Vogelpark Olching kämpft um die Existenz

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  1. raptor49

    raptor49 Foren-Dinosaurier

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    Vogelpark kämpft um die Existenz

    Verein versucht Mensch und Tier vor Geflügelpest zu schützen
    VON STEFAN WEINZIERL Olching - Aus dem Teich ragen Bierbänke als Stützpfeiler für einen Pavillon, Gartenzelte werden kurzerhand in Ställe, Plastikboxen in Desinfektionswannen umgewandelt. Und das Gitter aus dem Heimwerkermarkt, das sonst Baustellen abgrenzt, dient jetzt dem Schutz vor Füchsen und Mardern. Im Vogelpark Olching ist wegen der drohenden Gefahr der Geflügelpest dieser Tage vor allem eines gefragt: Kreativität. Mit bescheidensten Mitteln, aber großem Engagement haben die Mitglieder des Vogelliebhabervereins den verzweifelten Kampf gegen die Vogelgrippe aufgenommen. Schließlich geht es um die Existenz ihres Parks.




    "Wir versuchen alles, um uns und unsere Tiere zu beschützen", sagt Daniela Kuchenbaur. Sie ist 2. Kassierin im Verein, der das knapp 20 000 Quadratmeter große Gelände mit seinen rund 600 gefiederten Bewohnern aus aller Welt betreut. Normalerweise ist die Neu-Estingerin zwei Stunden am Tag im Park, um die Tiere zu verpflegen und nach dem Rechten zu sehen. Derzeit sind es täglich bis zu sechs Stunden, die die 40-Jährige mit weiteren Ehrenamtlichen damit verbringt, Provisorien zum Schutz der Vögel zu bauen.

    Enge Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt

    In enger Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt habe man die Stallpflicht umgesetzt, betont Kuchenbaur und spricht der Behörde ein großes Lob aus: "Wir fühlen uns weder gegängelt noch überwacht." Die Mitarbeiter des Landratsamtes seien extrem hilfsbereit und würden dem Verein mit Rat und Tat zur Seite stehen.

    Während der ersten Stallpflichtphase im vergangenen Jahr hatte der Vogelpark für seine Tiere eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Die Vögel durften im Freien bleiben, mussten sich aber regelmäßigen Blutuntersuchungen unterziehen. "Das war jedoch Stress pur für die Viecherl", erzählt Kuchenbaur. Da eine erneute Stallpflicht absehbar war, haben die Vogelfreunde deshalb seit Anfang des Jahres versucht, ihre Tiere an Käfige und Ställe zu gewöhnen.

    Mit Erfolg: Auch Fluchtvögel wie die vier Nandus (südamerikanische Straußenvögel) haben sich an ihre Notunterkunft - ein 64 Quadratmeter großes Zelt - gewöhnt. Überhaupt sind alle Tiere, die unter die Stallpflicht fallen, mittlerweile in überdachten Räumen untergebracht. In den nächsten Tagen wollen die Vogelliebhaber nun auch die im Park lebenden Wildvögel wie Schwäne, Störche und Kraniche einsperren. "Es nützt uns ja nichts, wenn wir gerade die Tiere draußen lassen, die besonders anfällig für die Krankheit sind."

    Ehrenamtlichen geht langsam das Geld aus

    Die ganze Prävention hat die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder mittlerweile 2000 Euro gekostet. "Und ein Ende ist nicht abzusehen", klagt die stellvertretende Kassenwartin. Das Geld wird knapp, denn große Rücklagen hat der Verein nicht und täglich müssen Provisorien erneuert werden. So setzt der Wind den dünnen Abdeckplanen stark zu - aber haltbarere Abdeckmöglichkeiten wie Gewebeplanen oder Fieberglasplatten kann man sich nicht leisten.

    Noch dazu, weil ein dickes Fragezeichen hinter der wichtigsten Einnahmequelle des Vogelparks steht: den Eintrittsgeldern. Am Sonntag, 2. April, will der Vogelpark wieder seine Pforten für Besucher öffnen. Derzeit sieht das Veterinäramt keinen Grund, den Park dicht zu machen. Aber die Situation kann sich jederzeit ändern - sollte ein Vogelgrippe-Fall im näheren Umfeld auftauchen. Unklar ist außerdem, wie viele Besucher überhaupt den Ausflug in den Vogelpark wagen werden. "Mir haben schon zahlreiche Lehrerinnen abgesagt, die sonst mit ihren Klassen an Führungen teilnehmen", sagt Kuchenbaur und schüttelt verzweifelt den Kopf: "Dabei haben die Besucher hier doch überhaupt keinen direkten Kontakt mit den Tieren. Da ist jeder Spaziergang am Olchinger See gefährlicher."

    Wer dem Vogelliebhaberverein mit Geld- und Sachspenden helfen möchte, kann sich mit Daniela Kuchenbaur unter der Rufnummer (01 79) 3 44 34 50 in Verbindung setzen.

    www.merkur-online.de

    mm

    Datum: 02.03.2006
     
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  3. #2 Hexe Elstereule, 5. März 2006
    Hexe Elstereule

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    so geht es jetzt vielen Vogelparks und zoos. Im Kölner Zoo hat sich die Außenenlage für Wassergeflügel in einen einzige Partyzeltlandschaft verwandelt.
    Die reinen Vogelparks werden jetzt mit großen finanziellen Einbußen zu kämpfen haben, für manchen schönen Park bedeutet das das Aus! Nicht nur, dass man die vögel zum Teil nicht mehr richtig besichtigen kann, kommt doch die Angst vor der VG noch hinzu, die Parks nicht mehr zu besuchen. Das ist alles sehr schade!:traurig:
    Viele Grüße
    Angie
     
  4. ZELine

    ZELine Guest

    Hmm, da hat jemand schon mal total nette verständnisvolle Vets, nimmt aber die Ausnahmeregelung nicht weil die Blutabnahme so stressig für die Tiere war. Dabei steht in der Verordnung, dass auch virologisch untersucht werden darf, geht einfach mit Kloakenabstrich und ohne Pieks. Ich glaub da kämpft jemand nicht verzweifelt mit der Vogelgrippe sondern mit der eigenen Blödheit :traurig: Ich würd meine Kinder nie in einen Park schicken in dem man Angst haben muss dass bei Wind alles rumfliegt und einstürzt. Oder hab ich jetzt alles missverstanden? Will ja niemand Unrecht tun... :(

    Grüßli ZELine
     
  5. #4 Vogelklappe, 5. März 2006
    Vogelklappe

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    Würde ich so sehen, Zeline.
    1. hat von Blutuntersuchungen der Journalist geschrieben, der vielleicht wirklich keine Ahnung hat.
    2. hat die 2. "Kassierin" den Streß sicher auf das Einfangen bezogen und nicht auf den "Pieks", der bei routinierter Durchführung nicht viel unangenehmer ist als ein Luftröhren- und Kloakenabstrich.
    3. erwähnte sie keine Option einer erneuten Ausnahmegenehmigung, sondern schilderte ihre Erfahrungen im letzten Herbst.
    4. wurde begründet, warum auch nicht stallpflichtige Vögel demnächst lieber eingesperrt werden sollen.
    5. fliegen, wenn überhaupt, nur "dünne Abdeckplanen" herum, weil man sich stabilere Lösungen nicht leisten kann.
     
  6. raptor49

    raptor49 Foren-Dinosaurier

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    Ich kann mich gar nicht erinnern, das der VP Verein nen 2 Kassier hatte...:?

    Wer helfen will und kann der sollte dies tun.
    Der Vogelpark stand schon einige male vor dem Absturz.
    Als einer der letzten Katastrofen ist das Pfingsthochwasser vor ein paar Jahren zu zählen.
     
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  8. Rasti

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    und leider ist das nächste Hochwasser vorprogrammiert : Schneeschmelze 8( rasti
     
  9. #7 Gänseerpel, 7. März 2006
    Gänseerpel

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    Das ist so in etwa die größte Dummheit, die jemand im Übereifer und vorauseilendem Gehorsam begehenh kann.

    Anscheinend haben viele nicht verstanden um was es eigentlich geht: In der Wildvogelpopulation kursieren endemisch Virenpopulationen unbekannter Zusammensetzung. Diese Zusammensetzung ist unbekannt, weil unsere Poltitiker Mittel bislang nur für die Untersuchung einiger totfunde (incl einiger von Jägern abgelieferter Proben) locker gemacht haben, und glaubten das Geld für ein Programm für Lebendbeprobungen sparen zu können.

    Und die Einstallung soll genau vor einem Kontakt des "Hausgeflügels" vor Wildvögeln schützen. Und da kommen offenbar verrücktgewordene ATAs und wollen die Wildvögel einfangen und zum Hausgeflügel sperren.

    Wobei hinzukommt, dass die Übertragungsgefahr durch solche Aktionen täglich größer wird, und zum jetzigen Zeitpunkt noch weniger als vorher vertretbar ist.

    Abgsehen davon, dass das Einfangen von Wildvögeln den Tatbestand der Jagdwilderei bzw einen Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht darstellt.

    Dass dies kein Einzelfall ist, zeigt ein Beispiel aus einem anderen Vogelpark, wo einige Dutzend auf einem Teich gehaltener Wildenenten, ebenfalls auf Anordnung des ATA, eingestallt werden sollten. Das Gelände war ja umfriedet.

    Die Betreiberin konnte dann allerdings den Schildbürgerstreich abwenden. Vermutlich vor allem deshalb, weil niemand die Frage beantworten konnte, wie man 50 WE einfängt.

    Solchem Behördenunfug mit allen Mitteln entgegenzutreten, (Öffentlichkeit herzustellen usw.) und vor allem ist klarzustellen, dass die Drahtzieher im Falle eines Seucheneintrags nicht ungeschoren davonkommen.
     
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