Über die Halsbandsittiche die in Deutschland freileben

Diskutiere Über die Halsbandsittiche die in Deutschland freileben im Edelsittiche Forum im Bereich Sittiche; Hallo! Habe gestern gehört, dass in der nähe von Bonn eine Kolonie von Halsbandsittichen(oder so ähnlich) in freier Wildbahn leben soll!! Ist...

  1. Astraia

    Astraia Guest

    Hallo!

    Habe gestern gehört, dass in der nähe von Bonn eine Kolonie von Halsbandsittichen(oder so ähnlich) in freier Wildbahn leben soll!! Ist das überhaupt möglich?? Und vor allem wie überleben die den Winter?? Die leben doch sonst in Australien!!

    Gruß Yeah
     
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  3. #2 Christian, 2. Juni 2004
    Christian

    Christian Foren-Guru
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  4. Astraia

    Astraia Guest

    Also, ich war vor kurzem in Bonn und ich finde es einfach nur genial, wenn diese Vögel in freier Wildbahn in Deutschland leben!! Es ist einfach nur schön, wenn sie von Baum zu Baum fliegen oder sich jagen!!

    Was mich ja immernoch erstaunt, dass es so viele sind und dass sie mitten unter den Menschen leben!! Dort, wo ich war hatte die Vögel ihre Nester an einem Sportplatz errichtet!! Das fand ich schon beachtlich!!

    Gruß Astraia
     
  5. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Ja, echt erstaunlich, wie anpassungsfähig sie sind ... würde ich auch gerne mal live sehen ... kenne es bislang leider nur von Fotos.
     
  6. Rudi

    Rudi Foren-Guru

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    Hallo,
    an meinem Fenster auf der Arbeit fliegt jeden morgen ein Schwarm großer Alexandersittiche vorbei. Außerdem gibt es in Köln rund um den Zoo eine Kolonie von teilweise 60-70 Vögeln von Halsbandsittichen. Da es mittlerweile so viele sind dehnt sich ihr Verbreitungsgebiet schon außerhalb Kölns aus.
    Eigentlich sieht man sie in Köln und Umgebung schon überall.
    So long
     
  7. solcan

    solcan Foren-Guru
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    Hallo

    Die Halsbandsittiche haben sich in den letzten Jahren weiter ausgebreitet. In Köln gibt es ja sehr viele, aber auch in Bonn, in Frechen und in Brühl gibt es welche. Im Schlosspark von Brühl brüten sie auch, es ist zur Zeit noch eine kleine Kolonie von ca. 24 Vögeln. ( Selber gezählt, keine Garantie auf Vollzähligkeit ) :D

    Gruss
     
  8. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Rudi, hi Hans!


    Ob das auf Dauer wohl in irgendeiner Form das ökologische Gleichgewicht beeinflussen könnte?
     
  9. #8 Mischi1302, 5. Oktober 2004
    Mischi1302

    Mischi1302 Stammmitglied

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    In Mannheim im Luisenpark hat sich auch eine ganze Kolonie von Halsbandsittichen nieder gelassen. Ich verbringe immer meine Mittagspause dort und genieße es, wenn sie kreischend von Baum zu Baum fliegen.

    LG
    Michaela, 7 Wellis und 4 Schönsittiche
     
  10. Astraia

    Astraia Guest

    in bonn gibt es schon überlegungen, etwas gegen die sittiche zu unternehmen, da sie denn einheimischen vögeln die nistplätze wegnehmen!
     
  11. Christian

    Christian Foren-Guru
    Moderator

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    Aha, soetwas dachte ich vermutet ... es gibt also doch entsprechende Einflüsse auf das ökologische Gleichgewicht.
     
  12. Astraia

    Astraia Guest

    ist ja eigentlich auch logisch!! wenn man sich überlegt wie viele das sind, da nehemen die aber bestimmt nicht nur die nistplätze weg, sondern auch die nahrung........
     
  13. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Ja ... wenn man erstmalig von den heimischen freilebenden Halsies hört, hat man echt keine Vorstellung davon, wie viele es mittlerweile sind.

    Echt erstaunlich, wie anpassungsfähig sie sind.
     
  14. Akrep

    Akrep Guest

    Ich bin auch öfter in Luisenpark wegen meine Tochter sie libt die tiere.
    Ich habe auch bilder gemacht hier ein parr, ich füttere auch die.
    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  15. #14 psittacula, 2. Januar 2005
    psittacula

    psittacula Foren-Guru

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    Hallo Ihr Lieben,

    alle sollten mal Detlevs Seite lesen! Und evtl. auch unsere gemeinsamen Artikel dazu in der Papageienzeitung oder in der WP!

    Halsbandsittiche nehmen keinen heimischen Vögeln die Nistplätze weg, jedenfalls konnten wir dies bei unseren Untersuchungen in Düsseldorf, Köln, Bonn, Wiesbaden, Mainz, Mannheim und wo wir sie sonst noch beobachtet haben bisher nicht feststellen. Die ökologische Nische der Sittiche ist in Europa nicht besetzt und daher ist die Konkurrenz eher gering.

    Viele ist immer relativ, es gibt auch viele Tauben, Stare, Meisen etc. bei uns, dagegen gibt es noch sehr wenig Sittiche.

    Anpassungsfähig würde ich es auch nicht nennen, sie kommen mit unseren Umweltbedingungen eben so grade zurecht.

    Astraia, woher stammt die Info in Bonn wolle man etwas gegen die Tiere tun? Es ist prinzipiell nicht erlaubt etwas gegen wildlebende heimische Vogelarten zu tun, und dazu werden die Halsis inzwischen gezählt!

    Und wo ist der Brutplatz an einem Sportplatz mit Nestern??

    alledeutschenhalsispersönlichkenn

    Tobias
     
  16. #15 HansWilhelm, 7. Januar 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Januar 2005
    HansWilhelm

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    3. @ psittacula: An Deinen Ergebnissen, was die klimatische Ausbreitungsgrenze des Halsbandsittichs betrifft, wäre ich schon sehr interessiert. Ich habe den Halsbandsittich zu meiner großen Trauer in Berlin aussterben sehen und frage mich natürlich seitdem nach den Ursachen. Der Halsbandsittich hat in Berlin mindestens drei mal erfolgreich gebrütet (in Trauerweiden). Es wäre mal nett, wenn Du kurz einmal thesenmäßig Deine Ergebnisse ins Forum schreiben könntest. In Berlin interessiert sich leider niemand für diese Art. Du kannst mir gern auch privat mailen, falls Du es in digitaler form hast. Meine Adresse: HansHassenpflug@gmx.de

    4. Wo ich gerade mal am schimpfen bin: Auch die Arbeit von Ulrike Ernst fand ich langweilig und teilweise zusammenhangslos irgendwelche funktionellen Beziehungen (Kopulationsdauer in Sekunden) zusammenschreibend. Es ginge darum, diesen Neubürger in unserer Vogelwelt zunächst einmal in seiner Verschiedenheit gegenüber allen anderen Arten wesensmäßig zu erfassen, seine Monographie in qualitativen Termini zu entwerfen. Um es übertrieben auszudrücken: Erst muss ein Alfred Brehm - oder ein Naumann oder ein Heinroth - an diesen Vogel gesetzt werden, dann können von mir aus die Analphbeten mit ihren Stoppuhren und Protokollbögen kommen. Wir durfen nicht vergessen, dass unsere heimischen Vögel diese großen, auch der Poesie und Popularisierung fähigen, Wissenschaftler zur Beschreibung mal hatten. Der Halsbandsittich aber noch nicht und ich sehe keinen, der diese Lücke zur Zeit schließen könnte.
     
  17. #16 psittacula, 7. Januar 2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Januar 2005
    psittacula

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    Zu HansWilhelms Fragen:

    Der Halsbandsittich ist derzeit in Europa klar westeuropäisch mit einer Bindung an wintermildes Klima Verbreitet, die Vorkommen in Belgien und Südengland sind dabei wesentlich schneller gewachsen als die im Rheinland, während die Vorkommen im kontinentalen Europa entweder auf niedrigem Niveau stagnieren oder wieder erloschen sind. Ohne Zweifel können Halsbandsittiche Frost und Schnee überleben, dass müssen sie hier im Rheinland auch, je kontinentaler das Klima wird, um so weniger scheinen sie jedoch die Winterverluste durch Reproduktion wieder ausgleichen zu können. Eine klimatische Grenze kennen wir noch nicht, Detlev hat die Verbreitung auf seiner Homepage mal mit der 0°C Isotherme im Januar mit guter Übereinstimmung verglichen.

    Für das Rheinland habe ich auch noch phänologische Daten (Beginn der Apfelblüte) zu Grunde gelegt, da auch der Beginn des Frühlings für die optimale Versorgung der Jungvögel eine Rolle zu spielen scheint.

    So, für heute soll dies mal reichen.

    Gruß

    Tobias
     
  18. #17 HansWilhelm, 10. Januar 2005
    HansWilhelm

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    Nochmal @ psittacula:

    Die Verbreitungsgrenze einer Art ist dort, wo der Bestand dieser Art nur durch Zuflüsse aus einem Überschussgebiet aufrecht erhalten werden kann. Das heißt, die Reproduktion ist dort bereits negativ und ohne Zustrom von Individuen aus einer „ökologischen Quelle“, also dem Überschussgebiet, würde sie dort aussterben.

    Im Rheinland vergrößert sich der Bestand dieser Art offenbar, also kann dort nicht die Verbreitungsgrenze sein. (Aus dem Material von Dieter Zingel kann der sigmoide, also anfangs exponentielle Verlauf der Populationsentwicklung und damit der Reproduktionsfaktor genau berechnet werden). Wahrscheinlich haben die Rheinstädte noch längst nicht ihre Grenzkapazität erreicht und so wird die Anzahl weiter fleißig zunehmen und das Areal sich weiter vergrößern.

    In Berlin habe einige Individuen nachweislich mehrere Jahre draußen gelebt. Würden nach Berlin jährlich einige – sagen wir fünf – Individuen zufliegen, so wäre das Überleben der dortigen Population kein Thema gewesen und Berlin wäre Verbreitungsgrenze im obigen Sinne. Aber aus welcher „ökologischen Quelle“ sollen diese Vögel kommen? Das Rheinland ist mehrere hundert Kilometer weit weg und bevor sich ein Halsbandsittich auf nach Berlin macht, müsste in seiner näheren Geburtsumgebung für ihn nichts mehr drin sein. Mit Wien, Innsbruck oder Hamburg dürfte das ähnlich zu sehen sein.

    Nur so am Rande: In England ist der Habicht flächendeckend ausgerottet worden. Dessen Wiederbesiedlung hat in den Wäldern von Wales begonnen und den Südosten noch nicht erreicht, oder? Außerdem wird in England Wildvogelfutter in Zentnerportionen verkauft und massenhaft wie blöd in die Vogelhäuschen gestreut. Beide Faktoren können für eine größere Vermehrungsrate mit verantwortlich sein. In Berlin ist der Habicht übrigens allgemein verbreitet (80 Brutpaare!) und so urbanisiert, dass ich sein Nest mit Jungen in einem Biergarten gefunden habe, nur etwa 8 Meter über den Köpfen der Leute, die dort zu Hunderten bis Mitternacht Radau machten, mitten in der Stadt, 200 Meter Luftlinie zum Hauptbahnhof. Den Einfluss des Habichts auf den Halsbandsittich kann ich durch Rupfungsfunde dokumentieren. Das gefährliche am Winter ist für den Halsbandsittich wahrscheinlich nicht die Kälte, denn ich habe freilebende bei –22° ziemlich unbeeindruckt gesehen, sondern der Zuzug von Habichten und vielen Sperbern aus Skandinavien und Osteuropa in die innerstädtischen Habitate Mitteleuropas.

    Einstweilen haben wir eine langsame und stetige Ausbreitung des Halsbandsittichs im Rheingebiet. Ob es einen „Outbreak“ geben wird? Wenn, dann hoffentlich bald!
     
  19. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    wenn Klima keine Rolle spielen würde, müssten sich die Halsbandsittiche in geeigneten Habitaten z.B. im Wiesbadener Umland ansiedeln. Das tun sie aber nicht. Ihre Verbreitung folgt auch kleinräumig sehr genau den klimatisch begünstigten Gebieten.

    So siedeln sie etwa in Eltville oder Ginsheim im Rheintal nicht aber in Mainz Finthen oder Wackernheim, wo es Sichtungen gibt - beides ist wie auch Darmstadt (Ohne Besiedlung) eine Winzigkeit zu kalt. Das warme Mainzer Gonsbachtal wird dagegen besiedelt.
    Das gleiche kann man auch in Heidelberg beobachten: weder das klimatisch ungünstige Neckartal noch die Parkanlagen am Schloss (mit zahlreichen geeigneten Brutbäumen und Gärten) werden besiedelt. Dabei ist Heidelberg klimatisch etwas wärmer als Wiesbaden. In Heidelberg ist sogar die Brut in Fassaden üblich. Hier werden brutbaum- und nahrungsbaumarme warme Gebiete kalten nahrungsbaum- und brutbaumreichen Gebieten vorgezogen.

    Der Hinweis mit Habichten ist gut, wieviele Funde waren es denn? Auch Wanderfalken - die gute Halsbandsittichprädatoren sind - fehlen in GB im Halsbandsittichverbreitungsgebieten. Wanderfalken fehlten bei den etablierten deutschen Populationen in deren Gründerzeit. Das ist sicher ein Faktor, vermutlich aber nicht der Entscheidende.

    Gruesse,
    Detlev
     
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  21. #19 HansWilhelm, 11. Januar 2005
    HansWilhelm

    HansWilhelm Mitglied

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    Da Halsbandsittiche – obwohl grün – keine Pflanzen oder Frösche sind, können sie die zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen nötige Wärme durch ihren Stoffwechsel erzeugen. Dieser ist auf die Ressourcen der Umwelt angewiesen. Deshalb besteht für jeden Vogel eine enge Bindung an ein bestimmtes Biotop. Da der Halsbandsittich kein Zugvogel ist, müssen die für sein Überleben wichtigen Ressourcen kontinuierlich über das ganze Jahr zur Verfügung stehen. An dieser Stelle wird die Frage des Klimas auf jeden Fall relevant, sonst stünde sie nur in einem assoziativen, aber nicht ursächlichen, Zusammenhang mit der Deutung des Verbreitungsmusters und verwiese in diesem Falle in Wirklichkeit auf ein ungelöstes Problem.

    Psittaculas Beitrag, ein zeitiger Frühjahrsbeginn sei für die Aufzucht der Jungvögel unabdingbar, ist deshalb insofern bedenkenswert, als er die Frage des Klimas als Frage nach den Ressourcen stellt. Bei Zingel lese ich nach, dass er für die Brutperiode folgende Bandbreite beobachtete.
    Eiablage früh: 22. Februar Ausflug der Jungen: 6. Mai
    Eiablage spät: 13. Mai, Ausflug der Jungen: 22. Juli.
    In dieser Bandbreite liegt also sein Anpassungsvermögen an einen frühen, bzw. späteren Frühjahresbeginn. Vom erfolgreichen Brüten hat sich der Halsbandsittich in Berlin jedenfalls nicht abhalten lassen. Dazu wurden Trauerweiden in Berlin-Dahlem aufgesucht, Platanen wurden ignoriert. Dahlem ist ein Villenvorort mit einer wesentlich niedrigeren Temperatur als die aufgeheizten innerstädtischen Bezirke. Die dokumentierten Nahrungspflanzen stehen überall ausnahmslos zur Verfügung. Wenn der „Tick Wärme“ also dort, wie auch in Darmstadt, die erfolgreiche Etablierung verhindert hat, müsste herausgefunden werden, welche physiologischen oder Biotopansprüche der fehlende Tick Wärme als nicht erfüllbar erkennen ließ. Psittaculas Hypothese stünde hier vor ihrer Bewährungsprobe.
     
  22. Detlev

    Detlev -

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    Moin, Moin,
    die Angaben bei Zingel beruhen auf den Beobachtungen weniger Bruten, die auch Ausnahmen umfassen. Zum groben Festlegen des Brutzeitraumes langt das. Leider fehlen bei ihm bei Daten die aus mehreren Jahren stammen klimatische Angaben.

    Was man benötigt sind nicht verallgemeinerte Einzelangaben, sondern statistische Angaben darüber wann die meisten Halsbandsittiche brüten. Das ist ein Grund warum ich an 'meinem' Schlafbaum nach Möglichkeit wöchentlich zähle. In der Brutzeit sinkt die Zahl der Sittiche am Schlafbaum sehr schnell ab um am Ende der Brutzeit sehr schnell anzusteigen. Bisher sieht es danach aus als ob die Halsbandsittiche relativ synchron brüten (wenige Ausnahmen fallen statistisch nicht ins Gewicht und sind durch Schlafbaumzählungen nicht zu ermitteln). Die Zahlen sinken in der letzten Februar bzw. ersten Märzwoche, also deutlich vor der Eiablage. Auch der Vergleich zwischen einem warmen und einem kalten Jahr ist möglich, vorsichtig formuliert: im warmen 2003 fingen einige Tiere etwas früher an, im eher kalten 2004 deutlich später, aber nicht später als das Gros der Tiere 2003. Leider habe ich dazu erst Daten aus zwei Jahren zusammen, das dritte Jahr läuft noch.

    Die Beobachtungen von Brut und Schlupf auf Sri Lanka die Zingel mitteilt liegen vor den Zeiten für Wiesbanden, was aus mehreren Gründen zu erwarten ist.

    Der Energieaufwand von Vögeln besitzt im Jahr drei Höhepunkte:
    1. Winter (Temperatur/Nahrungsmangel/Wegzug)
    2. Brut (Aufwand für Balz, Eiproduktion, Brutpflege, Nahrung für Jungvögel)
    3. Mauser

    Zäumen wir das Pferd am Schwanze auf: Die Mauser liegt nach der Brutzeit, deren Ende lässt sich durch Auflesen von Federn unter dem Schlafbaum (gesucht wird Handschwinge 10 als Abschluss der Mauser) gut bestimmen. Zingels Angaben über Schwanzfedermauser sind zwar interessant, wichtiger wäre aber die Mauser von HS 5 und HS 10 wobei HS 10 einfach zu identifizieren ist. 2004 konnte ich HS 10 über 6 Wochen sammeln mit einem deutlichen dreiwöchigen Schwerpunkt. Auch das ist erstaunlich synchron. Klimatische Wirkungen über Nahrungsangebot o.ä. dürfte dabei unbedeutend sein. Vielmehr dürften innere Rhythmen sprich der Spiegel von Sexualhormonen dafür verantwortlich sein.
    Zur Brut siehe oben.
    Da der Termoneutralpunkt von Halsbandsittichen unbekannt ist, schätze ich kann man dazu nicht viel sagen. Winterlicher Nahrungsmangel und Brut passen jedenfalls nicht zusammen.

    Gruesse,
    Detlev
     
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