Sperlingspapagei attackiert Henne

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lore

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Hallo zusammen,
ich bräuchte einmal hilfe, da ich noch mit unserem Sperlingspapageien Hahn verzweifel... Kurz zum Allgemeinen, ich habe im April letzten Jahres (2025) ein junges Pärchen (geschlüpft ca. Oktober/November 2024) Sperlingspapageien bei einem erfahrenen Züchter gekauft. Ich selbst habe eine Grunderfahrung im Umgang und der Haltung von kleinen Papageien, in dem Fall Agaporniden. Wir hatten im Herbst letzten Jahres den ersten Vorfall einer Beißattacke seitens des Hahns. Dabei hat er sich in die Kralle der Henne verbissen und diese leider abgetrennt. Aufgrund dessen waren wir Notfallmäßig beim Tierarzt und sie bekam 5 Tage Schmerzmittel. Die beiden habe ich für ca. 2-3 Wochen einzeln in Käfigen nebeneinander gehalten, bis die Wunde abgeheilt und sie wieder bei Kräften war. Nach einer größeren Voliere und noch mehr Beschäftigungs-Angeboten, gab es keine weiteren Attacken. Seit Anfang des Jahres ist der Hahn vermehrt aggressiver geworden und hat auch die ein oder andere Feder ausgerupft und sie ein paarmal gebissen, zum Glück ohne größere Verletzungen. Leider gab es gestern wieder zwei schwerere Vorfälle, bei denen sie wieder stärker verletzt wurde. Die beiden sitzen vorerst wieder in Einzelhaft.

Ich hoffe daß vielleicht jemand schonmal mit ähnlichen Problemen zu tun hatte und mir einen Rat geben kann, wie ich mich am besten verhalte. Sollte ich die beiden weiterhin alleine halten, oder wäre es sinniger noch ein Pärchen dazu zu setzen? Ich weiß daß Sperlis gerne mal ein turbulenteres zusammenleben haben und sie gerne auch die Füße des Partners knabbern, allerdings denke ich nicht in diesem Ausmaß.

Ich bedanke mich im voraus schonmal bei jedem der mir weiterhelfen kann.
 
Sind beide Blaugenick Sperlingspapageien und momentan 71x91x160 (LxBxH), würden aber eine größere Voliere kaufen wenn noch ein Pärchen dazukommen sollte.
 
Nein, kein weiteres Pärchen. Zeigst Du uns bitte mal Bilder - sind es wirklich ein Pärchen? Eigentlich sieht man es ja
 
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Die Bilder sind beide von vor ca. Einem Jahr
Links sitzt jeweils er und rechts sie.
Ist leider noch der Übergangskäfig vom anfang
 

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Sieht nach Pärchen aus, hast Du noch bessere Fotos ? Sind schon sehr unscharf? Ist die Kokosnuss mit in den neuen Käfig gezogen? Willst Du Nachwuchs?
 
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Viel bessere Bilder habe ich leider nicht, es ist noch eine Kokosnuss mit in den Käfig gekommen. Nachwuchs eher weniger, die Nuss wird allerdings auch nur als Rückzugsort genutzt wenn es den beiden zu laut oder hell ist.
 
Hallo @lore :0-
und willkommen bei den Sperlingspapageienliebhabern! :blume:
Könntest du bitte noch ein paar Fragen beantworten?
Sitzen die beiden abends zum Schlafen zusammen oder weit voneinander getrennt?
Betreiben die beiden gegenseitige Federpflege oder kraulen sie sich gegenseitig im Köpfchenbereich?
Du schriebst, dass die beiden in einem Käfig der Größe (L x B x H) 71 x 91 x 160 cm wohnen. Könntest du uns nochmal ein Bild des kompletten Käfigs samt Einrichtung zeigen?
Als du die beiden in getrennten Käfigen lebten (ich nehme an, du hattest die beiden Käfige nebeneinander gestellt, oder?), schliefen sie dort weit voneinander entfernt?

Lieben Gruß
Luzi :zwinker:
 
Die beiden sitzen sowohl abends als auch tagsüber zusammen, kuscheln und kraulen sich. Also ersichtlich alles normal. Gegenseitiges Federputzen ist auch keine Seltenheit, ich musste am Wochenende nur feststellen das ihr am Kopf ein paar Federn gerupft wurden. Ich würde behaupten bis auf die zwei Beißattacken war bisher alles sehr harmonisch. Seit ein paar Monaten hat er allerdings ein deutlich höheres Interesse sie zu "besteigen", es macht aber den Eindruck als hätte sie inzwischen gar keinen Bock mehr das er sie begattet und sie Flüchtet. Aus Frustration fängt er an zu schimpfen und schlussendlich sie zu jagen. Ich musste am Wochenende auch mit erschrecken feststellen das sie inzwischen deutlich kleiner, schmaler und leichter ist, meine Vermutung wäre das er sie auch nicht immer fressen lässt oder sie wieder angreift, auch wenn ich gemeinsames Fressen beobachten kann und selbst kaum auffälliges jagen außer dem üblichen kleine Kabbeleien bemerken kann.
 
Der Käfig ist momentan ziemlich leer, da ich sie ja zur Begutachtung der Wunden rausfangen musste. Ansonsten stehen regelmäßig frische Äste drin. Ich biete ausgewogenes Körnerfutter als auch Frischfutter an und achte auf die Inhalte. Momentan sitzt er auch wieder in Einzelhaft in einem kleinerem Käfig als Notlösung, mit Sichtkontakt und natürlich in hörweite, die beiden sind auch recht gesprächig. Allerdings mit einem gewissen Abstand da er auch schon versucht hat durch den Käfig an sie zu kommen und zu beißen. Achso und die beiden haben auch Ausflug in unserem Ess- und Wohnzimmer. 1000133676.jpg
 
Nach dem, was du erzählst, hast du ein ganz normales Blaugenick-Sperlingspapageienpärchen. :zustimm:

Das Beißen und Hacken (auch die Aggressivität) gehören mit zur Balz. Es fällt bei deinen beiden nur so extrem aus, da die Henne in einem Käfig, der 71 cm breit ist, nicht flüchten kann bzw. sich auch in dem (was soweit auf den Fotos zu sehen ist) relativ "leeren" Käfig nicht, ohne vom Hahn bedrängt zu werden, zurückziehen kann. Blaugenick-Sperlingspapageien sind sehr rabiat, was das "Miteinander" betrifft. Gerade zur Balz- und Brutzeit, die bei meinen beiden ungefähr im November/Dezember anfängt und März/April, manchmal auch noch länger anhält, ist auch mein Hahn zu seiner Henne "ruppiger" als sonst.

Mein Tipp: Besorge dir zeitnah eine größere Voliere und richte diese erst einmal sehr "voll" ein, d.h. mit vielen Ästen und Zweigen und sehr viel Blattwerk daran. Die gedrechselten Holzstangen entferne bitte, sie sind ungeeignet für die Papageienfüßchen. Deine beiden Blauen brauchen generell viel Schreddermaterial, Badegelegenheiten, geeignetes Körnerfutter, insgesamt eine abwechslungsreiche Frischkost-Ernährung (bevorzugt Gemüse) sowie alles, was zur Beschäftigung und somit zur Verringerung der Aggressivität des Hahnes beitragen könnte.

Von der Anschaffung eines zweiten Paares würde ich dir dringend abraten, es sei denn, du hast genug Volieren, um im Streitfall die Paare einzeln zu setzen (und damit meine ich keine Käfighaltung sondern ein separates Volierenheim für die Zeit der Balz, also für ca. 6 Monate).

Im Moment würde ich den Käfig deiner beiden Süßen so abwechslungsreich wie nur irgend möglich gestalten, bis das größere Vogelheim da ist. Viele Äste und Zweige, eventuell Töpfchen mit geeigneten Kräutern oder Gräsern, kriechendes Schönpolster, Kamille, getrocknete Blüten, Blätter, Hirserispen, Süßgräser usw. Haben die beiden Ebenen, auf denen Bädehäuschen untergebracht werden können? Holz, Kork, Balsaholz mögen sie gerne zum Schreddern. Beschäftigung ist wichtig sonst ist entweder aggressives Verhalten oder aber auch Interessenlosigkeit vorprogrammiert.

Liebe Grüße
Luzi
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine schnelle Antwort, wie oben beschrieben, haben die beiden einen deutlich volleren Käfig auch mit frischen Ästen und Blättern versehen, als im momentanen Bild zu erkennen. An Futter biete ich Körner als auch sämtliche Kräuter, Früchte (getrocknet als auch frisch), Hirse und Gräser an. Sie hat in den letzten Wochen extrem abgebaut das sie gar nicht erst die Kraft hat zu flüchten und seine Aggressivität hat sie inzwischen bald 3 Krallen gekostet.

Ein weiteres Paar würde nur in Erwägung gezogen werden, wenn die Gruppendynamik sein Verhalten beeinflussen könnte.

Die beiden haben regelmäßig bademöglichkeiten als auch Freiflug.

Wäre es ansonsten vielleicht eine Lösung zur Balz die beiden zu trennen sobald er wieder Aggressivität zeigt?
 
Könntest du bitte mal ein Foto machen, wie der Käfig aktuell ausschaut?
Dankeschön.
 
Das obere Bild ist der aktuelle Zustand, ich hab leider keins wie alles normal aussieht.
 
Ich kann nur vermuten, dass das Zuhause deiner Vögel noch nicht ausreichend für die beiden in ihrer momentanen Balzstimmung ausgestattet ist.

Sie hat in den letzten Wochen extrem abgebaut das sie gar nicht erst die Kraft hat zu flüchten und seine Aggressivität hat sie inzwischen bald 3 Krallen gekostet.
Was meinst du mit "sie hat extrem abgebaut"? Wieviel Gramm hat sie vor der Balz gewogen und wieviel Gramm wiegt sie jetzt? Bist du mit ihr bei einem vogelkundigen Tierarzt hier aus der Liste in Behandlung? Blaugenick-Sperlingspapageien sind sehr hart im Nehmen. Mein Hahn musste sich ebenfalls mit einem durchgebissenen Glied seiner Kralle durch seine Henne abfinden. Die Verletzungen heilen im Allgemeinen sehr schnell.

Ein weiteres Paar würde nur in Erwägung gezogen werden, wenn die Gruppendynamik sein Verhalten beeinflussen könnte.
Wie ich bereits oben schrieb, wäre das eine denkbar schlechte Idee. Ein weiteres Paar würde wahrscheinlich die gleichen Balzspiele, auch mit aggressivem Verhalten, zeigen. Dazu käme noch die Revierverteidigung beider Paare untereinander während der Balz- und Brutzeit, die Paare könnten sich schwer verletzen. Gruppenhaltung würde (bei ausreichendem Platz und ohne die Tiere zum Brüten zu animieren) ab drei Paare sinnvoller sein, wenn als Sicherheit im Notfall für jedes Paar ein einzelnes, ausreichend großes Gehege zur Verfügung steht.

Die beiden haben regelmäßig bademöglichkeiten als auch Freiflug.
Im Zuhause meiner beiden Blauen habe ich drei Badehäuschen eingestellt. Wenn der Hahn seiner Henne zu rabiat wird, tippelt sie hinter eines der Häuschen und wartet, bis er sich wieder beruhigt hat. Hat deine Henne in ihrem Zuhause auch eine Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, ohne vom Hahn belästigt zu werden?

Wäre es ansonsten vielleicht eine Lösung zur Balz die beiden zu trennen sobald er wieder Aggressivität zeigt?
Ich selber halte dies für keine gute Lösung. Die Balz gehört zu ihrem Leben dazu und ich kann bei meinen beiden Vögeln beobachten, dass das Balzen und das Paaren bei ihnen eigentlich das ganze Jahr über passiert. Die Hormone kann man nicht mit Trennung beeinflussen, denn wenn du sie wieder zusammenführst, geht das Spiel von vorne los. Sperlingspapageien sind sehr brutfreudig und würden, wenn sie könnten wie sie wollten, wohl ununterbrochen Nachwuchs produzieren. Für mich persönlich funktioniert das Halten der Vögel besser, wenn ich für viel Abwechselung sorge, viel Grün von draußen mitbringe, nichts verfüttere, was den Brutinstinkt anregt, keinen Brutkasten oder andere geeignete Bruthöhlen anbiete und für ausreichend Freiflug sorge.

Wie gesagt, ich halte das Verhalten deiner beiden Vögel für vollkommen normal. Ich würde sie nicht trennen. Aber nur du kannst vor Ort beurteilen, was noch akzeptabel für dich ist und was du für nicht mehr tragbar für deine Henne hältst. Im ungünstigsten Fall müsstest du über einen Tausch gegen eine andere Henne nachdenken.

Liebe Grüße
Luzi
 
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