Schneller Tod durch akute Aspergillose

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  1. Walter

    Walter Mitglied

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    Hallo!

    Nur 32 Stunden nachdem ich bei einer meiner Amazonen des Jahrgangs 2006 Atemgeräusche festgestellt hatte war sie tot. Der Vogel zeigte zuvor nicht die geringsten Anzeichen einer Erkrankung und hatte auch beim Fliegen keine Atmungsprobleme. Aus diesem Grund dachte ich natürlich erst mal nicht an eine gefährliche Erkrankung, sondern eher an eine Erkältung.

    Dagegen sprach allerdings daß die Nasenlöcher völlig sauber waren auch kein Niesen festzustellen war, obwohl es sich so anhörte als säße die Ursache der Atemgeräusche dicht hinter den Nasenlöchern. In vielen Krankheitsberichten werden vergleichbare, nur weniger akut verlaufende Fälle geschildert, wobei aber Nasenspülungen keinen Erfolg brachten. Aspergillusbefall in Lunge oder Luftsäcken soll ja keine Atemgeräusche verursachen, ich frage mich daher wo war hier wohl der Pilzbefall, eigentlich bleibt ja nur die Luftröhre.

    Hat hier eventuell jemand Erkenntnisse wo in so einem Fall der Pilz sitzt und wie man, falls man noch behandeln kann, vorgeht. Nasenspülung ist ja wohl nicht der richtige Weg. Hat jemand eventuell von einem Vogel mit vergleichbaren Symptomen Röntgenbilder oder einen Sektionsbefund. Ich habe den Vogel jetzt erst mal in der Tiefkühltruhe, eine Sektion oder Röntgenaufnahme wäre also noch möglich, denn den Pilzbefall zu lokalisieren sollte auch nach einer Tiefkühlung möglich sein. Sinn macht das aber nur, wenn noch keine Erkenntnisse von vergleichbaren Fällen vorliegen.

    Gruß
    Walter
     
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  3. #2 Rabenfreund, 20. Februar 2009
    Rabenfreund

    Rabenfreund Tauben und Hundemutti

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    Es muss nicht zwingend Aspergillose sein. Ähnlich Fälle allerdings Tauben hatte ich nachdem sie irgendwo gegen geflogen waren und das mti dem entsprechender Geschwindigkeit. Kannst du das ausschließen?
     
  4. Walter

    Walter Mitglied

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    Hallo Rabenfreund,

    mit absoluter Sicherheit kann ich es nicht ausschließen, halte es aber für sehr unwahrscheinlich. Was allerdings dafür spräche wäre die Tatsache dass diese Symptome so schlagartig auftraten. Ein wichtiger Hinweis ist das schon, das könnte durch eine Sektion sicher auch leicht geklärt werden.

    Gruß
    Walter
     
  5. Lucy Lu

    Lucy Lu Foren-Guru

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    Hallo Walter!

    Tut mir echt leid:trost::trost:! Mein Lucy ist vor fast 2 Jahren (14.03) an Aspergilose verstorben. Und ich habe sie ca 2 - 3 Jahre nach der Entdeckung des Pilzes regelmäßig behandelt.

    Was mich wundert ist, dass dein Vogel weder Atemprobleme noch sonstige Anzeichen der Krankheit gezeigt hat. Ich würde es dann doch mal abgleichen lassen und den Vogel untersuchen lassen.

    LG Christine
     
  6. a.dau

    a.dau geierüberallesstellerin

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    Ich würde schon wissen wollen(wenn es mein Tier währe), ob es wirklich der Aspergillus war und wo er saß.
    Hat der Vogel vorher Antibiotika bekommen?
     
  7. Luzy

    Luzy Foren-Guru

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    Hallo Walter,
    das tut mir sehr leid mit Deiner Kleinen. Es gibt sicher Aspergillose, bei denen man vorher überhaupt keine Atemsyptome erkennen kann. Besonders, wenn die Vögel nur kurze Strecken-sprich keine größeren Belastungen ausgesetzt sind- in der Wohnung oder Voliere zurück legen müssen.
    Wenn die Pilze in den Abdominalluftsäcken (=tiefe Bauchluftsäcke)sitzen merkt man sonst fast garnichts.
    ABer Dein Fall klingt-wenn es denn wirklich Aspergillose war- wie eine Syrinx-mykose.
    Die Pilze sitzen dann ganz lokal in der Luftröhre und verlegen diese. Es kommt zu gelblich weisse Fibrinauflagerungen die innerhalb kürzester Zeit die Luftröhre verschliessen. In so einem Fall hilft nur ein Sauerstoff bzw Narkose-Zugang in den Luftsack und dann, wenn möglich, die Luftröhre freiräumen bzw aufschneiden und ausräumen.
    Ich würde auf jeden Fall eine Patho machen.
    vielleicht kann man dann bei einem anderen Vogel früh genug helfen.

    alles Gute Luzy
     
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  9. Paul2212

    Paul2212 Stammmitglied

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    Hallo Walter,

    unser Hahn hatte den Aspergillose Pilzbefall auf der Syrinx war top fit und bekam von einer Sekunde zur andern keinen Ton heraus. Wie bei Dir saubere Nase und keine weiteren Anzeichen für eine Krankheit nur mit den Unterschied, daß er öfters niesen mußte und sich am Hals kratzte. Hatte aber nur mit Milben gerechnet es war aber wie gesagt der Pilz und zusätzlich noch Bakterien die beim Rachenabstrich festgestellt wurden.
     
  10. Walter

    Walter Mitglied

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    Sektionsbefund

    Das wichtigste zuerst: die Amazone hatte keine Aspergillose. Meine Annahme, dass die Atemgeräusche durch Pilzgranulome in der Luftröhre verursacht worden waren, hat sich also nicht bestätigt. Auch der von Rabenfreund geäußerte Verdacht, der Vogel könnte gegen ein Hindernis geflogen sein hat sich nicht bestätigt, laut Tierarzt wären dann Hämatome im Nackenbereich aufgetreten.

    Der Vogel war in einem optimalen Ernährungszustand und zeigte keine auffälligen krankhaften Veränderungen der inneren Organe. Einzige Hinweise auf eine Erkrankung waren ein leerer Darm bei gleichzeitig vollem Magen und Kropf, sowie eine teilweise Rötung der Lunge, was auf eine Lungenentzündung hindeuten könnte. Der Vogel wurde vor der Sektion nicht geröntgt, sondern endoskopiert. Wie mein Tierarzt erklärt taugen Röntgenaufnahmen außer bei Knochenbrüchen kaum für aussagekräftige Diagnosen, dies gilt auch für Aspergillose. Wenn hier eine Röntgenaufnahme wirklich einen eindeutigen Befund zeigt, ist die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten, die Prognose für eine Behandlung ist dann in der Regel nicht sehr günstig (um nicht zu sagen für eine Behandlung ist es eigentlich zu spät)

    Mein Tierarzt ist daher der Meinung, dass bei Verdacht auf Aspergillose eine Endoskopie das weitaus günstigere Diagnoseverfahren ist. Er hat sich zu diesem Zweck ein spezielles Endoskop angeschafft das deutlich schlanker ist als das herkömmliche, das für einen Blick in die Bauchhöhle verwendet wird. Mit diesem Spezialendoskop ist auch beim lebenden Vogel ein Blick in die Luftröhre möglich, dies gilt auch für kleine Vögel wie einen Wellensittich. Außerdem kann dieses Endoskop mit einem Mikromanipulator ausgestattet werden, mit dem beispielsweise Pilzgranulome aus der Luftröhre entfernt werden können. Außerdem erfuhr ist, dass wenn die Luftröhre durch Granulome stark verengt ist, ein Bypass gelegt werden kann, so daß der Vogel erst mal wieder vernünftig atmen kann, was überhaupt erst eine weitere Behandlung möglich macht. Diese Methode hat eine sehr hohe Erfolgsquote, er sprach hier von 90%.

    Was er bei meiner Amazone noch untersucht ist ob im Mageninhalt Toxine festgestellt werden können. Ich schließe das aber aus weil alle meine Amazonen das gleiche Frühstück bekommen, nämlich einen Brei aus Pellets, Wasser und Fruchtjoghurt. Das Risiko, dass in diesen Brei Gifte geraten könnten halte ich nahezu Null, außerdem hätten dann die übrigen Amazonen ebenfalls krank werden müssen. Bliebe allenfalls das Körnerfutter vom Abend vorher als Ursache, dann hätten aber eigentlich bereits am Morgen Symptome auftreten müssen.

    Unschön bei so einer plötzlich auftretenden schweren Erkrankung ist, dass auch ein regelmäßiger vorbeugender Gesundheitscheck nichts bringt. Einzige Chance dürfte daher sein, möglichst schnell einen Tierarzt aufzusuchen. Der Vogel hat aber nur dann eine realistische Überlebenschance wenn man sofort einen Termin bekommt. Aber auch in diesem Fall muß wohl auf Verdacht behandelt werden, denn es fehlt die Zeit für Pilz- und Bakterienkulturen. All dies setzt aber voraus dass dem Halter und Tierarzt auch bewußt ist, dass schnelles Handeln unbedingt erforderlich ist.

    Bilder:
    Kein erfreulicher Anblick, aber hier können Informationen gewonnen werden, die anderen Papageien vielleicht das Leben retten: die Amazone auf dem Seziertisch mit dem Endoskop wie es für den Blick in Bauchhöhle verwendet wird. Das zweite Bild zeigt das Endoskop das den Blick in die Luftröhre ermöglicht.

    Gruß
    Walter
     

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