Was soll man davon halten?

Diskutiere Was soll man davon halten? im Stadttauben Forum im Bereich Tauben; Vorweg: Ich schreibe das nicht mit erhobenem Zeigefinger. Ich denke eher das es verschiedene menschliche Schwächen aufzeigt in Bezug auf Tauben...

  1. #1 GeorgB. † 2013, 16.09.2010
    GeorgB. † 2013

    GeorgB. † 2013 verstorben am 5.7.2013

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    Vorweg: Ich schreibe das nicht mit erhobenem Zeigefinger. Ich denke eher das es verschiedene menschliche Schwächen aufzeigt in Bezug auf Tauben (z.B: übertriebene Tierliebe, blödsinniger Haß auf Tauben, Verstoß gegenüber Fütterungsverboten und natürlich das liebe Geld). Also fast die gesamte Stadttaubenproblematik unter einem Dach und innerhalb einer Stunde.

    Ich erhielt also den Auftrag mich des Taubenproblems der Filiale einer Fast-Food-Kette anzunehmen. Interessant war zunächst erstmal wie das problem zustande kam: Irgendein Taubenliebhaber hat die Tiere direkt neben der Wiese der offenen Terrasse außerhalb des Lokals artgerechtes Futter ausgestreut. Heimlich und Nachts. Nun wirds noch interessanter: Das Taubenproblem hat VOR den Fütterungen überhaupt nicht bestanden. War das nun übertriebene Tierliebe oder ein Fast-Food-Kettenhasser? :D Geringer Kot auf Fahnenstangen, Parkplatzlampen usw. Nistplätze, auch in der Nähe, waren nicht vorhanden belegen also das es sich nicht um einen Besiedlungsdruck handelte. Weiß der Geier (nein, nicht Du Olli :D) wo die herkamen. Es handelt sich um einen Schwarm von ca. 20 Tieren,die, soweit ich es beurteilen kann, sehr gut aussahen. Leider begnügten sich die Tauben aber nicht mit dem artgerechten Futter, sondern belästigten auch die Gäste, insbesondere, nachdem der Fütterer erwischt wurde und Hausverbot bekam. Anzeigen wollte man ihn nicht.

    Ich ließ es mir also nicht nehmen einen großen Kaffee auf der Terasse zu trinken um das Verhalten von Tier und Mensch zu beobachten.

    Ich habe mich innerlich kaputtgelacht über die Keckheit der Tiere. Sie pickten natürlich Reste vom Boden auf, ebenso das was einige Gäste ihnen zuwarfen. Einige waren so frech und flogen auf die Tische um sich den Gästen vorsichtig zu nähern und um Futter zu betteln. Eine war darunter....das die dem Gast nicht noch das Brötchen aus dem Mund herauspickte...war ein Wunder. Jedenfalls versuchte die ständig dem Gast das Hamburgerbrötchen aus der Faltschachtel heraus zu mopsen. Ein lustiger Zufall war auch, als mein Helfer meinte: Er hätte nun doch Hunger und würde sich etwas zu essen holen. Wie auf Kommando kam der halbe Schwarm auf unseren Tisch zugetrippelt. Ist natürlich Quatsch...es muß irgendwie an einer zufälligen handbewegung von mir gelegen haben. Aber es sah so aus. War ich zunächst davon überzeugt das es sich um verwilderte Stadttauben handelte, bekam ich nun Zweifel und betrachtete die Tiere etwas genauer. Sie schienen sehr gut im Futter zu stehen, ich sah bei keinem Tier irgendwelche Verkrüppelungen, keine zerzausten Federn und ähnliche Dinge. Ich weiß also nicht wie ich das bewerten soll. Wenn sie aus einem Schlag stammen, warum dann dieses ständige Betteln um Futter? Nach Aussage des Filialleiters sind sie den ganzen Tag anwesend und verschwinden gegen Abend.

    Interessant waren auch die unterschiedlichen Reaktionen. Die einen traten nach den Tieren, andere warfen Krümel in die Gegend um die Tiere von Tischen und Bänken wegzubringen, andere wiederum machten nur Wischbewegungen, wieder andere gingen weg um den Klops im Auto zu verzehren.
    Und der Blödmann unter der Gesellschaft gab mit seinem Auto Gas um die Tiere zu überfahren. Es gab aber auch Autofahrer die vorsichtig fuhren oder sogar anhielten. Eines hatten aber viele gemeinsam: Kaum jemand brachte mal die Reste ordenlich weg.
    So mußte also ständig ein Mitarbeiter draußen abräumen und die Exkremente von Tischen und Bänken entfernen.

    Ich war also mal wieder hin und hergerissen zwischen Tierliebe, Beruf und Verärgerung über die Blödheit einiger Menschen. Einerseits die Freude über die Tiere, andrerseits die Notwendigkeit die Tiere dort wegzubekommen, denn der Betreiber des Lokals ist den Gästen über verpflichtet. Nun sind wir beim Problem Geld: Eine Anzeige wegen Nichteinhaltung des Fütterungsverbotes hätte ich im vorliegendem Fall voll zugestimmt. Aus Imagegründen haben die aber darauf verzichtet. Als ich das Wort Image hörte kam mir in einem Anfall von Wahnsinn eine Idee:

    Ich fragte ihn also was er davon halte wenn der Konzern den Taubenfreunden ein Taubenhaus spendiere, meinetwegen auch unter Presserummel zur Imageförderung und natürlich unter der Auflage das die Taubenliebhaber ihm die Tauben wegfangen und in das Taubenhaus integrieren.
    Ich weiß nicht ob diese meine Idee gut war. Aber man hörte den Konzern singen: Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld...... :D

    MfG, Georg
     
  2. Elgrin

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    Ich könnte mir Folgendes vorstellen: Der Taubenfreund füttert die Tiere schon länger, sonst sähen sie auch nicht so gut aus. Bislang hat er das aber vielleicht ein, zwei Straßen weiter getan. Dort hat er allerdings ebenfalls "Hausverbot" bekommen oder ist vielleicht sogar angezeigt worden - also hat er sich diesen neuen Platz gesucht, um die Tiere zu versorgen.
    Ist natürlich nur eine Vermutung - um sicher zu sein, müsste man ihn/sie schon direkt fragen; vorausgesetzt, die Person würde einem vertrauen.

    Eine andere Möglichkeit wäre: Die Tauben gehören zu einem betreuten Schlag und sind daher ausreichend versorgt. Wenn das der Fall wäre, könnte man den Fütterer darüber informieren (statt Hausverbot). Aber wäre es so: Würden sie dann dort sein und den Tag über betteln? Es ist ja nicht so, dass Tauben normalerweise den ganzen Tag lang dringend auf Futtersuche sind; dazu haben sie ihren Kropf.

    Noch mein ganz allgemeiner Senf zur Sache, nicht gegen dich gerichtet, Georg:
    Wenn in Deutschland Haustiere hungern müssen, ist das eine Schande, egal, ob sie jemandem gehören oder nicht - und wenn Menschen kriminalisiert werden, die diesen Tieren helfen, wird die Schande dadurch noch größer! Tierquälerei darf schlicht keine Option sein, wenn es ums "Stadttaubenproblem" geht, und der Versuch, die Tiere auszuhungern, ist Tierquälerei (noch dazu sinnlose). Heimliches Füttern mag das große Problem nicht lösen, aber es lindert immerhin Not, wo ansonsten gar nichts für die Tauben getan wird.

    Die Tauben sind Lebewesen, und keine tote, theoretische Masse.
    Mitgeschöpfe zur anonymen Menge zu degradieren und sie auf unabsehbare Zeit zu vernachlässigen oder damit herum zu spekulieren, ohne das Leid des Individuums zu sehen; auch blind den Regeln der Mächtigen zu folgen: Das ist die Art von deutschem Wesen, an dem die Welt noch nie genesen ist.

    Und, um wieder auf den Teppich zu kommen: Danke für deinen Bericht insgesamt, sehr schön und offen geschrieben! Ganz so zutraulich kenne ich Tauben nahe der Gastronomie allerdings nicht - an davonfliegende Pommes und dergleichen erinnere ich mich mehr im Zusammenhang mit Spatzen :)
     
  3. astrid

    astrid Foren-Guru

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    Hallo Georg

    Was wirst Du nun unternehmen?

    LG astrid
     
  4. #4 südwind, 16.09.2010
    südwind

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    Hallo,
    meiner Meinung nach sind das Stadttauben, die heimlich gefüttert werden und deshalb eben so gut aussehen, so wie Elgrin schon schrieb. Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass gefütterte Tauben nicht betteln. Wenn allerdings die Fütterer verfolgt und angezeigt werden, dann wird der Futterplatz nichtmehr betreut und die Tauben fangen an zu suchen und zu betteln.

    Da wo ich regelmässig schon seit Jahren, heimlich füttern "kann", gibt s keine bettelnden Tauben rings um dieses Gebiet. Man sieht sie manchmal fliegen aber keine Belästigungen in den nähergelegenen Geschäftscentren.

    Das Taubenhaus wäre die sinnvollste Lösung für alle Beteiligten, Georg. Dazu braucht´s halt aufgeklärte engagierte Leute.
     
  5. #5 GeorgB. † 2013, 16.09.2010
    GeorgB. † 2013

    GeorgB. † 2013 verstorben am 5.7.2013

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    Ich danke Südwind und Elgrin erstmal für Eure Meinungen. Was mich eben wunderte war dieses ständige Suchen nach Futter. Beim nächstemal versuche ich Fotos zu machen....ich hatte zwar die kamera dabei, aber wenn man sie braucht ist natürlich die Batterie leer :D

    Nachdem was ich hier im Forum "gelernt" habe, stehe ich dem Fütterungsverbot zumindest kritisch gegenüber. Aber so geht es natürlich nicht. Diese kleine Wiese GEHÖRT zum Restaurant, ist also so etwas wie eine Spielwiese für die Kinder der Gäste, direkt an der Freiluftterrasse und nicht etwa eine brachliegende Wiese in -sagen wir mal- 100m Entfernung.
    Wir wollen doch mal ehrlich sein. Wer hat es schon gerne wenn einem beim Essen eine Taube auf den Tisch sch...., und so war es. Deshalb hätte ich den Mann zur Anzeige gebracht, da bin ich ehrlich. Es geht ja mir ja nicht um die Nichteinhaltung des Fütterungsverbotes. Aufgrund anderer gesetzlicher Regelungen bleibt dem Restaurantbesitzer keine andere Möglichkeit als zu reagieren. Also ist es primär meine Aufgabe eine humane Möglichkeit der Vergrämung zu finden, bevor der Besitzer in Panik gerät und unfreundliche Maßnahmen ergreift oder durch Anordnung der Behörden ebensolche angeordnet werden. Außerdem wollen wir nicht vergessen das das Problem vorher garnicht bestand. Es hätte also "kein Hahn danach gekräht". Und weil ich dieses Restaurant kenne, weil ich selbst dort gelegentlich auf meinen Touren dort einkehre, mir nie Tauben dort aufgefallen sind, ist die Aussage des Filialleiters glaubwürdig.

    Wer hinter der Fütterung steckt, ist mit bekannt (nicht namentlich). Ich mag es aber hier nicht nennen weil es Zündstoff bietet und sich einige User -wenn auch von mir unabeabsichtigt- diskreditiert fühlen würden. Ich will hier keinen Streit der wieder nur zur Schließung führen würde. Ich bin mir aufgrund der Beobachtungen nicht sicher ob eine Vergrämung machbar oder überhaupt durch z.B. Spikes, Vernetzungen nötig ist. Mehr dazu in meiner anschließenden Antwort an Astrid.

    @ Astrid: zunächst einmal garnichts. Im Thread bin ich nicht auf Einzelheiten eingegangen. Ursprünglich sollte es ein lustiger Thread werden, bis ich mir dachte. warum nicht Meinungen und Vorschläge einholen.

    Besagtes Restaurant befindet sich trotz laufenden Betriebes in Umbauarbeiten, innen wie außen. Ein Absetzen der Tauben aufs Dach käme z.Zt. aus diesem Grund nicht in Frage. Daher ist mir eine Einschätzung zur vernünftigen Abwehr nicht möglich. Die Tische und Stühle sind zur Zeit auf einen Teil des Parkplatzes verlegt.

    Nach Aussage des Filialleiters waren die Tauben auch nie auf dem Dach (Dachrinnen) des Restaurants. Nach der Bauweise des Daches steht auch nicht zu befürchten das sie dort mal nisten würden. Es gibt keine geschützten Nischen.
    Bisher sind die Beobachtungplätze die Fahnenstangen, die Parkplatzleuchten und die Kinderrutsche. Die Parkplatzleuchten wären keine Problem. Dort würde ich "Spinnen" einsetzen mit Null-Verletzungsrisiko. Bei den Fahnenstangen könnte ich harmlose Einreiherspikes einsetzen. Problem: Die könnten die Fahnen nicht mehr aufziehen. Die Kinderrutsche wäre auch kein Problem. Allerdings, nehme ich den Tauben die Beobachtungsmöglichkeiten, könnte das den Effekt auslösen sich auf die Dachrinnen niederzulassen und dann könnten sie den Gästen direkt ins Essen.....

    Nach derzeitigem Stand sehe ich nur 2 Möglichkeiten: Lebendfang mit anschließender Aussetzung, oder einen Falkner.
    Wir sind daher so verblieben das ich nach Abschluß sämtlicher Bauarbeiten nochmal wiederkomme um die Situation erneut und besser einschätzen zu können.

    Ich könnte mir die Situation sicherlich einfacher machen, auch Gesetzesgrundlagen sind gegeben. Ebenso wird so mancher Geschäftsmann hier im Forum lächeln und sich seinen unfreundlichen Teil denken, aber 1. bin ich auf das Geld von Taubenvergrämungen nicht angewiesen. Die Einsätze werden mir sowiso bezahlt.
    2. Der Eigentümer (Franchisenehmer) besitzt etliche Restaurants die ich betreue. Außerdem ist er kein erklärter Taubengegner und hat daher auch Verständnis. Das er sein Lokal schützen will und muß ist nur allzu verständlich.
    Ich werde mir also so einen Kunden aus reiner Profitgier nicht verderben.
    3. Soll mein Interesse an der Stadttaubenproblematik nicht nur ein Lippenbekenntnis sein. Ich kann mich aus beruflichen Gründen nicht so engagieren wie viele User von Euch...aber ich kann wenigstens versuchen einen Teil beizutragen ohne dafür gleich meinen Beruf aufgeben zu müssen.

    HG , Georg
     
  6. #6 Vogelklappe, 17.09.2010
    Vogelklappe

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    Hallo Georg,

    Tauben polarisieren extrem. Das stelle ich fast täglich fest. Positiv daran sehen kann man, dass fast jede Aktion mit ihnen Interesse weckt. Letzte Woche haben wir eine Jungtaube mit völlig verschnürtem Fuß eingefangen, die ein richtiges Wollknäuel hinter sich herzog. Dabei kreuzten wir den Rollstuhl einer blinden Frau, die von einem Mann geschoben wurde. Der Mann fragte uns daraufhin aus und erklärte es der Frau. Dabei blieben vier Jugendliche und eine ältere Frau stehen und hörten ebenfalls zu, während ich der Taube die Zehen freigeschnitten habe.

    Deinen Fall würde ich ebenfalls so einschätzen, dass die Tauben an diesem Ort zur Fütterung zusammengezogen waren und diese dann abrupt eingestellt wurde. So funktioniert das natürlich nicht. Auch finde ich immer wieder frappierend, wie Ursache und Wirkung verzerrt werden. Die Tauben ließen sich dort anfüttern. Warum ? Weil sie wie Strassenhunde opportunistisch jede verfügbare Nahrungsquelle sofort annehmen, wenn ihnen keine artgerechte Nahrung und Behausung zur Verfügung steht.

    Reagieren müssen hätte man sofort, als das Futter bzw. die Tauben auffielen. Durch Entfernung des Futters. Tauben sitzen als nächstes nicht einfach auf den Tellern. Da muß eine ganze Zeit „verpennt“ worden sein. Wurde erst damit angefangen, Tauben regelmäßig zu füttern (bzw. sie ungestört fressen zu lassen), kann man nicht von heute auf morgen ganz aufhören. Man muß sukzessive reduzieren und kann sie dabei vom unerwünschten Ort problemlos abziehen . Alles andere ist kontraproduktiv. Bei kommunalem Fütterungsverbot bietet sich hierfür ein Privatgelände in der Nähe unter Einbeziehung des Fütterers an.

    Begleitet werden muß das mit Aushängen bzw. Infoblättern. So etwas erstelle ich gerade für eine Einkaufspassage, wo Tauben bis in die Bäckerei und Apotheke hineinlaufen. Der Deckenumlauf vor den Eingängen besteht aus alten Lamellen, die irgendein „Tierfreund“ für brütende Tauben immer wieder stellenweise öffnet. Das Problem wird in Zusammenarbeit von Vogelschutz und einer Taubeabwehrfirma gelöst. Die Verwaltung hat freundlicherweise sogar ein Gelände für einen Taubenschlag angeboten.

    Übrigens habe ich gute Erfahrung damit, die Leute „mitzunehmen“, Tauben-genervte als auch penetrante „Versorger“. Völlig unbelehrbar waren bisher die wenigsten. Glaubwürdigkeit erreicht man in allen „Lagern“ durch zutreffende Prognosen („Wenn Sie dies machen, wird das passieren.“). Hierzu habe ich ein paar Begriffe geprägt, die viele Menschen zum Schmunzeln bringen. Bei Dir würde sich anbieten „Liebe Gäste: hier ist aus hygienischen Gründen leider kein McDonald’s (o.a.) für Tauben realisierbar. Bitte studieren Sie das Verhalten dieser interessanten Tiere so, dass wir keinen Ärger mit dem Gesundheitsamt bekommen. Auskunft zu einem geeigneten Ort erteilt Ihnen gerne unser Personal.“
     
  7. Elgrin

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    Hallo Vogelklappe!

    Du bist also schon dafür, dass die Tauben weiterhin ihr Futter bekommen, nur eben an einem geeigneten Platz - das verstehe ich doch richtig? Herrenlosen Haustieren einfach ersatzlos das Futter zu streichen und sich dann zu beschweren, dass sie betteln und krank werden, kann's ja nicht sein?

    Übrigens, um Georg noch ein bisschen zu ärgern: Die größte Gesundheitsgefahr für Kinder, die ein Fastfood-Restaurant besuchen, sind in der Regel sicher nicht Tauben! ;)
     
  8. #8 Vogelklappe, 17.09.2010
    Vogelklappe

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    Ja, so ungefähr. Grundsätzlich bin ich nicht dafür, mit dem Füttern von Tauben "einfach so" zu beginnen, denn es gibt genügend Beispiele, daß sie auch so zurecht kommen. Nun kommen wir aber wieder zu den so schwer vermittelbaren Umkehrschlüssen (die meisten Lungenkrebspatienten sind oder waren Raucher, aber keinesfalls bekommen alle Raucher Lungenkrebs). Der Umstand, daß Tauben ohne ausgebrachte Fütterung auskommen können, bedeutet auf keinen Fall, daß man eine vorhandene Fütterung übergangslos wieder einstellen sollte. Man "kann" natürlich schon, aber dann tritt genau das ein, was nun an dem Fast-Food-Restaurant geschildert wird. Was demnach bei "Wegfangen" oder "Habichtjagd" geschieht (bei unveränderten sonstigen Umständen), ist demnach auch klar. Dazu muß man nun wirklich kein Prophet sein.

    Die 20 Tauben haben sich ja vorher woanders ernährt und wurden unbedacht am diesem ungünstigen Ort zusammengebracht, wo sie aus hygienischen Gründen nun wirklich nicht bleiben sollten. "Ablenkfütterung" funktioniert ja bei fast allen Tieren besser als Vertreibung; bei Tauben sogar besonders gut. Wenn der Beginn der Fütterung nicht allzu lange her ist, kann man sie auch über etwa den gleichen Zeitraum sukzessive wieder 'runterfahren, und zwar an einem weniger störenden Ort in Sichtweite. Mit dem Aufhören von heute auf morgen schafft man erst zusätzliche Probleme (und Kosten), die es sonst gar nicht gegeben hätte. Das meinte ich mit Ursachenverzerrung. Bei der anschließenden Auftragserteilung werden einfach oft die Folgen nicht bis zum Ende bedacht, inklusive die auf das Image.
     
  9. astrid

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    Gut ! Ich hatte nämlich Angst, dass der Besitzer, wenn Du sagst, dass Du derzeit nichts unternehmen kannst, jemanden engagiert, der sein Problem mit drastischen Mitteln lösen wird.

    Deine Einstellung finde ich gut, bist ein seltenes Exemplar von einem Menschen mit Rückgrat. Nicht nur Reden, sondern auch danach handeln. :beifall:

    LG astrid
     
  10. #10 GeorgB. † 2013, 17.09.2010
    GeorgB. † 2013

    GeorgB. † 2013 verstorben am 5.7.2013

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    Ach Elgrin..lach, Du kannst mich garnicht ärgern.

    Ich mag den berühmten Satz vom Paracelsus:

    All Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist.

    Oder: Mal gelegentlich ein überbackenes Rinderhacksteak im Teigmantel mit Kartoffelstiftchen an einer würzigen Tomatencreme (Cheeseburger mit Pommes und Ketchup) schadet keinem. Oder das berühmte Handwerker-Mahl: Currywurst mit Pommes rot-weiß, dazu eine Cola-light Wenn ich mich allerdings nur davon ernähren würde....... :D


    @Astrid. Dein Lob macht mich verlegen, aber ich danke Dir.

    Ich habe noch Zeit, sonst hätte ich die Diskussion hier nicht losgerissen. Den Fallenfang und Falknerjagd habe ich auch bisher verschwiegen; ich dachte ja auch an evtl. vorhandene Jungtiere. Weiterhin gehe ich davon aus das eine Verspikung nichts bringt. Vernetzung ist nicht möglich, würde aber ebenfalls nichts bringen. Was nützt es wenn ich die Tiere am Absitzen auf die Dachrinnen hindere? Sie würden einfach runterfliegen und weiterhin die mampfenden Gäste belästigen.

    @ Almut. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sollte ich versuchen die Tauben mit artgerechtem Futter Schritt für Schritt (es wäre geländemäßig möglich) vom Restaurant wegzulocken? Der Gedanke würde mir gefallen. Ein Taubenkenner an meiner Seite wäre aber wünschenswert. Er müßte es nicht mal umsonst machen. Auch die Futterkosten würden übernommen werden, das versteht sich von selbst.

    HG, Georg
     
  11. Elgrin

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    Da habe ich eben eine andere Vermutung, was "unbedacht" betrifft: Wenn die bereits so gesund bei McWendyking aufgetaucht sind, liegt doch nahe, dass sie auch vorher schon artgerecht versorgt wurden - vielleicht sogar vom selben Fütterer, der den Futterplatz von irgendwo in der Nähe zum Fast-Essen-Lokal verlegt haben könnte, aus welchen Gründen auch immer.

    Ich würde auch generell nicht davon ausgehen, dass Haustauben sich in der Stadt selbst ernähren können - jedenfalls nicht so, dass sie in einem vertretbaren und würdigen Zustand sind. Es gibt sicher mehr Fütterer, als man denkt und weiß, und das scheint mir eine einleuchtende Erklärung dafür zu sein, dass es manchen (leider nicht vielen) der Tauben ganz passabel oder zeitweise sogar gut geht.

    Ist schon offtopic? Naja, ich denke, ich habe ohnehin alles dazu gesagt.

    Insgsamt habe ich bei euch Georg den Eindruck, dass er am ehesten dazu neigt, mit den Taubenfreunden zu reden und zusammen zu arbeiten - finde ich sehr gut und halte es für den richtigen Weg. Fronten aufzubauen, zu verbieten, anzuzeigen ist ein schlechter Weg, der stürzt Tiere und Menschen ins Unglück - mir stehen immer noch die Haare zu Berge, wenn ich an das hier denke!
     
  12. #12 GeorgB. † 2013, 18.09.2010
    GeorgB. † 2013

    GeorgB. † 2013 verstorben am 5.7.2013

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    Hallo Elgrin,

    Ich denke mal das ich beim nächsten Besuch des Lokals Fotos machen werde. Die Taubenkenner unter Euch können dann vielleicht feststellen ob es sich überhaupt um verwilderte Tauben handelt. Ich schrieb im Eingangsthread nicht umsonst von einem "Fast-Food-Kettenhasser". Man weiß ja nie was in den Köpfen mancher Menschen vorgeht.

    Nun Elgrin, ich neige nicht dazu, ich tue es. Dieser Thread sollte es beweisen. Abgesehen von dem Funken Moral der noch in mir steckt tue ich eigentlich auch nur das, was das TSchG von mir verlangt. Schädlingsbekämpfer bewegen sich oft am selben Ort zwischen 2 Rechtsgebieten. Im vorliegenden Fall sind es die Hygienevorschriften die einen Schutz fordern und rechtfertigen, auf der anderen die Belange des Tierschutzes die auch bei einer Vergrämung die weitestgehende Berücksichtung dieses Gesetzes verlangt.

    Die Zeiten -aus denen stamme ich- der rücksichtslosen SbKs sind vorbei. Einen Freifahrtschein haben wir schon lange nicht mehr. Das ist auch gut so. Während es SbKs gibt, die mittlerweile auch schon Verbände zum ökologischen Schutz gebildet haben (VföS), scheint das bei vielen Bürgern noch nicht angekommen zu sei.

    Beide Lager -Freund und Feind- müssen sich zusammentun und im angemessenen Ton miteinander reden um einen Mittelweg zu finden der beide Seiten zufriedenstellt. Das sehe ich genauso wie Du. Auch muß man sich gegenseitig respektieren.

    HG Georg
     
  13. Elgrin

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    Hallo Georg!

    Gern.

    Das ließe sich vermutlich nur sagen, wenn durchgehend eine bestimmte Rasse zu erkennen wären. Eigentlich sollten besessene ;) Tauben beringt sein - aber das waren sie ja nicht?

    Ich kenne die Person nicht, um die es geht, aber es liegt doch nahe, dass ihr einfach die Tiere wichtig waren? Wenn es darum ginge, dem Unternehmen zu Schaden, gäbe es ja sicher effektivere Möglichkeiten, legale und illegale. Die Tauben unter die übrigen Gäste zu mischen, wäre vor allem eine Gefahr für sie - und ich meine nicht nur wegen dem, was sie aufpicken.

    Selbst bin ich übrigens auch kein "Fast-Food-Kettenhasser", nur weil ich mal ein bisschen stichele. Aber: wenn ich den Eindruck habe, man gebe dort vor, sich um Wohl und Gesundheit der Kunden zu sorgen, stößt mir das ein bisschen auf - gerade in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen: Du weißt sicher selbst, wie massiv die von solchen Ketten umworben werden, und wie leicht daraus ungesunde Essgewohnheiten entstehen - Kinder gewöhnen sich leicht an sowas!

    Mir persönlich schmecken McDonalds und Burger King zudem eh nicht mehr - schon die Soßen sind meiner Erfahrung nach seit Jahren nur noch was für Feuerspeier. Aber das wäre eher was für die Quasselecke, wenn überhaupt :)

    Respekt sollte meiner Meinung nach ganz "unten" anfangen: Respekt vor allem, was lebt. Auch Respekt vor dem Individuum, Respekt vor dem Mitgeschöpf, Mitmenschen, u.s.w.
    Mir ist klar: Das sind große Worte, und ich habe kaum ein Sandkorn von dem Respekt in mir, den ich eigentlich haben sollte - aber man kann ja zumindest eine Richtung im Kopf haben, in die es sich zu bewegen lohnt.

    Keinen Respekt nötig haben Organisationen, die Macht über Leben ausüben: Konzerne, Kirchen, Regierungen ... die Menschen darin wohl, aber nicht die übergeordneten Konstrukte. Vielmehr ist es notwendig, solchen Organisationen auf die Finger zu schauen - was eigentlich die Aufgabe der Presse wäre.

    Leider endet der Respekt (der grundlegende) in einigen Fällen schon da, wo die Loyalität anfängt - oder eben, wo es um Profit geht: man denke nur an die Enthüllungen über "KiK" vor einer Weile.

    Das Wort zum Sonntag schrieb
    Elgrin (grüßend)
     
  14. #14 südwind, 19.09.2010
    Zuletzt bearbeitet: 19.09.2010
    südwind

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    Ich hab mir vor einigen Tagen einen Mc. D. von aussen betrachtet. Die Sitzplätze ausserhalb sind alle überdacht. Teils mit stabilen winterfesten Terrassenschirmen Auf den Tisch kacken, von Vögeln, ist nicht möglich.

    Dort in der Nähe gibt es auch einen Taubenfütterungsplatz. Eine beklageswerte Taubenplage scheint es nicht zu geben. Dem Taubenfütterer sei gedankt. Eine Anzeige würde die Tauben gefährden, hungern zu müssen.
     
  15. #15 Vogelklappe, 19.09.2010
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    Ja, das meine ich. Bestechung ist immer erfolgreicher als Vertreibung.
    Und da sollten sie dann auch wieder hin. Wenn es nicht allzu lange her ist und noch vorhanden, wird sich ein Teil auch wieder darauf besinnen.
     
  16. #16 GeorgB. † 2013, 19.09.2010
    GeorgB. † 2013

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    Die Beringung, Elgrin!!!!!

    Wie konnte ich nur vergessen darauf zu achten. 0l

    Keine Sorge Mara, niemand wird angezeigt.

    Danke Almut. Ich werde weiter berichten. Ich bin mir ziemlich sicher das eine Vergrämung eh nichts bringt.

    HG, Georg
     
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