Verzinkter Draht: Abwaschen oder nicht?

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  1. Angua

    Angua Guest

    Wie der Betreff schon sagt: Kann mir jemand sagen, ob man galvanisch verzinkten Draht nun vor dem antackern abwaschen soll oder nicht? Ich habe hier in den Vogelforen gesucht und eine Menge dazu gefunden, aber jeder sagt irgendwie was anderes. Einmal heißt es, wenn man den Draht mit Essig und/oder Seife abschrubbt, würde man ja erst die schöne Zinkschicht wieder entfernen, ein anderes Mal heißt es, die Vögel könnten sich beim Knabbern vergiften.

    Jetzt bin ich total durcheinander. Wißt Ihr, ob es mittlerweile gesicherte Erkenntisse zu dem Thema gibt? Vielleicht von Tierärzten?
    Ich würde gerne an meiner Voliere weiterbauen, aber so langsam muß ich den Draht antackern.

    Ratlose Grüße, :?
    Birgit
     
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  3. RainerS

    RainerS Foren-Guru

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    Hallo Birgit,

    mir wurde beim Kauf meiner neuen Voliere mal gesagt (von einer Tierätztin, die auch Verkäuferin war), daß man den Volierendraht mit Essigwasser (nicht zu sehr verdünnt) abwaschen soll!

    Unsere beiden Nymphen schlecken gern am Gitter, da würde es gefährlich werden!
    Durch das Abwaschen mit Essigwasser wandelt sich das Zink in ungefährliches Zinkoxyd um. Man erkennt das auch daran, daß sich die Farbe des Gitters von glänzend auf matt umstellt, dann ist es ungefährlich!
    Man sollte das auf alle Fälle machen, damit die Geier bedenkenlos dran schlecken können!
     
  4. hjb(52)

    hjb(52) Guest

    Ups,

    man lernt immer etwas dazu.
    Habe meine Innenvolieren für die Zucht im Dezember neu gemacht. Bis jetzt ist noch nichts auffälliges passiert.

    Gruß
    Hans-Jürgen:0-
     
  5. RainerS

    RainerS Foren-Guru

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    Hallo Hans-Jürgen,

    ist auch nicht gesagt, daß da gleich was passiert. Ich denke mal die Mengen die da aufgenommen werden sind auch recht gering....aber, ich bin da eben lieber vorsichtig!
    Und was da beim Waschen mit Essig noch runterging....Junge, Junge, war das eine Brühe. Das Gitter wurde dann auch gleich Matt!
    Soweit ich weiß, wandelt sich das Zink auch durch die Luftfeuchtigkeit in der Umgebungsluft in Zinkoxyd um, dauert halt nur ewig! Essig beschleunigt das!
     
  6. #5 heike-mn, 4. Juli 2003
    heike-mn

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    Hallo,
    vor Anschaffung meiner neuen Voliere habe ich mich auch kundig gemacht und erfahren, dass Säure (in diesem Fall Essig) in Verbindung mit Zink schwere Vergiftungen auslösen kann, das kann man auch in so nem Riesenchemiewälzer nachlesen.
    Ich habe meine erste Voliere auch noch mit Essigwasser abgewaschen, diesmal habe ich ganz normale Seifenlauge genommen, die Voliere ist nicht schneller oder langsamer matt geworden als mit Essig.
    Rainer hat absolut Recht, durch Einwirkung von von Sauerstoff auf Zink entsteht Zinkoxid, das ist dann ungefährlich.
    Bis die Voliere matt war, gab es auch Obst nur ausserhalb der Voliere, denn Obstsäure ist genauso ätzend wie Essigsäure.
    Ich muss mal schauen, ob ich diesen Artikel noch finde. Ich habe damals sowohl einen Hobbychemiker als auch einen gelernten und einen Physiker gefragt, alle drei haben mich vor Essig gewarnt.
    Grüsse
    Heike
     
  7. RainerS

    RainerS Foren-Guru

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    ups, das ist nu wieder mir neu...aber man lernt eben immer dazu!
     
  8. Angua

    Angua Guest

    Danke für Eure Tipps. Hm, also dann doch besser nur mit Seifen abschrubben? Soll man da irgendeine bestimmte nehmen oder reicht auch Spülmittel?

    Und mit "matt" meint Ihr, daß es einfach bloß nicht mehr silbrig glänzt? Oder ändert der Draht dann richtig seine Farbe und wird dunkler (grau-schwarz)?
     
  9. Oli

    Oli Shake A Tail Feather

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    Hi zusammen

    @Rainer: Mache mal folgenden Versuch - lege mal etwas verzinktes in mit Essig versetzten Wasser und lasse es mal einen Tag stehen. Von Umwandlung kann da keine Rede sein, sondern der Zink wird komplett abgelöst.
    Wie Heike es schon schrieb(seifenlauge) reicht es vollkommen aus um gegebenenfalls lose Teile zu entfernen.

    Gruß
    Oli
     
  10. RainerS

    RainerS Foren-Guru

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    Ich habe nocmal ein bisschen im Internet gesucht, was es da so gibt, über die Umwandlung von Zink in Zinkoxid....finde aber auf die schnelle nix, was so Aussagekräftig ist, das man es hier verlinken kann!

    Fest steht zumindest, das Zinkoxid für die Vögel harmloser ist als das Zink selber!
    Festzustehen scheint auch, daß sich das Zink sowohl bei der Behandlung mit Säuren (Essig) als auch Laugen (Seifen) in Zinkoxid umwandelt. Das geschieht wie Oli schon schreibt durch ein "Auf- oder Anlösen" der oberen Zinkschicht, die sich dann in Zinkoxid umwandelt (durch Aufnahme von Sauerstoffatomen). Dieses Zinkoxid bildet eine Schicht um das Zink, die sehr gut haftet!
    Das durch die Benutzung von Essigwasser erst recht ein giftiger Stoff entsteht, davon habe ich nichts finden können...es ist immer nur die Rede von Zinkoxid, das aber ungefährlich ist!

    Und, lose Teile, also Zinknasen oder ähnliches sollte man mechanisch entfernen, keinesfalls nur mit Lauge oder ähnlichem! Diese Zinkanhaftungen oder Zinknasen entstehen durch unsauberes Arbeiten beim Verzinken des Gitters und sind, wenn sie der Vogel abknabbert und schluckt, lebensgefährlich!!

    Also, ich bleibe dabei....abwaschen mit Essigwasser, hat bei mir auch geholfen und meinen Geiern geht es gut!

    Das silbrig glänzende Zink wird nur matt, nicht schwarz und genau dieses matt werden zeugt von der Existenz des Zinkoxides!
    Bei mir konnte man beim Abwaschen mit Essigwasser direkt zusehen, wie es matt wurde!
     
  11. Oli

    Oli Shake A Tail Feather

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  12. heike-mn

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    Hallo,
    Zitat aus Römpp Chemielexikon:
    "Physiologie: Zn ist ein für Menschen, Tiere, Pflanzen u. Mikroorganismen lebensnotwendiges Spurenelement. Größere Mengen von Zn-Salzen (z.B. Zinkchlorid) rufen jedoch äußerlich Verätzungen, innerlich stark schmerzhafte Entzündungen der Verdauungsorgane hervor. Außerdem ist die Einnahme mit Metallgeschmack, Erbrechen usw. verbunden. Die tox. Grenzen von metall. Zn u. Zn-Salzen liegen weit höher als bei anderen essentiellen Spurenelementen, wie z.B. Kupfer. Die orale Aufnahme von 1 bis 2 g Zn-Salzen wie Zinkchlorid od. Zinksulfat (entsprechend 275 bzw. 550 mg Zn) führt beim Menschen zu einer akuten, aber vorübergehenden Übelkeit wenige Min. nach der Aufnahme. Die Symptome können Unpäßlichkeit, Schwindel, zugeschnürter Hals, Erbrechen, Kolik u. Durchfall einschließen. Zinkchlorid u. Zinksulfat können sich bilden, wenn saure Lebensmittel wie Salate, Früchte, Säfte in verzinkten Behältern zubereitet bzw. aufbewahrt werden. Lebensmittelrechtlich wird der Umgang mit Zn durch das Gesetz betreffend den Verkehr mit Blei- u. Zink-haltigen Gegenständen vom 25. Juni 1887 in der Fassung vom 2.3.1974 geregelt. ....."
    Der vorletzte Satz hat mir gereicht, um die Voliere eben nicht mit Essigwasser abzuwaschen und Obst eine Weile ausserhalb des Käfigs anzubieten .
    Viele Grüsse
    Heke
     
  13. RainerS

    RainerS Foren-Guru

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    Hallo Heike,

    danke für die Zitierungen! Das ist sehr informativ...werde ich künftig dann wohl auch beachten, sollte nochmal eine neue Voliere nötig sein :)!
    Danke!
     
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  15. Masch

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    Also

    als wir unseren Volierendraht im Laden gekauft haben (die Mitbesitzerin ist Tierärztin) hat man uns gesagt wir sollen den Draht mit Essigwasser aus der Blumenspritze einsprühen und ein bis zwei Stunden stehen lassen. Zwischendrin immer wieder einsprühen. Dannach die Essiglauge gut mit heißem Wasser abwaschen.
    Der Draht ist auch überall matt geworden. Nasen hatten wir garkeine dran - gute Qualität.

    Was also nun richtig ist - ob Essig oder Lauge - da scheiden sich mal wieder die Geister. Warscheinlich gibt es auch für jede Variante ein paar ausführliche Berichte mit Pro und Kontra.

    Unseren Geiern geht es auf jeden Fall sehr gut und ich habe schon öfter beobachtet, das sie am Gitter rumschlecken.

    Obst gibt es bei uns garnicht am Gitter, nur aus der Schale oder am Ast angebunden. :0-
     

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  16. heike-mn

    heike-mn Foren-Guru

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    Hallo,
    ich habe noch die mail des Physikers gefunden.
    Es gibt, wie bei jedem Thema, unterschiedliche Meinungen,
    jeder muss für sich anscheinend die raussuchen, mit der er
    am besten leben kann, eine allgemeingültige Regel gibt es nicht.
    [Zitat): Ich bin kein
    Chemiker, aber ich würde sagen, daß Zink mit Essigsäure bei niedrigen
    Temperaturen (Raumtemperatur) kaum reagiert. Wenn es reagiert, dann löst sich
    Zink auf und beim Trocknen sollte sich ein Salz bilden (Zinkacetat). Dieses
    müßte von den Tieren einfacher aufzunehmen sein, als elementares Zink. Inwiefern
    Essigsäure die Bildung von Zinkoxid unterstützen soll weiß ich nicht. Auch zur
    Toxizität von Zink und Zinkoxid habe ich widersprüchliche Angaben im Netz
    gefunden. Meiner Meinung nach ist das Waschen mit Wasser ein wenig Seife die
    sinnvollste Lösung um Rückstände der Galvanisierung zu entfernen. Ich denke mal
    Rauchen wäre gefährlicher für die Tiere. Ich hoffe das war etwas beruhigend und
    ich wünsche den Vögeln und Dir ein langes, gesundes Leben.
    [/Zitat]
    Grüsse und ein schönes Wochenende,
    Heike
     
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