Welcher Papagei für mich?

Diskutiere Welcher Papagei für mich? im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Von "schlecht machen" kann wohl kaum die Rede sein wenn man die Bedingungen aufzählt , die man an eine einigermaßen artgerechte Haltung stellt ,...

  1. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Von "schlecht machen" kann wohl kaum die Rede sein wenn man die Bedingungen aufzählt , die man an eine einigermaßen artgerechte Haltung stellt , wer das als "schlechtmachen" empfindet und meint sich darüber hinwegsetzen zu können , der muß damit leben , daß er als Tierquäler bezeichnet wird.
    Die angenehmen Seiten der Papahaltung braucht man einem Interessenten wohl nicht zu erzählen....aber sehr wohl die unangenehmen , von denen man nichts weiß und die oft dazu führen , daß so ein armer Vogel vor sich hin vegetiert , nicht mehr aus dem Käfig darf weil er die türrahmen zerlegt oder große Teile des Tages abgedeckt bleibt weil er schreit oder dann als "Wandervogel" immer wieder verstoßen wird.
    Eine Amazone den halben Tag allein zu lassen ist sicher nicht artgerecht , auch wenn es leider in Deutschland und anderswo noch tausendfach so geschieht.
    Mein Traum waren übrigens auch immer "große" Papageien , aber je mehr ich mich informierte , umso klarer wurde mir , daß ichihnen nicht das bieten kann was sie verdienen und deshalb habe ich kleinere Vögel , die die ganze untere Etage zum fliegen zur Verfügung haben und sehr wohl mehr als einige Flügelschläge machen (die meisten Vögel können Kurven fliegen)
     
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  3. Andrea 62

    Andrea 62 Guest

    ... genauso wie Du und Basstom sehe ich das auch.
     
  4. Basstom

    Basstom Klasse-5-Dunst

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    Bei solchen Tieren wie Papageien ist das besser so fürs Tier. Und dessen Wohl haben wir hier in erster Linie im Auge.
     
  5. Renato

    Renato Guest

    Hallo zusammen :)

    Aus erfahrung mit Haustieren egal welcher Art , möchte ich mal behaupten , dass man sein Tier mit der Zeit immermehr "lieben" lernt , und wenn dieses Tier unglücklich ist wird man das sehr schnell spüren . Niemand der sein Tier oder seinen Vogel liebt wird ihn länger leiden lassen wollen und sicher ganz von selbst darauf kommen was seinem Tier fehlt , also ... warum diese Panik ??? Jemand der nicht fähig sein wird seinen Vogel glücklich zumachen der wird ihn sicher auch sehr schnell wieder abgeben , oder ?
    Die wenigen Tage in denen ich das erstemal einen Grauen an meiner Seite habe , spüre ich schon ganz genau wann er interessiert , fröhlich , ängstlich,sauer oder nachdenklich ist ;)
     
  6. Basstom

    Basstom Klasse-5-Dunst

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    Das ist leider ein Trugschluss, aber schön wäre es ja. -Was glaubst Du wohl, warum es gerade unter den größeren Papageienarten verhältnismäßig viele Schreier und Rupfer gibt?
    Und da sich solche Vögel sehr auf eine Person fixieren, ist das mit der Abgabe immer so eine Sache! Als "Vogelunerfahrener" würde ich mir kleinere Pieper zulegen und erst einmal schauen, wie es läuft.

    @$ash17:

    Wie weit bist Du mit Deiner Entscheidungsfindung? Würde mich mal interessieren. :)
     
  7. Renato

    Renato Guest

    Also ... Ich soll Renato wieder in die Zoohandlung bringen und ersteinmal ein par Wellensittiche als Versuchskanienchen halten ??
     
  8. Basstom

    Basstom Klasse-5-Dunst

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    Nöö, Du sollst den Vogel tief in Dein Herz schliessen, ihm einen Artgenossen zulegen und ihm (Euch!) ein schönes Leben bereiten. Ich drücke Dir die Daumen, dass alles prima läuft.

    Meine Empfehlung geht an Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, sich anzuschaffen.
     
  9. Anja12

    Anja12 Foren-Guru

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    Hi Renato!

    Leider ist das eben nicht so. Wie oft hört man Geschichten, wo lästig gewordene Papageien von überforderten Besitzern im Keller "abgestellt" worden sind (ohne Licht versteht sich, sonst macht der ja Lärm), oder in den zugigen Hausflur vor der Wohnung abgeschoben werden, weil das Tier ja so bissig und laut ist, oder oder oder... Haarsträubende Geschichten, die leider zu oft vorkommen.

    Deswegen ist es den Leuten hier ein großes Anliegen, vorher über die möglichen Probleme / Voraussetzungen etc. bei der Haltung von Papageien zu informieren, um zu vermeiden, dass es noch mehr gequälte Vogel-Seelen (oft einfach aus Unwissenheit, niemandem wird hier ein böser Wille unterstellt) gibt. :+smiley:
     
  10. #29 Signore-Rossi, 1. September 2004
    Signore-Rossi

    Signore-Rossi Guest

    Überredet, ich mildere meinen Beitrag von weiter vorne ab: Papageien sind laut, machen viel Arbeit und sind zum Teil so aufwändig, dass es durchaus problematisch sein kann, sie zu halten.

    Aber: Wenn man sich davon und von den geschwollenen Zornesadern der Nachbarn nicht abschrecken lässt, sie (die Papageien, schadet aber auch nicht bei den Nachbarn) artgerecht und mit dem, einem Lebewesen gebührenden Respekt behandelt, sind sie die süßesten Tierchen dieses Erdballes (die Papageien, nicht die Nachbarn) und bereiten einem viel Freude. Dann ist es auch egal, ob Welli, Aga oder Graupapa, weil jede Gattung ihren eigenen Reiz hat.
    :D :D :D
     
  11. Rinus

    Rinus Guest

    Hallo!

    Auch wenn jetzt die Hälfte meiner Vorredner über mich herfallen sollten - ich muss Pucki und Michi Gei Recht geben: Fast alle Amazonen-Besitzer sind derart überheblich und besserwisserisch, dass es es kein Wunder ist, wenn sie total negativ rüberkommen bei Leuten, die nicht zu diesem erlauchten Kreis der Weisen gehören.

    Ich will mich da gar nicht ausschließen, denn vor kurzem war ich es selbst, der einem hier im Forum ordentlich die Schattenseiten der Amazonen-Haltung aufgezeigt hat. Ich hatte dabei - wie wohl alle hier - das Wohl der Vögel vor Augen und wollte meine Erfahrungen weitergeben, damit der Nächste nicht so blauäugig an die Vogelhaltung herangehen muss, wie es damals bei mir der Fall gewesen ist mangels guter Informationen. Trotzdem ist es richtig, mal den Spiegel vorgehalten zu bekommen. Wir verhalten uns nämlich nicht anders als das Schreckgespenst der allwissenden Eltern, die uns auf die Nerven gingen mit dem berühmten Satz: "Glaub mir, ich weiß, was gut ist für dich, ich bin älter als du, ich hab schließlich mehr Lebenserfahrung."

    Mein Gott! Warum sollen Anfänger eigentlich nicht ihre eigenen Erfahrungen machen? Das Amazonen-Paradies in Europa gibt es genauso wenig wie es die perfekte Kindererziehung gibt. Ein bisschen mehr Toleranz und Gelassenheit von uns Erfahrenen den Anfängern gegenüber würde die ganze Sache erheblich entspannen - und ein bisschen die Arroganz mildern!

    Seien wir doch ehrlich: Amazonen-Haltung weckt Gefühle; da kann man sich noch so sehr hinter vermeindlich objektiven Aufzählungen verstecken. Selbst mir in meinem Alltag (ich lebe seit 17 Jahren mit Amazonen zusammen) werden ungefragt sowohl Anfeimdungen als auch naive Schwärmerei um die Ohren gehauen. Die einen finden Amazonen grundsätzlich nur "süß", ohne das Geringste über diese Tiere zu wissen, und die anderen werden regelrecht aggressiv, wenn sie ihr persönliches Bild vom "richtigen" Vogelhalter nicht bestätigt sehen. Eine Grauzone dazwischen scheint es nicht zu geben. Leider spüre ich selbst hier im Forum einiges von dieser Aggressivität, da kann man noch so sehr beteuern, dass niemand "schlecht gemacht werden soll." Und was heißt hier "nur zum Wohl der Tiere"? Können wir vielleicht in die anderen reinschauen? Wissen wir, wie es bei denen zu Hause aussieht? Und vor allem - sind wir die Schiedsrichter?

    Nein, ich kann schon verstehen, warum sich Pucki und Michi Gei hier so an die Wand gedrückt fühlen. Das mutete ja streckenweise an wie ein Tribunal. Sogar das Wort Tierquäler fiel. So schreckt man Leute ab, die nur mal nett was fragen wollten.

    Ich bleib dabei, quasi als Schlussbemerkung zur Aufmunterung für alle (künftigen) Vogelhalter, die sich gegen Schwarweiß-Malerei wehren müssen: 1. Ich liebe mein Tier. 2. Nur ich allein kenne mein Tier. 3. Nur ich weiß seine Zeichen zu deuten. 4. Und darein hat mir keiner zu reden. 6. Zwar bin ich nicht perfekt und mache bestimmt auch Fehler, aber ganz sicher nicht aus Gedankenlosigkeit oder gar Böswilligkeit. Über alles andere kann man - tolerant und wohlwollend! - reden.

    Viele Grüße
    Rinus
     
  12. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Schnell wieder abgeben?

    @ Anja: Das ist doch Teil und nicht Lösung des Problems. Die vielen "Wandervögel", die deshalb schnell oder langsam wieder abgegeben werden, weil der Halter sich vorher keinen Begriff von den Problemen gemacht hat, die er sich mit der Papageienhaltung einhandelt, ist Legion. Das Ende sind dann meist Gnadenhöfe, bestenfalls. Wenn man Papageien artgerecht halten will, muß man sich einstellen auf: Extreme Probleme mit Nachbarn; völlige Veränderung des eigenen Lebens; Verzicht auf ein "gepflegtes Heim"; Verzicht auf freie Gestaltung der Freizeit; Probleme beim Urlaub - und vieles mehr. M.E. muß man schon etwas verrückt sein, um Papageien zu halten, jedenfalls wesentlich verrückter, als um Katzen oder Meerschweinchen zu halten. Ich stehe zu diesem meinem "Papageienknall", aber den hat eben nicht jeder. Und jeder, der ihn nicht hat, sollte die Finger davon lassen, im eigenen Interesse und im Interesse des Papageis. Wer dennoch vom Papageienvirus infiziert ist und die o.g. Einschränkungen in Kauf nimmt - o.k. und herzlich willkommen im Club!
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  13. Anja12

    Anja12 Foren-Guru

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    @Thomas: Meinst Du jetzt mich?! :?
     
  14. Renato

    Renato Guest

    Ehrlichgesagt ... dieses Forum habe ich erstmalig aufgesucht als ich Renato schon zuhause hatte , insofern sind Hinweise vor einer Anschaffung ziehmlich daneben . Ich entscheide mich spontan oder durch einen unglücklichen Hilferuf für ein neues Haustier und da bleibt mir nur noch die Frage : Das Tier ist nun da ... und ich bin für's Tier da , wie immer die Opfer für eine artgerechte Haltung des Tieres ausfallen mögen . Ich bin jetzt 46 Jahre und war noch nie in meinem Leben in Urlaub , warum ?? Weil ich immer Haustiere hatte und sie auch niemals in fremde Hände geben wollte , ich denke das ich damit schoneinmal vielen Eurer Anforderungen gerecht werde . Eigendlich interessiere ich mich jetzt vielmehr über das Wesensverhalten des Graupapageien und zunächst mal nur des einzelnen ... auf einen zweiten kann man dann immernoch zu sprechen kommen ;)
    Schreiben hier eigendlich viele Züchter und Verkäufer mit ??
     
  15. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Einige Mitglieder haben schon gezüchtet....aber die Motivation immer zu einem partnervogel zu raten ist sicherlich keine Geschäftstüchtigkeit , die meisten Züchter hier geben ihre Küken nur ab , wenn sie sich sicher sind , daß der Vogel nicht als Einzelvogel gehalten wird....nicht sehr "geschäftstüchtig" (falls es das ist was Du meinst)

    Übrigens finde ich die Aussage daß man als Besitzer schon weiß ob es dem Vogel gut geht reichlich gewagt....... man sieht nur was man sehen will , das ist leider so und im Falle der Einzelhaltung überdeckt der Egoismus des Halters leicht die Wahrnehmung des Leidens des Vogels. Eigene Erfahrungen machen ist ja schön und gut ....aber bitte für sich selber und nicht auf Kosten des Tieres.
     
  16. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    nicht@ Anja, sondern @ Renato. Sorry!!!

    Hi Anja,
    bitte entschuldige. Ich meinte natürlich nicht Dich, sondern Renato. Ich muß einen momentanen Blackout gehabt haben. Dein Beitrag war klasse,
    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  17. Basstom

    Basstom Klasse-5-Dunst

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    Kleinere Vögel können in Wohnräumen und "normalen" Aussenvolieren noch einige Flügelschläge machen und halbwegs fliegen. Je größer aber der Vogel wird, desto schlechter kommt er mit wenig Platz klar.
    Und einem großen Papagei kann eine Privatperson normalerweise nicht genügend Platz bieten, damit dieser auch mal mehr als nur 3 halbherzige Flügelschläge machen kann.

    Keine größeren Papageienarten kaufen, sondern statt dessen gelegentlich mal in einen Zoo/Vogelpark begeben und die Tiere dort bestaunen, dass macht imho mehr Sinn.
     
  18. Rinus

    Rinus Guest

    Hallo!

    Kathrin, da hast du Recht, als Besitzer ist man natürlich nicht vor Blindheit geschützt und kann auch mal böse daneben liegen mit sein Einschätzung. Andersherum gefragt: Wer außer dem Besitzer soll denn sonst entscheiden, was gut und richtig für das Tier ist? Der Außenstehende vielleicht, der nicht vor Ort ist und nur nach "Lehrbuch" oder nach Augenschein urteilen kann? Ist der vielleicht weniger blind, wenn er sich selbst für so kompetent hält, dass er seine Einschätzung für die einzig wahre hält?

    Es ist doch Tatsache, dass niemand sein Tier so gut kennt wie der Besitzer selbst, er lebt ja schließlich mit ihm zusammen. Niemand wird außerdem ernstlich abstreiten wollen, dass auch Tiere Individuen sind und höchst unterschiedlich reagieren können. Daraus resultiert, dass es zwar Leitlinien geben kann zum Wohle einer bestimmten Tierart und gewonnen aus Wissen und Erfahrung, aber ein allgemein gültiges Rezept, wie jedes einzelne Tier glücklich wird in Menschenhand, gibt es nicht. Daraus ziehe ich den Schluss, dass ich als Halter verantwortlich bin, klar, da gibt es kein Vertun. Aber wie ich das mache und wie meine Bedingungen sind - das entscheidet jeder allein. Da sollen sich Dritte raushalten.

    Viele Grüße
    Rinus.
     
  19. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Es gibt sehr wohl allgemeingültiges Wissen. Glücklicherweise kann sich jeder über die Bedürfnisse eines Tieres informieren und bei Papageienvögeln ist so ein allgemeingültiges Wissen nunmal , daß sie einen oder mehrere Partner brauchen (je nach Art ). Wenn ich von einer Art weiß , daß sie monogam lebt , dann kann ich nicht sagen "ich als Besitzer weiß aber ,daß wechselnde Bezugspersonen meinem Tier gut tun" , tut mir leid , aber genau das ist es , was ich meine. Der Besitzer kann oder will die Bedingeungen für den Vogel nicht ändern , also redet er sich ein , daß die Haltung so schon in Ordnung ist 0l
    Ich habe früher als Jugendliche auch Vögel einzeln gehalten , aus Unwissenheit und gedacht sie wären glücklich...erst seit ich mehrere habe , sehe ich , wie schlimm die Haltung für diese Pieper gewesen sein muß und das ist nun meine Motivation , anderen Vögeln dieses Schicksal zu ersparen und die Infos die ich habe weiterzugeben , in der Hoffnung , daß ein zukünftiger Besitzer seinem Vogel nicht das gleiche zumutet wie ich damals
     
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  21. Anja12

    Anja12 Foren-Guru

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    @Thomas: ;) dacht ich doch, dass Du nicht wirklich mich meintest :)

    @Rinus: Klar sind Tiere Individuen. Und klar kennt der Bestitzer sein Tier am besten. Aber dennoch gibt es, wie Kathrin schon schreibt, Richtlinien zur Haltung, also allgemeingültiges Wissen, dass sich Menschen durch jahrelange Erfahrung / und oder Studien angeeignet haben und es an Andere weitergeben.
    Und dass Vögel nicht einzeln gehalten werden dürfen, ist heutzutage (gottseidank) eine Richtlinie, die in allen neu aufgelegten Fachbüchern so vertreten wird und von den Experten empfohlen wird.

    Auch wenn ich weiß, dass mein Kind vielleicht lieber Schnitzel als Fisch mag, obwohl alle sagen, dass Kinder lieber Fisch essen, so sollte ich mich doch an die allgemeinen Grundsätze halten, dass man Kinder nicht an der Leine laufen lässt oder im Aquarium hält. Ist jetzt ein total doofes Beispiel, aber ich hoffe, Du verstehst, was ich sagen will.
     
  22. Rinus

    Rinus Guest

    Hallo!

    Liebe Kathrin, liebe Anja!

    Drücke ich mich falsch aus, oder lest ihr nicht richtig? Ich habe klar und deutlich geschrieben, "dass es zwar Richtlinien geben kann zum Wohle einer bestimmten Tierart und gewonnen aus Wissen und Erfahrung, aber ein allgemein gültiges Rezept, wie jedes einzelne Tier glücklich wird in Menschenhand, gibt es nicht.

    Ich streite doch gar nicht ab, dass es bestimmte Eckpfeiler gibt, die eine artgerechte Haltung definieren. In dieser Beziehung rennt ihr offene Türen ein bei mir. Ich selbst sehe z.B. die Paarhaltung bei Krummschnäbeln durchaus für ein wesentliches Element, um seinen Vögeln gute Bedingungen zu schaffen. Doch sind dies sozusagen die Extrempunkte auf der Skala der Möglichkeiten. Vielleicht zu vergleichen mit der Kindererziehung, wo ja wohl auch niemand ernstlich abstreiten wird, dass man Kinder nicht allein in einen dunklen Keller sperrt und von Wasser und Brot ernährt. Aber wie ich schon sagte - dazwischen gibt es noch eine ganze Menge an Variationen, und wer wollte da entscheiden, was die einzige Wahrheit ist?

    Um bei dem Menschen-Beispiel zu bleiben: Bin ich deshalb ein schlechter Vater, weil ich meinem Kind ab und an Süßigkeiten gebe, obwohl jeder Mediziner bestätigen kann, dass Süßigkeiten aus den bekannten Gründen schädlich sind? Ja, werden jetzt die Puristen sagen, das ist absolut furchtbar. Gut, dann sollen sie diese Meinung vertreten und bei ihren Kindern anwenden, aber sie sollen nicht auch noch den Oberlehrer spielen und andere maßregeln wollen, die diese Sache zufällig etwas anders sehen (und ihnen einreden wollen, sie seien ja blind vor ihrem eigenen falschen Tun). Und wiederum die Gemäßigteren unter den Eltern werden vermutlich antworten: "Nee, gegen Süßigkeiten in Maßen ist nichts einzuwenden; das mache ich auch so." Preisfrage: Wer ist nun der bessere Elternteil? Oder ist es nicht vielleicht so, dass man derartige Fragen lieber an der Individualität des Kindes festmacht?

    Auf unsere Vögel bezogen heißt das für mich: Wenn meine Amazone A rasend gern Straßenbahn fährt, dann fahre ich eben mit ihr Straßenbahn. Wenn dagegen meine Amazone B Straßenbahnfahrten nicht leiden kann, dann lasse ich es. Das meine ich damit, wenn ich sage, dass ich als Halter mein Tier am besten kenne. Aber es gibt genug Leute, die liebend gern über mich herfallen, nur weil sie von der Vorliebe meiner Amazone nichts wissen und nur nach dem Augenschein urteilen, wobei es in ihrem Weltbild nicht vorkommt (und vorkommen darf), dass ein Papagei Straßenbahn fährt (oder auf der Schulter sitzt, oder keine Bananen bekommt ... oder ... oder ... oder).

    Außerdem hab ich erst kürzlich eine Frau getroffen, die einen Graupapagei aufgenommen hat, der sich partout nicht vergesellschaften lässt. Jetzt sitzt er allein in seinem Käfig, weil er seinen Kumpel dauernd attackiert und blutig gebissen hat. So was gibt's also auch. Nehme ich aber nur das, was ich sehe (bzw. sehen will) ohne Hintergrundinformation, dann könnte ich prima über diese Frau herfallen und sie runterputzen, weil sie ja anscheinend noch immer nicht kapiert hat, dass man Großvögel nicht allein in einem Käfig hält. Was ich damit sagen will: Es lässt sich trefflich vom Sockel herunter philosophieren, wie die Welt besser funktionieren würde. Und über jeden und alles ließe sich ein Horror-Szenarium inszenieren, wenn man es denn wollte.

    Ich will hier niemanden persönlich angreifen (auch nicht Kathrin und Anja!). Ich plädiere lediglich für mehr Toleranz und Gelassenheit. Um es einmal überspitzt auszudrücken: Ein Forum sollte da sein für den Erfahrungsaustausch, nicht aber, um Leute vor dem exklusiven Klub der Amazonen-Weisen fernzuhalten. Manche Jugendlichen haben hier einfach nur Fragen gestellt. Sie deshalb gleich mit einem Zeigefinger-Katalog an die Wand zu klatschen finde ich persönlich nicht fair. Wir mögen ja alle inhaltlich noch so Recht haben, trotzdem verhalten wir uns nicht anders als ein Achtzigjähriger, der einen Zwanzigjährigen anbellt: "Was? Ein Kind willst du in die Welt setzten? Bist du verrückt? Hast du an dies gedacht und an jenes? Am besten versuchst du' s erst mal mit einem Dackel." Also zeigt mir den Betroffenen, der diese Predigt gut findet, wenn er selbst damit gemeint ist! Wir alle denken an das Wohl der Tiere, trotzdem werden wir nicht verhindern können, dass Fehler passieren. Geben wir also auch Anfängern die Chance, zu Kennern zu werden.

    Wie einer meiner Vorredner schon sagte: Man sollte wissen, worauf man sich einlässt, aber ansonsten - Herzlich willkommen unter den Amazonen-Verrückten.

    Viele Grüße
    Rinus.
     
Thema: Welcher Papagei für mich?
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