Partnerfindung Weißhaubenkakadu?

Diskutiere Partnerfindung Weißhaubenkakadu? im Kakadus Forum im Bereich Papageien; Hallo, wie ist das eigentlich mit der Aggressivität von Weißhaubenhähnen gegen ihre Hennen? Ist das durch den begrenzten Raum in einer Voliere...

  1. #1 Mechthild Will, 23. August 2000
    Mechthild Will

    Mechthild Will Guest

    Hallo,
    wie ist das eigentlich mit der Aggressivität von Weißhaubenhähnen gegen ihre Hennen? Ist das durch den begrenzten Raum in einer Voliere verursacht oder hat das Ursachen im normalen Verhaltensrepertoire in Freiheit (z.B. längeres gemeinsames Fliegen, um sich an Kontakt zu gewöhnen - was ja in Volierenhaltung nicht geht)? Es gibt ja schließlich harmonisierende Paare, die sich auch vermehren. Ich frage aus folgendem Grund: ich habe einen jetzt 2-jährigen Hahn, Kunstbrut, handaufgezogen, sehr auf mich geprägt. (bitte nicht gleich auf mich einhacken wegen Einzelhaltung und Handaufzucht usw., ich bekam das Tier mit 6 Wochen von Freunden geschenkt, die mir eine Freude machen wollten, weil es mir damals sehr mies ging). Damals hatte ich nicht das Geld, noch ein weibliches Baby dazuzunehmen und dachte auch, das könne ich ja immer noch später.
    Da ich eine tiefe Abneigung gegen Tiere hinter Gittern habe, lebt Habakuk frei bei mir,ist bis auf ganz wenige Stunden pro Monat immer um mich herum (oder ich um ihn) er geht mit raus, wenn wir spazierengehen (jeder Waldspaziergang wird zur Erlebnistour),fährt mit in Urlaub, nur im Auto hat er zur Sicherheit einen Reisekäfig und wenn Publikum in der Praxis ist, sitzt er in einer Zimmervoliere (geht knapp durch die Tür), darin ist auch sein Futter, so daß er sie auch freiwillig aufsucht. Er kann wie er will auf der Terrasse und im Garten rumturnen, achtet aber immer darauf, nicht den Sichtkontakt zu mir zu verlieren, wenn doch, kommt er mich suchen. Nachts hat er neben meinem Bett einen Korb, auf dessen gepolstertem Henkel er schlafen geht. In der einen Hälfte liegt ein Stück Küchenkrepp, da macht er seine Geschäfte drauf, wenn er nachts muß. Das erkläre ich so genau, weil er meist in der Nacht zu mir kommt und dann in meinem Nacken kuschelt oder sich auch in meine Handfläche schmiegt. Wenn's ganz kalt wird, kriecht er auch unter die Bettdecke. Aber wenn er muß, sucht er seinen Korb auf.
    Ich habe nun einerseits das Gefühl, daß er bisher mit seinem Leben, wie ich es ihm bieten kann, zufrieden ist, andererseits ein schlechtes Gewissen wegen der Einzelhaltung.Nun wollte ich neulich bei dem Züchter wegen der Möglichkeit, eine Henne (und wenn ja, in welchem Alter) dazuzukaufen, nachfragen, er riet mir aber dringend ab, das gäbe Mord und Totschlag, und Habakuk würde bei mir bestimmt auch keinen zweiten Vogel vermissen. Ich möchte ihn auch eigentlich nicht, bloß weil er dann einen Partner hat, in eine Voliere verbannen, so aufgeweckt, verspielt und an allem neuen interessiert, wie er ist, weiß ich nicht, ob ein zweiter Vogel, wenn sie sich denn mögen, ihm die jetzigen Abwechslungen ersezten kann. Und eine ebenso jung erworbene und genauso wie er geprägte Henne ebenso frei halten - wäre das möglich oder würde durch Eifersucht der Vögel erst Aggressionen entstehen? Er wäre ja auch vor der Henne erwachsen. Und dann? Auch in der Papageienburg haben sie nur Weißhaubenhähne, die sie alle allein halten, mit der Begründung, die würden jede Henne erbarmungslos umbringen (Oberschnabel abbeißen). Wer kann mir raten, was ich tun soll?
    Gruß
    Mechthild
     
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  3. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Mechthild!

    Grundsätzlich bin auch ich ein Gegner der Einzelhaltung, allerdings weiß ich auch, das unter bestimmten Umständen bei bestimmten Vögeln kaum etwas anderes mehr möglich ist.
    Das Problem ist nur, das man höchstens nach mehreren Versuchen die Vermutung wagen kann, das für einen Vogel die Einzelhaltung die bessere Lösung ist.

    Das Habukuk im Augenblick keinen zweiten Vogel vermißt, glaube ich gerne. Aber erstens ist er mit zwei Jahren noch sehr jung und zweitens: wie sieht es aus, wenn Du einmal überraschend verreisen mußt oder vielleicht ins Krankenhaus? Alleine dies sind für mich Gründe, stets den Versuch einer Verpaarung zu unternehmen, um die Abhängigkeit des Vogels vom Menschen wenigstens zu mildern.

    Grundsätzlich bleibt allerdings das Problem, das Habakuk als Kunstbrut und Handaufzucht
    sich dem Menschen (Dir) nicht nur gewohnheitsmäßig angeschlossen hat, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit fehlgeprägt ist.
    Fehlprägungen gelten aber allgemein als irreversibel. Von daher kann es gut sein, das er einen zweiten Kakadu nicht als Artgenossen und Geschlechtspartner, sondern höchstens als einen Spielgefährten, was aber immerhin einer reinen Einzelhaltung vorzuziehen wäre. Sinnvoll wäre es aber dann, wenn auch der zweite Kakadu ein handzahmes Tier wäre.
    Das es dabei in der ersten Zeit zu Eifersucht kommen kann, ist sicherlich nicht ausschließen.

    Die Ursachen für die Aggression von Kakaduhähnen gegenüber ihren Weibchen während der Brutzeit ist immer noch weitgehend ungeklärt: eine mögliche Ursache iegt vielleicht darin, das Kakaduweibchen später als Männchen geschelchtsreif werden. Werden nun zwei junge, gleichalte Tiere zusammengesetzt, so gerät eventuell der bereits geschlechtsreife Hahn in Brutlust, die Henn ist aber noch nicht geschlechtsreif, worauf der Hahn mit Angriffen gegen die Henne reagiert.
    Eine andere Theorie sieht die Aggression des Hahns gegenüber dem Weibchen als eine Art Übersprungshandlung: im Freileben ist die während der Brutzeit gesteigerte Aggression des Hahnes zur Verteidigung des Weibchens und des Geleges gegen Rivalen und Feinde lebensnotwendig, in Gefangenschaft findet diese Aggression aber kein Ventil und richtet sich deshalb gegen das Weibchen.
    Diese Theorie wird dadurch bestätigt, das einige Züchter gute Erfahrungen gemacht haben, wenn sie ein artfremdes Kakadupaar zu dem brutlustigen Paar setzten, das gleichsam die Aggression des Männchens auf sich lenkte.
    Wenn Du Dir also überlegst, einen zweiten Kakadu anzuschaffen, und sollte dies ein Weibchen sein, dann sollte es sicherheitshalber älter (und damit eventuell auch erfahrener und dominanter) als Habakuk sein.
    Vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Verpaarung, dazu kann ich leider nichts sagen.

    Wie auch deine Entscheidung ausfallen mag: Dir und Habakuk viel Glück!


    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  4. Ursula

    Ursula Foren-Guru

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    21. Februar 2000
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    Hallo Mechthild,

    Rüdiger hat das ja schon super formuliert.
    Bin eigentlich der gleichen Meinung, daß Habakuk es im Moment in der Einzelhaltung sehr gut geht
    ABER was ist in 20 Jahren ?
    Die Wahrscheinlichkeit, daß du dann nicht mehr die Zeit aufbringen kannst ist sehr groß und nach 20 Jahren Einzelhaltung eine Verpaarung wäre wirklich Glück.
    Also wäre es wirklich vernünftiger gleich noch ein Weibchen zu kaufen.
    Mein "Bestand" ist jetzt auf vier Weißhauben angewachsen.
    Zwei der Tiere wurden auch sehr verwöhnt und jetzt hat niemand mehr Zeit für die beiden.
    Das Ergebnis RUPFEN, VERTRAUEN zum Menschen gestört usw.
    Das willst du doch Habakuk nicht antun.
    Also versuche es ihm zuliebe mit einem Weibchen.
    Wenn du noch Fragen hast, schick mir einfach eine Mail.

    Tschüß Ursl
     
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