11. -AH-

    -AH- Weichfresser & Exoten

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    Hallo!
    Das kommt ganz darauf an....
    Eine Ganzjahresfütterung würde ich witterungs - und regionalbedingt abschecken, generell in den Sommermonaten nicht befürworten.

    Mich wundert hier gar nichts... Nur......
    In Post 1 waren die Ratten immer schon da. Jetzt erst seit kurzem. Was entspricht denn nun der Wahrheit?
     
  12. #12 Kiska1979, 09.06.2019
    Kiska1979

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    Das ist leider eine Einstellung, der auch heute noch viele anhängen.
    Vor ca. 60 Jahren mag sie auch noch richtig gewesen sein, allerdings hat sich seitdem viel verändert, gerade was den Bereich Landwirtschaft und den Einsazt von Insektiziden angeht.
    Es ist daher fast unwichtig wo man füttert (Land oder Stadt) oder wie warm oder kalt Sommer oder Winter sind.
    Das Futterangebot ist nie ausreichend.
    Nichtmal im Ansatz.

    Es ist nun auch nicht so, dass deshalb an jeder Ecke ein Dutzend tote Vögel liegt. Es ist ein mehr als schleichender Prozess, der dafür sorgt, dass die Vögel immer mehr verschwinden.

    Nur ein kleines Beispiel:
    Es gibt in Deutschland praktisch keine Wildkräuter mehr.
    Die Sämereien, die diese vor Jahrzehnten noch "produzierten" machten etwa eine Millionen Tonnen aus.
    Pro Jahr!
    Selbst wenn also eine Million Deutsche jedes Jahr eine Tonne Futter zur Verfügung stellen würden, würde das gerade mal diesen einen Verlust ausgleichen.
    Und soviel wird hier nicht gefüttert, bei weitem nicht.

    Und dies betrifft nur die Wildkräuter!
    Wenn man sich den Verlust anderer Nahrungsquellen ansieht (z.B. den Rückgang der Biomasse von Insekten um 80%) gilt die Regel:
    Zuviel füttern kann man gar nicht.

    Wir können kaum den Schaden beheben, den wir in der Natur angerichtet haben.
    Aber jeder kann zumindest ein bisschen tun.

    Das bedeutet im Grunde, dass man die Vögel mind. von September bis Mai mit ausreichend (!) Futter versorgen sollte. Noch besser ist eine kontinuierliche VErsorgung das ganze Jahr über.





    Sehr zu empfehlen sind natürlich auch die Berichte und Bücher des Ornithologen Peter Berthold.




    Nochmal zum besseren Verständnis:

    Die Ratten waren immer da.
    Vor 10 Jahren oder weniger aber nur vereinzelt, soweit ich beobachten konnte.
    Hier und da sah ich mal eine durchs Gebüsch und übers Gelände flitzen.

    Erst seit wenigen Wochen ist ihre sichtbare Präsenz gestiegen.

    Also die "störenden Ratten" (aufgrund derer jetzt diese drastischen Maßnahmen unternommen werden) sind erst seit kurzem da.
    Ratten an sich trieben sich da schon immer rum.
    Hat nur keinen gestört, weil man sie wenig gesehen hat, schon gar nicht mehrere auf einmal.

    Ich hoffe, dass ist jetzt besser erklärt.
     
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  13. #13 -AH-, 09.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 09.06.2019
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    Hallo!
    Danke für Deinen Nachtrag.
    Die Berichte und das Buch Vögel füttern, aber richtig vom Ornithologen Peter Berthold kenne ich, und persönlich finde ich seine Handhabung auch größtenteils sehr gut. Eine Ganzjahresfütterung würde ich dennoch witterungs - und regionalbedingt abschecken und generell in den Sommermonaten nicht befürworten.
    Wir können das Insektensterben nur eindämmen bzw. verhindern, wenn die Einstellung zu Pestiziden von einigen größeren Konzernen, landwirtschaftlich und auch vom bequemen Gartenbesitzer etwas genauer überdacht wird.
    Andernfalls füttern wir bis zum Nimmerleinstag, und den Vögeln, Amphibien usw. ist doch nicht geholfen, da Habitat kaputt oder zerstört.
     
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  14. Evy

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    Ich füttere dann, wenn es nötig ist. Also im Winter und im Frühling, wenn noch keine Grassamen ausgereift und wenig Insekten unterwegs sind. Und in Kälte- oder Hitzeperioden. Im Sommer füttere ich nicht, obwohl sie schon hier vorbeigucken, ob es was gibt... unser Garten ist naturfreundlich und voller Samen und Insekten.

    Den Peter Berthold verehre ich in jeder Beziehung. Aber Sommerfütterung birgt halt auch Gefahren... alles verdirbt schneller, Bakterien können sich bilden und breiten sich aus. Und bei uns würde die Gaudi am Vogelfutterplatz auch die brütenden Vögel stören. Die möchten Ruhe in der Nachbarschaft :D

    Insektensterben: Das Thema ist ja grad richtig "in". Aber mit ein paar Blümchen und Insektenhotels ist's nicht getan.
    Die Großkonzerne haben sowieso nur das Eurozeichen im Auge, und die Gartenbesitzer ihre klinisch reinen Rosen.
    Und die Politik ist schon mit internen Streitereien zu beschäftigt...

    Ich seh schwarz... für die Insekten und für die Vögel, und auch für die anderen Kleintiere im Garten :traurig:
     
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  15. #15 esth3009, 11.06.2019
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    Also ich füttere das ganze Jahr über auf dem Balkon. Ich habe dazu eine Futterstelle gebaut in der Futtertische überdacht stehen und ganz unten eine Schale für Elster, Ringeltaube und co.
    Der obere Bereich
    Den Anhang IMG_0409_zu_1_1_c.JPG betrachten
    Der untere Bereich
    Den Anhang IMG_0406_zu_1_1_c.JPG betrachten

    Der Boden des Balkons wird zur Nachtzeit vorher gesäubert, die Schale gereinigt und rein geholt.
    Der obere Bereich wird ausgefegt und einmal die Woche richtig gesäubert (F10SC) sowie die Schalen gereinigt.

    Des weiteren steht noch eine Futterstation mit Erdnüssen/Walnüssen, verschiedenen Meisenknödel und ab Herbst bis Frühjahr auch unterschiedliche Fettkuchen.
    Ein spezieller Futtertisch ist mit Weichfutter für Rotkehlchen und co.

    Über dem Futtertisch hängt noch ein Futterspender mit Körnerfutter für Stieglitze, Zeisig, Finken und co.

    Die Futtersäuen werden spätesten nach zwei Wochen, wenn es sehr heiß ist öfters sauber gemacht und das Futter was noch darin ist entsorgt.

    Wasser gibt es täglich frisch in sauberen Schalen.

    Das ganze ist sehr arbeitsintensiv und aufwendig aber man wird auch belohnt.

    Vor der Station steht eine Weide als Anflugbaum, sowie diverse Blumenkästen die gerne abgesucht werden

    Seitdem habe ich viel weniger Schädlinge auf den Blumen, nur mit den Blattläusen sind sie diese Jahr auch nicht fertig geworden.

    Hier mal ein paar Eindrücke
    Den Anhang IMG_0420_1_1_c_g.jpg betrachten
    Den Anhang IMG_0392_1_1_c.JPG betrachten
    Den Anhang IMG_0359_1_1_c.JPG betrachten
    Den Anhang IMG_0404_c_1_1.JPG betrachten
    Den Anhang IMG_0368_zu_1_1_c.JPG betrachten
    Den Anhang IMG_0134_1_1_c.JPG betrachten
    Den Anhang IMG_5291_c_1_1.JPG betrachten

    Kleiber, Rotkehlchen, Amsel und Heckenbraunelle kommen regelmäßig, Finken eher unregelmäßig und den Sommer über überhaupt nicht, und ich hoffe ja immer noch auf Stieglitze.

    Es muss keine übertriebene Hygiene sein aber es ist bei höheren Temperaturen viel mehr darauf zu achten. Auch sollte die Futtersäulen täglich überprüft werden und Wasserschalen immer gut austrocknen (Ich habe drei im Wechsel). Man sollte sich gut überlegen ob man diesem Aufwand gerecht werden kann.

    Die andere Seite meines Balkons ist pflegeleichter was die Hygiene betrifft da dort Insekten sich wohl fühlen.
     
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  16. #16 -AH-, 12.06.2019
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 12.06.2019
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    Die Stieglitze fehlten hier auch viele Jahre. Ein Stieglitzzüchter gab mir den Rat, eine Wildblumenmischung auszusähen, auch Kornblumen und Disteln in der Wiese stehen zu lassen. Das hatte sich dann schnell in der Vogelwelt herumgesprochen und Stieglitze fanden hierher. Der Dompfaff hingegen kommt nur bis zum Nachbarn (Waldrand und brachgelegene Bahntrasse), hier hat er sich bisher nicht gezeigt.
     
  17. Evy

    Evy Foren-Guru

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    Hier gibt's leider weder Dompfaff noch Stieglitz... wie gern hätte ich die auch hier!
    Angelika, welche Wildblumenmischung hast Du da? Wir haben auch ausgesät, ist aber nicht so interessant für die Vögel.
    Aus Mariendistelsamen hab ich mal wunderschöne Distelpflanzen gezogen. Die erfreuten uns ein Jahr lang - und dann nie wieder, obwohl ich es jedes Jahr versuche. Die Samen haben sich Papageien und Wildvögel geteilt, das war echt klasse.
     
  18. #18 -AH-, 13.06.2019
    Zuletzt bearbeitet: 13.06.2019
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    -AH- Weichfresser & Exoten

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  19. #19 esth3009, 13.06.2019
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    Ich habe diese ausgesät. Kommen jedes Jahr wieder da sie sich selbst aussähen.
    GEVO
     
  20. #20 Karin G., 13.06.2019
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    wie wäre es mit wilder Karde?
    Die Pflanze bildet im 2. Jahr Samen, die Stieglitze warten schon darauf, und in der Umgebung wachsen im nächsten Jahr wieder unzählige Pflänzchen. Wir rupfen ständig raus, sonst wäre unser Garten nur noch ein Distelfeld.

    Den Anhang StieglitzIMG_6111.JPG betrachten
     
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