Sterbender Eichelhäher

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  1. #1 Andreas060, 10. April 2016
    Andreas060

    Andreas060 Neues Mitglied

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    Hallo,
    ich habe mich gerade registriert, um Rat bei folgenden Fragen zu suchen:

    Gestern lag neben unserem Haus am Stadtrand von Nürnberg ein sterbender Eichelhäher. Dicht bei ihm befanden sich zwei weitere Eichelhäher. Nach meinem Eindruck versuchte einer der beiden, den am Boden liegenden Eichelhäher zu attakieren.

    Kann das sein und gibt es solche Kämpfe zwischen Eichelhähern, die für eines der Tiere tödlich enden?

    Ich war erst in Versuchung, den Eichelhäher am Boden zu schützen. Er wirkte aber bereits so sehr verletzt, dass mir eine Rettung seines Lebens kaum möglich schien. Also habe ichmich entschlossen, der Natur ihren Lauf zu lassen. Ich dachte: Wenn ich den anderen Eichelhäher vertreibe, verlängere ich lediglich das Leiden des sterbenden Tieres.

    Als ich etwa 10 Minuten später nochmals nachgesehen habe, war der Eichelhäher tatsächlich tot.

    Ich konnte aber äußerlich keinerlei Verletzungen erkennen. Er blutet nirgends. Als er noch sich am Boden windend lebte, wirkte ein Fuß und ein Flügel gebrochen.

    Das Tier ist eigentlich wunderschön und ich überlege, ob ich es ausstopfen lassen sollte. Ich arbeite als Sonderschullehrer an einer Grundschule und dort gibt es nur bereits sehr alte und in den Farben verblasste Tierpräparate.

    Wie sollte ich dabei vorgehen und mit wie hohen Kosten müsste ich rechnen?

    Viele Grüße,
    Andreas
     
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  3. #2 Helenchen, 10. April 2016
    Helenchen

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    Hallo Andreas,

    es gibt um diese Jahreszeit sicher Revierkämpfe. Wenn die Vögel je nacheinander hacken, sieht man das
    auch am offenen Kopf. Bisher habe ich es nur bei anderen Gattungen gesehen, also eine Krähe hackt eine
    Taube, oder einenEichelhäher, aber nicht dieselbe Gattung.

    Vielleicht war es ganz anders und seine Familienmitglieder waren aufgebracht, weil ihm
    etwas zugestossen war ( Auprall Auto ) bzw. sie ihn auch haben sterben sehen. So etwas wurde
    schon oft beobachtet.

    Ich weiß, dass viele Menschen in solchen Momenten überfordert sind und erstmal flüchten. Ich selbst
    habe schon viele Tiere beim Sterben begleitet und glaube, dass es ihnen hilft,wenn man da ist. Der
    Natur ihren Lauf lassen halte ich persönlich für falsch, wir wollten auch nicht dahinsiechen müssen
    und wie oft erfolen sie sich plötzlich wieder, wenn sie aus der Gefahrenzone sind , das Herz sich be-
    uhigt, oder sie einfach wieder zu Kräften kommen.

    Dies soll keine Verurteilung sein, bitte nicht falsch verstehen. Ich merke ja, wie sehr dich das
    beschäftigt.

    Zum Ausstopfen kann ich nichts sagen. Es sind in der Tat wunderschöne Tiere.

    LG
    C.
     
  4. #3 Andreas060, 10. April 2016
    Andreas060

    Andreas060 Neues Mitglied

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    Hallo C.,

    vielen Dank für deine Antwort!

    Was Du beschreibst, ist genau die andere Seite all dessen, was mich in der Situation bewegt und beschäftigt hat. Es ist mir sehr schwer gefallen, das sterbende Tier alleine zu lassen. Und ich habe mich auch gefragt, ob der andere Eichelhäher "Freund" oder "Feind" war. Er ist allerdings sehr scharf und direkt auf das Tier zugeflogen. Das hat für mich eher nach einem Angriff ausgesehen. Aber ich kann mich auch getäuscht haben.

    Wegen des Fehlens äußerlich erkennbarer Verletzungen habe ich mich gefragt, ob er nicht vielleicht auch einfach oben am Haus gegen eine Fensterscheibe geknallt und abgestürzt ist. Oder es war ein Kampf im Flug und das unterlegene Tier ist abgestürzt? Gibt es so etwas?

    Vielleicht könnte ein Präparator durch eine genauere Untersuchung des Tieres noch etwas beitragen zur Todesursache? Leider ist jetzt Sonntag.... Wie schnell müsste der Vogel beim Präparator sein, um erhalten bleiben zu können. Es ist ja eigentlich ganz fragwürdig, die Schönheit eines Tieres nur nach menschlichem Sinn oder gar Häufigkeit zu beurteilen. Auch ein Zilp-Zalp oder ein Spatz hat seine besondere Schönheit. Trotzdem spricht mich dieser große und schön gezeichnete Vogel besonders an - auch wenn die Eichelhäher selbst mitten in größeren Städten inzwischen überall von nah zu sehen sind, obwohl sie früher doch mal sehr scheue Tiere waren, oder?

    LG, Andreas
     
  5. Blacky04

    Blacky04 Guest

    Hallo Andreas,

    erstmal: Herzlich Willkommen im Vogelforum.

    Von deinem Problemfall habe ich nun auch wenig Ahnung.

    Aber falls du den Eichelhäher ausstopfen lassen möchtest, würde ich ihn in einem solchen Fall in einer Plastiktüte einfrieren.
    Selbst wenn du einen Tierpräparator findest, ist es ja nicht gesagt, dass er das Tier sofort ausstopfen kann.

    Ich mußte vor Jahren mal ein Meerschweichen meiner Kinder einfrieren, weil der Boden, damals, Ende Januar, steinhart gefroren war. Und eine Beerdigung im Garten mußte sein.

    Gruß, Bernd
     
  6. Evy

    Evy Foren-Guru

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    Es finden grad überall heftige Revierkämpfe statt in der Vogelwelt.
    Da geht es nicht zimperlich zu, und nicht selten bezahlt einer der Kämpfer mit dem Leben.
    Die Vögel sind in dieser Phase auch sehr unvorsichtig und werden schnell Opfer von lauernden Feinden, oder sie knallen auf der Flucht wogegen; bei unseren Meisen hier ist das in den letzten Tagen schon zweimal passiert. Dass der Widersacher totgehackt wird, habe ich bei Krähen schon erlebt und kann's mir bei Eichelhähern auch vorstellen.

    Mit dem Präparieren kenne ich mich nicht aus (ich finde es irgendwie gruselig ;-))

    LG Evy
     
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  8. #6 Munia maja, 10. April 2016
    Munia maja

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    Hallo Andreas,

    inwieweit die anderen Vögel den sterbenden Eichelhäher wirklich angegriffen haben, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Allerdings wäre das nicht unbedingt abnormal - Vögel verhalten sich nicht nach unseren Moralmaßstäben. Der wehrlose Vogel am Boden lag evtl. in ihrem Revier, also wurde er halt angegriffen... Solch ein Verhalten kann man sehr häufig auch bei Tauben beobachten - sie gelten bei uns Menschen als Inbegriff des Friedens, sind in Wirklichkeit aber untereinander oft sehr aggressiv und unverträglich.

    Zum anderen Problem: die Präparation eines einheimischen Wildvogels ist rechtlich gesehen nicht ganz einfach - setz Dich da am besten mit dem Veterinäramt oder der Unteren Naturschutzbehörde in Verbindung. Die sollten das korrekte Vorgehen wissen. Ein geübter Tierpräparator sollte die rechtlichen Voraussetzungen ebenfalls kennen.

    MfG,
    Steffi
     
  9. #7 Helenchen, 11. April 2016
    Helenchen

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    Hallo Andreas,

    die Anderen haben schon sehr schön geantwortet.
    Ich will dazu nur ergänzen, dass du deiner Wahrnehmung schon vertrauen kannst und wenn dein
    Eindruck der eines Angriffes war, wird das schon wahrscheinlich sein. Beim Gejagtwerden wo
    gegen geknallt und dann noch am Boden attackiert oder so ähnlich. Wie bereits erwähnt kann
    es durchaus immer noch Rettung geben. Man weiß es sicher dann, wenn man es versucht
    hat.

    Heute Morgen habe ich einen Eichelhäher am Haus beobachtet, wie er übel auf einen Spatzen
    losging und diesen im Flug dann nachverfolgt hat. Den ganzen Winter über haben sie harmonisch
    zusammen gefressen. Da dachte ich an deine Schilderung.

    LG
     
Thema: Sterbender Eichelhäher
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