Wieder Stallpflicht für Geflügel ab Februar??

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  1. #1 Troubadoura, 11. Januar 2006
    Troubadoura

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    Folgende Meldung gerade gelesen:

    Seehofer will Stallpflicht zurück
    Minister plant schärfere Maßnahmen gegen Vogelgrippe


    Berlin/Ankara/Peking - Wegen der Ausbreitung der Vogelgrippe plant Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) eine erneute Stallpflicht für deutsches Geflügel und schärfere Kontrollen an den Grenzen. Er halte es für "höchstwahrscheinlich", dass das Freilaufverbot wieder eingeführt werde, sagte Seehofer in Berlin. Er sprach am Nachmittag in der Hauptstadt mit den Verbraucherministern der Länder über weitere Vorsichtsmaßnahmen.

    Thüringens Verbraucherminister Klaus Zeh erklärte, er halte eine Stallpflicht von "irgendwann im Februar" an für wahrscheinlich. Der CDU-Politiker betonte: "Eine Gefährdung für den Menschen ist zurzeit noch nicht gegeben. Es bleibt eine Krankheit unter Vögeln." Seehofer meinte, eine erneute Stallpflicht werde erst in Kraft treten, wenn ein Risiko durch Zugvögel bestehe.

    Bund und Länder prüfen neben verstärkten Kontrollen auch eine Deklarationspflicht, bei der Einreisende erklären sollen, dass sie keine verbotenen Produkte einführen. Seehofer will außerdem Reisende verstärkt informieren lassen, etwa durch Fluggesellschaften.

    "Kein Grund zur Panik"

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass die Vogelgrippe in der Türkei überdramatisiert wird. "Es gibt keinen Grund zur Panik", sagte der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa in Ankara. Die Bundesregierung bot der Türkei an, Experten des Robert Koch-Instituts ins Land zu schicken. Sie könnten nach Möglichkeiten suchen, die Tierseuche einzudämmen.

    Das Bundeslandwirtschaftsministerium appellierte an Touristen, direkte Tierkontakte zu vermeiden, keine Geflügelmärkte zu besuchen und nur gekochtes oder gebratenes Geflügelfleisch zu essen. Aus Deutschland reisten im vergangenen Jahr 4,2 Millionen Touristen in die Türkei. Nach WHO-Angaben könnten Urlauber auch weiter problemlos in die Türkei fahren. Dort sei keine Mutation des für Menschen gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 festgestellt worden, was zu einer weltweiten Epidemie führen könnte.

    "Wirtschaftlicher Schaden in Millionenhöhe"

    Bauernpräsident Gerd Sonnleitner erklärte: "Es ist unglaublich, was Reisende an Fleisch und Geflügel alles mitschleppen." Er erwarte weiterhin scharfe Kontrollen an Flughäfen und Grenzen. Im TV-Sender n-tv warnte Sonnenleitner, es sei mit einem wirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe zu rechnen, wenn die Vogelgrippe auf Deutschland übergreift.

    Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) warnte vor einer Ausbreitung der Vogelgrippe in der Türkei. Es handele sich "um eine ernsthafte Gefahr" für die Nachbarländer. Die Tierseuche ist mittlerweile in mehr als 20 der 81 Provinzen aufgetreten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden in der Türkei bisher 15 Vogelgrippe-Fälle beim Menschen nachgewiesen. (md/fw/dpa)
     
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  3. #2 HorstS, 12. Januar 2006
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2006
    HorstS

    HorstS hat einen Vogel.

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    Ich habe die Berichterstattung und die Interviews (Phoenix) gestern aufmerksam verfolgt. Mein Gefühl: Überzeugt vom Sinn einer neuerlichen Einstallungspflicht ist man nicht. Da wäre die logische Konsequenz, es sein zu lassen.

    Es gab ja direkt das Zugeständnis von Seehofer, die Aufstallung sei im Verhältnis zu anderen Maßnahmen überbewertet worden. Immerhin hängt das weitere Vorgehen der Politiker davon ab, wie die Experten die Lage einschätzen. Und die werden eine neuerliche Aufstallung kaum als geeignete Maßnahme bewerten.

    Wenn man aber lange genug lamentiert, dann wird aus einer de fakto ungeeigneten Maßnahme das "Ausschöpfen aller Möglichkeiten". So gesehen könnte man auch gleich alle Grenzen und Flughäfen dicht machen. Daran gibt es aber kein wirtschaftliches Interesse, glücklicherweise.

    An einem faktischen Verbot der Freilandhaltung schon. Cui bono? Denen die Geflügel industriell und nicht tiergerecht halten.

    Ich bin es leid, das auf jedes Problem mit Aktionismus reagiert wird. Landeshundeverordnungen, Verschärfungen des Waffenrechts, Geflügelgrippe etc., überall das gleiche Muster: Wissenschaftliche Argumente und aussagekräftige Argumente gelten nichts gegen den Wunsch unserer Politiker, die nächste Wahl an den Stammtischen dieses Landes zu gewinnen.

    Meine "glücklichen Hühner" kommen jedenfalls unter keinen Umständen wieder in den Stall.

    Die schweizer Behörden hatten immerhin noch Informationen für Geflügelhalter veröffentlicht. In Deutschland lässt man uns mit den Probleme alleine und (im Oktober) eine knappe Woche Zeit, Maßnahmen zu treffen.

    Was genau zu tun ist, weiß niemand. Zugvögel, ja, aber welche? Welche Maschengröße muss ein Netz oder Gitter haben, denn Spatzen o.ä. draußen zu halten, das Bedarf einer Voliere. In meinem Falle wären das 60qm Voliere, 2m hoch (Da müsste dann auch noch die Fällung von zwei Bäumen genehmigt werden.). Die hat mancher Tierpark nicht. Und welche Baubehörde gibt die Genehmigung dafür? Und wenn, dann liegt die nicht rechtzeitig vor. Dabei ist, wenn die Aufstallung jetzt zweimal jährlich angeordnet wird, die Zeit der Provisorien aus Zeltplanen usw. vorbei. Hygienische Mängel führten bei den niedrigen Temperaturen im Herbst nicht unbedingt zu Problemen. Bei einer Aufstallung im März/April sind sie vorprogrammiert. Meine Prognose: Wenn es nicht jetzt noch gelingt, wirksam gegen die Aufstallung zu protestieren, dann haben wir sie zukünftig immer wieder am Hals. Dass sinnlose Vorschriften zurückgenommen werden, ist ja in Zeiten großer Koaliitonen noch unwahrscheinlicher als sonst. Wer will schon einen Irrtum zugeben . . .
     
  4. Birger*

    Birger* Guest

    Ich rege mich auch schon wieder auf.
    Weil die Politik nicht als symbol- und tatenlos darstehen will, muss irgendeine Aktion unternommen werden, ob sie nun Sinn macht oder nicht. Mir war z.B. bislang nicht klar, dass schon Anfang Februar Herrscharen über das winterliche Deutschland nach Norden ziehen. Und wenn sie infiziert wären, würden alle südlichen Nachbarländer schon Alarm schlagen. Das grenzt schon wirklich an Dummheit. Ich sehe auch keine langfristige Perspektive für Hobbyhalter, zumal mir der Unterschied zwischen z.B. Parkenten und den wenige Meter weiter lebenden eigenen Hühnern kaum klar zu machen ist. Wenn die Aufstallung im Kleintierhalterbereich vehement durchgesetzt werden soll, so ist die flächendeckende Einsammlung/Tötung von Wildvögeln die nächste Konsequenz. Also bringen wir uns aus Angst vor dem Tod lieber selber um.


    Ich werde zudem nicht das Gefühl los, dass diese ganze unglückliche Angelegenheit ein gefundenes Fressen der Medien und Wichtigtuer ist, die damit wunderbar ihr Süppchen kochen können. Und ich befürchte die flächendeckende Kriminalisierung der Bio-Landwirtschaft, denn die Interessenlage ist doch klar.
     
  5. #4 Gänseerpel, 12. Januar 2006
    Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

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    Wie immer, wenn sich Politiker um dei Verantwortung drücken wollen, sind "Experten" gefragt. Deren Meinung kann man hier nachlesen. Es ist halt immer wieder die gleiche Expertenriege, die Einfluss nimmt.

    Solange die Kernfragen, nämlich
    1. Verbreitung (Prevalenz) des Virus unter den Wildvögeln
    2. Sind infizierte Zugvögel in der Lage, die Krnakheit noch zu transportieren (wie weit?)
    3. mehr Kenntisse über zugvogelrouten vorliegen

    nicht einigermassen belegbar und schlüssig zu beantworten sind, ist jede weitere argumentation sinnlos. Alle, im Grunde richtigen Aussagen über Tierschutz etc (Deteils siehe ZEL) könnt Ihr t o t a l vergessen, weil die Angst und Unsicherheit viel zu gross sind. Bitte versteht das endlich mal und konzentriert Euch auf das wesentliche: Recherchieren, Infos zusammen führen, und von zeit zu Zeit mal 2 und 2 zusammmenzählen. Und wenn wir harte Informationen haben, dann lasst sie kommen...

    Auf folgenden Seiten kann man hard core Infos bekommen (nicht irgendwelches Journ@listen Gesülze)

    ad 1) Promed Migratory birds http://www.promedmail.org/pls/prome...,F2400_P1001_USE_ARCHIVE:1001,20051123.3403,Y
    ad 3) Euring: http://www.euring.org/index.html. Gibt es auch eine Datenbank.
    Wer will kann auch mal unter "Ringfundanalyse(n)" googeln. Da kommen Dtenmengen, die für die nächsten 100 Jhr reichen. :D

    Ja, es ist harte Kost, nix zum Spass haben.

    An Thema 2) werden wir uns vermutlich die Zähne ausbeissen, da wenog Daten. Sollte aber bei Thema 1) herauskommen, dass bei der derzeitigen Datenlage (immerhin einige 10 T Untersuchungen) keine HPAI bei Wildvögeln aufgetaucht sind, so haben wir schon ganz schön was in der Hand. Da kann die Gegenseite nur Blah Blah entgegen setzen. Aber noch ist es nicht soweit.

    ********************************************************
    Nächstes Problem, das auf uns zukommt:

    Als nächstes wird man uns erzählen, LPAI Viren seien genauso gefährlich, also bestehe auch da Handlungsbedarf. (Siehe Neudefiniton für Hochpathogenität bei OIE (TRext leider nicht in Deutsch) und EU) Also gleiche Keulstrategie wie bisher bei Auftreten von HPAI, der eigentlichen Geflügelpest.
    *************************************************++

    An diejenigen, die bisher nicht (so stark) betroffen waren (oder das glaubten:

    OIE: Dokument LIGNES DIRECTRICES POUR LA SURVEILLANCE DE L’INFLUENZA AVIAIRE:

    Welche Art sensibel ist, steht nicht fest.

    Wie wird es mit Kontrollmaßnahmen aussehen, wie lange werden diese andauern?
    Also Permanente Blutentnahmen, Abstriche, Amtstierarztbesuche.

    Ws heißt das jetzt? Verkürzt: Es darf solange kein Geflügel mehr exportiert werden, bis mit den o.g. Verfahren "Virusfreiheit nachgewiesen ist". Das hierzu ohne Rücksicht auf Verluste alle register gezogen werden, dürfte jedem klar sein.

    Übersicht über die OIE Papiere in Englisch: http://www.oie.int/delegatesite/en_index.htm
     
  6. #5 HorstS, 12. Januar 2006
    Zuletzt bearbeitet: 12. Januar 2006
    HorstS

    HorstS hat einen Vogel.

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    Birger, ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass ab Oktober im Troisdorfer Waldpark ein Teil der Enten in der Voliere saß, der andere schwamm auf dem Teich rum, wie es sich gehört.

    Während meine Hühner im Stall eingepfercht waren, waren die Enten im Mühlengraben, ein paar hundert Meter von meinem Haus entfernt, frei.

    Ich habe keinen Zweifel, dass die Vogelgrippe etwas ist, auf dem einige Lobbyisten ihr Süppchen kochen wollen.

    Die Frage ist ja nun, was zu tun ist. Da ich von Seiten der Verbände (außer den Laufentenhaltern) nichts höre, habe ich selbst eine eMail an das Landwirtschaftsministerium geschickt. Das ist nicht viel, aber vielleicht macht es ja die Masse.

    http://www.verbraucherministerium.de/index-C518BE56824F4E2695F6C32E71C3F6F8.html

    Gänseerpel, die wissenschaftliche Gegeninformation überlasse ich denen, die das können. Ob die Politiker überhaupt willens sind, vernünftigen Argumenten zu folgen, darf doch arg bezweifelt werden. Argumentiere Du wissenschaftlich, und ich bleibe dabei: Die können mich mal!
     
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