Selbstverstümmelung - Was tun?

Diskutiere Selbstverstümmelung - Was tun? im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hi, mein Prachtrosella (30 Jahre alt) beisst sich die Zehen (Krallen) ab !!! Die Geschichte begann vor ein paar Wochen, als ich feststellte das...

  1. Ilka1

    Ilka1 Guest

    Hi,
    mein Prachtrosella (30 Jahre alt) beisst sich die Zehen (Krallen) ab !!!
    Die Geschichte begann vor ein paar Wochen, als ich feststellte das dem Rosella eine Zehe fehlte. Zuerst fiel der Verdacht auf einen Wellensittich, der zusammen mit dem Rosella gehalten wird. Der Gedanke kam mir schon komisch vor, wie sollte denn der kleine Welli dem dicken Rosella den Zeh abbeissen?!?
    Der TA säuberte die Wunde und verschrieb ein Antibiotikum um Entzündungen zu vermeiden. Naja, nach dem TA-Besuch trennte ich die beiden um zukünftigen Verletzungen vorzubeugen.
    Nun wirds blutrünstig...
    Vor ein paar Tagen fehlte wieder eine Zehe und der Rosella hatte einen blutigen Schnabel. Heute nun war wieder eine abgebissen, sodaß nur noch eine Zehe an dem Bein ist :( .
    Er hat bisher nur ein Bein verstümmelt, daß andere ist noch ok.

    Wie kann ich dem Vogel helfen?
     
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  3. #2 Ajnar, 11. November 2002
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2002
    Ajnar

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    Hallo Ilka,

    das ist ja eine schlimme Sache. Leider ist es sehr schwierig etwas dazu zu schreiben, so ganz ohne Beschreibung der Lebensverhältnisse. Könntest Du uns nicht einmal beschreiben, wie der Kleine lebt, wie lange er schon bei Dir ist, ob er einen Partnervogel hat usw.
    Hast Du schon vorher etwas bemerkt. Rupft er sich, oder hat er schon vorher an seinen Füßchen herum geknibbelt?

    Ich habe jetzt einmal ganz auf die schnell einmal einen Link herausgesucht, mache mich jetzt aber gleich nochmals auf die Suche. Vielleicht ist etwas brauchbares dabei.
    http://www.birds-online.de/gesundheit/gesgefieder/federrupfen.htm
    http://www.tierbachblueten.de/verhaltensstoerungen.html

    Bis gleich
     
  4. Ajnar

    Ajnar Initiative für Papageien

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    ... dies habe ich noch gefunden:

    habe beim Rupfen nachgesehen, da es ja oft in Selbstverstümmelung endet:

    http://www.factorynet.de/sittich/krankheiten.htm

    Selbstrupfen

    Rupfen des Gefieders. Meistens sind die Brust, Bauch oder Flügel betroffen. Im weiteren Verlauf können auch Flügelschwingen und Schwanzfedern gerupft werden. Das Rupfen kann von leichtem Auszupfen einiger Federn über das Aureißen vieler Federn bis hin zur völligen Zerstörung des Gefieders reichen. Es kann sogar zur Selbstverstümmelung kommen, wenn die Haut angefressen wird (Automutilation).

    Ursache: Die Ursachen sind so vielfältig, dass man alle möglichen Ursachen durchgehen muß, um herausfinden zu können, was das Rupfen ausgelöst hat. Nur so ist eine Therapie möglich.


    - Langeweile, fehlender Partner (fehlende Beschäftigungsmöglichkeit, Einzelhaltung)
    - Trennungsangst fehlgeprägter Vögel, die den Menschen als Ersatzpartner gewählt haben. Handaufgezogene Sittiche werden vergleichsweise häufig Rupfer
    - Antipathie dem Halter gegenüber
    - ungeeignete Paarbildung (Antipathie dem Sittichpartner gegenüber)
    - Streß (Änderungen der Umgebung, zu kleiner Käfig, zu wenig Freiflug, ...)
    - ***uelle Frustration (Eintreten der Geschlechtsreife bei Fehlen eines Geschlechtspartners)
    - Trauer (z.B. Tod des Partners)
    - Hauterkrankungen
    - Organerkrankungen, Stoffwechselstörungen
    - Parasitenbefall
    - Mangelernährung (v.a. Mangel an Vitamin A, Biotin und bestimmten Aminosäuren)
    - ggf. zu niedrige Luftfeuchtigkeit
    - Federverlustsyndrom (Psittacine beak and feather disease, Ursache vermutlich Virus)
    Diagnose: Anhand der Symptome. Es handelt sich in vielen Fällen um psychische Störungen, die behandelt werden müssen.


    .. und hier noch ein Link:
    http://www.sittich-info.de/?/haltung/einzelhaltung.html



    Schreibe uns aber auf jeden Fall noch mehr zu seinen Lebensbedingungen!!!
     
  5. Gitti

    Gitti Guest

    Hallo, Ilka,

    hat der Ta einen Hautabstrich gemacht??? Es könnten auch Pilze sein, die ihn dazu veranlassen, die Krallen und Zehen zu bebeissen!

    Es gibt auch Pilze, die im Inneren des Horn sitzen und daher oftmals von aussen nicht erkennbar sind! Dabei können tatsächlich Schnäbel und Krallen sich "auflösen" und dann macht der Papagei auch gerne dran rum (deshalb evtl. der blutige Schnabel).

    Wenn Du keinen erfahrenen TA hast, suche einen guten auf, denn nach 30 Jahren glaube ich weniger an eine psychische Störung.
     
  6. #5 Alfred Klein, 11. November 2002
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Hallo Ilka
    Ich denke auch, ebenso wie Gitti, an eine körperliche Krankheit.
    Was das genau ist kann wohl keiner als Ferndiagnose sagen. Es kann sich um eine Pilzerkrankung handeln, ich denke da auch an irgendwelche Parasiten.
    Ebenso kommt auch eine Erkrankung eines inneren Organes in Frage. Die Leber ist so ein Fall. Wenn diese nicht richtig arbeitet kann es zu Rupfen oder auch zu solchen Handlungen wie bei Deinem Vogel kommen.
    Das kann wirklich nur ein vogelkundiger TA genauer feststellen.
    Vorübergehend könntest Du mit Ringelblumensalbe oder -öl die Wunden abdecken um Infektionen zu verhindern. Falls ein sehr starker Juckreiz dieses Verhalten verursacht wird dieser mit diesem Mittel gelindert.
    Ein Tierarztbesuch ist auf jeden Fall unumgänglich.
     
  7. Ilka1

    Ilka1 Guest

    Danke erstmal für Eure Bemühungen, besonders Dir Ajnar.

    Der Vogel wohnte mit dem Welli wie gesagt zusammen, was auch immer gut ging. Er hat einen großen Käfig, sein Partner starb vor 5 Jahren, aber er hat den Kleinen als Spielkameraden sofort angenommen. Er hat viel Futterauswahl, sowohl Welli- wie auch Großsittichfutter und auch oft Obst und auch viel Abwechslung. Es hat sich in den letzten Monaten auch rein gar nichts für ihn verändert. Vielleicht ist er alterswahnsinnig geworden, der TA meinte, daß er eigentlich nur eine Lebenserwartung von 15 Jahren hat und jetzt hat er ja schon das Doppelte auf dem Buckel.
    Es bereitet ihm wohl auch irgendwie keinen Schmerz, er frißt und singt wie sonst.

    Was soll ich denn jetzt tun? Den Fuß abnehmen lassen, damit er nicht weiter darauf ´rum kaut?

    Mit den Pilzen muß ich mal nachsehen lassen, aber die Füße sehen eigentlich total gesund aus, bis auf die fehlenden Zehen...


    Viele Grüße
    Ilka
     
  8. Ajnar

    Ajnar Initiative für Papageien

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    Hallo Ilka,

    also rein gefühlsmäßig wurde ich Dir raten, den Fuß nicht abnehmen zu lassen. Hast Du denn einen vogelkundigen Tierarzt. Alfred und Gitti könnten natürlich recht haben. Da kenne ich mich leider nicht so gut aus. (Frage ja selbst gerne Alfred um Rat). Was merkwürdig ist, ist daß er bisher nicht in dieser Weise agiert hat. Könnte auf eine Krankheit schließen. Ich werde heute abend einmal nachlesen, ich habe ein Buch über Krankheiten bei Sittichen.
    Ob Dein Arzt Recht hat, mit dem Alterswahnsinn?

    Als ich unter Automutilation nachgelesen habe, habe ich eben nicht sonderlich viel gefunden. Ich habe mich nur selbst einmal sehr dafür interessiert, weil mein Pennantsittichhähnchen eine Zeit lang so viel an seinen Füsschen geknibbelt hat. So hat bei mir sofort die Alarmglocke geläutet.

    Habe jetzt noch einmal wie eine Irre im Web gesucht. Hier noch ein Link, wegen der Versorung der Wunde:
    http://www.papageienbox.de/html/krallen___fusse.html

    Ergiebiger wars bisher nicht. Ich denke ganz arg an Euch und schreibe Dir morgen sofort, was ich gefunden habe.
     
  9. Ilka1

    Ilka1 Guest

    Hallo,
    die Tragik nimm kein Ende...
    Ich komme gerade vom TA und Toby, der Rosella, wurde eingeschläfert. Er war zu alt und zu geschwächt um ihn noch weiter behandeln zu können. Außerdem schien der Fuss sehr entzündet zu sein. Eine Amputatition bzw. eine weitergehende Untersuchung auf Pilze hätte er kaum überlebt.

    Ich wünsche Euch, daß Ihr sowas nie mitmachen müsst. Das Gefühl, daß der Vogel sein Leben in Euren Händen aushaucht.

    Ich geh jetzt mal ne Runde heulen...bis denne
    Ilka
     
  10. #9 Alfred Klein, 11. November 2002
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Hallo Ilka

    Tut mir sehr leid.
    Diesen letzten Gang habe ich schon mehrmals gehen müssen mit einem meiner lieben.
    Du hast verantwortungsvoll gehandelt und Deinem Vogel das gegeben was bei einem Menschen unmöglich zu geben ist - einen friedlichen Tod.
    Trotzdem stelle ich mir die Frage warum diese Entzündung nicht schon vorher einem TA aufgefallen ist. Mit antibiotischem Puder und Baytril wäre eventuell noch eine Chance dagewesen.
    Nun, es ist nicht mehr zu ändern, sich Gedanken machen hilft auch nichts.
    Wenn ich bedenke wie alt Dein Vogel geworden ist so kann man auch das als eine Gnade ansehen, von so alten Rosellas habe ich noch nicht gehört.
    Er hatte also ein langes und wohl erfülltes Leben.
     
  11. owl

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    Hallo Ilka :(

    Das tut mir sehr leid um Deinen Rosella. So ein Tierchen wächst einem doch sehr ans Herz. Und der Tod eines geliebten Vogels hinterlässt auch eine schmerzhafte Lücke. Leider musste ich das auch schon erleben.

    Dein Rosella ist jetzt im Regenbogenland bei vielen anderen Sittichen und Papageien, dort gibt es keinen Schmerz.

    Schön wäre natürlich wenn Du Deinem Wellensittich einen Partner dazugesellen würdest. Ideal wäre natürlich ein weiterer Welli.

    Traurige und mitfühlende Grüsse :(
     
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  13. Ilka1

    Ilka1 Guest

    Vielen Dank für Eure lieben Worte.
    Ich hoffe ich habe das Richtige getan, jedenfalls muß er jetzt nicht mehr leiden.

    Viele Grüße
    Ilka
     
  14. Ajnar

    Ajnar Initiative für Papageien

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    Hallo Ilka,

    ich weine mit Dir. Ich wünsche Dir alles Liebe!!!
    Es ist sehr traurig, wenn ein lieber Freund von uns geht. Das einzig tröstliche ist, daß wir uns alle einmal wieder sehen!!

    Es ist doch schön, daß Du den kleinen Toby begleiten konntest und diesen schweren Gang mit ihm durchgestanden hast. Ich finde es gut, daß Du ihm unnötiges Leid erspart hast.

    Schreibe, einmal wieder, wie es Dir geht.
     
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