Schälchenmethode - Wann und wie?

Diskutiere Schälchenmethode - Wann und wie? im Clicker-Training Forum im Bereich Allgemeine Foren; Ich bekomme in ein paar Wochen ein Päärchen Singsittiche, das keinerlei direkte Erfahrungen mit Menschen hat, bis auf stressige Tierarztbesuche...

  1. Malin

    Malin Stammmitglied

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    Ich bekomme in ein paar Wochen ein Päärchen Singsittiche, das keinerlei direkte Erfahrungen mit Menschen hat, bis auf stressige Tierarztbesuche u.Ä.
    Sie sind bereits drei Jahre alt, und ich weiß nicht genau, ob es mir überhaupt gelingen wird, sie so zutraulich zu bekommen, dass eben zum Beispiel Tierarztbesuche KEIN Riesenstress sind. Aber ich hoffe schon :)

    Besondere Voraussetzungen erfordern besondere Methoden. Bis jetzt habe ich es nicht für "nötig" befunden zu clickern, hier glaube ich aber, dass das ganz gut klappen könnte.

    Wann aber soll ich damit beginnen?
    Ann Castro schreibt zur Schälchenmethode, dass man am Anfang mal eine Superleckerli in die Schale tut und auch mal ganz lang wartet, bis es angenommen wird. Wo aber kommt hier der Clicker zum Einsatz? Clickere ich wenn ich es rein tu, oder beobachte ich die Vögel und clicker wenn sie zum Leckerli gehen?

    Zweite Frage: Wann zahlt es sich aus mit dem Clickern zu beginnen? Wenn die Vögel bereits halbwegs ruhig in meiner Nähe sind, oder empfiehlt es sich/ist es möglich schon diese Ruhe clickernd zu fördern?

    Danke schon im Vorraus für Eure Antworten,
    schönen Sonntag, wünscht
    Malin
     
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  3. Stephanie

    Stephanie Foren-Guru

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    Hallo Malin,
    ja Du clickst wenn Du das Futter in die Schale wirfst.

    Da Du das ja mehrfach wiederholst (im Zweifelsfall dann über mehrere Tage, wenn die Vögel immer so lange brauchen, um sich da ran zu trauen) lernen sie langsam, dass nach dem Click das Futter in der Schüssel landet.
    Erst mal werden sie dafür sicher kein "Ohr" haben, da sie vermutlich viel zu viel Angst haben, an die Schüssel zu gehen.
    Aber mit der Zeit werden sie schneller an die Schüssel gehen, weil sie lernen, dass Du ihnen da nicht auflauerst.

    Dann sind sie auch offen für den Click.
    Trotzdem kann Du gleich von Anfang an clicken, vielleicht erinnern sie sich auch ;)?

    Du kannst schon von Anfang an clicken, dann eben "Annäherung" mit der Schale als Futtergeber.
    Aber erst clicken, WENN sie mal ruhig sind; das geht auch, wenn Du am anderen Ende des Raums bist.

    Karen Pryor hat das mal mit einem Lama gemacht:
    Einen Schritt auf das Lama zu, solange, bis es nicht mehr zurück wich, dann als Belohnung wieder so weit zurück, bis es sich wohl fühlte etc.
    bis sie bei dem Lama stehen konnte und es mit Futter belohnen konnte.
    Das muss nat. bei Vögeln nicht die erste Option sein (als Belohung weg gehen), aber es zeigt, dass man auch mit Tieren anfangen kann, die sehr scheu sind.
     
  4. Malin

    Malin Stammmitglied

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    Ich wiederhole mich: du bist super! Dank dir vielmals! :)
     
  5. Saskia137

    Saskia137 Foren-Guru

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    Hallo Malin,

    ich habe damals als ich mit meinen Wellis mit dem Clickertraining begonnen habe, auch die Leckerlischälchenmethode genutzt.
    Ich hatte das Schälchen so im Käfig aufgehängt, dass ich das Oberleckerli von außen ins Schälchen werfen konnte.
    Und dann lief das Konditionieren wie folgt ab:
    Click -> Leckerli ins Schälchen -> und sofort auf Comfort-Abstand gehen

    Wie groß der Comfort-Abstand ist, hängt immer nur von den Piepern ab. Bei mir war der Comfort-Abstand damals so groß, dass ich sogar aus dem Raum musste.
    Beim ersten Click -> Leckerli ins Schälchen hatte es im Stundenbereich gedauert, bis das Leckerli aus dem Schälchen weg war, ich hab immer, wenn ich im Raum war aus der Ferne ins Schälchen (war ein durchsichtiges Schälchen) gespickelt.
    Als ich gesehen hatte, dass das Schälchen leer war, gleich wieder Click und Leckerli ins Schälchen.
    Nach den ersten 2-3 Clicks hat es nicht mehr im Stundenbereich gedauert, bis das Leckerli weg war, sondern nur noch einige Minuten und nach einigen weiteren Clicks mit Leckerli gingen der Pieper auch dazu über, das Leckerli schon zu futtern, bevor ich den Raum vollständig verlassen hatte, d.h. sie haben ihren Comfort-Abstand damit relativ schnell deutlich reduziert.
    Der Pieper schreibe ich explizit in der Einzahl, da es obwohl ich damals mit 4 Wellis mit dem Clickern anfangen wollte, nur einer war, der so mutig war und sich hat mit der Leckerlischälchenmethode konditionieren lassen.
    Eine Weile später ging es dann sogar so, dass der mutigste Pieper immer weniger Comfort-Abstand benötigte, Click -> Leckerli, ich wich zurück, Welli kam ans Schälchen zum Futtern, ich ging wieder vor, Welli wich zurück, Click -> Leckerli, ich zurück, Welli wieder ran, ... nach und nach wich der Welli nicht mehr so weit zurück und ich musste auch nicht mehr soweit zurückweichen und nach etwa einer Woche wollte der Welli das Leckerli nicht mehr aus dem Schälchen futtern, sondern er sah mich erwartungsvoll an, deshalb habe ich nochmals geklickt und dem Welli das nächste Leckerli direkt durchs Gitter gegeben.
    Während dieser Woche der Konditionierung hab ich während dem Konditionieren selbst nicht mit den Wellis gesprochen um sie möglichst wenig von der Konditionierung durch den Click abzulenken.
    Des weiteren hab ich außerhalb der Konditionierung/des Trainings relativ viel mit ihnen gesprochen, um sie an meine Stimme zu gewöhnen.

    Begonnen hab ich mit dem Training so 2-3 Wochen nachdem die Pieper bei uns angekommen sind. Der Grund, weshalb ich nicht früher mit dem Clickertraining begonnen hatte, war dass ich nicht früher übers Clickertraining bescheid wusste. Hätte ich von Anfang an übers Clickertraining bescheid gewusst, hätte ich auch direkt von Anfang an mit dem Clickertraining begonnen.
     
  6. Malin

    Malin Stammmitglied

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    Wow, das ist wirklich hilfreich, danke :)

    Wie ist es denn dann weiter gegangen? Haben die anderen sich auch irgendwann getraut, oder ist es bei dem einen geblieben?
     
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  8. Saskia137

    Saskia137 Foren-Guru

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    Hallo Malin,

    wie es weitergegangen ist?
    Bei Joey hab ich dann durchs Voligitter den TS eingeführt und ihn dann mit dem TS auch aus der Voli gelockt, aber das Leckerli wollte er noch ne ganze Weile immer nur durchs Gitter hindurch.
    Als Joey dann das Leckerli auch direkt aus der Hand nahm, kamen auch ein Teil der anderen Wellis mit dazu. Einzig Phoebe war und blieb bis zu ihrem Tod so scheu, dass sie das Oberleckerli nur extremst vorsichtig und auch nur wenn sie es unbedingt wollte mal aus der Hand nahm.
    Ich hatte nämlich ab und an mal vom Standard Klickertraining abgewichen und mal das Oberleckerli im Überfluß auf der Hand allen Piepern zur Verfügung gestellt und gerade bei diesen Aktionen hat Phoebe dann ab und an mal mitgezogen, wenn sie sah, dass alle was davon abbekamen. Aber letztendlich wollte diese eine Maus uns nicht trauen, aber bei Ihr haben wir schon zu Beginn bemerkt, dass sie mit Menschen nicht so klar kam. Phoebe und Joey waren beide Abgabevögel, wobei Joey scheinbar keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hatte, Phoebe aber schon.
    Nach und nach hatten wir damals teilweise über 10 Wellis, die Meisten waren Abgabevögel und bis auf Phoebe wurden alle mehr oder weniger zahme Schwarmvögel.
    Aktuell bin ich ziemlich Klickerabstinent, da mir einfach die Zeit zum Klickern fehlt, also bitte nicht zum aktuellen Stand meiner Pieper fragen. ;)
     
  9. Malin

    Malin Stammmitglied

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    Du bist ein Schatz, ich dank dir vielmals! vielmals! vielmals!
    Werde es dir ganz genau nachmachen ;)
     
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