Pellets für Exoten/Kanarien

Diskutiere Pellets für Exoten/Kanarien im Forum Ernährung im Bereich Allgemeine Foren - Uuund zweiter Beitrag im Forum, ebenfalls zum Thema futtern ;) Ich habe brav alles durchforstet und einige Beiträge zum Thema Pellets gelesen...
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Djouhara

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Uuund zweiter Beitrag im Forum, ebenfalls zum Thema futtern ;)

Ich habe brav alles durchforstet und einige Beiträge zum Thema Pellets gelesen. Jedoch schienen sich die mir (fast) ausschließlich auf Krummschnäbel zu beziehen. Ich würde mich über Erfahrungen/Wissen zum Thema Pellets für Kanarienvögel und Prachtfinken, genauer, Japanische Mövchen sehr freuen. Ich habe das Glück, zwei wirklich super Tierärzte mit Vogelexpertise/Zusatzausbildung in der Umgebung zu haben. Davon ist einer sehr pro pellets, der andere hat zwar nichts dagegen, findet es aber unnötig, solange meine Tiere ihr Futter komplett und nicht nur selektiv fressen.

Die Mövchen sind sehr brav und futtern alles bis zum letzten Körnchen. Die Kanarien lassen sich schon mal bitten, vor lauter leckererem Zeug auch die Kanariensaat nicht zu verachten. ;-) Aber letztendlich fressen sie ihr Futter auch komplett oder fast komplett.

Nun habe ich bei den Kanarien den Vorteil, sie ausgiebig mit Frischfutter versorgen zu können, da sie beileibe nicht so leicht triebig werden, wie die Mövchen. Nur im Frühjahr muss ich bisschen aufpassen, das reicht. Von daher wäre die Dringlichkeit eines erhöhten Pelletanteils in der Nahrung bei den Kanarien-Kameraden nicht so dringend. Es würde mich aber natürlich trotzdem interessieren, ob hier jemand gerne auch seinen Kanarien Pellets füttert, und was er damit für Erfahrungen gemacht hat! Meine fressen nur die Nutribird C19 Pellets, Dr. Harrison's wird ignoriert. Nutriberries sind aber auch gefragt.

Die Mövchen wiederum mögen das "langweilige", zuckerfreie Dr. Harrison's lieber, fressen aber beides (ein wenig).

Ich frage deswegen nach Erfahrungen, weil man sich, wenn man englischsprachige Foren liest, fast schon wie ein Tierquäler vorkommt, wenn man seine Vögel hauptsächlich mit Körnern füttert. Nun könnte ich einzelne Stimmen ignorieren - aber es ist eher die gesamte Grundstimmung im angelsächsischen Sprachraum (und auch aus anderen Ländern), die sich inzwischen einig zu sein scheint, dass auch bei Kanarien und generell Spitzschnäbeln der Trend definitiv zum Pellet gehen sollte - dies gäbe gesündere, schlankere Vögel mit weniger Leberproblemen und hätte nur Vorteile.

Da auch 50 % meiner Tierärzte ;) sehr Pro-Pellets sind und die anderen 50 % nichts dagegen haben, aber meinen, solange sie ihr Grundfutter komplett aufnehmen, solle man ihnen doch den Spaß am Entspelzen nicht nehmen, bin ich nun vollends verwirrt. Von Haltern, auch sehr erfahrenen Haltern, und Züchtern, lese ich hierzulande nur Körner, Körner, Körner. Wenn nun aber nicht nur erfahrene Privatpersonen aus vielen anderen Ländern, sondern noch dazu auch die Fachleute, denen ich vertraue und mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe, Pellets gegenüber ganz positiv eingestellt sind, komme ich ins Schwanken, ob ich den Wechsel auf mehr Pellets bei uns etwas eifriger betreiben sollte. Derzeit ist es eher ein Zusatzangebot.

Meine Vögel sind nicht verfettet, haben aber enormen Nagelwuchs. Nicht alle gleich schlimm, aber trotz dickerer Naturäste und auch Kalkstangen nutzt sich da nichts ab, es muss nachgeholfen werden. Bei meinem einen Mövchen waren schon nach 6 Monaten wieder Korkenziehernägel da. Daher haben auch meine TÄ einen leichten Verdacht auf Leberproblematik. Es gibt jetzt zwar zusätzlich Alamin, aber wenn ich schon beim Grundfutter was optimieren könnte, dann würde ich das sehr gerne tun.

Was sagen die Profis? :) Gibt es Finkenfreunde, die nur Pellets füttern? Hat sich dadurch etwas verbessert? Ach ja, und welche? An Lafeber Finkenpellets oder Roudybush oder Zupreem kommt man hierzulande leider nicht...

Vielen Dank im Voraus!
Djouhara
 
Hallo,

ich persönlich füttere ausschließlich "Naturfutter", Pellets kämen bei mir nicht in die Näpfe.
Warum denn auch? Man kann Prachtfinken (v.a. die genannten Mövchen) problemlos ausgeglichen und gesund ernähren, indem man ihnen eine gute Körnermischung und etwas Frischfutter verbreicht. Zu der entsprechenden Jahreszeit auch Gräserrispen, Wildkräuter etc. Wenn man Zuchtabsichten hat, reichert man die Futterrationen mit Keimfutter und halbreifer Kolben- und Rispenhirse an. Mit einem guten Mineralfutter (Muschelkalkgrit, Lehmsteine) sind die Vögel komplett versorgt. Sie haben dann Abwechslung, können sich ihr Futter auch naturgemäß suchen, picken, entspelzen etc. Das natürliche Fressverhalten würde man ihnen mit einer Pelletfütterung absolut verweigern - zur gesunden Ernährung gehört ja nicht nur die (auf dem Papier stehende) Kalorien- und Nährstoffzufuhr, sondern auch die Art der Futteraufnahme. Wenn ich meine Vögel fröhlich auf dem Boden herumhopsen sehe, um Futterreste aufzupicken oder an den Rispen und Kolben herumturnen sehe, dann weiß ich, warum ich eine naturnahe Fütterung bevorzuge...

Pelletfütterung ist für mich wie Ravioli oder Gemüseeintopf aus der Dose - kann man zwar, würde ich aber nicht tun, weil selbstgekochte Mahlzeiten einfach viel besser sind... ;) :+popcorn::+popcorn::+popcorn:

MfG,
Steffi

P.S. Hab gerade Deine Bemerkung mit den Korkenziehernägeln noch gesehen: Japanische Mövchen sind Lonchura und die haben natürlicherweise ein starkes Krallenwachstum, weil sie Hochgrasbewohner sind. Sie verhornen auch im Alter sehr stark an den Ständern. Wenn das Deine vogelerfahrenen Tierärzte nicht wissen, würde ich mir ein wenig Gedanken machen. Das hat bei ihnen nicht mit der Leber zu tun... Bei Lonchura muss man regelmäßig Krallen schneiden.
 
Guten Morgen Steffi,

vielen Dank für deine ausführliche Nachricht :)

Erst einmal zu deiner Anmerkung, bzgl. "guter" Körnermischung (das hätte ich eigentlich auch gleich fragen können) - ich füttere hauptsächlich die Mischung für Zebrafinken und Japanische Mövchen von der Körnerbude. Würdest du das als gut betrachten? Falls Links nicht erlaubt sind, hier die Zutaten:

"Spitzsaat, Silberhirse, La Plata Hirse, Senegalhirse, Japanhirse, Rote Hirse, Grüne Hirse, Mohairhirse dreifarbig, Mohairhirse rot, Zwerghirse, Wiesengräser, Paddyreis, Nackthafer, Wildsamen Spezial"

Es wird auch restlos verputzt, am längsten liegt die Spitzsaat ;)

Dann bekommen sie spaßeshalber manchmal noch ein bisschen vom Rio Exotenfutter (das SEHR anders aussieht) mit drunter gemischt, mögen sie auch. Passt das so?

Die anti-Pellet-Argumente, die du aufgebracht hast, kenne ich und kann sie auch nachvollziehen. Zu dem "warum auch?" (also warum überhaupt Pellets) kommen immer die folgenden Argumente:

1. Die Vögel fressen selektiv und verfetten (in meinem Fall wie gesagt kein Problem (außer du sagst mir jetzt, die Mischung ist nicht gut, dann hilft auch das komplett-verputzen nichts ;) ))

2. Körner seien für Vögel wie "Süßigkeiten" und sollten nur sparsam gegeben werden. Das verstehe ich nicht. Seit ich als Kind meine Wellensittiche hatte, war die Devise, Körnerfutter. Nun bin ich ja aber offen für neues und es wäre nicht die erste, sich später als falsch herausstellende Haltungsweise. Ich will es nur verstehen :-| (auch wenn mir die Körnerfresserei schon immer etwas "trocken" vorkam - in der Natur sind die Körner doch nie so getrocknet, außer vielleicht mal in einer kurzen Periode im Spätsommer, oder?)
Hier habe ich aber einen Verdacht, warum "international" der Trend Richtung Pellet gehen könnte - kann es sein, dass die Körnermischungen hier einfach besser und nicht so fett sind, wie in anderen Ländern?

3. Die Pellets/Extrudate decken wichtige Vitamin- und Mineralienversorgung ab, und zwar in der gewünschten Dosierung. Bei anderen Vitaminzusätzen kann man sich nie sicher sein, ob die Dosierung letztendlich passt, egal ob über Trinkwasser (bei dem die einen sagen, die Wirkung ist nach wenigen Stunden eh nicht mehr da), übers Trockenfutter (wobei viel durchfällt und auf dem Boden landet) oder über Frischfutter (was man ja nicht zu viel geben soll, wegen Triebigkeit/Durchfall...).
Das Argument finde ich nachvollziehbar - wenn man allerdings sagt, das ist alles nicht notwendig, und sie bekommen ALLE Vitamine über Körner- und Frischfutter, dann wäre das auch hinfällig. Das kann ich mir aber nicht so wirklich vorstellen, wenn man Frischfutter nur in Maßen füttert, was ja bei den Mövchen besonders angeraten ist. :/ Kommt mir vor, als würde ich nur Brot essen (wenn auch gutes Körnerbrot) und dann ab und an ne Gurke oder Kräuter dazu, dann wäre ich ja auch nicht abgedeckt, oder? Ich weiß, ich bin kein Vogel :D Aber du verstehst bestimmt was ich meine.

4. In den Pellets sind gute Sachen wie Gemüse usw. halt schon drin, was die Gesamtzusammensetzung, auch bzgl. Fasern usw., optimiert, im Gegensatz zu reinen Körner. In der Natur würden auch die Körnerfresser oft und viel einfach an Kräutern, Gräsern, "Gemüse", kurz - Pflanzenmaterial, das über die Samen hinausgeht, fressen, vor allem in Zeiten, in denen die Saaten wenig vorhanden sind. Das wäre also unterm Strich natürlicher und gesünder. Das hat meine eine TÄ im groben auch so gesagt. Natürlich suchen und lieben sie Körner, auch die "wilden Verwandten" der Mövchen, aber sie bekommen sie einfach nicht so im Überfluss, schon gar nicht rund ums Jahr.

Ich als Laiin finde das ALLES nachvollziehbar - allerdings auch die Argumente der Gegen-Pellet-Leute, und daher bin ich einfach ein wenig ratlos, was nun das beste ist. ;-D

Bei meinem Hahn war die Leberproblematik leider sogar zu sehen, er hatte auch starkes Krallenwachstum. Er hat das übliche Mövchenfutter plus ca. alle zwei Tage Frischfutter bekommen, wie alle anderen auch. Meine TÄ vermutete, dass es bei ihm auch genetisch bedingt sein könnte; WENN ich durch bessere Fütterung aber etwas optimieren kann, dann wäre ich gerne bereit dazu. Er war nicht mal ein Jahr alt :( Wir haben mit Alamin behandelt und sie meinte, ich muss mich trotzdem darauf einstellen, dass er eines Tages einfach tot im Käfig liegt. So war es leider auch. Es ging ihm schon wieder etwas besser (zuvor hat er wegen der vergrößerten Leber oft schwer geatmet, ich hatte das Gefühl, dass sich das etwas gelegt hatte), er hat mir an dem Tag zum ersten Mal sogar etwas direkt vom Finger geschlabbert, war gut drauf, hat gesungen. Ich gehe aus dem Zimmer, komme nach einer Weile zurück, er lag, noch warm und weich, auf dem Boden. Das war so schrecklich.

Nicht jedes meiner Mövchen hat das Krallenwachstum allerdings so stark aufgewiesen. Meine eine Henne, bei der es so doll ist, hat binnen 6 Monaten nach dem Krallenschneiden schon wieder gedrehte Korkenzieherkrallen gehabt - ist DAS auch normal? Kommt mir, selbst, wenn man sagt, bei den Mövchen geht es schneller als bspw. bei Kanaris, schon sehr arg vor. Und wie nutzen sie es sich in der Natur ab, also was kann ich ihnen da zur Verfügung stellen, außer dicke Naturäste, was ich ja bereits tue, oder drehen die Krallen sich da einfach fröhlich weiter?

Danke dir nochmals für deine informative Nachricht! Ich bleibe erstmal beim Körnerfutter und gebe die Pellets als Leckerlis (auch wenn ich mich wundere, dass sie sie mögen :D)

LG,
Djouhara

P.S.: Als Grit gebe ich Supra Grit-Mineral von Supravit, dazu noch einen zerbröselten "Klaus' Grit-Stein" und wie gesagt Eierschalen dazu, auf denen sie wirklich gerne rumkauen. Ich habe einen englischen Pickstein, so nen rosanen, aber da gehen sie gar nicht ran. Müsste ich bzgl. Lehm dann noch was unternehmen?
 
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Es würde mich aber natürlich trotzdem interessieren, ob hier jemand gerne auch seinen Kanarien Pellets füttert, und was er damit für Erfahrungen gemacht hat! Meine fressen nur die Nutribird C19 Pellets, Dr. Harrison's wird ignoriert. Nutriberries sind aber auch gefragt.
Hallo, ich halte seit 25 Jahren Kanarien, auf die Idee Pellets zu füttern käme ich nicht einmal imTraum, bzw. ansatzweise.
Meine Vögel bekommen das beste Kanarien Körnerfutter ) Kanarien sind Körnerfresser) und moderat angeboten Frischkost.
Korkenziehernägel kann ich auch ausschließen.
sie leben auf Sand und Naturholz-Sitzstangen in unterschiedlichen Stärken.
Natürlich Grit (Deli Nature) und einen Pickstein von WM. Sterile zerbröselte Eierschale ist tgl im Angebot, dw. Polymin.
Das Körnerfutter wird mit AC I- prime bestäubt (tgl). damit die Darmflora stabil bleibt.
Das sind jetzt nur ein paar Anregungen aus der Kanarienecke. :vogel:
Evt. enthalten Pellets irgendwelche Stoffe, z.B Gelatine o.ä., welche den extremen Krallenwuchs so anregen.
Keine Ahnung :+keinplan auf keinen Fall würde ich diese Dinger weiter anbieten.
 
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Das sind jetzt nur ein paar Anregungen aus der Kanarienecke. :vogel:
Evt. enthalten Pellets irgendwelche Stoffe, z.B Gelatine o.ä., welche den extremen Krallenwuchs so anregen.
Keine Ahnung :+keinplan auf keinen Fall würde ich diese Dinger weiter anbieten.
Huhu, danke für die Anregungen und deine Meinung! :) Das AC i-prime hab ich da, es ruht aber im Tiefkühler. Wenn man das immer und nicht nur im Krankheitsfall geben kann, dann werde ich es wohl mal auspacken. :) Könntest du mir sagen, wie man das anständig auf Körner dosiert? Ich finde die Angaben immer schwer umzusetzen. :-/

Nur zur Info: Die Korkenzieherkallen usw. kamen vor den Pellets, bei traditioneller Körnerfütterung. ;) Gelatine ist da nicht drin. Auch jetzt werden die Pellets nicht in nennenswerter Menge gefressen, bei den Mövchen sind es maximal 5 % und auch nicht täglich, die Kanaris haben lange überhaupt keine Pellets mehr gesehen und wenn welche da sind, wird sporadisch dran gegangen. Ich suche ja nach Erfahrungen, um zu schauen, ob sich eine intensiver vorangetriebene Umstellung lohnt oder nicht.
 
Zum ACI – Prim,
man kann die Körner etwas mit Öl beträufeln. Ich habe jedoch Frutin und tue davon etwas über das Körner Futter. Dann streue ich einen kleinen Löffel über das Körner Futter und schüttele es gut durch, man kann es nicht überdosieren.
Woher die Korkenzieherkrallen kommen, kann ich mir nicht erklären. Würde eventuell mal einen Ernährungsberater mit ins Boot nehmen.
Wie gesagt, ich habe nur Kanarienvögel und will dir auch keine falschen Ratschläge geben, denn von Mövchen habe ich keine Ahnung.
 
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Hallo Djouhara,

ich bin noch nicht so erfahren, wie viele User hier. Aber ich hatte schon Kanarienvögel und aktuell bin ich Besitzerin von zwei tollen ".Zebrafinken-Männern".

Ich kenne das Problem sich möglichst viel Wissen anzueignen und alles "aufzusaugen" was man über unsere Lieblinge lesen kann. Und dann ist man plötzlich verunsichert und fragt sich, ob man alles richtig macht. Ich persönlich entscheide zwischenzeitlich nur noch nach Gefühl, was von den Berichten für mich wichtig ist und was nicht.

Auch ich sehe keinen Grund meinen Vögel ihr Körnerfutter durch Pellets zu ersetzen. Für mich ist es wichtig, möglichst artgerecht zu "versorgen". Das Basisfutter von Körnberbude habe ich auch. Aktuell noch das Prachtfinkenfutter. Gekauft, aber noch nicht getestet, habe auch ich das Futter für Reis- und Zebrafinken. Was das RIO Futter angeht: in den Angaben steht, dass da auch Algen sind. Bestimmt sieht es deshalb anders aus ;-)

Warum Körner mit „Süßigkeiten“ verglichen werden, kann ich nicht verstehen. Es sei denn man verwechselt es mit den Hauptfuttermischungen, die auch z. B. Honig enthalten.

Meine beiden Vögel haben auch eine Sepiaschale und aktuell auch diesen „rosa Jodstein“. Auch sie ignorieren diesen. Haben sie aber auch mit jedem anderen Stein gemacht, den ich hatte: Lehm, Mineral, etc. Aber Grit nehmen sie gut und gerne an und hier muss ich sagen, hatte ich schon so viele verschiedene Sorten. Aktuell habe ich zwei verschiedene von Birdsandmore zusammengemischt. Ich wüsste nicht, was man falsch machen kann. Außer dass ich natürlich keine Sorte für z. B. Tauben oder Papageien kaufen würde.

Pellets sind meiner Meinung nach für Vögel mit gesundheitlichen Problemen gut. Aber das war es dann auch schon.

Ich gebe gelegentlich Nekton S als Vitamine. Da meine beiden Vögel nicht brüten oder sich vermehren, reicht das mit Sicherheit aus. In der Mauser möchte ich gerne was „Gutes“ verabreichen. Hier muss ich mich aber noch schlau machen.

Frisch bekommen meine Vögel nur „Grünes“. Meistens Bio Salatgurke. Gerade habe ich ihnen einen Topf Vogelmiere aus dem Zoohandel in den Käfig gestellt. Obst bekommen sie keines.

Also ich denke, dass unsere Ernährungsweisen ähnlich sind. Ich mache mir wirklich über Viel Gedanken (z. B. ob der Plastik-Napf schädlich ist). Aber über Pellets mache ich mir keine Gedanken.

Korkenziehernägel kenne ich mich auch nicht aus. Aber hier hat Steffi ja schon was geschrieben.

Grüßle, Andrea
 
Guten Morgen Steffi,

vielen Dank für deine ausführliche Nachricht :)

Erst einmal zu deiner Anmerkung, bzgl. "guter" Körnermischung (das hätte ich eigentlich auch gleich fragen können) - ich füttere hauptsächlich die Mischung für Zebrafinken und Japanische Mövchen von der Körnerbude. Würdest du das als gut betrachten? Falls Links nicht erlaubt sind, hier die Zutaten:

"Spitzsaat, Silberhirse, La Plata Hirse, Senegalhirse, Japanhirse, Rote Hirse, Grüne Hirse, Mohairhirse dreifarbig, Mohairhirse rot, Zwerghirse, Wiesengräser, Paddyreis, Nackthafer, Wildsamen Spezial"

Es wird auch restlos verputzt, am längsten liegt die Spitzsaat ;)

Dann bekommen sie spaßeshalber manchmal noch ein bisschen vom Rio Exotenfutter (das SEHR anders aussieht) mit drunter gemischt, mögen sie auch. Passt das so?

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Noch einmal hallo,

ich habe mir von Dir genannten Futtermischungen angesehen: würde ich beide nicht empfehlen. Zum einen, weil sie nicht gut genug deklariert sind. Ein gutes Futter gibt immer die genauen Bestandteile auch mit den entsprechenden Prozenten der Anteile an. Es ist zwar im Futtermittelrecht so geregelt, dass die höchsten Anteile immer zuerst genannt werden müssen, aber es könnten bei 10 verschiedenen Komponenten auch jeweils 10% von einer Sorte enthalten sein. Im anderen Extrem z.B. 90% einer Sorte und der Rest verteilt sich über die 9 weiteren Komponenten. Deshalb achte ich immer auf genaue Deklaration.
Der zweite Grund ist die Zusammensetzung an sich: beide Futter sind nicht für eine Grundversorgung von Prachtfinken geeignet, die schnell zur Verfettung und Leberproblemen neigen, weil sie relativ viele fettreiche Saaten enthalten. Das Körnerbude-Futter enthält u.a. zu viel Kanariensaat (=Glanz bzw. Spitzsaat), dann auch relativ viel Paddyreis und Nackthafer. Ich meine auch, einige Rübsen zu entdecken, die vermutlich im Paket "Wildsamen Spezial" enthalten sind. Die beiden letztgenannten Saaten sind relativ fettreich (v.a. die Rübsen) und enthalten auch übermäßig viel Eiweiß. Dieses führt zur Triebigkeit. Das Rio-Futter enthält gleich vier fettreiche Saaten: Negersaat, Haferkerne, Sesam und Leinsaat. Haben in meinen Augen alle nichts in einem Grundfutter für Prachtfinken verloren. Wenn ich Zuchtabsichten hätte, kämen evtl. ein kleiner Teil davon im Keimfutter in Frage, weil sie gute pflanzliche Eiweißlieferanten sind.
Am besten orientiert man sich bei der Fütterung der leichtfuttrigen Amadinen an der Natur: die Vögel nehmen in ihren Ruhephasen v.a. trockene Grassamen auf. Dem entspricht man, indem man ein Futter aus v.a. kleinkörnigen Hirsesorten, Gräsern und Glanz anbietet. Letzteren v.a. auch, weil er andere Aminosäuremuster hat als die verschiedenen Hirsesorten. Ich selbst mische mein Futter aus mindestens fünf verschiedenen Komponenten, von denen es teilweise auch noch verschiedene Sorten gibt: Rispenhirse (z.B. Silber-, LaPlata-, Grüne Hirse), Kolbenhirsen (z.B. Manna-, Mohair-, Senegalhirse), Echinochloa (Japanhirse), Gräser (Knaul-/Raygras) und Glanz. Nur wenn ich züchten möchte, kommen auch noch Nackthafer und ein kleine Menge Negersaat in einer speziellen Keimfuttermischung dazu.
Ich weiß, dass viele "normale Vogelhalter" vom Selbstzusammenstellen überfordert sind bzw. sich das Mischen gar nicht lohnt, dafür gibt es aber relativ gute Grundmischungen. Z.B. das "Prachtfinken Super" von Hungenberg oder das "Lonchura Spezial" sind in meinen Augen gut geeignete relativ kalorienarme Futtermischungen.

Sodale, muss leider weg. Auf den Rest antworte ich evtl. später nochmals ...

LG,
Steffi
 
Hab´s gestern nicht mehr geschafft, weiter zu antworten.
Das "Lonchura Spezial" gibt´s bei übrigens bei Blattner Heimtierfutter.

Körner seien für Vögel wie "Süßigkeiten" und sollten nur sparsam gegeben werden. Das verstehe ich nicht. Seit ich als Kind meine Wellensittiche hatte, war die Devise, Körnerfutter. Nun bin ich ja aber offen für neues und es wäre nicht die erste, sich später als falsch herausstellende Haltungsweise. Ich will es nur verstehen :-| (auch wenn mir die Körnerfresserei schon immer etwas "trocken" vorkam - in der Natur sind die Körner doch nie so getrocknet, außer vielleicht mal in einer kurzen Periode im Spätsommer, oder?)
Hier habe ich aber einen Verdacht, warum "international" der Trend Richtung Pellet gehen könnte - kann es sein, dass die Körnermischungen hier einfach besser und nicht so fett sind, wie in anderen Ländern?
(Hirse-)Körner sind keine Süßigkeiten für die Prachtfinken - sie sind die Grundlage für ihre Ernährung, so wie wir täglich Reis, Nudeln, Kartoffeln, Brot, Gemüse etc. essen. Es kommt dabei nur auf die Qualität und evtl. auf die Größe an. Bei den leichtfuttrigen Amadinen sollte man am besten kleinkörnige Sorten nehmen, damit die Vögel etwas länger mit dem Fressen beschäftigt sind. Sie enthalten primär Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß sind nur in mäßigen Mengen enthalten. Das entspricht ihrer natürlichen Nahrung.
Als "Süßigkeit" gilt v.a. die Kolbenhirse - meist unter der irrigen Meinung, sie sei fetter - stimmt nicht: Kolbenhirse (Setaria spp.) ist eine der Grundlagen der Körnerfuttermischungen für Prachtfinken - diese wird dort oft als "Borstenhirse" bezeichnet. Bessere Deklarationen benennen die Sorten genauer: Senegal- (die häufigste und billigste Variante), Manna- (auch als Rote Finkenhirse bezeichnet) und Mohairhirse (die teuerste) sind die gängigsten Sorten. Kolbenhirse macht höchstens deshalb den Vogel fett, weil er sie besonders gerne frisst und er sie deshalb im Übermaß aufnimmt.
Die Pellets/Extrudate decken wichtige Vitamin- und Mineralienversorgung ab, und zwar in der gewünschten Dosierung. Bei anderen Vitaminzusätzen kann man sich nie sicher sein, ob die Dosierung letztendlich passt, egal ob über Trinkwasser (bei dem die einen sagen, die Wirkung ist nach wenigen Stunden eh nicht mehr da), übers Trockenfutter (wobei viel durchfällt und auf dem Boden landet) oder über Frischfutter (was man ja nicht zu viel geben soll, wegen Triebigkeit/Durchfall...).
Das Argument finde ich nachvollziehbar - wenn man allerdings sagt, das ist alles nicht notwendig, und sie bekommen ALLE Vitamine über Körner- und Frischfutter, dann wäre das auch hinfällig. Das kann ich mir aber nicht so wirklich vorstellen, wenn man Frischfutter nur in Maßen füttert, was ja bei den Mövchen besonders angeraten ist. :/ Kommt mir vor, als würde ich nur Brot essen (wenn auch gutes Körnerbrot) und dann ab und an ne Gurke oder Kräuter dazu, dann wäre ich ja auch nicht abgedeckt, oder? Ich weiß, ich bin kein Vogel :D Aber du verstehst bestimmt was ich meine.
Es ist tatsächlich so, dass Deine Vögel mit einem guten Körner- und etwas Frischfutter und einer guten Kalk- und Mineralquelle ausgeglichen ernährt werden können. Beim Frischfutter kann man ja relativ viel verschiedenes anbieten: von den verschiedenen Salaten, über die Zichorienarten (Endivie, Chicoree), den verschiedenen Kräutern bis hin zum Blattspinat. Auch Mutter Natur hat einiges zu bieten: Vogelmiere, Löwenzahn, Ampfer, Obstbaumknospen etc. Damit sind die Vögel wirklich gut genug versorgt.

Bei meinem Hahn war die Leberproblematik leider sogar zu sehen, er hatte auch starkes Krallenwachstum. Er hat das übliche Mövchenfutter plus ca. alle zwei Tage Frischfutter bekommen, wie alle anderen auch. Meine TÄ vermutete, dass es bei ihm auch genetisch bedingt sein könnte; WENN ich durch bessere Fütterung aber etwas optimieren kann, dann wäre ich gerne bereit dazu. Er war nicht mal ein Jahr alt :( Wir haben mit Alamin behandelt und sie meinte, ich muss mich trotzdem darauf einstellen, dass er eines Tages einfach tot im Käfig liegt. So war es leider auch. Es ging ihm schon wieder etwas besser (zuvor hat er wegen der vergrößerten Leber oft schwer geatmet, ich hatte das Gefühl, dass sich das etwas gelegt hatte), er hat mir an dem Tag zum ersten Mal sogar etwas direkt vom Finger geschlabbert, war gut drauf, hat gesungen. Ich gehe aus dem Zimmer, komme nach einer Weile zurück, er lag, noch warm und weich, auf dem Boden. Das war so schrecklich.
Natürlich kann auch die Genetik eine Rolle gespielt haben. Ein Leberproblem muss nicht nur von der Fütterung kommen. Oft haben v.a. die Prachtfinken auch Schäden durch Kokzidien etc., die dann zum Leberversagen führen. An was Dein Hahn letztendlich gestorben ist, hätte nur eine Sektion verraten können. Ich habe schon einige meiner verstorbenen Vögel untersuchen lassen, wenn die Todesursache nicht eindeutig war - man wundert sich, was so kleine Zwergerl alles haben können. Von Herzinfarkt über Herzbasistumor und Virusinfekten bis zur Leberamyloidose war da alles dabei - fast alle Vögel hatten irgendwann mal Schweratmigkeit gezeigt...

Nicht jedes meiner Mövchen hat das Krallenwachstum allerdings so stark aufgewiesen. Meine eine Henne, bei der es so doll ist, hat binnen 6 Monaten nach dem Krallenschneiden schon wieder gedrehte Korkenzieherkrallen gehabt - ist DAS auch normal? Kommt mir, selbst, wenn man sagt, bei den Mövchen geht es schneller als bspw. bei Kanaris, schon sehr arg vor. Und wie nutzen sie es sich in der Natur ab, also was kann ich ihnen da zur Verfügung stellen, außer dicke Naturäste, was ich ja bereits tue, oder drehen die Krallen sich da einfach fröhlich weiter?
Sechs Monate ist bei Lonchura relativ lang - ich schneide bei meinen Vögel die Krallen so alle 4 Monate. Allerdings nur bei meinen Nonnen, die Binsenamadinen und Zebrafinken benötigen keinen Krallenschnitt.
Du könntest als Landeplatz vor den Futternäpfen rauhe Steine anbieten. Am natürlichsten wären senkrecht stehende Binsen o.ä. - die scharfen Blattränder wirken wie Schmirgelpapier, deshalb haben die grasbewohnenden Lonchuras so schnell wachsende Krallen...

: Als Grit gebe ich Supra Grit-Mineral von Supravit, dazu noch einen zerbröselten "Klaus' Grit-Stein" und wie gesagt Eierschalen dazu, auf denen sie wirklich gerne rumkauen. Ich habe einen englischen Pickstein, so nen rosanen, aber da gehen sie gar nicht ran. Müsste ich bzgl. Lehm dann noch was unternehmen?
Es gibt einen Lehmstein von Orlux (Clay Bloc mini) - den mögen meine Vögel sehr gerne. Ich reiche ihn immer grob zerbröselt. Dazu gibt es eine feine Muschelkalkgrit-Mischung.

LG,
Steffi
 
@Munia maja

Beitrag war zwar nicht von mir aber:

Vielen Dank für die wirklich ausgiebige Antwort zum Thema Futtter bei Zebrafinken. Habe ja meine ZF auch noch nicht so lange und tue mich tatsächlich auch etwas schwer da durchzublicken. Aber habe mir das Wichtigste aus deinem Text rausgeschrieben und berücksichtige ich bei der nächsten Bestellung. Der Lehmstein von Orlux wird auch getestet.
 
Hallo , ich füttere zu 90 % Körner (Blattner und Birds and more ) aber fast täglich gibt es ein Schälchen Harrison super Fine , ich habe ein Zebrafink mit nur noch halben Oberschnabel er hat Probleme beim entspelzen der Körner ,mein vogelkundiger Tierarzt gab mir den Tipp mit den Pellets und geschälter Hirse , es gehen nicht alle an die Pellets aber vielen scheinen sie zu schmecken .
 
Hallo , ich füttere zu 90 % Körner (Blattner und Birds and more ) aber fast täglich gibt es ein Schälchen Harrison super Fine , ich habe ein Zebrafink mit nur noch halben Oberschnabel er hat Probleme beim entspelzen der Körner ,mein vogelkundiger Tierarzt gab mir den Tipp mit den Pellets und geschälter Hirse , es gehen nicht alle an die Pellets aber vielen scheinen sie zu schmecken .
Das wäre für mich eine der wenigen Ausnahmen, bei der ich evtl. auf Pellets zurückgreifen würde.
Ich selbst hatte auch schon mal einen älteren Zebrafinkenhahn, der einen Schnabeldefekt hatte (ähnlich wie bei "graueule" fehlte ein Teil des Oberschnabels). Er suchte sich dann gezielt die Hirsekörner mit weicher Spelze aus (v.a. Japanhirse). Bei solchen Vögeln würde ich dann den Anteil der letztgenannten Hirse und v.a. auch den der echten Silberhirse, die eine sehr weiche Spelze hat, im Futter erhöhen. Alternativ ginge auch schon entspelzte Hirse (bekommt man als "Goldhirse" o.ä. im Supermarkt oder Reformhaus), die man in einem extra-Napf anbieten kann. Auch gewässertes oder angekochtes Körnerfutter ist leichter zu entspelzen.
 
Thema: Pellets für Exoten/Kanarien

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