Zahme Wellensittiche durch gezielte Zuchtauslese?

Diskutiere Zahme Wellensittiche durch gezielte Zuchtauslese? im Wellensittich Allgemein Forum im Bereich Wellensittiche; Hallo Wellifreunde, Wir haben vor 3 Tagen zu unserem Schwarm (2 Männchen und 2 Weibchen )noch ein Hahn dazu gekauft. Der ist jetzt 4Wochen in...

  1. arnix

    arnix Mitglied

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    Hallo Wellifreunde,

    Wir haben vor 3 Tagen zu unserem Schwarm (2 Männchen und 2 Weibchen )noch ein Hahn dazu gekauft. Der ist jetzt 4Wochen in einem extra Käfig wegen Qurantäne.
    Er heisst Coko und ist so zahm, daß wir den schon gestern in der Wohnung herumtragen können.
    Bei dem Züchter konnten wir sehen wie fast alle Wellis sehr zahm waren ohne viel Aufwand.
    Der Züchter meinte das ist das ergebniss 50 Jahre Zuchtarbeit durch Auslese auf Zahmheit. Ist das wirklich möglich? Das würde vieles vereinfachen wegen Aufwand der Zähmung. Jetzt kann man natürlich fragen müssen Wellis zahm sein. Ich meine das vereinfacht vieles z.B. Tierarztbesuch. Ich musste mit einem zum Tierarzt der nicht zahm ist und musste ihm auch noch täglich Medikamente geben. Solch eine Tortur mit fangen beisen und Angst des Wellis die nicht Zahm sind möchte ich nicht nochmal erleben.
    Also fragen an die Züchter unter euch, züchtet jemand von euch auf Zahmheit?
    mfg
    Arno
     
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  3. #2 Le Perruche, 9. Oktober 2010
    Zuletzt bearbeitet: 9. Oktober 2010
    Le Perruche

    Le Perruche Foren-Guru

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    Juhu, das Zahmheitsgen ist entschlüsselt.
    Für den perfekten Wellensittich steht der Züchter auch schon kurz vor dem Durchbruch. Die Entdeckung des Sprachgens.

    -- Mußte jetzt sein --
    -- Wenns stört --
    -- Löschen --
     
  4. Malik

    Malik Foren-Guru

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    Erstmal ganz kurz: Das ist Quatsch!

    Bei Züchtern, die sich Mühe geben, nehmen diese schon ab und zu die Vögel auf die Hand, wenn sie sie kurz zur Begutachtung aus dem Nistkasten holen. Sobald sie selber aus dem Nistkasten kommen dann auch so oft es geht auf die Hand nehmen und per Hand füttern.
    Dann sind sie quasi gewohnt, dass Menschen ihnen nichts tun. Wenn die Eltern auch zahm sind, vereinfacht das natürlich alles. Auf Zahmheit züchten ist Quatsch.
    Wenn Du eine Hauskatze aussetzt und diese in Freiheit Junge kriegt, die nie Menschen sehen, sind diese auch wild.
     
  5. rudeGirl

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    Nein, das halte ich für nicht möglich.
    Ich denke dass die Vögel handaufgezogen sind oder einfach die Küken sich das Zahm sein bei den Eltern abgeguckt haben.
    Außerdem nehm ich an, dass bei deinem Vogel die Einsamkeit und eventuell Angst vor neuem dazu beiträgt. Ängstliche Wellensittiche werden oft starr und lassen viel mehr mit sich machen als Tiere, die sich in ihrer UMgebung sicher fühlen und selbstbewusst sind.

    Im Interesse deins Vogels solltest du die Quarantäne auch verkürzen und den vogel von einem vk Tierarzt durchchecken lassen, um eventuelle Krankheiten zu finden.
    EIne 4Wöchtige Quarantäne ist eh nicht soo sinnvoll, da es viele Krankheiten gibt, die länger als 28 Tage brauchen, bis sie Symptome zeigen. Manche ansteckenden Krankheiten zeigen bei einem Trägervogel auch gar keine Anzeichen.
     
  6. #5 Hobbit, 10. Oktober 2010
    Zuletzt bearbeitet: 10. Oktober 2010
    Hobbit

    Hobbit Hauptsache Federn!! :-)

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    Nein, das ist kein Quatsch.

    Wie wurden wohl ganze Tierarzten dometiziert? Indem man immer wieder die friedfertigsten und zutraulichsten miteinander kreutze!


    Schaut mal in die Hundezucht, wie da bestimmt Verhaltensweisen zu den jeweiligen Rassen passen!

    Selbst bei Menschen sind bestimmte Emotionsneigungen und Wahrnemungsintensitäten oft innerhalb einer Familie ähnlich, auch wenn sie nicht in engem Kontakt zu jedem Familienmitglied steht.

    Das Hauskatzenbeispiel ist auch gut, um das zu erklären: wir hatten im Tierheim viele verwilderte Hauskatzen- einige wurden eher zutraulich, andere nie.
    Und wie wir ja alle wissen, haben auch Tiere Charakter.

    Klar, was in der Prägephase nicht gemacht wurde, kann nicht mehr nachgeholt werden- trotzdem ließen sich einige der Katzen hinterher sogar anfassen, wenn auch nicht von jedem.

    Ich denke einfach, der Züchter hat zwei gute Komponenten auf seiner Seite: zum einen wird er sich mit dem Jungvögeln viel beschäftigt haben, um sie zutraulich zu bekommen, zum andren wird er schon lange Zeit nur die friedfertigsten und zutraulichsten miteinander verpaaren.


    Deshalb hat man ja noch lange kein "Zahmheitsgen" entdeckt.

    Ach, da hab ich doch noch was gefunden:

    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2006/0606/004_hunde.jsp
     
  7. Malik

    Malik Foren-Guru

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    @ Hobbit

    Bestimmte Charaktereigenschaften bei Hunden sind eine Sache. Dazu kommt, dass Hunde mehrere Tausend Jahre Zucht hinter sich haben und nicht 50 Jahre. Aber auch Hunde, die verwildern - deren Junge werden ebenso scheu und wild sein. Andersrum ist ein handaufgezogenes Wildtier eben zahm. Das hat mit Zucht ABOLUT NULL zu tun.
     
  8. #7 arnix, 10. Oktober 2010
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Oktober 2010
    arnix

    arnix Mitglied

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    Klar natürlich holt der Züchter die Junvögel mt der Hand heraus,und gewöhnt diese an die Hand, aber er sagt,dass die Zähmung immerleichter gelingt da er immer von den zahmsten Wellis nachzüchtet.
    Also so abwägig ist das nicht mit der Selektion auf Zahmheit. Es ist ja jeder Vogel anders bei gleichen Bedingungen, also müssen ja auch die Gene mit eine Rolle spielen.

    Das mit der Angststarre kenne Ich das war bei den anderen am Anfang der Fall. Bei Coko ist das aber anders, er klettert wenn ich die Hand in den Käfig strecke sofort darauf, und macht kein ängstlichen Eindruck.
    Mit der Quarantäne bin Ich mir wirklich jetzt unsicher. Der Zücht meinte wenn Ich ihn vorher zu den anderen gebe kann es sein das er auch scheu wird. Nach 4 Wochen bliebe er dann auch Zahm.
    Allerdings versucht er immer verzweifelt aus dem Käfig zu kommen wenn er die anderen zwitschern hört. Coko ist zwar nicht im gleichen Zimmer kann aber die anderen Wellis hören. Er frisst auch sehr wenig und der Züchter meint das kann 8 Tage so gehen. Er ist jetzt 4 Tage bei uns. Was meint ihr soll ich ihn trotzdem schon zu den anderen geben, oder soll ich noch warten? Er leidet momentan so an seiner Einsamkeit obwohl wir uns intensiev mit ihm beschäftigen.
     
  9. D@niel

    D@niel Guest

    Eigenschaften werden in erster Linie nicht vererbt, sie sind das Resultat aus Sozialisierung und Prägung - die Gene spielen da eine untergeordnete bis keine Rolle, weshalb eine genetische Fixierung von Zahmheit nicht möglich ist (Stichwort ''Zahmheitsgen''). Aber klar - wenn ich jemandem ein Auto verkaufen will, erzähle ich ihm auch, wie toll das jeweilige Modell ist.
     
  10. rudeGirl

    rudeGirl registrierter Benutzer

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    Guter Beitrag! Charakterzucht ist definitiv möglich, aber einem Tier wird man nie seine Urinstinkte abzüchten können. Hier im Forum sieht man das oft, dass Besitzer ihre Vögel und Katzen oder HUnde zusammen in einem Raum lassen, "es wäre ja noch nie etwas passiert". Das mag durchaus sein, aber es ist keine 100%ige Versicherung, dass nicht doch irgendwann einmal was passiert. Selbst der liebste Hund kann von seinem Jagdtrieb einfach gefasst werden.

    @ Hobbit: Ein sehr interessanter Artikel. Leider bleiben einige Fragen offen:
    Was würden mit den zahmen Tieren passieren, wenn sie wiedert ausgewildert werden?
    Können die körperlichen Merkmale auch durch zufällige Mutation ausgelöst worden sein? Es reicht ja schon wenn ein zahmes Tier eine Mutation aufweist. Dadurch, dass es im Zuchtprogramm weiter bestehen bleibt kann es diese vererben.
    Würden mehrere Tiere unabhängig und ohne Verwanschaftsgrad diese Veränderung aufweisen, könnte ich zustimmen.


    Kläre doch erstmal ab, ob er eine Handaufzucht ist. Wenn das der Fall ist, ist es nicht evrwunderlich, dass er so zahm ist- er kennt ja nichts anderes. Dann wird er auch immer etwas zahmer bleiben, als die anderen.
    Mein Coco ;) ist auch eine Handaufzucht- Obwohl ich nie Wert darauf gelegt habe, ist er immer zahm geblieben. Das Spielen und beknabbern der Finger ist gegangen, jedoch kommt er immernoch für Hirse auf die Hand und zwar ohne zu zögern. Das hat auch die anderen motiviert. Coco ist jetzt 10 Jahre alt.
    Deswegen überleg dir gut, ob du einem sozialen Tier, das in riesigen Verbänden von bis zu über 1000 Tieren lebt, seine Artgenossen verweigern willst, weil du ein unnormales Verhalten an dem Tier magst. Wellensittiche sind Fluchttiere und da du kein Wellensittich hast, wirst du niemals dazugehören. Sein Verhalten gibt dir eine eindeutige Antwort.


    Edit:
    Jein, so ganz geklärt ist das immer noch nicht. Zu mindestens nicht 100%ig, meines Wissens nach. Diverse Sachen, die den Charakter und das Verhalten unmittelbar beeinflussen, dafür gibt es genetische Voraussetzungen, aber Sozialisation und Prägung sind definitiv wichtiger und auch bewiesen.
     
  11. D@niel

    D@niel Guest

    Genau den Gedankengang hatte ich nach Abschicken meines Postings - du hast meinen Beitrag aber ins Zitat genommen, da hatte ich noch nicht das relativierende ''in erster Linie'' hinzugefügt. ;-) Von daher stimme ich dir zu.
     
  12. arnix

    arnix Mitglied

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    Eine Handaufzucht ist er definitiev laut Züchter nicht. Ich will Coko auch nicht seine Artgenossen verweigern. Er kommt auch bald zum Schwarm. Nur weiß ich noch nicht wie lange ich ihn im seperaten Käfig halten soll.
     
  13. #12 Le Perruche, 10. Oktober 2010
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    Die Anfrage lautet doch, ob eine besondere Zahmheit herausgezüchtet wurde.

    Das wir es grundsätzlich mit domestizierten Tieren zu tun haben, steht ja ausser Frage. Und dass bei verschiedenen Tierarten Rassen mit bestimmten Eigenschaften zu gewünschtem Einsatzgebiet (z.B. bei Hunden) gezüchtet wurden, muß ja auch nicht diskutiert werden.

    Und das zur Domestizierung eine Reduzierung der Aggressivität gehört ist zwingend, damit ein Zusammenleben mit dem Menschen möglich ist.

    Durch künstliche Selektion ändern sich die genetischen Eigenschaften der domestizierten Tiere.

    Zahmheit allerdings entsteht durch Zähmung. Das ist auch mit Wildtieren möglich. Andererseits gibt es als domestiziert geltende Arten, die nicht zähmbar sind (Bienen).

    Die Erfahrungen, die arnix mit seinem Coco macht sind nicht wirklich ungewöhnlich. Gerade sehr junge Wellensittiche zeigen ein besonderes Zutrauen. Ob sich dies aber auch im erwachsenen Alter noch so darstellt wie bei rudegirl hängt von dem individuellen Tier und oder der Beschäftigung mit dem Tier ab.
    Manchmal zeigt sich aber auch bei von jung an zahmen Wellensittichen eine gewisse Bissigkeit, die man auch von handaufgezogenen Großpapageien kennt. Ich selbst durfte so ein Exemplar mal kennenlernen. Ein zauberhaftes allerdings auch schmerzhaftes Tier.

    Warten wir mal ab, bis der Vogel von arnix erwachsen ist.
     
  14. #13 Le Perruche, 10. Oktober 2010
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    Hast Du denn schon den Eingangscheck gemacht? Sinnvoll ist es oft, den Eingangscheck erst nach ein paar Tagen durchzuführen. Viele Wellensittiche tragen Erreger in sich, die aber nicht krank machen. Durch Stress -und das ist z.B. der Umzug in eine neue Umgebung- können sich diese Erreger so vermehren, dass ein krankmachender Befall möglich ist. Wenn dann die Laboruntersuchungen ohne Befund abgeschlossen sind, könntest Du den Vogel mit Deinem Bestand vergesellschaften. Denn mehr kann der Eingangscheck nicht leisten.

    Um alle Risiken abzuwenden, müßtest Du eine richtige Quarantäne einrichten. Da reden wir dann aber von mehreren Monaten.

    Wie alt ist denn Coco?
    Ich persönlich halte nichts davon, sehr junge Wellensittiche in einen Schwarm mit erwachsenen Wellensittichen zu geben. Dies kann auf beiden Seiten zu Problemen führen. Allerdings sprechen wir von Tieren. Deshalb können immer nur mögliche Folgen angesprochen werden. Wie sich die Vögel letztlich verhalten werden, kann niemand vorhersagen.

    Aus diesem Grund könnte es eine Überlegung sein, Coco noch ein wenig länger zu separieren. Je älter er bei der Vergesellschaftung ist, um so besser.
     
  15. Carola

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    Auch wenn man alle Vögel von klein auf gleich behandelt, anfasst usw. sind immer welche dabei die zutraulicher werden als andere. Also muss es schon auch was mit der Vererbung zu tun haben und nicht nur mit derPrägung. Wobei ich nicht an ein "Zahmheitsgen" glaube, es hat wohl mehr etwas mit Angst/Gelassenheit/Nervosität usw. zu tun, was sicherlich von Geburt an unterschiedlich verteilt ist. Von daher denke ich schon, dass eine gezielte Auslese auf freundliche/gelassene Tiere einen Zuchterfolg in diese Richtung bringen kann.
     
  16. Mich@el

    Mich@el Foren-Guru

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    Du kannst die zahmsten der zahmsten verpaaren und bekommst da teilweise echt scheue Nachzuchten bei raus.
    Verpaarst du sehr scheue Tiere miteinander kann es auch sein das einer von den Nachzuchten sehr zahm ist.
    Es liegt an dem Charakter des Tieres, an seinen Erfahrungen und wie viel sich ein Züchter mit den Nachzuchten beschäftigt und da schon einen gewissen Grundstein legt bzw legen kann.
    Beschäftigung heißt nicht nur das man sich mit den Nachzuchten hinsetzt und sie oftmals dann in der hand hat sondern auch u.a. die täglichen Kontrollen bei der Entwicklung der Küken wo Schnabel, gefieder, Krallen ect kontrolliert und sanft gereinigt werden.

    Nun kann man von knapp 200 Jahren Domestizierung hier sprechen und das gezielt auf Zahmheit hingezüchtet wurde, aber der Ws ist und bleibt ein Fluchttier was er in Millionen von Jahren in seinen Erbanlagen fest verankert hat.

    Meine Erfahrung als Züchter in Bezug auf Zahmheit sagt klar aus:
    Charakter sowie Beschäftigung mit den Nachzuchten.
     
  17. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Ohne Zweifel funktioniert eine Züchtung auf Zahmheit/Furchtlosigkeit.
    Die bekannten Hareschen Füchse sind ja ein guter und eindrucksvoller Beweis dafür, dass das nicht Jahrtausende dauern muss, wenn man geplant und mit "heutigem" Wissen vorgeht.
    Nichts spricht dagegen, das auch bei Wellensittichen zu tun. Komisch ist eher die Beobachtung, dass nur wenige Züchter eine sokche Selektion betreiben. Die meistn züchten auf Farbe, Getalt oder planlos. Es ist allerdings nicht einfach, die Zuchttiere auszuwählen, da die Definition von "leichter Zähmbarkeit" nicht einfach und sehr subjektiv ist.

    Falls die Hareschen Füchse nicht so bekannt sind, wie ich mir einbilde, hier eine Kurzbeschreibung des Projektes:
    http://www.g-o.de/dossier-detail-324-6.html
     
  18. #17 Le Perruche, 10. Oktober 2010
    Le Perruche

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    Also ich lese da zunächst einmal nur verschiedene Kategorien der Domestizierung heraus. Das ist ja allgemein bekannt, dass in vielen Parametern Veränderungen zum Wildtier aufgezeigt werden können. Das diese Veränderungen so weit gehen, dass eine Redomestikation kaum möglich ist, ist auch erwiesen. Und Ergebnis der Domestizierung ist dann, dass die Tiere stressfrei in menschlicher Obhut leben können.

    Mag sein, dass ich das überlesen habe. Gibt es bei den Füchsen auch eine Vergleichsgruppe, die bei sonst gleichen Bedingungen aggressiv bleibt?

    Hier geht es aber darum, dass die Wellensittiche rein aus entsprechender Selektion, zahm sind. Gemeint ist handzahm. Das halte ich gelinde gesagt für relativ unwahrscheinlich.
     
  19. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    A)Ja, es gibt eine Vergleichsgruppe und B) Bei den Füchsen wird auf spontan gezeigte Menschenfreundlichkeit selektioniert. Das und nur das ist das besondere an besagten Experiment.
    Die diversen anderen Veränderungen bedingen sich druch fehlende Gegenselektion.
    Solche Selektionsprojekte sind ohne Zweifel auch bei Wellensittichenmachbar. Ich bezweifel aber stark, dass das je ein Züchter über mehrere Generationen getan hat.
    Schwer ist es, den Anfang zu finden....wie erkennt man eienen Vogel, der etwas wenigerAngst hat als üblich ind wie oft wird das genetisch bedingt sein??
    Es wäre aber hochinteressant, was dabei rauskäme, wenn Leute es mit Ausdauer probierten.
     
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  21. #19 Le Perruche, 10. Oktober 2010
    Le Perruche

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    Interessanter Gedanke.

    Nochmal kurz zu den Füchsen.
    Es erscheint mir zunächst erstmal einsichtig, dass Tiere, die in der aggressiven Gruppe leben, auch eher dieses Verhalten lernen. Respektive nicht lernen menschliches Verhalten zu verstehen. Aber wirklich ein faszinierendes Projekt.

    Zurück zu den Wellensittichen. Fraglich ist, was wir bei entsprechend zielgerichteter Zucht gewinnen oder auch verlieren. Noch können wir viele Verhaltensweisen von wilden Wellensittichen in unseren Stubenvögel wiedererkennen. Und dennoch sind sie so weit domestiziert, dass sie sehr leicht zutrauen zu den Menschen fassen.
     
  22. arnix

    arnix Mitglied

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    Da muß ich dir aber deutlich wiedersprechen, ich bin selber Imker und ich kann dir sagen, dass bei den Bienen die Sanftmut ein Hauptkriterium von Selektion ist.
    Vor 50 Jahren waren die Bienen äuserst agressiev, und heute kann ich Oberkörper frei bei den Bienen arbeiten.
     
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