Neuanschaffung: Henne oder Hahn?

Diskutiere Neuanschaffung: Henne oder Hahn? im Graupapageien Forum im Bereich Papageien; Hallo, mein Name ist Filomena und habe mich gerade hier auf diesem Forum angemeldet, weil ich mir einen Graupapagei zulegen möchte und noch...

  1. #1 KalabrienFiloma, 26. Dezember 2008
    KalabrienFiloma

    KalabrienFiloma Neues Mitglied

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    Hallo,
    mein Name ist Filomena und habe mich gerade hier auf diesem Forum angemeldet, weil ich mir einen Graupapagei zulegen möchte und noch einige Tipps von Euch Experten brauche.

    Also, meine Frage ist: Ich weiss nicht, ob ich einen Hahn oder eine Henne nehmen soll. Gibt es denn Unterschiede, oder ist es egal, welches Geschlecht man nimmt? Es wäre schön, wenn einer mir eine Antwort geben kann, bevor ich mir einen Graupapagei zulege. Denn ich finde es besser, sich vorher zu informieren, was das Tier für Bedürfnisse hat. Den es soll ja mit am Familieleben teilnehmen.

    Viele Grüsse
    Filomena
     
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  3. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi,

    es ist egal, ob es ein Männchen oder Weibchen ist, weil Du in jedem Fall auch einen gegengeschlechtlichen Partner kaufen musst. Ein Graupapagei ist kein Graupapagei. Ein Pärchen ist die "Mindestmenge". Man muss wissen, dass es nicht einfach sein muss und auch ein Jahr oder länger dauern kann, bis man es geschafft hat, einen bereits länger allein lebenden Graupapagei dauerhaft mit einem anderen zusammenzuhalten. Ein echtes Paar wird auch dann oft nicht entstehen, aber immerhin sowas wie Kumpels, die sich das Leben auch dann gegenseitig lebenswert machen, wenn es nicht die große Liebe ist.
    Wenn man Glück hat, wird es aber auch manchmal doch die große Liebe und das ist natürlich besonders toll.
    Der Weg dahin kann kurz und einfach sein, aber auch lang und schwierig.
    Man muss immer für letzeres bereit sein. Also eine lange Phase mit zwei Käfigen und zwei Einzelvögeln, die jeder eigene Ansprüche haben.
    Empfohlene Käfigmindestmasse sind 2 x 1 x 1 Meter. Die zwei Kubikmeter sollte man als Minimum ernst nehmen, aber höher als 1 m darf der Käfig durchaus sinnvollerweise sein.
    Bei solchen Käfiggrößen brauchen sie aber noch viel Freiflug. Je nach Bezugsquelle kannst Du für so eine Unterbringung vom 300-2000€ ausgeben, wobei 7-900 € in etwa der Normalfall sein dürfte.
    Futter zu bekommen ist kein Problem. Es braucht aber einiges an Lesebereitschaft, bis man soweit ist, selber beurteilen zu können, welches Futter gut und welches schlecht ist. Bei weitem nicht alles vom Zoofachhandel angepriesene ist gut oder auch nur brauchbar. Hier ist es wichtig, sich vor der Anschaffung sehr gut zu informieren, da ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme oft ein Leben lang erhalten bleiben und falsche Ernährung auch andere Krankheiten wie zB Aspergillose begünstigt.
    Teuer ist das Futter nicht. Für ein Paar solltest Du mit unter 70€ im Monat hinkommen.
    Tierarztkosten können mit etwas Pech allerdings phasenweise ordentlich zu Buche schlagen und je nach Wohnort muss man auch weit fahren, bis zum nächsten wirklich papageienkundigen Vet.
    Je nach Standort des Käfigs brauchst Du eine Beleuchtung. Steht der Käfig dunkel, rechne mal mit mindestens einer "HQI" von 70 W plus zwei T5 von 54 W. Den Strom musst Du monatlich zahlen können wollen.
    Papageien im Zoohandel haben oft bereits viel Stress und unangenehmes erlebt und sind daher häufig schwierige Persönlichkeiten. Gleiches gilt oft für Abgabevögel. Mit beiden ist ein Newbie rasch überfordert.
    Junge Naturbruten vom Züchter sind für den Anfänger am empfehlenswertesten. Man muss sich etwas Mühe geben, sie zahm zu bekommen. Es klappt aber in der Regel auch bei bemühten Anfängern bald sehr gut und man lernt dabei gleich, weiviel Zeit die Vögel beanspruchen und welche individuellen Charaktereigenschaften sie haben.
    Dabei darf man nicht vergessen, dass alle Papageienbabies niedlich, lieb und harmlos sind. Sie durchlaufen aber eine Flegelphase -so etwa von 12 -48 Monaten-, in der manche -nicht alle- recht unangenehm werden können. Hier muss man sanft aber konsequent erziehen, sonst ist der Umgang mit den erwachsenen Vögeln später eine Tortur.
    Das kann durchaus mehrere anstrengende Jahre bedeuten. Hält man durch, wird es aber später wieder einfacher.
    Vögel, die in der Flegelphase klare Grenzen gesetzt bekommen haben dabei liebevollen Umgang mit dem Menschen erfahren haben, sind als Erwachsene in der Regel sehr umgänglich und angenehm.
    Was kommt sonst auf Dich zu: Graupapageien haben nur eine rudimentäre Bürzeldrüse und ersetzen diese funktionell durch sogenannte Puderdunen, die das Gefieder wasserabweisend halten.
    Dadurch "stauben " sie sehr stark.
    Die Staubbelastung in einem normal großen Zimmer steigt durch ein Paar Graupapageien damit sicher um mindestens den Fakor zehn.
    Graupapageien müssen viel und häufig besprüht werden und brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit- das kann Möbeln und Tapeten schaden, wenn man kein perfektes Lüftungsregime hat.
    Graupapageien können "stubenrein" werden. Aber das kostet viel Mühen und Erfahrung und klappt dennoch nur bei wenigen. Die meisten kacken einfach überall hin. Ca 1 Klecks pro Viertelstunde. Die Kleckse sind weich und nicht so nette Krümel, wie zB bei Wellensittichen.
    Graupapageien nagen und knabbern gerne, und zu lernen, dass man das weder an Möbeln noch Tapeten darf ist für sie nicht einfach.
    Ganz ohne Schäden am Mobiliar bleibt auf Dauer wohl kein Papageienhaushalt.
    Es hält sich aber in Grenzen, wenn man konsequent ist und bleibt.
    Man muss zeitlebens von nun an viel Zeit daheim verbringen, da auch ein Paar täglich viel Ansprache braucht und mehrere Stunden Freiflug.
    In Freiheit erleben sie vielfältiges und haben in der Regel ständig Kontakt zu Artgenossen auch ausserhalb des engen Zweierpaares. Um das inhaltlich gleichwertig zu ersetzen, muss man viel Spielmöglichkeiten und Ansprache bieten.
    Manchen hier wurde das auf Dauer zu viel und sie haben nun nicht mehr zwei, sonder 6,8,10 oder mehr Graupapageien. So ein Schwarm braucht dann in der Tat viel weniger unmittelbare Ansprache. Dafür hat man mehr Arbeit mit dem Schmutzmanagement.
    Die Organisation von Urlaubsbetreuung ist wichtig aber nicht immer einfach. Rechtzeitig dran denken. Mitnehmen kann man Graupapageien nicht in den Urlaub.
    Die meisten Graupapaeien sind recht leise Vögel. Manche können aber auch ziemlich laut werden und fast jeder hat mal laute Phasen.
    Nicht alle lernen sprechen oder Pfeifen. Und wenn sie es können, ist es nicht immer nur nett. Ein Vogel, der zu allem und jedem einen -oft auch noch inhaltlich passenden- Kommentar gibt, ist für aussenstehende immer lustig, kann aber daheim durchaus auch nerven.
    Während ich hier sitze, sitzt zB ein Graupapagei neben mir auf der Stuhlehne und sagt im Minutenabstand: " Was machst Du da?" und "Wann gibts endlich was zu essen?" während sein Partner mit Ausdauer und trotz Verbotes versucht, die Aquarienabdeckung zu öffnen.
    Klingt nett, gell? Ist aber im richtigen Leben druchaus auch nervend.
    So, jetzt hast Du eine ganz ganz grobe Vorstellung, was es heisst, mit Graupapageien zusammen zu leben. Und nicht vergessen: Das musst Du die nächsten 50 Jahre oder so kontinuier.lich zu leisten bereit sein.
    Viele sind das nicht und daher gibt es so viele Abgabevögel.
    Es ist daher wichtig, sich vorher auch ausreichend mitr den anstrengenden, beeintröchtigenden und unangenehmen Aspekten der Haltung zu befassen und sich sicher zu sein, es trotzdem auf Dauer zu wollen.
    Es ist wie mit dem Kinderkriegen: Nichts ist mehr wie vorher und während Kinder vernünftige rund erwachsen werden, bleiben Graupapageien über viele Jahrzehnte so, wie sie sind -und das ist in vielen Aspekten sehr Kindergartenkind ähnlich. Da ich Kinder und Papageien habe, darf ich das wohl mal so sagen...
     
  4. #3 Katrin Timneh, 26. Dezember 2008
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    Hallöchen,
    das finde ich toll von Dir das Du Dich vorher informierst und Dir Du dann mit Sicherheit nicht einen Einzelvogel hälst,was super traurig wäre.Denn wer ist schon gern allein:zwinker:.
    Ingo hat Dir ja wirklich schon ausführlich geschrieben,wieviel Mühe Graupapageien machen.Man hat auch sehr viel Freude an Ihnen,keine Frage.Anfangs hatte ich nur einen Timneh und ich dachte er ist glücklich mit uns Menschen.Er erzählte uns einiges,sang und pfiff und wir hatten unsere helle Freude an ihm.Bis wir das Haus verließen.Als er sah,das wir unsere Jacken holten pfiff er uns immer leise hinterher und hatte so einen traurigen Blick....Ich ertrug es nicht mehr.Schließlich holten wir ihm eine Henne.Sie sind jetzt seit einem dreivirtel Jahr zusammen(noch kein Paar),aber den traurigen Blick sah ich nie wieder.
    Denk bitte unbedingt über 2 Vögel nach,mußt ja nicht beide auf einmal holen.
     
  5. #4 KalabrienFiloma, 27. Dezember 2008
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    Einen schönen guten Morgen an alle,
    ersteinmal möchte ich mich bedanken für euren Rat, hat mir sehr weitergeholfen, denn jetzt weiss ich, das ich bereit bin, mir zwei Graupapageien zu holen und ich denke auch, sie werden es bei mir sehr gut haben. Ich lebe in Italien/Kalabrien und wir haben immer ein sehr wildes Klima, als in Deutschland:). Habe mir auch soebend eine grosse Papageienvolliere im Internet bestellt. Und wenn dann der Käfig da ist, dann werde ich mir meine beiden Tiere holen.

    Nochmals vielen, lieben Dank. Falls ich noch Fragen haben(bestimmt, wenn ich meine Tiere haben) werde ich mich nochmals melden, bis dahin wünsche ich Euch noch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2009.


    Lg Filomena
     
  6. #5 Katrin Timneh, 27. Dezember 2008
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    Hallo
    schön,das Du dich dazu entschlossen hast 2 Vögel zu halten:zustimm:.
    Wenn Du dann Deine Vögel hast oder vielleicht auch erst mal einen,dann zeigst du uns ein paar Bilder,ja?*neugierig bin*Außerdem freuen wir uns immer über schöne Fotos:freude:.
    Mach das,hier bekommst Du immer ein paar gute Antworten.
    Ich wünsche Dir auch einen guten Rutsch!
     
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