Ursache für Ektoparasiten?

Diskutiere Ursache für Ektoparasiten? im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Ich habe mal eine Frage: Was ist die Ursache für Ektoparasiten und wie beugt man sie vor??? Reicht es regelmäßig Käfige/Zimmervoliere mit heißem...

  1. #1 jens1981nrw, 23. Dezember 2004
    jens1981nrw

    jens1981nrw Guest

    Ich habe mal eine Frage: Was ist die Ursache für Ektoparasiten und wie beugt man sie vor??? Reicht es regelmäßig Käfige/Zimmervoliere mit heißem Wasser zu waschen oder sollte man auch sog. Umgebungssprays benutzen, um einen Befall vorzubeugen?
    Ist es richtig, dass sie durch Neutiere oder durch Äste von draußen eingeschleppt werden oder können sie auch "einfach so" angekrochen kommen?

    Eine Antwort wäre wirklich sehr nett.

    Schöne Grüße, Jens
     
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  3. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Lieber Jens,
    die Übertragungswege der Ektoparasiten ist artabhängig und unterschiedlich.
    Ektoparasiten können über andere Vögel, auch Wildvögel (Federbalgmilbe, Federspulmilbe, rote Vogelmilbe!), Nagetiere, Igel, über Äste, Zweige und Futter, ja auch über Trinkwasser (Luftsackmilbe!) eingeschleppt und verbreitet werden. Räudemilben werden eigentlich nur über direkten Körperkontakt übertragen. Federlinge können auch über Fluginsekten, z.B. Lausfliegen oder Stechmücken, übertragen werden.
    Mitursächlich können mangelnde Hygiene, aber vor allem Schwächung des Immunsystems durch andere Krankheiten, Antibiotika, Cortison, Streß, Vitaminmangel (bes. Vit. A!) sein. Es ist nicht anders als bei Pflanzen: Geschwächte Organismen sind immer anfälliger für "äußere Feinde". Bei kräftigen, gesunden Tieren oder Pflanzen haben Schädlinge viel geringere Chancen.
    Vom vorbeugenden Herumschweinen mit Sprays, die ja, sofern sie wirksam sind, alle recht starke Gifte sind (auch das als "natürlich" gelobte Pyrethrum ist ein Nervengift mittleren Kalibers!) rate ich dringend ab. Die Treibgase vieler Sprays sind übrigens auch dem empfindlichen Atemsystem der Vögel nicht zuträglich, von den Wirkstoffen ganz zu schweigen.
    Sinnvoll sind neben normal guter Hygiene ohne Chemie alle Maßnahmen, die der allgemeinen Immunstärkung dienen.
    Unsere Vögel kleben in einer Freivoliere und bekommen Naturäste aus unserem Garten, wie sie sind (nicht mit kochendem Wasser übergossen etc., nur nach Grobsichtung von evtl. Wilvogelkot befreit) und hatten noch nie Ektoparasiten. Übrigens auch keine Endoparasiten, obwohl sie in der Freivoliere auch den Boden (Naturboden) aufsuchen. Es ist wie bei kleinen Kindern: Normale Hygiene ist wichtig, aber Überängstlichkeit und übertriebene Hygiene schaden nur. Die Vögel von Züchtern, die zweimal in der Woche alles mit Sagrotan oder Lysoform desinfizieren und allerlei Sprays einsetzen, sind oft die anfälligsten.
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  4. #3 jens1981nrw, 24. Dezember 2004
    jens1981nrw

    jens1981nrw Guest

    Hallo Thomas,

    Vielen Dank für deine ausführliche und schnelle Antwort!!!

    Schöne Grüße, Jens
     
  5. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Jens,

    > Was ist die Ursache für Ektoparasiten

    Die böse Umwelt ;-) Ektoparasiten werden von aussen eingeschleppt. Sei es mit Vögeln, die zum Bestand hinzu kommen - sei es durch 'natürliches' Spielzeug wie Äste u.ä. Der bekannteste Ektoparasit z.B. - die rote Vogelmilbe - geht nicht nur auf Papageien. Jede Taube kann davon ein Lied singen... Und mit jedem Knabberzweig von draußen kannst du dir solche Teile einfangen.

    > und wie beugt man sie vor??? Reicht es regelmäßig Käfige/Zimmervoliere mit heißem Wasser zu waschen oder sollte man auch sog. Umgebungssprays benutzen, um einen Befall vorzubeugen?

    Nein, das ist sinnlos! Weil es da nichts 'vorzubeugen' gibt. Gegen wen willst du ein Insektizid einsetzen, wenn noch gar keine Insekten da sind ?! Du nimmst ja auch nicht lebenslang präventiv ein Anti-Läuse-Shampoo, wenn du gar keine Kopfläuse hast...

    Heiss waschen ist nett. Aber Vogelmilben beeindruckt das nicht im geringsten. Die harren leider jahrelang ohne Nahrung und unter extremen Bedingungen aus. Die 60 °C, die das 'heisse' Leitungswasser hat, überleben die locker.

    > Ist es richtig, dass sie durch Neutiere oder durch Äste von draußen eingeschleppt werden oder können sie auch "einfach so" angekrochen kommen?

    Beides. Aber eher ersteres. Einen Befall solltest du erst bekämpfen, wenn er wirklich da ist. So viele Ektoparasiten gibt es bei den Geiern ja nicht. Meist die Blutsauger-Vogelmilbe, selten Federlinge, ebenso selten Horn-/Räudemilben oder Luftsackmilben. Und die erkennt man sofort, wenn man weiss, wonach man suchen muss.

    'Präventiv' mit irgendwelchen Sprays zu hantieren ist in jedem Fall sinnlos. Man kann einen Feind erst effizient bekämpfen, wenn man ihn kennt. 'Vorbeugend' eingesetzte universelle Chemie-Plattmacher schaden nur den Vögeln.

    Viele Grüße,
    Stefan
     
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