Vogelhaltung gerechtfertigt???

Diskutiere Vogelhaltung gerechtfertigt??? im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo, mich beschäftigt in letzter Zeit die Frage mit welchen Argumenten man die Haltung von Vögeln begründen kann. Darum wollte ich diese...

  1. wagtail

    wagtail Vogel frei!

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    Hallo,

    mich beschäftigt in letzter Zeit die Frage mit welchen Argumenten man die Haltung von Vögeln begründen kann. Darum wollte ich diese Argumente mal sammeln.
    Ich selber habe übrigens keine Vögel.

    Überspitzt formuliert:

    Aus welchem Grund sperrt ihr eure Vögel ein???

    Ich möchte jetzt nicht solche Antworten wie, "das sind Zuchtformen und die sind in der Natur nicht lebensfähig" ... "oder sie kennen es eh nicht anders! ";)

    Sondern Argumente wie :" Ich züchte für den Artenschutz Graupapageien, damit es weniger Wildfänge gibt."... " Ich habe Sittiche damit meine Tochter einen Zugang zu Tieren bekommt."

    Wenn einer von Euch noch eine Disskussion im Kopf hat wo es schon einmal darum ging, den bitte ich dies mal zu posten! Danke :gott:

    :jaaa: tobi :jaaa:
     
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  3. #2 Zugeflogen, 25. August 2004
    Zugeflogen

    Zugeflogen Foren-Guru

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  4. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo Tobi,
    Die Haltung von Vögeln kann man meiner Meinung nach auf die gleiche Art und Weise begründen wie die Haltung aller anderen Tiere, die nicht, oder nicht mehr als Nutztiere dienen.
    Der Mensch sucht den näheren Kontakt zu seinen Mitgeschöpfen. Je nach individueller Vorliebe entscheidet er sich für Hund, Katze, Nager, Vögel, Fische, Reptilien, Insekten, oder was auch immer.
     
  5. Raymond

    Raymond Guest


    oder fuer fast alle ;)

    weil es einfach herrlich ist mit den tieren zusammen zuleben und jeden tag ein stueck mehr lernen sie zu verstehn. egal ob rufe bewegungen oder haltung.
     
  6. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Ich halte Vögel aus purem Egoismus und stehe dazu !
    Meine Vögel könnten sehr gut ohne mich auskommen , sie haben ihren partner....aber ich könnte nicht ohen sie leben (obwohl ich auch einen Partner habe :D )
     
  7. Bubbelup

    Bubbelup Ahnungsloser Benutzer

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    @ wagtail

    Also unseren Beweggrund für die Anschaffung eines Tieres hast du selbst schon genannt. "Unser Sohn"! Er sollte, da er (noch) ein Einzelkind ist, sollte er von Anfang an erfahren, dass es auch andere Lebewesen in unserer Familie gibt, die Rücksichtsvoll behandelt werden und nicht er alleine im Mittelpunkt steht. Wir hatten uns damals lange überlegt welch ein Tier bei uns einziehen sollte. Kleinnager mag ich nicht. Reptilien mag meine Frau nicht. Einer Katze können wir nicht genügend Auslauf bieten (wir wohnen zwar im Dorf allerdings in der 2. und 3. Etage meines Elternhauses) und einem Hund können wir nicht genügend sozialkontakt bieten, da meine Frau halbtags berufstätig ist. Aus diesem Grund schieden auch Papageien und Sittiche aus. Deshalb haben wir uns (nach etwa einem Jahr der Überlegungen) für Prachtfinken entschieden und haben mit 4 Zebrafinken angefangen. Naja inzwischen haben wir zwei Käfige und eine Aussenvoliere.
    Und der Lerneffekt bei unserem Sohn hat sich auchgezeigt. Er ist erstaunlich leise und vorsichtig, wenn er in der Nähe der Käfige ist. Ausserdem hat er seine wahre Freude, wenn er es schafft solange still zustehen bis eine Wachtel ihm aus der Hand frisst.

    Sorry, dass ein etwas länglicher Beitrag geworden ist.
     
  8. sushi

    sushi Guest

    Ich halte Vögel, weil ihre Energie ansteckend ist. Mit ihnen bin ich glücklicher als ohne sie. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das auf Gegenseitigkeit beruht. Tiere haben kein Konzept von Freiheit und Gefangenschaft. Solange man alle ihre Bedürfnisse befriedigt, leben sie bei mir besser als in der Natur. Keine Fressfeinde, kein Nahrungsmangel, keine klimatischen Härten, Versorgung bei Krankheit.
     
  9. Motte

    Motte Guest


    Ja, ähnlich sehe ich das auch. Man nehme nur mal die Nymphen (die halte ich z.B.) Klar kann ich ihnen nicht ´die nahezu unendliche Weite des Outbacks bieten, aber man sollte nicht vergessen das die Tiere dort unnötige Bewegungen größtenteils meiden. In Australien ist Energiesparen angesagt. Die eine Hälfte des Tages wird nach Nahrung gesucht und die andere wird "rumgesessen" um Energie zu sparen. In der Natur gibt es kein rumgeflatter oder gehüpfe aus Spass an der Freude! Leben in der Natur ist schwer. Das ist natürlich KEIN Grund Vögel meinetwegen aus ihrer natürlichen Umgebung zu pflücken! Für solche Tiere muss die Umstellung zur Gefangenschaft eine Qual sein. Denn immerhin ist jede Tierart an das jeweilige Leben angepasst und nicht darauf angewiesen das wir es von der Last des Lebens befreien :s

    Aber ich bin wirklich der Ansicht das hier gezogene Vögel durchaus glücklich werden können. Sie erfahren auch keine Lebensumstellung von der harten Freiheit zur Gefangenschaft. Sie kennen keine Freiheit und haben absolut kein Bild von dem was ihnen entgeht. Darum kann ich immer wieder nur auf Knien rumrutschen und die Leute bitten KEINE Wildfänge zu kaufen und sich über die Herkunft ihrer Vögel genau kundig zu machen.

    Wie gesagt, ich denke einer der Gründe warum so viele Menschen glauben Vögel in Gefangenschaft sei reine Quälerei, liegt wohl darin, das sie ein romantisiertes Bild von der Freiheit haben.

    Aber eines muß ganz klar gesagt sein! Auch unsere, in gefangenschaft gezogenen Tiere (egal welchecher Art) haben Fähigkeiten und Bedürfnisse. Wenn einem "Hausvogel" also das mühevolle Nahrungssuchen und überwinden von Problemen "erspart" bleibt, muß ihm unbedingt ein Ausgleich geboten werden! Es ist ganz klar das Vögel in einem kleinen Käfig mit gleichbleibenden/ unzureichenden Beschaftigungsangebot unterfordert sind. Sie beginnen sich zu langweilen. Und das wäre WIRKLICH ein jämmerliches Leben. So bleibt zu sagen: Jeh intelligenter eine Vogelart ist, umsomehr muß der Vogelhalter prüfen ob er in der Lage ist dieser Intelligenz und ihrer Förderung, Rechnung zu tragen.

    Es ist wie Dagmar sagte: Der Mensch sucht den Kontakt zu seinen tierischen Mitgeschöpfen. Kein Haustier Braucht uns wirklich. Aber wir brauchen sie und ich bin aus eigener Erfahrung zu der Überzeugung gelangt daß, wenn wir uns bemühen, auch unsere Tiere uns gernhaben und unsere Nähe mögen.

    Ein anderer User hier, Tamborie, sagte mal (ungefährer Wortlaut, ich hoffe Du hast nichts dagegen Tam) Es ist wichtig das wir Tiere halten. Nur so lernen wir sie als Lebewesen schätzen. Wer sich in Ländern umschaut in denen Tiere als reine Nahrungslieferanten dienen und sich den katastrophalen Umgang mit ihnen betrachtet, weiß was ich meine.

    Das kann ich voll unterschreiben! Jeh weniger der Mensch mit Tieren zu tun hat, umso mehr sinkt seine Bereitschaft Tiere zu schützen, oder sie als Lebewesen zu betrachten.

    Tierhaltung? Ja! Das wie ist entscheident.
     
  10. Jedediah

    Jedediah Guest

    Ich finde, daß Tierhaltung zuallererst mal aus Egoismus geschieht. Aber entscheidend ist, wie man es macht und ob es beim Egoismus bleibt. Ob der Tierhalter lernt, sich dem Tier anzupassen und es als eigenständiges Lebewesen betrachtet oder ob das Tier gezwungen wird, sich der Menschen anzupassen (sprich: die Katze schärft ihre krallen an den Möbel? Kein Problem, lassen wir ihr die Krallen ziehen. Der Papagei zernagt den Schrank? Naja, lassen wir ihm den Schnabel spalten.).

    Wenn man es richtig macht, werden die Tiere in Gefangenschaft auch nicht unglücklich sein. Nur wildgefangene Tiere - denen kann man es meiner Meinung nach beim besten Willen nicht recht machen und ich finde es unnötig, solche Tiere zu kaufen. Dann muß man halt mal ein paar Stunden fahren, um an eine Nachzucht zu kommen - na und?
    LG
    Jennifer
     
  11. Zugeflogen

    Zugeflogen Foren-Guru

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    hallo

    möchte einmal diesen gedanken von sushi aufgreifen:
    ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen sushi, aber das klingt ein wenig nach " gott spielen". verstehe mich nun bitte nicht falsch, das soll auch kein angriff auf deine person sein, aber woher weist du, dass es ihnen in einer voli besser geht, als in der natur. gut wenn du nun fressfeinde und nahrungsknappheit als argumente anführst, kann ich das nachvollziehen, aber ich denke, das gehört zum leben dazu. die natur hat diese mechanismen eingebaut um zum beispiel die population gesund und stark zu halten und um diese nicht explodieren zu lassen. zu diesen mechanismen zählen ebenso krankheit und klimatische härten.(ein beispiel: die wespenplage dieses jahr. durch einen zu milden winter haben zuviele überlebt und es sind zuviele nester entstanden.) und da greift der mensch nun ein.

    ich muss sagen, als mir der 1. kanarienvogel zugeflogen ist, habe ich mir solche gedanken nicht gemacht. er war halt da, er brauchte in diesem moment meine hilfe und ich habe ihm meine hilfe gegeben.
    im nachhinein drüber nachgedacht - also ohne die geier wäre es irgendwie still, ruhig - kurz: es fehlt was.
    würde das so sehen wie kace.
     
  12. Sagany

    Sagany Guest

    Kurz,meine Ansicht und Meinung hierzu ist:
    Jedes Tier hat in der Natur eine Aufgabe,es ist nicht da um das ihm alles vor "den Arsch getragen wird" so wie in der Gefangenschaft,sondern es ist da um in der Natur einen Zweck zu erfüllen,Tauben Zum Beispiel sind da um einigen Raubtieren als Nahrung zu dienen.
    In der Gefangenschaft können sie nichts zu ihrem "Zweck" beitragen,sie sind einfach nur da,ihr Leben ist vollkommen sinnlos.
    Daher ist meine Meinung dass die Tierhaltung,eben auch die Vogelhaltung nicht gerechtfertigt werden kann.
    Gut bei Zuchtzwecken für die Arterhaltung schon,aber alles andere ist nur Egoismus.
    Leider habe ich vor 10 Jahren noch nicht so gedacht und hatte mir damals meine Vögel angeschafft.
    Sollten sie eines Tages ihre " ewige Reise" antreten werden jedoch keine neuen mehr folgen!
     
  13. #12 D@niel, 25. August 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. August 2004
    D@niel

    D@niel Guest

    Für mich gibt es da Pros und Contras in der Tier-/Vogel-Haltung.
    Tiere werden doch aus Egoismus gehalten, da gibt es meiner Meinung nach nichts gegenzusetzen. Doch ich denke, dass es auf die Art des Egoismus ankommt. Was ich damit meine? Ob man nun einen Vogel in einen Käfig steckt und es einem egal ist, was mit dem Tier ist, es nur als Anschauungsobjekt dient oder ob man mehr an die Vögel denkt und ihnen viel Beschäftigungs-und Flugmöglichkeiten gibt, artgerechte Ernährung und einen Partner. Das sind für mich 2 verschiedene Dinge. Man kann Nachzuchten schon ein schönes Leben machen, wenn man eben ihre Grundbedürfnisse einigermaßen befriedigt. Anders ist es da bei Wildfängen, denn für diese ist ein Leben in Gefangenschaft meiner Meinung nach eine Qual. Wie gesagt, man kann es Vögeln einigermaßen recht machen, aber niemals artgerecht und besser wird es ein Vogel in Gefangenschaft auch nicht haben, als ein Vogel in Freiheit!
     
  14. sushi

    sushi Guest

    hi zugeflogen, ist ja auch so, dass wir die götter für unsere viecher sind. ich hätte dieses bild zwar nicht gewählt, aber falsch isses nicht. und dass es den vögeln bei mir zuhause besser geht als in der natur, hab ich mir natürlich nicht von ihnen diktieren lassen. das ist nur meine ansicht und mehr kann hier niemand bieten, oder?
    ansonsten kann ich dir sagen, dass ich auch felsenfest davon überzeugt bin, dass meinen vögeln die population total egal ist. die sehen ausschließlich ihr eigenes interesse, befriedigung von bedürfnissen. der mensch selbst hat es ja auch vorgezogen, sich den härten der natur (die ja eigentlich dazugehören) zu entziehen, wo er nur kann und kümmert sich so ziemlich die bohne um die gesundheit der population (gottseidank!). dabei ist dem sogar noch ein verstand gegeben, um sich über "mechanismen der natur" und "die rolle in der natur" gedanken zu machen. pure theorie!
    ich denke übrigens auch, dass es meinen kanarien keine kopfschmerzen bereitet, dass sie ihrem daseinszweck, falkenfrühstück zu werden, nicht gerecht werden können.
     
  15. Motte

    Motte Guest

    Natürlich ist es Egoismus, allerdings sehe ich es so wie Daniel der der Ansicht ist, daß es schon ein Unterschied macht ob man auch selbst bereit ist zugunsten der Tiere zurückzustecken, oder ob man sich ein Tier wünscht das man nach Belieben "abstellen" kann. Gute Vogelhaltung bedeutet für mich auch das man seinen Vögeln soviel Freiraum wie möglich bietet. Das kann Vogelscheisse in der ganzen Wohnung bedeuten, oder angefressene Türen und Tapeten. Aber wer seine Tiere liebt, nimmt das in kauf und sperrt sie nicht weg. Das jetzt nur so als Beispiel. Man könnte das noch beliebig fortführen.

    Welche Rolle hätten Hunde oder hier gezogene Vögel in der Natur? Der Mensch hat bereits Gott gespielt und Lebewesen "zweckentfremdet". Haustiere werden gezüchtet, damit sie dem Menschen gesellschaft leisten.
    In die Natur gehören diese Tiere sicher nicht und hinterlassen dort auch keine Lücke.
    Ausserdem halte ich es für fragwürdig das ein Tier nach dem Sinn des Lebens forscht sagany. Kann aber auch sein das ich Deine Aussage falsch interpretiere.
     
  16. Motte

    Motte Guest

    Nachtrag

    Von Anfang an hat der Mensch alles genutzt was er brauchen konnte. Das fing beim Jagen und Sammeln an, bishin zu gezielter Haltung/Züchtung von Tieren und dem Anbau von Nahrungsgrundstoffen. Bis heute hat man immer mehr Wege gefunden sich alles mögliche zu Nutze zu machen. Wenn man es nüchtern betrachtet könnte man sagen das auch Haustiere Nutztiere sind (ich als Tierhalter empfinde es aber anders, klar :s )
     
  17. D@niel

    D@niel Guest

    Gut, für diesen ''Zweck'' sind sie das, aber für diverse Menschen ist ihr Leben nicht sinnlos. Ebenso das mit der Arterhaltung...lässt man die Tiere in freier Wildbahn in Ruhe, dann erholen sich ihre Populationen sicher von ganz alleine, ohne, dass da ein Mensch mitmischt.
     
  18. Jurante

    Jurante Welliverwöhnerin

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    Hi,

    ich bekenne mich auch schuldig, meine Vögel aus Egoismus und Mitleid zu halten. Die Wellis aus Egoismus, weil die mir das Gefühl gaben, nicht völlig allein zu sein, die Bourkes, weil ich mir nicht ansehen konnte, wie sie dahinsiechen in diesem Dreckskäfig :asian:
    Ich komme von einem Dorf und wir hatten schon immer Tiere gehalten. Mein Vater liebt Vögel und wir haben entliche zuhaus großgezogen, aufgepäppelt oder im Winter vor dem erfrieren bewahrt. Deswegen war der Umgang mit Vögeln für mich nix neues. Jetzt wohne ich in der Stadt und da hab ich nicht so gute Möglichkeiten z.B. einen Hund zu halten, da ich arbeite und keinen Garten habe. Aber ich wollte dennoch nicht ohne Tiere leben :jaaa:
     
  19. #18 Herbert Wahl, 26. August 2004
    Herbert Wahl

    Herbert Wahl AZ-Nr: 47039

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    Hi,

    Vogelhaltung ist Egoismus.
    Um mein manchmal schlechtes Gewissen beruhigen versuche ich, es den Vögeln so gut wie möglich zu machen (Ernährung, Beschäftigungsmöglichkeiten, Platz, ...).
    Wenn ich einen Vogel erwerbe (was nicht mehr oft vorkommt) soll er es bei mir besser haben als zuvor.
    Umgekehrt geht das beim Verkaufen leider nicht.

    Ich habe mal ein Paar Erlenzeisige und einen Stieglitz geschenkt bekommen, wohl weil der Vorbesitzer auch schon ein schlechtes Gewissen hatte. Er hat mir aber versichert, die stammten von einem Züchter, der keine Ringe mehr drauf machen konnte, weil sie schon zu groß waren. Am Tag nachdem mir der Vorbesitzer gestanden hat, dass die Tiere aus dem Rheinland oder Belgien stammten und er nicht ausschließen kann, dass es Wildfänge waren, habe ich sie frei gelassen.
     
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  21. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Vogelhaltung bringt uns das Lebewesen Vogel aber auch ein Stück näher, weckt unser Verständnis für diese Lebensform.

    Wie wenig vertraut der Mensch mit dem Vogel ist, zeigt sich immer wieder. Man höre nur mal den Kommentaren mancher Besucher eines Vogelparks zu. Oder man nehme Aussagen wie "Verletzter Vogel gefunden, ich mag ihn nicht anfassen". Meine Nachbarin faßt noch nicht einmal eine Jungamsel an, die gegen die Scheibe geflogen ist. Diese Menschen sind tierlieb und interessiert und würden dem Tier gern helfen, schaffen es aber nicht, weil sie überhaupt keinen Bezug zum Vogel haben.

    Erst die Vogelhaltung gibt uns die Möglichkeit, diese Tiere zu begreifen im wörtlichen Sinne, sie auf der Hand zu halten, zu spüren, was sie mit ihrem Schnabel können, zu sehen, wie sie miteinander umgehen, ihre Reaktionen richtig zu verstehen.

    Die Menschen heutzutage haben wenig Möglichkeiten, Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Es bleibt nur der Weg, sich Tiere ins Haus zu holen und ihre Bedürfnisse berücksichtigen zu müssen, um sich selbst wenigstens noch etwas als Teil der Natur betrachten zu können.

    Unter dem Gesichtspunkt kann ich Vogelhaltung durchaus akzeptieren und positiv bewerten. Falsch ist es allerdings, das Tier so zurechtstutzen zu wollen, dass es besser ins menschliche Umfeld passt. Falsch ist es auch, das Tier mit menschlichen Maßstäben zu messen.
     
  22. andrea1

    andrea1 Guest

    Hallo,

    ich erweitere die Frage nach Haltung von Vögeln mal auf generelle Tierhaltung.
    Bei uns leben zur Zeit ein Hund, zwei Kaninchen, vier Wellis und zwei Farbmäuse.
    Natürlich halte auch ich die Tiere in erster Linie aus Egoismus, weil ich es einfach wunderbar finde, mit Tieren zusammen zu leben. Daraus hat sich auch mein Studium zur Tierheilpraktikerin ergeben, dass ich gerade mache. Ich möchte also mein Hobby zum Beruf machen.

    Ich sitze stundenlang vor den Tieren, beobachte sie, freue mich, wenn die Kaninchen in ihrem 10 qm großen Außengehege rumhoppeln, wenn sie Haken schlagen, wenn sie um mich rumhoppeln sobald ich das Grünfutter bringe, ich finde es wunderbar, wenn meine Wellis tschilpen und von Ast zu Ast hüpfen, wenn sie ihre Runden im Wohnzimmer drehen, wenn ich sie beim gegenseitigen Kopfkraulen beobachten kann, ich finde es toll, wenn meine Mäuse jeden Tag neue Höhlen buddeln, wenn sie klettern, wenn sie auf mir rumlaufen und ich liebe es, mit meinem Hund durch die Felder und Wälder hier zu spazieren und seine Lebensfreude dabei zu sehen.

    Aber der Egoismus ist wohl der Grund, weshalb Haustiere überhaupt gezüchtet werden. Wenn es niemanden interessieren würde, dann würde es wohl kaum Züchtungen geben.

    Ich bin in meiner Tierhaltungseinstellung vielleicht auch etwas radikal. Einzelhaltung gehört nicht zu meinem persönlichen Radikalismus, das sollte für jeden Tierhalter selbstverständlich sein, der ein Tier hält, was in der Natur im Rudel oder im Schwarm lebt. Bei Hunden kann man sich da streiten, ob er besser im Rudel leben sollte oder alleine. Der Hund hat sich im Laufe der Domestikation doch ziemlich vom Wolf entfernt, er ist außerdem in der Lage, seine Menschen als Rudel anzuerkennen.
    Zu meinem Radikalismus: ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe, meine Kaninchen z.B. im Garten zu halten. Sie haben 10 qm zur Verfügung, mit Baumstämmen, Naturboden, einem Höhlensystem zum Verstecken etc.
    Ich kriege z.B. die Krise, wenn ich Leute erlebe, die ein Kaninchen einzeln halten, am besten noch den ganzen Tag im kleinen Käfig, Auslauf vielleicht einmal im Monat. Das kann man genausogut auf z.B. Wellis übertragen.

    So, jetzt habe ich den Faden verloren :~

    LG
    Andrea (sorry für den langen Text)
     
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Vogelhaltung gerechtfertigt???