Vorstellung Studiengang "Naturschutz und Landschaftsplanung"

Diskutiere Vorstellung Studiengang "Naturschutz und Landschaftsplanung" im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo Leute, ich wollte euch mal "meinen" Studiengang vorstellen um vielleicht den ein oder anderen zu insperieren. Zu spät ist es nie ;) und...

  1. #1 Tobias84, 6. Juni 2015
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    Hallo Leute,

    ich wollte euch mal "meinen" Studiengang vorstellen um vielleicht den ein oder anderen zu insperieren.
    Zu spät ist es nie ;) und wenn sich hier vielleicht noch der ein oder andere oder sogar eure Kinder/Enkel dafür entscheiden um auch beruflich einen Dienst an der Natur zu leisten, wäre das hier vielleicht eine Idee wert!

    Nix gegen BWL´er aber rein wirtschaftliches Denken haben wir schon genug :)

    Naturschutz und Landschatfsplanung; Bachelor Studiengang - HS-Anhalt Fachbereich 1
     
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  3. #2 Tussicat, 6. Juni 2015
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    Hm, schön. Aber findet man dann auch eine entsprechende Arbeit? Oft ist es mit den schönen Studiengängen so, dass man hinterher nicht weiss, was man anfangen soll?
    Recht hast Du ja. Es wird Zeit von Wirtschaft auf Schutz der Natur umzustellen. Genug zu tun gibt es. Die Wirtschaft muss nur dazu gebracht werden, mehr Geld dahin zu bringen statt Expansion ins Nichts.
     
  4. #3 Tobias84, 7. Juni 2015
    Tobias84

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    Potentielle Arbeitgeber sind die Naturschutzbehörden, Planungsbüros der Architekten, Umweltverbände, Nationalparke usw. Es gibt da schon so einiges ;) Man spezialisiert sich auch während des Studiums auf etwas bestimmtes.
     
  5. colchicus

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    Da will ich zu dieser Berufsgruppe mal kräftig austeilen: Wenn ich das Wort Landschaftsarchitekt schon höre, dann sagt das aus dass jemand eine Landschaft nach seinen Schönheitsvorstellungen gestaltet. Bleiben wir bei den normalen Architekten, die leben auch oft in einer anderen Welt, z. B. wenn es um öffentliche Aufträge geht. Es geht um Preise für besondere Extravaganz usw. Ich könnte hier eine Reihe von Negativbeispielen aufzählen wie diese Berufsgruppe Lebensräume durch mangelndes Grundwissen kaputt macht. Da werden im Offenland (Rebhuhngebiet) Baumgruppen angelegt und dort noch eine Allee, statt endlich mal was für die Arten zu tun denen so sowieso schon schlecht geht. Wenn ich mir die Neuanpflanzungen so anschaue, mir zieht es die Schuhe aus: In den Hecken in der Mitte eine Baumreihe die unten verkahlt, optimale Raubwildpässe entstehen. Buntmischungen aus Hecken, wo nach ein paar Jahren die deckungsspendenden Sträucher von den viel zu vielen Bäumen überwachsen sind. Bei uns Neuanpflanzung der Hänge eines Regenrückhaltebeckens: Meine Bitte die Hänge mit Hundsrosen, Schlehen zu bepflanzen damit ein Winterbiotop für die Hühner entsteht, Südhang. Und bitte keine Hasel, die überwachsen alles und erfordern nur später immer wieder Pflege. Denkste, völlig beratungsresistent. Keine Ahnung von den Wechselwirkungen der Arten. Der größte Feind des Artenschutzes sitzt an den Schreibtischen. So und jetzt steinigt mich!
     
  6. Karin G.

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    hallo colchicus
    ganz sicher nicht
    Bei unserer Turnhalle war der Hang seit vielen Jahren wunderbar mit Hundsrosen bewachsen, (konnte dort immer prima für unsere Edlen sammeln), alles wurde rausgerissen, beim Tennisplatz ebenso.
    Beim Pflegeheim wurden im Herbst die Hundsrosen runtergeschnitten, habe "Aufklärung" betrieben und dann war der Hauswart einsichtig und lässt sie nun als Vogel-Winterfutter stehen.
    Beim Arbeitgeber meines Mannes hat der Hauswart den Feuerdorn voller Früchte zusammengeholzt, auch "aufgeklärt", nun wird er erst später in Form geschnitten. Na also, geht doch :+klugsche

    Man langt sich manchmal nur noch an den Kopf.
     
  7. Tussicat

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    Das sind eben die Auswüchse einer Gesellschaft, die alles und jeden am liebsten mit Sagrotan besprüht ...
    Nur nicht in den Wald, denn da läuft man ja auf dem "Schmutz" rum. Aber Müll aus dem Auto in die Landschaft werfen, wohl in letzter Zeit auch dank Drive in und To go immer moderner.
    Kein Bezug mehr zu unserer Umwelt.
    Den Studiengang vernünftig gelehrt und dann das Wissen über Projekte mal an den Nachwuchs gebracht wär schon eine tolle Sache. Mit Menschen wie Tobias kann das was werden. Ich denke, dass hier durchaus Ausbaupotential besteht. Hoffentlich hat Mutter Merkel hier ein bisschen Geld für.
     
  8. colchicus

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    Typisches Beispiel, eine Hundsrose muss ich nicht auf den Stock setzen, sie bricht auseinander und treibt von innen her wieder neu aus. Durch die Pflege werden wertvollste Strukturen die Nahrung und Deckung bieten vernichtet. Ein Strauch muss in einer Hecke auch einmal alt werden dürfen. Feuerdorn ist übrigens bei vielen Spezialisten "bäh" weil nicht einheimisch. In Wirklichkeit ist die Beliebtheit der Beeren sicher mit denen der Vogelbeere vergleichbar. Ich kenne fast keinen Vogel der sie nicht frisst.
     
  9. colchicus

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    Es liegt nicht an den Leuten die so etwas studieren, die haben feste Vorstellungen und einen Willen. Es liegt an denen die lehren. Und da krankt es. Junge Leute können nur das aufnehmen was man ihnen vermittelt. Da liegt der Schlüssel.
     
  10. harpyja

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    Ich möchte mal behaupten, dass jemand, der Naturschutz und Landschaftsplanung studiert hat, eher nicht dafür zuständig ist, wann in der Gemeinde Grünarbeiten durchgeführt werden ;)

    Unter anderem legt man als solcher auch Biotope für seltene Arten wie das angesprochene Rebhuhn an, und das auch mit Erfolg.

    Dass Jäger, Forstwirte, Landwirte und Biologen unterschiedliche Vorstellungend davon haben, wie eine optimale Landschaft bzw. Bepflanzung aussieht, ist wohl kein Geheimnis. Jeder spricht dieser Landschaft verschiedene Zwecke zu, die nur durch bestimmte Gestaltung erreicht werden können - da ist es klar, dass jeder die eigene für die einzig richtige ansieht, aber tatsächlich solche Vorstellungen auch schwer miteinander vereinbar sind.
     
  11. colchicus

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    Okay da geh ich ja gedanklich mit. Aber ständig wird gejammert dass es den Offenlandarten an den Kragen geht und dann machen Landschaftsgestalter eben diesen Lebensraum für diese Arten durch Unwissenheit kaputt. Man kann aus der Offenlandschaft keine eierlegende Wollmilchsau machen. Wenn ich die Landschaft mit Greif- und Rabenvogelanwarten zuplastere - wir haben nun mal eine verkorkste Artenschutzpolitik - dann brauch ich mich wundern, wenn Rebhuhn, Kiebitz, Wachtel und Feldlerche weiter abnehmen. Dann aber bitte ehrlich bleiben: Wir freuen uns über 20 Bussarde und 40 Krähen auf 50 ha und machen einen auf Grünspecht in der Streuobstwiese. Wo es viele Hochsitze gibt, findet man keine alten Rehböcke und dort wo es viele Ansitzwarten gibt, findet man keine jungen Rebhühner. So einfach ist das.
    Grünarbeiten an künstlich angelegten Strukturen der Gemeinden werden meist von den Landschaftsarchitekten vorgegeben. Zumindest bei uns ist das so. So nebenbei machen die Kommunen im Außenbereich auch eigenverantwortlich viel Mist, verwechseln einfach die Landschaft mit ihren Elementen mit dem Stadtpark.

    Da gibt es noch viel Land zu beackern, wir haben in unserem Revier 11km Hecken, 7 km zwischen den Feldern, es war ein langer Kampf der sich gelohnt hat. Wenn die UNB in geschützten Landschaftsbestandteilen eine Pflegemaßnahme machen will, dann setzen wir uns "an einen Baumstumpf" und besprechen die Maßnahmen. Die Stadt macht es ebenso.

    Wenn wir den Artenschutz ernst nehmen, dann darf eine Landschaft nicht persönlichen Idealen oder Schönheitsvorstellungen geopfert werden. Wir müssen an die Arten denken die dort leben wollen, dürfen und müssen.
     
  12. Tussicat

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    schön gesagt, colchicus
     
  13. Tobias84

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    Ach herjeee...

    Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen Landschaftsarchitekten und Landschaftsplanern!! ;)

    Erstere entwickeln teilweise künstliche Landschaften nach Bauvorgaben.

    Landschaftsplanung betzieht sich vorallem auf Vermeidungs-Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen die entweder "nur" Schadensbegrenzung bedeuten oder im Idealfall neue Biotope schaffen (Insel- Trittstein- Kontinuum-Modelle). Die Verbindung zu den Architekten gibt es während der Zusammenarbeit unter der Berücksichtigung zwischen Bauvorhaben und der Umwelt/Landschaft.

    Es werden Fachgutachten erstellt und diese sind oftmals Grundlage ob überhaupt irgendwo gebaut oder geplant werden darf, beispielsweise ob dies nicht auf einem Standort einer bedrohten Tier- oder Pflanzenart geschieht oder eben nach §30 BNatschG auf/in geschützten Biotopen.

    Im Übrigen, es empfiehlt sich immer sehr, nicht alle Probleme und Sachverhalte in einen großen Topf zu werfen und drin zu rühren ;) Den Zusammenhang mit den Krähen z.B konnte ich zum Studiengang nicht erkennen.
     
  14. colchicus

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    Da liegt ja ein Teil des Problems: Wir haben Arten in unserer Kulturlandschaft die profitieren sehr stark davon wie diese Landschaft nun mal eben ist. Jede Veränderung der Landschaft bringt in aller Regel aufgrund eines fehlenden Verständnisses für die Zusammenhänge in der Natur gerade diesen Arten noch mehr Vorteile. Beispiel die Baumgruppe anstatt der greifvogelsicheren niederen Winterdeckung für das Rebhuhn! Aber man (der Entscheidungsträger und Erfüllungsgehilfe) findet eben eine Baumgruppe recht nett und deshalb wird dort eine gepflanzt, basta. Schaut man sich alte Aufnahmen an, dann gab es mehr Raine und Hecken aber viel weniger Bäume im Feld. Die Trappen leiden unter den Schwarzpappelreihen, es ist eben dann kein Lebensraum mehr für diese Art wenn man sich dort eine Allee einbildet. Dafür sitzen andere Arten da oben. Ist das so schwer zu begreifen? Was ich fordere: Bei allen Veränderungen in der Landschaft - gleich aus welchem Grund - sind die dort vorkommenden schützenswerten Arten verstärkt bei allen Umgestaltungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Das sind wir unseren Enkeln schuldig.
    Mich begleiten schon seit Jahrzehnten die Exzesse dieser Landschaftsvergewaltiger. Selten das mal im Sinne des Artenschutzes etwas Sinnvolles gemacht wird. Soll ich ein paar Beispiele bringen mit Bildern oder langweilt das hier?
     
  15. Peregrinus

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    Das sehe ich anders. Wenn man sich nämlich mal fragt, warum diese Arten dort vorkommen, wird man immer wieder zum selben Ergebnis kommen: Weil die Bewirtschaftung des Menschen für genau diese Art einen nutzbaren Lebensraum geschaffen hat und nicht, weil sie von Natur aus dort vorkäme. Insofern sehe ich auch keine Verpflichtung, unseren Enkeln eine Momentaufnahname aus den 1950er Jahren wieder nachzubasteln und zu hinterlassen. Das ergibt keinen Sinn.

    Die Wirtschaftsform ist einem ständigen Wandel unterzogen, entsprechend wandelt sich die Tier- und Pflanzenwelt. In den meisten Gegenden Deutschlands hätten wir ohne das Wirken des Menschen einen relativ artenarmen Buchenwald. Auf großer Fläche hätte man freilich sehr viele Arten, wobei eben viele davon nur in temporär und wechselweise vorhandenen Randhabitaten vorkämen.

    Das ist m. E. der Denkfehler vieler Leute: Sie meinen, die Summe der Arten, die irgend wann im Laufe der letzten 500 Jahre mal bei uns vorgekommen sind, wäre der natürliche Zustand. Das ist falsch.

    Insofern sind auch die Naturschutzgesetze anzuprangern, denn die hängen sich an Arten auf, nicht am Gesamten und schon gar nicht an Entwicklungen.

    VG
    Pere ;)
     
  16. Tussicat

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    Hallo Colchicus,
    nicht langweilig!

    Aber ich denke, dass sich das notwendige Wissen nicht einfach anstudieren lässt. Es braucht Menschen, die in der Natur zu Hause sind und viel praktische Erfahrung haben. Es darf eben keine Schreibtischplanung sein. Wie in jedem Job gibt es gute und weniger gute Fachleute.
    Sind die Erfordernisse nicht auch sehr regional?
    Richtig ist, dass sich nach meinem Empfinden die Natur die letzten Jahrzehnte sehr verändert hat. Nach dem Umzug in die Gegend hier habe ich wieder Pflanzen entdeckt, die ich sehr lange nicht gesehen habe. Wahrscheinlich haben die Veränderungen der Landwirtschaft so einiges angerichtet, was nicht überall in diesem Ausmaß so erfolgt ist.
    Dennoch, wenn ich in unseren Wald gehe, dann finde ich es gruslig, dass bald alle 10 m eine Fahrschneise durchgeht. Je nach Zugehörigkeit Stadt oder Landkreis (oder sind es verschiedene Privatbesitzer??) hat der Wald links des Weges einen anderen Charakter als der rechts des Weges bezüglich des Bewuchses.
    Bei einer deratigen Intesivierung der Nutzung unserer Natur braucht es eine hohe Qualität an Gegenmaßnahmen zum Erhalt der Arten, die ich als eine der größten Ressourcen im Sinne der Systemgesundheit des Planeten betrachte.

    Insofern, Colchicus, kann Dein Mahnen nicht genug Gehör bekommen. Von Deinem Wissen mal ganz abgesehen.
     
  17. #16 Tobias84, 23. September 2015
    Zuletzt bearbeitet: 23. September 2015
    Tobias84

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    Ich bin auch Jäger ;) Ich kenne diese Problematik anhand meines eigenen Interessenbereichs: dem Rebhuhn bzw. den Hühnervögeln allgemein. Auch dazu hat es schon interessante Diskussionen gegeben und ich denke, wir liegen da gar nicht mal all zu weit auseinander. http://www.vogelforen.de/artenschutz/252251-rebhuhnprojekt-dreijahresbericht.html

    Pere hat sicher recht (wenn ich ihn jetzt richtig verstehe), dass Anpassungen bzw. die Gestaltung der Landschaften usw. nicht auf eine bestimmte Art (!jeweils!) maßgeschneidert werden kann/sollte - um diese auf Teufel komm raus, zu erhalten bzw. sie regional zu päppeln wenn die Gegebenheiten nun im Wandel der Zeit nicht mehr gegeben sind.

    Aber: Hier muss man unterscheiden ob sich dieser "Wandel" entweder nur durch ein sich (ver)ändern der natürlichen Gegebenheiten aufgrund einer erneuten Umformung der Kulturlandschaft darstellt oder ob sich die Dinge nicht einfach nur verschlechtert haben, beispielsweise mehr Pesitizide, Monokulturen, Entwässerungen, Flurbereinigungen usw. !!

    In sofern sind die Gesetze auch nicht anzuprangern und viele Bemühungen um einzelne Arten auch anders zu sehen bzw zu bewerten, sie sind ja oftmals DIE Indikatoren für ein weitreichendes Ökosystem und mit ihrem Verschwinden läuten sie einen schleichenden Prozess eines komplexen Artensterbens ein oder zeigen eben die Verschlechterung der Lebensräume auf. Natürlich kann man auch regional "basteln" und beispielsweise schauen unter welchen Bedingungen beispielsweise das Auerwild überlebt und welche Maßnahmen dazu notwendig sind, allerdings muss auch hier immer berücksichtigt werden, wir leisten uns nunmal Insel-Biotope, umgeben von Kulturlandschaft und da sind die Rahmenbedingungen auch andere als in einer sich selbst überlassenen Wildnis. Warum hier die Verantwortung abgeben und an anderer Stelle (Bsp. Rotwild) behalten wollen? Also bei wirtschaftlichem Schaden - Regulation ja?! Bei Hilfestellungen von Arten - Nein?!

    Was das Fachpersonal betrifft: So wie es nicht DIE Jäger gibt, die überall und stets den Naturschutzgedanken mit dem jagdlichen Interesse verbinden und sich oftmals kaum dazu bewegen lassen eine Hecke zu pflanzen oder einen Nistkasten zu hängen, so gibt es auch nicht DIE Angler, DIE Landschaftsplaner und DIE Naturschützer sondern immer nur DEN der seine Sache besonders gut macht, oft regional einmalig und auch hier nunmal Ansichtssache, doch der größte Fehler aller Gruppen ist oft der fehlende Interessenausgleich zu den anderen Interessengruppen (Einigkeit bei der Umsetzung).
     
  18. Tobias84

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    Ganz vergessen: Es ist ja nicht so, als wäre jeder neu geschaffene Zustand in der Kulturlandschaft ein Dauerzustand. Auch hier kann man Koexistenz fördern (ohne dabei in die 50er Jahre zurückgehen zu müssen ;) ).
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    Habe ich zwar schon einmal vorgestellt, allerdings wird die Seite ständig aktualisiert und es gibt stets Neuigkeiten.
     
  19. colchicus

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    Ich weiß das es hahnebüchern wäre, die Bauern hinter Pferd und Einscharfplug aufs Feld zu schicken. Ich träum insofern auch nicht von 1950. Aber mir kommt da einfach der Kümmel hoch wenn ich sehe wie durch unsinniges Vorgehen, widersinnige Vorschriften der Lebensraum Offenland irgendwelchen Ideogien geopfert wird. Wir haben bei uns wieder denselben Hasenbesatz wie vor 30 Jahren, angefangen bei 2,5-4 Hasen pro 100 ha hat sich der Bestand auf 20 - 30 Hasen pro 100 ha nach ein paar Jahren eingependelt. Aber es ist ein endloser Kampf und es braucht viele kleine Mosaiksteine. Nehmen wir das Greening: Gut gemeint aber kontraproduktiv was die Umsetzung angeht. Beispiel Mulchpflicht der mehrjährigen Buntbrachen. Da sitzen an den Schreibtischen Leute die von der Praxis keine Ahnung haben. Bei uns in Bayern werden im Rahmend es KULAP Blühmischungen vorgeschrieben, die in der Praxis noch nicht gesät wurden. Entworfen am Schreibtisch.
     
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  21. Tobias84

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    Colchicus,

    wie schaut es bei euch in diesem Jahr mit Fasaen und Rebhühnern aus?
     
  22. colchicus

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    Nun, dank der hahnebüchernen Greeningvorschriften wurden im letzten Jahr 4,5 ha Buntbrachen aufm Kopf gestellt. Kein Braunkehlchen mehr im Revier. Es musste eine Marktfrucht eingesät werden das waren Erbsen. Nachdem jetzt der Stickstoff im Boden ist muss noch eine Marktfrucht folgen, also ich schau noch ein Jahr mit dem Ofenrohr ins Gebirge. Auf die Rebhühner hat der Wegfall der Buntbrachen katastrophale Auswirkungen: Nur 2 Ketten bisher bekannt. Die hocken im Mais denn Peres Freunde haben sich in großer Zahl eingefunden. Bei den Fasanen sehr schlecht, bin mit 70 - 80 Fasanen in den Winter gegangen auf 150 - 250 ha Kerngebiet. Winterverluste dank Wegfall der Buntbrachen dementsprechend. Hasen gut, erste Zählung erbrachte 27 Stück pro 100 ha. Mehr Räuber als letztes Jahr. Denke wir liegen jetzt bei knapp 60 Stück. Müssen halt für die Nachbarn auch ein wenig mitarbeiten, kommt immer was nach. Heute früh wieder ein Jungfuchs aus der Dosefalle.
     
Thema: Vorstellung Studiengang "Naturschutz und Landschaftsplanung"
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