Unklare Todesfälle

Diskutiere Unklare Todesfälle im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hatte in diesem Jahr eine erfolgreiche Zucht, vor gut 4 Wochen lag jedoch ein Kanari tot in der Außenvoliere. Auffällig war, dass ein Bein und das...

  1. Balu2003

    Balu2003 Guest

    Hatte in diesem Jahr eine erfolgreiche Zucht, vor gut 4 Wochen lag jedoch ein Kanari tot in der Außenvoliere. Auffällig war, dass ein Bein und das Fußgelenk angeschwollen waren. Gleichzeitig war bei einem anderen ein Auge dick zugeschwollen. Der Tierarzt meinte, es sei eine Bindehautentzündung und verordnete Gent-Ophtal-Augensalbe, mit der ich das Auge mehrere Tage behandelte. Die Schwellung ging fast vollständig zurück und das Auge öffnete sich wieder. Danach kam es nach und nach zu weiteren Todesfällen. Vorher putzmuntere Kanaris saßen plusterig auf der Stange, rangen nach Luft, niesten, magerten ab und waren am nächsten Tag tot. Bei einigen waren ebenfalls Schwellungen an den Fuß-/Beingelenken oder am Auge erkennbar. Resultierte umgehend einen zweiten Tierarzt, der 2 tote Tiere obduzierte und vorsorglich das Antibiotikum Baytril für das Trinkwasser verordnete, welches ich 10 Tage lang geben sollte. Im Obduktionsergebnis konnten dann aber keine bakteriellen Erkrankungen der Organe nachgewiesen werden. Man tappt im Dunkeln und schlägt nun vor, bei weiteren Todesfällen einen zur Untersuchung nach Gießen oder Hannover (Klinik) zu schicken. Heute morgen wieder ein Todesfall, 2 weitere wieder mit angeschwollenen Gelenken und einer niesend und nach Luft japsend, Medizin wirkt also nicht. Werden wohl alle das Wochenende nicht überstehen. Bin ziemlich ratlos. Habe sowas in meinen über 20 Zuchtjahren noch nie erlebt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß jemand Rat?
     
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  3. Brieftaube

    Brieftaube Guest

    Uff, das klingt ja sehr schrecklich!
    Ich kann dir leider auch nicht helfen, aber ich wünsche das deine restlichen Vögel das doch überstehen und du noch Hilfe bekommst!
    Möchte mir das alles gar nicht vorstellen müssen!
     
  4. Fleckchen

    Fleckchen Schiebemeister

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    Spontan fallen mir da nur Kanarienpocken ein! Aber wenn TA im dunkeln tappen...?
    Vorausgesetzt sie kennen sich mit der Materie aus.
    erich
     
  5. Nancy

    Nancy Samtpfotenpflegerin

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    Hallo...

    ich tippe hier auch auf Kanarienpocken.

    Ist dein TA denn vogelkundig???

    Meines Erachtens nach, solltest du deinen restlichen "Bestand" so schnell wie möglich gegen Kanarienpocken impfen lassen.

    Pockenerkrankungen treten vorwiegend im Sommer und im Frühherbst auf.
    Die Impftechnik gegen Kanarienpocken wird als Wing-Web bezeichnet.
    Dabei sticht der Tierarzt mit einer in Impfstoff getränkten Nadel in die dünne Flügelhaut des kleinen Vogels.
    Genau wie das krankmachende Kanarienpocken-Virus kann auch das Impfvirus nur durch die verletzte Haut in den Körper gelangen und dort die Bildung von Antikörpern anregen.
    Bis zu zehn Tage nach der Impfung muß das Badewasser aus Käfig und Voliere entfernt werden, um die Verbreitung des Impfvirus über das Wasser zu verhindern.

    Ich habe hier explizit den Eindruck, dass dein TA keine wirkliche Ahnung hat. :nene:

    Trotzdem drücke ich dir alle Daumen, dass weitere Todesfälle verhindert werden können.



    ______________
    Liebe Grüsse
    Nancy :(
     
  6. #5 Alfred Klein, 23. Oktober 2005
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Also ich bin mir gar nicht sicher ob das Pocken sind.

    Aber ich stelle die Frage ob auch auf Ornithose getestet wurde.
    Die Erreger dieser Infektion, die Clamydien, müssen schon gesondert identifiziert werden. Eine normale Untersuchung auf bakterielle Infektion ist nicht ausreichend, die Clamydien müssen über einen speziellen Färbetest identifiziert werden.
    Da ich nicht weiß ob der Tierarzt vogelkundig ist hier noch der Link zu unserer Datenbank mit vogelkundigen Tierärzten: http://www.vogel-faq.de/index.php?sid=90106&aktion=artikel&rubrik=009&id=7&lang=de
     
  7. Balu2003

    Balu2003 Guest

    Vielen Dank für die Tipps und Infos. War gestern erneut bei einem Tierarzt, der sich diagnosemäßig aber auch nicht genau festlegen wollte. Hat mir einen Pulvermix mitgegeben, der 8 Tage lang über das Wasser verabreicht werden muss. Von Impfen hielt er nichts, hierbei sei das Risiko für ggf. infizierte Vögel zu groß. Kann daher momentan nur abwarten.
     
  8. Elena

    Elena Stammmitglied

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    Hallo,

    für mich hört sich das auch nach Chlamydien an. Bei meinen Kanarien ist im Juni einer gestorben, während die anderen angefangen haben zu niesen, einer hatte etwas dicke Augen.

    Der Chlamydien-Nachweis dauert etwa 3 Wochen und muss, wie schon beschrieben, speziell angezüchtet werden. Sofern es Ornithose ist, musst Du die Voliere speziell mit Lysoform D desinfizieren und ich musste Baytril über 21 Tage übers Futter (Hirse) geben.

    Da bei meinen Vögeln im Kot immer kein Ornithose-Erreger nachgewiesen werden konnte, solltest Du den nächsten toten Vogel wieder einschicken und speziell auf Chlamydien untersuchen lassen.

    Viele Grüße

    Elena
     
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  10. #8 DieJasminII, 26. Oktober 2005
    DieJasminII

    DieJasminII Stammmitglied

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    Ich würde einen erkrankten Vogel auf Pocken und Ornithose testen lassen. Für mich hört sich das an, als wenn dein Tierarzt auf gut Glück therapiert! Und das darf nicht sein. Damit kann man mehr schaden als es gut ist.

    Erst muss eine Diagnose feststehen. Es sollte also ein Clamydientest gemacht werden. I.d.R. wird zum Beispiel ein Augenabstrich gemacht, diese in ein Labor geschickt und hier wird dieser auf Clamydien getestet. Ein Clamydientest kann allerdings bis zu zehn Tagen dauern. Weiterhin sollte auf Pocken getestet werden. Ich schätze mal, dass hier auch entweder ein Abstrich gemacht wird oder evtl. auch Blut entnommen wird. Dieses wird dann wieder in eine Labor gesendet wo expliziert auf Pocken untersucht wird.

    Weiterhin würde ich einen Kropf- und Kloakenabstrich machen lassen, welcher in einem Labor auf baktieriell und pilzbedingen Krankheiten überprüft wird. Sollte ein Erreger gefunden werden, sollte weiterhin ein Antibiogramm gemacht werden.

    Mit diesen Test bist du mit Sicherheit auf der sicheren Seite, dass ein Erreger gefunden wird.

    LG - Jasmin
     
  11. Andrea 62

    Andrea 62 Guest

    ... das Problem bei der ganzen Sache ist jetzt aber, dass mit irgendwelchen AB (u.a. Baytril) herumtherapiert wurde und der mögliche Erreger deshalb evtl. schlecht nachgewiesen werden kann. D.h. das Ergebnis kann z.Z. verfälscht sein. Der Chlamydientest ect. hätte gleich am Anfang der Untersuchung stehen müssen.
     
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