Plötzlicher Todesfälle bei Kanarienvögeln

Diskutiere Plötzlicher Todesfälle bei Kanarienvögeln im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hi zusammen! Ich wende mich heute an Euch da ich ernsthafte Probleme mit meinen Kanarienvögeln habe. Ich züchte Positurkanarien, genauer...

  1. CREST

    CREST Guest

    Hi zusammen!

    Ich wende mich heute an Euch da ich ernsthafte Probleme mit meinen Kanarienvögeln habe.

    Ich züchte Positurkanarien, genauer Crest.

    Folgendes Problem:

    Ohne vorherigen erkennbaren Anlass, sterben bei mir Jungvögel im Alter von ca. 20-60 Tagen. Altvögel sind nicht betroffen.

    Symptome:

    Die Vögel sitzen plötzlich am Boden, scheinbar völlig entkräftet, der Kopf sinkt zu Boden, die Ständer knicken ein. Der Kot wird flüssig, leicht hellgrün mit einem Klecks weiß.

    24-48 Stunden später sind sie tot.

    Der Einsatz in einen Wärmekäfig bei 30 Grad hilft, vermeidet aber nicht die Todesfälle.

    Kotuntersuchungen ergaben keinen erhöhten Befall, z.b. Kokzidien.

    Pocken konnten an den Vögeln nicht entdeckt werden (aeusserlich)

    Auch bei der Verabreichung von Baytril (0,25ml auf 100 ml), starb völlig plötzlich am 6. Tag der Antibiotika Gabe ein Vogel. Auch dieser Vogel hatte vorher keine Anzeichen von sich gegeben.

    Tierärzte können mir nicht mehr helfen, ich habe heute eine Sektion und histologische Untersuchung veranlasst. Das Ergebeniss kann aber bis zu 3 Wochen dauern.
    Weiß irgendjemand um was es sich handeln könnte bzw. wie man die Vögel retten kann?
    Viele Grüße
    Thomas

    thomas.schneider@talknet.de
     
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  3. #2 Mephisto, 25. Mai 2001
    Mephisto

    Mephisto Guest

    Hallo CREST,

    Welches Futter benutzt Du ?

    Wo ist der Stantort,also besser gesagt,wohnst Du vielleicht an einer z.B.Autobahn ?

    Fütterst Du Grünfutter,woher stammt es ?

    Benutzt Du Einstreu z.B.Sägespäne ?

    Würde mich freuen ,wenn Du die aufgeführten Fragen beantworten könntest !
     
  4. CREST

    CREST Guest

    Hi Franz,

    Welches Futter benutzt Du ?

    Eine Positurmischung, angereichert mit Wild und Unkrautsamen, die Jungiere bekommen zusätzlich helle Perilla.

    Wo ist der Stantort,also besser gesagt,wohnst Du vielleicht an einer z.B.Autobahn ?

    Geschlossener Raum, wenig Tageslicht, viel Kunstlicht (True Lite), keine Autobahn in der Nähe.

    Fütterst Du Grünfutter,woher stammt es ?

    Während der Zucht so gut wie garnicht, ab und Brocolli.

    Benutzt Du Einstreu z.B.Sägespäne ?

    Die Zuchtboxen mit Buchenholzgranulat, die Volieren mit Porelan.

    Gruß

    Thomas
     
  5. #4 Mephisto, 25. Mai 2001
    Mephisto

    Mephisto Guest

    Hi CREST,

    Also ich denke an irgendeine Vergiftungerscheinung(Lebergift) oder so was .
    Die Untersuchung die Du veranlasst hast,ist das beste was Du machen konntest.

    Als Vorsorge vielleicht doch Futterwechsel,wäre mein Rat.
    Zusätzlich Vtamin A,Vitamin b.12,und viel Wasser.

    Du züchtest im Keller ,ist der feucht,oder kalt ?

    Es gibt so viele Gifte,da kann man schwer ohne Tierärztliche Untersuchung was sagen.

    Du solltest vielleicht doch noch mit den gesunden Tieren zum TA gehen,und eine Blutuntersuchung veranlassen.
     
  6. KarinD

    KarinD Guest

    Vielleicht ähnlich der Wellensittich-Nestlingskrankheit?

    Hallo Thomas,
    es gibt eine Krankheit, die Wellensittiche, aber auch andere Vögel betrifft, bei der ähnliche Symptome auftreten. Es handelt sich um die sogenannte "Wellensittich-Nestlings-Sterblichkeit", die bei Wellis, aber auch bei anderen Vögeln auftreten kann. Sie wird duch Polyomaviren verursacht. Leider ist mir nicht bekannt, ob auch Kanarien davon betroffen sein können. Vielleicht weiß das jemand anderes hier im Forum??
    Diese Krankheit wird duch Federstaub und den Kropfinhalt infizierter Altvögel übertragen, die selber nicht erkranken, sondern nur Virusträger sind. Die Sterblichkeitsrate beträgt nahezu 100%. Sollte ein Vogel mal überleben, so sind starke Gefiederstörungen zu sehen, ähnlich der Französischen Mauser. Nach der ersten oder zweiten Mauserperiode können die Federn jedoch, im Unterschied zur Rennerkrankheit, wieder nachwachsen.
    Der aktute Verlauf hat eine Inkubationszeit von deutlich weniger als einer Woche. Die meisten Tiere sterben plötzlich oder nach einer ca. 1tägigen Krankheitsperiode.
    Die Symptome sind Schwäche, Anorexie, gelblich verfärbte Haut und Blutungen in der Unterhaut.
    In Zuchten häufen sich die Krankheitsfälle in der zweiten bis 12. Lebenswoche (Wellis), bei anderen Vögeln erkranken meist nur sehr junge Vögel.
    (Quellen: Ziervogelkrankheiten von Doris Quinten / Ilmer Verlag; Kompendium der Ziervogelkrankheiten von Erhard F. Kaleta u.A. / Schlüterscher Verlag)
    Sicherheit kann allerdings nur der histologische Befund bringen, da eine Ferndiagnose leider nicht möglich ist.

    Ansonsten gäbe es noch eine Vielzahl von viralen oder bakteriellen Erkrankungen, die ebenfalls in dieser kurzen Zeitspanne zum Tode führen könnten.

    Hoffe, daß es Deinen restlichen Tieren gut geht und drücke Dir die Daumen!

    Liebe Grüße,
    Karin
     
  7. CREST

    CREST Guest

    Hi Franz, Hi Karin,

    ersteinmal vielen Dank für die Infos.

    Die Sektion hat einen Befall von Kokzidien im Dünndarm ergeben.

    Ich werde jetzt mit Baycox behandeln. Wundern tue ich mich über den schnellen Verlauf der Krankheit.

    Melde mich sowie ich näheres weiß.

    Gruß

    Thomas
     
  8. KarinD

    KarinD Guest

    Wissenswertes zum Thema Kokzidien

    Hallo Thomas,

    habe mal meine schlauen Bücher gewälzt, um zu sehen, was man bei Befall mit Kokzidien alles beachten muß:

    - die Reinigung von Käfigen und Volieren mit kochendem Wasser oder einem Dampfstrahlgerät ist zu empfehlen, da Desinfektionsmittel den Oozyten (eiähnliche Dauerformen)nichts oder nur wenig anhaben können

    - die Behandlung erfolgt meist nach einem bestimmten Schema:
    * 3 Tage Behandlung
    * 2 Tage Pause und Vitamingaben
    * 3 Tage Behandlung

    Meist wird das Medikament in Wasser aufgelöst und über den Tag verteilt direkt in den Kropf eingegeben.

    (Quelle: Ziervogelkrankheiten von Doris Quinten / Ulmer Verlag)

    Baycox sollte, lt. Angaben, mehrere Wochen, jeweils zweimal wöchentlich gegeben werden.
    (Quelle: Kompendium der Ziervogelkrankheiten von Erhard F.Kaleta, Schlütersche Verlag)

    Wünsche Deinen Vögelchen weiterhin gute Besserung.



    [Geändert von KarinD am 28-05-2001 um 23:48]
     
  9. Oli

    Oli Shake A Tail Feather

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    Na na

    Hi zusammen !

    Auf keinen Fall ist Baycox über mehrere Wochen zu verabreichen !!!!!!!!!

    Die Behandlung wird an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt und kann nach 5 Tagen wiederholt werden.

    Gruß
    Oli
     
  10. KarinD

    KarinD Guest

    Baycox

    Hallo Oli,
    die Angabe von der Dosierung von Baycox steht im "Kompendium der Ziervogelkrankheiten" von Erhard F.Kaleta mit genau dieser Angabe.
    Solltest Du andere Erfahrungen haben, die mit dieser Angabe nicht übereinstimmen, so kann ich nur raten, im Bedarfsfall mit dem TA Kontakt aufzunehmen, um sich die Dosierung bestätigen zu lassen.

    @Mirko
    Persönlich kenne ich Baycox nicht, da ich dies noch nie persönlich anwenden mußte. Sicher sollte man aber auch andere, persönliche Erfahrungswerte, wie vielleicht die von Oli, berücksichtigen. Kann Dir also nur raten, mit Deinem TA nochmals über Dosierung und Dauer zu sprechen und dessen Empfehlung Folge zu leisten.
     
  11. Oli

    Oli Shake A Tail Feather

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    Hi Karin

    Ich habe keine Erfahrungswerte mit Baycox, solche sollte man auch zum Wohle des Tieres mit Medikamenten nicht sammeln.
    Meine Angaben stammen vom Beipackzettel und der dürfte wohl maßgeblich sein !!!!

    Gruß
    Oli
     
  12. Mephisto

    Mephisto Guest

    Hallo CREST,

    Haben diese Kokzidien Wucherungen in der Leber hervorgerufen,und deshalb der schnelle Tod ?

    Könnten denn die Kokzidien durch Sporen im Futter entstanden sein,weißt Du da schon näheres ?
     
  13. CREST

    CREST Guest

    Hi zusammen !

    Wie gesagt, organische Veränderungen konnten bei der Sektion nicht nachgewiesen werden, somit auch keine an der Leber.

    Kokzidien sind Endoparsiten, die wohl jeder Vogel im Darmtrakt besitzt. Solange diese sich in einem natürlichem Gleichgewicht befinden ist alles ok. Gerät ein Vogel aber aufgrund von Stress in eine Situation die ihn schwächt, haben diese Biester wohl bessere Möglichkeiten sich zu vermehren und somit ernsthaft die Gesundheit - das Leben - des Vogels zu gefährden.

    Bei Jungvögel inder Absetzphase ist dies zweifelhaft der Fall. Die neue Umgebung, alleinige Futteraufnahme, ggf. anderes Futter, Streit mit Artgenossen sind alles Faktoren die den Vogel stressen. In dieser Situation haben Kokzidien offenbar freies Feld.

    Allerdings ist der in der Literatur beschriebene Krankheitverlauf ein etwas anderer als bei meinen Vögeln. Die Tiere sitzen aufgeplusteret herum, stochern im Futter, magern ab ... und sterben.

    Dies geschieht bei meinen Vögelnwesentlich schneller s.o.

    Ich werde sehen was die Verabreichung von Baycox bringt. Vorsorglich behandel ich den gesamten Bestand. 3 Tage, 1,5 ml auf 1 Liter, über das Trinkwasser. Eine Verabreichung über mehrere Wochen halte ich für gefährlich, jedes Medikament sollte nur dann eingesetzt werden, wenn es aufgrund einer Diagnose angebracht ist.

    EIne Wiederholung nach 5 Tagen wie Oli sagt, halte ich fürangebracht. Während der Behandlung ist auf Sauberkeit zu achten, gerade was den Bodenbelag betrifft. Eine Reinfektion durch die ausgeschiedenen OOzyten muß ausgeschlossen werden. Als Bodenbelag verwende ich ich stark saugende Materialien, wie z.B. Produkte aus dem Katzenstreu Sektor (Witte Molen), besser noch Porilan, da dieses auch Bakterien aktiv abtötet.

    Auf bald Thomas
     
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  15. CREST

    CREST Guest

    Ergebnisse

    Hi zusammen !


    Die Ergebnisse der mikrobiologischen Untersuchungen liegen nun vor.

    Es wurden keine pathogenen Keime gefunden. In der Lunge und Niere sind Mikrokokken gewachsen, was in diesen Organen ungewöhnlich ist. Ursache hierfür wird Baytril sein, da sich sich die Kokken wahrscheinlich eine "Lücke" gesucht haben.

    Ansosnten kein weiterer Befund.

    Tja, bleibt wirklich nur der "mittelprächtige" Befall von Kokzidien im Dünndarm.

    Heute ist die Baycox Behandlung beendet. Schaun mer mal ob die Geschichte damit endlich ein Ende hat.

    Ach ja noch etwas. Ich hatte ein Tier bei dem plötzlich die Beine und Füße gelähmt waren. Sonst war er ok. Nach Rücksprache mit dem Institut kann einen Überdosierung von Baytril zu Beenträchtigungen führen. Ansonsten sagten sie eindringlich Baytril nur in absolut notwendigen Fällen einzusetzen. Vorbeugend schon mal garnicht.
    Die Möglichkeit das sich Resistenzen bilden und man im Fall der Fälle mit Baytril dann nichts mehr ausrichten kann, sei gegeben.

    Ich kann daher alle nur dringend davor warnen mit Baytril zu experimentieren.

    Man tut seinen Tieren damit nichts gutes.

    Viele Grüße
    Thomas
     
  16. Mephisto

    Mephisto Guest

    Hallo Thomas,

    Ich möchte hiermit mich noch ausdrücklich bei Dir bedanken,das Du uns über die Ergebnisse der Untersuchungen so gut auf dem Laufenden gehalten hast.
    Nochmals Danke !

    Und weiterhin viel Erfolg.
     
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Plötzlicher Todesfälle bei Kanarienvögeln

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