Wie kann man nur?

Diskutiere Wie kann man nur? im Nymphensittiche Forum im Bereich Sittiche; Das habe ich eben aus dem Netz trausgefischt. Sehr interessant jedoch der letzte satz ist, bei mir jedenfalls total daneben! Wie kann man nur????...

  1. Ghost

    Ghost Guest

    Das habe ich eben aus dem Netz trausgefischt. Sehr interessant jedoch der letzte satz ist, bei mir jedenfalls total daneben! Wie kann man nur???? 0l0l


    Zur systematischen Stellung des Nymphensittichs
    Lange Zeit waren sich die Wissenschaftler nicht darüber einig, ob der Nymphensittich eher zu den Kakadus (Cacatuidae) oder zu den Psittacinae (Echte Papageien) zu zählen ist, zu denen die Mehrheit der Papageien und Sittiche gerechnet wird. Seine äußere Gestalt mit dem langgestreckten Körper und dem abgestuften, langen Schwanz, die geringe Größe, sowie einige Verhaltensweisen wie z.B. das Kratzen des Kopfes mit dem Fuß oberhalb des Flügels, anstatt unterhalb wie bei Kakadus, die Kopfbewegungen bettelnder Jungvögel, das Fehlen der Nahrungszuführung zum Schnabel mit dem Fuß, deuten eine gewisse Verwandschaft mit den Plattschweifsittichen (Platicercidae) an, doch typische Kakadumerkmale überwiegen weitgehend. Als augenfälligstes Merkmal zeigen alle Kakadus einschließlich des Nymphensittichs bewegliche Hauben, während es in der großen Familie der anderen Papageien und Sittiche nur noch eine Art mit Federhaube gibt, den Hornsittich (Eunymphicus cornutus), der aber schon von der Verbreitung und Lebensweise her weit entfernt von Nymphensittich steht, außerdem sind seine Hauptfedern unbeweglich. Die Gefiederfarben des Nymphensittich: Schwarz (Grau), Gelb und Weiß finden sich ebenfalls nur bei Kakadus, wobei hinsichtlich der unterschiedlichen Farben und Zeichnung der Geschlechter eine auffallende Ähnlichkeit zum Geschlechtsdimorphismus (so nennt man diese Unterschiede) bei den gelb- und weißschwänzigen Rabenkakadus (Calyptorhynchus funerus funerusund Calyptorhynchus f. baudinii) besteht. Bei beiden Arten bzw. Rassen zeigen die Weibchen im Gegensatz zu den überwiegend schwarzen Männchen auch nymphenähnliche Wangenflecke, eine mehr oder minder starke Tupfenzeichnung und einen hell gemaserten Schwanz. Beim Helmkakadu (Callocephalon fimbriatum) ist das Rot beim Männchen ähnlich wie das Gelb beim Nymphensittich nur auf Kopf und Haube beschränkt, während es sich beim Weibchen lediglich schwach auf der gezeichneten Unterseite verteilt. Wir brauchen aber gar nicht so weit zu gehen. Die Nestlingsdunen fast aller Kakadus einschließlich des Nymphensittichs sind gelb statt weiß oder grau wie bei der Mehrheit der anderen Papageien. Außerdem hat das Dunenkleid von Kakadus und Nymphen allein die Eigenart, nicht auszufallen sondern weiter zu wachsen und sich dabei zu Puderdunen ähnlich wie bei Tauben umzubilden. Diese geben später einen talkumähnlichen Staub ab, der dem Schutz des Gefieders vor Witterungseinflüssen dient. Interessant ist vielleicht auch daß manche Taxonomen die Papageien in die Nähe der tauben stellen, während andere nach Blut-und Ei-Untersuchungen die Eulen als nächste Verwandte Der Papageien ansehen. Noch deutlichere verwandtschaftliche Beziehungen der Nymphen zu den Kakadu zeigt der Vergleich vieler Verhaltensweisen, hier vor allem das Fehlen gegenseitiger Fütterung der Geschlechter und dafür die regelmäßige Brutablösung des Weibchens durch das Männchen. Beides haben Nymphen und Kakadus gemeinsam und wiederum auf recht ähnliche Weise auch mit den Tauben. Hinzu kommt die pumpende Bewegung von Alten und Jungen bei der Fütterung. Auch die Laute, die dabei von beiden abgegeben werden, sind den Kakadus ähnlich als den Plattschweifsittichen. Im Gegensatz zu anderen Papageien wechseln Nymphen wie Kakadus das Großgefieder mit wenigen Ausnahmen bereits bei der ersten Mauser. G.A. hält Nymphensittiche für eine sehr alte Reliktform und damit zugleich für ein Bindeglied zwischen Kakadus und anderen Papageien. Als Beweis für eine Ausdrucksform für Atavismus führt er zwei Falle an, die sich aus seinen umfangreichen Nachforschungen bei Züchtern ergeben haben: In einem Falle wurde ein Weibchen sogar vom Männchen gefüttert*, in einem anderem Fall wurde ein Nymphensittich beobachtet, wie er Nahrung über dem Fuß zum Schnabel führte. Alle diese Untersuchungen haben J.M. Forshaw , wohl den Kenntnisreichsten Papageienforscher der Neuzeit, veranlaßt, den Nymphensittich als alleinigen Vertreter einer Unterfamilie der Kakadus zu betrachten, die er als Nymphicinae bezeichnete. G.R. und C. Allen nennen noch das Flügelausbreiten und Vorwärtsschlagen bettelnder Jungvögel als gemeinsames Merkmal von Kakadus und Nymphen. Obwohl es individuelle Unterschiede bei der schiefergrauen Grundfarbe der Wildvögel von Hellgrau bis fast Schwarz gibt, lassen sich bei freilebenden Nymphensittichen keine geographischen Rassen abtrennen. Die 1912 von Mathews genannten 4 Rassen hielten einer genaueren Untersuchung nicht stand. Unterschiedliche Rassen bilden sich in der Natur aus Population, die durch Gebirgszüge, große Wälder und ähnliche natürliche Barrieren getrennt leben und auf diese Weise isoliert, rasseneigene Merkmale entwickeln. Dem steht die ausgesprochene nomadische, im Landesinneren weit umherstreifende Lebensweise beim Nymphensittich entgegen. Die Länge des Nymphensittich wird mit 28-31 cm angegeben, von Forshaw mit 32 und von W. de Grahl sogar mit 33 cm. Die beiden letzteren Angaben beziehen sich vermutlich auf domestizierte Vögel, die allerdings ebenfalls recht unterschiedlich groß sein können. Die rein weißen Eier messen 20 X 27 mm und sind 6,5 g schwer. Nach Allen brachte als erster James Cook, der forschende Seefahrer, 1770 einen beschädigten Balg zum Britischen Museum nach London. Den ersten wissenschaftlichen Namen: Psittacus novaehollandiae erhielt er von Gmellin 1788, da Australien nach seiner Entdeckung zunächst ,,Neu-Holland" genannt wurde. 1792 wurde der Nymphensittich durch Kerr umbenannt in Psittacus hollandicus, endlich 1832 durch Wagler in Nymphicus hollandicus. Nur der deutsche Name ist vom wissenschaftlichen Namen Nymphicus abgeleitet, Auf Englisch nennt man diese Vogelart: Cockatiel, auf Portugiesisch: Cocatilho=,,Kleiner Kakadu", Niederländisch: Kakatielje, was das gleiche bedeutet. Im australischen Mutterland nennt man den Nymphensittich vielfach ,, Quarrion", eine Bezeichnung, die aus der Eingeborenensprache stammen soll. Für die Eingeborenen zählen Nymphensittich nebst Eiern und Jungen übrigens seit Jahrhunderten zu einer begehrten Speise.
     
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  3. Lindi

    Lindi Guest

    Hallo Ghost,

    andere Länder, andere Sitten ;)

    In Italien und Frankreich werden Singvögel gegessen, in China ißt man Hunde, in Indien dafür keine Kühe...

    Ich könnte auch keinen Nymphen essen, aber wo ist grundsätzlich der Unterschied zwischen einem Huhn und einem Nymphensittich? Das Prinzip ist das gleiche, nur die kulturellen Unterschiede lassen uns beim Nymph Ekel aufkommen, das Huhn ist aber lecker...

    Übrigens ein sehr interessanter Bericht.
     
  4. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    4. August 2002
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    Ich kann mich Lindi nur anschließen .
    Im Heimatland meines Mannes Bolivien sind Meerschweinchen für die Hochlandbevölkerung die einzige Fleischquelle(von dort kommen sieübrigens auch).
    Sie leben dort mit den Menschen ich den Hütten und ernähren sich von Küchenabfällen und bei großen Festen werden einige von ihnen gegessen. Als Kuscheltiere werden sie dort nicht gehalten , sondern ausschließlich als Nutztiere, das übrigens schon seit mehr als 800 Jahren.
     
  5. Maja

    Maja Foren-Guru

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    1. Februar 2001
    Beiträge:
    2.052
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    Hallo Ghost,

    der Artikel ist sehr informativ. Und eigentlich verstehe ich nicht ganz, warum du dich über den letzten Satz aufregst :? ?

    In praktisch jeder Kultur werden Tiere verzehrt, deren Verzehr eine andere Kultur abscheulich findet.
    Da braucht man gar nicht weit zu gehen: in Italien sterben z.B. jedes Jahr Tausende von Singvögeln einen erbärmlichen Tod und landen auf dem Teller.
    Bei uns werden süße Lämmer, goldige Ferkel, tapsige Kälber, Stubenküken, Wachteln usw. verzehrt.
    In Indien werden manchmal Affen und Schlangen gegessen – dafür sind dort die Kühe heilig.
    In China werden u.a. Hunde und Katzen gegessen.

    In vielen Eingeborenen-Kulturen wird praktisch alles gegessen, was lebt – angefangen vom Wurm/Larven bis hin zu Vögeln.

    Nur weil das eine oder andere Tier bei uns als Haustier zählt, hat man meines Erachtens nicht das Recht, andere zu verurteilen oder sich moralisch über die zu erheben, die diese Tiere als Nahrungsmittel ansehen.

    Ich würde zwar auch keine Singvögel, Hunde etc. essen wollen :k – aber wahrscheinlich nur, weil es in meinem Kulturkreis einfach nicht üblich ist. Wären ich oder du z.B. in China aufgewachsen, würden wir das sicher ganz anders sehen.
    Man wird sicher auch nicht die Menschen dazu bringen können, alle Vegetarier zu werden.

    Persönlich finde ich es aber viel wichtiger, dass all diese Tiere, solange sie leben, ein tiergerechtes Leben führen dürfen, dass all die brutalen Fangmethoden verboten werden und, wenn sie schon für uns sterben müssen, sie einen schnellen, schmerzlosen und angstfreien Tod haben sollten.

    @Kathrin und Lindi: ihr habt mal wieder schneller getippt- kann mich euch nur anschließen ;).
     
  6. Ghost

    Ghost Guest

    Hi

    Hi Maja

    Du hast dafür aber mehr getippt hehehe:D

    Ja ihr habt recht.. Das war mir auch alles schon klar..

    Aber meine Erste gedanke war, dass ich mein Charly auf den teller sehe.. und das hat mich getroffen..

    Das stimmt andere länder andere sitten!

    amit muss man leben.. und die andere auch..

    Den Artikel habe ich übrigens von hier:

    http://www.beepworld.de/members2/josefwallner/index.htm

    Da gibt es noch einiges zu lesen..

    Also wer will;)
     
  7. Bell

    Bell Guest

    Ich sehe das ähnlich, wie meine Vorredner und kann daran nichts Schlimmes finden, zumal die Eingeborenen Australiens ganz sicher sehr viel respektvoller mit ihren Mitgeschöpfen und der Natur umgehen als die sogenannte kultivierte Menschheit.

    Was ich keinesfalls damit vergleichen möchte ist die sinnlose, brutale Vermehrung, Haltung und Abschlachtung von Tieren jeglicher Art, die nur dazu dient "Feinschmeckern" etwas Ausgefallenes auf den Teller zu bringen oder um Traditionen zu wahren.

    Die tierquälerische Haltung von Hunden in anderen Kulturen als Schlachttiere, das Fangen von Singvögeln als Delikatesse etc. pp. halte ich für viel verwerflicher.


    viele Grüße

    Bell
     
  8. Ghost

    Ghost Guest

    jup

    Sehr gut gesagt Bell:)
     
  9. Lindi

    Lindi Guest

    Dem kann ich mich auch anschließen!!!!
     
  10. Nicole26

    Nicole26 Guest

    Hallo Ghost,

    hab grad mal deinen Link geöffnet und ein bißchen nachgelesen... wirklich eine interessante Page :)
     
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  12. #10 bendosi, 7. April 2003
    Zuletzt bearbeitet: 7. April 2003
    bendosi

    bendosi Nymphenheimdiener

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    26. Juli 2001
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    Lingen
    Denkt Euch doch mal garnicht so weit weg

    bestes Beispiel hier in Deutschland ist das Pferd.
    Wärend die einen es als ganz normal empfinden Pferdefleisch beim Pferdeschlachter zu kaufen treibt der Gedanke daran anderen die Malzeit von vorgestern noch die Speiseröhre hoch.
    :k
    Übrigens der Unterschied zwischen Nymph und Huhn? ganz klar: Am Huhn ist mehr dran!;)

    Aber beim besten Willen, Nymphi mit Broccoli an Souce Hollandais? Nein Danke! :k
    Dann lieber ne anständige Pferdewurst.
     
  13. Ghost

    Ghost Guest

    Hehehehe

    :D :D :D :D :D
     
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