Rupfer - Schreier - Federfresser

Diskutiere Rupfer - Schreier - Federfresser im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Norbert Adler, Tierpsycholge Rupfer - Schreier - Federfresser „Spricht der Papagei auch?“ Diese Frage kennt wohl jeder...

  1. #1 Norbert Adler, 15. Mai 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16. Mai 2004
    Norbert Adler

    Norbert Adler Guest

    Norbert Adler, Tierpsycholge

    Rupfer - Schreier - Federfresser


    „Spricht der Papagei auch?“

    Diese Frage kennt wohl jeder Papageienhalter gut, wenn der gefiederte Hausgenosse neuen Besuchern vorgestellt wird!
    Aber gerade diese Begabung, unsere menschliche Stimme zu imitieren, sowie ihr oft farbenprächtiges Gefieder und ihr imposantes Benehmen werden diesen hochintelligenten und sensiblen Vögeln häufig zum Verhängnis.
    Aus falsch verstandener Papageienliebe werden sie oft, ohne vorherige Informationen - als Einzelvögel, im Zoohandel, von Züchtern - oder von Privatpersonen erworben. Bei letzteren oft aus zweiter oder gar dritter Hand.

    Leider machen wir seit Jahren immer noch die Erfahrung, dass fachlich qualifizierte Auskünfte über diese Vögel bei vielen Züchtern und im Fachhandel nicht die Regel sind. Nach dem Motto „lieber ein einzeln verkauftes Tier als kein verkauftes Tier“ werden sie in eine nicht artgerechte Haltung gezwungen, ohne dass der Halter davon weiß oder dies gar will! Das gilt für die leider immer noch unsinnige Einzelhaltung bei Wellensittichen, mit Plastikvogel und Spiegel als Partnerersatz, sowie für die meisten Papageien. So gesehen, werden die Halter dieser Vögel nicht richtig informiert und mit den anstehenden Problemen allein gelassen. Bei der zum Teil recht hohen Lebenserwartung von Papageien - Kakadus können bis zu 100 Jahre werden - kann man sich nicht vorstellen, was selbst nach Jahren für Schwierigkeiten auf die Halter zukommen.

    Händler und Züchter von Sittichen und Papageien sind meines Erachtens verpflichtet, solche Schäden von den Tieren sowie von ihren Kunden abzuwenden, für eine sinnvolle Paarhaltung zu plädieren und keine Einzelvögel zu verkaufen.
    Ist am Anfang die Freude über den zahmen oder auch „sprechenden“ Papagei noch groß, kann sich nach Eintritt der Geschlechtsreife, häufig aber auch schon früher, leicht das Gegenteil einstellen. Der hohe Intelligenzgrad dieser Vögel verführt den Menschen gern dazu, den Papagei in die Ecke eines verständigen „beinahe - Menschen“ zu rücken, der sich dann schon meldet, wenn ihm etwas nicht passt! Leider zeigt sich dieses „Nicht-Passen“ dann in verändertem Verhalten, dessen Ursache oft nicht oder nicht gleich erkannt wird. Der erstaunte Tierhalter muss mit Ansehen, wie sein Vogel beginnt, sich die Federn auszurupfen oder sie anzuknabbern. Häufig beginnt das an den Beinen, den Schultern und an der Brust. Dies wird schnell zur Gewohnheit und nachwachsende Federn werden an den betroffenen Stellen ständig oder periodisch immer wieder angefressen oder mit dem gesamten Kiehl herausgezogen.
    Mehr noch, das permanente Rupfen geht auch auf andere Gefiederteile über und kann bis zur völligen Nacktheit des Vogels führen, wo nur noch der Kopf befiedert ist, da er von ihm nicht erreicht werden kann!

    Unsere Erfahrenswerte der letzten fünfundzwanzig Jahre, in denen wir uns gerade mit Rupfen aber auch anderen „psychischen Störungen“ bei Papageien befassen, zeigen auf, dass besonders Graupapageien, Kakadus und Aras von den oben genannten Rupfbildern betroffen sind.
    Eine vom Tierarzt angelegte Halskrause oder gar das Eingipsen im Kopfbereich hilft überhaupt nichts, sondern führt zur völligen Panik und Stress der Tiere. Ebenso warne ich vor Psychopharmaka als Therapie!

    Anders verhält es sich bei Amazonenpapageien. Nur ganz selten hatten wir es hier mit Rupfern zu tun. Dafür zeigten diese Vögel eine Hyper***ualität, verbunden mit lautem und anhaltendem Geschrei. Ihre Zuneigung zu einer bestimmten Pflegeperson ging oft in ein ausgesprochenes Besitzrecht über, mit gesteigerter Aggression in Form von Flug - und Beißattacken gegen Fremde, aber auch dem Pfleger gegenüber. Die Liste von abnormen Verhaltensmustern bei den verschiedenen Papageienarten ließe sich so weiter fortsetzen, z.b. Federfressen, Selbstverstümmelung, ständige Masturbation an Gegenständen oder am Pfleger, stereotype Bewegungsabläufe, Lethargie, oder der gefürchtete „Gattenmord“ bei Kakadus, durch fehlgeleitetes Aggressionspotential!

    Ein ebenso großes Problem sehen wir in den immer mehr angebotenen Handaufgezogenen Papageien! Aus gut gemeinten Tier - und Artenschutzrelevanten Gründen, greifen immer mehr Liebhaber auf solche Vögel zurück, um keine Tiere aus der freien Natur zu entnehmen. Andererseits werden diese, als „besonders zahm", von Züchtern und Händlern für viel Geld angepriesen!

    Da diese Handaufzuchten leider viel zu wenig oder überhaupt keine Sozialisation
    erfahren haben, haben wir mit solchen Vögeln die größten Schwierigkeiten bei Vergesellschaftung und Verpaarungen. Sie sind restlos auf Menschen fixiert, oftmals zusätzlich noch auf Männer bzw. Frauen, bestimmte Haarfarben wie dunkelhaarig oder blond, oder einer besonderen Stimmlage. So entwickeln sie sich schon vor der Geschlechtsreife zu wahren „Katastrophenvögeln“ mit großen Rupfproblemen oder extrem aggressiven Verhaltensweisen, nicht nur anderen Papageien, sondern in der Regel auch ihren Haltern gegenüber, wenn diese nicht ständig anwesend sind oder um bestimmte Wünsche lautstark und permanent durchzusetzen. Hier entsteht nicht nur eine extreme Abhängigkeit zur Pflegeperson, sondern auch eine regelrechte Versklavung der Tierhalter! In solchen schwierigen Situationen werden leider viele Papageien aus Unkenntnis wieder abgegeben und wandern noch gestörter zum nächsten Besitzer.
    Dem Vogelliebhaber, der dies immer noch nicht verstehen will, sei gesagt - weder Plastikvogel und Spiegel, noch der Mensch - sind ein Partnerersatz für Papageien u. Sittiche. Der Mensch bietet diesen Tieren eine Liebesbeziehung an, die er auf Dauer gar nicht einhalten kann. Gerade Papageien leben absolut monogam und suchen sich ihren Partner sehr sorgfältig aus. Bei ihnen wird Treue wörtlich genommen, soll die Beziehung doch viele Jahre von Bestand sein. Alles, aber auch wirklich alles wird gemeinsam unternommen. Jahrelange Beobachtung dieser Vögel, auch in ihren Heimatländern, bestätigen mir das. Wie will der Mensch dies bewerkstelligen? Ist doch der Vogel abhängig von ihm und seiner Anwesenheit. Die soziale Gefiederpflege durch den Menschen reicht hier nicht aus! Ein natürliches Aggressionspotential bei allen Papageien und Sittichen wird leider von vielen Tierhaltern missverstanden und mit erworbenen, gesteigerten Aggressionen verwechselt. Ein daraus resultierender falscher Umgang mit ihnen, ist oft der Anfang eines unendlichen Leidensweges vieler Papageien!

    Der wirkliche Vogelliebhaber überdenke seine Sittich - und Papageienhaltung daher kritisch und stelle egoistische Wünsche und Vorstellungen zugunsten einer artgerechteren, Paar oder Gruppenhaltung dieser sensiblen und hochintelligenten Vögel hinten an!

    Was kann nun der Papageienhalter tun, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, bzw. kann ein bereits geschädigter Vogel überhaupt therapiert werden?

    Ja, wenn nach einer Untersuchung beim Tierarzt eine medizinische Erkrankung ausgeschlossen wurde, mit Zeit und Geduld und unter Berücksichtigung folgender Punkte:



    · Paar oder Gemeinschaftshaltung
    · Genug Raum in Form einer großzügigen Voliere - Käfige oder viele sog. Zimmer - Volieren sind als Aufenthalt zu klein
    · Papageienfreisitz mit viel Platz und Klettermöglichkeiten
    · Schaffung von Außenreizen gegen Langeweile -Spiel und Beobachtungsmöglichkeiten
    · Einbringen von Zerstörungsmaterial zum Abbau eines natürlichen Aggressionspotentials
    · Wenn möglich, die Nutzung von Außenaufenthalt- Balkon, Terrasse o. Garten
    · Genaue Überprüfung der Ernährung und Fressgewohnheiten
    · Genaue Analyse der Vorgeschichte, des Charakters und der Lebensgewohnheiten des Tieres
    · Aktive Mitarbeit der Tierhalter durch Einsicht und Änderung ihres Verhaltens
    · Die Lockerung von starken Bindungen an den Menschen beinhaltet für den Vogel hohe physische und psychische Risiken. Aus diesem Grunde muss, unter fachkundiger Begleitung, ein individueller Therapieplan erstellt werden



    In laufe der Zeit haben wir verschiedene Therapieformen entwickelt die nicht nur individuell auf das jeweilige Tier abgestimmt werden, sondern auch seine menschlichen Bezugspersonen mit allen Spannungsfeldern und Bindungen mit einbezieht. So konnten wir viele Verhaltensstörungen beheben oder zumindest in ihrer Weiterentwicklung stoppen oder eingrenzen. Selbst bei Verpaarung von lange gehaltenen Einzelvögeln, Zwangsverpaarungen oder starken Prägungen, hatten wir erstaunliche Erfolge aufzuweisen. Auf Vorträgen und in einem neuen Buch „Vorsicht Papageien – ein Buch zum Umdenken“ werden wir näher auf die verschiedenen Therapiemöglichkeiten eingehen und versuchen neue Wege in der Papageienhaltung aufzuzeigen.

    Ist bereits ein Papagei oder Sittich vorhanden, der noch keine oder erste Verhaltensauffälligkeiten aufweist, sollte man nicht lange warten, einen geeigneten Partner für seinen Vogel zu finden. Da lebende Tiere von Händlern und Züchtern meistens nicht zurück genommen werden, kann man sich nicht einfach einen zweiten Vogel kaufen und ihn dazu setzen. Denn, verstehen sich die beiden nicht, hat man schnell zwei Vögel und zwei Probleme und es kann zu erheblichem Stress und zu Verletzungen durch Beißereien kommen, oftmals mit Todesfolge!

    Hatten wir früher noch dem Kompromiss der Vergesellschaftung von zwei verschiedenen Papageienarten zugestimmt, so lehnen wir ihn heute, bei Einzelverpaarungen kategorisch ab.
    Wir stellten schnell fest, dass nach Eintritt der Geschlechtsreife, oder Brut - und Paarungsstimmung, artgleiche Verhaltensmuster fehlten und das unweigerlich zu Missverständnissen und daraus resultierenden Aggressionen führen kann. Daher ist eine Art - und geschlechtsspezifische Haltung immer die beste Lösung. Anders verhält es sich bei größeren Gruppen oder Gemeinschaftshaltung, auch mit verschiedenen Arten. Hier sind Bindungen an artfremde oder gleichgeschlechtliche Vögel eher möglich und oft auch von Dauer.



    Es muss also sorgfältig ausgewählt werden, welcher Partner vom Alter, vom Geschlecht und vor allem vom Charakter dazu passen könnte. Letzteres halte ich für besonders wichtig, um einen gesunden Ausgleich im Spiel von Distanz und Nähe zu erreichen. Kann sich der Vogel einen Partner aus einer Gruppe mehrerer artgleicher Tiere heraussuchen, wäre das der Idealfall! Andernfalls, bei Einzelvögeln, müssen beide Tiere getrennt erst in Hör – dann in Sichtweite untergebracht werden, um den Reiz zu erhöhen und sie so langsam aneinander zu gewöhnen.

    Dann erst sollte man mit der eigentlichen Verpaarung beginnen. Der Faktor Zeit spielt hier eine untergeordnete Rolle, denn anfängliche Zuneigung oder gar Leidenschaft der Vögel zueinander, kann bei unsachgemäßem Vorgehen der Verpaarung schnell umschlagen in Aggression! Und bitte, denken sie auch an die Seele ihrer Papageien! Eine Vergesellschaftung jeglicher Form, bedeutet immer Aufregung und Stress für Ihre Vögel. Auch die momentane Trennung oder Isolierung vom oft stark geliebten menschlichen Partner, kann zu schweren Veränderungen des Verhaltens mit echten Krankheitsbildern führen! Eine genaue Beobachtung ist daher wichtig. Leider finden sich nur wenig Händler oder Züchter bereit, solch eine Verpaarung für Tierhalter durchzuführen, obwohl es ein wichtiger Beitrag zum Tier - und Artenschutz wäre. Unsinniges Kompetenzgerangel, Vorwürfe oder schwere Schuldzuweisungen an unwissende oder falsch informierte Tierhalter, von manchen Papageienhilfsorganisationen, irritieren leider viele Hilfesuchende. Sie sollten ein Ende haben zugunsten eines sinnvollen Austauschs und einer Zusammenarbeit mit gleichen Zielen! .Die Suche nach einem geeigneten Partnervogel, aus privater Hand, durch Anzeigen in Tages - oder Fachzeitungen bieten sich ebenfalls an, lassen sich doch hier eher die Möglichkeit des Ausprobierens mit ausreichender Zeit, im Interesse beider Vögel und deren Halter bewerkstelligen.


    Bei vielen Tierhaltern hat längst schon verändertes Bewusstsein bei der Pflege ihrer Heimtiere eingesetzt. Sie sind gern bereit, nach einer fachlich qualifizierten Beratung, ihre Tierhaltung zu verändern, und den Tieren ein möglichst artgerechteres, besseres Leben zu bieten.



    Norbert Adler

    Originaltext hier
     
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  3. Rena1

    Rena1 Guest

    hallo,nobert

    schön das du uns dieses heikles thema zur verfügung stellst....ein thema mit vielen ansichten und nicht zu einer ruhigen diskussion führen würde.....da die meinungen oft so auseinander gehn.... :s

    ich hätte viele fragen,warum da und warum nicht...usw...... :S

    sorry,möchte mich knapp halten....aus bestimmten gründen :0- :0-

    rupfer...übernommen vor einen jahr


    zweites bild...eine dreindzwanzigjährige einzelhaltung...kein rupfer,schreier und gesund.
     

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  4. Utena

    Utena Guest

    Hallo Norbert!
    Herzlich Willkommen in den VF!
    Ich gebe dir natürlich in allen Punkten Recht, was du in deinen ausführlichen Beitrag schreibst, mich würde sehr interessieren, was genau du gerlent hast und wie deine Therapieformen bei Verhaltensabweichungen aussehen?
    Allerdings glaube ich nicht das alle Papageienpaare ihr Lebenlang monogam bleiben, bzw. konnte ich selbst schon beobachten.
     
  5. Rena1

    Rena1 Guest

    doch utena

    besonders die molukken sind sehr monogam....sei es zum mensch oder partner...und wenn das verändert wird sei es zwangsverpaarung,oder verlust eines partners....sie zum rupfer bis zum selbstzerstörer werden können.
     
  6. #5 Utena, 15. Mai 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Mai 2004
    Utena

    Utena Guest

    Ja ja Rena, das wissen wir ja alle schon von dir, Tasache ist, das auch Papageinpaare und ob du es nun glaubst oder nicht, auch nach einigen Jahren Partnerschaft sogar auch dann kann es vorkommen wenn sie bereits erfolgreich ihre Brut aufgezogen haben und freie Partnerwahl hatten, Partnerwechsel vornehmen.
    Und es muß nicht immer Zwangsvergesselschaftung sein, es gibt schon sehr viele Halter die Gruppenhaltung bis zu 20 Tiere und mehr ihrer Art halten und sie ihre Partner frei wählen können!

    Und mal davon abgesehen Rena, was verstehst du den unter Zwangsverpaarung genau?
    2 Tiere ob sie nun wollen oder nicht zusammen zu halten oder?
     
  7. Rena1

    Rena1 Guest

  8. gisi

    gisi Foren-Guru

    Dabei seit:
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    aber dann müssen die "kunden" auch mitspielen. viele wollen ihre eigene erfahrung machen.
    warum wird das nicht endlich verboten? warum darf jeder züchten?

    bei meinen 4 aufgenommenen papageien konnte ich keine trauer feststellen. ist es möglich das vögel in gefangenschaft dieses verhälten verlieren?

    mitlerweile habe ich den eindruck das es mehr gerupfte vögel gibt, als gesunde und das gibt mir zu denken.
    bilder die zu denken geben sollten von handaufzucht und falsch verpaarten vögeln:

    [​IMG]

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    [​IMG]

    [​IMG]
    ohne worte!!!
     
  9. Rena1

    Rena1 Guest

    unter....

    anderem auch einer der gründe,gisi... ;)

    vor dreissig jahren waren die Taseltenst konfrontiert mit rupfer.....heute wissen sie nicht mehr wie sie der sache herr werden...traurig :heul:


    was passiert mit unseren papageien/kakadus..... :s
     
  10. #9 katrin schwark, 15. Mai 2004
    katrin schwark

    katrin schwark Guest

    Hallo Zusammen

    Interessantes Thema hier. Aber: Auch wenn ich absolut dagegen bin Handaufzuchten ohne Grund vorzunehmen, schiebt nicht alles auf Handaufzuchten.Schuld das diese Tiere rupfen ist nicht der Vogel und nicht die Handaufzucht sondern der Mensch. Auch Einzelvögel rupfen nicht wenn man sie richtig hält, was nicht heisst das ich für Einzelhaltung bin. Gisi, schönes Beispiel für Rupfer hast Du da. Hier bekommst Du welche, als Gegenbeweis das es nicht so sein muss.

    Hier Snoopy , eine Handaufzucht:Bild 1



    Hier Chico, auch eine Handaufzucht: Bild 2



    Hier Jacko , ebenfalls Handaufzucht: Bild 3


    Und zum Schluss Urmel der Naturbrutkakadu zahmer , anhänglicher und menschenbezogener als jede Handaufzucht.Lässt sich bisher nicht verpaaren, aber deshalb rupft er noch lange net: Bild 4

    Wenn man sie rechtzeitig verpaart gibt es keine Probleme.Der Mensch muss nur nicht immer an den Geiern hängen sondern sie sich mal etwas mehr sich selbst überlassen. Mein Grauer ist mit ner Naturbrut verpaart, aber trotzdem zahm.Nur bin ich nicht das wichtigste für meine Geier.
     

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  11. gisi

    gisi Foren-Guru

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    siehst du katrin
    und gerade solche beiträge machen unser bemühen zunichte.
    bilder die beweisen : es geht
    gerade an solchen beispielen ziehen sich die "kunden" hoch und meinen sie können es auch: ES GEHT JA
     
  12. Rena1

    Rena1 Guest

  13. #12 katrin schwark, 15. Mai 2004
    katrin schwark

    katrin schwark Guest

    Hallo Gisi

    Nein, das soll nur mal zeigen, das nicht immer das was der Mensch denkt oder will auch richtig ist.Klar soll man sie Paarweise halten, aber was ist wenn die beiden nicht zusammen klar kommen? Was wenn sie dann erst deswegen rupfen? Ist das OK, nur weil man dann sagen kann, ich habe sie ja zu zweit? Wer sagt das ein Vogel glücklich ist, wenn wir das tun was wir für richtig halten? Ein Vogel der rupft zeigt das er unglücklich ist.So und was zeigt mir ein Vogel der nicht rupft? Wer will jetzt behaupten das z.B. meiner unglücklich ist? Das kann niemand, weil ihn keiner kennt.Und die die ihn kennen werden sagen er ist glücklich, weil er es zeigt.Er hat ne Henne, aber er will sie nicht, genauso wenig wie die anderen davor. Und wenn ich zeige das es auch anders geht, heisst das nicht, jeder soll seinen Geier allein halten.Man soll nur nicht immer behaupten das diese Vögel alle unglücklich sind.Denn das sind sie nicht.Versuchen sie zu vergesellschaften kann man immer, aber es wird nicht immer klappen, und das sollte auch mal respektiert werden.Lasst doch auch mal die Geier entscheiden, wenn es sich um ältere Tiere handelt.
     
  14. #13 Utena, 15. Mai 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Mai 2004
    Utena

    Utena Guest

    Hallöchen!
    Also nicht alle Vögel die unglücklich sind beginnen zu rupfen (was die Einzelahltung und deren Vögel die daran nicht zu rupfen beginnen beweist)und es gibt genügend Vögel in "optimalster Haltung" die Rupfen was das Zeug hält, es gibt Vögel die Krankheitsbedingt rupfen und noch hundert verschiedene andere Varianten, in der freien Natur kommen auch Rupfer vor (zwar nicht so masiv dass das Flugvermögen eingeschrenkt ist aber vor allen Brust ist manchmal betroffen meistens wegen Parasitenbefall!
    Rupfen hat so viele Gesichter und Ursachsen das man anhand eines Bildes oder kurzen Beschreibung nicht erleutern kann warum ein Vogel rupft!

    Und vor allem würde ich mal interessieren, warum Handaufzuchten so masiv fehlgeprägt sein sollen?
    Wenn dies der Fall wäre, dan gäbe es keine Handaufzuchten sie erfolgreich verpaart werden,Brüten und ohne Probleme ihre Jungen großziehen(was jetzt nicht bedeutet das ich für die Handaufzucht generell bin), warum ,ist nur ein Beispiel, der Kuckuck noch nicht ausgestorben, müsste er sich nachdem er ja bekanntlich seine Eier in fremde Nester legt , auf die Elterntiere fehlgeprägt sein und Artgenossen überhaubt nicht als die seinige zu erkennen?

    Es rupfen Handaufzuchten, genauso wie Naturbruten oder Wildfänge, ich bin der Meinung das es vor allem mit dem Halter zu tun hat (wenn organisch alles geklärt worden ist), den schaut man sich doch mal den "Durchschnitthalter "an:
    Alle wollen einen möglichst zahmen Vogel, der soll lieb sein, nicht beißen, nicht schreien, wenn man Zeit hat soll er auf der Schulter sitzen, man erfreut sich an seinen Äußerungen, lebt günstigstenfalls in einer Zimmervolier mit Freiflug und sieht nie wirklich die Sonne oder den Himmel ode rist Umweltreizen ausgesetzt wie z.B. durch eine Außenvolier,viele erdrücken ja ihre Tiere vor Liebe, die haben ja nicht einmal die Möglichkeit sich vom Halter zu entfernen und sind immer mit ihm Konfrontiert, mit seinen Launen und Gefühlen.
    Da sehe ich das größe Problem darin, das viele auch einfach zu viel des guten tun, und das macht auch Krank.
     
  15. #14 katrin schwark, 15. Mai 2004
    katrin schwark

    katrin schwark Guest

    Hallo Utena

    Du hast es besser formuliert. Genau das meinte ich mit, man sollte sie ma sich selbst überlassen. Der Mensch macht aus dem Vogel das was er ist.Mein Edelhahn war auch mal Handaufgezogen.Kam dann aber in eine Gemeinsschaftsvoli ohne Menschenkontakt.Er ist jetzt nicht mehr der super zahme Geier.Er hat keine Angst vor mir, kommt auch auf die Schulter, aber selten von sich aus. Er liebt seine Henne und nicht mich. Ich bin froh darüber das er wieder gelernt hat ein Geier zu sein.Und so mach ich es mit allen.Sie sollen sich auf ihre Partner konzentrieren und mich nur als nette Nebensache sehen.Sie werden gekrault wenn sie es wollen, net wenn ich es will. Und wenn sie rauskommen sollen sie nicht bei mir kleben, sondern ihren Spass haben.

    Bei mir ist keine Handaufzucht fehlgeprägt. Dafür aber meine Naturbrut. Leider bekam ich ihn erst im Alter von fast 7 Jahren, und muss jetzt sehen das beste draus zu machen.
     
  16. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Deshalb gibt es ja gerade soviele Handaufzuchten, die von den entsprechenden Züchtern als liebe kuschelige Papageien angeboten werden. Gäbe es diese nicht, würden sich nicht so viele Leute ohne ausreichende Vorabinformation einen dieser niedlichen Jungvögel anschaffen. Sie wissen nicht, welche Probleme auf sie zukommen können und meinen, der bleibt immer so.
    Außerdem - die Vögel können ihre Jungen alleine aufziehen, warum der Natur ins Handwerk pfuschen? Auch Naturbruten sind schließlich keine Wildfänge, sie haben ja Kontakt zum Menschen, ohne auf ihn geprägt zu sein.
    Ein mir vernünftig und schlüssig erscheinendes Argument für die Handaufzucht habe ich noch nirgendwo gelesen.
     
  17. Utena

    Utena Guest

    @Norbert!
    Mich würde mal unter anderen auch Interessieren welche Vögel hast du den und parktizierst du den Gruppenhaltung?

    Und wenn ja, wie gestalltet es sich bei dir bzw. welche Vogelarten hälst du denn in Gruppen, wie sieht es bei dir aus in der Gruppe mit "Fehlgeprägten und Menschenfixierten Vögeln?
    Hast du auch Problemfälle bei dir aufgenommen die du dann in die Gruppe integrierst hast, bzw. wenn ja, wie gestalltest du das Integrieren sollcher "gestörter" Vögel?
     
  18. Snoere

    Snoere Foren-Guru

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    Huhu!

    Ich habe bei mir auch eine kleine Handaufzucht sitzen, und leider wurde auch danach noch einiges falsch gemacht. Gizmo rupft net, aber ist verhaltensgestört. Gizmo ist übrigens ein Katharinasittich.
    Es ist schade, zu sehen, dass er nicht in der Lage ist, eine innige Beziehung zu einem seiner Kathi-Kumpels aufzubauen. *Frauen* (also weibliche Katharinasittiche) mag er wohl sowieso net, wenn dann steht er eher auf Männchen. Aber auch da tut er sich schwer. Und das alles, obwohl ich ihn schon in einem Alter von etwa 1.5 Jahren bekommen habe.
    Schrecklich, wie man in so kurzer Zeit einen Vogel psychisch so *zurichten* kann :(

    Zu Norbert Adler: Ich habe ein wenig gegoogelt und das hier gefunden:
    http://www.radiobremen.de/tv/tierladen/tipp_ungewoehnlich.html
    Zweiter Beitrag: Ein Kakadu und ein Psychologe

    Ich kenne die Hintergründe net, was Line angeht, dennoch sind es Beiträge wie diese, die den Menschen ein Bild vom zahmen Papageien, mit dem man Fahrradfahren kann, in die Hirne setzen. Kein Wort zur Problematik :(

    Naja, angeregte Diskussion wünsche ich noch.

    Grüßle,
    Siggi
     
  19. Utena

    Utena Guest

    Hallo Siggi!
    Interessanter Link , danke,und leider muß ich dir völlig Recht geben, genau sollche Bilder veranlassen Menschen sich einen zahmen Vogel ins Haus zu holen damit sie mit dem auch Fahrrad fahren können, der auf der Schulter hockt und weis Gott was sonst noch( z.B. schwimmen gehen!)
     
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  21. #19 Norbert Adler, 15. Mai 2004
    Norbert Adler

    Norbert Adler Guest

    Hallo!Der Beitrag vom NDR ,den Ulla Haarmann gemacht hat stellt in seiner Gesamtheit genau die Problematik der Abhängigkeit dar,mit denen ich seit fast 30 Jahren bei Papageienhalter zu tun habe.zu .Dabei bin ich froh,wenn Die verschiedensten Medien wichtige Probleme aufgreiffen,anstatt Sensationshasche zu machen. Ich bin in diesen Jahren gerne als Negativbeispiel vor die Kamera gegangen,um die Problematik darzustellen,habe mit öffentlicher Kritik nie hinter den Berg gehalten.Wer Beiträge von mir kennt,weiß dies. Züchter und Handel sind mir nicht immer wohlgesonnen gewesen.Ich konnte im Laufe der Jahre vielen Papageienhaltern helfen,nur mein eigenes Problem nicht.Erst jetzt,nach 25 Jahren habe ich endlich den Ansatz einer
    wie ich hoffe ,vernüftigen Verpaarung geschafft.Liene ,meine Weißhauben
    kakadudame ist seit sie zu uns gekommen ist auf mich fixiert.Sie hat sich vor Aggression überschlagen ,wenn sie nur einen anderen Papagei von weitem gesehen hat.Nachdem wir ,nach sorgfältiger Auswahl,den vom Charackter und Alter entsprechenden Hahn gefunden hatten,dauerte es bis jetzt fast 14 Monate,das ich langsam im Spiel von Distanz und Nähe (Merke:Nähe wird erst aus der Distanz schön)eine Loslösung erziehlt habe die nicht einfach war.Im übrigen,hätte ich Liene nicht 25 Jahre ständig dabei gehabt,wäre mein Vogel restlos ,,kahl" geworden.Wäre das sinnvoller gewesen?Ein ,, Loslassen" fällt nicht nur vielen Papageienhaltern schwer,sondern auch vielen auf Menschen fixierten Vögeln.Gruß norbert
     
  22. Utena

    Utena Guest

    Hallo Norbert!
    Schön wieder von dir zu hören!
    Aber findest du es nicht auch , das wenn andere Personen dich und deine Weißhauben so sehen , auch den Wunsch nach einen deratigen zahmen Vogel verspüren mit denen sie Einkaufen oder Radfahren können?
    Sie wissen ja nicht die genauen Hintergründe warum es dazu eigentlich gekommen ist und vor allen nehmen sich die wenigsten Zeit dafür das ganze zu lesen oder wollen sowieso nur das lesen was in ihr Weltbild passt!
    Von daher gesehen, muß ich leider schon auch sagen das derartige Bilder menschen dazu auch verleiten sich sollche Tiere anzuschaffen in Einzelhaltung.
     
Thema: Rupfer - Schreier - Federfresser
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