Bioeier oder nicht?

Diskutiere Bioeier oder nicht? im Ernährung Forum im Bereich Allgemeine Foren; Dürfen eigentlich Hühner, die Bioeier legen sollen mit konventionellem Getreide (gespritztes Getreide) und Fertigfuttermischungen der Industrie...

  1. adola5.1

    adola5.1 Neues Mitglied

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    Dürfen eigentlich Hühner, die Bioeier legen sollen mit konventionellem Getreide (gespritztes Getreide) und Fertigfuttermischungen der Industrie gefüttert werden?
    Meiner Meinung nach sind die Eier dann eindeutig belastet auch wenn auf der Packung steht Freilandhaltung.
    Wenn man vom Kleintierhalter Eier holt, sollte man nach der Art des Futters fragen! Die meisten Halter sind sich garnicht bewusst, dass sie belastete Eier produzieren!!!
    Es gibt meines Wissens die Aussage: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!
    Wenn man also Eier von privaten Haltern kauft, sollte man nachfragen und diese Halter darauf hinweisen, auch wenn man sich damit nicht unbedingt Freunde macht.
    Nur so kann man diese Leute zum Nachdenken und Umdenken zwingen.
    Viele schlafen immer noch den Schlaf der Gerechten oder wollen einfach nicht aufwachen, weil es ja so bequemer ist!!!
    Eure Meinung würde mich brennend interessieren. Viel Spass bei der hoffentlich kommenden Disskusion.
     
  2. Britti

    Britti Wellensittich-Bedienstete

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    Hallo,
    meines Wissens dürfen Eier im Handel nur als Bio verkauft werden, wenn bestimmte Anforderungen an Haltung und Fütterung erfüllt sind. Freilandhaltung ist nicht gleichbedeutend mit Bio, sondern bezieht sich vor allem auf die Grundfläche und ein Mindestmaß an Fläche im Außenbereich, die einem Huhn rechnerisch zur Verfügung steht (und deren Mindestmaß auch unter dem von Bio liegt). Nun sind dies allerdings Bezeichnungen für den Handel.
    Solange ein Kleintierhalter kein Gewerbe anmelden muss, ist er im Sinne des Gesetzes kein Händler. Sicher sollte man sich als Abnehmer solcher Eier informieren, wie die Tiere gehalten und womit sie gefüttert werden. Gerade wenn der Verkäufer der Eier jene nicht professionell "produziert", könnten ja unter Umständen auch andere Aspekte der Haltung - wertungsneutral formuliert - unorthodox sein. Ich denke, gerade bei der Abnahme von Privat spielen Information und Vertrauen eine besondere Rolle.
    Ich persönlich kenne leider niemanden in der Nachbarschaft, der fünf Hühner am Haus hält und mir hin und wieder ein paar Eier überlässt. Wäre es so, würde ich mir die Tiere, den Stall usw. schon ansehen. Meine Vorstellung ist sogar, dass mir erst die glücklichen Hühner auffallen und ich dann anfrage, ob ich mir das mal ansehen und dort Eier kaufen könnte. Allerdings bemühe ich mich schon, im Reformhaus die Bio-Eier zu kaufen, bei denen die Geschwisterhähne aufgezogen werden und die Legehühner tatsächlich auf Grasflächen picken können. (In Ausnahmefällen kaufe ich auch schon mal die Bio-Eier im Supermarkt.)
    Viele Grüße
    Britta
     
  3. astrid

    astrid Foren-Guru

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    Natürlich nicht. Wie kommst Du denn auf so eine merkwürdige Idee? Herkunft, artgerechte Haltung und Ernährung der Hühner klassifizieren ein Ei als Bio-Ei.
     
  4. adola5.1

    adola5.1 Neues Mitglied

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    Das Problem liegt, wie Britti schon geschrieben hat, bei den privaten Hühnerhaltern, die als Kleintierhalter ohne Gewerbe Eier verkaufen.
    Dort wird aber meist von frischen Landeiern gesprochen und diese sind sicherlich nicht immer Bioeier.
    Man sollte also beim Privatanbieter doch genauer nachfragen!
    Habe von meinem Nachbarn mal geschlachtete Tauben bekommen. Sehr schöne Tiere, schmeckten aber irgendwie nicht.
    Bis ich mitbekam, dass dort zum grossen Teil nur Pellets gefüttert wurden. Das gleiche Elend bei den Kaninchen.
    Die Leute sind aber hochdekorierte Züchter.
    Züchter und Bio scheinen sich irgendwie auszuschliessen.
     
  5. astrid

    astrid Foren-Guru

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    Scheinbar wachst Du grade erst auf und hast Dich zuvor noch nicht mit diesen Themen befasst. Natürlich handelt es sich nicht um ein Bio-Ei nach juristischer Maßgabe, wenn Du bei Deinem Nachbarn Eier kaufst und solange der Nachbar die Eier seiner Hühner nicht als Bio-Eier deklariert, liegt auch kein Betrug vor. Du musst Dich mit Siegeln und geschützten Bezeichnungen befassen, dann erlebst Du auch keine Überraschung. Landeier, natürliche/ naturnahe/ kontrollierte/ überwachte/ freie usw usw Haltung sind frei wählbare Begrifffe und bedeuten nicht BIO.
     
  6. harpyja

    harpyja Foren-Guru

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    Hast du dich da nur verschrieben? Bio bedeutet auch Fütterung in Bio-Qualität, aber Freilandhaltung ist konventionell, nur sind die Hühner dabei zeitweilig draußen.
     
  7. adola5.1

    adola5.1 Neues Mitglied

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    Hallo harpyja,

    so 100%-ig war mir das bisher nicht bewusst, wenn man genau nachdenkt, müsste es einem aber klar sein. Manchmal ist man etwas schludrig im Denken.
    Freilandhaltung hatte ich eigentlich auch mit guten Eiern gleichgesetzt.
    Wenn man aber weiss, dass diese Eier glyphosatbelastet sind und dass vor ca. 3 Jahren die Grenzwerte für Brotgetreide um das 100-fache und für Futtergetreide um das 200-fache erhöht wurden, gehören diese Eier eigentlich in den Sondermüll.
    Tut mir leid, aber das hat jetzt erst bei mir durchgeschaltet.
    Man wird eigenlich mit schönen Begriffen wie Freilandhaltung, frische Landeier, ... nur von den Tatsachen abgelenkt, um einen vielleicht doch weiterhin als Kunde zu behalten.
    Möchte nicht wissen, wie viele Leute der Meinung sind, sie kaufen damit saubere gesunde Eier.
     
  8. Hennchen

    Hennchen Foren-Guru

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    Bio besagt zwar genau die Sache mit der Fütterung aus Bioanbau, und es werden etwas bessere Platzanforderungen gestellt, aber das wars schon.

    Das Töten der männlichen Eintagsküken findet bei Bio genauso statt wie bei Nicht-Bio, die "Vermehrer" sind dieselben, und erst die Biohennchen werden dann vom "Bio-Massenproduzenten" gekauft. Denn klar wird Masse prodziert, wo kommen die ganzen Bio-Eier sonst her?

    Es gibt einige wenige Bio-Bauern, die mit "Mehrnutzungshühnern" arbeiten, die männlichen Küken werden da nicht gleich umgebracht, sondern erst wenn sie gegessen werden können....

    Also, würde ich noch Eier essen, wär mir wichtiger, wie die Hühner leben, als dass sie mit 100% Biofutter gefüttert werden.
    Oder bekommt das hier wer für die eigenen Geier hin?
     
  9. adola5.1

    adola5.1 Neues Mitglied

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    Hallo Hennchen,
    nicht Bio heisst vergiftete Hühner und vergiftete Konsumenten!!!
    Hühner, die nach 2 Legejahren verenden an Organversagen und Menschen die giftbelastete Eier konsumieren und krebsgefährdet sind, das kann nicht dein Ernst sein.
    Wo ist der Unterschied zwischen Töten von Kücken und langsamem vergiften von Hühner (und Menschen)?
    Lies doch mal den Artikel des folgenden Links:

    Die schaurige Geschichte von Monsantos Aufstieg zur Macht - Kopp Online
     
  10. Hennchen

    Hennchen Foren-Guru

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    Nein, es ging mir jetzt nicht darum, dass man Hühner mit massiv belastetetem Schadstoffscheiss füttern sollte.
    Das möchte ich bei meinen Psittaciden auch nicht - nur gibt's da nichtmal alles in Bioqualität.

    Und es ging mir mehr drum, zu sagen, dass bei Bio-Hühnern zwar das Futter bio ist, etwas mehr Platz da ist, aber von tierfreundlicher Haltung in den Massenbetrieben nicht gesprochen werden kann.

    Und warum die Hennen nach zwei Jahren sterben? Vielleicht , weil sie durchs Dauerlegen kaputt sind?
    Viele Legehennen werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen schon mit einem dreiviertel Jahr geschlachtet.

    Da ist mir tatsächlich die hobbymäßig gehaltene Henne lieber, die auch mal brüten darf, und vielleicht halt nicht nur Biokörner bekommt, sondern auch nach Würmern scharrt, die vielleicht nicht bio-zertifiziert sind - die aber alt werden darf,lieber als die durchs Dauereierlegen dahingeraffte im Massenstall, auch wenn sie nur Biokörner bekam.

    Aber vielleicht bin ich auch falsch hier im Thema, wenn ich es weder ok. finde, Küken, noch Hähne noch Hennen zu töten , um mich zu ernähren und das auch nicht gegeneinander aufrechnen mag.

    Ich sag dann lieber mal tschüss.
     
  11. astrid

    astrid Foren-Guru

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    Das stimmt nicht. Einige Bio-Betriebe ziehen inzwischen die sogg. Bruderhähne auf und haben für die dadurch entstandenen Mehrkosten den Preis für die Eier von 40 auf 41 Cent pro Ei erhöht. Die Kunden akzeptieren das zugunsten der Hähne gerne.

    Letztlich werden auch die Hähne nach ca. 18 Monaten getötet. Es ist eine generelle Entscheidung, ob man sich an der Tötungsmaschinerie durch eigenen Konsum beteiligen will oder nicht, bio oder konventionell.
     
  12. Hennchen

    Hennchen Foren-Guru

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    Das mit den "Mehrnutzungshühnern" hab ich ja schon in meinem ersten Post auch geschrieben
    Solang man es o.k. findet, dass Tiere für die eigene Ernährung sterben, kann man das als Fortschritt sehen.(wie es dann in den - auch- Bioschlachtereien zugeht, ist nochmal ein andres Paar Schuhe.)

    Aber man muss sich klarmachen, dass die Produktion von Eiern halt auch dann nicht ohne das Töten der Bruderhähne abgeht. (hab ich selbst lang genug verdrängt, als ich kein Fleisch mehr, aber noch Eier gegessen habe)

    Das war aber nicht der Ausgangspunkt dessen, was ich meinte, sondern die Tatsache, dass ein Huhn Biofutter bekommt, noch lange nicht heißt, dass dann alles andre auch paletti ist.

    Wer Bio-Eier im Supermarkt kauft, kann sich recht sicher sein, dass die aus Massenbetrieben kommen, wo zwar das Futter bio ist, viele der andren Grauslichkeiten aber trotzdem stattfinden.
     
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