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Diskutiere ARA im Aras Forum im Bereich Papageien; Soll man einen sehr menschenbezogenen Gelbbrustara versuchen zu vergesellschaften? Vor etwa 3Jahren sah ich bei einer Züchterin einen...

  1. Willi

    Willi Guest

    Soll man einen sehr menschenbezogenen Gelbbrustara versuchen zu vergesellschaften?

    Vor etwa 3Jahren sah ich bei einer Züchterin einen Gelbbrustara ca. 7Jahre alt (Rupfer) Kopf und Brust waren bereits ohne Federn, gegenüber Frauen absolut aggressiv, verstand sich mit anderen Artgenossen nicht und konnte nicht fliegen!
    Erstaunlicherweise kam der Ara sofort ans Gitter und ließ sich von mir kraulen, ich nahm ihn aus der Voliere und er stieg sofort auf meine Schulter und ließ sich weiter kraulen, ja er schmuste sogar richtig mit mir.
    Als die Züchterin dies erschrockenerweise sah, meinte sie "ich sollte den Ara vorsichtig zurück in die Voliere setzen, da er eben sehr aggressiv sei." Mit großem Zittern in den Beinen versuchte ich dies, doch der Ara ging nicht von meiner Schulter und versuchte mich vor der Züchterin zu verteidigen.

    Liebe auf den ersten Blick!!!

    Für mich stand sofort fest, diesen Burschen muß ich haben und tauschte dafür ein Pärchen Venezuelaamazonen ein.
    Mittlerweile sieht er ganz gut aus, Kopf ist wieder voll mit Federn bedeckt und am Bauch sprießt auch schön sein Gefieder.
    Meiner Frau gegenüber verhält er sich jetzt auch recht pasabel und in meiner Abwesenheit darf sie ihn auch schon mal kraulen.
    Auch ist er seit geraumer Zeit mit einem Pärchen Edelpapageien ohne Probleme frei in einem Zimmer. Im Sommer ist er tagsüber meist im Garten und klettert wie der König der Lüfte auf einem Baum herum, fährt mit sichtlicher Begeisterung mit mir im Auto spazieren, geht mit zum Baden und fühlt sich überall wohl, wo ich auch bin.
    Meine Tierärztin meinte, so ein zahmes Tier, das so menschenbezogen ist , hat sie noch nicht gesehen und ich sollte ihn eigentlich mit mir zusammen alleine lassen!
    Aber wie gesagt, ist er nun schon seit geraumer Zeit mit einem Pärchen Edelpapageien zusammen und ich kann keine aggressive Haltung erkennen, natürlich sind sie keine dicken Freunde aber sie lassen sich gegenseitig in Ruhe und halten meiner Meinung nach einen sogenannten Burgfrieden ein.
    Sollte ich daher vielleicht nicht doch einen Versuch wagen und ihn mit einem Artgenossen vergesellschaften???
     
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  3. Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin Willi!

    Dein Problem betrifft ja nicht nur Aras, sondern ist grundsätzlich ein Problem bei handaufgezogenen und daher menschenfixierten Papageien.
    Ich stand vor einer ähnlichen Entscheidung im Bezug auf einen meiner Nymphen und auf meine Grauen: in beiden Fällen habe ich mich für die Verpaarung entschieden, bei dem Nymphen hat es ganz gut geklappt, bei den Grauen ist das noch nicht so ganz raus.
    Allerdings ist meine Erfahrung, daß Nymphen sowieso vergleichsweise leicht zu verpaaren sind, ich denke, bei Aras kann es sicher ebenso schwierig sein wie manchesmal bei den Grauen und bei Aras spielt sicherlich auch noch der finanzielle Aspekt eine große Rolle sowie die begrenztere Auswahlmöglichkeit an geeigneten Vögeln, die noch zusätzlich eingeschränkt wird durch die notwendige Möglichkeit einer Rückgabe des Tieres.

    Grundsätzlich bin ich also der Ansicht, daß es auch für einen menschengfixierten
    (d.h. in aller Regel ja auch: einen isoliert handaufezogenen) Vogel besser ist, zusammen mit einem Artgenossen zu leben.
    Eigentlich ist es auch für den Menschen besser, denn ein Vogelpaar erlaubt es ihm, ohne ein schlechtes Gewissen auch mal etwas ohne seine Geier zu unternehmen (so geht es mir auf jeden Fall bei meinen Grauen: als Alf noch alleine war, hatten wir schon ein schlechtes Gewissen, mal einen Tag paddeln zu gehen; an eine Urlaubsreise wagte ich gar nicht zu denken).
    Daher sollte man selbst bei einem menschenfixierten Vogel einen oder auch mehrere Versuche wagen und hat dabei auch Chancen, wie einige Erfolgsmeldungen zeigen, auch wenn es mühsamer und länger dauern mag als bei einer Naturbrut.
    Es mag dabei auch durchaus sein, daß der Mensch weiterhin im Leben des Vogels die Hauptrolle spielt und sein Artgenosse gleichsam nur die zweite Geige (so erlebte ich es bei meinen handzahmen Nymphen und bei meinen Grauen ist es eigentlich ähnlich).
    Solange aber auch der zweite Vogel zahm und an den Menschen gewöhnt ist und kein vereinsamtes Anhängsel wird und wenn die Vögel sich in der Abwesenheit des Menschen vertragen und miteinander beschäftigen, und wenn man selbst nicht gerade an Zucht denkt, ziehe ich diese Lösung einer Einzelhaltung immer noch vor und glaube auch, der Vogel ist noch etwas glücklicher als nur mit seinem Menschen.

    Damit propagiere ich aber nicht Verpaarung um jeden Preis: wenn der bisherige Einzelvogel auf Verpaarungsversuche extrem reagiert und darunter leidet (bspw. wenn er zu rupfen beginnt oder andere stressbedingte Krankheitssymptome zeigt) oder wenn er stets den Artgenossen ignoriert oder ihn sogar bekämpft, halte ich es für legitim, auf eine Verpaarung zu verzichten.
    Leider muß man meist, um hier auch nur halbwegs sicher zu sein, schon mehrere Verpaarungsversuche riskieren, denn es könnte sich ja ebenso um eine Antipathie dem einem bestimmten Vogel gegenüber handeln.
    Aber es gibt nun einmal solch menschenfixierte Vögel, bei denen eine Vergesellschaftung nach menschlichen Ermessen aufgrund der zur Verfügung stehenden Mittel nun einmal nicht klappt. Und bei denen können wir nur alles in unseren Kräften stehende tun, damit sie so glücklich wie möglich leben.
    Das Dein Ara wenigtens etwas fliegende, gefiederte Wesen, wenn auch einer völlig anderen Art, gewohnt ist, ist noch ein weiteres Argument, wenigstens einen Versuch zu wagen.
    Wenn Du also die Mittel und Möglichkeiten hast und einen geeigneten Kandidaten findest, rate ich Dir zumindest zu einem Versuch.


    ------------------
    Tschüss Rüdiger
     
  4. Doris

    Doris Guest

    Hallo!

    Mein Gelbbrustara war 7 Jahre alt, als er anfing zu rupfen. Er ist eine Naturbrut und war sehr menschenfixiert, ja richtig abhängig. (er wurde bei den Vorbesitzern einzeln gehalten, war aber immer bis 20:00 Uhr alleine im Haus, er war echt arm) Er suchte sich als seine Bezugsperson meine Mutter aus, aber die hatte ja keine Zeit für ihn...also wurde das erste Weibchen angeschafft. Sie war schon ausgewachsen und auch ziemlich freundlich, aber sobald "Johnny" sie sah, fing er an zu schreien und bekam (stressbedingt) Durchfall. Nach ein paar Monaten wurde das Weibchen dem Züchter wieder zurrückgegeben. Dann versuchten wir es mit einem "Baby". Sie war 5 Monate alt (Handaufzucht), und er entwickelte irgendwie "Vatergefühle" und fütterte sie. Das war vor 2 Monaten. Seitdem sind die beiden nicht mehr zu trennen, und seit 2 Wochen leben die beiden noch zusammen mit einem Grünflügelarababy (auch Handaufzucht).
    Es kann sich also immer alles zum Guten wenden,....(aus einem Vogel der schrie wenn er nur einen Artgenossen sah, wurde ein Vogel der sogar in Gemeinschaftshaltung leben kann) einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, zumal die Tiere nach einer Verpaarung wirklich genauso zahm bleiben wie sie es vorher waren, auch Naturbruten und besonders Handaufzuchten.

    Doris

    [Diese Nachricht wurde von Doris am 16. Februar 2000 editiert.]
     
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