Tierarzt oder Züchter fragen/eine Frage des Vertrauens.

Diskutiere Tierarzt oder Züchter fragen/eine Frage des Vertrauens. im Forum Kanarienvögel allgemein im Bereich Kanarienvögel - Seit elf Jahren bin ich nun in diesem Forum und habe stets, wenn ich Fragen oder Probleme hatte, Heinrich um Rat gefragt. Desgleichen waren bei...
Warum es fast nur männliche Züchter gibt ist eine gute Frage. Spontan fällt mir da ein, dass Frauen vielleicht zu emotional sind um echte Profizüchter zu sein.

Das Emotionale ist auch einer der Gründe, warum ich in Zukunft wahrscheinlich meine Stubenkanarien keine Küken mehr bekommen lasse.
 
Weil Frauen Vernunftsmenschen sind.?

Aber im Ernst, ich denke das hat traditionelle Aspekte.
Männer waren Jäger, Züchter,Tierhalter, etc.
Aber es hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. So findet man durchaus Frauen die erfolgreiche Züchter sind.
Aber Du hast recht, die Männer dominieren immer noch, auch bei der Jagd etc.
Gruß Tam
 
Der traditionelle Hintergrund scheint mir am ehesten bei den Harzer Rollern gegeben zu sein. Du weißt, was ich meine.
Die traditionellen Aspekte sind natürlich auf jeden Fall vordergründig. Du hast recht bei der Jagd dominieren auch die Männer.
 
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Moin Moin,
Das stimmt alles, aber 1 Aspekt fehlt noch. Die Ernsthaftigkeit, der Wille zur Konsequenz und das Durchhaltevermögen. Leichteres Beispiel Reiten: Ist beim Reiten richtig stark offensichtlich- anfangs zu Kinder-/ Jugendzeiten dominieren die Mädchen. 10:1 war schon damals zu meiner Zeit in den 90ern Satz. Dann verlagert es sich mit zunehmendem Alter immer mehr in Richtung der Männer. Da ist es dann 10:1. Am Ende sind da fast nur noch Männer über..... So ist es auch bei der Jagd, Angeln, ALLER Art von Tierzucht, etc.
 
Die Ernsthaftigkeit, der Wille zur Konsequenz und das Durchhaltevermögen.
Also würde man das als Knackpunkt einstufen, bzw. als Begründung einstufen.
Ich gehe auch davon aus, dass Frauen oft dazu neigen ALLES retten zu wollen, auch wenn besagter Vogel nicht in den Bestand gehört, kenne das von mir, bin ehrlich.
Man will alles daran setzen, jedes Tier (Schwerpunkt Vogelzucht) auf die Stange zu kriegen, auch wenn es hoffnungslos ist.
Ein Mann handelt dann pragmatisch oder besser kompetent und rational, weil er Erkennen, Beurteilen und Handeln besser differenziert?
Kann man das auch so stehen lassen?
 
Jupp, so kann man das wohl sagen.....
Ein guter Züchter sieht nicht nur den aktuellen Vogel vor sich, sondern vor dem geistigen Auge bereits die notwendige Verpaarung für die Nachzuchten der kommenden Saison! Nur dann ist ein Fortschritt machbar. Alles auf Gedeih und Verderb aufzuziehen ist der größte Fehler den man machen kann. Fehlerhafte Tiere fliegen raus aus der Zucht. Damit ist nichts und niemandem geholfen. Wenn wir so handeln würden , würde keinerlei Tierrassen oder - Zuchtfformen geben, weder Kaninchen, Kühe, Pferde, Kanarien, Guppys, Kois, Goldfische oder oder oder oder.....
 
In den Anfängen der Zucht und auch heute noch, spielt sich sehr viel im Verein ab. Das spricht aus meiner Sicht und Erfahrung eher Männer an.
Ich kann nur von mir reden, Vereine haben mich nie interessiert, handele aber auch eher rational und wenn es hoffnungslos ist, dann ziehe ich Konsequenzen. Die Kanarien machen mir Freude, sind aber nicht mehr als ein nettes Hobby.
 
Ja, da sind wir ja genau bei dem Problem was ich beschrieben habe. Wenn ich etwas tue, tue ich es ganz oder garnicht. Ich gehe dahin wo ich due besten Informationen erhalten kann, wenn es im Verein ist gehe ich in den Verein, wenn es der "Alte Züchter um die Ecke" ist gehe ich dahin. Rationalität in deinen Handlungen erhält man über Fachwissen. Die Leute wollen heute Ungebundenheit und Unverbindlichkeit um sich frei in den Entscheidungen zu fühlen. Due Zeche bezahlen andere. Was du beschreibst trifft's ganz gut. Wenn man selber alles verwurschtelt hat, sagt man "es ist ja nur ein Hobby " und gibt dann ggflls auf und die Vögel, Nachzuchten oder weiss der Fuchs was auch immer in andere Hände und lässt den dann weiterwurschteln. Leider ist diese schlechte Angewohnheit inzwischen zur gängigen Praxis vorkommen. PS: Zum Broterwerb macht das hier keiner- wir betreiben das anspruchsvolle Hobby der Tierzucht!
PS: Borsorglich:
Dies war eine Beschreibung der Allgemeinsituation und nicht auf einzelne Personen bezogen.
 
Moin Moin,
Korrekt! Das ist ja auch super in meinen Augen! Wir Züchter geben ja auch immer wieder Tiere ab, die bei uns aussortiert wurden. Die sind bei Haltern wunderbar aufgehoben. Nur vermehren (züchten schon gar nicht) sollte man nicht, wenn man davon keine Ahnung hat, bzw. wenn der Willen fehlt sich das Fachwissen anzueignen. Und zu verstehen, daß es sich um Entscheidungen für Jahrzehnte oder auch (wie z.B. bei mir) für's ganze Leben handelt, die auch die ganze Lebensführung beeinflussen. Ein paar Beispiele: Urlaub: NUR außerhalb der Zuchtsaison in der Ruhephase- dann nur bei optimaler Versorgung in der Urlaubsvertretung- ansonsten fällt der Urlaub aus! Ein Umzug z.B. der Arbeit wegen ist nicht machbar, da meine Anlage zum Abbau und neuen Aufbau ungeeignet ist, bzw. die Grundstücke/ Bebauungspläne dies nicht mehr hergeben.
Längere/unregelmäßige Arbeitszeiten (Überstunden) lassen sich nicht mit der Versorgung der Alt- und Jungvögel in der Zuchtsaison vereinbaren. Ich füttere in der Zuchtsaison meine Vögel bis zu 5x am Tag. Ich habe schon Arbeitgebern wegen der Unvereinbarkeit mit meiner Zucht abgesagt. Man war....... ziemlich verstört um nicht zu sagen geschockt.......
 
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Danke, Max, dass du das einmal alles auf den Punkt gebracht hast.
Bei dir gibt es sicher keinen 8 Stunden Tag und du vergibst auch keine Termine, weil du eine OP oder sonst irgendetwas auf deinem Tagesplan verschieben musst. Ich habe persönlich in ganz kleinem Rahmen hier volles Programm, wenn ich Küken aufziehe. Und das nur bei einem Pärchen. Es gibt Leute, die schmeißen ihren Vögeln ein hart gekochtes Ei in den Käfig, wenn die Tiere Glück haben gibt es auch mal etwas Eifutter und dann müssen die Küken gedeihen.
Verantwortungsvolle Zucht,, Küken-Aufzucht ist kein Waldspaziergang. Manch einer denkt, es werden Küken aufgezogen und dann zu Höchst Preisen verscherbelt. Ich finde es sehr schön, dass es hier auch einmal zur Sprache kommt und man sich, wenn man tatsächlich mal nicht weiter weiß, an kompetente Züchter wenden kann. Ich glaube kaum, dass ein Tierarzt ,Vogelkundig oder nicht einem wirklich sagen kann, wie er Aufzuchtfutter zubereiten soll. Ferner was alles dazugehört.
Es ist nicht immer damit abgetan zu sagen, du musst zu einem vogelkundigen Tierarzt.
 
Also für mich ist es immer sehr wichtig mehrere Faktoren bei der Findung von Diagnosen und Behandlung eines Tieres zu beachten.Viele gute Züchter (ich bin da übrigens auch ganz bei der Bezeichnung Züchter und "Züchter" ) haben oft mehr Erfahrung und sehen vieles sehr schnell, wo der TA noch rätselt. Trotzdem sollte man den TA stets mit im Boot haben. Nicht zu vergessen ist das Bauchgefühl.
Ich selber bin kein Vogelzüchter und bin damals vor über 30 Jahren zu den ersten Sittichen gekommen, wie die Jungfrau zum Kind. Ich hatte noch nie vorher Tiere aufgenommen, ohne mich vorher zu belesen und Infos einzuholen. Aber es musste schnell gehen und war eine Notlage.
Ein paar Jahre später beantragte ich vorsichtshalber die Zuchtgenehmigung beim Vetamt. Die ersten Grauen waren eingezogen und sollten ein Paar sein. Ich wollte vorbereitet sein und nix illegales machen. Damals lernte ich über Herrn de Grahl den langjährigen Züchter Herr Wenner kennen und holte ihn mir ins Haus und lies mich ausgiebig über Haltung etc beraten. Er gratulierte mir zu meinen beiden Hennen (die ja als Pärchen eingezogen waren und er behielt recht). Wir hatten immer eine gute Unterstützung und auch eine tolle Tierarztpraxis in Trittau. Leider gibt es inzwischen weder Herrn De Grahl noch Herrn Wenner und auch die Tierarztpraxis in Trittau mehr, aber wir haben uns weiterentwickelt und gelernt.
Zucht war nie unser Ziel, wir waren aber vorbereitet. Und trotz gutes Vorsorge gab es dann doch mal Agaporniden- und einmal auch Aranachwuchs. Ein Züchter bin ich deshalb nicht. Hilfestellung kann ich nur begrenzt basierend auf unseren Erfahrungen geben. Und ich würde mich immer in mehrere Richtungen absichern. Entscheiden tut dann letztendlich das Herz und der Bauch.

Was die männlichen und weiblichen Züchter betrifft, sollte man vielleicht auch die familiäre Entwicklung betrachten.
Ich bin seit ca 40 Jahren beruflich in der Tierzucht tätig. Aber privat habe ich mit der Hundezucht erst angefangen, als der Nachwuchs größer war. Kinder und Zucht parallel ist sehr anstrengend.
 
Ich ziehe einen riesen Hut vor den Züchtern, die neben dem Züchten noch einen Hauptberuf ausüben.

Ich sehe das an der Versorgung meiner vier Hähne. Es macht mir Spaß und es klappt gut, aber selbst hier muss ich sehr diszipliniert vorgehen. Zeitmanagement ist das Stichwort damit die Tiere gut versorgt sind und sich wohl fühlen.

Wer professionell züchtet, mehrere große Gehege und dementsprechend viele Tiere hat, muss sehr viel Zeit investieren. Die Gehege sauber halten, Frischfutter besorgen, die Tiere genau auf ihren Gesundheitszustand beobachten, sich mit anderen Züchtern austauschen und im Kontakt bleiben, spezielles Aufzuchtfutter vorbereiten, beringen, falls Vögel irgendwo gemeldet werden müssen mit Ämtern korrespondieren, Kaufinteressenten empfangen um die Vögel vorzuführen u.v.m.

Gigantische Zeitaufwendungen und das zusätzlich zu einem Hauptjob. Dem zollt mein größter Respekt.
Manche haben vielleicht das Glück mit einem Partner in Sachen Zucht zusammenzuarbeiten.
 
Hallo Sven, danke für deine Antwort. Genau so gehört sich das auch, 1,1 macht alles gemeinsam.
Liebe Grüße, auch an die Frau, die bei dir wohnt. :))
 
@ Bellissimo, so sehe ich das auch. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und weiß inzwischen, was ich leisten kann und was nicht. Vor gut 3 Jahren habe ich unter großem Herzschmerz fünf Vögel abgegeben und nur ein Pärchen behalten. Da ich aber viel Pech mit Hennensterben hatte, habe ich vor knapp einem Jahr nach sehr langer Überlegung eine 2. Henne angeschafft, damit mein Hahn im Fall des Falles nicht alleine ist. Aber dabei wird es bleiben.

Ich hatte voriges Jahr 2 Junghähne aufgezogen und lange gehofft, dass einer davon eine Henne sein könnte. Als das nicht der Fall war, habe ich beide im Alter von fünfeinhalb Monaten abgegeben und dafür am selben Tag eine gleichaltrige Junghenne bekommen. Ich sage immer, sie war mein Trostpreis. Aber mehr Vögel werden es auch nicht mehr.
Ich bin 74 Jahre alt, gesundheitlich etwas angeschlagen und habe aus meinen Erfahrungen gelernt, meine Grenzen, auch hinsichtlich meiner Wohnungsgröße, zu akzeptieren.
 
Thema: Tierarzt oder Züchter fragen/eine Frage des Vertrauens.
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