Tote Ente und viel Theater

Diskutiere Tote Ente und viel Theater im Vogelgrippe / Geflügelpest Forum im Bereich Allgemeine Foren; Ich glaube an keine Gefahr, außerdem muß dieses Thema möglichst am Kochen gehalten werden. Es geht ja auch um hohe Forschungssummen. Viele ziehen...

  1. sigg

    sigg Guest

    Ich glaube an keine Gefahr, außerdem muß dieses Thema möglichst am Kochen gehalten werden. Es geht ja auch um hohe Forschungssummen. Viele ziehen daraus ihren Nutzen, man bedenke nur mal die Massengeflügelindustrie, die hier einen wunderbaren Aufhänger gefunden hatte, um weitere Haftverbesserungen des Geflügels zu verhindern. Das waren wieder Milliarden eingespart.
    Dies ist meine unmaßgebliche Meinung und ich werde dies auch nicht weiter vertiefen, indem ich mich auf eine fruchtlose Diskussion einlasse.
    Ich klinke mich wieder aus!
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diese Ratgeber an. Dort wirst du bestimmt fündig!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #22 Gänseerpel, 22. August 2007
    Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

    Dabei seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    999
    Zustimmungen:
    0
    Jeder kann glauben, was er will. Es geht aber nicht darum, was jemand glaubt, bzw. ob sich seine Wahrnehmung paranoid auf einige Nebenerscheinungen wie Forschungsgelder oder Partikularinteressen reduziert. - solche Dinge sind nämlich immer und überall mit tangiert - , sondern wie man mit einem derartigen Thema strategisch umgeht.

    Die von Atomkraft ausgehenden Risiken wird (hoffentlich) auch niemand auf sorry: Stammtisch Parolen reduzieren, obwohl man die Gefahren in mancher Hinsicht vergleichen kann.
     
  4. eric

    eric Guest

    Also was ich bis jetzt gelesen habe, bist du ja offenbar sehr fachkundig in diesem Bereich. ( Hab zwar nicht immer alles genau kapiert was du darüber geschrieben hast sorry).
    In meinem Beruf hab ich täglich mit verstorbenen Wildtieren zu tun. Mittlerweile hab ich mehrere tausend bearbeitet. Angefangen während den intensiven Tollwutzeiten, hab den Fuchsbandwurm seit seiner "Entdeckung" erlebt ( und mich an der Uni Zürich darüber genau informieren lassen), die SARS Panik hab ich auch überlebt und jetzt ists die "Vogelgrippe".( da hab ich auch meine Weisungen vom Bundesamt für Veterinärwesen wie ich mit ev. betroffenem Material umzugehen habe).
    Ich bestreite keineswegs, dass generell eine gewisse Gefahr davon ausgehen könnte!
    Punkto Information weiss ich nur was ich gelesen habe. Ich kann auch das nur einfach glauben oder nicht.
    Ist es denn gerechtfertigt mir ein Weltuntergangsszenario zu präsentieren dessen Wahrscheinlichkeit genauso niemand kennt?
    Der strategische Umgang mit diesem Thema hat mich persönlich bis jetzt schon eine ganze Menge gekostet. Während des ersten Vogelgrippe Winters hat sich hier kaum mehr jemand getraut einem toten Vogel auch nur nahe zu kommen. Totale Panik, man könnte ja gleich tot umfallen wenn man einen Vogel aufhebt der in die Scheibe geflogen ist. Super Strategie!
    Klar kann mir keiner exakte Zahlen bringen wie gross die Wahrscheinlichkeit ist überfahren zu werden , aber im Ernst sie ist garantiert viel grösser als die Vogelgrippe zu kriegen.
    Auch die Weisungen zu dem Zeitpunkt: Geflügelställe sind so abzudichten, dass nicht eine zufällig vorbeifliegende ev. befallene Ente einen Klecks hineinfallen lassen könnte oder sich ein tot kranker Sperling rein verirrt.....Also bitte!!! strategischer Umgang mit dem Thema ? na ja.
    Das sind doch auch Wahrscheinlichkeiten die reichlich fraglich sind .
    Es geht sehr wohl auch darum was jemand glaubt. Die einen glauben an die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie, die anderen glauben an die Möglichkeit ein gutes Geschäft damit zu machen etc. Da werden wunderbare Strategien entwickelt. Ich weiss nur, dass der strategische Umgang mit diesem Thema mich persönlich in meiner Existenz bedroht.
    Um nochmals ganz an den Anfang zu kommen:
    Bei einer toten Ente im Teich reicht ein Mann, der sich ein paar Handschuhe anzieht ( oder sich die Hände nachher mit Seifenwasser gut wäscht) sie rausholt, in eine Plastiktüte steckt und zum Untersuch abliefert. Blaulicht, Polizei, Feuerwehr etc. weil eine Ente an irgendwas verendet ist. Sorry ich hab einfach Mühe mit dieser Art strategischem Umgang mit dem Thema.
    So , und jetzt können mich alle mit Fluten von wissenschaftlichen Erkenntnissen zuschütten mit Berichten von Instituten etc. Wobei, da dürfte dann das Risiko, dass ich in den Papierfluten ertrinke schon wieder grösser werden als dass ich die Vogelgrippe kriege :D
    Also nochmals zum Abschluss, ich bin mir bewusst, dass die Vogelgrippe ein ernstes Thema ist. Trotzdem habe ich vor sie ohne Panikanfälle zu überstehen.
     
  5. #24 Rudi und Rita, 23. August 2007
    Rudi und Rita

    Rudi und Rita Foren-Guru

    Dabei seit:
    15. April 2003
    Beiträge:
    982
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Kreis Quedlinburg
    Bin voll und ganz deiner Meinung. Und nicht nur ich, auch sämtliche Nachbarn, die über dieses Vorgehen nur den Kopf schütteln konnten.

    Gefahren durch Tierseuchen hat es schon immer gegeben. Als ich Kind war, wurde z. B. ganz groß die Tollwut bekämpft. Mein Vater hat damals in einem Heizhaus gearbeitet.
    Wenn zu der Zeit ein verendetes Tier im Wald gefunden wurde oder ein Tier mit Symptomen geschossen wurde, dann hat der Jäger das Tier eingesammelt, zu meinem Vater ins Heizhaus gebracht, selber in den Ofen gesteckt und fertig war die Sache.

    Da waren keine Polizisten, keine -zig Feuerwehrleute, stellv. Bürgermeister usw. nötig.

    Und wie es aussieht, war es auch "falscher Alarm", zumindest sind wir zum Glück kein Sperrgebiet.

    Das schärfste an der Sache war ja noch, dass Nachbarn der Polizei, den anderen Nachbarn und dem stellv. Bürgermeister berichteten, dass sie erst kurz vorher Kinder beobachtet und weggejagt haben, die eine Ente immer mit Steinen beworfen haben. Deswegen wollte die Polizei eigentlich auch nicht so viel Tamtam machen, aber unser Bürokratennachbar bestand auf den Einsatz der Feuerwehr. :~

    Liebe Grüße
    Elke
     
  6. #25 Gänseerpel, 23. August 2007
    Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

    Dabei seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    999
    Zustimmungen:
    0
    Dass die Bekämpfung von H5N1 in Deutschland weniger von Sachverstand geprägt ist, als von politischem Populismus, Imkompetenz, und durch Behordenwillkür gekennzeichnete Kraftmeierei, ist kein Geheimnis, und wurde in diesem Forum oft genug dargestellt. Ich denke, die meisten stehen den derzeit verfolgten Paradigmen wie Aufstallung, stamping out sowie den halbherzigen, durch wirtschaftliche Rücksichtnahme geprägten Empfehlungen sehr kritisch gegenüber. Man kann nicht auf der Basis wissenschaftlich nicht fundierter Handlungsoptionen extreme Opfer von denen verlangen, die sich der Haltung und Zucht seltener Rassen widmen - (und damit zur Einhaltung internationaler, auch von der BRD unterzeichneter Verpflichtungen - beitragen-), und gleichzeitig einen ganz offensichtlichen, an Partikualinteressen orientierten Lobbyismus verfolgen, der bezeichnenderweise zur Unterlassung aller (auch dringend angezeigten) Massnahmen dann führt, wenn sie eine Beeinträchtigung des internationalen Handels nach sich ziehen.
    So etwas überzeugt niemanden und ist kontraproduktiv für eine effektive Bekämpfung der Seuche.

    All dies erlaubt aber nicht, die objektiven Gefahren herunterzuspielen oder mit plakativen Parolen zu relativieren.

    Worin könnte eine vernünftige Stretegie bestehen?
    In erster Linie einmal darin, sich ein Bild über den derzeitigen Ausbreitungs- und Übertragungsstand zu machen und hieraus Handlungsoptionen zu entwickeln, eine weitere Ausbreitung und Befall von Geflügelbeständen zu verhindern. Das schliesst unter anderem ein, endlich eine Impfkampagne zu implementieren, und parallel dazu die Mittel bereitzustellen, die gezielt die Erforschung der wichtigsten offenen Fragen ermöglichen.

    Mit Pandemiegefahr zunächst einmal wenig zu tun, ist aber gleichzeitig der wichtigste Beitrag zur Gefahrenminderung. Dass AI Viren jederzeit in alle nur denkbaren Richtungen mutieren können, ist ein Fakt, den wir im Auge behalten müssen, ob wir wollen oder nicht.

    Mit blindem Aktionismus tausende von gesunden Vögeln zu töten, mit der Staatsmacht über ganze Dörfer herzufallen, oder Bundeswehr, Feuerwehr und Polizei durch die Gegend fahren zu lassen, hilft sicher nicht weiter, sondern unterstreicht nur, wie wenig die Verantwortlichen diesem Problem gewachsen sind.
     
  7. Yogi

    Yogi Stammmitglied

    Dabei seit:
    24. März 2006
    Beiträge:
    208
    Zustimmungen:
    4
    Frage,

    ist es nicht so das jedes Leben mutieren kann?
    Muß ich jetzt vor allem Angst haben?
    Wenn ja,bitte einen Strick schicken.(Adresse auf Nachfrage)

    Yogi
     
  8. #27 Gänseerpel, 23. August 2007
    Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

    Dabei seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    999
    Zustimmungen:
    0
    Es kommt auf die Größenordnungen an:

    Die Entwicklung des Menschen aus einem menschenähnlichen Primaten umfasste eine Änderung des Erbguts von etwa 2%, und dauerte etwa 8 Mio Jahre.

    Zu einer Änderung von 2 % seines Erbguts braucht ein RNA Virus gerade mal 5Tage, das ebtspricht etwa der Zeit, die er benötigt, um vom Mund in den Magen zu gelangen.

    Hochpathogene Viren unterscheiden sich von harmlosen oft nur durch Unterschiede von Bruchteilen eines Prozents in ihrem Erbgut.
     
  9. #28 Standard mit D, 3. September 2007
    Zuletzt bearbeitet: 3. September 2007
    Standard mit D

    Standard mit D am Ende :)

    Dabei seit:
    23. August 2007
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    1
    Das kann man bei jeder Wahrscheinlichkeit sagen. Aus irgendeinem Grunde, werden bei H5N1 aber andere Maßstäbe angelegt ...

    Dann dürfte es aber noch wesentlich mehr Viren geben, die nach einer Mutation potenziell gefährlich wären, als "nur" H5N1. Sollten wir schonmal die Feuerwehr rufen?
     
  10. Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

    Dabei seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    999
    Zustimmungen:
    0
    Wenn man eine solche Behauptung in den Raum stellt, wäre es schön, wenn wir auch Belege oder Details dazu zu sehen bekommen würden. In Bezug auf Influenza gibt es zahlreiche Arbeiten hierüber. z.B. hier.
     
  11. #30 Standard mit D, 8. September 2007
    Standard mit D

    Standard mit D am Ende :)

    Dabei seit:
    23. August 2007
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    1
    @ Gänseerpel: Du hast ja Recht - das war nur theoretisch gesprochen. Ich bin kein Virologe und habe keine Belege.

    Es ist nur so, dass Influenza ein eher abstraktes Risiko darstellt und dieser Umstand unglücklicherweise gelegentlich dazu genutzt wird, um alles mögliche zu rechtfertigen (meine natürlich nicht Dich damit). Im Gegensatz zu dem Risiko, im Straßenverkehr umzukommen, lassen sich bei der Vogelgrippe keine verlässlichen Prognosen stellen, z.B. was die Anzahl der Opfer angeht. Ich wollte damit nur sagen, dass es in diesem Leben viele wage Risiken gibt, und es nicht helfen wird, sich oder anderen deshalb das Leben zur Hölle zu machen (wieder kein Vorwurf gegen Dich).
     
  12. Anzeige

    schau mal hier [hier klicken]. Bestimmt findest du dort etwas feines.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  13. Redcap

    Redcap Stammmitglied

    Dabei seit:
    14. August 2004
    Beiträge:
    169
    Zustimmungen:
    0
    Nur kann man Risiken schlecht miteinander aufrechnen ... bestehen tut jedes für sich alleine ...
     
  14. Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

    Dabei seit:
    29. März 2005
    Beiträge:
    999
    Zustimmungen:
    0
    Schon gelesen?

     
Thema:

Tote Ente und viel Theater

Die Seite wird geladen...

Tote Ente und viel Theater - Ähnliche Themen

  1. Dunkle Ente mit weißem Brustfleck

    Dunkle Ente mit weißem Brustfleck: Hallo, Mitte November fiel mir diese Ente im Park in Essen, Nordrhein-Westfalen, auf. Ist es ein eigene Art oder (was ich vermute) eher ein...
  2. Alle Zebrafinken lagen tot auf dem Boden

    Alle Zebrafinken lagen tot auf dem Boden: Hallo, ich bin grade nach draußen in meine Außenvoliere gegangen und habe alle 16 Zebrafinken tot auf den Boden vorgefunden. Gestern waren noch...
  3. Das große töten beginnt...

    Das große töten beginnt...: Zugegeben, etwas reißerisch der Titel, aber er hat einen waren Kern... Zitat: Nichtgewerbliche Besitzerinnen und Besitzer dürfen ihre auf der...
  4. Ente getötet - verletzter Erpel allein

    Ente getötet - verletzter Erpel allein: Hallo zusammen, ich hoffe, ihr könnt mir helfen! Unsere Laufente wurde gestern von einem Hund getötet, der über unseren Gartenzaun gesprungen...
  5. Hilfe ! 4 Pommernenten in schwarz und 4 gescheckte Zwergenten suchen ein schönes Zuhause !

    Hilfe ! 4 Pommernenten in schwarz und 4 gescheckte Zwergenten suchen ein schönes Zuhause !: Suche dringend für insgesamt 8 Enten ein neues Zuhause ! Die Tiere sind sehr zahm . Mit Hunden und Katzen aufgewachsen. Brauchen einen sicheren...