Warum Handaufzuchten absolut zu verurteilen sind...

Diskutiere Warum Handaufzuchten absolut zu verurteilen sind... im Graupapageien Forum im Bereich Papageien; Hallo zusammen, ich muss mich nach dem heutigen Abend mal etwas auskotzen. Über meine Tätigkeit beim Tierheim bin ich in Kontakt mit einer Dame...

  1. Headroom42

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    Hallo zusammen,

    ich muss mich nach dem heutigen Abend mal etwas auskotzen. Über meine Tätigkeit beim Tierheim bin ich in Kontakt mit einer Dame gekommen, die eigentliche einen Vermittlungsvogel aus dem TH haben wollte. Der war aber schneller vermittelt als gedacht und ihr Grauer war weder DNA getestet noch die entsprechenden Haltungsbedingungen (Platz, Futter) gegeben. Ich habe Sie dann über viele Punkte aufgeklärt und sie war sehr verständnisvoll, hat schnell gemerkt das sie aus Unwissendheit viel falsch gemacht hat (Erdnüsse, zuviel Sonnenblumen, Einzelhaltung usw.). Auch ein TA Besuch wurde gemacht, der Vogel ist eine Henne, 6 Jahre alt, hat Aspergilose und Granulome die noch operiert werden müssen. Hilfe kam nicht zu spät.

    Was mich beim ersten Besuch wunderte war die grosse Scheu gegenüber Fremden.

    Heute Abend habe ich mir die Zeit genommen die Frau und ihren Vogel zu besuchen und etwas zu reden. Ich war während des Gespräch etwas geschockt und auch ziemlich sauer auf den Züchter. Es stellte sich heraus, dass Donna eine HZ ist, die von der neuen Besitzerin noch mit der Spritze gefüttert werden musste, sprich bei Übergabe nicht futterfest war. O-Ton Züchter:"Da gewöhnt er sich besser an sie!". Die Tage waren wohl die Hölle wie mir die Besitzerin erzählt. Donna entwickelte sich aber gut, bis zu einem Ereigniss wo sie 6 Monate alt war und für 4 Tage ausgebüchst war. Diese 4 Tage alleine unterwegs + der HZ prägten den Vogel völlig auf die Besitzerin. Vor Fremden hat Donna Angst und krächst und knurrt diese an, Familienmitglieder werden weggebissen. Jegliche Veränderung im Käfig und der Umgebung lässt den Vogel zu Stein erstarren, z.T. hängt er einen ganzen Tag am Gitter und rührt sich nicht wenn etwas im Käfig verändert wurde. Das gerade HZ extrem empfindlich gegenüber Veränderungen sind kannte ich ja schon von unserem Jacob I, aber das was Donna hat sprengt jeden Rahmen.

    Nun beginnt ein langer Prozess Donna wieder zu einem Vogel zu machen, sie an Veränderungen zu gewöhnen und einen Partnervogel für sie zu finden (erstes Rupfen beginnt schon). Es wird wohl auf eine Verpaarung ausserhalb des gewohnten Raumes hinauslaufen, sinnvollerweise bei Frau Ohnhäuser wenn sie Platz hat und entsprechende Graue Hähne zur Auswahl. Weiter wird im Moment schon alles für eine Volie besorgt, um während der Abwesendheit von Donna ein neues Heim für hoffentlich 2 Vögel parat zu haben wenn sie wieder zurück kommt.
    Ob und wie Donna therapiert werden kann ist schwer abzusehen, ich hoffe das Beste.

    Für mich hat es nur mal wieder gezeigt, wie zerissen und durchgeknallt HZ sind. Keiner von unseren NB und/oder WF ist so drauf. Die sind uns manchmal eher fast zu mutig und neugierig. Die verschreckten und verängstigten Grauen sind am Ende bei genauer Befragung immer die HZ und das kotzt mich richtig an.

    Jeder Züchter der mit mit sowas noch um die Ecke kommt wird kein nettes Wort von mir erwarten dürfen.

    So, jetzt gehts mir besser.

    Gruss

    Kai
     
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  3. Naschkatzl

    Naschkatzl Foren-Guru

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    Hallo Kai,

    gut Du hast Dich jetzt ausgekotzt, doch weisst Du was ich zum ko**** finde, das hier mal wieder alle Handaufzuchten über einen Kamm geschert werden.

    Ich kenne genug Graue WF oder NB die wochenlang wie ne Salzsäule dasitzen und sich nicht rühren sobald was im Käfig oder Voliere verändert wird. Warum sollten dies nur Handaufzuchten machen oder überwiegend ????

    Ich habe zwei Handaufzuchten, Beide waren futterfest als ich sie bekam. Gut sie haben auch ihre Macken wie vermutlich jeder Graue hat. Doch sie sind neugierig auf alles und müssen alles begutachten und genau untersuchen.
    Auch können die sich super mit sich selber beschäftigen ohne das sie wie den Handaufzuchten ja auch nachgesagt wird zu Schreier werden.

    Also ich finde Handaufzucht ist nicht gleich Handaufzucht. So gibt es bei allen Tieren die gezüchtet werden Solche und Solche und genauso viele schwarze Schafe als Züchter.

    Und es gibt genug durchgeknallte Wildfänge und Naturbruten also ich meine man sollte nicht immer alle über einen Kamm scheren.

    Grüssle
    Corinna
     
  4. VEBsurfer

    VEBsurfer Guest

    hi kai, vielen dank für dein posting. bei den amazonen zeigen die hz andere auffälligkeiten. dass diese aufzuchtsform sich bei grauen in dieser form äußert, ist erschreckend. schön, dass du da zu helfen versuchst.

    für mich gibt es keinen grund, der außer der arterhaltung/der lebensrettung verlassener küken FÜR die hz spricht. dass nb und wf auch auffälligkeiten zeigen, entschuldigt oder relativiert diese praxis nicht.

    ist wie bei autofahren in betrunkenem zustand. da kann man auch nicht anführen, dass nicht-trinker auch unfälle bauen. das prinzip der hz ist eine pervertierung der natur und gehört für kommerzielle zwecke verboten.
     
  5. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo Kai,
    Das ist bestimmt kein Einzelfall. Handaufzüchter wollen dem Kunden den superzahmen, perfekten Stubenvogel andrehen, der läßt sich nämlich besser verkaufen. Das Tier ist dabei egal und der Kunde wird im Grunde genommen betrogen.
    Ich will nicht sagen, dass alle Züchter, die Handaufzucht machen, dies aus rein geschäftlichen Gründen tun, einige tun es vermutlich aus Unkenntnis.

    Ich kann jedenfalls nicht verstehen, wie man die Handaufzucht für den allgemeinen Markt noch befürworten und verteidigen kann, zumal sich inzwischen sehr viele Papageienfachleute dagegen aussprechen.
     
  6. fisch

    fisch Guest

    Jeder darf und soll seine eigene Meinung haben.
    Es ist bestimmt nicht jede HA verkorkst, besonders wenn man sie rechtzeitig artgerecht vergesellschaftet und anständig unterbringt.

    Das Thema HA haben wir aber schon x-mal abgehandelt und daher schließe ich erstmal, damit es über nacht nicht aus dem Ruder läuft.
    (wenn ich es morgen früh nicht vergesse, öffne ich erstmal wieder) :zwinker:

    __________________

    LG
    Sven [​IMG]
     
  7. #6 Angie-Allgäu, 11. Oktober 2006
    Angie-Allgäu

    Angie-Allgäu Guest

    Hallo;

    ich hab hier ja auch einige HZ, NB und WF in grün und grau.

    Tatsächlich ist es schon so das HZ mit erreichen der Geschlechtsreife wesentlich mehr Probleme machen.
    Allerdings kann ein verantwortungsbewusster Halter dem entsprechend rechtzeitig gegensteuern.

    Das Problem seh ich hier aber vorwiegend bei älteren Haltern, die kein Internet haben und damit eine wichtige Informationsquelle nicht haben.

    In dem Zusammenhang findet ich die Arbeit von Rita und Ann klasse.
    Mit Fernsehberichten werden eben auch solche Leute erreicht und auch hier eine Hilfe ermöglicht. Wer eh schon im Forum stöbert sucht ja schon Hilfe und wird diese hier auch bekommen.:zustimm:

    Aber BITTE diskutiert nun nicht wieder über den Sinn und Inhalt von Fernsehberichten... das haben wir schon X mal durch.
     
  8. nin-nin

    nin-nin Stammmitglied

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    Wie kann man als Käufer erkennen, ob der Vogel eine Handaufzucht oder Naturbrut ist? Es scheint schwierig zu sein, überhaupt Naturbruten zu kriegen.

    Es werden meistens Naturbruten angeboten und das wird als besonders "gut" und daher "teuer" angeboten.

    Doris
     
  9. Headroom42

    Headroom42 Stammmitglied

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    Doris, das ist das Problem. Es gibt kaum Naturbruten, denn es will ja jeder nur einen handzahmen Vogel haben. Der Egoismus des Menschen, ein Kuscheltier zu haben, überwiegt hier und ist der ausschlaggebende Verkaufsfaktor.
    Ich weiss halt nur, dass mir unsere wilden und z.T. wildgebliebenen Vögel die wir bei uns haben die umgänglicheren Typen sind. Zwar wollen eine Lilly und Coco nicht zu Nahe bei einem sein, streicheln schon garnicht, aber sie machen einem sehr viel Freude und wollen auch die Aufmerksamkeit haben - aber alles halt mit einem Respektabstand.
    Gerade bei Coco sehe ich das meiste wie ein Graupapagei wirklich ist und das erfreut unser Herz immer wieder.

    Insofern wäre mir, wenn ich einen neuen Vogel holen würde, eine NB für die ich mehr Geld ausgebe lieber, als ein absolut handzahmer Vogel, der von der ersten Minute an kein 100% natürliches Verhalten an den Tag legt. Im übrigen, nur der Punkt Geld, wenn ich bedenke was wir im Schnitt pro aufgenommen Vogel schon investiert haben an TA Kosten, dann könnte ich hier doppelt soviele Vögel sitzen haben.

    Natürlich muss man auch immer unterscheiden zwischen HZ und HZ, für mich ist aber eine HZ nur aus medizinschen Gründen verargumentierbar. Man muss nämlich auch mal weiter denken als nur bis zu den Jungen. Die Altvögel werden nämlich auch so ihrem Zyklus gerissen. Da werden entweder im Extremfall die Eier noch vor dem Schlupf entnommen oder die Jungen kurz nach dem Schlupf. Stell sich mal einer vor ihm würde sein Baby direkt nach der Geburt weggenommen. Welche Folgen lösst das aus? Altvögel reagieren hier auch zumeist verstört und versuchen in manchen Fällen sofort neu zu brüten - was ja auch mancher Züchter will. Nur dadurch laugt man die Hennen aus und macht sie kaputt. Ein Produkt aus so einer Massenzucht habe ich bei uns sitzen. Lilly war mal eine von diesen Zuchthennen, Konsequenz, dass sie einen kaputten After hat der zigmal operiert wurde, sie nicht mehr sauber ihre Bomben setzen kann sondern je nach Zustand ein laufender Kotfluss ist. Lilly braucht daher immer gute Pflege und muss öfters an den Schwanzfedern usw. geputzt werden.
    Bei den wenigen HZ die wohl wirklich etwas gutes werden und wo es die Züchter, sofern man davon sprechen kann, sauber machen, habe ich genug Schattenseiten gesehen und selber die Auswüchse dies HZ Wahns hier sitzen.

    Sowas wie es Ararudi macht ist vorbildlich und sowas verstehe ich unter NB. Ich gehe auch davon aus, dass bei den Vögel die Scheu vor dem Menschen nicht extrem sein wird, sie eher sehr zugänglich sind.
    Extrem kuscheln tun sowieso nur die HZ, die einen Menschen als Partner auserkoren haben. Unser Jacob I hat dies z.B. eingestellt nachdem er gelernt hat das er ein Vogel ist und sich nun mehr für Lilly interessiert.

    Gruss

    Kai
     
  10. nin-nin

    nin-nin Stammmitglied

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  11. olbi0909

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    schaut doch einfach mal in den anzeigenmarkt was da abgeht zu HZ.wir müssen sehr oft mit der hand aufziehen aber nur weils die alten halt nicht machen,und oft ihre art vom aussterben bedroht ist.
     
  12. VEBsurfer

    VEBsurfer Guest

    es sind eben leider meist hz, die angeboten werden. ich habe meine nb aus zufall und mit viel glück bekommenn.

    ich möchte gerne mal ne zg beantragen. denn das normale brüten und aufziehen der küken ist auch für die elternvögel wichtig. und es ist die beste full-time beschäftigung, die man seinen geiern bieten kann. die küken wären dann nb und kämen nur zu zweit oder zu ner anderen ama weg.

    mal sehen, dafür brauche ich noch mehr platz und auch zeit.
     
  13. sternchen

    sternchen Guest

    also ich möchte eigentlich nur soviel zu dem Thema sagen

    In meinen Augen ist es unverantwortlich das ein Züchter sagt die kleinen binden sich besser an den Halter wenn er ihn noch ein mal pro tag selbst füttert 8(
    heute hab ich auch im dhd so einen satz bei einer kleinen Amazone gelesen 8o

    jede HA die futterfest ist bindet sich auch an ihren neuen Besitzer und auch jede NB keine frage man muss nur die bedingungen und den aufwand leisten den so ein lebewesen in anspruch nimmt wie bei einen Hund da reicht auch nicht nur das füttern aus....

    Ich habe auch alle drei warianten hier HA NB WF und meine HA wurden immer früh genug verpaart um Vogel zu werden und auch zu sein damit sie nicht die sogenannten Fehlprägungen bei behalten...
    Aber und das soll auch gesagt werden hatte ich einen WF der diese Fehlprägung hatte weil er es von seinen Besitzern nie anders lernte

    ich stehe immer auf den standpunkt ein Tier kann sich nur so fehlprägen wie der halter es duldet (ausnahmen gibt es aber immer)
     
  14. nin-nin

    nin-nin Stammmitglied

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    Das ist auch mein Traum. Leider bis dahin noch ein langer unsicherer Weg. Erste Hürde.... den richtigen Partner finden.


    Doris
     
  15. Rosakakadu

    Rosakakadu Susann

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    Hallo Kai,

    hier muss ich doch einmal Corinna zustimmen. Auch ich habe 4 Handaufzuchten ( 2 Kakadus, 2 Graue ), die jedoch von klein auf Kontakt zu Artgenossen hatten.
    Alle 4 sind sehr sozial, total lieb, umgänglich und neugierig auf die Welt.
    Ich kann diese Aufzuchtform nicht völlig verurteilen und stelle es mir schrecklich vor, einen oder besser zwei total ängstliche kleine Federbälle hier sitzen zu haben. Es mag ja sein, das auch diese Tiere zutraulich werden. Aber was ist, wenn sie immer nur knurren und sich sträuben.
    Mir würde es das Herz brechen...:o

    Übrigens muss man auch das Herz einer Handaufzucht zunächst für sich gewinnen. Es ist ja nicht so, dass sie gleich alles akzeptieren.
    Und das sollen sie auch nicht !!!

    LG,

    Susann mit Peppino, Pepita, Jacomo & Jerry
     
  16. tweety1212

    tweety1212 Papageien Bäckerei

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    Mein Papa hat früher auch HA gemacht, daher spreche ich aus Erfahrung und muss sagen NB sind um einiges umgänglicher, sie hängen nicht die ganze Zeit am Menschen und sie können sich mit sich selbst beschäftigen.
    Wir haben hier einige HA gehabt die sobald sie einen Menschen sahen, alles andere vergessen haben und sofort zu uns gekommen sind. Und das obwohl sie in der Gruppe aufgewachsen sind.
    Die NB waren so, dass sie zu Anfang den Abstand haben wollten, aber ziemlich schnell haben sie ihre Scheu verloren und sind sitzengeblieben.
    Sie haben mit dem was sie gerade machten weitergemacht obwohl jemand (ein Mensch) reingekommen ist.
    Eumel ist auch eine NB, zahm und er lässt sich leichter 'händeln' (blödes Wort) als beiden HA. Auch Charlie war eine NB, nicht zahm, aber soweit, dass er super auf den Stock ging, ich konnte ihn in die Volie bringen, etc.

    @ Corinna + Susann: Wie alt sind eure HA?
     
  17. #16 Angie-Allgäu, 11. Oktober 2006
    Angie-Allgäu

    Angie-Allgäu Guest

    Ich hab die ZG und nutze sie nach Möglichkeit nicht.
    Wenn ich seh in welchem Zustand oft noch sehr junge Vögel hier ankommen.:nene:
    Sie alle stammen aus einer liebevollen Zucht... sie alle wurden von Haltern gekauft die mal stolz auf die Tiere waren und das beste für sie wollten.
    Sie haben einfach eine so hohe Lebenserwartung, das man nie weiss was wirklich aus ihnen wird. Da hilft der beste Wille nichts.

    Natürlich schau ich mir auch meine Paare an und denk wie schön es wäre zu zu sehen wie sie ihre Jungen aufziehen.... Aber ich hätte Angst davor die Kleinen irgendwann abzugeben.
    Trotzdem ganz klar... Ich hab kein Problem mit Züchtern und würde keinem die Zucht ausreden wollen. Das ist eine Entscheidung die jeder selber treffen muss.

    Zum Thema HZ: Ich hätte in diesem Fall gern die Österreichischen Gesetze:zustimm:
     
  18. olbi0909

    olbi0909 Stammmitglied

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    Ich glaube Papageien zu züchten geht sehr schwer ,Vermehrung ist hier das bessere Wort
     
  19. #18 Tierfreak, 11. Oktober 2006
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2006
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    Hallo Ihr Lieben :zwinker:!

    Ich selbst habe auch Handaufzuchten (HZ) unter meinen Geierlein, aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb würde ich auch immer zur Naturbrut raten.

    Zum einen finde ich es einfach nicht in Ordnung, dass der Mensch so massiv in das Familienleben der Papageien eingreift, nur um sie sich passend zu machen, zumal es sehr intelligente Wesen sind und ich einfach nicht glauben will, dass es an den Jungtieren und auch Elterntieren spurlos vorbei geht, wenn sie so abrupt getrennt werden.

    Zum anderen habe ich aus eigener Erfahrung bei meinen Handaufzuchten erlebt, wie sehr man aufpassen muss, dass sie sich zu "gesunden" Papageienpersönlichkeiten entwickeln.
    Nur mal als Beispiel unseren Hahn Woody, der als Notfall mit der Hand aufgezogen werden musste, da er von der Henne im Nest sehr schwer Verletzt wurde, wovon er noch heute einen Beinbehinderung mit sich trägt.

    Er flog anfangs mit seinen damal 16 Wochen permanent uns Menschen hinterher und das obwohl er vom Züchter direkt zu uns kam, wo schon eine Graupapageidame auf ihn wartete.

    Da ich selbst ein wenig Ahnung in Sachen Geierhaltung hatte und wusste sofort, dass wir uns dringend zurückziehen müssen, damit aus Woody noch ein richtiger Graupapagei werden kann, was uns zum Glück auch gelungen ist.
    Aber was passiert mit den vielen Handaufzuchten, die in unerfahrene Hände landen :? ?

    Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschen mit dem anfänglichen Schmusevogel später massive Probleme bekommen, vor allem beim Eintreten der Geschlechtsreife :nene:.

    Unser Woody war anfangs die reinste Klette und man konnte ohne ihn noch nicht mal aufs Klo gehen, was sich dank Pinos Hilfe gelegt hat.
    Das Zusammenleben mit einem derart fehlgeprägten Tier ist nicht so lustig, wie es sich vielleicht anhören tut.
    Ich will ganz ehrlich sein, es nervte sogar fast, weil Woody permanent aufdringlich war, absolut unnatürlich. Ich fand es traurig zu sehen, das Klein-Woody vergessen hatte, das er ein Graupapagei ist und kein Mensch. Na ja, zum Glück alles Schnee von gestern :D .

    Wir hier im Forum sind überwiegend gut informiert und viele hier halten Ihre Lieblinge auch paarweise, aber leider sind wir nur ein winziger Bruchteil der ganzen Papageienhalter. Die Realitäten sehen leider in der Papageienhaltung ganz anders aus und viele sind einfach überfordert mit dem was auf sie als Papageienhalter zukommt :( .

    Es ist für mich wirklich alamierend, wie viele Tiere nach kurzer Zeit wieder abgegeben werden und das, obwohl es doch heute meist diese ach so verschmusten Handaufzuchten sind.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass der Mensch nun nicht mehr um die Freundschaft seines Papagei kämpfen muss, sondern sie zwangsweise fertig geliefert bekommt.
    Jemand der wirklich einen Vogel selbst gezähmt hat, weiß die Zuneigung vielleicht mehr zu schätzen, die der Vogel ihm entgegen bring, denn dies ist nicht als selbstverständlich anzusehen, wie es leider oft heute gesehen wird.

    Mir persönlich ist z.B. auch aufgefallen, dass unser Woody anfangs eine sehr geringe arteigene Lautäußerung an den Tag legte, wohl bedingt durch die recht frühe Handaufzucht, durch seine Verletzungen.
    Unsere Pino, die ihre ersten 7 Monate beim Züchter unter Graupapas verbracht hatte, bevor sie zu uns kam, hatte da wesendlich mehr auf Lager.
    Mittlerweile hat Woody sich auch viele diese Töne angeeignet, die er ja von seinen Eltern nie lernen konnte.
    Ich freu mich immer wie ein Schneekönig, wenn ich von oben diese herrlichen Urwaldtöne um die Ohren geweht bekomme :+party: :D :+party: .

    Ich für meinen Teil habe hohen Respekt vor den jenigen Züchtern, die heutzutage der natürlichen Aufzucht durch die Elterntiere treu bleiben.

    Es wäre ein großer Traum von mir, wenn wir wieder zu dieser natürlichen Form der Zucht zurückfinden würden. Handaufzucht sollte nur noch in wirklichen Notfällen durchgeführt werden.
    Leider befürchte ich aber, dass es ein Traum bleiben wird :( .
     
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  21. Naschkatzl

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    Hallo,

    meine Beiden sind jetzt 15 Monate alt. Und ehrlich ich kann nur sagen auch wenn meine Freiflug haben beschäftigen die sich selber. Gut sie kommen zwar auch mal zu uns aber es ist schon lange nicht mehr so wie am Anfang als wir sie stundenlang auf dem Tisch beschäftigen mussten.
    Die turnen auf ihren Freisitzen rum und sind eigentlich nur glücklich das sie draussen sind.
    Sie gehen meistens abends brav in ihre Voliere, warten dann natürlich auf ihr Leckerli aber ich glaube des machen alle wenn man es ihnen angewöhnt und des ist nicht ne HZ Macke.

    Also ich kann nur sagen meine Zwei sind super Problemlos.

    Grüssle
    Corinna
     
  22. Julius01

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    Wir haben auch 2 Handaufzuchten und dies eher aus Unwissenheit! Als wir uns vor über 2 Jahren für die Grauen entschieden haben, kannten wir das Forum noch nicht und uns wurden ausschließlich nur HZ angeboten und man sagte uns, dass es unmöglich sei eine NB in der Wohnung zu halten. Natürlich ist uns jetzt klar warum das damals gesagt wurde 8( !

    Aber wir sind super glücklich mit den Beiden, obwohl wir sagen müssen, dass zumindest der Hahn sehr sehr anhänglich ist (und das kann manchmal ganz schön nerven). Die Henne ist als Handaufzucht noch länger im Geschwisterverbund geblieben und hat somit noch etwas mehr Sozialverhalten mit auf den Weg bekommen. Der Hahn muss dies alles lernen und die Henne hat es nicht immer leicht mit ihm.

    Wir halten Züchter, die HZ betreiben für verantwortungslos und ziemlich geldgierig! (Ausnahme natürlich, wenn die Eltern nicht mehr füttern oder ...)
    Ich habe schon zweimal in der TA-Praxis ganz junge Papageien gesehen, die erst 7 Wochen waren und schon seit 1-2 Wochen bei den neuen Haltern lebten. Die Papageien haben nicht mehr gefressen und waren in einem erbärmlichen Zustand, aber die Züchter hatten den Haltern gesagt, dass nur eine Beziehung zustande kommen könnte, wenn die Halter von den jungen Papageien als Elterntiere anerkannt würden! 8( 8o Es ist einfach unglaublich!

    Jeder, der ein Tier in sein Heim aufnehmen möchte, sollte auch die Geduld und Zeit haben sich die Zuneigung und das Vertrauen seines Tiers zu verdienen. Bei Tieren (in diesem Fall Papageien), die sozusagen "zwanghaft" gezähmt werden und dazu zählen wir auch die HZ, sind Verhaltensstörungen unserer Meinung nach vorprogrammiert! Ausnahmen gibt es natürlich glücklicherweise.
    Aber es ist sehr schwer einer HZ anormale Verhaltensweisen abzutrainieren.
    Und mal ganz ehrlich, was wissen wir schon über das Leben der Papageien in der freien Natur? Viel zu wenig meiner Meinung nach.

    Liebe Grüße
    Kati
     
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