Was Komisches

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  1. Random

    Random Guest

    Vogelfreunde,

    schaut Euch mal diesen Artikel von Robert Gernhardt an; Ihr lacht Euch schief!
    http://www.diewelt.de/daten/2001/11/17/1117le296153.htx

    Hier ein Auszug:
    ------------------------

    (...)
    Streitfrage, ob den Dichtern Kenntnisse der Vogelwelt abverlangt werden dürfen.

    Mit erhobenem Zeigefinger zitiert A seinen Kronzeugen Peter Rühmkorf, der seinerseits jemanden zitiert: "In seinem berühmten und seit seinem Erscheinungsjahr 1863 unzählige Male nachgedruckten Winterstück ,Vereinsamt' schreibt Friedrich Nietzsche: ,Die Krähen schrein / Und ziehen schwirren Flugs zu Stadt: / - Bald wird es schnein, / Weh dem, der keine Heimat hat', was natürlich zu Herzen geht. Zum anderen erinnere ich mich außer an meine eigene Begeisterung für das Gedicht fast noch lebhafter an eine ornithologische Mängelrüge meines Philosophielehrers Günter Ralfs, der auch ein exzellenter Vogelkundler war: Wer jemals Krähen beim Flug beobachtet hat, der weiß, dass sie im Gegensatz zu Kolibris nicht schwirren, sondern schaufeln. Das ist für blinde Liebhaber eine etwas ernüchternde Einlassung. Sie unterstellt, dass auch in so genannten Meisterwerken nichts derart hoch gehängt wird, dass es der Nachfrage schon von sich aus enthoben sei."

    "Niedriger hängen", stimmt A begeistert zu, doch B will die Mängelrüge nicht gelten lassen: "Erstens begreife ich nicht, wieso man nicht auch vom schwirren Flug der Krähe reden kann, und zweitens missfällt mir die korrigierte Version: ,Die Krähen schrein / Und schaufeln trägen Flugs zur Stadt.' Klingt doch nicht!"

    Doch A beharrt darauf, dass Schwirrflug und Schaufelflug ornithologische Fachbegriffe seien, die auch ein Dichter nicht wahllos auf die Vogelwelt anwenden dürfe: "So, wie auch Benn fahrlässig formuliert, wenn er in seinem Gedicht ,Bitte wo' - ein etwas undurchsichtigesVogel-Du mit den Worten ,Wenn du noch flügelrauschend / über den Anden schwebst' anredet, da der Schwebe- oder Segelflug sich doch gerade dadurch auszeichnet, dass der Vogel nicht die Schwingen rührt, sondern die Thermik nutzt."

    Aber es sei doch die Grenze zwischen Fachsprache und Umgangssprache stets fließend, wirft B ein, und da sie es gerade mit den Krähen gehabt hätten, biete es sich an, aus einem naturkritischen Gedicht Michael Krügers zu zitieren, das just mit "Die Krähe" überschrieben sei, aber auch von anderen Vögeln handele: "Während die Amseln mit devoten Verbeugungen über die Wiese hampeln" - ebenfalls unstatthaft?

    Aber nein, wehrt A ab. Da das "Hampeln" als Fortbewegungsart seines Wissens keiner speziellen Vogelart zugeordnet sei, etwa der Trottellumme, sei die Wortwahl des Dichters als persönliche Meinungsäußerung zulässig und durch die allgemeinen Sprachgesetze gedeckt: "Amseln dürfen hampeln. Bei ,watscheln' hätte ich allerdings bereits Bedenken. Und bei ,rütteln' schließlich heißt es: unstatthaft!"

    Von "rütteln" sei doch in besagtem Gedicht überhaupt nicht die Rede, verwundert sich B.

    "Aber im Gedicht ,Zwei Welten' von Michael Krüger: ,Links das Maisfeld / eine ernste Gemeinde , rechts die Sonnenblumen / die verzückt die Augen verdrehen' - so beginnen Strophe eins und zwei, und so lautet die dritte:


    In der Mitte ein Steg

    für Mohn, Wegerich, Unkraut

    In der Kanzel darüber

    der Habicht, er rüttelt auch mich."


    A starrt B herausfordernd an, doch der zeigt sich wenig beeindruckt: Das alles sei doch metaphorisch zu lesen - so wenig wie es über dem freiem Feld eine Kanzel in den Lüften samt einem Pfarrer als Habicht gebe, so wenig rüttle Letzterer den wahrnehmenden Dichter. Sondern nur bildlich.

    "Weder - noch!" fährt da A auf. "Der Habicht meidet offenes Gelände, und er rüttelt auch nicht. Das tut der Falke, speziell der Turmfalke; ich zitiere aus Dr. Einhard Bezzels ,Vögel Mittel- und Nordeuropas': ,Biotop: Waldränder, offenes Gelände. Rüttelt oft.' Während es vom Habicht heißt: ;Biotop: Nadel- und Laubwälder. Jagdflug mit raschen Flügelschlägen, dazwischen Gleitstrecken.' Woraus folgt, dass der Dichter fraglos einen Falken wahrgenommen hat, als er durch die zwei Welten des Maises und der Sonnenblumen schritt. Warum schreibt er dann nicht auch ,Falke'? Was hat ,Habicht', was ,Falke' nicht hat? Beide Raubvögel, beide zweisilbig, beide fast vokalgleich - doch nur der eine rüttelt."
    (...)
     
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