Überlebenszeit des Influenzavirus in der Außenwelt

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  1. #1 Gänseerpel, 5. November 2005
    Gänseerpel

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    Ein wichtiges epidemiologisches Kriterium bei der Beurteilung des Gefahrenpotenzials des Influenza Virus ist die Überlebens- und damit Infektionsfähigkeit (Tenazität) des Virus in der Außenwelt. Die Angaben in der internationalen Literatur widersprüchlich. Im folgenden sind einige Angaben von verschiedenen Autoren zusammengestellt. Insgesamt lässt sich sagen, dass das Virus in der Außenwelt vergleichsweise wenig resistent ist

    Auf inerten Medien (z.B. Kunststoff, Holz etc) ist eine Überlebensfähigkeit von 1 – 2 Tagen in Abhängigkeit von Temperatur und Feuchtigkeit belegt. (1). Speziell für das humane Influenzavirus werden 2 – 8 Std angegeben (5). In organischem Material wie Körpersekret, Kot, etc kann das Virus aber, insbesondere bei niedrigen Temperaturen einige Monate überstehen (2).
    Überlebenszeit in organischem Material (Kot, Geflügelfleisch und Eier):
    bei 4° C: 30 Tg (2) , bei 20° C: zwischen 3 (4) und 7 Tg, bei 22 ° C: 4 Tg (2)(3) In Flüssigmist kann das Virus bis zu 105 Tagen infektionsfähig bleiben (2)(7). In gefrorenen Material ist die Haltbarkeit unbegrenzt 1)
    Temperaturen über 60° töten das Virus sicher ab (60° in 5 min; 100° in 1 min (6) Es ist empfindlich gegen Hitze Trockenheit, extreme pH-Werte (pH< 5 und > 11) und Desinfektionsmittel (2) Direktes Sonnenlicht inaktiviert das Virus ebenfalls 4) Desinfektionsmedien wie Formaldehyd, Peressigsäure wirken zuverlässig (5).

    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass trotz nur geringer Haltbarkeit an der Außenwelt, bei Vorliegen des Virus in organischem Material bezogen auf die Wintermonate von einer mehrmonatigen Infektionsfähigkeit ausgegangen werden muss

    Autorenverzeichnis
    (1) http://www.baua.de/prax/abas/besch609.pdf
    (2) http://vogelgrippe.fasthoster.de/vogelgrippe.htm
    (3)
    http://www.hmulv.hessen.de/imperia/.../vogelgrippe/massnahmenkatalog_kgp_060905.doc
    (4) http://www.kyeemafoundation.org/rural_poultry/Avian Influenza.htm
    (5) http://www.cdc.gov/flu/about/qa/preventing.htm
    (6) http://www.afssa.fr/ftp/afssa/32093-32094.pdf
    (7) http://www.lkclp.de/2_kreisverwaltu...lebensmittelueberwachung_tierseuchen_gp.shtml
     
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  3. Gänseerpel

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    Vergleichende Überlebenszeit (Tenazität) verschiedener Erreger

    1 Klassische Geflügelpest (Aviäre Influenza)

    weltweit verbreitet, befällt ein breites Spektrum von Vögeln, Säugetieren und den Menschen.
    Erreger ist ein behülltes RNA virus unterschiedlicher Morphologie.

    Tenazität:
    relativ hoch. Der Erreger ist im gesamten Tierkörper, im Blut, Kot, Nasenschleim sowie auf bzw. in den Eiern kranker Tier enthalten und bleibt lange Zeit ansteckungsfähig.
    Wichtig sind die Umweltbedingungen: Feuchtigkeit und Kälte schützen den Erreger. Bei höheren Temperaturen sinkt die Überlebenszeit.
    (siehe auch voriges posting)

    2 Die Atypische Geflügelpest (Newcastle Krankheit)
    oder Newcastle Krankheit ist hochkontagiös, weltweit verbreitet, und befällt die unter natürlichen Bedingungen vor allem Hühnervögeln und fürht hier zu schweren Verlusten.
    Ätiologie:
    Paramyxovirus Serotyp 1, entsprechend der Virulenz: apathogene, lentogene,
    mesogene, velogene Stämme;

    Tenazität:
    Relativ hoch. Bei – 20° bliebt das Virus in Knochenmark, Muskulatur von Geflügel sowie Federn bleibt das Virus mehrere Monate infektiös. Im Gegensatz zur Influenza kann das Virus durch Eintrocknung, also in trockenem Milieu, jahrelang infektiös bleiben.

    Bei Raumtemperatur können Federn bis zu 123 Tage, Kot 16 Tg, Wasser bis zu 58 Tg und Erde 65 Tage infektiös bleiben.

    Im pH Bereich 3 bis 11 bleibt das Virus stabil

    Die meisten Desinfektionsmittel (Detergens, Hypochlorid, Alkali,
    Glutaraldehyd, Formalin, Virkon sind wirksam.

    5. Psittakose (Ornithose)
    Bei Vögeln, Nutzgeflügel, Wild meist subklinisch verlaufende bakterielle Infektionskrankheit . Beim Menschen ist eine akut fieberhaft verlaufende, grippeähnliche Verleufsform möglich, ggf mit Atembeschwerden.

    Beim Menschen und Psittaziden wird die Erkrankung als Psittakose bezeichnet, bei allen anderen Vögeln als Ornithose.

    Empfängliche Arten:
    Verschiedene Vogelarten, vornehmlich Papageien und Sittiche (Psittaziden). Beim Nutzgeflügel sind Truten am empfänglichsten. Mensch und andere Säuger.
    Erreger:
    Chlamydophila psittaci. Unbewegliche, gramnegative, intrazelluläre Bakterien mit komplexem Entwicklungszyklus.

    Tenazität:
    Die infektiösen Elementarkörperchen besitzen außerhalb des Wirtes eine hohe
    Tenazität. In dieser Form ist der Erreger in Staub über Monate überlebensfähig.
    Die Retikularkörperchen haben hingegen eine geringe Tenazität.
    C. psittaci-Stämme bei Vögeln sind in acht Serotypen eingeteilt. Sie stellen neben den C. psittaci-Isolaten der Säuger eine eigene Gruppe dar.


    Literatur.
    Seuchenplan Veterinärmedizinische Universität Wien

    Asplin F.D. (1949) Observation on the viability of Newcastle disease. Veterinary Record 61
    (13), 159-160

    AQIS (Australian Quarantine and Inspection Service) (1991) Discussion paper on the importation of fresh frozen and cooked chicken meat and products from the USA, Denmark, Thailand and New Zealand, Department of Primary Industries and Energy, Canberra

    Ausvetplan (Australian Veterinary Emergency Plan) http://www.aahc.com.au/ausvetplan/

    Buxton A. and Fraser G. (1977) Cited in Lancaster J.E. (1981). Newcastle Disease. In Virus Diseases of Food Animals Vol II (ed Gobbs E.P.G) Academic Press, London, p 438

    Fenner F.F:, Bachmann P.A., Gibbs E.P.J., Murphy F.A., Studdert M.J., White, D.O: (1987) Paramyxoviri. In Veterinary Virology, Academic Press, Orlando, Florida, p 493dae

    Lieberman H., (1992) Newcastle disease. In: Lehrbuch der veterinärmedizinischen Virologie, Gustav Fischer Verlag Jena, pp 83

    Omojola and Hanson (1986) Collection of diagnostic specimens from animals in remonte areas. World Animal Review 60, 38-40

    key words: intrazellulär, Überlebenszeit, Vergleich
     
  4. Redcap

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    Ach da ist es ja ...
     
  5. Hennchen

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    Weitgehende, aber nicht vollständige Überschneidung mit Post 1:
    Hier auf Seite 12 wird auch nochmal die Tenazität aviärer Influenzaviren geschildert:
    http://d-nb.info/1027150543/34
     
  6. Redcap

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    Aus einer Region in der eine höhere UV-Strahlung zu erwarten ist, als in der Schattenwelt hierzulande.
    Survivability of Highly Pathogenic Avian Influenza H5N1 Virus in Poultry Faeces at Different Temperatures - Springer

    Besonders interessant ist die Überlebenszeit in Aerosolen. Deswegen ist es auch kein Wunder, dass sich z.B. Newcastle Viren bis zu 40 km in Aerosolen fortbewegen, ähnlichen Reichweiten sind auch bei Influenza-Viren zu erwarten. Das Spezial-Thema Aerosole kann man auch in einem blauen Kasten im Fowl Play-Artikel lesen.
    Weiterführende Literatur welche die Träumerei mancher Leute, dass Freilandhaltung sicher ist ad absurdum führt.
    Man muss nur Studien aus Asien lesen. Dort wurde noch 2006 je nach Land 70 - 90 % des Geflügels in Freilandhaltung produziert.
    Was da abging, müssen wir nicht nach machen!
    ** Sobsey M.D., Meschke J.S. Virus Survival in the Environment with Special Attention to Survival in Sewage Droplets and Other Environmental Media of Fecal or Respiratory Origin. World Health Organization; Geneva, Switzerland: 2003. p. 5
    https://www.unc.edu/courses/2008spr...Report_21Aug2003.pdf#page=5&zoom=auto,-99,496
    Ssematimba A, Hagenaars TJ, de Jong MCM (2012) Modelling the Wind-Borne Spread of Highly Pathogenic Avian Influenza Virus between Farms. PLoS ONE 7(2): e31114. doi:10.1371/journal.pone.0031114
    Modelling the Wind-Borne Spread of Highly Pathogenic Avian Influenza Virus between Farms
     
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