Vitamin-Mineralstoffpräparat

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  1. #21 Ingo, 4. Februar 2008
    Zuletzt bearbeitet: 4. Februar 2008
    Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi, ich machs mir mal einfach und poste etwas, was ich mal für den terraristischen Bereich geschrieben habe. Bis auf den Part zu Vitamin A (Vögel benötigen deutlich mehr als Reptilien) ist alles weitgehend auf die Verhältnisse bei Vögeln übertragbar:

    Futterergänzungsmittel (Supplemente)
    Freilebende Insektenfresser haben es in der Natur zwar in aller Regel deutlich schwerer als im Terrarium,ausreichende Mengen an Beute zu machen, dafür steht ihnen dort aber eine unermessliche Vielfalt verschiedenster Futtertiere zur Verfügung. Diese Beute beinhaltet ihrerseits widerum eine Vielfalt verschiedenster Nahrungsstoffe in ihrem Verdauungssystem.
    Ähnlich geht es den Generalisten unter den Pflanzenfressern, die zwar zeitweise größere Mengen weniger Futterpflanzenarten fressen, doch bei Bedarf und drohenden Mangelsituationen auf eine große Pflanzenvielfalt mit einem enormen Potential an Inhaltsstoffen zurückgreifen können.
    Eine vergleichbare Reichhaltigkeit kann man Terrarienbewohnern in menschlicher Obhut in keinem Fall auch nur annähernd bieten und so ist es nicht verwunderlich, daß die vom Pfleger gereichte Nahrung durch zusätzliche Mineralstoff und Vitamingaben aufgewertet werden muß.
    Die vielfältigen Wirkungsmechanismen der einzelnen Mineralstoffe und Vitamine sowie deren Wechselwirkungen untereinander im Reptilien-, Amphibien oder Gliedertierkörper auch nue exemplarisch zu diskutieren würde den Rahmen dieses Artikels leider ebenso sprengen, wie allein die vollständige Aufzählung der möglichen Mangel- und Überschußsymptome. Aus diesem Grund ist im Folgenden eine Konzentrierung auf die für die Terrarienhaltung von Wirbeltieren bedeutsamsten Vitamine und Mineralstoffe und ihre Bedeutung nötig. Der entsprechende Bedarf von Wirbellosen ist weitaus weniger gut bekannt. Viele Gliedertiere benötigen beispielsweise für Wirbeltiere wichtige Vitamine - ein gutes Beispiel ist Vitamin D - überhaupt nicht in ihrem Stoffwechsel. Andere aus der Wirbeltierphysiologie bekannte Vitamine benötigen sie zwar, können sie aber körpereigen produzieren.
    Der Mineralstoffbedarf dieser Tiere weicht ebenfalls von dem der Wirbeltiere ab, doch bestehen diesbezüglich größere Ähnlichkeiten.
    Insekten-, Skorpion- oder Spinnenspezifische Vitamin- oder Mineralmischungen sind bisher nicht käuflich verfügbar. Zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen hat es sich jedoch bewährt, die für Reptilien und Amphibien angebotenen Präparate auszuprobieren und bei Beobachtung guter Verträglichkeit zumindest gelegentlich und in geringen Dosen anzubieten.
    Nahrungsspezialisten unter den Wirbellosen, denen man in menschlicher Obhut exakt die gleiche Ernährung bieten kann, wie im Freiland, gedeihen in aller Regel jedoch auch ohne Beimischung jeglicher Futterzusätze gut.
    Bezüglich der Darreichung von Vitaminen und Mineralstoffen haben sich in der Terraristik verschiedene Methoden etabliert.
    Zur täglichen Futterroutine bei Insektenfressern gehört in den meisten Fällen das Bestäuben der Futtertiere mit pulverförmigen Mineralstoff/Vitamingemischen.
    Um hiermit die gewünschte Wirkung zu erzielen, müssen die Zusammensetzungen dieser Pulver gut auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sein und dabei die Zusammensetzung der Futtermittel, die mit ihnen bestäubt werden, berücksichtigen.
    Wirbeltierfressern injiziert man die nötigen Futterzusatzstoffe gerne in die zuvor abgetötete Beute. Reine Wirbeltierfresser benötigen zudem in Gefangenschaft oft nur selten oder gar keine Futterzusatzstoffe, da die künstliche Beute von ihren Inhaltsstoffen der natürlichen sehr nahe kommen kann.
    Bei Pflanzenfressern, für die es ebenfalls einfacher ist als für Insektenfresser, auch im Terrarium naturnahe Futtervielfalt zu erreichen, hat es sich in vielen Fällen bewährt, solche Supplementpulver nur gelegentlich direkt über das Futter zu streuen und stattdessen in einem kleinen Schälchen zur aktiven Aufnahme anzubieten. Viele Pflanzenfresser nehmen bei sich anbahnenden Mangelsituationen gezielt und aktiv diese Pulver auf und regulieren so selber ihren Bedarf an den betreffenden Inhaltsstoffen.
    Neben der pulverförmigen Darreichungsform hat es sich bewährt, in regelmäßigen zeitlichen Abständen auch flüssige Vitaminpräparate gezielt zu verabreichen. Vor allem die fettlöslichen Vitamine sind aus pulverförmigen Präparaten teilweise nur schlecht bioverfügbar und für eine effektive Supplementierung ist daher die zusätzliche Gabe flüssiger Präparate sinnvoll.
    Da gerade diese Vitamine bei Überdosierung hoch giftig sind –dazu später mehr- ist es hierbei jedoch besonders wichtig, auf die richtige Dosierung zu achten.
    Der in großer Menge benötigte Mineralstoff Kalzium sollte allen Terrarienbewohnern zusätzlich zur Darreichung in Mineralstoff/Vitamin Pulvern noch in Form maulgerechter „kalkiger Krümel“ wie etwa Vogelgrit oder zerbröselter Sepiaschulp zur beliebigen Aufnahme angeboten werden. ,
    Im Folgenden sollen nun die für terraristische Zwecke wichtigsten Mineralstoffe und Vitamine kurz vorgestellt werden:

    Mineralstoffe
    Kalzium (Ca) und Phosphor (P) machen zusammen fast dreiviertel des Mineralgehaltes des Wirbeltierkörpers aus. Kalzium ist dabei vor allem stabilisierender Bestandteil des Knochengerüstes und wichtig für die Muskelaktivität. Phosphor ist Bestandteil extrem vieler organischer Verbindungen von der DNS über Proteine bis hin zur Zellmembran. Kalzium und Phosphor werden im Darm über einen gemeinsamen Mechanismus resorbiert und damit der Körper beide Mineralstoffe verwerten kann, ist ein bestimmtes Verhältnis der beiden zueinander in der Nahrung wichtig. Genau gesagt, ist ein Ca/P Verhältnis von 1,2 bis 2 essentiell, um vor allem aufgenommenes Kalzium dem Körper auch verfügbar zu machen.Verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten des Phosphors, wird das Kalzium aus der Nahrung nur mehr schlecht aufgenommen, so daß auch bei reichlicher Kalziumgabe ein Mangel an diesem Mineral entstehen kann. Kurzfristig wird Kalziummangel durch Mobilisierung dieses Minerals aus den Knochen ausgeglichen. Langfristig führt das natürlich zu Knochenerweichungen und anderen Problemen. Übliche Futterinsekten enthalten leider bis zu neun mal mehr Phosphor als Kalzium. Daher muß der Terrarianer unbedingt zusätzlich Kalzium verabreichen. Aufgrund der phosphatreichen Gefangenschaftsnahrung ist die Gegenwart weiteren Phosphors in Futterergänzungsmitteln dagegen grundsätzlich unerwünscht. Die Grundversorgung der Pfleglinge mit dem wichtigen Kalzium geschieht in der Terraristik über das bepudern sämtlicher Futtertiere mit einem Kalziumhaltigen Produkt oder über die Anreicherung des Trinkwassers mit reinen Kalziumsalzen.
    Zusätzlich bietet man die oben erwähnten „kalkigen Krümel“ an. Unterstützend kann man den Kalziumgehalt der Futtertiere nachweislich deutlich steigern, wenn man die Insekten einige Tage lang mit mit Kalziumsalzen bestäubtem Futter anfüttert.
    Geeignete Kalziumsalze für pulverförmige Futterergänzungsmittel sind vor allem Kalziumkarbonat, Kalziumlaktat, Kalziumzitrat, und Kalziumgluconat.
    Kalziumkarbonat hat dabei den Vorteil, aufgrund des geringen Molekulargewichtes seines Karbonatanteils einen besonders hohen relativen Gehalt an Kalziumionen aufzuweisen. Die organischen Kalziumsalze sind dagegen besser löslich und besonders gut bioverfügbar. Da sie Kalzium nicht nur als Gegenion binden, sondern auch komplexieren können, ermöglichen Sie den Kalziumionen auch zusätzliche Transportwege im Organismus und bringen sie rascher auch in tiefere Zellschichten als anorganische Salze das können. Ihr Nachteil besteht im großen Molekulargewicht des Gegenions, so dass der relative Kalziumanteil dieser Salze schon beim reinen Pulver unter 30% liegt.
    Ein Mineralstoff, der im Körper in engem funktionellen Zusammenhang mit Kalzium steht, ist Magnesium Mg). Mg ist für die Reizleitung im Nerv ebenso wie für die Muskelkontraktion unentbehrlich.
    Die nun folgenden Mineralstoffe dürfen in der Nahrung zwar nicht fehlen, werden aber in erheblich geringerer Menge benötigt als Ca, P und Mg. Darum bezeichnet man sie auch als Spurenelemente.
    Die meisten Spurenelemente sind zwar essentieller Nahrungsbestandteil, in hoher Überdosierung jedoch tödlich giftig.
    Ein wichtiges Spurenelement, das immerhin noch in relativ großer Menge benötigt wird, ist Eisen (Fe) da es bei allen Lebewesen mit rotem Blut für den Sauerstofftransport verantwortlich und auch Bestandteil vieler Enzyme ist.
    Als wichtiger Enzymbestandteil darf auch Selen (Se) nicht vergessen werden, dass zwar besonders giftig ist, in Spuren jedoch in der Nahrung vorhanden sein muss.
    Es gibt Regionen, in denen dieses Element so selten vorkommt, dass selbst Weidetiere ohne zusätzliche gaben nicht gedeihen.
    In die Klasse der Enzymbestandteile fallen auch Mangan (Mn), Kupfer(Cu), Molybdän (Mo), Kobalt (Co) und Zink (Zn), wobei letzteres zusätzlich wichtiger Bestandteil vieler Transkriptionsfaktoren ist. Kobalt ist als Zentralatom des Vitamin B12 unentbehrlich. Mangan unterstützt zum Beispiel die Wirkung von Vitamin B1 und die Insulinproduktion. Molybdän ist bei Wirbeltieren vor allem Kofaktor von Purinabbauenden Enzymen.
    Jod (I), als einziges Nichtmetall unter den wichtigsten Spurenelementen ist für die normale Schilddrüsenfunktion unerlässlich. In Deutschland mit seinem fast überall jodarmen Trinkwasser ist eine Zufütterung sinnvoll, da es sonst bei vielen Reptilien, vor allem Anolis, Taggeckos und Schildkröten zu Kropfbildungen und bei Amphibien zu gestörter Metamorphose kommen kann.




    Vitamine
    Vitamine sind niedermolekulare organische Verbindungen, die lebenswichtige Funktionen im Körper ausüben aber nicht körpereigen synthetisiert werden können. Sie müssen deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Vitamine werden dem Körper als Vorstufen (Provitamine) zugeführt und vom Stoffwechsel erst in die aktive Sbstanz umgewandelt. Man unterteilt Vitamine in fettlösliche (lipophile) und wasserlösliche (hydrophile) Vitamine.
    Eine –nicht nur- in der Terraristik noch immer viel diskustierte Frage ist die Dosierung von Vitaminen. Übereinstimmung herrscht bezüglich der Ansicht, daß es in der Regel nötig sein wird, die notwendigerweise etwas einseitige Kost unserer Terrarientiere durch zusätzliche Gabe wichtiger Vitamine aufzuwerten. Während die wasserlöslichen Vitamine dabei kaum überdosiert werden können, da ein eventueller Überschuß vom Organismus umgehend wieder ausgeschieden wird, herrscht über die korrekte Dosierung der fettlöslichen Vitamine (A,D,E und K) noch einige Unklarheit. Diese Vitamine werden bei Überversorgung im Körper, vor allem in der Leber gespeichert und können dann zT erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen.
    Darum sollten diese Vitamine immer sehr vorsichtig dosiert werden.
    In der Praxis ist normalerweise eine Gabe von Vitamin D, das normalerweise in der Form von Vitamin D3 (Cholecalciferol), einer Vorstufe des reifen Vitamin Ds verabreicht wird, unbedingt notwendig. Zum einen sind die üblichen Futtertiere in der Regel ärmer an diesem Vitamin als freilebende Insekten (dabei dürfte auch der Darminhalt eine Rolle spielen), zum anderen wird ein obligater Syntheseschritt bei der Bildung körpereigenen Vitamin Ds durch UVB- Einwirkung auf die Haut katalysiert und die derzeit verfügbaren künstlichen UV Quellen reichen in der Praxis meist nicht aus, um das natürliche Sonnenlicht in dieser Hinsicht dauerhaft ausreichend zu ersetzen. Bei Vitamin D Mangel nützt die beste Kalziumversorgung nichts, da das Mineral vom Körper nicht verwertet werden kann. Vitamin D Mangel führt daher ebenso wie Kalziummangel oder ein ungünstiges Kalzium/Phosphor Verhältnis in der Nahrung vor allem zu vielfältigen Knochenbildungsstörungen, die unter dem Oberbegriff Rachitis zusammengefasst werden können.. Fatalerweise kann eine Überdosierung von Vitamin D3 neben einer Verkalkung innerer Organe und Gefäße ebenfalls zu Rachitis –ähnlichen Symptomen führen, da nämlich Vitamin D bei Überdosierung vermehrt das in den Knochen enthaltenen Kalzium mobilisiert und so eine Demineralisierung der Knochen einleitet.
    Da Überdosierungen von Vitamin D ebenso gefährlich sind, wie Mangelsituationen ist eine exakte Dosierung hier besonders wichtig. Umfangreiche Erfahrungen mit vielen Reptilien legen den Schluss nahe. dass eine Gabe von 50-100 I.E. Vitamin D3 pro kg Tier und Woche zumindest für die meisten tagaktien Echsenarten eine ausreichende aber nicht gefährliche Dosierung darstellt. Die Kenntnis des Gewichtes der zu versorgenden Tiere ist für die Berechnung der sinnvollen Dosis überaus wichtig. Beim ermitteln der nötigen Verdünnung und Dosierung des jeweiligen Präparates kann man davon ausgehen, dass ein Tropfen der Menge von 50µl (= 0,00005 l) entspricht und sich so das verdünnen und verabreichen vereinfachen. Am sinnvollsten tropft man die benötigte Menge auf zwei Portionen pro Woche verteilt dem Tier direkt ins Maul oder auf eine per Pinzette sofort zu verabreichende Futterportion. Diese Angaben gelten für flüssige Vitaminpräparate. Nach persönlichen Erfahrungen wird Vitamin D3 aus pulvrigen Supplementpräparaten zwar durchaus, jedoch nur sehr schlecht vom Reptilien- oder Amphibienkörper aufgenommen, so daß nicht nur erheblich höhere Dosierungen nötig sind, sondern auch eine Überdosierung kaum zu befürchten ist. Gaben von Vitamin A sind in der terraristischen Praxis ebenso empfehlenswert, wie die Verabreichung von Vitamin D, da Mangelerscheinungen nicht selten auftreten und viele Futterinsekten nur geringe Mengen dieses wichtigen Vitamins enthalten. Folgen akuten Vitamin A Mangels sind Augenschwellungen (vor allem bei Schildkröten), Häutungsprobleme sowie Funktionsstörungen von Leber und Niere.
    Die handelsüblichen Multivitaminpräparate enthalten leider meist extrem viel Vitamin A. Dosierungsrichtlinien für Vitamin A bei Reptilien sind bisher wenig definiert, es sei aber zur Vorsicht geraten und eine der D3 Gabe ähnliche Dosierung empfohlen, nicht zuletzt, da sich für Lndschildkröten ein Vitamin A Bedarf von 150 IE pro kg und Woche als sinnvoll erwiesen hat
    Die für Säuger und Vögel etablierte Faustregel, Vitamin A in zehnfacher Dosierung von Vitamin D 3 zu geben, scheint für wechselwarme Wirbeltiere jedenfalls nicht zu gelten.
    Symptome von Vitamin A Überdosierung werden, vor allem wohl wegen der ungünstigen Zusammensetzung der verfügbaren Multivitaminpräparate, die oft der oben erwöhnten Faustregel folgen, leider oft beobachtet. Dabei kommt es vor allem zur dramatischen Verkürzung von Häutungsintervallen, die in ernsten Hautschädigungen resultieren können.
    Bei Chamäleons stehen zusätzlich Ödembildungen im Kopf und Halsbereich im Verdacht, in einigen Fällen auf Vitamin A Überdosierungen zurückführbar zu sein.
    Zusätzliche Gaben der übrigen fettlöslichen Vitamine, K und E, sind bei normaler Fütterung nur selten erforderlich.
    Bei Wirbeltierfressern, die vorzugsweise mit lange gelagerter und dadurch an Vitamin E verarmter Tiefkühlnahrung gefüttert wurden, kann es jedoch zu Mangelerscheinungen kommen. Appetitlosigkeit, Verfettung und Apathie sind hier Verdachtssymptome. Schlupfprobleme bei den Nachzuchttieren können ebenfalls manchmal durch erhöhte Gaben von Vitamin E gemindert werden. Zahnfleischbluten bei Krokodilen wurde schon wiederholt erfolgreich durch Gabe des an der Regulation der Blutgerinnung beteiligten Vitamin K behandelt. Aus der Papageienhaltung ist ferner bekannt, dass Vitamin K helfen kann, stressbedingten Organschäden vorzubeugen.
    Überdosierungen dieser beiden Vitamine führen in der Praxis in der Regel nicht zu gefährlichen Schäden. Da beide Vitamine nichtsdestotrotz in Leber und Fettgewebe gespeichert werden, empfiehlt es sich, sich bei den Dosierungen zumindest grob an die Angaben der jeweiligen Supplementhersteller zu halten.
    Die nicht fettlöslichen Vitamine (B, C, H ) können Terrarientieren bedenkenlos dauerhaft verabreicht werden. Eine Überdosierung hat nur bei extremen Dosierungen negative gesundheitliche Folgen und die vorbeugende Gabe verhindert das entstehen von Schäden durch entsprechende Vitaminmangelsituationen im Futter.
    Am sinnvollsten verabreicht man diese Vitamine als Mischung in der vom jeweiligen Hersteller der entsprechenden Präparate angegebenen Dosierung. Die Wasserlöslichen Vitamine sind aus Pulvern praktisch ebenso gut bioverfügbar wie aus Flüssigpräparaten.
    Eine genaue Aufschlüsselung aller wasserlöslichen Vitamine führt zu einer beachtlichen Zahl von Verbindungen.
    Vor allem hinter dem Begriff Vitamin B verbirgt sich gleich eine ganze Gruppe von Substanzen, deren wichtigste Vitamin B1 (Thiamin,) B2 (Riboflavin),B3 (Nicotinamid), B4 (Cholinchlorid), B5 (Panthothensäure) B6 (Pyridoxin), B9 (Folsäure) und B12 (Cobaldamin) repräsentieren. Alle diese Vitamine sind Kofaktoren von Enzymen, die der Wirbeltierkörper nicht selber herstellen kann und erfüllen als solche durchaus spezifische und auch unterschiedliche Rollen. Rein anhand der Symptome, die bei Mangelerscheinungen auftreten, kann man nur schwer eingrenzen, an welchem B-Vitamin es im Einzelfall mangelt. Daher, und nicht zuletzt auch, da B-Vitamine im Heimtiermarkt in der Regel nur als Mischungen erhältlich sind, empfiehlt es sich, im Mangelfall ebenso wie zur Vorbeugung, eine Mischung dieser Vitamine zu verabreichen.
    Vitamin B Mangel ist oft nicht allein auf die Ernährung, sondern auch auf andauernde Stressituationen zurückzuführen. Mangel tritt ebenfalls besonders oft bei Fischfressern auf, die vor allem mit totem Fisch gefüttert werden. Hier wird Vitamin B1 sehr rasch abgebaut und das abbauende Enzym (Thiaminase) zudem mit dem toten Fisch aufgenommen. Symptome sind zB bei Reptilien der gefürchtete Zitterkrampf, generelle Abmagerung, Bewegungsstörungen, Appetitlosigkeit und Durchfälle.
    Vitamin H (biotin), auch als Vitamin B7 oder B8 (im französischen Sprachraum) bezeichnet ist ebenfalls Bestandteil der meisten Vitaminmischungen und ist vor allem wichtig für gesundes Wachstum der Haut und ihrer hornigen Produkte. Mangelsituationen manifestieren sich daher vor allem in Glanzverlust auch frisch gehäuteter Tiere, brüchigen Krallen, aber auch Apathie und in Einzelfällen Entzündungen der Zunge.
    Vitamin C (Askorbinsäure) ist ein Antioxidanz und hat vielfältige Aufgaben im Körper. Bei Reptilien hilft es offenbar auch, im Winterschlaf die Gewebe vor Schäden durch zu niedrige Sauerstoffversorgung zu bewahren. Gesunde Reptilien und Amphibien können dieses Vitamin körpereigen produzieren, brauchen also keine Vitamin C Zufuhr von aussen. Da ein Überschuss nicht schadet und bei geschwächten Individuen vielleicht doch sinnvoll ist, enthalten die meisten Vitaminmischungen dennoch auch dieses Vitamin.

    Aminosäuren
    Sämtliche Proteine aller Lebewesen entstehen im Körper durch das aneinanderheften von Aminosäuren. Zwar findet man in den Proteinen mancher Organismen gehäuft ganz spezielle Aminosäuren oder spezielle Modifikationen von Aminosäuren, doch generell spielen in der ganzen Lebewesenwelt letztlich nur zwanzig verschiedene Aminosäuren die tragende Rolle.
    Die meisten dieser zwanzig kann der Stoffwechsel jedes Lebewesens selber aus einfacheren Grundbausteinen herstellen. Doch fast alle höher entwickelten Lebensformen haben diese Fähigkeiten für einen Teil der zwanzig Aminosäuren verloren. Meist handelt es sich dabei um Aminosäuren, die sie problemlos in der nötigen Menge aus ihrer natürlichen Nahrung gewinnen können und nun auch müssen. Da das Vorhandensein dieser nicht körpereigen herstellbaren Aminosäuren in der Nahrung überlebenswichtig ist, bezeichnet man sie als essentielle Aminosäuren.
    Welche Aminosäuren essentiell sind, ist zwischen verschiedenen Lebewesengruppen verschieden. Für den Menschen sind es beispielsweise Valin, Methionin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin und Lysin. Bei Tieren in menschlicher Obhut kann ein Mangel an essentiellen Aminosäuren auftreten, sofern sie nicht in ausreichender Menge in der Ersatznahrung vorhanden sind. Manche Supplemente enthalten daher auch Anteile von für die Zieltiergruppe essentiellen Aminosäuren, um so eine eventuelle diesbezügliche Fehlernährung kompensieren zu helfen.

    P.S.: Wegen des schlechten Geschmackes von Korvimin habe ich vor 2 Jahren auch für meine Vögel auf Herpetal complete T umgestellt und gebe zusätzlich das A+ D Präparat von Eurital.
     
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