Permanenter Importstopp für alle Wildvögel ab Juli 2007!

Diskutiere Permanenter Importstopp für alle Wildvögel ab Juli 2007! im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; entweder:ich steh zur vogelzucht u. haltung,u. da gegört meiner meinung nach,alles zu versuchen,die vögel optimal zu halten,dabei gehört die zucht...

  1. wp1954

    wp1954 Foren-Guru

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    entweder:ich steh zur vogelzucht u. haltung,u. da gegört meiner meinung nach,alles zu versuchen,die vögel optimal zu halten,dabei gehört die zucht unumgänglich dazu,es ist ein natürliches verhalten,das vögel,wenn sie so gehalten werden,auch züchten wollen,sollten sie diese möglichkeit nicht haben,kommt es zu fehlverhalten,das geringste,ist eier auf den boden zu legen.noch mal:wie die importe gelaufen sind war nicht richtig,aber die vom gesetzgeber verlangten quarantäne zeiten,haben mit zu vielen verlussten geführt,währen die vögel frühzeitiger in die hände,von privaten züchtern gekommen,hätte mann die verlusste minimiert,ein viel besser kontrolierter import,währe sinnvoller u. besser für die vögel wie das was jetzt geschied.
    bin ich aber gegen den import:
    dann darf ich keinen vogel,aber auch gar keinen vogel,egal unter welchem deckmantel halten,den wenn ich ihn halte,MUß ich ihm die möglichkeit bieten,seine natürlichen triebe auszuleben,u. da gehört nunmal die zucht dazu PUNKT.
    das ist nähmlich der grund,warum mir hier,bei diesem tehma der hut hoch geht,diese personen,z.b. m.m halten vögel u. sprechen sich gegen importe aus,weil mann ja , die vögel in privater haltung quält.
    pappageien haben in gefangenschaft,eine sehr hohe lebenserwartung,aber bei dehnen ihrer haltung ,ist es scheinbar in ordnung,wenn sie bis an ihr lebensende,wenn sie gut versorgt sind,eier auf den boden legen,oder sich sonstiges FEHLVERHALTEN angewöhnen,wie agresif werden,nur weil sie ihren natürlichen trieb nicht ausleben können.
    sehe ich nähmlich im profil dieser import- zuchtgegner nach halten die meisten pappageien!!!
    mfg willi
     
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  3. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    Doch es war eine zustiimmende Weiterleitung einer Information des Deutschen Tierschutzbund e. V.

    Steinmetz/Pütsch/Bisschopinck behandeln nicht die Transportm*en*talität sondern die M*or*talität bei Fang und Transport bis zum Endverbraucher. Wobei ihre Daten für die Vogelgruppen unterschiedlich sind. Die Gesamtmortalität variiert in einem weiten Bereich etwa zwischen 19 und 80%, im Durchschnitt sind es 39%. Eine wichtige Rolle spielen die Empfindlichkeit der jeweiligen Arten und die Sorgfalt beim Transport, die Sorgfalt steigt mit dem Schutzstatus in Cites und ist bei Papageien besonders gering.

    Geo ist eine seriöse Zeitschrift mit hervorragenden Fotos, die Artikel besitzen oft nicht die gleiche Qualität wie die Bilder.


    Gruesse,
    Detlev
     
  4. domino

    domino Stammmitglied

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    "eurer Meinung" kannst du ruhig weg lassen, ich schreibe in meinem eigenen Namen. Wo bringst dann du deine Zahlen her? Ich habe meine von Geo Spezial.

    Foto u. mehrseitiger Artikel stimmen völlig überein u. sprechen eben über 70% Todesrate. Wie du dann auf die mit 39% deutlich geringere "Verlustrate" kommst, würde mich interessieren. Selbst wenn du glaubst dass deine Quelle seriöser wäre als Geo, auch 39% wären immer noch 39% zu viel tote Vögel.
     
  5. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Es bleibt natürlich dir überlassen, einem sicherlich guten, aber für die breite Masse geschriebenen Magazin blind zu vertrauen und auf das Lesen der hier benannten und verlinkten Originalquellen zu verzichten.
    Durchaus richtig, darum geht es aber nicht, sondern darum, dass Zahlen nicht nachvollziehbaren Ursprungs, die nicht mit seriösen Studien überein stimmen, als richtig verkauft werden.
     
  6. tamborie

    tamborie Guest

    Wahrscheinlich hat Sie zudem Insiderinformationen vom berüchtigen Ex-Vogelimporteur-Vogelforumler.

    Tam
     
  7. #106 domino, 27. Januar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2007
    domino

    domino Stammmitglied

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    Geo Spezial ist alles andere als für die breite Masse u. selbst wenn ich dem Bericht kritisch gegenüber stehen würde, die vielen Fotos sprechen eine eigene Sprache!

    Jawoll, ich kenne auch so ein Wuffi! Außerdem, was du nur immer mit dem Ex-Vogelimporteur hast, das ist kein Schimpfwort, hier ging es einzig u. allein um eine Feststellung u. warum es jemanden logischweise gegen den Strich geht, dass der Importstopp durchgesetzt wurde.

    Fei nach Karl Valentin: "Der Mensch ist gut, die Leute sind schlecht!"

    Selbst ein sehr bekannter Vogel TA hat sich für den Importstopp ausgesprochen!
     
  8. tamborie

    tamborie Guest

    Es ist ja bekannt, dass eure "Fraktion" die abenteuerlichsten Dinge aus dem Hut zaubert. Andere nennen sowas Scheinargumente.

    Naja, wir werden den Namen eh nie erfahren von diesen imaginären Importhändler.
    Nur einmal so, Zeitschriften leben von Aufmachern, jede Zeitschrift!!
    Da immer blind alles zu schlucken bleibt jedem Einzelnen selbst überlassen.

    Tam
     
  9. domino

    domino Stammmitglied

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    Ach ja? Und die Fotos, wie erklärst du diese Aufmacher? Nochmal, Geo ist ein Magazin das immer sehr gut recherchiert u. Aufmacher keinesfalls nötig hat.

    Wegen dem Scheinargument, du kannst es drehen u. wenden, auseinandereissen u. was weiß ich alles mit machen, es ist u. es bleibt eine Tatsache.
     
  10. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    Hab ich schon verraten die stehen in einer seriösen Studie die von der Gruppe der radikalen Importgegner hier eingebracht wurde, nur dass man sich aus ihr ein anderes Fakt herausgepickt hatte, nämlich einen Mindestimport von 300.000 Vögeln 1996 nach Deutschland.

    Geo ist ein buntes Massenblatt für den 'gehobenen' Konsumenten gibts - im Gegenssatz zu wissenschaftlicher Literatur - an jeder Bahnhofsbuchhandlung. Was drin steht kann stimmen oder auch nicht - ich hab schon böse Fehler in Artikeln gefunden. Meine Quelle, die eigendlich eure Quelle ist, ist seriöser allein weil die Quellen nachprüfbar sind.

    Ob 39 oder 75 oder 80 oder XY viel ist ist eigendlich ohne Bedeutung. Wichtig aus Sicht des Artenschutzes ist wieviele Vögel im Freiland gefangen werden.

    Aber fragen wir uns tatsächlich einmal: Sind 39% wirklich viel? Um das beurteilen zu können müßten wir wissen wie hoch die Verlußtraten der betroffenen Vögel im Freiland im gleichen Zeitraum sind. Und die können bei kleinen Vögeln tatsächlich beträchtlich sein. 70, 80 oder 90% Verlußtrate im ersten Jahr oder 50% Verlußtrate in den weiteren Jahren sind da durchaus keine Seltenheit. Mal abgesehen davon, das viele der importierten Vogelarten z.B. in Tansania als Landwirtschaftsschädlinge in Massen vergiftet werden.

    Gruesse,
    Detlev
     
  11. #110 mäusemädchen, 27. Januar 2007
    mäusemädchen

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    Fang und Export verursachen Verluste. Ein beträchtlicher Anteil der Wildentnahmen kommt beim Fang selbst, dem anschließenden Transport und während der Verweildauer in Zwischen- und Quarantänestationen zu Tode. Die Prä-Exportmortalität bei Graupapageien in den Exportländern Kamerun, Kongo, Ghana, Guinea und Nigeria wird von CITES auf zwischen 30 % und 40 % beziffert (CITES, 2004). Die Sterberaten von Graupapageien während des Transports (nach Holland) und der zeitweiligen Unterbringung im Ankunftsland betragen lt. Vinke zwischen 1% und 3 % (VINKE, 1998 ). Die Mortalitätsraten beim Fang einiger Arten in Peru betragen je nach Art zwischen rund 3 % bis rund 50 % (GONZALEZ, 2003). Kratter beziffert die Präexport-Verlustraten beim Papageienfang- und handel in Guayana auf ca. 7 % Verlust beim Fang, 5 % beim Zwischenhandel und 3 % beim Exporteur. Das ergibt eine Gesamt-Präexport-Mortalität von 15 % (KRATTER, 1997). Nach Jensen erbrachten Untersuchungen der Mortalitätsraten beim größten Vogelexporteur des Senegal folgende Ergebnisse: Fangmortalität 10 % - 50 %, Inlandstransporte 5 % -30 %, in Sammelstellen vor dem Export 5 % -100 % (JENSEN, 1991 - in: HOWELL, 1996). Rutschmann-Fröhlich beziffert die Transportmortalität bei Wildvögeln während der Überführung vom jeweiligen Ausfuhrland nach Deutschland auf durchschinttlich 2,8 % (RUTSCHMANN-FRÖHLICH, 1994). Steinmetz et al. gehen von einem niedrigeren Wert (1,4 %) aus (STEINMETZ et al., 1998 ). Ebenfalls nach Steinmetz et al. (1998 ) beträgt die durchschnittliche Mortalität während der Verweildauer in den Quarantänestationen (Deutschland) 2,7 %. Bei einigen Importen und Arten sind allerdings während der Quarantänezeit (Deutschland) drastisch höhere durchschnittliche Verluste zu verzeichnen. So beschrieben Steinmetz et al. im Rahmen der vorerwähnten Studie bei Agaporniden Quarantäne-Mortalitäten von 46,9 %. Eine neuere Auftrags-Studie des BfN (Durchführungszeitraum 1998 - 2001) konstatiert bei Vögeln eine DOA-Rate (Dead on Arrival) – Zählung der bei Ankunft im Zielland verendeten Exemplare - von 1,36 %. In der gleichen Studie wird darauf verwiesen, daß die Zahl während der Quarantäne verendeter Tiere die DOA-Quote um ca. 80 % übersteigen kann.

    Zur Situation an Umschlagplätzen für Lebendimporte in Deutschland: Die EU-Kommission des FVO (Food and Veterinary Office) kritisierte nach einem Kontrollbesuch im November 1999, daß ein Mangel an tierärztlichem Personal besteht und sich gleichzeitig die zu kontrollierenden Sendungen, die naturgemäß nicht nur Vogelimporte betrafen, seit dem letzten Kommissionsbesuch um 100 % erhöht hätten. Zitat: "Eine zufriedenstellende Anwendung der gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften kann auf Grund des Personalmangels nicht garantiert werden." Die Einrichtungen zur Abfertigung lebender Tiere entsprachen laut Kontrollbericht nicht den Bestimmungen des Art. 6 und des Anhanges A der Richtlinie 91/496/EWG. Die Kommission in ihrem Kontrollbericht vom 15. 11. 1999: "Der allgemeine Hygienezustand in den kontrollierten Einrichtungen war mangelhaft, da die technische Ausrüstung unzureichend war, die Einrichtungen schlecht instand gehalten waren, einige der Einrichtungen anderweitig genutzt wurden und Einrichtungen fehlten. Dies trifft vor allem auf Frankfurt/Main zu." Weiter wird ausgeführt: "In Frankfurt/Main werden die Bestimmungen des Art. 9 der Richtlinie 91/496/EWG hinsichtlich Kontrolle lebender, zur Beförderung in ein Drittland bestimmter Tiere nicht erfüllt." (alle vorstehenden Angaben: FVO, 1999). Die Feststellungen der Kommission wurden von der Bundesregierung als nicht zutreffend zurückgewiesen. Als Reaktion wurde der Personalbestand jedoch etwas erhöht.

    Wenn man (wie der Tierschutzbund) für die Unterstützung eines Einfuhrstopps per Mailaktion werben will, so konnte das nicht durch eine hundert- oder mehrhundertseitige Schrift geschehen, die jeden Aspekt und jede dazu erstellte Studie ausdifferenziert bis in die letzten Einzelheiten.

    Gruß
    MMchen
     
  12. #111 mäusemädchen, 27. Januar 2007
    mäusemädchen

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    Mäusemädchen hat sich also der "zustimmenden Weiterleitung einer Information des Deutschen Tierschutzbund e.V." schuldig gemacht.

    Kann man diese verbale "Mäusemädchenjagd" mit teilweise mindestens Loriot`scher Feinsinnigkeit nicht endlich unterbinden.

    "Eine zustimmende Weiterleitung einer Information..." - au weia - allmählich wirds ja fast schon wieder lustig.

    Gruß
    MMchen
     
  13. #112 mäusemädchen, 27. Januar 2007
    mäusemädchen

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    Bei den Verlustraten im Freileben kann unter den Aspekten des Thread-Themas nicht generalisiert werden. Es ist zu unterscheiden zwischen Verlusten durch anthropognene Ursachen (Habitatzerstörungen d. > ökonomische Nutzungen, Ausdehnung von Siedlungsräumen, Reduktion der Nahrungsgrundlagen etc.) und sonstige Ursächlichkeiten (Prädationsverluste, Krankheiten etc.). Zudem werden "natürliche" Verluste bei einigen (vor allem kleineren) Arten durch größere Gelege "einkalkuliert" und kompensiert. Kommen zu den "natürlichen Verlusten" und den nicht seltenen Habitatbeeinträchtigungen noch Verluste durch Fang hinzu, können 39 % je nach Größe der betroffenen Populationen und je nach Fangquote "wirklich viel" sein - und sind, wie sich in einigen Fällen gezeigt hat, "zu viel" (gewesen).

    Gruß
    MMchen
     
  14. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Wenn ich mich nicht irre, geht es hier um die Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit eines generellen Importverbots aller der Wildnis entnommenen Vögel.

    Lt. Steinmetz/Pütsch/Bisshopinck
    - entfallen 61,19% der importierten Vögel auf 20 Vogelarten, von denen keine unter Anhang I oder II fällt und von denen keine den Papageienartigen angehört.
    - machten Papageienartige lediglich 4,84 % der Importe aus

    Was machen wir eigentlich mit dem Importstopp?
    Wir machen es für die Exportländer schlichtweg uninteressant, sich um eine nachhaltige Nutzung ihrer Vogelbestände zu bemühen.
    Wir müssen nun auch nicht mehr an den erkannten Mißständen arbeiten, um sie zu verbessern.
    Wir werden uns auch bald nicht mehr für die Lebensräume dieser uns bald unbekannt werdenden Vögel interessieren.
    Wir leisten dem illegalen Vogelhandel Vorschub.
    Wir machen einfach die Schotten dicht und fühlen uns auch noch gut dabei, anstatt uns mit den Exportländern gemeinsam um vernünftige Lösungen zu bemühen.
    Wie blind ist das eigentlich?
     
  15. #114 boskop, 27. Januar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2007
    boskop

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    Kriege hier was nicht gelöscht. Moderator: bitte lösch für mich.
    merci
     
  16. boskop

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    Nabend,

    tam hats nicht begriffen: erst mal klare Grundaussage formulieren, weil Nase voll von relativieren.
    Danke für deinen guten Wunsch.

    Nein Detlev, dich meine ich nicht. Deine Antwort an mich gefällt mir.:zustimm:

    Jackys Kurzkommentar gefällt mir auch.:zustimm:

    Fly on boskop
     
  17. #116 mäusemädchen, 27. Januar 2007
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    Zur Wirksamkeit von CITES-Quotierungen:

    Das Instrument der Festlegung von Exportquoten erweist sich im Prinzip zu oft nur als theoretisch tauglich. Stahn merkt zutreffend an: "CITES räumt den Mitgliedsstaaten freie Verfügung über die Einführung und die Höhe der CITES-Quotensysteme ein. Wie die heutige Stituation der weltweiten Artenvielfalt zeigt, ist das von CITES vertretene Quotensystem jedoch inadäquat, da die Quoten in der Regel zu hoch angesetzt und Informationen zur Biologie der genutzten Art nur bedingt einbezogen wurden". (STAHN, 2004)

    Von den oft willkürlichen und drastischen Überschreitungen der Quoten gar nicht erst zu reden.

    Diana L. May, Univ. Arizona, eine der wenigen Feldfoscher, die sich intensiv mit dem Freileben von Graupapageien befassen: "Wenn es keinen Import wildgefangener Vögel gäbe, bestünden wenig Anreize für Afrikaner Graupapageien zu fangen, exportieren oder sogar zu schmuggeln. Im Weiteren kann der Fang in grossem Masse den Erfolg bei der Sammlung wichtiger wissenschaftlicher Daten behindern, sogar in Gebieten, wo er illegal ist." (MAY, 2001)

    Und genau solche Daten werden benötigt, um überhaupt Aussagen über u. a. den Gefährdungsstatus machen zu können.

    Gruß
    MMchen
     
  18. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    Das ist Teil 1, es geht auch um die Möglichkeit des Handels mit Wildvögeln, der ja nicht nur Wildfänge, sondern auch Nachzuchten von Wildarten umfasst. Bei den Papageien ihrer Studie waren 44% Wellis, Nymphen- und Halsbandsittiche, vermutlich also Nachzuchten.

    Steinmetz/Pütsch/Bisshopinck schlagen z.B. den Aufbau kommerzieller Zuchten in den Herkunftsländern vor, die zum einen Arbeitsplätze sichern zum anderen aber die Mortalität senken würden.

    Die drei größten Mortalitäten (Singvögel) sind: Transport nach Dar es Salaam 2-25%, Aufenthalt beim Exporteur 0-30% und Transport im Flugzeug 0-50%. An allen drei Punkten kann optimiert werden.

    Zum Beispiel würde die Mortalität des Transportes nach dem Fang und zum und vom Zwischenhändler die in dem von ihnen untersuchten Gebiet in ungekühlten Fahrzeugen über Holperpisten stattfindet durch Zuchten und/oder gekühlte Transportfahrzeuge und optimierte Transportboxen stark gemindern. Ebenfalls würden die Verlußte beim Händler aufgrund von Problemen bei der Futterumstellung wegfallen. Sie weisen auch darauf hin, dass belaubte Äste als Verstecke in den Käfigen den Streß und die Todesraten senken, diese aber nicht allgemein üblich sind.

    Soweit erstmal die Tierschutzaspekte.

    Gruesse,
    Detlev
     
  19. Detlev

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    Moin, Moin,
    das ein Verbot von Wildfängen und ein Importverbot bei Graupapageien sinnvoll ist da wird hier wohl kaum jemand widersprechen, jedenfalls hat es bisher keiner. Sogar die deutschen Züchter fänden das wohl kasse, weil das ihren Markt sichern würde.

    Gruesse,
    Detlev
     
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  21. #119 mäusemädchen, 27. Januar 2007
    mäusemädchen

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    Muß man Wildvogelbestände überhaupt (erst) "nutzen", um ihren Fortbestand zu sichern? Wie ungut "nachhaltig" sich die "Nutzung" durch Fang und Handel für einige Arten bereits ausgewirkt hat, ist hinlänglich bekannt. Wie wenig die Fänger in den Herkunftsländern davon profitiert haben und wo und bei wem der Löwenanteil des Profits verbleibt, ist ebenfalls kein Geheimnis. Man kann die Wildvogelbestände am ehesten und mit Nachhaltigkeit dazu (be)nutzen, sie als exklusiven und staunenswerten Bestandteil der Avifauna des jeweiligen Herkunftslandes einem in verträglichem Ausmass gestalteten "Ökotourismus" zugänglich zu machen. Das dient den Vögeln selbst und bei entsprechender Umsetzung auch den Menschen vor Ort.

    Gilt es nur dann Mißstände abzustellen, oder an deren Aufzeigung und Behebung mitzuwirken, solange Importvögel ins eigene Land gelangen? Wo ist der Zusammenhang?

    Hat die Mehrheit der Halter das bisher getan? Das Hauptaugenmerk vieler Halter, zumindest derjenigen von Psittaziden, gilt wohl, von Ausnahmen abgesehen, vorwiegend dem aktuellen "Lebensraum" ihrer exotischen Hausgenossen. Und der ist oft die "Wohnstube".

    Zudem werden die meistgehaltenen Psittazidenarten wie Graupapageien, Amazonen, Kakadus und verschiedene Sittiche nach wie vor als Nachzuchttiere präsent sein.

    Siehe dazu Posting 70.

    Gruß
    MMchen
     
  22. #120 mäusemädchen, 28. Januar 2007
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    Noch einige Anmerkungen zur erwähnten "nachhaltigen Nutzung":

    Die grundlegende Idee basiert darauf, kontinuierliche Entnahmemengen festzulegen, ohne den Weiterbestand der betreffenden Populationen zu gefährden. Das sog. "Harvesting" ("Ernten") geht davon aus, daß aus einer im Gleichgewicht befindlichen Population kontinuierlich eine gleiche Anzahl von Exemplaren entnommen werden kann, die ihrerseits wieder durch die Reproduktion ersetzt wird. Die Populationsdichte soll erhalten bleiben. Allerdings stößt bereits die Festlegung der Menge (Quote), die entnommen werden kann, in der Realität auf in je nach Art unterschiedliche, jedoch grundsätzlich vorhandene, Schwierigkeiten. Und das bereits ohne Berücksichtigung ökologischer Wechselwirkungen. Veränderung von Habitatqualitäten, Populationsstrukturen (z. B. Alters- und Geschlechtsverteilung) oder Wechselwirkungen mit anderen Arten im Ökosystem. Umweltbedingte Fluktuationen bilden eine weitere unkalkulierbare Variable. Es fehlen für viele Arten die notwendigen biologischen Daten (z. B. Populationsstruktur, Populationsdynamik, Populationsgenetik). Hoppe & Welke beschreiben eine typische Folge der Nichtberücksichtigung von Alterstrukturen beim Abfang von Mohrenkopfpapageien so: "Käufer wild gefangener Mohrenkopfpapageien berichten, dass in den Beständen der Tiergroßhändler überwiegend oder ausschließlich Altvögel angeboten wurden. Ein deutliches Indiz, dass die gefangenen und in den Handel gebrachten Tiere überaltert sind, ist, dass die Kolonie nicht intakt ist. In einer gesunden Population ist der Anteil der Jungen relativ hoch. Deshalb ist zu befürchten, dass die Mohrenkopfpapageienpopulation in kurzer Zeit zusammenbrechen könnte." (HOPPE & WELKE, 2006)

    Gruß
    MMchen
     
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