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Vollständige Version anzeigen : Dringend-Wer rettet Ringeltaube??



Rosiehase
07. June 2004, 19:57
Ich habe heute auf der Autobahn eine verletzte Ringeltaube aufgelesen.
Ich bin mit ihr sofort zum TA. Er wollte sie erlösen, da ein Flügel gebrochen ist. Nach seiner Auskunft wird es nie wieder so heilen, dass ein Überleben des Tieres in freier Wildbahn gesichtert ist. Ich habe nun zugesagt, dass ich innerhalb von zwei Tagen jemanden finden werde, der sich der Taube annimmt. Ansonsten wird sie Übermorgen eingeschläfert. Behandlungskosten übernehme ich. Vielleicht hat hier jemand ein Gehege, in dem sie leben kann. Wer würde helfen?

Vogelklappe
07. June 2004, 21:37
Ringeltauben leiden sehr in Gefangenschaft; die flugfähigen können so panisch sein, daß sie sich am Gitter den Kopf plattfliegen.

Wenn Du kannst, hol' eine zweite Meinung ein (Vogelklinik der TiHo Hannover) oder schicke das Röntgenbild, das der Tierarzt ggf. gemacht hat, ob der Bruch wirklich nicht zusammenwachsen kann.

piaf
08. June 2004, 15:58
Klinik für Geflügel
Zier und Wildvogelklinik
30173 Hannover
Tel 0511/856-7497

Tel.Sprechstd.:

Mo: 10.-11.00 Uhr
Do: 14.-15.00 Uhr
Fr: 14.-15.00 Uhr


Falls irgendwie möglich, solltest Du das Tier zunächst (ein paar Tage oder so) selber aufnehmen, nur um diesem unerträglichen Entscheidungsdruck auszuweichen. Einschläfern ist endgültig, ob das Tier eine faire Chance hat, kann man aber nur durch Beobachtung feststellen. Nach einer endgültigen Pflegestelle können wir dann immer noch schauen.

Ja und Vogelklappe's Tipp mit Hannover kann ich nur unterstützen, die Vogelklinik ist erste Sahne

Gruss piaf

Schneeflocke
08. June 2004, 23:32
Erstmal finde ich es wirklich super von Dir das Du die Taube von der Autobahn gerettet hast !Ich hoffe aber Du hast Dein O.K. noch nicht gegeben....! Ich kann Dich auch nur bitten das Tier für einige Tage bei Dir aufzunehmen (wenn es Dir irgendwie möglich ist) und zu schauen wie sie sich in Gefangenschaft verhält. Auch muß ich sagen das ich schon mindestens 8 Vögel bei verschiedenen Tierärzten hatte die ihnen alle sofort den Hals umdrehen pardon sie erlösen wollten, weil sie angeblich nicht mehr flugfähig werden. Bis auf zwei haben es aber alle geschaft.
Ich selbst habe eine Ringeltaube und muß sagen das meine sich super in Gefangenschaft zurechtfindet und wirklich super zahm ist (läuft mir hinter her wie ein Hund!). Ich muß aber gleich dazu sagen das ich sie noch recht jung bekommen habe. Sie ist wohl aus dem Nest gefallen und kann auch nicht richtig fliegen.
Ich habe auch eine flugunfähige Schwalbe,und noch eine normale Stadttaube die sich mit ihrer Gefangenschaft sehr gut arangiert haben.
Da Ringeltauben aber von Natur aus sehr scheue Tiere sind, kann es schon zu Problemen kommen. Ich denke das hängt auch wirklich vom einzelnen Tier ab. Aber in einer größeren Voliere könnte ich mir vorstellen das Sie doch noch eine Chance auf ein recht gutes Leben hat.
Abschließend kann ich Dir auch nur nochmal raten Ihr eine Chance zu geben, da ich denke dass man schon einen Platz für sie finden wird. Würde mich sehr freuen zu hören was aus der Ringeltaube geworden ist.
Liebe Grüße,
Schneeflocke

Meike
09. June 2004, 00:12
Hallo,

ich finds auch gut, dass Du Dich so um die Kleine kümmerst! Hoffentlich ist es noch nicht zu spät!! Die TiHo ist mir auch gleich als erstes eingefallen, bin da leider Stammkunde mit meinen Aufnahmevögeln, die können das sicher gut beurteilen und haben ja auch Kontakte. :) Vielleicht gibt es ja in Deiner Nähe auch eine Wildvogelstation, die eine Taube aufnehmen würde? Ich wünsch Dir alles Gute!

LG
Meike

Rosiehase
09. June 2004, 06:34
Hallo!
Danke für Eure Antworten. Ich möchte sie heute erlösen lassen. Ich habe mit der Tiho gesprochen. Auch dort sagte man mir, dass es für Ringeltauben so gut wie keine Heilungschance gibt und dass sie die Nahrungsaufnahme in Gefangenschaft verweigern. Wenn ich bis heute abend niemanden gefunden habe, der sie nehmen könnte (sorry, ich habe 5 Katzen und 3 Kaninchen, kann sie also nicht nehmen) dann wird sie eingeschläfert.
Ich habe auch nicht die Zeit, sie irgendwo hin zu bringen, da ich beruflich stark eingespannt bin.

Elke Goldstein
09. June 2004, 07:04
Meine Mutter würde sie bestimmt nehmen,sie hat schon eine Ringeltaube mit demselben Problem.Dass Ringeltauben in Gefangenschaft nichts essen...kann ich nicht bestätigen.Die Taube meiner Mutter haben meine Kinder gefunden.Ich habe sie in eine Hunde-Box getan und das war schon unheimlich-sie schaute mich ganz ruhig an.So als wüßte sie dass man ihr hilft.
Gefressen hat sie auch ohne Probleme.
Das mag in einer Tierklinik anders sein,die ganze Atmosphäre ist da ja auch sehr beängstigend für das Tier
Gruß Elke

Vogelklappe
09. June 2004, 08:53
Das mit der Nahrungsaufnahme läßt sich ja leicht klären. Hat sie gestern und heute gefressen bzw. getrunken ?

Reagiert sie panisch auf menschliche Nähe ?

Schau' doch noch 'mal unter www.wildvogelhilfe.de nach einer Auffangstation in Deiner Nähe.

piaf
09. June 2004, 15:15
!!!!Halt! stop! tu das nicht!!!!

melde Dich mal bei

http://www.ziervogelhilfe.de/


die sind bei Dir in Niedersachsen und nehmen die Taube bestimmt vorübergehend auf. Sende eine mail an Olaf und Petra
Solange setzt Du sie eben in einen Katzentransportkorb, für kurze Zeit geht das schon mal

webmaster@ziervogelhilfe.org
info@ziervogelhilfe.org

Die sollen mir dann mailen, ich habe in Kürze wieder Platz für ein paar Neuzugänge

Gruss
piaf

Rosiehase
09. June 2004, 19:36
Also sie ist jetzt bei mir.Der TA
konnte mir noch nicht einmal sagen, ob ein Flügel oder beide gebrochen sind.
Er hat wohl am ersten Tag einen Verband gemacht. Nun hat sie keinen mehr.
Ich weiß noch nicht einmal, wie man so ein Tier zwangsernährt. Die räumlich nächste Möglichkeit wäre der Saupark in Springe. Aber ob man sie dort leben läßt, wenn sie möglicherweise nie wieder fliegen kann?
Ich glaube nicht.
Es hat sich jemand aus München angeboten, sie zu nehmen. Aber ich wohne in Hameln. Der Transport wäre doch zu weit, oder? Was soll ich jetzt machen?

piaf
09. June 2004, 19:44
kannst Du mich heute bis 20.00Uhr anrufen?
Ich schicke Dir meine Tel. per pn, muss dann aber leider weg. mail mir Deine Tel bitte auch noch, ok?

Gruss piaf

Elke Goldstein
09. June 2004, 20:08
Mal von einer anderen Seite betrachtet:
Ist das nicht ein merkwürdiger "Zufall"das ausgerechnet so ein Mensch wie Du gerade vorbeikommt,wenn so ein Tier Hilfe braucht?Der nächste hätte sie vermutlich einfach plattgefahren.
Also nicht einschläfern,wir finden schon einen Platz!
Ist natürlich ein Akt so ein Tier soweit zu transportieren!

Gruß Elke

Schneeflocke
09. June 2004, 20:43
An dieser Stelle auch von meiner Seite aus vielen Dank an Rosiehase für Ihre Courage und nicht zuletzt den Mut ein verletztes Tier von der Autobahn zu holen. Ich habe solch einen Fall auch schon erlebt - es war aber leider schon zu spät 8( . Ich frage mich nur immer wieder wie ignorant man als Autofahrer sein muß, um so ein Elend zu übersehen - oder schlimmer noch - zu überrollen!!

Nachdem ich mir lebhaft vorstellen kann wie der TA in diesem Fall (und leider zu vielen die ich selber mit verletzten Wildtieren erlebt habe) reagiert hat, wünsche ich dem verletzten Ringel nichts mehr als eine Bleibe.

Artgerecht hin oder her - wenn man sieht welchen Spass diese Tiere auch als Fußgänger am Leben haben (ich hab´selber eine!), dann rafft Euch auf Ihr Vogelfreunde und findet einen Platz für den Ringel :cheesy:

Ich hole sie auch gerne nach München, aber im Interesse des Tieres wäre ein kürzerer Transport natürlich vor zu ziehen. Es wäre zu schade wenn man dem Tier nicht wenigstens eine faire Chance geben würde, sich an seine neue Lebenssituation zu gewöhnen. Außerdem ist es ja noch nicht eimal 100%ig sicher, dass der Ringel für immer flugunfähig bleibt.

Liebe Grüsse und weiter so
Schneeflocke aus München

Vogelklappe
09. June 2004, 22:19
Quote:
"Der TA konnte mir noch nicht einmal sagen, ob ein Flügel oder beide gebrochen sind."
Also hat er nicht geröntgt ? Das sollte man aber schon bald, damit eine adäquate Behandlung (Fixierung der etwaigen Bruchstelle) erfolgen kann.

Quote:
"Ich weiß noch nicht einmal, wie man so ein Tier zwangsernährt."
Also frißt sie nicht ? Aber trinken muß sie auf jeden Fall.

Viel Glück.

Rosiehase
09. June 2004, 22:24
Ich weiß es nicht, ob sie frißt oder trinkt. Sie ist jetzt seit 3 1/2 Stunden bei mir. Der "TA" (oder sollte man besser Schlachter sagen) meinte, sie hätte nichts gefressen und getrunken.
Mal sehen. Vielleicht sollte man sie einfach in Ruhe lassen. Ich will ihr nicht noch mehr Streß und Schmerzen bereiten. Ich habe den Tip bekommen, dass man zur Fixierung des Flügels eine Socke nehmen kann, in die man sie hineinsteckt. Das werde ich morgen in Angriff nehmen, auch wenn es mir unheimlich schwer fällt, da sie dann wieder Streß und Schmerzen hat.

Petra.S
10. June 2004, 06:15
Hallo Sonja,

wir (Petra und ich) sind heute beide arbeiten (wir müssen beide gleich los). Es ist uns also unmöglich schnellzu helfen. Eine Möglichkeit wäre die Taube im Tierheim Hannover abzugeben.

Es gibt in Gifhorn eine Wildvogelauffangstation, die auch behinderte Tauben aufnimmt. Leider kann ich dabei nicht helfen, da ich arbeiten muss.

Am besten für die Taube wäre es natürlich, wenn Du es möglich machen könntest die Taube direkt in eine Wildvogelstation des NABUs bringen würdest, da jeder Zwischenaufenthalt unnötige Belastung für einen Wildvogel bedeutet.

Hier die Adresse:
Kontakt:
NABU-Artenschutzzentrum Leiferde
Hauptstraße 20
38542 Leiferde
Tel. 0 53 73-66 77, Fax -12 60
NABUartenschutzzentrum@t-online.de

Liebe Grüße Olaf

Rosiehase
10. June 2004, 09:24
Hallo!

Also ich habe heute morgen mit der Wildtierauffangstation gesprochen. Man sagte mir dort aufgrund einschlägiger Erfahrungen, dass ein offener Bruch nicht heilt. Die Tiho würde wahrscheinlich in einem solchen Fall den Flügel amputieren. Dann wäre das Tier als Fußgänger einseitig belastet, würde "dicke Füße bekommen" (so sagte man) und umfallen. Das sei eine Quälerei.
Also ich bin der Meinung, dass man dem Tier jegliche weitere Qualen ersparen sollte. Sie hat bis jetzt nicht getrunken oder gefressen.

Gitti11
10. June 2004, 12:06
Hallo liebe Sonja,

habe Dir gerade eine E-Mail geschickt.

Bitte melde Dich bei mir. Ich wohne in Hannover - nicht weit von Hameln - wir können bestimmt was tun.

LG Gitti

piaf
10. June 2004, 16:43
Hi Sonja,

na hoffentlich hat sich die Situation inzwischen für Dich etwas gelockert!?!?
Konntest Du mit Gitti etwas ausmachen?

Sicher, man sollte mit/an einem Lebewesen nicht herumprobieren, aber hier hat ausser dem eher inkompetenten oder wasweissichwas Tierarzt noch kein Fachmann die Taube in der Hand gehabt. Es sind zwar alles Tips aus reichlich Erfahrung, aber jedes Tier und jeder Krankheitsfall hat seine eigene Geschichte. Mein Vet. kann Dir da genügend erfolgreiche Fälle präsentieren, die andere garnicht erst angefasst hätten. Weisst Du, es hört sich immer so friedlich an, das Wort "erlösen", für mich gilt aber die eine Chance mehr. Und wenn Du die Tiere alle siehst, die hier munter ihr >eigentlich nicht mehr lebenswert Leben< verbringen, würdest Du auch anders über die "Erlösung" denken.

Ich ruf Dich später nochmal an, bis dahin

viel Glück
piaf

Rosiehase
10. June 2004, 17:46
Ich habe vorhin die Taube in kompetentere Hände gegeben. Sie ist nun bei Gitta von der Ziervogelhilfe (Danke Gitta!!!). Sie wollte gleich zu einem Vogelspezialisten. Mal sehen, was der sagt. Wir drücken alle die Daumen, dass er kompetenter als seine Berufskollegen ist!

piaf
10. June 2004, 19:28
!!!!!!!!!super!!!!!!!!!!!

schön dass es geklappt hat. Hoffentlich hören wir bald, wie sich die Taube weiter entwickelt bzw was der Spezialist dazu sagt

Gruss piaf

Gitti11
11. June 2004, 00:21
Hallo Ihr Lieben,

heute nachmittag war ich also mit der riesigen Ringeltaube (ich habe noch nie eine Taube aus der Nähe gesehen, die sind ja echt mächtig groß) bei einem sehr guten TA in Hannover/Bemerode. Er hat folgendes festgestellt:

Der linke Flügel ist nicht gebrochen, er sah nur etwas lediert und zerzauselt aus, aber das ist ja auch kein Wunder.

Der rechte Flügel ist an einer Stelle gebrochen, die wieder zusammenwachsen kann. Sie bekommt einen Verband. Sie kommt in eine Voliere und wenn Sie frisst, wird die Volierentür in 10 Tagen offengelassen und sie kann wieder in der Freien Wildbahn überleben. Wenn sie nicht freiwillig fressen will, werden sie (er und seine Ehefrau) überlegen, ob sie sie zwangsernähren mit z. B. Kartoffelbrei und Schlauch - je nach ihrem Zustand wird das sicherlich entschieden.

Es kann sein, dass der Flügel nicht 100 %ig zusammenwächst. Aber bei einer Taube ist das nicht schlimm, ob sie 50 km fliegen kann zur Nahrungssuche oder 20 km. Anders wäre das bei einem Greifvogel, der ja sehr präzise fliegen können muss, um seine Beute zu erlegen.

Trinken hat sie heute abend mit dem Schlauch schon bekommen.

Morgen rufe ich dort noch mal an und erkundige mich, wie sie die Nacht überstanden hat.

In der Gegend, in der der TA seine Praxis hat, leben 12 Ringeltauben - alle von ihm gesundgepflegt. Jetzt kommt die 13. dazu. :)

Liebe Sonja, ich danke Dir für Deinen Aktiven Einsatz für unsere gefiederten Freunde und dass Du so spontan herkommen konntest. Und hoffe, dass auch Deiner Katze geholfen werden konnte.

LG Gitti

piaf
11. June 2004, 14:42
yep, welch ein happy end!!!

Gruss piaf

Gitti11
11. June 2004, 15:33
Hallo liebe Sonja, hallo an alle,

Leider gibt es doch kein Happy end. Habe gerade bei meinem TA angerufen.

Heute morgen ist die Taube leider verstorben.

Sie hat das Baytril nicht vertragen, das sie seit Montag schon bekommen hatte. Dass Tauben Baytril nicht vertragen, kann leider vorkommen. Man kann es aber entsprechend dem, was sie frisst gut dosieren. Sie hatte sehr wenig gekotet. Daraus kann man schließen, dass sie nicht mehr gefressen hat.

Tauben lassen sich aber ganz leicht füttern, z. B. mit Erbsen (diese hellen, trockenen - ich weiß nicht, wie die heißen). Im Gegensatz zu vielen anderen Vögeln lassen sie sich ihren Schnabel öffnen und sie schlucken auch. "Schnabel öffnen, eine Erbse rein, Schnabel schließen, schlucken lassen, nächste Erbse rein". Zur Not kann man auch z. B. Kartoffelbrei mit dem Schlauch einführen. Aber sie hat gut Erbsen-Nahrung aufgenommen.

Der TA vermutet, dass dieses wohl nicht oder nicht ausreichend gemacht worden war. Und dadurch hat sie das Medikament nicht vertragen.

Wir haben alle so schnell wie möglich reagiert und getan, was in unserer Macht stand. Liebe Sonja, lass Dich nicht davon entmutigen, das nächste mal einen verletzten Vogel oder ein anderes Tier aufzulesen. Es sind halt nicht alle TA vogelkundig. Daraus kann eben nur lernen.

Traurige Grüße von Gitti

Rosiehase
11. June 2004, 15:40
Man sagte mir in der Praxis, in der sie war, dass sie dort Critical Care bekommen hätte. Ich hatte mich schon gewundert, denn CC ist normalerweise für Kaninchen und Meeris, da es hauptsächlich aus Heumehl besteht. Also für Körnerfresser entsprechend weniger geeignet! Aber der hatte ja eh keine Ahnung!!
Oh, ich bin so sauer!
Das nächste mal weiß ich es besser!
Hat sie denn bei dem TA auch Baytril bekommen? Wurde sie denn dort zwangsernährt? Habe das nicht so richtig verstanden.
Wäre sie sofort dort gelandet, hätte sie es vielleicht geschafft!

Traurige Grüße
Sonja

Gitti11
11. June 2004, 16:52
Hallo Sonja,

nein, sie musste nicht zwangsernährt werden (Schlauch war nicht nötig). Sie hat die Erbsen gut geschluckt, eine nach der anderen.

Welches Medikament sie bekommen hat, weiß ich nicht. Vielleicht auch Baytril.

Aber wenn sie gleich gefüttert worden wäre, damit sie das Medikament verträgt, hätte sie überleben können. Ringeltauben reagieren halt sehr empfindlich auf Medikamente, auch ist die Dosierung schwierig oder riskant, wenn sie keine Nahrung aufnehmen.

Hast Du mir nicht gesagt, dass sie seit Montag Baytril bekommen hat? Oder hat sie beide Medikamente bekommen - Baytril und Critical Care.

Dass man Vögeln auch Medikamente bzw. Vitamine geben kann, die eigentlich für andere Tiere sind, kenne ich z. B. vom Amynin. Da gibt es eines für Schafe und Rinder. Da ist halt die Dosierung anders.

Aber mit so etwas kenne ich mich (noch) nicht aus. Darum kann ich nicht sagen, ob Dein TA falsch medikamentiert hat. Auf jeden Fall hätte er dafür sorgen müssen, dass sie genug frisst oder ggf. zufüttern (falls sie anfangs noch ein bischen gefressen hat), damit sie das Medikament verträgt.

Sonja, es gibt nicht sehr viele vogelkundige TA. Das scheint in der Tiermedizin/Studium ein wenig interessantes Thema zu sein. Vielleicht ist es zu komplex, zu unerforscht oder bringt einfach später im Berufsleben nicht so viel Geld wie die Behandlung von Säugern oder größeren Tieren. Das können nur die Studenten beantworten.

LG Gitti

Meike
11. June 2004, 16:59
Schade, dass sie es nicht geschafft hat, tut mir leid. :( Vielleicht hilft die Erfahrung ja für einen möglichen nächsten Fall..

LG
Meike

Rosiehase
11. June 2004, 18:50
Critical Care ist ein Päppelmittel für Meeris und Kaninchen. Es ist kein Medikament. Es ist aber auch probiotisch. Ich glaube nicht, dass sie ausreichend gefressen hat. Das war aber auch hier das Problem. Ich hatte sie ja immerhin 19 Stunden hier und sie hat nicht gefressen.
Das nächste Mal bin ich schlauer.

Schneeflocke
11. June 2004, 19:42
Es macht mich wirklich sehr traurig das es die Taube nicht geschafft hat. Hatte mich gestern schon riesig gefreut das doch noch alles gut zu werden schien.
Über solche Tierärzte kann ich mich sooo ärgern. Gerade bei Tieren wie Tauben und Möven, habe ich sowiso von den meisten Tierärzten bei denen ich Hilfe suchte, die klare Ansage bekommen, das es diese Tiere doch gar nicht wert sind das man soviel Zeit und Energie investiert, da es davon sowiso genug gibt. Ich finde es wirklich schlimm das viele TA (zumindest die meißten TA bei denen ich war) meinen darüber urteilen zu können welche Tierart es verdient das man ihr hilft und sich mühe gibt und welche nicht.
Ich kann einfach nicht verstehen warum manche Menschen überhaupt Tierärzte werden.....
In diesem Fall schien der TA wohl auch nicht besonders motiviert zu sein!!

Liebe Soja, ich finde es auf jeden Fall echt toll das Du dich so für das Tier eingesetzt hast. Laß Dich nur nicht entmutigen... bei verletzten und kranken Tieren klappt es leider nicht immer. Du hast auf jeden Fall alles getan was Du konntest.

Traurige Grüße,
Schneeflocke

Gitti11
11. June 2004, 22:25
Ich gebe Schneeflocke recht. Sonja, Du hast Dir wirklich nichts vorzuwerfen. Was hättest Du denn noch tun sollen? Du hast sie aufgelesen von der Straße, bist zum TA gegangen, hast eine zweite Meinung (Tiho) eingeholt, hast Dich sogar trotzdem noch ans Forum gewandt und hast Dich entgegen der gleichen Meinung 2er TA trotz allem noch an Olaf und Petra gewandt und die Taube sogar noch nach Hannover gebracht.

Nein! Mehr konntest Du nicht tun.

Es ist schon schwierig genug einen vogelkundigen TA zu finden; geschweige denn ihn zu erkennen, wenn man ihn vor sich hat, wenn man sich nicht selber ganz gut auskennt. Ich kenne Leute, die fahren 100 km zu so einem TA für ihre Vögel. Die wenigsten TA würden auf die direkte Frage hin antworten, dass sie nicht die Richtigen für Vögel sind.

Ob das nun Desinteresse oder Ignoranz des TA war, will ich lieber nicht beurteilen, obwohl es mit Sicherheit auch solche gibt. Andererseits denke ich die ganze Zeit darüber nach, wieso er dem Tier nichts zu fressen gegeben hat. Auch wenn er es aufgegeben hat, er kann es nicht verhungern lassen. Er hätte Dir zeigen müssen, wie und womit man die Taube füttert. Das hätte er Dir ruhig zutrauen können, es ist nämlich ganz leicht. Und da spielt es keine Rolle, ob sie vielleicht eingeschläfert wird. Diesen Gedanken möchte ich lieber nicht weiterverfolgen...

LG Gitti

piaf
13. June 2004, 18:20
Dass es doch so traurig geendet ist, ist kaum zu glauben, es war doch schon so nahe am happy end.
Was so schlimm daran ist, alle haben sich so eingesetzt, jeder nimmt wieder ein Stück Erfahrung mit, nur ausgerechnet der nicht, der das traurige Ende mit verursacht hat. Wahrscheinlich würde der erstbehandelnde Vet.sich noch in seiner Diagnose bestätigt fühlen, wenn er jetzt den Ausgang dieser Taubengeschichte erfahren würde.

Manche Dinge kann man wirklich nur noch kopfschüttelnd betrachten und leider fast nichts daran ändern.

Aber es ist immer wieder einen Versuch wert, jedes noch so kleine Leben zu retten

Gruss piaf

Norma
14. June 2004, 17:46
oje, wieder ein so arg trauriger thread... :-(


Aber wenn sie gleich gefüttert worden wäre, damit sie das Medikament verträgt, hätte sie überleben können. Ringeltauben reagieren halt sehr empfindlich auf Medikamente, auch ist die Dosierung schwierig oder riskant, wenn sie keine Nahrung aufnehmen.

hab alles gelesen und frag mich die ganze zeit, wieso um alles in der welt dem tier (oder eben einer empfindlichen ringeltaube) überhaupt ein medikament gegeben wurde, wenn man a) schon weiss, dass sie vermutlich zuvor wenig gefressen hat oder medikamentiert wurde und b) fest steht, dass sie es schaffen kann und der flügel heilen . . . warum lässt man nicht einfach die natur zu ihrem recht kommen und gibt nahrung und wasser ohne irgendwas zusätlich-menschliches wie "medikamente", die hier wissentlich schädlich oder gefährlich sein können? tiere haben doch von haus aus noch viel stärkere endorphinausschüttung als menschen und sind extrem zäh - da sind medikamente nicht unbedingt nötig! wenn es doch eh riskant ist, um himmels willen, dann sollte man es doch gleich lassen - egal, ob viel oder wenig gefressen! jetzt hat sie keine chance gehabt, weil menschen mal wieder allzu "menschliches" denken an tiere weitergeben mussten... (tschuldigung, bin grad extrem sauer! und TA die inkompetent sind gibts wohl genauso viele, wie inkompetente humanmediziner...wirklich traurig - ohne eine spur inspiration und idealismus sollte man wirklich nicht in dieses handwerk pfuschen!)
nur wir menschen meinen doch, stets sofort was einschmeissen zu müssen und bei jedem weh sofort zu schmerzmittel etc. zu greifen...

armes tier. ich könnte echt heulen bei solchen geschichten, die angeblich kompetente menschen am ende versauen, nur weil sie sich nicht genug informiert oder gekümmert haben wie offensichtlich in dieser klinik. *grrr*

:(