Vögel im Wohnzimmer

Diskutiere Vögel im Wohnzimmer im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Wer deffiniert den Begriff "ARTGERECHT "? Yogi Artgerechte Haltung ist meines Erachtens ein Paradoxon.Haltung eines Tieres ausserhalb der...

  1. jono

    jono Foren-Guru

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    Artgerechte Haltung ist meines Erachtens ein Paradoxon.Haltung eines Tieres ausserhalb der natürlichen Umgebung/des ursprünglichen Habitats insbesondere in Privathand ist nie artgerecht.
    Wenn man aber aus egoistischen Motiven (Beobachten,mit dem Tier interagieren,Tiere verkaufen, etc.) Tiere halten möchte, sollte man sich Gedanken machen, wie man dem Tier möglichst viele seiner natürlichen Bedürfnisse bieten kann.Das ist jedoch nicht artgerecht solange Tiere im Wohnzimmer/Vogelzimmer oder in einer Aussenvoliere beschützt vor Prädatoren, gefüttert und tierärztlich versorgt leben mit eingeschränkter Partnerwahl und eingeschränktem Freiflug.
    Da muss einfach jeder einzelne abwägen, ob er gleichwohl z.B. Vögel hält, um sich an ihnen zu erfreuen oder nicht. Es gibt sicher einige Gründe, die gegen Vogelhaltung sprechen, aber ich bin so egoistisch und halte mir trotzdem welche.Auch habe ich den Eindruck (der natürlich falsch sein kann), dass es den Vögeln bei mir gut geht und sie viele ihrer natürlichen Verhaltensweisen bei mir zeigen.
     
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  3. floyd

    floyd Guest

    ich habe kein schlechtes gewissen meine vögel im wohnzimmer zu halten! leider habe ich zur zeit keinen balkon oder garten, dass ich ihnen eine außenvoliere mit wetter- und anderen umweltreizen bieten könnte, auch fehlt mir ein extra vogelzimmer. aber deswegen habe ich auch kein schlechtes gewissen.
    bis auf die goldbrüstchen, die man mir vor die türe gesetzt hatte, habe ich mich bewußt nur für domestizierte vögel entschieden.
    ich will auch nicht auf eine vogelhaltung verzichten, weil irgendwelche tierschutz-gefühlsduseler meinen, das vögel nicht in einen käfig, egal wie groß, gehören und tiere nur allzu gerne absolut vermenschlichen.
     
  4. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Jono,

    Ich habe gerade spasseshalber mal bei Wikipedia geschaut, und die dortige Definition finde ich nicht schlecht:

    "Artgerechte Haltung bezeichnet eine Form der Tierhaltung, die sich an den natürlichen Lebensbedingungen der Tiere orientiert und ihnen somit ermöglicht, natürliche Verhaltensweisen beizubehalten.
    (...)
    Der Begriff „artgerechte Haltung“ ist paradox, da jedwede Haltung von Tieren diese aus ihrem natürlichen Biotop entfernen muss. Daher stellt auch die artgerechte Haltung nur einen Kompromiss zwischen den natürlichen Bedürfnissen der Tiere und den persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen des Menschen dar."

    Viele Grüße,
    Stefan
     
  5. jono

    jono Foren-Guru

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    Hallo Stefan,
    genau das meinte ich.Jeder muss für sich abwägen, ob er einen solchen Kompromiss stellvertretend für die Tiere eingehen möchte.Die können sich ja nicht selbst entscheiden wenn man sie kauft.
    Ich persönlich habe mich für die (in meinen Augen nicht artgerechte) Privathaltung entschieden und erfreue mich täglich an den Vögeln. Wie gesagt:egoistisches Haltermotiv.
     
  6. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Jono,

    Das ist es immer, da müssen wir uns nichts vormachen. Ob für uns die Ziervogelzucht ein 'schönes Hobby' ist, der Hund der 'beste Freund', oder ob wir dem Huhn die Eier klauen und es irgendwann in die Suppe tun... Ich habe damit auch kein Problem.

    Was die Präzisierung dieser eher pauschalen Definition von (nicht) 'artgerecht' betrifft, kenne ich für Papageien nur die von Lantermann nach der 'Tiergartenbiologie' (zumindest kenne ich keine bessere). Ich finde das Buch gerade nicht, aber IIRC werden da u.a. folgende Kriterien aufgestellt:

    - Lebenserwartung: in Gefangenschaft (keine Feinde, kein Nahrungsmangel, tierärztliche Versorgung) müssen die Tiere eigentlich älter werden als in ihrem natürlichem Lebensraum. Erstaunlicherweise trifft das wohl bei vielen hiesigen Papageien-Nachzuchten nicht zu. Ob das an Inzucht, Fehlernährung oder sonstwas liegt - keine Ahnung.
    - physische Gesundheit
    - keine offensichtlichen Verhaltensstörungen wie Rupfen, Schreien, Beissen
    - 'natürliches' Verhaltensspektrum: also Fliegen, Partnerschaft, Neugier, Spieltrieb, Balz, Nestbau, Fortpflanzung, Aufzucht der Jungen, usw.

    Wenn man das als Halter / Züchter überwiegend bejahen kann, ist es IMHO in Ordnung. Und verantwortungsvolle Halter / Züchter werden das können.

    Viele Grüße,
    Stefan
     
  7. Tanja123

    Tanja123 Guest

    Hallo,

    und trotzdem finde ich, dass die Dunkelziffer von Schlechtgehaltenen Vögeln RIESENGROSS ist.

    Das finde ich so erschreckend. Heute habe ich in unserer Firma im Intranet eine Suchanzeige für einen runden antiken Käfig gefunden. Ich habe meine Kollegin angeschrieben und sie schrieb zurück, dass der Käfig für einen Papageien sein sollte. Welchen wüsste sie noch nicht genau....
    Ich habe sie hier auf das Forum verwiesen und mein bescheidenes Wissen über die Haltung von "einem Papgeien in einem runden antiken Käfig" mitgeteilt.

    Ihr dürft halt nicth nur von euch ausgehen. Eure Tiere haben es gut, aber alle die, die bei unwissenden vegetieren, die haben von eurem Wissen nicht.

    Meine Meinung:

    Die Haltung von Vögeln sollte nur unter Auflagen möglich sein!
    Grosspapageien sollten nicht an jeder Strassenecke zum Verkauf angeboten werden können usw.
    Ich weiss, das schmeckt euch nicht. Aber wie gesagt, ich denke nicht an die Tiere die bei euch sind, sondern die, die es nicht sind.

    PS: Beweise für schlechte Haltungen habt ihr hier zu hunderten. Jeden Tag eine traurige Geschichte hier im Forum.

    Wenn ihr so Tierlieb seit, dann könntet ihr mein Anliegen auch verstehen. oder?

    Tanja
     
  8. tamborie

    tamborie Guest

    Nein, es ist einfach unverständlich.
    Eine solche Sichtweise kann ich irgendwo nicht nachvollziehen.

    Täglich wachsen Kinder in erbärmlichen Zuständen auf (Rande des Existenzminimums, alkoholisierte Eltern, schlagende Eltern, Armut)
    Vergeudet da nur jemand eine Sekunde dran, die "Haltung" von Kindern abzuschaffen?

    Menschen werden Ihrer Würde beraubt und gehängt, verhöhnt etc.
    Wird nun die Todesstrafe abgelehnt?

    Es kann nicht sein, dass man alles mit enormen Auflagen verbindet.
    Wir leben schon in einem halben Überwachungsstaat.

    Elend wird es immer und überall geben.
    Tierschutz schön und gut, aber langsam nimmt das ungesunde Züge an, wenn ich es mal nett formuliere.

    Tam
     
  9. jono

    jono Foren-Guru

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    Das hat nicht viel mit schmecken oder nicht schmecken zu tun, aber wenn Du solche Vorschläge machst, dann würde mich interessieren, an was für Auflagen Du denkst und wie Du sicherstellen/kontrollieren willst, dass diese auch eingehalten werden (bei der Anzahl an Tierhaltern/Züchtern in Deutschland)?
    Allein aufgrund der Gleichbehandlung müsste dies ja dann auch für jedwede Tierhaltung gelten.Allein an der Schwierigkeit der Definition von artgerechter Haltung sieht man, dass es bei allen Tieren Auflagen vom Umfang der Encyclopaedia Britannica geben müsste.
     
  10. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo,

    Dem schließe ich mich an.

    Die Forderung nach 'Auflagen' führte, wenn man sie umsetzen würde, zwangsläufig in einen unentwirrbaren Bürokratie-Dschungel, bei dem keiner mehr weiss, wo hinten und vorne ist.

    Ich bin auch für Import-, Zucht- und Haltungsverbote, wenn Tierarten gefährdet, gemeingefährlich oder die Halter verantwortungslos sind. Die Rechtsmittel dafür gibt es aber schon lange.

    Es kann IMHO aber nicht sein, dass es eine 'Papageienhalterprüfung' gibt, solange ich mir ohne Genehmigung / Kontrolle einen Hofhund halten, Schafe auf die Wiese stellen oder Hühner in den Stall sperren darf. Irgendwo muss man da eine Grenze dessen ziehen, was der Staat reglementiert. Es ist doch bei der Tierhaltung wie überall im Leben: Der gesunde Menschenverstand ist nunmal nicht durch Gesetze ersetzbar. Dass hierzulange wenigstens die Zucht beaufsichtigt wird, ist doch schonmal was.

    Dass es in der Tierhaltung immer viel Leid gab und geben wird, ist nunmal so. Aber die gibt es, wie du schriebst, in der 'Menschenhaltung' in noch viel schlimmerem Ausmass. Und fast kein Mensch kann hierzulande deshalb schlecht schlafen. Wenn man schon Prioritäten setzt, dann käme für mich der 'Menschenschutz' weit vor dem Tierschutz...

    Viele Grüße,
    Stefan
     
  11. Tanja123

    Tanja123 Guest

    Hallo

    ja, vermutlich lassen sich solche "Kontrollen" nicht durchführen.
    Und vielleicht sollte uns auch das Schicksal dieser Tiere egal sein.
    Letzten Endes wird es wohl auch so sein.
    Ich fühle mich auch nicht als Retter der Tiere.
    Egal. Seis drum.

    Tanja
     
  12. Raymond

    Raymond Guest


    nein , nur wie koennen nicht alle tiere retten.

    aber wir koennen denen die hilfe suchen und es annehmen zu einem besseren leben verhelfen. es ist zwar nur ein tropfen auf den heissen stein aber viel besser als nichts.
    daher sind solche foren wie dieses so wichtig geworden, nur mit austausch kommen wir weiter..
     
  13. jono

    jono Foren-Guru

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    Bitte nicht falsch verstehen, aber so etwas finde ich dann immer etwas enttäuschend.Viele äußern Kritik (was ja auch gut und sinnvoll sein kann ), wenn es dann aber an den konstruktiven Teil der geäußerten Kritik geht, der diese sinnvoll machen könnte, wars das schon...
     
  14. Tanja123

    Tanja123 Guest

    Hallo Jono,

    ich wollte nicht den Eindruck hinterlassen das ich aufgebe.

    Aber letztenendes ist es doch wirklich nicht durchführbar.

    Ist dieses vielleicht auch nicht durchführbar? (ehrliche Frage):
    Ich sehe halt so viele Vögel in Baumärkten usw. Vielleicht könnte man hier den Verkauf verbieten? (hartes Wort, ich weiß), oder man könnte z. B. bei bestimmten Rassen (denke da an die grossen Ara´s) Auflagen oder Bestimmungen erlassen?

    Ich glaube es ist schwieriger einem Ara eine artgerechte Haltung zu ermöglichen (da ich ja mind. 2 benötige) als 2 Wellensittichen (bitte, ist nicht abwertent für die Wellis gemeint).

    Ja, auch das Argument "da müssen erst mal die Kinder gerettet werden"
    ist o.k.
    Heisst das also, dass man sich nur um "menschliche Belange" kümmern soll und um sonst nichts? Diese Entscheidung was ihm am Herzen liegt, trifft doch jeder für sich selbst, oder? oder heißt es wenn ich mich um den Tierschutz kümmere, dann kümmere ich mich um sonst nix und renne blind und ohne sonstige Meinung herum? Wer sagt euch denn nicht ob ich in einer sozialen Einrichtung arbeite? oder mich um Obdachlose kümmere? (Mach ich wirklich).

    Eine Antwort auf meine Frage "wohin mit den vielen gezüchteten Vöglen" hat mir übrigens noch KEINER beantwortet, und ich habe diese schon öfters gestellt.


    Tanja
     
  15. jono

    jono Foren-Guru

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    Solange auf Tiere die zivil-/sachenrechtlichen Vorschriften anwendbar sind, werden sie gehandelt werden.Solange es Handel gibt, wird es Händler geben, die versuchen, den größtmöglichen Gewinn mit ihnen zu erzielen (Soweit es sich im Rahmen der tierschutzrechtlichen Bestimmungen bewegt).
    Also möglichst wenig fin. Aufwand für die Tiere und hoher Erlös (Baumarkt zum Beispiel)
    Was man unternehmen kann?
    Nicht im Baumarkt Vögel kaufen und anderen davon abraten (um die Nachfrage im Baumarkt zu minimieren)
    Tierschutzwidrige Haltung anzeigen.
    Andere (freundlich) auf Haltungsfehler aufmerksam machen.
    Halt versuchen "im Kleinen" anzufangen.Finde ich besser als nach Regularien und Verboten zu Rufen.
    Trotzdem wird es weiter Aras in 20 qm Wohnungen geben, die in ihrem Zimmer höchstens 3 mal mit den Flügeln schlagen können...
     
  16. RSC

    RSC Foren-Guru

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    es ist an auflagen gebunden und so ohne weiteres darf man großpapageien nicht kaufen oder verkaufen, sogut wie alle papageien haben denn weg in die artenschutzlsiten gefunden und sind meldepflichtig, was zwar umgangen werden kann, gitbs aber probleme dann ist das tier weg ect ....

    PARADOX ist für mich aber:
    halte ich meine tiere im haus, ist es egal wie klein der käfig ist,
    halte ich die tiere im freien, sind midnestmaße bindend auch was die anzahl der tiere angeht ....
     
  17. Julius01

    Julius01 Foren-Guru

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    Hallo zusammen, :0-
    zunächst mal allen Usern hier ein friedliches und schönes neues Jahr!
    Hier wird ja schon ganz schön hitzig diskutiert! :zwinker:

    Ich kann aus meiner eigenen kleinen Erfahrung (2 Graupapageien, Handaufzuchten seit 2,5 Jahren bei uns im Wohnzimmer lebend) sagen:

    Wir haben einen Fehler gemacht!:traurig:
    Ein wahrer Tierfreund wäre ich, wenn ich keine Papageien hätte, sondern diese in freier Wildbahn leben dürften.
    (Diese Aussage fälle ich nur für mich und meinen LG, jeder hier im Forum mag darüber eine andere Meinung haben)

    Wir lieben unsere Tiere wirklich sehr, aber ständig habe ich ein schlechtes Gewissen ihnen nicht gerecht zu werden. Und ich werde ihnen und ihren Ansprüchen nicht gerecht, obwohl wir immer nach der Arbeit sofort nach Hause fahren um ihnen Freiflug zu geben. Sie haben den großen Arkansas-Käfig, alle 4 Wochen wechselndes Spielzeug, frische Äste, den Venta-Luftwäscher, duschen täglich, stehen im Sommer immer auf dem Balkon und sehen den fliegenden Vögeln zu, müssen leider immer wieder inhalieren, weil beide an Aspergillose erkrankt sind.
    Diese Krankheit hätten sie in der freien Wildbahn nie bekommen, hätten fliegen können so weit so lange sie wollen und sich ihren Partner unter vielen aussuchen können.
    In ca. einem halben Jahr haben sie ein eigenes Vogelzimmer und werden eine mindestens 5 x 3 m große Außenvoliere bekommen. Vielleicht wird ihr Leben dann etwas schöner? :~
    Augenscheinlich fühlen sie sich wohl, reden den ganzen Tag, spielen und fliegen in der Wohnung die möglichen Distanzen. Wir spielen täglich stundenlang mit ihnen und manchmal würde ich lieber gern mal ein Buch lesen, aber dazu bin ich seit der Papageienhaltung noch nicht gekommen.
    Aber kann das ein Papageienleben in der freien Wildbahn ersetzen? Sicher nicht und soviele Menschen müssen auch bestimmt keine Studien mit Papageien betreiben. Ich habe außerhalb dieses Forums noch nie Leute getroffen, die 2 Papageien halten, sondern stoße immer und immer wieder auf allein gehaltene Papageien in zu kleinen Käfigen.
    Vor einigen Monaten habe ich im Graupapageienforum mal einen Thread eröffent mit dem ich versuchen wollte soviel Wissen wie möglich über Papageien zusammenzutragen. Das Ergebnis war niederschmetternd, denn kaum Jemand wußte etwas über diese Tiere in der freien Wildbahn.
    Wie sollen wir Tieren, die normalerweise tgl. bis zu 60 km fliegen auch nur ansatzweise gerecht werden?

    Nachdenkliche Grüße
    Kati
     
  18. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Aber um die Haltungsbedingungen kümmert sich doch keiner! Jeder kann sich z. B. einen Graupapagei kaufen, auch wenn er Null Ahnung hat. Ich finde schon, dass es einen Sachkundenachweis als Voraussetzung geben sollte.

    Ich wüßte nicht, dass die beiden Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien, bzw. Kleinvögeln nicht auch für die Haltung im Haus gelten. Aber es sind halt nur Gutachten, beim normalen Halter wird nichts überprüft.
     
  19. Julius01

    Julius01 Foren-Guru

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    Zitat von Raven
     
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  21. jono

    jono Foren-Guru

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    Man kann dem nicht gerecht werden.Ist leider so.Man kann nur versuchen möglichst viel zu bieten.Man geht wie schon geschrieben, stellvertretend für die Tiere einen Kompromiss ein, aus egoistischen Motiven.
    Mit Vogelzimmer und Außenvoliere (5x3m) leben Eure in Zukunft doch wie der Sonnenkönig (im Vergleich zur durchschnittlichen Haltung).
    Tragischerweise machen sich meistens die Halter, bei denen es die Vögel vergleichsweise sehr gut haben, viele Gedanken, während die schlecht Gehaltenen leise und unbemerkt vor sich hin leben.
     
  22. elzahid

    elzahid Räuberhöhle

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    Letztendlich schließe ich mich der Meinung an, dass Papageien nicht in Wohnungshaltung gehören. Nicht mal eine Außenvoliere kann ihrem Bedürfnis nach genügend Freiraum gerecht werden.

    Trotzdem gebe ich zu, dass ich wohl auf eine Art ein Egoist bin. Ich halte schließlich selber Vögel. Und das auch noch in der Wohnung. Dennoch finde ich hier manche Meinungen einfach zu radikal. Nur weil man Vögel hält ist man nicht gleich ein schlechter Mensch, der nur an seine eigenen Bedürfnisse denkt. Es gibt Leute, die versuchen den Tieren ein gutes Leben zu bieten - sofern es unter den gegebenen Umständen machbar ist.

    Damit komme ich auch zu Tanjas Frage: wohin mit den ganzen Nachzuchten?
    Ganz klar muss unter den Vogelhaltern ein Umdenken stattfinden. Ich habe Nymphensittiche und weiß, dass der absolute Renner zur Zeit die Weißköpfe sind. Jeder möchte so einen haben, weil sie ja auch wunderschön sind. Die Nachfrage ist da, also wird fleißig gezüchtet. Würden die Vogelhalter, die zu den Züchtern rennen und für die Nachfrage sorgen aufgeklärter sein und sich Gedanken darüber machen, dass viel zu viele Vögel in Tierheimen, Auffangstationen oder privaten Pflegestellen sitzen und würden sich statt dessen dazu entscheiden so einem armen Vogel ein gutes Zuhause zu bieten, würde mit Sicherheit auch weniger gezüchtet werden. Denn was soll ein Züchter sonst mit seinen ganzen Nachzuchten, wenn es niemanden mehr gibt, der sie ihm abnimmt. Ganz klar, er würde seine Brutkästen herausnehmen (sofern er ein vernünftig denkender Mensch ist).

    Ich habe 5 Nymphensittiche. Bis auf einen sind es allesamt Abgabevögel. Ich würde angesichts der hohen Anzahl an Vögeln, die niemand mehr haben will auch niemals auf die Idee kommen, einen Vogel vom Züchter zu holen.

    Alles was ich damit sagen will ist folgendes: ein Papagei in der Größenordnung Ara, Amazone, Graupapagei usw. gehört eigentlich nicht in Gefangenschaft. Jemand der Abgabetiere aufnimmt und ihnen ein besseres Leben ermöglicht, z. B. in einem Vogelzimmer oder mit ganztägigem Freiflug o. ä. ist dennoch kein Egoist, der unbedingt ein Tier für sein eigenes Wohlbefinden haben muss. Das gefällt mir nicht so ganz an MMs Argumentation. Schließlich gibt es viele, die versuchen den Tieren zu helfen und sie aus ihrem Wanderpokal-Dasein zu erlösen. Folglich ist nicht jeder Vogelhalter ein Egoist. Da sollte man schon unterscheiden zwischen denen, die sich um vernünftige Haltungsbedingungen für arme Seelen bemühen und denen die sich aus reinem Spaß einen Vogel anschaffen und die dann auch möglichst einen jungen handzahmen Vogel haben möchten.

    Eine Pauschalisierung der Vogelhalter sollte nicht stattfinden. Denn es gibt ja nun doch noch einige, die nicht nur an sich denken, sondern die versuchen den armen ungewollten Wanderpokalen ein endgültiges schönes Zuhause zu bieten. Egal ob diese Wanderpokale dann verhaltensgestört und nicht zahm sind. Manche von uns scheren sich nicht darum sondern versuchen gerade diesen Vögeln zu helfen. Und das ist dann wohl kein Egoismus eines Vogelhalters oder?
     
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Vögel im Wohnzimmer