Vergesellschaftung droht zu scheitern?!?

Diskutiere Vergesellschaftung droht zu scheitern?!? im Kakadus Forum im Bereich Papageien; Hallo zusammen, ich habe einen 13jährigen Tritonhahn (seit 6 Jahren) und eine 10jährige Galeritahenne (seit 4 Monaten). Beide wurden erfolgreich...

  1. #1 Lydia Baltes, 14. August 2005
    Lydia Baltes

    Lydia Baltes Guest

    Hallo zusammen, ich habe einen 13jährigen Tritonhahn (seit 6 Jahren) und eine 10jährige Galeritahenne (seit 4 Monaten). Beide wurden erfolgreich vergesellschaftet (dachte ich) und leben seit 3 Monaten zusammen in Volierenhaltung mit Freiflug. Gestern tauchten erstmals Probleme auf; die Henne hat den Hahn in der Voliere gejagt, ich habe geschimpft, alles war wieder o.k. Heute ist die Dame steigerungsfähig. Vor zwei Stunden wurde der Hahn wieder durch die Voliere gejagt. Habe alles durch das Fenster beobachtet. Sie macht Drohgebärden und faucht ihn an; als sie in am Schwanz gepackt hat, bin ich in die Voliere rein, habe gedroht und den Raum wieder verlassen. Es hat nichts genützt, x-Mal das gleiche Spiel. Der Hahn flüchtet immer wieder und sie gibt sich damit nicht zufrieden. Habe beide eben getrennt. Reagiere ich über? Kann es sein, dass die Henne den Hahn nicht mehr duldet oder nur sind es nur "Ehestreitigkeiten" ?!? Was soll ich machen ?!? Ich möchte auf keinen Fall eine größere Beißaktion erleben. :?
     
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  3. #2 Madame Momo, 14. August 2005
    Madame Momo

    Madame Momo Guest

    Hallo Lydia,

    deine Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten.

    Im Prinzip ist es schon richtig, dass auch Kakaduweibchen gegen ihre Männchen extrem aggressiv werden können.

    Ich habe hier in meiner Kakadu-WEG im Laufe der der Jahre leider einige "Schlägereien" miterleben müssen leichte und auch folgenschwer verlaufende. Meist war das Männchen der Angreifer.

    Zwischen Rangelei und Ernst zu unterscheiden setzt voraus, die Vögel genau zu kennen. Ich habe festgestellt dass "tödlich" angreifende Kakadus einen veränderten Ausdruck haben, ich nenne es mal "irren Blick". Wenn man einen Kakadu im Moment eines solchen Angriffs anfasst, (was man zur Rettung des Bedrohten manchmal tun muss) fühlt er sich total verspannt an, wie ein Stück Holz! Die Attacken werden im Allgemeinen gegen den Kopf geführt.

    Anders sieht es bei normalen "Ehestreitigkeiten" aus.

    Ich habe hier ein Pärchen Gelbwangi/Orangihaubi die beide schon andere Kakadus getötet, bzw. es versucht haben.

    Ihre Umgangsformen würde ich mit "gelegentlich ruppig" beschreiben. Am Flügel zerren, anfliegen und mit den Krallen durch die Haube ziehen, mit langem Hals "heimlich" an einer Schwanzfeder ziehen, so was kommt vor.

    Der Attackierte wehrt sich dann mit empörtem Krächzen, evtl. Fauchen und "Lufthacken". Nach kurzem, aber lautstarkem Gekrächze beiderseits (manchmal mit einigen gemeinsam gedrehten Flugrunden) scheint die Angelegenheit bereinigt zu sein, man sieht die Beiden sofort wieder miteinander kuscheln und sich gegenseitig putzen.

    Das machen die Beiden inzwischen seit über zehn Jahren gelegentlich.

    Vergleichen könnte man dieses Verhalten etwa mit derben Rangeleien unter Jugendlichen.

    Es ist natürlich sehr schwierig, das eine vom Anderen zu unterscheiden.

    Ich kann verstehen dass Du in großer Sorge bist und gegenseitige Verletzungen vermeiden willst.

    Du schreibst dass Du die Möglichkeit hast,die beiden unbemerkt zusammen zu beobachten. Tu das und versuche heraus zu bekommen wie "ernst" es ist. Greife erst ein wenn Du bemerkst, dass der Attackierte nicht mehr kann, bzw. dass Verletzungen drohen.

    Anzeichen dafür sind "in eine Ecke drängen", "kraftlos auf dem Boden landen" und Attacken gegen den Kopf.

    Es kann sein, dass die Beiden lediglich "ihre Beziehung definieren" also ihren Umgang miteinander suchen und die gegenseitigen Stärken abschätzen. Möglich ist auch eine Unverträglichkeit.

    Bei dieser Bewertung kann Dir leider niemand helfen, du bist da auf dein eigenes Einfühlungsvermögen angewiesen.

    Wichtig ist natürlich, dass genügend Platz zur Verfügung steht, so viel, dass die Beiden sich gegenseitig mit einigen Flügelschlägen ausweichen können.

    Ich weiss wie schlimm es ist, so etwas mit zu erleben. Dutzende Male stand ich bei Kindl und Jojo mit klopfendem Herzen und einem Kissen in der Hand eingriffsbereit.

    Heute bin ich davon überzeugt, ein bestens harmonierendes Paar mit etwas eigenartigen Umgangsformen bei mir zu beherbergen!

    Hätte ich es damals nicht versucht, trotz der bekannten Risiken und Gefahren, müssten beide ihr Leben seit einem Jahrzehnt als Einzelvögel fristen!

    Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Nerven!

    Liebe Grüße

    Madame Momo und ihre Kakadu-WEG
     
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