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  1. Peregrinus

    Peregrinus Peregrinus

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    Wenn man sich die ursprüngliche Verbreitung des wilden Höckerschwans mal anschaut - in einem breiten Gürtel von Dänemark quer durch Asien bis an die pazifische Küste und quasi direkt südlich an das des Singschwans angrenzend - dann kann man irgendwie keine Rückschlüsse auf das Entstehen des Immutabilis ziehen. Immerhin in Dänemark und Südschweden - in Mitteleuropa das einzige natürliche Vorkommen des Höckerschwans - soll diese Variante kaum vorkommen. Das dürfte eher ein Hinweis auf die Verkaufsstrategie denn auf die Jagd sein. :idee:

    Ich zitiere mal aus der Schwanen-Monographie von Alfred Hilprecht, "Höckerschwan, Sing- und Zwergschwan" aus der Neuen Brehm-Bücherei:

    Abnorme Weißfärbung
    Albinotische Schwäne haben im Alter einen blassen statt roten Schnabel, die Beine sind nicht schwarz, sondern farblos bzw. grau bis rötlich. Als Dunenjunge sind diese Schwäne heller als ihre Geschwister, besonders am Schnabel und an den Beinen. Auffallend ist der Unterschied im ersten Federkleid, das gleich reinweiß ist zum Unterschied zu dem normalen dunkelgrauen und bräunlichen.

    … Daraus kann gefolgert werden, daß die abnorme Weißfärbung bei den Höckerschwänen in hohem Maße erblich ist.

    Bei den Schwänen des Genfer Sees traten zum ersten Male 1868 albinotische Stücke auf. 1899, also nach 31 Jahren, waren schon 28% des mehrere hundert Vögel zählenden Bestandes Albinos. Hier war der Albinismus auf das weibliche Geschlecht begrenzt, woraus Maillefer (1921) folgerte, daß somit 25% aller Genfer Schwanmännchen die Anlage für Pigmentmangel, auf den ja der Albinismus zurückzuführen ist, latent, also nicht äußerlich hervortretend, besitzen müssen. Peters hält es nicht für ausgeschlossen, daß bei den Schwänen des Genfer Sees und der Hamburger Alster zwei verschiedene Formen des Albinismus auftreten, wie es ja auch nach Duncker (1929) zwei verschiedene Weißfärbungen bei den Kanarienvögeln (deutscher und englischer weißer Kanarienvogel) geben soll, die auf verschiedenen Anlagen beruhen und auch verschieden" vererbt werden. Newton (1887) und Heinroth (1928 ) bemerken übereinstimmend, daß albinotische Individuen kleiner und somit wohl auch schwächlicher zu sein scheinen, was Dohling und Peters an den Hamburger Alsterschwänen bestätigen. Peters (1936) verweist auf ein von der Alster stammendes Schwanenpaar mit 8 Jungen, von denen 4 albinotisch und dabei auffallend kleiner als ihre Geschwister waren.

    Früher wurde die albinotische Variante des in der Jugend wie im Alter gleich weißen Schwanes als „Unveränderlicher Schwan" von der Normalform abgetrennt. Das war ein Irrtum, denn es handelt sich bei der abnormen Weißfärbung lediglich um eine erbliche Eigenschaft, eine Mutation, die beim Höckerschwan — genaugenommen — nicht zu einem vollständigen Albinismus und zu roten Augen führt; wir haben hier vielmehr den unvollständigen oder falschen Albinismus, den Haecker (1918 ) als Albinoidismus bezeichnet. Es bleiben wohl Haut und Federn ohne Farbstoff, die Augen weisen aber noch Pigment auf und sind nur etwas heller als bei normalen Tieren, zumeist schön hellblau gefärbt (Peters 1933). Beachtenswert ist sodann, daß niemals Mischlinge, also gescheckte Individuen beobachtet wurden.


    Was haltet Ihr davon?


    immutabiles wäre wohl der korrekte Plural ... :bier:

    VG
    Pere ;)
     
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  3. Kanadagans

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    Die Mehrzahl war nicht ernst gemeint, dachte, das könnte ich mir ob des Threads erlauben ;)!

    Nein, ernsthaft.
    Daß die immutabili (um ganz korrekt zu sein ^^) hellere und teils auch blaue Augen haben (wenngleich eher dunkelblau, so blaue wie bei Hausgänsen sah ich noch nie, die sind aber auch eine andere Mutation...), kann ich bestätigen, aber das sie zwingend kleiner oder schwächer sind nicht, ebenfalls nicht die ausschließliche Weiblichkeit.
    So war ein Paar an einem Parkteich so strukturiert, das der immutabilis- Partner der "Erpel" war, und eigentlich genauso groß und kräftig wie jeder andere männliche Schwan auch. Da ich dasselbe Paar über ein paar Jahre am selben Ort beobachten konnte, kann ich aber sagen, daß er immer sehr spät in die Schwingenmauser kam, teils erst, als die Jungen schon nahezu flügge waren. Die hellen Jungvögel der beiden (in der Regel zwei von den meist 4- 7 Jungen pro Gelege) waren nicht nur gleich groß wie die Geschwister, sondern auch vital, weil in den vier Jahren, die ich dieses Paar beobachtete, stets ein bis drei Junge verschwanden (Hecht, Fuchs, Hunde, Krankheiten...), aber auffallenderweise nur graue, die immutabilis wurden immer vollzählig flügge...

    Wie sieht es denn mit echten Albinos beim Höckerschwan aus?
    Blaue Augen, weiße Füße, alles schon gesehen, aber noch nie rote Augen oder ein zusätzlich farbloses/ rosa Gesicht, was bei einem solchen ja sein müßte, oder? Gibt es denn so komplett farblose Höckerschwäne?

    Grüße, Andreas
     
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