Schnabel-Deformation

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christoph&struppi

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Wildtierfreund
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Hallo zusammen. Ich bin Laie und interessiere mich erst seit wenigen Monaten für Vögel. Seit ca 6 Wochen habe ich eine Blaumeise im Garten, welche eine Deformation des Schnabels aufweist. Ich biete regelmäßig weichfutter an. Eingeweichte Mehlwürmer, Meisenknödel, Energie-Blöcke, weiches Amselmischfutter. All das nimmt er gerne an. Er kann jedoch nur seitlich über den Schabel essen aufnehmen. Liegt Futter auf dem Boden, legt er den Kopf schief und und nimmt es so auf. Die pflege klappt aber leider gar nicht, daher "Struppi". Er ist täglich bei mir, ist ansonsten top drauf, fliegt und klettert gut, setzt sich an den Fressplätzen gegenüber den anderen auch durch.

Ich bin als Anfänger etwas überfordert. Kann ein Vogel mit solch einer Deformation überleben? Kann ich ihm helfen?
 

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so eine schlimme Schnabelfehlstellung sieht man wohl selten...... :traurig:

einfangen wirst du die Blaumeise kaum können zur Korrektur
 
Die Antwort würde mich auch interessieren. Bei mir hüpft nämlich auch eine Blaumeise mit Schnabeldeformation herum. Nur nicht so stark ausgeprägt wie hier.
 
Eigentlich lässt man der Natur seinen Lauf, denk ich , aber wie ich mich kenne, würde ich versuchen ihn einzufangen, aber das darf man ja auch wieder nicht. Hm ich hab eine Bekannte die Wildvögel peppelt, die würde ich um Hilfe bitten.
 
Ist das wirklich eine Blaumeise?? Der ganze Vogelkörper sieht irgendwie seltsam aus...
Ich glaube nicht, dass der lange überlebt und würde versuchen, ihn einzufangen und ihn einem vkTA vorzustellen
 
Es ist mit absoluter Gewissheit eine Blaumeise ich beobachte ihn mehrfach täglich und darf ihm auch sehr nah kommen und kann ihn in Aktion beobachten.

Und ja, man darf einen solchen Vogel vermutlich fangen:
§ 45 Abs. 5 BNatSchG enthält ausdrücklich die relevante Ausnahme: Verletzte, hilflose oder kranke Tiere dürfen aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen.
(Hier ist eben zu klären, wie hilflos er wirklich ist)

Ja, die Körperform wirkt komisch. Dies rührt wohl daher, dass er:
A) im Nacken und Kopfbereich sehr zerzaust ist. Die Haare stehen dort hoch.
B) er hat sich eine teils komische Kopfhaltung angewöhnt, um sich das Futter in die "Backen" zu schieben.

Ich vermute, dass die Schnabeldeformation durch einen Nährstoffmangel als Jungtier entstand. Dazu würde passen, dass er etwas kleiner ist als seine Kumpels.

Mein Hauptproblem besteht in der Abwägung zwischen Nutzen und Stress/Risikos der Gefangennahme.
Falls es kein inzwischen behobener Nährstoffmangel ist, könnte der Schnabel erneut in dieser Form wachsen und Stress/Risiko wäre für die Katz. Zudem wäre er danach möglicherweise auf und davon, was mir eine weitere Pflege unmöglich macht.

Wie lange er mit dem Schnabel schon so unterwegs ist, lässt sich schwer schätzen. Er war jedoch beim ersten Treffen definitiv kein Nestling mehr.

Der Natur ihren Lauf lassen lässt zählt für mich in einem zugepflasterten Wohngebiet, tausende Meter Kirschlorbeer(nicht heimisch) und mitten im Klimawandel schon lang nicht mehr. Unsere Eingriffe in die Natur sind bereits so massiv, dass es wohl eher um Korrekturen vorheriger Eingriffe geht.

Ich werde mit Fotos und Videos zu einer spezialisierten Klinik fahren und halte euch, wenn gewünscht, auf dem Laufenden
 
Hallo Christoph,

wenn man ihm nicht hilft, wird er nicht lange überleben. Irgendwann werden die Schnabelausziehungen so lang, dass er auch seitlich kein Futter mehr aufnehmen kann. Also entweder einfangen und Schnabel fachmännisch korrigieren lassen (darf man, um einem kranken Tier zu helfen - es muss aber wieder ausgewildert werden, wenn es wieder überlebensfähig ist) oder tatsächlich der Natur ihren Lauf lassen. Ich befürchte, dass eher letzteres vernünftig und im Sinne eines angewandten Tierschutzes ist, auch wenn das Herz etwas anderen sagt...

MfG,
Steffi
 
Vielen Dank für die ehrliche Auskunft.
Ja, das Herz blutet bei dem Gedanken.
 
Ich befürchte, dass eher letzteres vernünftig und im Sinne eines angewandten Tierschutzes ist, auch wenn das Herz etwas anderen sagt...
Eine Meise mehr oder weniger helfen? :+keinplanDa bin ich dann eher fürs Individuum. Es werden ja auch Tiere in Wildauffangstationen gepflegt, warum dann nicht auch diese Meise. Besser als wenn sie dann "natürlich" von einer Katze oder einem Waschbären gefressen wird. Wenn ich wüsste, dass ich die bei mir eingefangen bekäme, würde ich mein Exemplar zum Vogeltierarzt bringen. Aber dazu ist sie zu scheu.
 
Hallo,
Ganz ehrlich, ich würde versuchen, die Meise einzufangen. Wegen der Fehlstellung und dem hier:
darf ihm auch sehr nah kommen und kann ihn in Aktion beobachten.
vermute ich, das eine nicht fachkundige Person sie als Küken aufgezogen und dann längere Zeit als Stubenvogel gehalten hat, bis sie jetzt abgehauen ist. So eine massive Schnabelfehlstellung wächst über Monate, evtl Jahre heran. Grade wachsen wird der Schnabel wahrscheinlich nie mehr, da sich bei einer Fehlstellung dieses Ausmaßes der Kiefer dauerhaft verschiebt. In einer Voliere könnte sie aber ein schönes Leben führen. Nur das Einfangen wird nicht einfach.
Wenn meine Theorie stimmt und sie Menschen gewöhnt ist, sollte es aber nicht allzu stressig für sie sein.
 
Ich drücke die Daumen für diesen armen Vogel, dass ihm geholfen werden kann.
Halte uns bitte auf dem Laufenden :0-
 
So eine massive Schnabelfehlstellung wächst über Monate, evtl Jahre heran.
Meinst du? Ich würde bei meiner Meise eher denken sie kam gerade vor ein paar Wochen aus dem Nest, die anderen die sonst bei mir noch zum Futtern kommen, färben nämlich schön um bzw. sind gerade umgefärbt. Und die hat auch einen recht langen Oberschnabel. Gut wahrscheinlich "nur" ~1,3cm statt der gezeigten >2cm, aber so ein Vogel muss doch von Mini-Ei super schnell wachsen? Ich wundere mich nur, falls das wirklich Monate bis Jahre gedauert haben sollte. Keine Ahnung.
Hätte eher auf "natürliche" Fehlstellung oder Kollision mit etwas getippt. Und das weniger scheu auf die dadurch bedingte schlechtere Fitness. Aber vermutlich im Endeffekt auch egal? :+keinplan
 
Aber vermutlich im Endeffekt auch egal?
Wahrscheinlich, es wird ein Ding der beinahen Unmöglichkeit sein, sie einzufangen. Was auch immer das ausgelöst hat. Was wiederum nicht heißt, dass es nicht trotzdem wert ist, es in diesem Fall zu versuchen. Ob man letztendlich handelt muss man selbst entscheiden, ich kann beide Entscheidungen nachvollziehen.
 
Eine Meise mehr oder weniger helfen? :+keinplanDa bin ich dann eher fürs Individuum. Es werden ja auch Tiere in Wildauffangstationen gepflegt, warum dann nicht auch diese Meise. Besser als wenn sie dann "natürlich" von einer Katze oder einem Waschbären gefressen wird. Wenn ich wüsste, dass ich die bei mir eingefangen bekäme, würde ich mein Exemplar zum Vogeltierarzt bringen. Aber dazu ist sie zu scheu.
Jedes Individuum ist es wert, dass man ihm hilft. Allerdings nur, wenn es nicht mehr Stress und Leid für das Tier bedeutet.

Einfangen eines Wildvogels bedeutet für ihn zuerst mal Todesangst - kein Wildtier würde sich freiwillig in einen Käfig begeben und v.a. nicht anfassen lassen. Nur falls "taube Taube321"s Theorie mit der Handaufzucht stimmen sollte, wäre es in meinen Augen vertretbar, den Vogel einzufangen und in Gefangenschaft zu halten. Er hat insoweit recht, dass auch eine Schnabelkorrektur vermutlich nicht dauerhaft zum weiteren Überleben in der freien Natur führen würde. Angewandter Tierschutz bedeutet leider auch mal, loslassen zu können und der Natur ihren Lauf zu lassen. Die Natur ist eigentlich gnädig: wenn er wirklich nicht mehr fressen kann, wird er relativ schnell sterben (sehr hoher Stoffwechsel) und evtl. als leicht zu fangende Beute einem anderen Tier als Nahrungsgrundlage dienen. So traurig sich das anhört - aber die Meise (und auch wir) sind alle ein Teil des Kreislaufs der Natur - für mich persönlich ist diese Vorstellung sogar tröstlich...
 
Einfangen eines Wildvogels bedeutet für ihn zuerst mal Todesangst - kein Wildtier würde sich freiwillig in einen Käfig begeben und v.a. nicht anfassen lassen.
Einerseits ja, andererseits wird es doch auch beim Beringen und Besendern bestimmter Vogelarten im Nest oder so auch kurz ignoriert, weil es einem gewissen Zweck dient.
Oder Fälle, wo der Vogel selbst Kontakt zum Menschen sucht. Gab es nicht mal "kürzlich/vor längerem" in den Nachrichten einen Wasservogel mit Angelhaken im Schnabel, der an das Fenster der Notaufnahme eines Krankenhauses geklopft hat?

Aber prinzipiell weiß ich was du meinst. :)
 
Ich bin am Dienstag in einer Tierklinik, spreche dort mit den Angestellten und zeige Fotos und Videos von dem kleinen und schildere die Situation. Somit gebe ich die Entscheidung an einen Profi weiter, ob wir handeln oder nicht. Mein aktuelles Problem besteht überwiegend darin, ob die Korrektur dauerhaft oder nur vorübergehend Abhilfe schafft. Das kann und möchte ich nicht abwägen, wenn ich nicht weiß, was die Deformation ausgelöst hat. Sieht der Arzt eine gute Chance, dass deine Behandlung dauerhaft Abhilfe schafft, werde ich ihn einfangen. Wenn es vermutlich nachwächst, werde ich den kleinen in Ruhe lassen, ihm weiterhin passendes, weiches Futter anbieten und hoffen, dass er zumindest noch eine Weile damit klar kommt.
Aktuell gehts ihm soweit gut und er ist mehrfach täglich bei mir.

Ich gebe ich Mittwoch bescheid, wie die Tierklinik AniDoc die Situation einschätzt und was sie mir empfehlen
 
Ich befürchte, dass eher letzteres vernünftig und im Sinne eines angewandten Tierschutzes ist, auch wenn das Herz etwas anderen sagt...
Ich bin mit allen Fasern meines Herzens ein Tier/Vogelfreund, wie wohl jeder weiß, jedoch in diesem Fall würde ich die Natur das letzte Wort sagen lassen.
Dieses Tier ist mit seiner Behinderung in seinem Schwarm und ist dort bestens aufgehoben. Wir Menschen haben ein total anderes Empfinden, sind sofort auf dem vkTA-Trip, es ist kein Vogel aus eurem "Haushalt", in diesem speziellen Fall ist es tatsächlich das "Eigentum" der Natur, diese entscheidet und selektiert.
Tiere sind im Gegensatz zu uns Menschen Fatalisten und hoch intelligent, man sollte die Kirche im Dorf lassen.
Diese kleine Meise weiß ganz genau wie sie ihr Leben/Überleben meistert.
Ich verstehe nicht, dass da eine Welle gemacht wird, jedoch bei Wohnungsvögeln welche im eigenen Dreck fast untergehen kein Wort geschrieben wird.
Lasst einfach die Finger von diesem "Phänomen", denn es ist eines und ich habe Respekt vor diesem kleinen Geschöpf welches sein Leben meistert ohne vkTA, es ist ein Geschöpf Gottes.
Dieses Tier ist nicht "in Not", dieses Tier käme in Not wenn Menschen es einfingen und "fachkundig" behandeln ließen, das wäre aus meiner Sicht ein Eingriff in das Leben dieses Vogels und zwar ein arroganter Eingriff, weil es eurem Idealbild einer Meise nicht entspricht.
Helfen soll man Tieren weche in Not und Gefahr sind, jedoch sollte man der Natur nicht ständig widersprechen wollen, das steht uns nicht zu.
 
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Die Dikussion kippt nun sehr in eine ethische und bei einigen auch in eine religiöse. Das war nicht meine Absicht und eine solche Glaubensfrage wird man nicht auflösen können, da es bei der Ethik nun mal nicht, wie in der Mathemathik, ein wahr oder falsch gibt.

Der Thread war meinerseits eher medizinischer Natur gemeint: woher kommt es, tritt es häufiger auf, gibt es Erfahrungsberichte zu behandelten/nicht behandelten Fällen.

Und lasst uns doch bitte respektvoll miteinander umgehen. Menschen sind nicht gleich arrogant, nur weil sie eine andere Meinung vertreten oder ein anderes Weltbild haben. Gerade bei Dingen wie Gott, Idealen und vorhandenem oder nicht-vorhandenem Determinismus, ist die Entgleisung ja vorprogrammiert. Toleranz ist eine Tugend :-)
 
Aus meiner Sicht hat das in keiner Weise einen medizinischen Hintergrund. Den hätte er, wenn mein Vogel in meiner eigenen Haltung einen deformierten Schnabel bekäme. Dieses ist aus meiner Sicht total Natur gegeben und man sollte nicht ständig eingreifen und korrigieren wollen.
Das allein war meine Absicht, und das allein wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
Inwieweit das Thema in die ethische Schiene abgeleitet, sollte jedem selber überlassen sein. Ich für meinen Teil wollte lediglich eine Grenze ziehen zwischen Natur gegebenen Phänomenen und eben medizinischen Notwendigkeiten.
Mit Arroganz habe ich nichts Negatives zum Ausdruck bringen wollen, sondern nur die Tatsache, dass Menschen von sich aus ideal Bilder schaffen wollen.
Wie gesagt, für mich ist dieses Tier ein Phänomen und als solches werde ich es auch weiterhin betrachten.
Ich möchte betonen, dass dieses alles nichts mit Glaubensfragen zu tun hat. Ich bitte darum, dieses möglichst sensibel und differenziert zu betrachten und zu behandeln. Es ging mir einzig und allein darum, dass einige hier schon wieder von einfangen und Korrektur gesprochen haben. Diesem wollte ich so gut ich konnte Einhalt gebieten, falls mir das überhaupt zusteht.
Wenn ich hier Gott ins Spiel gebracht habe, wenn ich hier Glaubensfragen aufgeworfen habe, so mag hier ein falsches Bild entstanden sein. . Das war in keiner Weise meiner Absicht. Jedoch habe ich Respekt vor der Natur und der Schöpfung. Ich spreche jetzt von einem der Tierwelt.
Auf gar keinen Fall war von mir aus das ganze als Streitgespräch gedacht. Natürlich bin ich bemüht, einen respektvollen Umgangston beizubehalten.
Ich habe mir lediglich vor Augen gehalten, wie es aussehen würde, wenn man dieses Tier einfängt und von einem Spezialisten so korrigieren lässt, dass es aussieht wie eine „korrekte „ kleine Meise.
 
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