Pyrrhura-Spielverhalten

Diskutiere Pyrrhura-Spielverhalten im Südamerikanische Sittiche Forum im Bereich Sittiche; Hallo Allesamt, Ich habe vor einem Jahr zwei Blausteißsittiche übernommen, von denen leider das Männchen vor einigen Monaten gestorben ist....

  1. Eleonor

    Eleonor Mitglied

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    Hallo Allesamt,


    Ich habe vor einem Jahr zwei Blausteißsittiche übernommen, von denen leider das Männchen vor einigen Monaten gestorben ist. Da beide PBFD-belastet waren, kann ich der verbliebenen Witwe leider nicht so schnell einen neuen Partner dazu setzen (und da sie - Samira - ihren Partner damals auch gerupft hat...)

    Nun bin ich vorerst der Mittelpunkt der Sittich-Dame und möchte dem so weit gerecht werden, wie nur eben möglich.
    Nun habe ich beobachtet, dass Samira, wenn sie besonders ausgelassen ist, gerne meine Finger verfolgt und zwickt. Da Spiel und Aggression häufig nah beieinander stehen, möchte ich ihr Verhalten nicht vorschnell als wildes Spielen auslegen und möchte daher die Pyrrhura-Halter hier fragen, ob dies noch Spielverhalten ist, oder ob ich dann lieber einen Gang runterschalten sollte. Noch als Anmerkung: Derart übermütig wird sie, wenn sie mit Buchenholzgranulat spielt oder zu einem Takt (insbesondere durch Fingerschnippen) "tanzt".
    Und sollte es Spielverhalten sein: Wie gehe ich am besten darauf ein? Besonders vorsichtig, oder mag sie es unter Umständen auch, wenn ich mich ähnlich provokativ verhalte?
    Übrigens zwickt sie nicht zimperlich zu, weswegen ich bisher auch dachte, es müsse tatsächlich ein eher wütendes Verhalten sein, aber da ich sie ja in keinster Weise provozieren muss....

    Die Beziehung zwischen mir und Samira ist inzwischen so vertraut, dass sie sich auch von mir kraulen lässt (auf die Hand kommt sie jedoch ungern).
    Eine Zeit lang zwickte sie mich auch manchmal, wenn ich das Futter auswechseln wollte, aber das hat sich inzwischen völlig gegeben.

    Womöglich war meine erste Intuition auch völlig richtig und ich sollte auf ihre kleinen Übergriffe gar nicht reagieren, aber da sie doch im Großen und Ganzen recht unausgelastet ist und sich schwer zu intensivem Spielen motivieren lässt, möchte ich diese Möglichkeit erst einmal abklären.

    Vielleicht hat auch jemand Tipps, welche Spiele und welches Spielzeug sich für Pyrrhuras eignen. Das erste Spielzeug, das Samira wirklich interessiert ist das Lernspielzeug "Barrel of Fun", welches sich durch eine Drehbewegung öffnen lässt und in dem sie dann für gewöhnlich einen Hirse-Knubbel vorfindet, aber diese Technik beherrscht sie schon so gut und elegant, dass es sie nicht mehr fordert.

    Hoffe auf ein paar Beschäftigungs-Tipps :)

    Liebe Grüße

    Frauke
     
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  3. #2 Christian, 4. November 2007
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2007
    Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Frauke,

    erstmal willkommen bei den Südami-Fans!

    Ich denke, wir haben hier drei Themen zu besprechen, denn neben dem Thema Beschäftigung, sollten wir uns auch PBFD widmen und der Frage nach der Partnersuche.

    Fangen wir mal mit PBFD an. Ich hoffe, Dir ist klar, daß auch alle Deine Wellensittiche infiziert sind? Denn dieser Circo-Virus ist extrem widerstandsfähig und wird durch Staub auch über die Kleidung des Menschen übertragen.

    Was nun Samira betrifft würde mich interessieren, wie weit fortgeschritten die Erkrankung hier schon ist. Ich habe mir mal die Fotos auf Deiner Homepage angesehen. Hat sich seitdem der Zustand verschlechtert? Und was tust Du zur Bekämpfung von PBFD? Ist Dir klar, daß man wenn man rechtzeitig etwas dagegen tut, mit etwas Glück den Vogel symptomfrei bekommen kann? Ich denke, in dem Zustand, in dem Samira auf den Fotos ist, läßt sich durchaus noch was machen, zumal Südamerikaner meist ein sehr stabiles Immunsystem haben, wenn die Vitamin- und Mineralienversorgung stimmt und sie auch Sonnenlicht (Vogellampe) bekommen. Kann sie noch fliegen?

    Da stellt sich mir die Frage nach der Ursache des Rupfens. Wie sehen/sahen die Haltungsbedingungen aus: Käfig/Volieren-Größe, wieviel täglicher Freiflug, Ernährung, waren es Naturbruten oder Handaufzuchten, waren es Geschwister, waren es Hahn und Henne? Und wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit im Raum? Hatten sie oft Langeweile?

    Das kenne ich von meinem älteren Aymara-Hahn auch. Er wird manchmal beim Spielen dermaßen euphorisch, daß er dann auch schon mal zubeißt. Meistens ist das nur ein sanftes Zwicken, aber im Eifer des "Gefechts" tut's auch schon mal weh.

    Ich denke, hier hilft nur genaues Beobachten, bei welchen Gelegenheiten bzw. Verhaltensweisen Deinerseits sowas passiert. Das Beissen kündigt sich auch meist durch Körpersprache des Vogels an. Hier gilt es genau zu beobachten, denn dann kann man sich da nämlich drauf einstellen und solche Situationen vermeiden.

    Wichtig ist, nach dem Beissen nicht Aua zu schreien oder sowas, da dies meist vom Vogel als Ermunterung weiterzumachen interpretiert wird.

    Was bei mir meist hilft ist, wenn ich den gebissenen Finger feste puste und die Hand schüttel und somit das Spiel unterbreche. Das scheinen sie dann zu verstehen, daß sie einem weh getan haben. Mein Hahn ist danach jedenfalls vorsichtiger.

    Dann unterlasse einfach Spiele, die erwiesenermaßen zum Beissen ermuntern und denke Dir alternative Spiele aus.

    Es gibt bei der Papageien-Erziehung die gängige Empfehlung, unerwünschtes Verhalten nicht zu bestrafen, sondern zu ignorieren und erwünschtes Verhalten zu belohnen.

    Bezogen auf das Spielen, scheint mir der beste Rat, nach Beissen das Spiel abzubrechen ... ich hatte dazu oben ja schon einiges geschrieben.

    Daraus wird deutlich, wie intelligent Pyrrhuras sind. Und das ist auch einer der Gründe, warum die Haltung intelligenter Papageienvögel gar nicht so einfach ist, da ein Hauptproblem darin besteht, Langeweile bei den Vögeln zu verhindern. Denn viele Spielmöglichkeiten werden schnell uninteressant, eben weil sie die Intelligenz des Vogels nicht mehr fordern, zumal sie ja auch mega-neugierig sind. Aber dennoch sind es meist ganz banale Beschäftigungsmöglichkeiten, mit denen man den Vögeln stundenlang eine Freude machen kann. Ich konnte z.B. gestern auf einer Vogelausstellung beobachten, daß fast alle Vögel einen Heidenspaß daran hatten, stundenlang Tannenzweige zu schreddern, mit denen die Volieren geschmückt waren. Diese Erfahrung habe ich auch mit meinem Aymarasittichen gemacht ... "Spielzeuge" aus Naturstoffen kommen echt am besten an, sie beschäftigen sich stundenlang damit, sei es ein aus Naturbast gepflochtetenes dünnes Seil oder Zweige, die man schälen kann ... hier muß man allerdings darauf achten, daß es sich um geeignetes Holz handelt ... kennst Du Dich damit aus?

    Was nun das Thema Partnersuche angeht, wird es sicherlich nicht einfach sein, einen PBFD-infizierten Hahn zu finden, da PBFD bei Wellensittichen und Agaporniden zwar extrem weit verbreitet ist (oft ohne Ausbildung von Symptomen), aber bei Südamerikanern hingegen (noch) relativ selten auftritt.

    Versuch's vielleicht mal mit einer Suchanfrage im PBFD-Forum hier. Beim Stöbern in diesem Forum wirst Du auch viele Anregungen und Tips finden, wie man am besten mit dieser Erkrankung umgeht.
     
  4. Eleonor

    Eleonor Mitglied

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    Erst einmal danke für die schnelle Antwort,


    Eigentlich bin ich in diesem Forum schon länger angemeldet, war zwar nicht viel aktiv, aber aus irgend einem Grund hat sich meine Beitragsanzahl plötzlich auf 0 gestellt, ganz neu bin ich hier eigentlich nicht und zumindest was das Stöbern betrifft habe ich hier schon viel gelesen.
    Über PBFD habe ich schon viel gelesen. Die beiden Blausteißsittiche hatte ich mir damals auch geholt, nachdem ich einen meiner Wellis getestet hatte. Tatsächlich zeigt auch nur dieser Welli eindeutige Symptome, bei einem weiteren gehe ich aber davon aus, dass die Krankheit auch langsam ausbricht. Samira hatte nie eindeutige Symptome. Ihre Federn wachse alle normal nach, sie wurde vor einem Jahr auch noch negativ getestet.
    Fliegen kann sie auch noch.

    Samira ist sechs Jahre alt. Sie hatte vor mir und Suppenhuhn (über ihre Anzeige hier im Forum wurde ich auf die beiden Aufmerksam) schon andere Halter und anscheinend rupft / beißt sie sich schon lange die Federn aus. Die Ursache liegt daher wohl weit in der Vergangenheit, sie hat ja nicht bei mir mit der Verhaltensstörung begonnen. Ich denke, es ist leider schon zur Gewohnheit geworden. Da sie kürzlich gemausert hat, konnte ich genauer beobachten, wann sie besonders viel Federnbeißt. Langeweile scheint ein wichtiger Faktor zu sein, denn wenn ich über einige Tage wenig Zeit für sie habe, verliert sie etwas mehr Federn als sonst.
    Sie wohnt in einer 2m langen Voliere (80 bis 100 cm tief) hat ihr altes Schalfhäuschen und bekommt Freiflug. Das Zimmer ist ungünstig gelegen und daher nicht sehr hell, aber ich habe eine Arcadia-Birdlamp um dies auszugleichen. Ihr Grundfutter versuche ich aus Einzelsaaten zusammenzustellen, sie frisst aber, so weit ich das sehen kann, nur Cardi, Hafer, Glanz und Hanf. Frischfutter nimmt sie von mir gerne an, sie bekommt Obst, Salat, Möhre. Zusätzlich bekommt sie noch Nekton Bio und Alvimun ins Trinkwasser (wie auch die Wellis).
    Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60 bis 65 %

    Höchst wahrscheinlich sind beide Naturbuten gewesen. Sie benimmt sich meiner Hand gegenüber auch nicht gerade wie eine Handaufzucht, setzt sich z.B. ungern auf sie. Es waren Hahn und Henne und keine Geschwister: Ihr Partner wurde nach einem halben Jahr nachgeholt.

    Wenn ich dich richtig verstehe, sollte ich das Zwicken ignorieren und das entsprechende Spielen vermeiden, damit es nicht zur Gewohnheit wird.
    Aber wenn sie durch ausgelassenes Spielen vielleicht ausgelasteter wäre, würde mich das Zwicken wenig stören. Dem ist aber wohl dennoch nicht zuzuraten, oder?

    Zum Spielen allgemein: Samira scheint nicht zu wissen, wie sie sich am besten beschäftigt. Sie interessiert sich eigentlich nur für Gegenstände, mit denen ich hantiere (Kugelschreiber, Handy...), zum Spielen muss ich sie meistens motivieren, indem ich ihr das spielen "vorspiele".
    Ich denke, ich werde tatsächlich mal etwas benagbares für sie basteln, vielleicht ist das für sie intuitiv zugänglicher und vielleicht finde ich noch ein Lernspielzeug, das sie nicht überfordert (es war ja erst einmal eine Arbeit, ihr begreifbar zu machen, dass die Barrel of Fun ihre Eigeninitiative erfordert ;) )

    Da Samira bisher nur einmal negativ getestet wurde und das Immunsystem der Südamis so robust ist, würde es sich vielleicht lohnen, sie nochmals zu testen. Ist die Frage, wie ich auf ein negatives (womöglich falsch-negatives) Testergebnis reagieren sollte. Sollte ich die PBFD-positiven Wellensittiche vermitteln (sie waren früher zu sechst und würden in einem neuen Schwarm sicher aufleben...)? Da die vier sicher bald weniger werden (die letzte Henne hat einen großen Tumor im Bauchraum, ein Wellensittich ist stark vom PBFD betroffen...), wollte ich sie eh spätestestens weiter vermitteln, wenn sie nur noch zu zweit sind, um ihnen ein neues Schwarmleben zu ermöglichen.
    Und dann wäre die Frage, ab dem wievielten negativen Testergebnis ich es verantworten könnte, auch einen gesunden Blausteißsittich dazu zu setzen? Übrigens werde ich in 12-20 Monaten ausziehen, so dass die indirekte Ansteckungsgefahr sich absolut minimieren lässt (neuer Käfig, neue Möblierung...)

    Jetzt ist das Thema sehr viel komplexer geworden, als ursprünglich gedacht, übrigens würde ich mich noch immer über weitere Spielanregungen freuen :)

    Danke nochmal


    Frauke
     
  5. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi again!

    Nun, bei den Fotos hatte ich schon den Eindruck, aber wenn sie sich rupft, war das wohl eine Fehleinschätzung ... ich hatte das nämlich so verstanden, daß sie nur ihren Partner gerupft hätte.

    Sehr gut, dann sollte man zusehen, daß dies auch so bleibt, sprich es gilt einerseits den Ausbruch von PBFD zu verhindern und zweitens etwas gegen das Rupfen zu unternehmen.

    Hier gilt es zunächst die Ursache zu ermitteln. Sind organische Ursachen absolut ausgeschlossen? Hat sich das mal ein vogelkundiger Tierarzt angesehen? Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit scheidet als Ursache wohl aus, wenn die von Dir angegebenen 60% auch im Winter nicht merklich unterschritten werden.

    Kann man hier vielleicht noch näheres in Erfahrung bringen? Wann fing das an und wie wurde der Vogel seinerzeit gehalten?

    Nun, ich denke, wenn es wirklich rein psychische Ursachen hat, ist es wahrscheinlich eine Mischung aus Langeweile und Einsamkeit. Daß es trotz Partner ein Problem blieb, kann an einer ungünstigen Paarzusammenstellung in Kombination mit Langeweile gelegen haben. Denn manchmal ist es so, daß zwei Vögel eher Freunde als ein Paar sind ... gibt's bei manchen Ehepaaren ja auch, Stichwort: Vernunftehe. Die Vögel arrangieren sich, sind froh nicht alleine zu sein, aber wirklich glücklich sind sie nicht.
    Hinzukommt ggf. die Frage, wie stark die Verhaltensstörung ausgebildet ist. Ist der Vogel überhaupt richtig "paartauglich"? ... ganz schwierige Frage.

    Deswegen wäre es gut, mehr über seine Vorgeschichte zu wissen.

    Dazu muß man aber wissen, daß der UV-Anteil dieser Lampen, welcher für die Gefiederbildung enorm wichtig ist, nur eine Reichweite von 30cm hat und nach ca. einem halben Jahr verbraucht ist.

    Haben die Wellies auch so eine Lampe? Das wäre auch für sie wegen PBFD enorm wichtig, denn durch's Fenster gelangt das für die Vitamin-D3-Synthese wichtige UV-B-Licht nicht durch's Fenster ... Glas filtert halt UV.

    Das ist schon mal gut. Zusätzlich kann ich das Desinfektionsmittel F10 empfehlen, welches man in die Heizungsverdunster füllen kann, um so durch Reduzierung von Keimen und Sporen in der Raumluft Sekundärinfektionen vorzubeugen. Wichtig ist auch (insbesondere bei den Wellies) die Käfig-Hygiene, damit durch den Gefiederstaub nicht immer wieder auf's Neue Unmengen des Virus in den Körper gelangen ... sonst hat das Immunsystem ja gar keine Chance, zumal der Virus ja das Immunsystem angreift. Näheres zu F10 findest Du übrigens im PBFD-Forum.

    Was ich auch noch empfehlen kann, ist AviConcept, ein spezielles Vitamin-Präparat, welches von einem Tierarzt entwickelt wurde, um die Ausbildung eines gesunden Gefieders zu unterstützen und Mauserstörungen entgegen zu wirken. Das Mittel bekommt man beim Tierarzt und ist für eine Dauermedikation geeignet, da im Gegensatz zu Nekton hier die fettlöslichen Vitamine nur als Provitamine enthalten sind.

    Leuchtet ein. Aber dennoch ist der Vogel ja sehr zahm. Lebte sie früher vielleicht längere Zeit in Einzelhaltung? Das könnte ja dann eine Erklärung für das Rupfen sein.

    Wie groß war der Altersunterschied und woran verstarb der Hahn?

    Nicht ignorieren, aber auch nicht bestrafen. Andererseits muß man ihr zeigen, daß sie einen Fehler gemacht hat. Lies Dir noch mal oben durch, wie ich das bei meinem Hahn mache.

    Wenn es Spiele gibt, die unweigerlich zum Beissen führen, laß diese Spiele erstmal sein. Ansonsten mußt Du lernen, ihre Körpersprache zu deuten. Das Beissen kündigt sich durch Körpersprache des Vogels an. Wenn man dies zu deuten versteht, kann man lernen dem Beissen vorzubeugen, indem man das Spiel zuvor beendet oder durch ein anderes ersetzt.

    Verständlich, aber wir haben ja schon eine Verhaltensstörung in Form des Rupfens vorliegen ... es wäre fatal, wenn Beissen als weitere hinzukäme. Es gilt also "ungefährlichere" Spiele zu finden.

    Das ist nicht ungewöhnlich. Meinen Aymaras muß ich auch manchmal auf die Sprünge helfen und ihnen etwas vormachen, damit sie den Reiz eines neuen Spielzeugs kennenlernen. Aber glaub mir, es gibt Spielzeuge, deren Reiz sie instinktiv kennen, nämlich diejenigen die auch in freier Natur vorkommen, Stichwort: Knabberäste.

    Sowas ist definitiv sehr reizvoll für Papageienvögel.

    Nun zunächst mal beruhigt es die Nerven, denn ein negativer Test ist in Deinem Falle definitiv ein false-negative, denn durch die Wellies, die ja sehr viel Gefiederstaub produzieren, ist die Virenkonzentration in Deiner Wohnung sehr hoch. Ein negativer Test würde aber darauf hindeuten, daß die Virenkonzentration und somit auch -Ausscheidung bei dem Pyrrhura recht gering ist.

    Diese Frage kannst nur Du selbst beantworten. Es wird aber nicht einfach sein, PBFD-positive Wellies zu vermitteln, meinst Du nicht?

    Nun, solange die Virenkonzentration im Haus so hoch ist, wäre dies wohl keine gute Idee. Wäre es tatsächlich möglich, die Wellies vor dem Umzug zu vermitteln, könnte man vielleicht über obige Frage noch mal nachdenken. Man sollte dann aber möglichst einen Vogel hinzusetzen, der schon etwas älter ist (ca. 3 Jahre) und ein stabiles Immunsystem besitzt ... ein optimal ernährter Aussenvolierenvogel hätte hier die höchsten Chancen, nicht zu erkranken. Da dieser Partnervogel aber dennoch infiziert würde, ist dies ganz klar eine ganz schwierige Gewissensentscheidung. Viele Vogelhalter und Züchter würden in Anbetracht dieser Frage die Hände über'm Kopf zusammenschlagen und davon abraten.

    Nein, denn die Vögel scheiden den Virus weiterhin aus ... logischerweise erkrankte Vögel mehr als durch nur latent infizierte.

    Nun, das Thema war von vornherein so komplex ... nur die ursprüngliche Fragestellung nicht ;)

    Wie gesagt, versuch's mal mit etwas banalem zum Knabbern, z.B. Knabberzweigen ... geeignete Holzsorten sind HIER gelistet. Du kannst auch Tannenzweige anbieten, achte aber unbedingt darauf, daß diese nicht harzig sind.

    Ansonsten ab in den Bastel-Shop und Naturbast kaufen. Eine "Fliege" aus Bast, mit aufgeschnittenen Schlaufen, damit sie sich nicht verheddern kann, oder auch ein Bastzopf kommen bestimmt gut an ... siehe Bilder.
     

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  6. Eleonor

    Eleonor Mitglied

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    Hallo Christian,


    Ja, von Samiras Rupfen (oder vermutlich ausschließlich Federnbeißen) gegen sich selbst hatte ich auch nichts gesagt, hatte das Rupfen des Partners nur genannt um indirekt zu erklären, warum es so schwer ist, einen möglichen Partner für sie zu finden.

    Das Thema Rupfen bzw. Federnbeißen ist mir gut bekannt. Sowohl aus diversen Foren, Vogel-spezialisierten Internetseiten, Fachzeitschriften oder Büchern...
    Sie hat tatsächlich ihr erstes halbes Jahr allein gelebt und ich hatte auch selbst schon das Gefühl, dass ihr Partner nicht die wahre Liebe war. Ich sehe in diesen Punkten auch den womöglich wichtigsten Faktor.
    Sie hat halt mit ihrem Pajero ein paar mal ihr Zuhause wechseln müssen, die Umweltbedingungen wechselten entsprechend mit, aber überall hat sie weiter gerupft / gebissen.
    Natürlich werde ich weiter den Auslöser suchen und hoffen, dass sich noch etwas ändern lässt, obwohl ihr Fehlverhalten ja schon in Mark und Bein übergegangen ist. Aber innerhalb eines Forums werde ich diese Detektivarbeit sicher nicht bewältigen können. Es heißt eben: Weiter über die Bedürfnisse der Art informieren, gegebenenfalls etwas verändern (verbessern) und auf Besserung hoffen.
    Nach Spielverhalten zu fragen gehört eben auch dazu, nur leider gibt es nicht viel, womit sie sich von selbst beschäftigen würde. Natürlich knabbert sie gerne, aber im Gegensatz zu den Wellis kann sie damit nicht etliche Minuten verbringen (ich habe auch tatsächlich schon die Bast-Fliege nachgebastelt, aber von der hat sie bald wieder abgelassen....)

    Dass man F10 auch in den Verdunster tun kann, wusste ich bisher nicht, das ist wirklich ein wertvoller Tipp, um den ich mich in nächster Zeit auch kümmern werde, danke dafür!
    AviConcept werde ich bei der nächsten Gelegenheit auch dazu holen und dann schau ich mal, ob sich eine Veränderung zum Guten erwirken lässt.

    Ob ich die Wellis vermittle, bevor ich ausziehe oder nicht, werde ich mir nochmal selbst gut überlegen. Schwer würde es wohl werden, aber da unter Wellis PBFD nicht gerade selten ist, lassen sich in vielen Vermittlungsforen häufig genug auch Erfolge sehen. Aber ich tendiere eher dahin, die Wellis noch so lange wie möglich zu behalten, denn wenn wirklich auszuschließen ist, dass Samira nicht-infektiös sein könnte, dann werde ich sicherlich keinen gesunden Vogel dazu nehmen. Insbesondere nicht, da es ja auch nur ein Experiment wäre, da ich Samiras Partnerfähigkeit nicht ganz abschätzen kann. Gut, ich meinte zwar nicht 2-3 Tests, sondern 5-8 (bis zu zwei Jahre alle drei Monate testen lassen), aber womöglich kann ihr Immunsystem die Virenkonzentration über lange Zeit gering halten, ohne, dass der Virus verschwunden wäre, und die Gefahr, einen Folgenschweren Fehler zu machen, wäre für mich einfach untragbar.
    Aber was die Meinung von "vielen Vogelhaltern und Vogelzüchtern" betrifft: Wer sich viele Vögel ins Haus holt, sollte mehr als nur einmal auf einen so tückischen Virus wie den Circovirus testen lassen. Wenn ich meine Samira 10x testen könnte und könnte nicht sicher sein, dass sie wirklich negativ ist, dann erscheint es mir ein Witz, dass man sich andererseits 20 oder mehr Vögel im Laufe des Lebens holen kann, die nur ein einziges mal getestet wurden, ohne sich Gedanken machen zu müssen...

    So, ich habe also zwei Mittelchen genannt bekommen, die demnächst zum Einsatz kommen und ich werde weiterhin versuchen, den Faktor Langeweile als Federbeiß-Auslöser so weit wie möglich auszuklammern. Was konkrete Spiele betrifft, werde ich wohl einfach von Samira über Samira lernen müssen ;)
    Jedenfalls danke für den Rat.

    Gruß

    Frauke
     
  7. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Frauke!

    Da haben wir schon zwei Ursachen ... Einzelhaltung und anscheinend auch ungünstige Paarkonstellation.

    Und da wäre der dritte Faktor ... sie war ein Wandervogel.

    Der vierte Faktor wäre ihre derzeitige Einsamkeit und Langeweile.

    Nun, es hat schon genügend Fälle gegeben, wo Rupfen durch eine gelungene Verpaarung ein Ende fand.

    Es fehlt halt der Partner, der mitspielt.

    Damit läßt sich definitiv die Gefahr von Sekundärerkrankungen reduzieren, d.h. wenn die übrigen Faktoren wie Käfighygiene, Vitaminversorgung und UV-Licht sowie wenig Streß stimmen.

    Viele Leute haben berichtet, daß die wechselweise Versorgung mit AviConcept, dem Vitaminpräparat PRIME und dem homöopatischen Alvimun in frühen Stadien der Erkrankung gute Erfolge erzielt hat, sprich das Gefieder hat sich wieder erheblich verbessert. Ich denke, man sollte aber die Wichtigkeit von UV-Licht als zusätzlichen Faktor nicht unterschätzen.

    Apropo UV-Licht ... dieses hat auch eine desinfizierende Wirkung, wenn die Dosierung hoch genug ist. Hier wäre die Osram Ultravitalux 300W vielleicht eine Überlegung wert. Dies ist eine UV-Lampe mit sehr hoher UV-B-Strahlung, die in der Reptilienhaltung häufig Anwendung findet. Aber hier ist die Gefahr von Sonnenbränden seeehr hoch. Aber genau deshalb könnte ich mir vorstellen, daß diese Lampe zu Desinfektionszwecken tauglich wäre, wo Desinfektionsmittel schlecht einsetzbar sind. Man sollte nur die Vögel dem Licht nicht aussetzen und sich selbst auch nicht.

    Eins sollte man aber nicht übersehen ... in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung werden die gängigen Therapie-Maßnahmen nicht mehr helfen. Ist ein Vogel erst einmal nackt, wird er wohl nie wieder flugfähig.

    Logisch, denn selbst wenn man sie in gute Hände abgeben könnte, ist das dennoch eine schwere Entscheidung.

    Eine Gewähr, daß sie kein Virusausscheider mehr ist, werden wir nie haben!

    Das ist tatsächlich eine nicht unwichtige Frage. Es wäre vor allem wichtig, daß der Partner gut sozialisiert ist und kein Duckmäuser, sonst wird womöglich auch er gerupft.

    Ich hatte ein ähnliches Problem bei meinen Aymarasittichen. Bei dem jüngeren Paar hat die Henne den Hahn hinter'm Ohr gerupft. Er hat zwar immer lautstark protestiert, aber war zu sanftmütig, sie hinreichend in ihre Schranken zu weisen. Nachdem sich meine beiden Paare umverpaart hatten, versuchte sie es auch bei ihrem neuen Hahn, aber der hat sie seeehr deutlich spüren lassen, daß sie das zu lassen hat ... und sie tat es auch nie wieder ;)

    Ich denke, hier wird deutlich, wie bedeutsam die Paarkonstellation ist.

    Es gibt zwei mögliche Verlaufsformen, sofern der Vogel in der Lage ist den Virus mit einem stabilen Immunsystem in Schach zu halten, entweder der Vogel bleibt latent infiziert und kann zum einen später immer noch erkranken, falls das Immunsystem enorm geschwächt würde, z.B. durch eine andere Erkrankung oder zumindest ist nicht auszuschließen, daß in diesem Falle der Virus wieder in höheren Konzentrationen ausgeschieden wird oder aber man hat Glück und der Vogel schafft es, eine Resistenz auszubilden, immun zu sein und den Virus auch nicht mehr auszuscheiden. Letzteres soll angeblich (!) bei Südamerikanern nicht selten vorkommen.

    Das Dumme ist nur, daß es keine zuverlässige Methode gibt, nachzuprüfen ob eine Resistenz ausgebildet wurde oder nicht.

    Das Schlimme ist, daß egal wie man sich entscheidet, beides ein folgenschwerer Fehler sein kann. Bleibt der Vogel alleine, kann sich dies langfristig auf seinen Zustand erheblich negativ auswirken. Verpaart man ihn neu, kann dies fehlschlagen und zudem noch der Partner erkranken ... es kann aber auch die Lösung aller Probleme sein, indem er nicht erkrankt und das Rupfen ein Ende findet.

    Das Problem ist, daß es in Halter-Kreisen immer noch Leute gibt, die diese Krankheit gar nicht kennen und es gibt auch viele Halter als auch Züchter, die die Gefahr massiv unterschätzen. Denn wieviele Leute wissen überhaupt, daß die Durchseuchung der dt. Wellie- und Aga-Bestände auf über 80% geschätzt wird? Und einige Leute scheuen sicherlich auch die Kosten.

    Man kann vor allem neue Spielzeuge immer wieder auf's neue versuchen schmackhaft zu machen. Und es gibt auch Spielzeuge, die nur mit einem Kumpel Spaß machen. Gitterbällchen bleiben z.B. von meinen Aymaras meist unbeachtet, aber wehe ich selbst spiele damit rum, dann ist die Bande sofort am Start und hat einen Heidenspaß, wenn es ihnen gelingt, so'n Teil an meiner Hand vorbei vom Volierendach zu schmeissen.

    Also einfach am Ball bleiben.

    Übrigens ... stöbere doch auch mal im Zubehörforum nach Papageienspielzeug oder stelle da ggf. noch mal die Frage.
     
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