Verwirrter Fasan

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Alex2025

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Hallo,

ich habe eine Frage zu einem Fasan. Zum Hintergrund: seit über 5 Jahren besucht uns ein wilder Jagtfasan im Garten. Ich habe ihm mal einen Wallnusskern zugeworfen den er gleich futterte, seit dem kommt "Herbert" regelmäßig (im Winter mehr, im Sommer weniger). Auch brachte er immer seine Weibchen Gisela und Traudel mit (und manchmal noch mehr). Ich habe ihnen immer eine Schale mit Vogelfutter hingestellt wenn sie kamen, so wurde er und vorallem Gisela immer zutraulicher. Weil wir keine Ratten füttern wollten haben wir sogar eine Schütte gebaut die die Mädels sehr gut angenommen haben, Herbert aber nicht. Er hat nur aus der Schale gefressen. Gisela hatte dann vor etwa 1 Jahr eine Verletzung am Kopf, seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen. Trotz Herberts Revier - und Balzrufen kommen seit dem auch die anderen Mädels nicht mehr. Nur noch Herbert kommt. Meistens setzt er sich nach dem Essen/Trinken etwas erhöht auf z.B. ein Igelhaus und putzt oder sonnt sich. Manchmal hat er es auch eilig, da geht er gleich nach dem Futtern wieder. Dass ich nur wenige Meter von ihm entfernt herumlaufe stört ihn inzwischen nicht mehr. Nun zum Kern der Geschichte. Seit 3 Tagen hat er eine Glatze. Er schläft auch seit 3 Tagen im Garten (normalerweise schläft er in den Bäumen die etwas weiter weg vom Garten sind). Ich bin dann vorgestern Morgen, bevor es hell wurde in den Garten um ihm gleich früh Futter bereitzustellen, falls er krank ist. Er saß wie am Abend davor, im Efeu auf dem Zaun (ca. 3 Meter hoch) und hat sich als es hell wurde erstmal geputzt und das Gefieder gepflegt. Plötzlich, als ein anderer Fasan hörbar, mit Fasanenrufen, am Garten vorbei flog ist er direkt von seinem Schlafplatz auf den Boden gesprungen, an mir vorbei in den oberen Teil des Gartens gerannt. Da ahnte ich warum er sich so komisch verhält. Laut Internet hat er wohl mit einem Rivalen gekämpft (Kahle Stelle am Kopf) und verloren. Seit dem drückt er sich also da oben rum, wirkt verloren als wüsste er nicht wo er hin soll, läuft hin und her. Das ist jetzt erstmal nicht das Problem, nur grenzt der obere Teil des Gartens direkt an eine stark befahrene Straße (er kann zum Glück nicht einfach so auf die Straße, dazu müsste er über das Tor fliegen), trotzdem mache ich mir Sorgen dass er aus irgendeinem Grund drüber fliegt. Ich wundere mich sowieso dass er so nah an dieser fürchterlich lauten straße sitzt, wo er bei lauten Geräuschen doch sehr schreckhaft ist. Er saß vorgestern und gestern DIREKT am Tor im Gebüsch (soweit vom Rivalen weg wie möglich), sodass ich ohne ihn zu verscheuchen garnicht raus kam. Gestern als ich kam saß er wieder dort. Diesmal hat er aber wie gewohnt diese leisen "oh oooh" Geräusche gemacht und mich vorbei gelassen. Fast 3 Hände Vogelfutter hat er dann weg gefuttert. Nach dem Essen/Trinken ist er dann ins Gebüsch auf eine Mauer. Der Garten ist insgesamt 70 Meter lang. Am oberen Ende an dem er seit 3 Tagen sitzt (Eingang) ist die Straße, am unteren Teil des Gartens grenzt ein kleines Naturschutzgebiet und ein Acker. Von dort kam er auch immer, unterm Zaun durch, das war sein Revier. Links und rechts sind Wohnhäuser.
Was soll ich nur mit ihm machen? Er wirkt so verloren. Soll ich überhaupt was machen? Ich denke er hat sein Revier verloren und weiß gerade nicht wohin. Er bleibt aber in der Nähe weil er weiß von mir bekommt er Futter. Er kann ja bleiben, ich mache mir nur Sorgen wegen der Straße. Ich frage mich, wird er nach ein paar Tagen Stärkung sein Revier versuchen zurück zu erobern? Wird er sich eher was neues suchen? Oder muss ich mir vielleicht gar keine Sorgen machen (schließlich bleibt er bisher ja VOR dem Tor im Gebüsch und hat vielleicht begriffen dass es auf der anderen Seite gefährlich ist)? Ich erhoffe mir hier eine Einschätzung oder ein Tipp von erfahrenen Fasanen-Kennern. Ein paar Bilder hänge ich an.
Danke schon mal fürs Lesen und viele Grüße, Alex
 

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Noch ein paar Bilder von heute.
 

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Moin Moin,
das ist eine klassische Glatze. Das Schädeldach liegt offen und heilt bereits seit Wochen wieder. Ist kein Problem für ihn. Er wird dann ein bisschen behender in seinen Bewegungen werden. Vor allem bei Frost wird er das merken. Machen kannst du da garnichts mehr. Auch ein Tierarzt macht da nichts mehr dran, da die Wundheilung bereits ziemlich lange läuft.
PS: Früher habe ich das öfters bei den Fasanen gehabt (Ohr- Bindenschwanz- und Edelfasane) und genäht. Sofortiges ablösen der Wundseiten, vorsichtiges säubern und dann einfach wieder rüberziwhen und mit Nähgarn zunähen war sehr gut machbar. Manchmal verheilte es perfekt, manchmal mit einer leicht sichtbaren Narbe, manchmal stark sichtbar. Es gab auch Fälle in denen ich nicht mehr nähen konnte, weil Haut abgerissen war. Bei Hähnen gab's keinerlei Probleme. Weder bei Zucht noch Haltung. Hennen konnten nur noch geschlachtet werden, da sich der Hahn beim Tretakt am Kopfgefieder festhält. Er fand da aber nichts als das blanke Schädeldach und schlug immer wieder auf die Henne ein in Ermangelung des Kopfgefieders. Dann war Schlachten die beste Alternative.
 
Hallo, danke für die schnelle Antwort. Woher kommt das? Ist das eine Krankheit oder war das dieser Rivale? Ich habe ihn doch noch vor ein paar Tagen gesehen, da hatte er noch alle Federn. Hat er Schmerzen oder wird ihm das nun seine Lebenszeit verkürzen? Fragen über Fragen. Danke schon mal vorab für die Infos, viele Grüße Alex
 
Moin Moin,
Ist doch klar- er wurde beim Kampf mit einem Kontrahenten klassisch skalpiert. Federn hat er im Prinzip die selbe Anzahl wie vorher. Die Kopfhaut ist am Kopf abgerissen und wurde vom Kontrahenten in den Nacken gezogen und heilt dort jetzt aus. Der Schädelknochen guckt heraus, direkt darunter ist das Gehirn. Das wird wohl schmerzen- würde es wohl bei mir. Stell dir einfach vor, wie es wäre selbst skalpiert zu werden, das sollte dann in etwa hinkommen. Bei Frost denke ich, wird sich das mit ihm erledigen, da Frost am Schädel wohl aus bekannten Gründen nicht förderlich für die Gesundheit ist. Bei einem milden Winter kanns anders laufen, wobei Infektionen immer auftreten können, da der Körper durch die Haut ja nicht geschlossen ist.
 
Hallo,
na da hat Dein wilder Fasan ja viel Vertrauen zu Dir gefaßt. Drücken wir ihm mal die Daumen, daß das Wetter jetzt noch etwas mild bleibt und es gut verheilen kann. Daher ist es wirklich gut für ihn, daß er bei Dir Futter und Wasser bekokmmt um bei Kräften zu bleiben. Weiterhin alles Gute für ihn. Wie geht es ihm jetzt?

Gruß
Hoppel
 
Thema: Verwirrter Fasan

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