Was ist Aspergillose?

Diskutiere Was ist Aspergillose? im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallöchen, da ich ja sehr an allem interessiert bin was meine wellis betreffen könnte, wollte ich mal wissen was Aspergillose ist.

  1. Chiana

    Chiana + 7 kleine Engel

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    Hallöchen,

    da ich ja sehr an allem interessiert bin was meine wellis betreffen könnte, wollte ich mal wissen was Aspergillose ist.
     
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  3. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Die "Schimmelpilze" der Gattung Aspergillus, wegen der netten Form der Sporenträger auch Gießkennenschimmel genannt, sind sehr opportunistische Mikroorganismen. Sie siedeln überall, wo sie Nährstoffe finden und wenig Feinddruck begegnen.
    Also z.B. auf Abfällen, Pflanzen, oder auch dem Boden. Manche STämme, allen voran die von Aspergillus niger aber eben auch bei Gelegenheit gerne auf Organismen und zwar dort vor allem auf den Schleimhäuten.
    Befallen sie Schleimhäute der Atemwege, sind sie dort nur schwer wieder auszurotten. Im Lungenepithel setzen sie die Funktion der Lunge drastisch herab und führen letztlich zu Atemnot und Tod.
    Meist ist der Verlauf schleppend und chronisch. Plötzlicher starker Stress kann bei vorliegender Erkrankung aber zu schlimmen plötzlich auftretenden Akutproblemen bis hin zum Tod führen.
    Aus Abstrichen sind Aspergillen in der Regel gut zu isolieren und dann zu identifizieren. Im Röntgenbild zeigt sich bei fortgeschrittenem Befall ein typisch sanduhrförmiger Schatten auf der Lunge. Therapie hat dann vor allem den Stillstand des Fortschreitens der Erkrankung zum Ziel. Vollständig ausrotten kann man den Pilz meist nicht.
    Aspergillussporen sind allgegenwärtig und ein gesunder Vogel wird problemlos auch mit recht hoher Sporenbelastung fertig. Ein zb durch ernährungsbedingten Mangel immunbeinträchtigter Vogel oder einer, dessen Schleimhäute durch langfristig zu geringe Luftfeuchtigkeit oder Vitaminmangel bereits beeinträchtigt sind, ist dagegen oft sehr empfänglich für eine Infektion mit Aspergillen.
    Das Meiden potentiell stärker Aspergillus belasteter Nahrungsmittel, wie zB Erdnüsse ist nur eine bedingt erfolgversprechende Vorbeugungsmaßnahme, da die Sporen wie gesagt allüberall sind. Im Zweifelsfall reicht aber bereits eine einzige Spore aus...
    Wichtiger ist also, die Ernährung des Vogels, insbesondere die Vitaminversorgung so optimal wie nur möglich zu gestalten, sowie das Tier beweglich und fit zu halten, um sein Immunsystem nicht zu schwächen und für eine dauerhaft ausreichende Luftfeuchte (bei allen nicht Steppen/Wüstenbewohnern unter den Psittaciden um mindestens 70%) zu sorgen.
    Wellibesitzer sind da etwas besser dran, da die Steppenbewohner ja auch in der Natur mit geringerer Luftfeuchte klar kommen.
    Warnzeichen sind heftiges, teils sogar pfeifendes Atmen nach bereits geringsten Anstrengungen oder auch in Ruhe.
    So, ich denke, das gibt Dir einen Eindruck ;)
     
  4. Spatz1967

    Spatz1967 in dubio pro animale

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    Beim akuten Verlauf magert der Vogel plötzlich schnell ab,wird heiser und Atemnot kommt auch dazu.
    Tritt das ganze chronisch auf wird das Erkennen anhand der Symptome schon schwerer-meist sieht der
    Vogel nur etwas müder aus als sonst und hat Atemprobleme nur nach Anstrengungen.
    Bei einer generalisierten Aspergillose befällt der Pilz neben dem Atmungstrakt auch andere Organe-dann kommt noch
    Erbrechen,Durst und Polyurie dazu. Aspergillus kann auch den Gehörgang befallen-dann fängt der Vogel an zu torkeln,
    hat Krämpfe und einen stark nach hinten gebogenen Kopf-und stirbt schnell daran. Bei Befall des Auges ist dieses vorgewölbt
    und hat gelbe Beläge. Alles in allem sind das recht unspezifische Symptome-und drum ist die Diagnose schwierig.
    Neben den erwähnten Röntgenuntersuchungen sind endoskopische Untersuchungen von Vorteil-dabei kann man
    entdeckte Pilzrasen gleich entfernen. Bei Abstrichen ist der Pilz nur nachweisbar, wenn er schon in hoher Konzentration
    vorhanden ist. Eine Blutuntersuchung wär noch möglich-die Veränderungen im Blutbild sind aber auch nur im Zusammenhang mit
    den anderen Symptomen beweisend.
    Behandelt wird mit einem Antimykotikum-meist Ketokonazol in Verbindung mit Inhalation (z.B. von Pimafucin). Wenn sich schon Granulome
    in der Lunge gebildet haben ,sieht's schlecht aus-da sind die Pilze für Antimykotika nicht angreifabr.
     
  5. Gunna

    Gunna Foren-Guru

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    Hallo,

    auf der suche nach Info über Schimmelpilze bin ich auf diesen kurzen etwas älteren Thread gestoßen.
    Ich werde nächste Woche zwei Wellensittiche aus dem Tierschutz aufnehmen, die angeblich im Kot Schimmelpilze haben. Sie sollen seit Jahren in einer Gärtnerei gelebt haben und durften nie den Käfig verlassen. Sollen ziemlich dick sein, sich aber sonst wohl fühlen und keine Krankheitszeichen haben.
    Klar gehe ich mit denen zum TA. Trotzdem die Frage an die Erfahrenen hier: was könnte denn DAS nun sein - auch Aspergillose? Und was würdet ihr machen?
     
  6. #5 Munia maja, 20. Juni 2004
    Munia maja

    Munia maja Foren-Guru

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    Hallo Gunna,

    normalerweise ist Aspergillose beim Welli relativ selten. Wenn dann zeigt sie sich typischerweise eher als Atemwegserkrankung.
    Es gibt ja auch noch andere Pilze...
    Ich würde beim TA einen Kropf- und Kloakenabstrich machen lassen, dann kann er die Keime bestimmen. Solange es den beiden gut geht, würde ich bis dahin nichts unternehmen, außer sie natürlich artgerecht halten und füttern.

    MfG,
    Steffi
     
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  8. #6 Gunna, 20. Juni 2004
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2004
    Gunna

    Gunna Foren-Guru

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    Hallo,
    danke, Steffi, für die prompte Antwort. In ihrer Pflegestelle wurden sie auf Anweisung des dortigen TA mit Moronal behandelt, sollen aber immer noch Schimmelpilze haben.
    Würdest du sie denn bis zu entgültigen "Ausmerzen" der Schimmelpilze von den anderen Vögeln getrennt halten?
     
  9. #7 Munia maja, 20. Juni 2004
    Munia maja

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    Hallo Gunna,

    ich halte meine Neuzugänge immer 1-2 Wochen in Quarantäne - man weiß ja nie, was die alles "mitbringen". Erst wenn eine Kotprobe untersucht ist und die neuen Vögel in der Zeit auch gesund erscheinen, kommen sie zu den anderen.
    Moronal könnte auch ein Hinweis auf "Megabakterien-Befall" sein, die werden ja neuerdings zu den Pilzen gezählt. Da würde ich bei Deinen Vögeln auch dringend zur Quarantäne raten.

    MfG,
    Steffi
     
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